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wodran bin ich?

7 Antworten1'431 AufrufeGestartet von aboutme ·

aboutmeThemenstart
#1
Wir haben uns auf einer Paddeltour kennengelernt und saßen eine Woche lang im selben Boot. Es fühlte sich von Anfang an so an, als ob wir ein eigeübtes Team waren, alles passte, jeder Handgriff saß, wir mußten uns nicht viel erklären, verstanden alles auf Anhieb. So sah ich es zumindest. Nun kamen wir zu Hause an. Seit dem – und das dauert schon zwei Monate an – treffen wir uns jedes Wochenende. Wir reden, kochen zusammen, sitzen in der Küche bis spät in die Nacht, trinken Tee. Dann steht er auf und verabschiedet sich. Die Tür geht zu und ich sacke vor Kummer in mir völlig zusammen. Ich weiss nicht, wie ich es ihm sagen soll. Ich bringe es nicht fertig. Ich weiss nicht, ob ich es ihm überhaupt sagen soll. Ich habe Angst, dass wenn ich es ihm sage, dann verscheuche ich ihn ganz. »Liebe ist ein Blumengarten, und wenn man da reingeht, sollte man das innere Trampeltier draussen lassen.« (Quelle: unbekannt) Ich hätte so gerne gewusst, wodran ich bin, aber ob es mir dann wirklich besser geht?

#2
Hallo,

eine Möglichkeit wäre, es einfach so weiterlaufen zu lassen - kommt Ihr Euch mit der Zeit immer näher, oder hast Du den Eindruck, dass sich Euer Verhältnis auf einem bestimmten Niveau eingependelt hat?

Im ersten Fall: Keine Sorge, das mit Euch ergibt sich vielleicht ganz von allein.

Im zweiten Fall: Unternimm wieder was mit ihm, irgendwas Schönes, wofür Ihr Euch beide begeistern könnt, was Ihr evtl. bisher noch nicht gemacht habt. Dann lenke das Thema behutsam auf seine Gefühlslage, also: Welche Vorstellungen hat er vom Leben, von Beziehungen, welche Erfahrungen hat er bisher gemacht? Dann bist Du schonmal schlauer.

Viel Erfolg

Rustaweli

#3
Also wenn er seit zwei Monaten bei Dir zum Teetrinken ein und aus geht (gehen kann), dann weiß er auch dass er Dir nicht egal ist.

Im Umkehrschluss kann man nun auch sagen, dass Du ihm nicht egal bist.

Sofern Du keine Anhaltspunkte dafür hast, dass er nach einer Offenlegung Deiner Gefühle sofort weg rennt, würde ich die Karten auf den Tisch legen.

Vielleicht wartet ja hier einer auf den anderen....

#4
Bantam hat Recht.

Wenn er dich nicht mögen würde (oder vielleicht mehr?), dann würde er nicht bei dir am WE aufkreuzen.

Frag' ihn ganz vorsichtig, ob er wirklich nur Freundschaft möchte oder mehr! Das ist für dein Herz sehr wichtig und du musst dir nicht mehr unsicher sein.

Bussi

schnittchen1980

#5
Danke allen, die geantwortet haben!

Also, wir haben uns schon über unsere Einsichten und Vorstellungen unterhalten. Recht allgemein, ohne ins Detail zu gehen. Aber ich habe eben dieses Gefühl von Stagnation, dass es einfach nicht weiter geht. O.k., er ist aus einem streng katholischem Haus, da kann ich mir vorstellen, dass da bestimmte Dinge nicht allzu schnell passieren, aber irgendwie habe ich auch ein ungutes Gefühl, denn er zeigt mit keiner Geste, keinem Blick, dass er mich als Frau wahrnimmt oder interessant findet. Manchmal erwische ich da schon einen warmen Blick, der aber dann ganz schnell wieder die Flucht ergreift. Aber zu selten. Trotztdem kommt er und bleibt. Ich bin 35, Mutter und habe gerade eine achtjährige »Wildehe« hinter mir. Ich weiss, wie ein Mann eine Frau anguckt, wenn er sie interessant findet. Und das ist, wass ich an ihm vermisse. Nein, ich will keinen Grapscher, bloss nicht, ich will auch keinen, der gleich mit mir ins Bett steigen möchte, das kann ich selbst nicht, aber wenigstens ein Zeichen des Begehrens... Wenn wir uns mailen, dann ist er viel offener, herzlicher in seiner Wortwahl. Aber wenn wir zusammen sind, dann ist es so, als ob wir Schulkinder wären, so 'n Mist... Und vor allem er.

#6
Na dann gibt es doch nur noch eine Möglichkeit:

Attacke.

Ansonsten hängst Du mit Deinen Gefühlen noch bis zum "jüngsten Gericht" in der Luft =)

#7
Also, ich habe über beide Möglichkeiten nachgedacht.

1. Weiter so laufen lassen: das tat ich. Mit dem bekannten Ergebnis.

2. Attacke: richtig, aber den richtigen Ton zu finden, das »Wie«, das ist das Problem. Ich versuche es mit einer Mail. Wobei ich auch schon seit knapp einer Woche am Entwurf arbeite, als ob es eine Diplomarbeit werden sollte. Wir scheinen da beide ein »Rad ab« zu haben. Gehören ja immer zwei dazu. Augen zu und durch? Hmmm, das macht Angst, aber »wo die Angst ist, da geht es lang...«, sagte Walter Lächler.

#8
Tja, die Email ist nun seit gestern raus. Und keine Antwort. Nichts. Das er sie gelesen hat, das weiss ich, denn das Internet ist seine Arbeit.

Ich hatte schon so ein dumpfes Gefühl, dass da irgedwas nicht stimmt. Aber jetzt merke ich, wie sehr ich mich verrannt habe! Ich werde schon darüber weg kommen. Aber es ist bitter. Eine Absage hätte nicht so weh getan. Aber gar keine Antwort zu bekommen... Als ob meine Mail, die mich so viel Überwindung gekostet hat, Luft wäre. Als ob es sie nie gegeben hätte.

Nun gut, ich weiss, wo ich dran bin, auch wenn das kein grosser Trost für mich ist. Schade, der Traum hat sich so schön angefühlt. Ich sitze da, die Tränen kullern...

...

...

War das falsch ihm zu schreiben? Ich weine, weine, weine... Jetzt habe ich nichts. Noch vor einpaar Tagen saßen wir in der Küche und redeten und tranken Tee und redeten. Und jetzt sitze ich alleine, meine Mailbox schweigt. Es ist aus. Und ich sitze da und denke: »Was habe ich falsch gemacht?« Habe ich wirklich alles kaputt gemacht? Oder war da noch nie was, und ich habe mir alles bloss eingebildet?

Ich werde mich bei ihm nicht mehr melden. Es ist schwer, aber ich darf es nicht. Er ist am Zug, und wenn er sich nicht meldet, dann ist es eine Antwort. »Meine Ruhe ist hin, mein Herz ist schwer. Ich finde sie nimmer und nimmer mehr...«

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