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Zwickmühle - Bitte helft mir

3 Antworten923 AufrufeGestartet von Moony ·

MoonyThemenstart
#1
Hallo ihr.

Sorry, das wird jetzt etwas lang und wahrscheinlich auch durcheinander, hoffe, ihr könnt mir trotzdem helfen.

Meine Situation ist folgende.

Ich habe vor jetzt bald 7 Jahren einen Mann kennengelernt, meine große Liebe.

Wir waren bis zum Januar 06 zusammen, danach konnte ich nicht mehr.

Einerseits ist er der Mensch, der mir am meisten bedeutet, mit dem ich am liebsten zusammen bin.

Er ist mein bester Freund, wir können zusammen lachen, er ist praktisch mein Seelenverwandter. Wir haben sehr ähnliche Interessen. Wenn ich etwas machen möchte, ist er meine erste Wahl.

Kein Mensch kennt ihn so gut wie ich und kein Mensch kennt mich so gut wie er mich.

Das ist immer noch so. Nach der Trennung bin ich ausgezogen, sind wir Freunde geblieben. So enge Freunde, daß es sich fast immer noch anfühlt, als wären wir zusammen.

Für beide. Auch wenn er und ich zwischenzeitig wieder neue Partner hatten oder haben.

Die Zukunft, die wir uns damals ausgemalt hatten mit kindern haus und Hund und Katze wollen wir beide nicht so recht aufgeben.

Es hört sich bis hierher ja nach einem Happy End an aber jetzt kommt das große Problem, was ich habe.

Erstmal trinkt er. Typisch für einen Alkoholiker ist er sich selber nicht drüber im klaren, daß er zuviel trinkt.

Er hat bestimmt seit monaten keinen Alkoholfreien Tag mehr gehabt.

Er trinkt jeden tag.

Seit ich nicht mehr bei ihm wohne, kann ich seinen Konsum nur schätzen aber es kommt schon öfter vor, daß er abends einen in der Krone hat, wenn wir telefonieren. Und das unter der Woche.

Als wir noch zusammen waren, war sein Konsum um die 6 Bier a la 0,5.

Selten weniger, oft mehr.

Für mich hat er einfach kein Rückrat, er belügt sich selber, lebt in einer kleinen zusammgezimmerten welt und ist stur und hält sich selber für den größten, lässt sich nichts sagen. Ich muss bei zwei, drei Themen aufpassen was ich sage, sonst benimmt er sich wirklich wie ein Kind.

Gestern hat er den Telefonhörer weggehalten und nur noch "lalala" gemacht. Sowas... *kopfschütteln*

Manchmal treibt er mich zum Wahnsinn.

Es ist normal daß der Mensch, den man liebt, einem am meisten aufregen kann. Das weiß ich.

Fakt ist, daß er jetzt mit seiner Freundin Schluss machen will, nicht allein wegen mir aber ich denke, das spielt ein wenig da mit rein. Er sagte, daß er wieder mehr Zeit mit mir verbringen will.

Bis jetzt war ich nicht so unter Druck, aber ich denke, daß er möchte, daß wir spätestens im Urlaub (August diesen Jahres) wieder zusammen kommen.

Doch bis dahin wird sich an seinem Verhalten nicht viel geändert haben.

Als ich mich von ihm getrennt hatte, hab ich den Alkohol als Grund angegeben, das stimmte auch.

Ich hab ihm auch gesagt, wenn er das in den Griff kriegt,. kann das mit uns schon noch was werden.

Einerseits ist er mir sehr wichtig, ich weiß daß das Leben mit ihm schön werden könnte.

Aber andererseits wirds mit Sicherheit auch wahnsinnig anstrengend und nervig werden, wenn er sich nicht wenigstens ein wenig ändert.

Aber ich weiß nicht ob ein wenig reichen würde.

Soll ich einfach hoffen daß er sich irgendwann wieder einkriegt?

Soll ich über das ganze hinwegsehen?

Mal abgesehen vom Alkohol, wenn sich da nichts ändert, hat das ganze keine Chance mehr.

Aber irgendwie geht da einiges auf meine Kosten, denke ich.

Ich bin mir nicht sicher ob er fähig ist, wirklich wie ein "wir" zu fühlen. Man ist zwar zusammen, aber man lebt irgendwie trotz allem getrennt.

Man plant nicht zusammen, sondern getennt, auch wenns etwas ist, was man gemeinsam machen will.

Und so ist das bei allem. Er unterstützt einen sehr, hilft einem, aber das macht er mehr finanziell als durch Respekt. Wenns einem schlecht geht, hört er zu, gibt kaum ratschläge sondern kauft einem dann einfach ein Trostpflaster. Finanziell war ich immer von ihm abhängig, auch kein schönes Gefühl.

Ich weiß einfach nicht was ich machen soll.

Einerseits könnte es ein gutes Leben werden, seine Familie mag mich, er liebt mich, wir werden nie finanzielle Sorgen haben, er würde mich nie betrügen, wir haben gemeinsame Hobbies, würden reisen, uns gemeinsam etwas aufbauen. aber ich denke, selbstständig zu sein bei ihm, wäre sehr schwer.

Irgendwie gehts immer nur um ihn.

In den letzten 6 Jahren hab ich irgendwie immer nur auf ihn gewartet.

Daß er dazu bereit ist, daß er das will dies kapiert, , daß jenes und das welches.

Ich darf schon sagen was ich will und ich "bekomme" es auch. Aber dann wann er will.

Kompromissbereitschaft ist ihm fermd, er denkt, daß man dabei nur verliert.

Also was soll ich machen? Zum erziehen hab ich keine Lust und von selber wird er nicht drauf kommen. So blöd es klingt, aber ihm würde nur eine Therapie helfen, aber davon würde er nichts hören wollen.

Wir haben ähnliche Erfahrungen gemacht, meine Therapie befürwortet er aber er denkt daß er seine Probleme von selber schafft, weil er ja so toll ist und besser als der gemeine Pöbel.

Soll ich jetzt einfach von meiner starren haltung abweichen und sagen: jeder muss den anderen so akzeptieren wie er ist?

Oder soll ich sagen: ich hab mein Leben seit ich denken kann nur nach anderen ausgerichtet. Ich hab noch nie so leben dürfen, wie ich das für mich wollte, hab nie was aus eigener kraft geschafft, wurde immer nur unterdrückt, irgendwann reichts mal?

Ich bin jetzt 28 und mir rennt so langsam die Zeit davon.

In den letzten 6 Jahren hab ich meine karriere nach hinten gestellt, weil ich dachte, wir kriegen ja bald kinder und ich schaffe und ein schönes Heim. Und nie wurde da draus was.immer hies es: noch ein halbes jahr, noch ein paar Monate, noch so lange, bald, bald, bald...

Und jetzt? Langsam wirds für ne Karriere + Kinder wirklich zu spät.

Ja, jetzt schreien bestimmt wieder welche, aber einen neuen beruf zu starten, Umschulung zu machen, einen neuen Mann zu finden, "prüfen" ob das klappen könnte und dann Kinder kriegen, das kann schon eine Weile dauern. Und ich sitze nur da und weiß nicht was ich machen soll.

Wie gesagt, einerseits will ich ihn aber andererseits würde mir das nicht nur guttun.

Hab ich zu hohe Ansprüche?

Danke fürs zuhören und hoffe, ihr habt eine Idee, was ich machen könnte.

Moony

#2
Hallo Moony

Ich hab mir gerade deine Geschichte durchgelesen. weisst du, ich glaub das wichtigste wär erstmal, dass er mit seiner Alkoholsucht klarkommt.

Vielleicht solltest du ihm ein letztes Mal klipp und klar sagen, dass einiges ändern muss, weil du sonst ganz weg bist. Und ich mein wirklich ganz.. Du schreibst ja selber, dass er nie wirklich bereit war auf dich und deine Wünsche einzugehn. Glaubst du nicht, dass du daran auf Dauer kaputt gehen würdest?

Hey, mit 28 ist man doch nicht zu alt für einen Neuanfang ;)

Ich glaub auch nicht, dass du zu hohe Ansprüche hast. Aber meiner Meinung nach müsstest du den Kontakt zu ihm ganz abbrechen.

Vielleicht wacht er dadurch auf und ändert etwas an seinem Leben und seiner Anstellung.

Und du kannst dann dein Leben neu ordnen und erstmal den Kopf wieder frei kriegen.

Du sagst ja selbst, er tut dir nicht gut.

Also mein Rat : Brich den Kontakt erstmal ab. :]

Egal wie du dich entscheidest, ich wünsche dir jedenfalls alles Gute!

:trost:

#3
hallo moony

weisst du, WARUM er trinkt? spricht er darüber, was ihm so stinkt? es ist ja so, dass das nicht aus dem nichts kommt. kein mensch wird mit einer alkoholsucht geboren. und das was er macht hat auch nicht mehr viel damit zu tun, dass es eben ganz schön ist, im biergarten, oder auf festen mal einen zuviel zu kriegen. man/frau trinkt (regelmäßig), um gewisse dinge beiseite zu schieben, sich selbst für ne gewisse zeit auszuklinken, so eine art totstellen, vogelstrauss-taktik. ich steck den kopf in den sand (oder in den suff) um einfach mal nichts mehr denken zu müssen.

es gibt offenbar irgendetwas, das er ab und zu nicht mehr aushält.

ich hab da ein wenig erfahrung auf dem gebiet, weil eine freundin von mir mit 35 jahren gestorben ist, desswegen. sie hat sich offen ausgedrückt, totgesoffen. bei ihr war es wohl so (nachträglich betrachet, leider) dass sie tatsächlich schwer depressiv war, man hätte da sicher was machen können, aber sie hat sich jahrelang geweigert, sich behandeln zu lassen. ihr freund, mit dem ich wiederum seit 20 jahren befreundet bin, war auch nicht in der lage, das zu bremsen. er hatte nie den mut, mal auf den tisch zu hauen, hatte immer verständnis, wenns ihr grad mal schlecht ging. ich hab das auch immmer sehr genossen, als ich zb. mitten im umzug erfahren musste, dass die beiden nun nicht mehr kommen, weil sie nicht mehr fahren kann. soweit so schlecht.

wenn dir so viel an dem mann liegt, versuche wirklich ihn dazu zu bringen, sich helfen zu lassen. ich würde auch dazu neigen, wie melinda sagt, ihm das messer auf die brust zu setzen. entweder oder.

#4
Im Grunde weiß ich, warum er trinkt.

Aber er will nichts hören von Hilfe oder Therapie. Sobald man ihn drauf anspricht, flippt er aus.

Wenn er mit dem Trinken nicht aufhört, dann wird das nichts mehr mit uns, das weiß er. Aber ich vermute, er glaubt es nicht wirklich. Mal wieder selbst belügen eben.

Nur selbst wenn er nicht mehr trinken sollte, weiß ich nicht, ob ich mit seinem bestimmendem Wesen zurechtkommen würde.

Vielleicht hab ich ja Glück und alles ändert sich dadurch aber ich glaubs nicht recht.

Wenn ich ehrlich bin, glaub ich nciht mal, daß er das mit dem Alkohol auf die Reihe kriegt. :(

Von daher habt ihr recht, ich sollte Abstand nehmen.

Wobei wir im Moment ja nur Freunde sind.

Jedenfalls werd ich mir das nicht geben, daß ich seinen Konsum als Partnerin mitmache, das hat mich die letzten Jahre fertig gemacht.

Das hab ich bei meinen Eltern durch, das hab ich bei mir durch, nochmal brauch ich das nicht.

Ich hab nur das Gefühl daß ich sitze und warte, warte, warte, warte...

Was neues zu beginnen hab ich kaum Mut, weil ich mittlerweile kein Selbstvertrauen mehr habe.

Ich hab mich heute mal nach Ausbildungsplätzenumgeschaut, vielleicht sollte ich einfach langsam mal meinen eigenen Weg starten.

Danke fürs Zureden, das tut gut. :schmatz:

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