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aussichtslos? will ich zuviel?

18 Antworten2'213 AufrufeGestartet von sadandconfused ·

sadandconfusedThemenstart
#1
Hallo!

Ich trage schon länger eine große Last mit mir herum, und hoffe, dass ich hier, auf Leute treffe, die schonmal etwas ähnliches erlebt haben, und die mir Ratschläge geben könnten. Ich fange mal ganz von vorne an, und hoffe, dass irgendjemand Lust hat, sich alles durchzulesen.

Vorneweg: ich bin 21 Jahre alt. Viele denken vielleicht, dass man in dem jungen Alter noch nicht weiß, was Liebe und Liebeskummer überhaupt sind, aber ich denke, ich habe eine ganz gute Ahnung davon.

Vor ungefähr 2 Jahren habe ich einen tollen Menschen kennengelernt. Er ist ein Jahr älter als ich, war damals unglaublich lieb, etwas schüchtern und gab mir das Gefühl, dass er mich wirklich brauchte. Wir kannten uns erst 2 Wochen, als wir uns das erste Mal geküsst haben, und waren lange Zeit sehr glücklich miteinander. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass die Beziehung wirklich etwas Besonderes und Dauerhaftes sein könnte. Ich war übrigens seine erste Freundin. Ich hatte daher anfangs Angst, dass es schwierig werden könnte, vor allem, weil ich davor schon oft verletzt wurde, aber ich wusste irgendwie einfach, dass ich ihm vertrauen konnte. Die Beziehung war unglaublich harmonisch, voller Zärtlichkeit und Liebe, wir waren uns beide die wichtigsten Menschen auf der Welt.

Dann war ich mit der Schule fertig. Mein Plan war immer, weit weg von daheim zu studieren. Wir haben damals lange darüber geredet. Es kam auch ins Gespräch, dass ich eine Fachhochschule in der Nähe besuchen könnte. Ich bewarb mich, wurde aufgenommen und wir planten, zusammenzuziehen. Dann, kurz davor sagte er mir, dass er nicht mit mir zusammenziehen kann, weil es sich finanziell nicht ausgehen würde. Ich war zwar traurig, aber ich verstand ihn, und wollte ihm das alles nicht noch schwerer machen, als es für ihn sowieso schon war. Mit der Zeit wurde ich aber richtig depressiv. Die Aussicht, in meinem Heimatort zu bleiben, von dem ich immer nur fliehen wollte, und dann auch noch alleine im Studentenheim zu wohnen war einfach zuviel für mich. Wir redeten lange darüber, und irgendwann sagte er mir, dass er möchte, dass ich doch an die Universität weiter weg gehe. Es fiel mir nicht leicht, aber ich merkte, dass er Recht hatte. Ich schrieb mich dort also ein, und begann mein Studium.

Anfangs lief alles wunderbar. Wir telefonierten jeden Tag, sahen uns alle paar Wochen und waren glücklich wie immer. Mit der Zeit wurden wir uns aber irgendwie fremd, was ich sehr schade fand. Das Studium war ganz und gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte, in der Stadt fühlte ich mich nicht wohl und eines Tages stand ich in meiner Wohnung auch noch einem Einbrecher gegenüber. Daraufhin beschloss ich, meine Ausbildung an einem ruhigeren Ort weiterzumachen. Ich war immer noch 500 km von daheim weg, aber an einem Ort, der ihm und mir sehr gut gefiel. Es dauerte nicht lange, da beschloss er, sobald er finanziell so weit selbstständig sein würde, dass es möglich wäre, zu mir zu ziehen. Natürlich war ich überglücklich, aber ich wusste auch, dass es noch eine Zeit lang dauern würde. In der Zwischenzeit machte er mir einen romantischen Heiratsantrag. Ich sagte ja, wusste aber, dass es eine sehr lange Verlobungszeit geben würde. Ich war mir aber wirklich sicher, dass ich für immer mit ihm zusammenbleiben würde.

Mit der Zeit fing fing er an, sich beruflich zu stabilisieren. Ich machte ihm keinen Druck, sprach ihn aber darauf an, ob er jetzt bald zu mir ziehen würde. Er meinte, es würde sicher nicht mehr lange dauern, also wartete ich. Dann kam für ihn ein unglaublich tolles Jobangebot in der Nähe unseres Heimatortes. Anfangs war ich enttäuscht, weil ich ihn bei mir haben wollte, aber ich wusste auch, dass er mit seiner geringen Ausbildung vermutlich nie wieder ein vergleichbares Angebot bekommen würde. Da diese Arbeit sich hauptsächlich von daheim erledigen ließ, beschloss er, zu mir zu ziehen, und jede zweite Woche zu seinem Arbeitsplatz zu fahren. Sein Arbeitgeber stimmte zu, und wir zogen in eine wunderschöne Wohnung. Die ursprüngliche Abmachung war, dass er diesen Job macht, so lange ich in der Ausbildung bin, und er sich danach nach mir richten würde. Zu der Zeit war unsere Welt noch in Ordnung. Wir liebten uns über alles, und waren immer noch wild entschlossen, zu heiraten. Je länger er aber in diesem Job war, umso mehr veränderte er sich.

In den letzten paar Monaten gab es bei uns immer weniger Zärtlichkeit. Mir fehlt das Gefühl, gedrückt zu werden und einen Menschen zu haben, der für mich da ist, der mich bedingungslos liebt,... Ich dachte, es wäre nur eine Phase, aber schlussendlich rückte er mit der Sprache heraus.

Sein derzeitiger Job ist sein absoluter Traumjob, und er möchte ihn auf keinen Fall wieder aufgeben. Außerdem würde er gerne wieder an unserem Heimatort leben, weil er dort seine Familie und Freunde hat, und sich wohler fühlt. Für mir war das ein Schock, ich musste sehr lange darüber nachdenken.

Natürlich hat es keinen Sinn, hier zusammen zu wohnen, wenn er nicht glücklich ist. Für mich kam dann die schwierige Frage, ob ich mitgehen würde oder nicht. Wenn ich hier meinen Abschluss mache, werde ich an meinem Heimatort kaum eine Chance auf einen Job haben, der meiner Qualifikation entspricht. Mir fiel es nicht leicht, weil ich gerne hier bin, und weil mir meine Ausbildung Spaß macht, aber ich fing an, mir Gedanken zu machen, dort weiterzustudieren.

Tja, die letzte Woche haben sich die Ereignisse zugespitzt. Ich sagte ihm, ich wäre bereit, mitzugehen, aber er muss sich natürlich auch bewusst sein, dass ich damit ein sehr großes Risiko eingehe, und alles was ich mir hier mittlerweile aufgebaut habe zurücklasse. Ich wollte also von ihm wissen, ob er sich sicher ist, dass unsere Beziehung stabil genug ist und dass wir glücklich miteinander werden. Natürlich gibt es da niemals eine 100%ige Sicherheit, aber man sollte für sich persönlich zumindest wissen, ob man das wirklich will. Vor einer Woche noch meinte er, er wäre sich sicher, und er wäre überglücklich, wenn ich mitgehen würde. Er fing schon an eine Wohnung für uns zu suchen. Ich hatte dann aber das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Vor ein paar Stunden habe ich ihn darauf angesprochen. Er war dann sehr ehrlich zu mir (hoffe ich...). Er sagte, dass er mich nach wie vor liebt, aber nicht mehr ganz so sehr wie früher. Er sagte auch, er wollte alles dafür tun, damit zwischen uns wieder alles so wird wie früher, und dass er sich bemühen würde, unsere Beziehung in Zukunft nicht mehr in Frage zu stellen (die letzten Monate hat er das ein paarmal gemacht.), er meinte aber auch, dass ihm mittlerweile klar geworden wäre, dass nichts wirklich sicher wäre, und dass es sehr gut möglich wäre, dass wir irgendwann trennen.

Sowas hört man natürlich nicht gerne, vor allem, wenn man einen Verlobungsring am Finger trägt. Ich wollte von ihm wissen, wie er zu der Verlobung steht, denn (achtung Sarkasmus:) es soll auf dieser Welt noch Menschen geben, die einen Antrag machen, weil sie sich absolut sicher sind, und es soll auch Menschen geben, die deshalb Ja sagen, weil sie darauf vertrauen, dass derjenige der den Antrag gemacht hat auch gründlich darüber nachgedacht hat, und es nicht nur aus einer romantischen Laune passiert ist (Sarkasmus aus), daraufhin meinte er, er wisse es nicht mehr. Nach dieser Aussage und nachdem er die letzte Monate immer wieder Dinge gesagt haben, die mir gezeigt haben, dass er zeitweise an unserer Beziehung zweifelt, hab ich den einzigen für mich logischen Schluss gezogen und ihm den Verlobungsring zurückgegeben.

Wir haben dann noch eine Weile geredet. Auch das Thema Trennung stand im Raum, wir haben aber beide gesagt, dass wir das nicht wollen, und dass wir uns nach wie vor lieben. Ich war wirklich sehr verwirrt, also habe ich ihn gefragt, was das ganze eigentlich sollte, da kam er endlich mit seinen wirklichen Gedanken heraus:

Er will nicht, dass ich nur wegen ihm die Ausbildung hier aufgebe, er möchte mich zwar sehr gerne bei sich haben, aber er will nicht, dass ich dort unglücklich werde, und meinem Leben hier nachtrauere. Außerdem hat er Angst davor, dass es nicht klappt, und wir beide dann nur noch mehr leiden. Er will, dass ich mich entscheide, ob ich mitgehe oder nicht, aber ich soll es nur tun, wenn ich damit auch glücklich werden kann.

Jetzt liege ich seit Stunden wach, und denke über das Thema nach.

Ich liebe ihn nach wie vor sehr, ich wünsche mir nichts mehr, als mit ihm zusammen zu sein, zusammen zu leben und zusammen glücklich zu werden. Mittlerweile habe ich dort eine sehr gute Universität gefunden (besser als die Fachhochschule auf die ich daheim ursprünglich wollte) , die mir sicher sehr gut gefallen würde.

Allerdings sagt mir eine innere Stimme, dass es sehr unvernünftig wäre, mein Leben auf den Kopf zu stellen, wegen einem Menschen, der anscheinend selbst nicht so ganz weiß, was er will.

Klar könnte ich es riskieren, allerdings gäbe es keinen Weg zurück, da ich mein Studium nur 2 mal wechseln darf (sonst verliere ich die Studienbeihilfe) und das wäre jetzt das 2. Mal. Es wäre also wie über ein Seil zu balancieren, über einem Meer voller Haifische und das ohne Sicherheitsnetz.

Bitte macht keine Vorschläge wie "Mach dein Studium hier fertig und geh ihm dann nach". Darüber habe ich sehr gründlich nachgedacht, und mitterweile schließe ich es aus.

Im Moment gibt es für mich diese zwei Möglichkeiten:

Ich bleibe hier, konzentriere mich voll auf mein Studium und versuche hier alleine glücklich zu werden

oder ich werfe alle Vernunft über Bord, folge meinem Liebsten und hoffe darauf, dass er die Beziehung nicht aus einer Laune heraus beendet.

Ich weiß, es ist schwierig, darauf etwas zu sagen, aber ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand seine Meinung zu dem Thema mitteilen würde, oder mir wenigstens sagen kann, dass er mich halbwegs versteht...

lg sadandconfused

P.S.: bitte überseht die Fehler, es ist schon spät

#2
Ach ja, was ich vergessen hab...

Ich lieg mit dem Laptop im Bett, weil ich nicht schlafen kann, während er seit Stunden selig schläft.

Im Moment fühle ich nichts, außer einer großen Traurigkeit und Leere. Ich wünschte, ich könnte einen Moment lang nicht darüber nachdenken, aber es ist im Moment einfach zuviel für mich.

#3
guten morgen,es ist immer schwer einem anderen einen rat zu geben in diesem bereich,es hängen ja auch so viele faktoren von ab.nun,ich denke du solltest deinen weg erst mal alleine gehen,ich kenne all die vorzeichen bevor eine beziehung zerbricht.und dein freund macht ja auch schon andeutungen,also keine 100%ige sicherheit wie es sein sollte.ich meine mit dem gefühl das es darüber keine zweifel gibt.was sagt dir dein bauchgefühl?sprichst du auch schon an,das es anders geworden ist,etwas fehlt.gehe danach!ich habe auch viel aufgegeben für meine beziehung,leider war es falsch und sie ging auseinander.rede noch mal mit ihm und bitte ganz deutlich ohne das er alles so global ausdrückt.es geht bei dir um so vieles und da muss er auch eindeutig stellung beziehen.sonst höre auf dein gefühl,denke an dich.heisst ja nicht gleich trennung,aber besser als wenn du zurück gehst und wenn es nicht klappt mit euch du so viel verloren hast!

#4
Hey,

ich habe mir deine geschichte durchgelesen und diese hat mich sehr traurig gemacht. Frage vorweg, hast du denn noch schlafen können???

Jetzt zu deiner Geschichte. Wie kommst dudarauf das man mit 21 jahren nicht wissen kann, was große Liebe bedeutet, das ist blödsinn!! Wenn ich mir das aalles so durchlese, glaube ich dir sofort, dass du diesen Typen sehr gerne hast, egal was passiert!! Ich denke auch, du solltest mit der Beziehung nichts überstürzen und erstmal dein Studium fertig machen. Ihr könnt ja dann immer noch zusammen ziehen. ich selber kenne das Problem mit einer Beziehung. Meine Ex wonht 500 km von mir, und es war nicht immer leicht. Wenn ihr euch wirklich gegenseitig sehr doll lieb habt, dann werdet ihr das schaffen. Man kann sich doch besuchen, email schreiben oder ausgibig telefonieren, nur die liebe muß stark genug dafür seien. Das war bei mir und meiner ex nicht der Fall. Wir sind seit 2Jahren getrennt und habe immer noch das gefühl ohne Sie nicht zu können. Gibt euch wie auch immer eine chance, so schwer es auch wird. Mach erstmal dein studium fertig, und dann kannst du immer noch zu ihm gehen.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen

lieben gruß

vossi

95m
#5
Original von vossiWenn ihr euch wirklich gegenseitig sehr doll lieb habt, dann werdet ihr das schaffen.
So sieht's aus - aber ich würde nicht dieselben Schlüsse daraus ziehen wie vossi.

Ich kann nämlich die Sorgen deines Freundes verstehen (auch wenn ich sie nicht teilen würde). Es gibt halt immer wieder mal Phasen, in denen man leichter zweifelt, aber die gehen (nach meiner Erfahrung) auch wieder weg, das muß man eben überstehen und da will man dem Menschen den man liebt keine Entscheidung aufzwingen von der dieser evtl. nicht 100%ig überzeugt ist.

Was verlierst du denn, wenn du in diesen Ort ziehst? Also ausser der Möglichkeit nochmal zu wechseln? Die Uni gefällt dir und du kannst das Studium fertig machen, also passt das doch.

In den 2 oder 3 Jahren die du (vermutlich) noch studieren mußt kann soviel passieren - vielleicht geht die Firma deines Freundes pleite, oder er kriegt auf einmal ein Ar§chloch als Chef oder oder oder. Es gibt viele Möglichkeiten warum er den Job vielleicht doch irgendwann wechseln will. Oder es ergibt sich ihm in der Gegend doch eine Möglichkeit wo du mit deinem Studium eine Stelle findest...

Ich würde niemals eine Beziehung beenden, nur weil's arbeitsmäßig in 2 oder 3 Jahren so oder anders sein könnte...

#6
Hallo!

Danke für eure Antworten.

Ja ich habe kurz geschlafen, aber ich hatte ziemlich wirre Träume und bin auch ziemlich schnell wieder aufgewacht. Jetzt liege ich noch im Bett und grüble.

Klar, das mit der Fernbeziehung wäre schon nochmal eine Möglickeit.

Wie gesagt, ich habe sehr lange darüber nachgedacht, wir hatten immerhin schon über ein Jahr lang so eine Fernebeziehung. Allerdings haben sich für mich die Dinge gerade ziemlich geändert.

Es ist ja nicht so, dass er mir das Mitgehen aufgezwungen hat. Ich wollte es wirklich, und ich will es immer noch, aber natürlich nicht, wenn er sich nicht sicher ist, und wegen jedem kleinen Streit unsere Beziehung in Frage stellt. Ich wünschte, ich könnte in der Hinsicht etwas tun, aber ich muss mir klar werden, dass manche Dinge im Leben einfach nicht passieren, egal wie sehr man sie sich wünscht.

Das mit seinem Job, ich darf dazu nicht soviel sagen, nur soviel, dass es eine wahnsinnig tolle Chance ist, und er derzeit an einem Projekt arbeitet, dass in absehbarer Zeit vermutlich ziemlich viele von euch nutzen werden. Seine Chefs sind mittlerweile praktisch seine Freunde, und da wird es auch keinen Wechsel geben. Seine Chefs machen das nur aus Spaß daran und nicht wegen Geld, das hätten die überhaupt nicht mehr nötig, außerdem ist der eigentliche Plan, dass er in ein paar Jahren sein eigener Chef sein kann. Das wäre jetzt zu schwer zu erklären.

Mit meinem derzeitigen Studium hätte ich dort wirklich keine große Chance an einen Job zu kommen, dazu ist es viel zu fachspezifisch. Ich hab lange recherchiert, und dort gibt es einfach keine Firmen, die das machen, was ich lerne. Der Wechsel zu der dortigen Universität würde mir an sich nicht schwer fangen. Klar, ich müsste einige Dinge nochmal machen, da das Studium zwar ein bisschen Ähnlichkeit mit meinem hat, aber viel breiter ausgelegt und international viel besser angesehen ist.

Zu der Frage, was ich verlieren würde, wenn ich mitgehen würde... Das frag ich mich selbst auch. Ich würde Zeit verlieren, da nicht wirklich sehr viel davon was ich das letzte Jahr gemacht habe dort angerechnet wird, ich müsste einige Freunde zurücklassen und ich muss meinen Eltern erklären, warum ich schon wieder das Studium wechsle.

Alles in allem nicht viel, und ich denke wirklich, dass es mir das wert wäre, aber ich glaube nicht, das ich genug Kraft hätte, mitzukommen, ihn dort zu verlieren und dann in derselben Stadt zu wohnen wie er, von der ich weiß, dass ich niemals hingegangen wäre, wenn es ihn nicht gäbe. Klar, das Risiko besteht immer, aber durch die Dinge, die er mir gesagt hat, erscheint mir das Risiko zur Zeit wirklich sehr groß.

Naja, eigentlich wollte ich jetzt gar nicht mehr viel schreiben und jetzt ist es doch so lange geworden.

Vielleicht ist es nur im Moment, weil der Schock noch zu groß ist, aber es tut mir so richtig weh, nicht nur seelisch, es ist als ob ein riesiger Stein auf meinem Brustkorb liegt.

Ich habe das Gefühl, dass ich mir eingestehen sollte, dass es nicht mehr viel Sinn macht, aber das kann ich nicht. Ich hänge zu sehr an ihm, und irgendwie hängt ein Teil von mir noch in der Vergangenheit fest, in der Zeit, als alles noch schön und sicher war.

Ich habe bis nächste Woche Dienstag frei, und im Moment hoffe ich noch sehr, dass sich die nächsten Tage alles aufklärt, aber genausosehr fürchte ich mich davor, dass es noch schlimmer wird. Ich meine, wie kann er sagen, dass er sich eigentlich wünscht, dass ich mitkomme, und gleichzeitig nicht sicher sein, ob es funktioniert? Ich verstehe das einfach nicht. Aber wie gesagt, ich werde wohl das akzeptieren müssen, was jetzt passiert, auch wenn es schwer fällt.

Ich danke euch für eure Antworten, es hat mir geholfen, zu lesen, was andere Menschen darüber denken

#7
...für mich liest es sich so, als habe er einfach Angst vor der Verantwortung. Auch ich war in dieser (deiner) Lage. Ich hatte eine Fernbeziehung. Mein Freund hat mir zwar durch sein Handeln (Hauskauf, -ausbau... usw.) mittelbar zu verstehen gegeben, dass er mich gerne bei sich hätte, er hat es aber nicht zu mir gesagt. Und als er sich dann trennte meinte er, dass er Angst habe, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass ich zu ihm ziehe und dann dort nicht glücklich werde... supertolle Aussage!

Was ich aber sagen möchte: Ich kann das schon verstehen: Diese Angst vor der Verantwortung (versetz' dich mal in seine Lage...) Was wäre denn nun, wenn es mit euch nicht klappt!? Müsste er dann mit Vorwürfen von deiner Seite rechnen?? WIe du selbst sagst "'ne Garantie gibt dir keiner!" (...das habe ich übrigens auch damals zu meinem Freund gesagt, was sein Vertrauen in unsere Zukunft nicht gerade erhöht hat... - aber es war und ist die ehrlichste Antwort... :] )

Vielleicht möchte er, dass du deine Entscheidung aus eigenen Stücken triffst. Sag' ihm (natürlich nur wenn du es auch so empfindest und meinst), dass du ihn liebst und deswegen bei ihm sein möchtest und dass er KEINE Verantwortung für dich und dein Handeln zu übernehmen hat. Dass es DEINE Entscheidung ist - mit allen Gefahren und Risiken. Aber wie gesagt: Nur wenn du es auch so empfindest. Denn ein Risiko ist es so oder so....

Alles, alles Gute für dich weiterhin,

DieSabine

#8
hi sad!

Also erstmal würde ich an deiner stelle dein leben leben !

er verlangt von dir ein wenig zuviel ! du sollst nach seinem willen leben?

also das kann doch keine liebe sein er will zurück wegen freunden und familie? und dich im stich lassen? also geht das doch nicht!

dein studium ist deine zukunft und wenn er jetzt schon nicht weis ob es für immer hält dann ist er ein arsch sorry aber ist so

wer macht denn ein antrag und denkt im gleichen atemzug über trennung nach

also wirklich ist er dir soviel wert das du deine träume aufgibst und damit dich selbst?

das ist doch keine basis für eine ehe du wirst dich nach ihm richten und unglücklich sein und er hat sein willen und ist glücklich

ganz erlich so wie es aussieht liebt er dich nicht so wie du ihn!

nimm dein leben und lass ihn seins leben und wenn es sein soll dann findet ihr wieder zusammen

hoffe du kannst dann wieder schlafen

kleineuna

#9
Hallo kleineuna!

Danke für deine ehrliche Meinung. Ich muss sagen, meine Vernunftstimme sagt mir genau dasselbe.

Es ist nur so, dass ich es nicht ganz so schwarz-weiß sehen kann und will. Natürlich ist es ein Schock, dass er hier wieder weg will, aber wenn es ihm hier wirklich nicht gefällt, und er hier unglücklich ist, hätte es auch keinen Sinn, wenn er mir zuliebe bleiben würde.

Ob er mir soviel wert ist, dass ich wegen ihm meine Träume aufgebe? Mein Traum ist es, mit ihm zusammen glücklich zu sein und irgendwann eine Familie zu gründen. Klar, im Moment schaut das alles ziemlich hoffnungslos aus, aber ich bin noch nicht so weit, dass ich ganz aufgeben kann.

Ich hab noch ein paar Wochen Zeit, bis ich mich entscheiden muss, ob ich hier weitermache oder das Studium wechsle, und ich hoffe immernoch, dass es wieder besser wird.

Er war nicht immer so, wie er jetzt ist, es gab eine Zeit, da war ich für ihn das Wichtigste im Leben, und ein kleiner Teil von mir hofft immer noch, dass es tief in seinem Inneren noch so ist, und er es nur vergessen hat, weil sich alles um ihn so verändert hat.

Hallo Sabine!

Das mit der Angst vor der Verantwortung stimmt sicher. Ich erwarte auch nicht von ihm dass er mir eine absolute Garantie gibt. Beziehungen können zerbrechen, egal wie sehr man sich dagegen sträubt. Aber ich will die Entscheidung nicht vollkommen alleine tragen. Das mit den Vorwürfen... ich würde sagen, das hängt stark von ihm ab. Ich werde ihm sicher keine Vorwürfe machen, wenn er alles versucht, um unsere Beziehung kämpft und irgendwann kapitulieren muss.

Er sagt ja auch immernoch, dass er gerne will, dass ich mitkomme, aber was ich von ihm brauche, ist die Bereitschaft, alles dafür zu tun, dass es auch klappt. Ich brauche die Sicherheit, dass er nicht beim ersten Streit sagt "Pech gehabt, viel Glück mit deiner Zukunft"

Ich bin der Meinung, dass er, sofern er mich noch wirklich liebt, zumindest einen Teil der Verantwortung mittragen sollte. Das heißt nicht, dass er mit mir zusammenbleiben soll, auch wenn es absolut schlecht läuft und nicht klappt. Das soll nur heißen, dass er sich klar werden soll, ob er mich will oder nicht. Mein Vertrauen in ihn ist nach der letzten Nacht wirklich stark erschüttert, und ich bin zwar bereit, mein Leben hier hinter mir zu lassen, aber ich will das nicht aus einer Laune heraus machen.

Ich hör jetzt lieber wieder auf, ich merke selbst schon, dass ich mich immer wiederhole, und vermutlich ziemlich wirres Zeug schreibe. Ich bin einfach mit den Nerven am Ende.

#10
Ich kann langsam einfach nicht mehr.

Ich wollte heute eigentlich versuchen, einen halbwegs schönen Tag mit ihm zu verbringen, aber er wehrt alle meine Vorschläge ab und liegt nur auf der Couch rum. Er will mich nichtmal in den Arm nehmen, geschweige denn über irgendetwas reden.

Vorhin hat er weiter nach einer Wohnung für uns gesucht, aber er benimmt sich die ganze Zeit so verdammt abweisend.

Es tut so weh, ich weiß nicht mehr, wie ich das aushalten soll. Ich werde mit diesem Schmerz nicht mehr fertig.

Ich denke darüber nach, eine Therapie zu beginnen, ich weiß aber nicht, ob mir das irgendetwas bringt.

Im Moment möchte ich einfach nur die Augen zu machen und sterben, damit ich über das alles nicht mehr nachdenken muss. Alles was ich mir die letzten Jahre gewünscht habe, bricht auseinander, ich glaube nicht, dass ich je wieder darauf vertrauen kann, dass irgendetwas dauerhaft oder beständig ist.

#11
Ich fasse es nicht.

Als er so lange still war, und nichts sagte, habe ich ein ganz komisches Gefühl bekommen und ihn gefragt, ob er mich wirklich noch liebt.

Seine Antwort darauf war: "Ich weiß es selbst nicht mehr"

WAS SOLL DAS BLOß?

Gerade ist er zur Tür hinaus gegangen, an die frische Luft und ich bin alleine in unserer Wohnung.

Ich halte es jetzt wirklich nicht mehr aus. Ich habe keine Ahnung was ich tun soll.

Ich schaffe das alles nicht mehr

#12
hallo du,

ich verstehe wirklich, dass du verwirrt und traurig und fertig bist.

aber ich denke, dass ihr zum heiraten noch viel zu jung seid. willst du das wirklich? dein studium aufgegeben, irgendeinen stupiden jab machen, wenn du überhaupt einen findest? oder gar gleich hausfrau und mutter sein?

kannst du dir so ein leben vorstellen? jetzt schon?

und wenn er auf die frage, ob er dich noch liebt, so ausweichend antwortet, wäre es erst recht der falsche zeitpunkt, überhaupt an sowas zu denken.

ich denke wirklich, dass ein "ich weiss nicht" dann eher nein bedeutet.

dein studium hast du ganz allein in der hand. das ist dein ding. zu einer beziehung gehörn zwei, und eine ganze portion glück noch dazu.

zieh das studium durch, verbau dir nicht alle möglichkeiten.

du würdest es dein ganzes leben lang bereuen.

und wenn ihm wirklich noch so viel an dir liegt, wird er auf dich warten.

ich wünsch dir viel glück, dass du das auf die reihe bringst.

#13
Hallo tioman!

Danke für deine Antwort.

Nach seinem "ich weiß es nicht" ist es sowieso fraglich, ob ich die Beziehung noch weiterführen will.

Ich fahre heute erstmal zu meiner besten Freundin, dann sehe ich weiter.

#14
hallo...

ich sitze hier vor deiner geschichte und es schwirren verschiedene vergangene szenen durch den kopf,wo ich genauso wie du an einem punkt angekommen war,wo auf der einen seite die liebe auf der anderen seite mein beruflicher wertegang stand ,vielleicht einfach mein leben mit allem was ich hatte.ich hab bisher irgendwie das glückliche händchen gehabt fernbeziehungen führen zu dürfen*schmunzel... ich habe mich bisher zweimal für die liebe entschieden,wobei ich mir beim ersten mal nicht bewußt war,was es bedeutet in eine fremde stadt zu ziehen und freunde und familie zurückzulassen. ich hab mir damals auch GEGEN mein bauchgefühl entschieden,was ich nach wenigen monaten bereuen sollte,denn meinen unzufriedenheit hat sich massiv auf die beziehung ausgedehnt. ich wurde von meinem damaligen freund auch als die frau fürs leben "gehandelt" und er wollte mich auch heiraten... *lach* .. das skurille folgte wenige tage nach dem ich nachder trennung zurück in meine heimat zog. mein ex fand nach 4 tagen seine große liebe,heiratete sie nach wenigen monaten und schenkte ihr ein kind.

beim zweitenmal stand der studienbeginn an und ich wollte aus meiner heimat weg,das stand fest. alles nur nicht zu hause studieren... mein freund ,was mehr eine affäre war kam aus berlin. es war also noch unsicherer ,ob da mehr draus werden könnte,aber ich war verliebt unendlich verliebt in ihn und mein bauchgefühl sagte auf der einen seite "ja geh nach berlin und verwirkliche deinen traum wo anders neu anzufangen,auf eigenen beinen zu stehen" auf der anderen seite fraget mich mein bauch" warum willst du dich in einer abhängigkeit stürzen? sie garantiert nichts."ich ging nach berlin,aber trennte mich zu beginn meines studiums von meiner affäre,aus verschiedenen gründen. vielleicht auch weil ich es allein schaffen wollte fuss zu fassen,denn er befürchtete ,dass ich an ihm kleben würde,wenn ich in berlin wäre. ich hab ihn nie vergessen können und wunderbarere weise ging es ihm auch so und jetzt beginnt so langsam wieder die annäherung zwischen uns beiden...

was ich sagen will... hör auf dein bauchgefühl,wenn es um solche schwerwiegenden entscheidungen geht. wenn du dich entscheidest mit ihm zu gehen,dann trägst du allein die verantwortung darüber,wie bei allem in deinem leben. such dir ne uni die dir wirklich gefällt und vielleicht nicht gleich zusammenzeihen ...

warum er sich jetzt so verhält,ist wohl einfach dieses gefühl des überfahrens. ihm ist wohl merh als nur bewußt,was er dir nimmt,wenn du mit ihm gehst. ihm fehlt wohl jetzt der abstand um entspannt mit allem umzugehen und da hilfst du nicht mit löchernden fragen. er weißt nicht, ob er dich liebt,weil er momentan wohl gar nichts weiß. im grunde geht es auch nicht um ihn sondern um dich. deine entscheidung ist wichtig. du musst wissen was DU willst. und das solltest du mal ganz unabhängig von den gefühlen deiens freundes zu dir betrachten,denn nur dann bist du ehrlich zu dir und das ist wohl auch ein standbein einer beziehung.

versuch in dich zugehen und finde heraus was du willst, um mehr geht es gerade. und versuch die nächsten tage deinen freund keine fragen zu stellen,die eure beziehung betrifft...damit drückst du ihn jetzt wohl eher in die ecke...

ich wünsch dir die nötige kraft.

lg farbklecks

#15
Hallo Farbklecks!

Danke für deine Antwort, es tut gut zu sehen, dass es noch andere gibt, die diese Erfahrungen machen.

Ich hoffe, dass es dir in Berlin weiter so gut geht, und dass du dein Glück findest :)

Ja, ich nehme mir deinen Rat auf jeden Fall zu Herzen. Vielleicht habe ich die letzte Zeit viel zu sehr uns als Paar betrachtet, und mich als Menschen dabei irgendwie vergessen. Dazu neige ich leider. Ich hab mich entschlossen, jetzt wirklich eine Therapie zu beginnen, und mich wieder mehr auf mich selbst zu konzentrieren.

Und da heute anscheinend der Tag der Verrücktheiten ist, kam mein Freund vorhin von seinem Spaziergang zurück. Er hatte einen Blumenstrauß dabei und sagte zu mir "Es tut mir leid. Ich liebe dich, und ich will, dass du mitkommst"

Tja, was soll ich jetzt glauben? Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn auch liebe, und darauf lasse ich es erstmal beruhen. Ich versuche, das Wochenende zu genießen. Am Montag fährt er eh wieder für ein paar Tage ins Büro, dann haben wir mal wieder etwas Abstand und können uns darüber klarwerden, wie es weitergeht

Ich habe meine beste Freundin nochmal angerufen. Wir haben gleich ausgemacht, dass ich nächstes Wochenende zu ihr fahre, dann geht es mir vielleicht wieder besser, und wir müssen keine stundenlangen Gespräche führen sondern können einfach mal wieder was zusammen unternehmen.

Es ist Ewigkeiten her, seit ich das letzte mal mit jemand anders als meinem Freund etwas unternommen habe.

Naja, der Schock sitzt mir noch in den Gliedern, aber ich will versuchen, nach vorne zu schauen. Ohne Verlobungsring und ohne mich selbst an zweite Stelle zu stellen.

Ich danke euch allen, es hat mir sehr geholfen, hier ins Forum zu schreiben und ich hoffe, dass es jetzt wieder aufwärts geht.

Schönen Abend noch euch allen!

#16
ich geb mein bestes meinen weg zu gehen,wie und mit wem auch immer *schmunzel

wie lieb ein blumenstrauß! ein gutes zeichen von seiner seite,wie ich finde.

gern geschehen :] ... dafür sind wir doch da ;)

lass es dir gut gehen

lg farbklecks

#17
das sit jetzt aber noch mehr ein grund an dich zudenken!

ich wünsche dir viel kraft das alles was kommen mag durchzustehen

#18
Ich bewundere wirklich, wie du es schaffst, so positiv in die Zukunft zu sehen. Irgendwann werde ich vielleicht auch so weit sein :)

Ja, den Blumenstrauß fand ich auch sehr süß, vor allem, weil er selbst gepflückt war. Sowas hab ich von ihm noch nie bekommen. In der Anfangszeit hat er mir oft Rosen mitgebracht, aber er ist noch nie selbst nach draußen gegangen und hat verschiedene Blumen gepflückt. Ich sehe es auch als gutes Zeichen, und ich denke, dass er mir auf diese Weise das zeigen will, was er mir nicht sagen kann, nämlich, dass ich ihm wichtig bin, und ich ihm nach wie vor etwas bedeute.

Ich will jetzt natürlich nicht zuviel hineininterpretieren, aber ich hoffe, dass sich die Lage jetzt wieder normalisiert, ich würde ihm nämlich sehr gerne bald wieder vertrauen können.

Ich hoffe, ich kann irgendwann mal einem Menschen so helfen, wie ihr mir geholfen habt!

#19
ich glaub,ich beginne langsam zu verstehen,dass man manche dinge,wie liebe,beziehung laufen lassen muss,damit es funktionieren kann.bis vor kurzem wollte ich immer alles gleich und hab dabei stets übersehen,dass die zwischenschritte eigentlich das tolle ,faszinierende zum beispiel an einer liebe sind,abgesehen davon,dass ich es nicht mehr einsehe mir ständig über irgendwas nen kopf zu machen.ich bin der hauptdarsteller in meinem film und es geht darum das ich glücklich bin und später nichts bereue,allein darum gehts und auch sich bewußtsein,dass es meiner verantwortung unterliegt und das nur ich zur verantwortung gezogen werden kann bei dem was ich tue..wer mich auf meinem weg dabeigleitet oder nicht... weiß ich nicht,aber fakt ist, es wird jmd geben und wenn es nur etapen sind.

ganz nach dem spruch:

"man ist dann frei,wenn man seine abhängigkeit selbst wählen kann."

wenn man sich dem bewußt ist,wird manches zu eine lappalie,denn man hat den nötigen abstand.

ja ich werd mich wohl damit abfinden,dass mein (ex)freund aus berlin blumen nicht mag . "die gehören ins beet!" *lach... aber so hab ich die chance mir blumen selbst zu kaufen,die mir wenigstens auch gefallen *frech grins 8) .. hat auch alles seine vorteile! :]

nimm es wie es ist,dann machst du nichts falsch... denn mit kopfkino landet man doch schnell in der einbahnstraße... also aus meiner entfernten sicht,klingt es durchaus gut ! mach dir kein kopf! :]

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