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Das Liebste loslassen – zwei Jahre später

69 Antworten6'854 AufrufeGestartet von Mariala ·

MarialaThemenstart
#1
Hallo ihr Lieben,

ich bin jetzt schon ziemlich lange hier im Forum dabei, habe aber nie einen eigenen Thread eröffnet. Gerade merke ich, dass ich feststecke und viele Dinge an mir zerren, von denen ich dachte, ich hätte sie längst überwunden. Ich hoffe, dass ihr mir einige Anregungen geben könnt, wie ich mit der Situation umgehen könnte.

Ich versuche meine Geschichte kurz zu fassen:

Vor zwei Jahren hat mich mein damaliger Freund verlassen, mit dem ich dreieinhalb Jahre zusammen gewesen war und dem ich mich so nah gefühlt habe wie keinem Menschen zuvor oder danach. Wir hatten einige Probleme gehabt, die vor allem darin begründet lagen, dass wir einfach noch nicht bereit waren für ein Zusammensein – wir haben es nicht geschafft, uns gegenseitig so sein zu lassen wie wir sind und uns ohne Besitzansprüche zu lieben. Vielleicht auch, weil wir beide viele Selbstzweifel hatten.

Kurzum, nach der Trennung war ich völlig am Boden, habe geweint, gekämpft und langsam wieder ins Leben gefunden. Nach fünf Monaten habe ich einen netten Mann kennengelernt, der in vielen Punkten das Gegenteil meines Exfreundes war, und der mir auf Anhieb gut gefiel. Nur einen Tag, nachdem ich mit diesem Mann eine Affaire begonnen hatte, sagte mir mein Exfreund, dass er wieder mit mir zusammensein wolle. Das war mein absoluter Traum gewesen, ich liebte ihn immer noch, aber ich konnte es nicht. Ich war noch so verletzt und fühlte mich nicht in der Lage, ihm eine bessere Freundin zu sein als ich es zuvor gewesen war. Ersteinmal musste ich mich weiter um mich kümmern, meine Zweifel an mir und meinem Leben überwinden.

Ich führte also die Affaire fort und traf mich mit meinem Exfreund nur noch sporadisch. Denn wenn ich ihn sah, wühlte mich das jedesmal sehr auf. Ich dachte weiter immer an ihn, es wurde sogar noch stärker, als ich aus der Stadt, in der wir zusammen gelebt hatten, für ein halbes Jahr wegging.

So, nun die jetzige Situation, die für mich sehr schwer ist:

Seit ich wieder zurück bin, habe ich meinen Exfreund öfters getroffen und es sehr genossen, einfach nur in seiner Nähe zu sein. Ja, ich liebe ihn immer noch, obwohl ich inzwischen mit der ehemaligen "Affaire" richtig zusammenbin (wenn auch nur als Fernbeziehung). Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass jemand anderes so tief in mein Herz eindringen könnte wie er.

Nun hat er aber selbst eine neue Frau gefunden, mit der er bald von hier weggehen will. Sie ist um einiges jünger als ich und ziemlich verwegen: Sie will völlige Freiheit und Offenheit, nimmt sich heraus, auch mit anderen Männern zu schlafen. Er lässt sich darauf ein, scheint fasziniert davon zu sein.

Mein Problem:

Natürlich bin ich eifersüchtig. Und unendlich traurig, weil er mit ihr genau das machen wird, was ich mir immer gewünscht habe: gemeinsam weggehen, neu anfangen. Als er mit mir zusammen war, war er immer ziemlich unbeweglich, ich konnte ihn nur schwer zu Veränderungen begeistern.

Er sagt, dass er aus unserer Beziehung viel gelernt hat und nun bereit ist, sein Leben abenteuerlicher zu gestalten. Ich freue mich für ihn – weil ich ihn so gerne habe, will ich ja auch, dass es ihm gutgeht und er sich weiterentwickeln kann. Aber gleichzeitig frisst es mich innerlich auf, wenn ich daran denke, dass er bald weit weg sein wird und eine andere Frau das Glück hat, von ihm geliebt zu werden.

Ich fühle, dass auch ich ihm noch sehr wichtig bin und dass es ihm nicht leichtfällt. Wenn wir uns sehen ist da immer noch dieses "Strahlen", ihr wisst schon was ich meine.

Muss ich jetzt endgültig loslassen? Wie soll ich die nächsten Monate gestalten? Bis August ist er noch hier.

Ich fühle mich auch meinem jetzigen Freund gegenüber schlecht – wir sind sehr gute Freunde und sprechen über alles, nur darüber dass ich meinen Exfreund noch liebe kann ich nichts sagen. Ich habe auch schon überlegt, ob ich mich deswegen von ihm trennen soll, aber andererseits geht es uns gut zusammen, vor allem wenn wir uns alle zwei oder drei Wochen auch sehen!

Ich bin mir nicht sicher ob ich verdeutlichen konnte, was alles in mir vorgeht. Es würde mich sehr freuen, wenn ihr mir Eure Ansichten darüber schreiben könntet.

Mariala

#2
Hallo Mariala!

Habe mir soeben deine geschichte durchgelesen...

Also zuersteinmal will ich dir ein paar Fragen stellen, um mir ein noch genaueres Bild machen zu können.

Du sagtest, dass du nun mit deiner Affäre fest zusammen bist. Wie kam es dazu? Und warum bist du mit ihm zusammen, wenn du immernoch Gefühle für deinen Ex-Freund hast? Ist es vielleicht deswegen, weil du so versuchen möchtest deinen Ex zu vergessen?

Und wie sieht es mit den Gefühlen deines Ex-freundes aus? Habt ihr mal darüber gesprochen? Hat er dir in irgendeiner Weise gesagt, wie er empfindet, was er noch für dich empfindet?

So das waren erstmal meine Fragen... :)

#3
Viel kann ich nicht dazu sagen, nur das ich Dich verstehe, und DIr einfach nur ein dickes " drücke Dich gan fest" rüberschieben will.

Liebe Grüße, zickig

#4
Liebe Kathi,

Danke für Deine Antwort! Ich dachte mir schon, dass diese Fragen auftauchen würden ;)

Ich will versuchen es zu erklären:

Am Anfang hat mir meine Affaire erst einmal nur gut getan und auch geholfen, zu meinem Exfreund wieder ein gelösteres Verhältnis aufbauen zu können. Ich habe mich "sicherer" gefühlt. Zunächst hatte ich nämlich über Monate den Kontakt ganz abgebrochen, weil ich immer völlig zerstört war, wenn ich ihn gesehen habe.

Auch meine Affaire war im Herzen noch an eine andere Frau gebunden, die sehr weit weg war und mit der es keine Hoffnung mehr gab. So war es für uns beide zunächst eine Möglichkeit zu vergessen und einfach zu genießen. Das hat auch kurze Zeit sehr gut funktioniert, ich war glücklich damit und konnte mich von den schmerzvollen Erfahrungen "erholen". Mit der Zeit ist mir meine Affaire dann auch wichtiger geworden, ich habe ihn als Menschen sehr schätzen gelernt, so wie er mich auch. Wir haben viele gemeinsame Interessen, können herzlich miteinander lachen und wenn wir zusammen sind haben wir immer eine schöne Zeit. So waren wir irgendwann dann doch "richtig" zusammen. Ich empfinde auch sehr viel für ihn, es hat nur nicht diese Tiefe und Selbstverständlichkeit wie bei meinem Exfreund.

Ich verdeutliche es mir selbst so: Bei meinem jetzigen Freund kann ich sehr viele Dinge aufzählen, weshalb ich ihn gerne habe. Es gibt wirklich sehr viel! Bei meinem Exfreund dagegen ist es anders: ihn liebe ich einfach nur dafür, dass er da ist. Er muss gar nichts tun. Könnt ihr das verstehen?

Mein Exfreund sagt ziemlich wenig darüber, wie er für mich fühlt. Er hat es nicht einmal richtig gesagt, als er wieder mit mir zusammenkommen wollte. Gestern habe ich ihm gesagt, wie wichtig er immer noch für mich ist, und er hat geantwortet: "Du auch für mich". Ich fühle, dass auch er sich mir noch sehr nah fühlt. Andererseits denke ich, dass er sozusagen "wild entschlossen" ist und – auch wenn es ihn schmerzt – von hier weggehen wird.

Ich hoffe, es ist jetzt etwas verständlicher. Ich schaue heute Nachmittag wieder vorbei...

Bis dann, Mariala

#5
@ zickig: Danke, es hllft mir auch schon sehr, wenn mich jemand einfach versteht.

#6
hallo mariala

ich analysiere deine situation so:

als dein ex-freund wieder mit dir zusammen sein wollte, fühltest du dich nicht bereit dazu, weil du keinen "fortschritt" deinerseits festgestellt hattest. jetzt, da du weisst, dass er eine andere hat und sogar mit ihr in die welt zieht, bist du traurig, vielleicht gar etwas neidisch, weil du das damals nicht geschafft hast. also bezweifle ich, dass es liebe ist, was dich noch mit deinem ex verbindet. es ist eher die enttäuschung über dich selbst, die an dir nagt, dass du diesen stellenwert an eine andere abgeben musstest. du willst ihm sein neues glück gönnen, dann tu es auch und leg dir nicht einen plan zurecht, wie du die nächsten monate in bezug auf ihn "gestalten" sollst. was möchtest du erreichen, ihn zurück gewinnen oder nur die bestätigung, dass du es schaffen würdest, wieder an erster stelle bei ihm zu sein?

anders würde der fall natürlich liegen, wenn dein ex aus den genau selben gründen sich eine neue "geschnappt" hat und erstmal eine weile fasziniert davon ist und so versucht, sich von dir zu lösen. das müsstest du in einem gespräch mit ihm mal klären.

was du dich allerdings ernsthaft fragen musst, ist, was dir deine jetzige beziehung mit deiner ehemaligen affäre gibt. nur weil es gut klappt, wenn ihr euch dann mal alle 2 - 3 wochen trefft, macht dich nicht glücklich, wie mir scheint, sonst würdest du nicht soviele gedanken an deinen ex haben. mir kommt eher vor, du führst diese beziehung, weil es sich eben gerade so ergeben hat aus der affäre heraus und weil du so nicht alleine zu sein brauchst und vor allem natürlich, damit du von deinem ex wegkommst. würde ich auf jeden fall beenden.

lg mörli

#7
Liebe Mariala!

Das kann ich sehr gut verstehen, dass du so fühlst! Dein Ex- Freund war sicherlich auch deine erste große Liebe oder? Zumindest ist diese Zeit von dreieinhalb Jahren die ihr gemeinsam verbracht habt, eine ziemlich lange und da bleibt einem solch ein Mensch sicherlich immer wieder im Gedächtnis sitzen und auch ein Stück weit im Herzen.

Das hört sich ja alles sehr gut an, dass du dich mit deinem jetzigen Freund so gut verstehst und ihr viele gemeinsame Interessen habt, aber es scheint wohl doch etwas zu fehlen... Und wenn dir was entscheidenes fehlt von deinen Gefühlen her zu ihm, dann solltest du vielleicht schauen, ob du damit auch glücklich bist, mit der Situation wie es momentan ist.

Weißt du, du schreibst davon, dass ihr euch sehr gut versteht und dass du ihn sehr gerne hast, aber von Liebe schreibst du nichts...

Ob du dich von ihm trennen sollst, musst natürlich du wissen, das kann ich dir zumindest nicht sagen.

Mir scheint auch so, dass dein Ex-Freund fest entschlosen ist wegzuziehen. Ich denke dagegen wirst du leider nicht viel tun können. :(

Es scheint mir auch so, dass dein Ex-Freund wohl etwas abhalten tut, dass er wieder mit dir eine neue Beziehung eingehen würde. Anscheinend gefällt ihm sein Leben so wie es momentan ist (diese scheinbare Unbeschwertheit), einfach und er will es wohl nicht aufgeben. Und dieses Leben hatte er vorher mit dir nicht und das Neue reizt den Menschen ja bekanntlich oftmals...

So das war es erstmal was ich zu dem ganzen denke!

Fühl dich mal ganz lieb gedrückt von mir! :trost:

#8
Hallo ihr Beiden,

vielen Dank für Eure Antworten!

@mörli: Es stimmt schon, dass in mir auch viel Enttäuschung über mich selbst ist, darüber, dass ich in der Zeit unserer gemeinsamen Beziehung oft überfordert war und den Idealen, die ich im Kopf hatte, nicht entsprechen konnte. Ich glaube aber nicht, dass ich das deswegen mit Liebe verwechsle. Meine Gefühle für ihn sind nun seit fast sechs Jahren da ... ich bin mir ziemlich sicher.

Deine Fragen bezüglich dem, was ich in den nächsten Monaten tun werde, sind sicher angebracht. Ich sehe ja selbst die Gefahr, dass ich zu sehr nach Bestätigung von ihm suche – und damit aus den Augen verliere, was wirklich wichtig ist. Ich dachte daran, nun noch möglichst viel Zeit mit ihm zu verbringen, bis er dann weg ist. Ich weiß aber nicht ob das gut für mich ist, da es mich jedesmal sehr aufwühlt ihn zu sehen (kann danach kaum schlafen u. essen) und der Abschied dann umso schwerer werden wird.

@Kathi: Meinem Exfreund scheint es wirklich ganz gut zu gehen mit seinen Plänen, er ist in den letzten Wochen aufgeblüht. Und ich weiß, dass er eine Veränderung braucht, er hat jetzt sehr lange hier (immer in der gleichen Wohnung) gelebt und war im Gegensatz zu mir nicht einmal im Ausland. Wie ernst es mit der neuen Frau ist weiß ich nicht, ich glaube er weiß es selbst nicht. Wie auch ich von meinem jetzigen Freund auch kann er sicher viel von ihr lernen, auch wenn sie jünger ist.

An Euch beide:

Ich verstehe gut, dass ihr an meiner jetzigen Beziehung zweifelt. Ich tue es ja selbst häufig genug. Einmal habe ich auch schon Schluss machen wollen, aber ich habe es nicht geschafft... auch wenn wir uns nicht oft sehen ist er ein sehr wichtiger Teil meines Lebens geworden. Wir sprechen jeden Abend, gehen unsere schönen Erlebnisse aber auch Probleme durch – wir sind uns sehr nah gekommen. Wenn ich ganz ehrlich bin, entspricht die Beziehung aber nicht meiner Vorstellung von Liebe, es ist eher wie eine sehr gute Freundschaft mit erotischem Zusatz. Meine erste langjährige Beziehung war genauso (zweieinhalb Jahre), und ich habe mich damals gut damit gefühlt. Jetzt aber, sechs Jahre später und mit IHM und der Zeit mit ihm im Kopf, fehlt etwas. Ich denke ich werde es beenden müssen, aber ich brauche noch Zeit.

Update: Gerade hat mich mein Exfreund angerufen und gefragt wie es mir geht. Ich habe mich gefreut, dass er daran gedacht hat (dass er weggeht habe ich ja erst gestern erfahren und es ist daher gerade sehr akut). Er hat aber auch gefragt, ob es für mich in Ordnung ist, wenn wir uns weiter sehen. Was dann ja übersetzt auch heißt, dass er kein Problem damit hat = seine Gefühle für mich können nicht mehr so stark sein.

Heute sieht echt alles ziemlich schwarz aus :heulen:

Danke für Eure Hilfe!

Mariala

#9
liebe mariala

auch wenn's schwer fällt, so würde ich den kontakt zu ihm meiden. da ihr euch so gut und lange kennt, kannst du ihm auch sagen, warum.......was nützen dir die 2 monate noch, wo du ihn siehst, dich wieder daran gewöhnst, mit dem wissen und dem laufenden countdown im hinterkopf, dass er gehen wird, mit einer anderen frau ;(

mach dem schmerz besser jetzt schon ein ende und verabschiede dich von ihm.

ich weiss nicht, ob ich es selbst fertigbringen würde, doch als objektiver betrachter wäre es das vernünftigste (bin auch kein vernunftsmensch, wenn es mich selbst betrifft).

ja, und du siehst selbst, dass euer treffen ihm keine probleme zu bereiten scheint. das sagt viel aus. er hat die liebe zu dir in eine liebe freundschaft umwandeln können und du bist noch nicht soweit.

lg mörli

#10
Liebe mörli,

danke für Deine Meinung – ich weiß, dass es wahrscheinlich vernünftiger wäre ihn nicht zu sehen. Ich werde es aber sicher wieder tun, zumindest noch einmal, um mich richtig von ihm zu verabschieden. Schwer und schmerzhaft wird es auf jeden Fall... was ich genau tue entscheide ich wohl, wenn sich alles etwas mehr "gesetzt" hat. Vielleicht schaffe ich es ja noch, besser damit klarzukommen. Es wäre mir jedenfalls wichtig, ihm irgendwann auch eine gute Freundin werden zu können.

So wie ich mich gerade fühle glaube ich nicht, dass ich mein Problem meinem jetzigen Freund weiter verheimlichen kann. Es ist ja gerade die Ehrlichkeit zwischen uns, die ich an dieser Beziehung so schätze, und ich will ihn nicht anlügen. Wenigstens will ich ihm sagen, dass ich traurig darüber bin, dass mein Exfreund weggeht.

Mensch, eigentlich sehe ich alles ziemlich klar, aber gerade das macht mich so unendlich traurig :heulen:

Gibt es noch weitere Meinungen/Tipps für mich?

#11
Ach ja, nochwas (leider konnte ich den Beitrag ja nicht mehr ändern/ergänzen):

Ich glaube, ich habe gestern die Karten schon ziemlich offen auf den Tisch gelegt, mein Exfreund weiß also ganz gut, wie es um mich steht.

#12
Tag zwei, nachdem ich erfahren habe, dass mein Exfreund weggeht.

Ich fühle mich schon etwas besser, grübele aber die ganze Zeit. Die Sehnsucht nach meinem Exfreund ist groß, ich möchte ihn sehen und einfach nur in die Arme nehmen. Das ist alles, was ich gerade will.

Gleichzeitig versuche ich mich zu beobachten, denn ich will nicht so eine Frau sein, die plötzlich in Panik gerät, wenn der Exfreund eine Neue hat, und dann versucht, ihm alles kaputt zu machen.

Trotzdem wütet es in mir wenn ich daran denke, dass er schon in gut zwei Monaten mit ihr weg sein wird! Ich kann mich kaum im Zaum halten, am liebsten würde ich laut schreien! Grrrrrrrr! Es hört sich schön an, jemanden loszulassen den man liebt und nur im Auge zu haben, dass es ihm gut geht. Aber es ist sooo schwer!

Auch kann ich nicht verstehen, weshalb er sich darauf einlässt, dass sie mit anderen schläft und es ihm danach auch noch erzählt. Ich weiß, dass es ihm wehtut. Außerdem will seine neue Freundin sozusagen "durchbrennen" und niemandem sagen wo sie hingeht, nicht einmal ihren Eltern. Alle Verbindungen durchschneiden, und das mit Anfang 20.

Mein Freund kommt mich ab Donnerstag besuchen, ich zweifle daran, dass unsere Beziehung das übersteht. Irgendwie hat mir das alles auch die Augen geöffnet, es ist wohl nicht richtig mit jemandem zusammensein den man nicht aus vollstem Herzen liebt, auch wenn man das Gefühl hat, dass die Beziehung guttut.

Danke dass ihr mir zuhört! :schmatz:

#13
liebe mariala

ja, traurig, das die fakten eigentlich klar auf dem tisch liegen, doch die gefühle das entsprechende handeln dazu nicht zulassen.

auch wenn es sehr schmerzlich ist für dich zur zeit, so hast du immerhin die erkenntnis gewonnen, dass deine jetzige beziehung nicht das richtige für dich ist.

ich will in dir nicht hoffnung schüren, die sich dann in luft auflöst, doch: ok, dein ex geht definitiv weg, das ist klar und daran wird sich nichts ändern. doch was in dieser zeit geschieht, ob er mit dem speziellen lebenswandel seiner freundin zurecht kommt, ist offen, wird sich zeigen.

vielleicht erkennt auch er in der ferne, da sieht man die dinge aus dem vorigen leben eh viel klarer, wo sein herz hingehört, was er fühlt und was er möchte.

doch für den moment musst du ihn wohl einfach ziehen lassen, dich vorläufig verabschieden und den dingen ihren lauf lassen.

ich drück dich!

lg mörli

#14
Hallo, liebe Mariala,

wie so oft versuche ich, eine andere Perspektive zu vermitteln, wenn es mir gelingt.

Denn was dich vor allem quält, denke ich, sind die Faktoren Zeit und Raum.

Alles wäre wunderbar, wenn der eine da wäre oder der andere nicht weg ginge, oder wenn die Erkenntnisse von heute schon vor langer Zeit erkannt worden wären oder wenn es heute so wäre, wie es damals war, usw.

Das sind Überlegungen aus der Vergangenheit, der Zukunft, der Ferne und dazu kommt die Sehnsucht, dieses "Was wäre wenn“ und "Ist es noch möglich irgendwann, dass …?“

Diese Unsicherheit verwirrt mehr als dass sie Optionen offen hält.

Wenn man nun versucht, so wertfrei wie möglich die Gegenwart zu betrachten, dann:

gibt es da einen Mann in der Ferne, der dich liebt aber nur selten besucht? und dann

gibt es diesen (Ex)Freund, der wegziehen will und obwohl er weiß, wie du empfindest, entscheidet er sich für die andere.

Das ist der Jetztzustand. Er hat nichts von der Mystik der Vergangenheit und nichts von der Planungsfreude der Zukunft.

Eigentlich, liebe Mariala, eigentlich bist du allein.

#15
Hallo Mariala,

Deine Geschichte ist ganz schön hart. :trost:

Da dachtest Du, dass Du nach zwei Jahren über Deinen Ex hineggekommen bist und dann zieht Dich seine neue Beziehung so runter.

Ich weiß nicht, was ich Dir raten kann. Ich bin selber in einer ähnlichen Situation, ich kämpfe seit zwei Jahren um meine Beziehung, die sich nun endgültig in Luft aufzulösen scheint.

Es wird mir wahrscheinlich auch so gehen wie Dir, dass ich in ein paar Jahren immer noch nicht über meinen Ex hinweg bin.

Fühl Dich gedrückt. :schmatz:

LG barlita

#16
Hallo ihr Lieben

danke, schön von Euch zu hören und vor allem verschiedene Sichtweisen aufgezeigt zu bekommen.

Vor allem Lisabels letzte Worte haben mich ziemlich aufgewühlt, denn es ist viel Wahres daran. Das meiste, was mit diesen beiden Männern zu tun hat, spielt sich nur in meinem Kopf ab, ich "reise" in Vergangenheit und eine mögliche Zukunft und gestehe mir dabei oft nicht ein, dass ich in der Gegenwart nicht glücklich bin.

Das letzte was ich will, ist dem Vergangenen weiter nachzutrauern, ich will eigentlich etwas Neues schaffen, für mich! Das war nach der Trennung vor zwei Jahren – als ich mich einigermaßen erholt hatte – meine wichtigste Erkenntnis. Als ich dann mit meinem neuen Freund zusammengekommen bin, habe ich das aber wieder etwas aus den Augen verloren. Ich denke immer noch, dass ich ihn brauche, weil er mir zuhört und für mich da ist so gut es auf die Entfernung geht. Aber in Wahrheit fühle ich mich auch oft mit ihm alleine, da hat Lisabel schon Recht. Auch glaube ich, dass er ähnlich für mich empfindet wie ich für ihn – d.h. ich nicht seine große Liebe sein kann. Ich glaube, er kann gar keine so tiefe emotionale Bindung eingehen.

Und ich habe nicht eine Sekunde darüber nachgedacht zu ihm zu ziehen, obwohl ich eigentlich recht ungebunden bin und überall arbeiten könnte. Also wohl alles ziemlich eindeutig...

Was meinen Exfreund angeht: Barlita, tut mir leid, dass ich hier so ein schlechtes Beispiel für Bewältigung abgebe. Ich dachte, ich hätte das alles längst hinter mir gelassen. Aber das was mir gerade passiert ist wohl unvermeidlich, wenn man sich auf etwas Neues einlässt, obwohl man noch nicht wirklich abgeschlossen hat und versucht, diese Liebe mit einer neuen zu "überdecken". Irgendwann muss so ein Provisorium abblättern und zum Vorschein bringen, was man eigentlich längst wusste: das man immer noch liebt.

Tja mörli, die Hoffnungsfunken, die Du ansprichst, habe ich natürlich längst in einem geheimen Winkel meines Kopfes versteckt gehabt. Wie ich sie da wieder rausbringe weiß ich nicht.

Am meisten würde ich mir wünschen, dass meine Gedanken nicht ständig darum kreisen, welchen Stand ich bei meinem Freund oder Exfreund habe, sondern dass ich mich auf mein eigenes Leben konzentrieren und mich entfalten kann. Manchmal sehe ich meine "Liebeskatastrophen" schon als eine Flucht vor mir selbst, "Ablenkung" vom Eigentlichen sozusagen. Ich bin eben wirklich ein Angsthase und am meisten fürchte ich mich davor, mit mir selbst alleine zu sein.

Danke nochmal!

:schmatz: Mariala

#17
Hallo nochmal :trost:

Ich wollte dich natürlich nicht treffen, denn - du weißt - jeder spricht hier nur von sich selbst und so auch ich.

Doch wenn das eine oder andere Wort von mir etwas bei dir zum Klingen bringen kann, dann bitte ich dich, genau dort anzusetzen.

Meiner Erfahrung nach konzentriert man sich auf andere Menschen, auf andere Zeiten und auf andere Räume, wenn man mit dem Jetzt und Hier nicht glücklich ist und auch kein brauchbares Rezept zur Hand hat, wie man es werden könnte.

Lange habe ich das gemacht - die Hoffnung auf Glück auf andere projiziert - mit dem Ergebnis, enttäuscht zu sein, klarerweise.

Aber ich hätte erkannt, warum ich projiziere: damit andere Schuld sind, wenn ich nicht glücklich bin, denn sobald ich mir eingestehen sollte, ich wäre selber Schuld daran -

war ich noch unglücklicher, weil ich keinen Ausweg wusste.

Das Interessante daran: der Ausweg kam nicht, weil ich ihn suchte, er kam, obwohl ich blind in der falschen Ecke wühlte. Mir ging es um meine innere Ruhe, meinen Seelenfrieden und meine Bestimmung. Ich bin gerade dabei, mich selbst zu finden und weiß heute: es gibt keine Anleitung.

Es gibt nur viel Aufmerksamkeit und ständiges Lernen, alles was passiert nicht zu ignorieren, sondern in den Kontext zu stellen.

Wünsch dir alles Liebe,

#18
Liebe Lisabel,

danke für Deine Antwort! Ich werde all diese Gedanken auf mich wirken lassen und mich morgen wieder melden.

Jetzt werde ich erst einmal mit meinem Freund telefonieren, der morgen kommen wird – es ist schon lange so ausgemacht und ich bin froh darüber, weil mir seine Anwesenheit vielleicht auch helfen wird, alles klarer zu sehen.

Ich hoffe, dass ich mehr Sicherheit für mich selbst finden kann – und erkennen, was ich wirklich will.

Mariala

#19
Hallo,

da bin ich wieder, ausgeschlafen aber nicht wirklich schlauer.

Gestern Abend habe ich nun mit meinem Freund telefoniert – und wie das so oft ist, wenn man sowieso nicht weiß was man will, es wurde nicht einfacher dadurch. Ich denke ja jetzt ernsthaft darüber nach, ob ich die Beziehung beenden soll und natürlich ist er, obwohl er das nicht weiß, gerade besonders charmant und lieb (oder kommt es mir nur so vor?).

Heute morgen bin ich noch lange im Bett liegengeblieben und habe nachgedacht, habe versucht mir vorzustellen, was wäre wenn mein Exfreund mich auch noch liebte und mit mir zusammensein wollte. Ich glaube, ich wäre damit überfordert! Ich wüsste nicht, wie ich es "anfangen" soll!

Wenn man so etwas planen könnte (oh Mann, ich bewege mich schon wieder nur im Konjunktiv!), dann würde ich mir wünschen, dass mein Exfreund und ich nun erst einmal unsere eigenen Erfahrungen machen, die Welt und uns selbst entdecken – uns zwischendurch öfters treffen, uns von unseren Erlebnissen erzählen und den anderen daran teilhaben lassen – und dann, wenn wir beide mehr zu uns selbst gefunden haben, wieder zusammen sein können.

Denn wenn ich ehrlich bin, ich zweifle daran, dass ich es schaffen kann zu einem erfüllten Leben zu kommen, wenn ich in einer Beziehung bin. Aus den von Lisabel genannten Gründen: Ich lehne mich dann zurück, denke "jetzt ist ja alles gut" und verdränge dabei, dass ich eigentlich unglücklich bin.

Nachdem mein Exfreund Schluss gemacht hatte war ich schon zu dieser Erkenntnis gelangt, befand mich auf einem guten Weg und hatte viel mehr Mut gefunden. Dann kreuzte ein süßer, anziehender Mann mein Leben und langsam verlor ich es wieder aus den Augen.

Ich ahne schon, wo die Probleme liegen, aber ich fühle mich so schwach!

Ich weiß nicht, wie ich die Kraft aufbringen soll, mich innerlich zu befreien!

Beide Männer kann ich nicht loslassen...

Danke fürs Lesen,

Mariala

#20
Liebe Mariala!

du bist zur zeit in keiner leichten situation. ABER du hast bei deinem ex nichts zu verlieren - deswegen: sei ehrlich zu ihm! erzähl ihm von deinen gefühlen. sag ihm, daß du verwirrt bist und ihn noch immer liebst. und wenn du ein "nein" hörst, wird es zwar weh tun, aber du kannst dann wenigstens hier etwas zur ruhe kommen. dann kannst du dich besser auf deinen freund konzentrieren und noch einmal überlegen, ob er wirklich DER mann für dich ist oder nicht.

noch was zum "alleine sein". ich bin seit einem jahr nach einer 6jährigen beziehung allein. am anfang war es die hölle, ich hab erst nach monaten erkannt, wie abhängig ich war und daß ich MICH nie gelebt habe. jetzt habe ich neue freunde und habe neben meinem job eine ausbildung angefangen. das alles bereichert mein leben so ungemein und ich weiß, daß sich das alles in einer beziehung nie ergeben hätte. ja, das singleleben hat natürlich seine nachteile, überhaupt am anfang, wenn man sich erst daran gewöhnen muß. aber es gibt auch viele vorteile! wirklich! und das schreib ICH dir, die bis vor einem jahr nie allein war.

alles liebe ursula

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