Zum Inhalt springen

Es scheint aussichtslos - 1000km trennen uns

5 Antworten1'638 AufrufeGestartet von elibro ·

elibroThemenstart
#1
Hallo ihr Lieben,

ich bin neu hier im Forum und möchte einfach mal mein Herz erleichtern, da ich sonst mit niemandem darüber reden kann/will.

Seit einem Jahr wohne ich in einem anderen Land, zwecks Studium. Seit ein paar Monaten wohnt ein Mädchen bei mir im Haus, die aus der selben Gegend wie ich kommt und wir sind mittlerweile total gute Freundinnen geworden. Irgendwann hat sie mir mal Fotos von ihrem Bruder gezeigt, später haben wir dann zusammen über msn telefoniert, eine Zeit lang immer zu dritt, wir hatten viel Spaß, meistens mit webcam. Seit einiger Zeit telefonieren er und ich fast jeden Abend, stundenlang und ich bin einfach nur total überwältigt von ihm. Ich weiß, dass es verrückt ist, ich habe ihn ja noch nie "live" gesehen, eigentlich kennen wir uns ja gar nicht, und vielleicht stelle ich ihn mir ja ganz anders vor als er wirklich ist., aber ich kann nichts dagegen tun, dass ich fast rund um die Uhr an ihn denken muss.

Weihnachten werden meine Freundin und ich bei im die Feiertage verbringen und wir werden uns zum ersten mal sehen. Meine ganzen Hoffnungen (und anscheinend auch seine) zentrieren sich total auf Weihnachten, ich will ihm endlich gegenüberstehen! Mit meiner Freundin (seiner Schwester) kann ich nicht gut darüber reden, sie hält das ganze für viel zu unrealistisch, genau wie meine anderen Freunde. Es scheint niemand zu verstehen, in was für einem Zustand ich mich momentan befinde. Selbst wenn es Weihnachten zwischen uns funkt, zwischen uns liegen über 1000 Kilometer und ich stehe noch am Anfang meines Studiums.

Ich weiß nicht, was ich selbst von all dem halten soll. Ich habe mich verliebt, obwohl ich ihn bisher nur auf Fotos und per webcam gesehen habe.

Was haltet ihr davon? Ist es überhaupt eine gute Idee, Weihnachten zu ihm zu fahren? Vielleicht wird es danach noch schlimmer und ich verliebe mich richtig.

Nach meiner letzten ziemlich kurzen Beziehung hier habe ich einfach totale Angst wieder enttäuscht zu werden und will doch einfach nur eine "normale" Beziehung.

Danke fürs eure Geduld!!

Liebe Grüße

Tania

#2
Hi Tania,

ich will Dir nichts vormachen: In den meisten Fällen ist das aussichtslos.

:trost:

So, nach dieser knallehrlichen Grundeinschätzung nun die Einschränkung: Wo genau seid Ihr denn? Wie sind denn Deine / seine Möglichkeiten, einander zu besuchen?

Soll heißen:

- Studierst Du in einer Stadt, von wo aus Billigflüge in seine Umgebung angeboten werden (London - Hamburg oder so...)?

(Eine Freundin von mir hält in diesem Rahmen eine Fernbeziehung nach Antalya aufrecht)

- Studierst Du in einer Großstadt auf dem Kontinent, von wo aus bzw. wohin durch mitfahrzentrale.de oder mitfahrgelegenheit.de regelmäßiger Verkehr herrscht? (Ein Freund von mir konnte so eine Fernbeziehung von 800 km nach Köln aufrecht erhalten)

Es muss eine realistische Möglichkeit geben, dass man sich nachhaltig live kennenlernt, die Beziehung über den fernmündlichen Raum hinaus gestaltet, Vertrauen zueinander aufbaut, das die räumliche Entfernung überbrückt.

Denn grundsätzlich besteht natürlich die Möglichkeit, dass Er oder Du irgendwann in die Nähe des anderen zieht (weiß ja nicht, wie seine Lebensplanung aussieht), aber wenn diese Entscheidung nur auf den Einfühlungen einer Fernbeziehung beruht, kann man davon nur abraten.

Also: Denk ruhig und illusionsfrei darüber nach.

Was Weihnachten angeht... schwierig.

Pro: Vielleicht lernst Du ja Seiten an ihm kennen, die Dich in der Ansicht bestärken, es könnte eine realistische Chance geben - oder Du merkst auch: Hey, so toll ist er ja gar nicht!

Contra: Das mit dem Verlieben ist natürlich ein Risiko. Wie sieht er denn die Sache?

Nochmal :trost:

Rustaweli

95m
#3
hmm, ich würde sagen, daß eine Fernbeziehung zwar nicht leicht aber auf keinen Fall unmöglich ist...

Wirklich wichtig ist ja nicht die Entfernung an sich sondern die Zeit, die man braucht um sie zu überbrücken. Ich habe in den 8 Jahren, in denen ich mit meiner Ex zusammen war, 2,5 Jahre in 3 h Entfernung (450 km), ein dreiviertel Jahr in 6 h Entfernung (1500 km) und die meiste Zeit in 1 h Entfernung (120 km) gelebt/gearbeitet...

Es ist zwar sicher einfacher, wenn man von einer "normalen" Beziehung in eine Fernbeziehung wechselt (da man sich da ja dann schon kennt) aber unmöglich ist es sicher nicht...

#4
So, hier kommt die Forumsverteidigerin der Fernbeziehungen!! :D

Zunächst mal eins vorweg: warte jetzt erstmal ab und zerbrich Dir nicht so den Kopf!! Denn: wenn Du schön völlig überladen mit Erwartungen an das Treffen rangehst (Du bist in Gedanken ja schon bei den ob's und wenn's einer Beziehung......) ist das ein Superrezept für ein Desaster- denn es nimmt Eurem ersten Treffen die Leichtigkeit. Schmetterlinge fliegen schlecht, wenn man ihnen Steine in Form von zu vielen Gedanken an die Flügel hängt!!!!

Wobei ich Dich gut verstehe- ich bin ja auch so ein Kopfmensch, der gerne mal viiiiiiiiel zu weit nach vorne denkt. Ähem.

So- nun mal zur Fernbeziehung. Wie meine Vorposter schon richtig anmerkten kann es schwerer sein aus der Ferne zu starten als eine Nahbeziehung in eine Fernbeziehung umzuwandeln. Aber unmöglich ist es nicht!!!!! Habe ich bei mir selber und auch guten Freundinnen erlebt- wenn man nur verknallt genug ist geht das ohne Weiteres.

Und wie die Vorposter auch schon anmerkten ist die Perspektive das Entscheidende- auch wenn sie langfristig sein mag. Am Ende der Beziehung sollte immer die Möglichkeit stehen zusammenzuwohnen, wo auch immer. Wenn diese Perspektive nicht gegeben ist, wird es hart. Wenn nicht gar unmöglich.

Also solltest Du, im Fall einer entstehenden Beziehung, nach der Perspektive suchen. Wie lange geht Dein Studium noch, wo willst Du dann hin, wo will er hin etc.. Bleib bei diesen Gedanken aber bei Dir- der fatalste Fehler wäre, das Du Deine Pläne oder Ideen so modifizierst, das Du sie von ihm abhängig machst................bis zu einem gewissen Grad ist das okay, aber falls sein Plan sein sollte irgendwann am Nordpol zu leben und Du aber Eis hasst solltest Du nicht so weit gehen nur wegen ihm Polarklamotten zu kaufen..................................mal so sehr bildlich gesprochen.

Ich selber hatte mehrere Fernbeziehungen (einmal z.B. aus Norddeutschland nach Irland, einmal in die USA) und meine Freundinnen schaffen es auch irgendwie immer wieder sich Männer zu angeln, die nicht zwei Straßen weiter wohnen (einmal Süddeutschland, wobei ich aus dem hohen Norden komme...., zwei Mal USA).

Diese Beziehungen hatten Dauer von 7 Monaten bis hin zu vier Jahren, und nur in einem Fall war am Ende tatsächlich die Entfernung bzw. Unsicherheit über gemeinsame Perspektive der Grund der Trennung. Also geht es offensichtlich!! Getrennt sind wir mittlerweile alle- aber aus den üblichen Gründen, die auch Nahbeziehungen killen: man verändert sich, streitet etc..

Was bei einer Fernbeziehung wichtig ist, ist Kommunikation bis der Arzt kommt- egal wie. Internet, kurze Viedofilmchen, Telefon etc.. Um so den Anderen am Alltag teilhaben zu lassen.

Denn da liegt die Krux und gleichzeitig auch etwas Schönes an der Fernbeziehung: der Andere ist eben NICHT die ganze Zeit da. Das kann in nicht so tollen Momenten ätzend sein- aber kann auch für jemanden (wie mich z.B.) der im Alltag gar nicht wüßte, wo er den Partner unterbringen soll, sehr gut sein. Wenn man sich dann sieht geht es eben NUR um die Beziehung- das ist auch schön. Fand ich jedenfalls immer.

Du solltest also für Dich abklopfen ob Du jemand bist, der in einer Beziehung sehr die Nähe des Partners braucht, das in den Arm genommen werden etc- oder ob Du eher jemand bist, der im Alltag sehr eingespannt ist und auf Nähe auch mal verzichten kann.

Wenn Du ersteres bist könnte es schwierig werden...................................

So- das also meine 2 Cent zum Thema Fernbeziehungen- die in meinen Augen immer schlechter gemacht werden als sie sind.

Aber wie gesagt- jetzt entspann Dich erstmal und mache Dir die Gedanken dann, wenn es soweit ist.

#5
Danke erstmal für eure lieben Ratschläge! :]

@ Rustaweli: Ich wohne im Süden von Österreich und er wohnt an der Nordseeküste, aber es gibt Billigflieger von meiner Stadt zu seiner. Das ist also nicht so sehr das Problem.

Meiner Meinung nach entwickelt es sich momentan in eine ziemlich eindeutige Richtung zwischen uns beiden. Obwohl wir beide versuchen realistisch zu bleiben und nicht zu sehr in die Ferne zu schauen, haben wir schon über das "was wäre wenn" gesprochen und mehrere Alternativen abgesteckt. Gestern haben wir wieder lange telefoniert und lange darüber gesprochen, ob es so schlau ist sich wirklich zu treffen. Andererseits wollen wir uns beide unbedingt kennenlernen und er hat gestern etwas Merkwürdiges gesagt: "Ich würde zwar nicht verstehen warum Gott mir meine Taumfrau ausgerechnet im Ösiland vorsetzten würde, aber ich würde es akzeptieren." Das hat mich fast von Hocker gehauen, und war mir ehrlich gesagt schon fast zu viel.

Ich habe einfach Angst, dass wir beide mit viel zu vielen Erwartungen an unserer erstes Treffen gehen werden. Mittlerweile reden wir über alles, es gibt fast nichts was ich ihm nicht erzählen würde und wir sind auch sehr ehrlich zueinander, was uns beide betrifft.

@ jatina: danke für deine Aufmunterung, dass hat mir echt geholfen. Ich glaube jetzt habe ich schon etwas mehr Hoffnung, dass es nicht alles sinnlos und Zeitverschwendung ist. Du hast recht, keiner von uns beiden dürfte sich von dem anderen abhängig machen. Ich würde niemals nach Norddeutschland ziehen und das weiß er auch. Aber es gibt viel Orte, wo wir beide uns vorstellen könnten zu wohnen, ich werde eh nicht ewig in Österreich bleiben, aber überstürzen will ich auf keinen Fall irgendetwas, mein Studium geht in jedem Fall vor! Ich hatte auch schonmal eine Fernbeziehung (Hannover-München), die aber nicht wegen der Entfernung in die Brüche gegangen ist. Trotzdem haben sich seitdem bei mir gewisse Vorbehalte gegen diese Art der Beziehung aufgebaut. Es ist nunmal so, dass man den Alltag nicht zusammen verbringt, dass der andere genau dann weit weg ist, wenn man ihn am nötigsten brauchen würde.

Wie war das denn bei deinen Fernbeziehungen z.B. nach Irland? Wie oft konntet ihr euch sehen? War das von Vornherein eine Fernbeziehung, oder hattet ihr vorher schon die Möglichkiet euch erstmal kennen zu lernen? Mir macht einfach diese Kennenlernphase totale Sorgen!

Das schöne ist, dass er mir das Gefühl gibt, sich wirklich für mich als Mensch zu interessieren, das Gefühl hatte ich in letzter Zeit zu selten. Wir reden stundenlang, ohne dass etwas "physisches" zwischen uns passieren kann, selbst wenn wir wollten, es geht ja nicht. Wir haben uns auch darauf geeinigt, dass wir an Weihnachten erst versuchen eine Lösung für unser Problem zu finden (falls wir uns auch in echt mögen), bevor wir übereinander herfallen, da wir beide nicht an eine "Weihnachtsaffäre" interessiert sind.

Ich weiß das hört sich vielleicht blöd an, aber ich brauche diese Sicherheit, da ich erst kürzlich wieder total verarscht wurde, jemandem vertraut habe, der letztlich doch nur auf eine Nacht auswar.

Ich bin schon viel entspannter, obwohl ich immer noch das Gefühl habe, dass ich viel zu sehr im "was wäre wenn" denke!

Vielen Dank nochmal für eure Hilfe!!!

#6
Hmm... na das hört sich doch schon mal gar nicht so schlecht an... Billigflüge gibt es... und als Mitfahrer per Internetforum dürfte man mit 40 Euro pro Fahrt dabei sein...

Entschuldige die materialistische Herangehensweise =) die emotionalen Aspekte hat @ jatina hinreichend beschrieben.

Seite 1 von 1 · 6 Beiträge in diesem Thema