Herbstgedichte
0 Antworten1'061 AufrufeGestartet von Katharina66 ·
Katharina66Themenstart
Ich liebe den Herbst! Vor allem die Zeit, wenn Ende September der Spätsommer kommt, und wenn der Oktober (meist nach viel Regen erst Mitte des Monats) wirklich golden wird - der blaue Himmel, das milde Licht, die unglaublichen Farben! :verliebt:
Fällt Euch das auch auf, dass wirklich die Farben ganz anders, viel intensiver wirken im Oktober, und das liegt nicht nur am Herbstlaub... :)
Natürlich kann auch der spätere, neblige, regenerische Herbst (der klassische "November") schön sein, aber mir sind die kostbaren Sonnentage im Herbstlicht wirklich heilig! :]
Und welches Gedicht fällt einem da ein? Sicher, DAS von Rilke! Wer weiß noch schöne Lyrik zum Herbst?
Hier ist RMR:
Herbsttag
Herr: es ist Zeit.
Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat,
baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist,
wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern,
wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)
Fällt Euch das auch auf, dass wirklich die Farben ganz anders, viel intensiver wirken im Oktober, und das liegt nicht nur am Herbstlaub... :)
Natürlich kann auch der spätere, neblige, regenerische Herbst (der klassische "November") schön sein, aber mir sind die kostbaren Sonnentage im Herbstlicht wirklich heilig! :]
Und welches Gedicht fällt einem da ein? Sicher, DAS von Rilke! Wer weiß noch schöne Lyrik zum Herbst?
Hier ist RMR:
Herbsttag
Herr: es ist Zeit.
Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat,
baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist,
wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern,
wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)
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