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Jemanden zum Reden

203 Antworten13'210 AufrufeGestartet von Lufthansa ·

#21
Hallo,

ich hab mir den Thread gerade durchgelesen und mich auch darin wiedergefunden...Auch wenn es bei mir nur ein paar Monate waren, ist der Schmerz der Trennung deshalb nicht geringer. Irgendwie tut es gut, zu wissen, dass es auch anderen Menschen so geht. Gerade an diesem Wochenende ist das Gefühl der Leere wieder so groß. Theoretisch habe ich viele Freunde und könnte etwas mit ihnen unternehmen, aber ich bin so labil und ständig kommen mir die Tränen beim Gedanken an ihn, deshalb will ich eigentlich nicht raus gehn.

Ich frage mich auch: Wie lange dauert es bis dieser Schmerz aufhört? Auch ich habe die (Halb-) Beziehung selbst beendet, da er sich nicht zu 100-Prozent auf mich einlassen wollte/konnte.

Was jetzt ansteht ist wirklich eine Entwöhnungsphase. Es ist eine Art Entzug. Es ist doch wirklich irgendwie wie eine Sucht, dieser ständige Gedanke an den Ex, das bei ihm sein Wollen, das Vermissen, das Nicht-Schlafen-Können und ständig diese Versuchung, sich doch noch mal auf ein Wiedersehen einzulassen (wenn man nicht sowieso gerade durch einen Ozean oder mehrere 1000 km getrennt ist), um noch mal eine kleine Dosis temporären und oberflächlichen Glücks zu spüren, wenn man so tut, als gäbe es nur den Moment.

Wir müssen stark sein! Ich glaube, es ist okay, erst mal einfach in Trauer zu versinken. Mir hilft der Gedake ein bisschen, dass es egal ist, ob er auch leidet oder ob es ihm egal ist, ob er sich mit anderen Frauen tröstet oder nicht. Das hat nichts mit mir zu tun. Ich weiß, dass ich zu seinen Bedingungen nicht mit ihm zusammensein will. Ihn zu verlieren tut jetzt weh, aber es gibt sowieso keine andere Möglichkeit. Und ich werde meinen Weg finden, unabhängig davon, wie er mit der Trennung umgeht. SMS von ihm werden sofort gelöscht. Davon darf man sich gar nicht beeinflussen lassen.

Wir alle haben unsere Entscheidung getroffen und zwar aus gutem Grund! Jetzt heißt es dazu stehen!

#22
Hi Lufthansa,

jaja, diese Leere, wer kennt sie nicht ;)

Meine Trennung ist jetzt knapp vier Monate her, und ich muss leider zugeben dass ich diese Leere immer noch verspüre. Ich habe viele gute Freunde & Familie, aber egal wie sehr sie sich alle bemühen, niemand kann diese Lücke schließen. Beim Weggehen denke ich mir momentan des Öfteren dass nur eine andere, neue Frau diese Lücke bei mir jetzt schließen kann. Aber ich versuche mir dann auch immer klar zu machen dass dies nicht die Lösung sein kann. Da würde ich ja von der Einen in die Andere Abhängigkeit rutschen. Daher ist mein Ziel jetzt erstmal für mich selber glücklich zu werden. Wie du auch schon erwähnt hast, hat es glaube ich viel mit "Entwöhnung" zu tun. Ich war es jetzt einfach über 8 Jahre gewohnt eine Freundin zu haben. Und dieser Verlust reißt natürlich eine gewaltige Lücke, die Leere in mir erzeugt...

Aber ich kann dich auch beruhigen, dieser akute Schmerz und diese miese Gedankenwelt wird nach und nach verblassen. Die Phasen in denen du positiv und optimistisch denken wirst, werden immer öfter kommen und immer länger andauern. Aber das ganze zieht sich halt ziemlich. Ich denke auch jetzt nach 4 Monate noch täglich mehrmals an meine Ex und diesen ganzen Trennungsmist. Aber ich bin nur noch an vlt. 2-3 Tagen / Woche schlecht drauf und depri deswegen, an den anderen 4-5 Tagen kann ich gut damit umgehen und positiv in die Zukunft sehen.

Vielleicht hier noch n paar tipps die mir gut helfen:

1. Versuche deinen Tag zu struktuieren: Also z.B. von 8-17 Uhr Uni/Arbeit, in dieser Zeit ist es Tabu an die Trennung und das ganze Zeug zu denken. Und am Abend dann 1-2 Stunden (individuell) aktiv mit der Trennung beschäftigen, d.h verarbeiten. Das Buch was du erwähnst hast habe ich z.B auch gelesen, oder eben hier im Forum, bzw. mit Freunden reden.

2. Mach was für dein Selbstbewusstsein! Sport, gute Ernährung, Friseur, Shoppen gehen usw...alles was dir gut tut und dazu beiträgt dass du besser aussiehst! ;)

3. Diese "Leere" kann man glaube ich am ehersten füllen indem man viele neue Erfahrungen macht. Sei offen für alles. Sei über all dabei. Ich war früher auch oft verschlossen und auf einige Dinge hatte ich einfach wenig Lust. Aber jetzt habe ich einfach auch mehr Zeit und ich sage zu wirklich fast allen Dingen " JA!". Auch wenn ich anfangs wenig begeistert bin, wurde ich im Nachhinein jetzt schon des Öferen positiv überrascht. Geh neue Wege! Mach auch mal was Verrücktes! Du wirst dich selber ganz neu kennenlernen, das kann ich dir versprechen ;) Das ist schonmal ein ganz großer positiver Effekt der Trennung, den ich bis jetzt ausgemacht habe...

4. Betrachte an schlechten Tagen deine Trauer als Krankheit. Es ist ganz normal nach der Trennung dass es einem richtig beschissen geht, es kann Monate oder in manchen Fällen auch Jahre dauern, aber man wird wieder gesund, ganz bestimmt! ;)

Du siehst, ich schreibe teilweise auch schon wieder richtig positiv, obwohl ich diesen Winter durch meine perönliche Hölle gegangen bin....

Also, Kopf hoch!

bearbeitet #23
Hallo Tara,

liebe Dank für deine Antwort. Ja es ist sehr hilfreich zu wissen, dass man nicht alleine ist :) Zwar hat er die Trennung eingeleitet und die Beziehung per E-Mail! beendet, war sich aber stets unsicher, ob es die richtige Entscheidung war, von wegen er braucht Zeit. Schön für ihn, aber ich werde nicht so lange rumsitzen und hoffen bis Monsieur es sich überlegt hat! Somit habe ich für mich emotional einen Schlussstrich gezogen, insbesondere weil ich keine Hüh-Hott-Beziehung will, die auf einem solchen Schwerbenhaufen aufgebaut ist. Ich will mich lieber jetzt abnabeln, mein Leben leben und falls er dann doch noch irgendwann merkt, was ihm durch die Lappen ist (er meinte, beste Beziehung seines Lebens, wunderbare Frau etc) wird es zu einem deutlichen höheren Preis sein bzw. wenn ich dann überhaupt noch will. Es tut sehr weh :( Aber es war ein Befreiungsschlag für mich, nicht mehr auf die Entscheidung eines anderen warten zu müssen. Tara hat den Vorteil, dass sie ihre Entscheidung selbstständig getroffen hat, was ich sehr stark finde. Ich als Verlassene habe den Vorteil, dass er sich hoffentlich ein Leben lang fragen muss, was wäre gewesen wenn.. und selbst wenn er es nicht tut, kann ich es mir immer noch einbilden ;)

Lieber ManofFaith,

vielen Dank für deine liebe Antwort :) Ich versuche die guten Tage zu genießen und die schlechten zu überstehen und zum Verarbeiten nutzen. Hat dir das Buch geholfen?

Ich werde wirklich versuchen aus meinem eingestürzten Beziehungsschneckenhaus rauszukommen und wie du so richtig gesagt hast, mich erstmal um mich zu kümmern. Ich will mit mir glücklich sein, auch ohne Mann. Das ist eine riiiiiiiesige Herausforderung für mich. Total idiotisch, ich weiß. Aber Schritt für Schritt werde ich es irgendwie schaffen. Und dann sehen wir weiter.. :) Ich wünsche dir auch viel Kraft, du bist auf einem sehr guten Weg, das hört man. Du kannst sehr stolz auf dich sein!

bearbeitet #24
Hallo Lufthansa,

ich glaube, das ist genau so ein Gedanke, der einen eher kaputt macht. Dieses "hoffentlich bereut er es, mich verlassen zu haben" oder "hoffentlich fragt er sich was wäre wenn". Eigentlich würde man doch nicht wirklich Genugtuung empfinden, wenn es so wäre, oder? Und glücklicher wäre man dadurch auch nicht, denn es ändert ja nichts daran, dass der Andere nicht mit einem zusammen sein möchte (jedenfalls nicht so, wie man selber möchte). Es ist doch eigentlich total egal, ob der Andere leidet oder nicht, nur weil er auch leidet, leidet man nicht weniger.

Ich habe von Freunden gehört, dass mein Ex (der mich ja seiner eigenen Aussage nach, angeblich so liebt und vermisst, was ihn aber trotzdem nicht dazu bewegen kann, wirklich mit mir zusammen zu sein), jeden Abend in Kneipen unterwegs ist und flirtet und auch schon mit ne Andere geküsst hat.

Mein erster Impuls: Scheiße, ich leider hier und versinke in Trauer und er amüsiert sich. Aber ich glaube, man muss sich davon lösen. Hier geht es ja nur darum, dass es dir und mir gut geht und wie unseren Weg finden müssen, damit umzugehen. Naja, das ist so leicht gesagt. Wir wissen erst, dass wir es geschafft haben, wenn der Tag kommt, an dem es uns wirklich egal ist, ob der Ex uns hinterher trauert oder nicht... Aber das kann wohl dauern.

Den Tipp von Manoffaith finde ich auch super...Zeit einzuplanen, in der man sich aktiv mit der Trennung und der Trauer befasst...

Das hilft vielleicht wirklich, dass diese Gefühle nicht den ganzen Tag bestimmen und der Gedanke an ihn ständig präsent ist.

bearbeitet #25
Liebe Tara,

also mir hilft der Gedanke schon ein bisschen ;) Vielleicht bin ich ja ein gehässiger Mensch. Ich verknüpfe damit keine Hoffnungen. Die Chance, dass er zurückkommt tendiert gegen 0, da wir beide wissen welche Kompromisse zu machen wären und ich mir sicher bin, dass er das einfach nicht kann. Ich wollte nur nicht in dieser Entscheidungsposition sein. Deshalb werde ich "lieber" verlassen, kämpfe, verliere und verarbeite dann. Ich habe die andere Variante einfach noch nicht ausprobieren müssen.

Aber im Mittelpunkt stehen jetzt ganz klar wir. Und damit ist eigentlich egal was unsere Partner denken. Wenn wir uns davon lösen können und uns auf uns konzentrieren, haben wir schon eine Menge gewonnen :) Deswegen war der Kontaktabbruch für mich so wichtig. Ihn in Skype, auf FB etc zu sehen brach mir das Herz, da ich sah wie er weiterlebte. Ich las dass er unter der Trennung leidet und viel nachdenkt, abwägt etc. Aber was hilft das mir? Ich kann nur für mich selbst sorgen und falls ihn der erhellende Blitz doch noch treffen sollte, habe ich so oder so gewonnen. Denn dann habe ich mein eigenes Leben mit deutlich mehr Selbstreflexion + ein Partner, der für die Kompromisse offen ist/sein muss. Am Ende ist es dann auch vermutlich egal, ob er der neue Partner ist oder ein neuer Neuer. Ich finde wir sind schon ganz schön weit gekommen mit diesen Erkenntnissen :) zumindest zeitweise ;)

Hier ein Tipp, der mir im Moment wirklich gut hilft, das ewige Kopfkino zumindest ein bisschen einzudämmen und den Erkenntnisprozess zu fördern:

Ich habe mir vor ein paar Tagen die Zeit genommen und die Gründe notiert, warum die Beziehung gescheitert ist. Zudem führe ich den Ballast auf, den ich durch die Trennung nun abwerfen konnte. Somit muss ich nicht immer erneut darüber nachdenken, sondern kann meine Kraft und Energie für Anderes nutzen.

#26
das ist eine wirklich gute Idee..die Gründe für die Trennung aufzuschreiben..

einzige Vorraussetzung...man muß die wahren Gründe kennen...

wenn das nicht der fall ist, ist es schwer, zu verarbeiten und abzuschließen......und genau dann macht eine Kontaktsperre es nicht besser

ich finde, es muß nach eienr Trennung über ALLES gesprochen werden.....auch über die Gründe....egal wie hart oder verletzend sie für den anderen sind...

denn nur so gibt man dem verlassenen Partner auch die Chance, das verarbeiten zu können....fehler kein zweites mal zu machen..und man diese Erfahrungen auch irgendwann in die nächste beziehung mitnehmen kann..

#27
Hallo Lilly,

das sehe ich auch so :) Ich hoffe dein Ex-Partner ist dazu bereit. Gib ihm und dir die Chance in einem konstruktiven, sachlichen Gespräch. Vielleicht schreibst du dir ein paar Fragen auf oder machst dir einen Gesprächsplan, damit du alles abarbeiten kannst, was dir wichtig ist? Ich hoffe du kannst während des Gesprächs stark bleiben. Das wird dich und ihn weit mehr beeindrucken als wimmern, weinen, flehen etc :) Ich wünsche dir viele Antworten für einen Neustart!

#28
Habt ihr vielleicht eine Idee wie ich mit meiner besten Freundin umgehen soll, die genau jetzt einen neuen Mann kennen gelernt hat? Ich ertrage derzeit keine Luftsprünge, verliebtes Gesülze etc.. und ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob ich es in den nächsten Monaten ertragen kann. Aber verlieren will ich sie auch nicht.

#29
Hallo Lufthansa

Wir sitzen im selben Boot. Meine beste Freundin heiratet in 2 Wochen und ich leide im Moment wie ein Hund!!

Trotzdem freue ich mich für meine Freundin und sie hilft mir halt in meiner schweren Zeit!!!

Ich denke, sie wird es sicherlich verstehen, wenn sie eine echte Freundin ist!!

Warum ist nur immer alles so kompliziert??

Alles Gute und liebe Grüsse Abyss

#30
Liebe absyss,

wäre auch zu schön, wenn einfach mal alle glücklich wären oder? ;)

Ich würde mich so gerne mit ihr freuen, aber ich kann nicht. Ich kann nicht mal mit ihr reden :(

#31
Ja, das kann ich verstehen! Naja, hoffen wir mal, dass es uns allen mit der Zeit wieder besser geht!

#32
Guten Morgen,

irgendwie hat der Tag heute schon wieder mal ganz prima angefangen :( The King´s Speech erhält 4 Oscars. Eigentlich ne prima Sache, da ich Colin Firth und den Film toll finde. ABER es war der letzte Film den wir zusammen gesehen haben *seufz* und es war ein schöner Abend. Wie geht ihr mit diesen Erinnerungen um, z.B. wenn euer Lied im Radio läuft, oder ihr nun alleine die früher gemeinsamen und geliebten Aktivitäten unternehmt? Annehmen, Verdrängen, Umschalten? Wie verarbeitet man sowas?

#33
Hallo :)

ich habe heute angefangen das Buch "Wenn der Partner geht" von Doris Wolf zu lesen. Ich kann es sehr empfehlen. Es nimmt euch an die Hand und zeigt euch den Weg raus aus der Trauer. Ich finde mich in so vielen Passagen wieder. Ich war die letzten Wochen wie gelähmt und wusste nicht wie man eine Trennung eigentlich verarbeitet, das ging nämlich schon mal schief. Ich fühlte mich planlos und hilflos. Schon die ersten 50 Seiten haben mir so viele Aufgaben gestellt, mir aber auch gezeigt, dass ich von alleine schon auf einen ganz guten Weg eingeschwenkt hatte. Meine große Angst ist die Einsamkeit, davor bin ich geflüchtet. Dem werde ich mich nun stellen. Ich hoffe euch hilft das Buch auch. Es ist für alle Trauerstufen bestimmt, vom ersten Schock, der Wut und der Hoffnung bis hin zum Loslösen und Weitermachen. Ich wünsche euch ganz viel Kraft für den Weg der vor euch liegt :) egal ob hoffen, kämpfen, trauern, verarbeiten etc.

#34
Guten Morgen,
irgendwie hat der Tag heute schon wieder mal ganz prima angefangen :( The King´s Speech erhält 4 Oscars. Eigentlich ne prima Sache, da ich Colin Firth und den Film toll finde. ABER es war der letzte Film den wir zusammen gesehen haben *seufz* und es war ein schöner Abend. Wie geht ihr mit diesen Erinnerungen um, z.B. wenn euer Lied im Radio läuft, oder ihr nun alleine die früher gemeinsamen und geliebten Aktivitäten unternehmt? Annehmen, Verdrängen, Umschalten? Wie verarbeitet man sowas?
Ich glaube gegen dieses "erinnert werden" kann man nix machen. Die Erinnerungen die man mit dem Expartner verbindet schiessen einfach in den Kopf wenn man irgendwelchen Reizen (Sehen, Hören, Riechen) ausgesetzt wird. Am Anfang war jede neue Erinnerung wie ein Stich ins Herz, der mich immer für eine gewisse Zeit in eine Depri-phase hat verfallen lassen. Aber ich glaube hier verhält es sich genau so wie es auch allgemein mit dem Trennungsschmerz abläuft: In deinem Beispiel mit diesem Film hat es jetzt bei der ersten Erinnerung bestimmt sehr weh getan. Beim nächsten Mal wenn du mit dem Film konfrontiert wirst wird es auch noch weh tun, aber nicht mehr ganz so schlimm wie beim ersten mal. Fazit: Je öfter du ein und denselben Schmerz (z.b. hervorgerufen durch eine Erinnerung oder einen Reiz) DURCHLEBST, desto mehr verblasst dieser, und desto weniger tut´s weh. Irgendwann wirst du nur noch relativ gefühlslos denken "ja, dieser Film war eine Erinnerung an meinen Ex" oder du vergisst es sogar vlt. komplett. Ich glaube das lässt sich allgemein auf die physische und psychische Konditionierung und Adaption des menschlichen Körpers zurückführen. Also ich würde diese Erinnerungen und Reize einfach annehmen und durchleben, mit der Zeit werden sie dann folglich garantiert schwächer. Soweit es in deiner Macht steht, würde ich allerdings neue Reize vehindern. Daher ist die u.A. die Kontaktsperre auch so wichtig, oder den Ex bei FB&co rigoros zu löschen. Ich konnte es vor kurzem erst selber wieder nicht lassen mal nen Blick auf das FB Profil meiner Ex zu werfen. Ergebnis: viele neue Bilder, ich hab sie kaum wieder erkannt. Ich war geschockt wie fremd sie mir nach nicht einmal 4 Monate ist, obwohl sie zuvor mehr als 8 Jahre der wichtigste Mensch in meinem Leben war...

Und nochmal zu diesem Buch, ja es ist nicht schlecht. Am Anfang saugt man sowieso alles auf, was irgendwie hilfreich erscheint. Bei mir waren es 2 Bücher, dieses Forum und natürlich Family+Freunde.

Ich finde allerdings dass du auch schon ziemlich weit bist, vor allem weil deine Trennung ja erst ca. 3 Wochen her ist. Man merkt schon dass du dich intensiv mit dem Thema beschäftigt hast ;) Du wirst sehen, es wird dir mit der Zeit immer besser gehen. Aber mach dir auch bewusst dass dieser "Aufstieg" nicht kontinuierlich nach oben verlaufen wird. Auch nach 4 Monate gehe ich noch regelmäßig durch das Tal der Tränen :heulen:

Aber so schlimm wie in den ersten Wochen ist es natürlich nicht mehr...

Wir schaffen das schon irgendwie :party:

#35
Ja, es gibt nur eines: die Zeit wird die Wunden heilen, nur geht die blöde Zeit einfach soooo langsam vorbei und man muss diesen miesen Schmerz wie aussitzen, oder?

Und niemand kann einem helfen, ausser das wir hier drinnen uns wenigstens einbisschen verstehen und gegenseitig stützen können, aber wirklich uns den Schmerz nehmen, das kann niemand!!

An alle Mitleidenden, ich wünsche euch ganz viel Kraft!!!!!!!!!!!!!!!

#36
Lieber ManofFaith,

ich danke dir ganz herzlich für deine Antwort. Deine Ausführungen helfen mir sehr :) Es tut gut jemanden zu haben, der einen und das eigene Gefühlschaos versteht. Zwar war diese Beziehung deutlich kürzer als deine, jedoch war meine erste große Liebe deiner vergleichbar. 8 Jahre und ich merke erst jetzt, dass ich die Trennung zwar überlebt habe, aber sie damals nicht verarbeitet habe. Zu dem Zeitpunkt dachte ich natürlich ich hätte es gepackt, da der Schmerz von heute auf morgen einfach weg war. Aber es war eine große bedingungslose Liebe und so verstehe ich nun braucht es einen langen Atem bis man gestärkt am Gipfel ankommt. Diesen Weg habe ich damals am Basislager abgebrochen, wie ich jetzt erkenne. Und mich lieber in eine neue Beziehung gestürzt und dort Halt und Glück gesucht und zunächst gefunden. Aber aus der großen Angst wieder verlassen zu werden, habe ich mich zurückgestellt - bis es nicht mehr ging. Ich habe heute die ersten 50 Seiten des DW-Buches gelesen und der bisher wichtigste Satz für mich ist: "Tod und Trennung sind die schmerzhaftesten Erfahrungen im Leben." Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man eine Beziehung eingeht und sehr genau prüfen, ob man im Ernstfall wegen dieser Person wirklich bereit ist wieder zu leiden. Das nehme ich mir sehr zu Herzen. Außerdem will ich eine gleichberechtigte Partnerschaft. Eigentlich freue ich mich jetzt ein bisschen auf die kommende Selbsterfahrung. Und ohne diese Trennung hätte ich die Chance nicht. Am Ende, und da bin ich mir sicher, werde ich besser dastehen und die gleichen Fehler nicht noch einmal machen, dafür ist es einfach zu schmerzhaft. Lieber ManofFaith, in welcher Phase steckst du gerade?

Arbeitet sonst noch jemand mit dem Ratgeber von Doris Wolf?

Und die Kontaktsperre halte ich für unumgehbar. Seitdem geht es mir deutlich besser. Ich warte auf keine Anrufe, kein Skype, keine FB-Updates, keine Tweets. Er bestimmt nicht mehr mein Leben und meine Zeit. Und ich muss mich nicht "verstecken" wenn ich online bin, sondern kann mein Leben ohne ihn auch online weiterleben.

#37
Den Fehler den du damals leider anscheinend gemacht hast, versuche ich gerade zu vermeiden. Aber es ist verdammt schwierig. Nachdem ich in den ersten Wochen nach der Trennung "tot" war, habe ich mich mittlerweile wieder recht gut ins Leben zurück gekämpft. Trotzdem fehlt mir was. Der Verlust meiner ersten großen Liebe hat ne rießen Lücke in mir gerissen. Da ist sie wieder, die große "Leere" ;) . Und ich habe das Gefühl, dass momentan nur eine andere Frau, also eine neue Liebe, diese Leere in mir wieder füllen könnte. Aber genau darin liegt das Problem. Ich wäre ab dem ersten Tag mit meiner neuer Freundin wieder abhängig. Weil ich sie ja brauche um diese Lücke zu schließen. Langfristig würde diese "Abhängigkeitsbeziehung" jedoch bestimmt schief laufen...(Ungleichgewicht). Darum versuche ich jetzt erstmal zu warten dass sich diese Lücke von alleine schließt, durch mein eigenes Leben, durch mich selber...Ich denke du würdest mir zustimmen oder ? ;)

Und das mit den Phasen finde ich kann man so direkt nicht wirklich sagen. Also in meinem Fall kann ich das zumindest nicht. Am Anfang dachte ich mir auch dass ich die ein oder andere Phase schon hinter mir habe, aber man springt immer so ein bisschen hin und her denke ich, und die Übergänge sind fließend...Aber grundsätzlich ist da schon was dran.

Was ich speziell in den letzten Wochen gelernt habe, ist das "wieder mehr auf sich selber konzentrieren". Den Rat hab ich mehrfach kurz nach der Trennung zu hören bekommen. Ich habe ihn aufgenommen und mir mehrfach täglich vorgesagt. Aber im Nachhinein waren es damals für mich nur leere Worthülsen. Die wirkliche Bedeutung bzw. den Inhalt dieser Worte fange ich erst langsam zu verstehen und in der Praxis auch zu leben....Ich weiß nicht wie das bei dir jetzt ist...Aber bei mir ist genau dieser Satz momentan ein zentraler Bestandteil auf dem Weg wieder glücklich zu werden...

#38
TU ES NICHT!! :)

Es ist furchtbar schwer und die Bestätigung und Liebe wieder durch eine andere Person zu erfahren ist wunderschön. ABER gerade da du jetzt erst in der Aufarbeitungsphase also dem Basislager steckst, musst du deinen Weg weitergehen. Die Trennungsschmerzen sind noch so frisch für dich, dass du (vermutlich wie ich) in der neuen Beziehung stetig Angst hättest, dass genau das wieder passiert. Du würdest deiner Partnerin alles recht machen, nur damit sie nicht geht. Es ist unvorstellbar wie man sich unter diesen Geschehnissen verändert. Ich habe mich nicht wiedererkannt :(

Und am Ende muss so eine Beziehung scheitern, und dann tut es doppelt weh. Deshalb ist das "auf dich selbst konzentrieren" so wichtig. Bei mir ist es vermutlich im Moment das Zentralthema, da ich ein Jahr praktisch kein eigenes Leben hatte. Ich finde die Auseinandersetzung mit sich selbst über das Forum hier und diverse Bücher ist mein Weg nach vorne. Ich investiere jetzt die Zeit und Energie in mich, die ich früher in meine Beziehung gesteckt habe. Und das tut gut, das gibt mir Perspektive. Und ich weiß, ich werde es zum Gipfel schaffen. Auf die Aussicht freue ich mich schon..

#39
Ich bin heute wieder so müde :rolleyes:

Ich kann im Moment schlafen soviel ich will und es wird einfach nicht besser. Die Erkältung geht nicht weg und ich fühle mich wie ein Zoombie nach einem Marathon-Lauf. Ich weiß, dass der psychische Stress mit den körperlichen Reaktionen zusammenhängt und es dauert eben seine Zeit. Nur gerade jetzt könnte ich einen fitten Körper brauchen, damit ich wieder am Leben teilhaben kann. Anscheinend brauchen aber Kopf und Körper noch Bettruhe :cool:

Ich habe heute einiges über Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein et cetera gelesen und freudig festgestellt, da es zumindest in den Bereichen ganz gut um mich gestellt ist. Hatte vermutet, dass mein anhängliches letztes Jahr darauf beruhen könnte, aber zu weiten Teilen stehe ich in meiner Analyse gut da. Kann teilweise nicht einmal nachvollziehen von welchen Probleme dort gesprochen wird.

Somit komme ich für mich zu dem Schluss, dass ich mich für die Beziehung zu sehr aufgegeben habe, weil es 1. die Umstände verlangt haben 2. der Mann ziemlich perfekt war 3. weil ich die Routine nicht aufgeben wollte, Angst vor Veränderungen hatte 4. keine weitere Trennung mehr durchleben wollte. Leider waren die Umstände wirklich sehr unglücklich und hätten vermutlich jede andere Beziehung schon viel früher getötet. Ein kleines Wunder, dass wir so lange ausgehalten haben. Sich das einzugestehen tut weh :(

Ich sehe es nicht als mein Fehler es probiert zu haben, die Kompromisse gemacht zu haben - andernfalls hätte die Beziehung von Anfang an keine Chance gehabt. Somit war es ein tolles, aber ein hartes Jahr. Ob all das am Ende Einfluss auf seine Entscheidung hatte, weiß ich nicht. Seine Zukunftsvorstellungen waren leider sehr konkret. Und für Kompromisse, die eine interkulturelle Beziehung erfordern würden, nicht offen. :( Vermutlich wäre es ähnlich ausgegangen, wenn im letzten Jahr alles perfekt gewesen wäre. Aber wer ist schon perfekt? Und jetzt ewig in einer Fernbeziehung zu kämpfen, die der andere eigentlich gar nicht will, ist ja auch nicht sonderlich sinnvoll.

Harte Erkenntnisse..

#40
sch*** Abend :( Ich gebe eine Runde Selbstmitleid, Sehnsucht, Kopfweh und Einsamkeit aus..

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