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Mein Händchen für Gestörte ...

21 Antworten1'430 AufrufeGestartet von Onlinerin ·

OnlinerinThemenstart
#1
Hi ...

Ich bin grade wieder sehr am Verzweifeln.

Nachdem ich im März/April dieses Jahres endlich mal soweit war, "meinen" bis dahin aktuellen Bindungsgestörten endlich ziehen zu lassen (hat auch nur >=15 Trennungen in 4 Jahren gebraucht ... Teilaspekte dürften hier auch noch zu finden sein), und mit einer mittleren depressiven Verstimmung (Selbstdiagnose) noch ganz gut davongekommen bin ... lief mir mitten in diesem Tief wieder mal wieder ein Typ aus dem Internet über den Weg, der mir in der Situation grade recht kam, lustig, nicht uncharmant und auch nicht ganz dicht - nun, der hatte dann wenigstens nach einem Treffen nicht mehr so recht das Interesse und das schlief relativ schmerzlos wieder ein. Unnötig zu erwähnen, dass der von sich auch sagte, er sei nicht beziehungsfähig.

Zwischendurch wäre ich fast nochmal mit einer (ganz) alten Affäre 'tätlich' geworden, aber die Sache ist schon fast zu alt, um noch gefährlich zu sein, das tat nur kurz ein kleines bißchen weh. Gestört ist der aber auch, das ist eine 'Kiste' die seit fast 12 Jahren besteht, obwohl wir nur ein paar Monate wirklich eine Affäre hatten.

Gesessen hat das alles trotzdem, 3x in 4 Monaten danebengegriffen zu haben machte mich nicht unbedingt froher.

Im August dann kam ich nicht drum herum, einen ganz unwahrscheinlich attraktiven Nachbarn (seit 2 Jahren) 'abzuklopfen'. Primär hatte ich es zugegebenermaßen auf diesen Body abgesehen, eine griechische Statue beschreibt das nur unzulänglich.

Nun, er stand dem ganzen sehr offen gegenüber und nachdem der erste Anlauf alkoholbedingt im Sand verlaufen ist, klappte es tags drauf besser und so kamen wir mehr oder weniger unversehens zusammen. Er hatte auch gerade Probleme mit der Wohnsituation und zog praktisch augenblicklich bei mir ein.

Mir dämmerte erst ab da, dass ich 2 Jahre lang einen ganz wunderbaren Menschen übersehen hatte, also ganz unabhängig vom Äußeren. Wir verbrachten eine wundervolle Zeit, dieser Mann hat Qualitäten, die ich gar nicht mehr zu finden gehofft hatte. Er ist ordentlich, systematisch, talentiert und begabt, intelligent, 'gut erzogen', hat zu einigen wesentlichen Dingen die gleiche (womöglich auch kaputte) Einstellung wie ich, ist zärtlich, aufmerksam, sensibel und gab mir überhaupt ein kaum zu beschreibendes Gefühl, auch selbst ein toller Mensch zu sein. Früher neigte ich immer dazu, mich meinem Partner zu assimilieren und das blieb hier ganz aus (denke ich doch). Wir konnten (können?) stundenlang reden, laufen uns nicht tot, hängen nicht fest, jeder gibt dem anderen wieder Inspiration und dazwischen fliegen immer Komplimente zu mir, es war der Himmel.

Im Laufe dieser vielen Gespräche kam auch heraus, dass ich bei ihm offene Türen eingerannt habe. Er war schon seit längerem durchaus an mir interessiert, dem stand nur zum einen meine da noch bestehende Beziehung im Weg und zum anderen, dass ich ihn aus diversen Gründen, von denen mir nur drei inzwischen klar zu sein scheinen, wie gesagt auch gründlich übersehen hatte. Er war/ist auch mit meinem Ex-Partner befreundet, und als diese Beziehung endgültig im Sand war, stellte sich uns beiden unabhängig voneinander die Frage, wie (zur Hölle!) wir uns jetzt sehen sollen, wenn diese Beiläufigkeit, wenn er eben meinen Partner in meiner WG aufsucht, nicht mehr gegeben ist. Es waren auch lauter so kleine Details, die er so beiläufig erzählte, die mich ungeheuer begeistert haben - er schien das eben auch einfach nur so zu erzählen in einem eigentlich ganz anderen Kontext, und eben grade nicht, um mich zu beeindrucken.

Vor ein paar Wochen hatten wir dann schon einmal ein Gespräch übers "Eingemachte" und da kristallisierte sich schon das Problem heraus - ich hab drüber hinweggehört und gedacht, er traut sich halt nicht. Er meinte, er sei kein Gefühls- und kein Beziehungsmensch und überhaupt wirkten wir doch gar nicht weiter verliebt. Ich hab wie gesagt gedacht bzw. denken wollen, er traut sich halt nicht, denkt womöglich, ich bin nur hinter seinem Körper her (obwohl wir nicht viel Sex hatten, vielleicht 5x insgesamt), allerdings hab ich das schon richtiggestellt, dass das womöglich für ihn gelte, für mich allerdings definitiv nicht (das mit dem Nicht-Verliebtsein). Es änderte sich auch nichts im Zusammenleben, in dem wonnig-wattig Dahinschweben, das ganz ehrlich nicht nur darauf beruhte, dass ich mich hammerhart verliebt hatte, sondern eben auch darauf, was er mir zu geben vermag. Wir fuhren auch zusammen ein paar Tage zu mir nach Hause und bis auf Verstimmungen, auf die ich gleich zu sprechen komme, schien es keine Probleme zu geben.

So, und jetzt kommen wir zu dem Punkt, wo mein Händchen für Gestörte wieder eine Rolle spielt. Dieser wunderbare Mensch trägt ein paar Verletzungen mit sich, körperlich und seelisch, die in ... ich weiß nicht was resultieren. Ich studiere selbst Psychologie (jaja, bitte nicht spotten) und kann mir deswegen dort, wo es komplex wird, manchmal einen professionellen Blick auf die Dinge nicht verkneifen (trotzdem analysiere ich nicht alles was da kreucht und fleucht, bitte. Alltagspsychologie wendet sowieso jeder Mensch an und meine Sicht der Dinge ist nur minimal geschliffener, außerdem traue ich mir ohnehin nicht zu, ein sicheres Urteil zu fällen); und da weiß ich nun nicht mehr so recht, ob ich es der esoterischen Ecke oder dem Verfolgungswahn zuschreiben soll, wenn er sagt, dass ihm körperliche und seelische Verstimmungen eins sind und auch tatsächlich unter körperlichen Schmerzen leidet, und die dann dem Einfluss von anderen Leuten zuschreibt. Vorausgesetzt, alles was er erzählt hat ist wahr, wäre das größtenteils allein schon Grund genug, drunter zu leiden, dazu bin ich kurz davor, in ein paar real existierende Konflikte hineingezogen zu werden, die sich nicht von der Hand weisen lassen und die 'gesündere' Partei in dem Konflikt ist schon definitiv er und nicht die anderen, die ich auch kenne.

Jedenfalls, es wechselt sich ab zwischen Phasen, wo es ihm gut geht, und er zu geben in der Lage ist, und Phasen, wo er einfach nur leidet, unter Schmerzen außen wie innen und überhaupt großer Verzweiflung. In den schlechten Phasen kapselt er sich total ab, wahrt nach außen hin noch einigermaßen die Form, kann unter Umständen unter den richtigen Leuten auch nochmal auftauen, aber das hält dann auch nur so lange vor wie die Situation andauert. Mir gegenüber schafft er das nicht mehr, kann dann kaum mehr als 2 Silben mit mir reden. Aus leidvoller "Lehre" aus der vorigen Beziehung resultiert bei mir daraus eine echte Panik - mein Ex-Partner hatte mir so jeweils zu "verstehen" gegeben, dass er die Beziehung für gescheitert erachtet, der Höhepunkt war, als er eines Morgens mitsamt seinem Bettzeug fluchtartig mein Bett verließ. Das ist wirklich ein schönes Wachwerden. Das habe ich nun leider oft genug erlebt, um das als Muster 'erkannt' zu haben und dann eben auch panisch zu reagieren, zu verkrampfen, wenn es dem Wundervollen einfach nur schlecht ging.

Seit ein paar Tagen nun ging es ihm wieer schlecht, er bunkerte und mauerte, schlief zu allem Überfluss im Wohnzimmer - was eine grauenhafte Parallele mit sich brachte, als ich ihn in Ruhe lassen wollte und schon im Bett war, gerade mühsam eingedöst, und er hereinkam, um sein Bettzeug zu holen *schlotter*. Ich hab versucht, ihn nicht zu bedrängen, zu bedeuten, dass ich da bin, aber mich dabei nicht aufzudrängen. War nicht lustig, aber ich sah keinen Bezug zu mir, hab mir auch 'schöngedacht', was wir alles schon hatten, wie lange er versucht hatte, mich kennenzulernen, wie zärtlich er war, wie gut und sensibel ...

Gestern abend dann versuchte ich mich recht verzweifelt am Rechner zu beschäftigen, als er hereinkam und fragte, wie wir denn das machen könnten, mit dem freien Zimmer in meiner WG, er würde mir da gerne Miete geben, usw. usf. Mir schwante böses und überhaupt brannte mir die Frage auf den Nägeln und so fragte ich, in welchem Zusammenhang das mit uns steht bzw. was das für uns bedeutet. Die Antwort war schlimmer als ich erwartet hatte - mit einem Irrtum seinerseits hätte ich noch irgendwie leben können.

Was mich jetzt wirklich fertig macht, er sagt und ich glaube es ihm, dass er mich wirklich mag, dass ich seit langem die erste Frau war, die er überhaupt näher und über Sex hinausgehend kennenlernen wollte, dass er noch ganz viel mit mir machen will (Sehenswürdigkeiten, Freizeitaktivitäten usw.), aber dass er nicht lieben kann und nicht Beziehung leben. Dass er auf einer 30-jährigen Ausziehcouch im Wohnzimmer besser geschlafen habe (bzgl. der körperlichen Probleme) als auf seiner Supermatratze, die wir mittlerweile in mein Bett gelegt hatten anstelle meines lapprigen Futons, dass es ihn wirklich kaputt macht, so nah mit mir zu sein. Ich musste dabei ziemlich schnell losheulen, er nahm mich in den Arm, hielt mich, ließ mich heulen, schreien und schluchzen, sagte, dass es ihm auch echt leid täte, dass der Weg das Ziel sein und wir übers Ziel hinausgeschossen wären, und zwischen vielen Tränen von mir redeten wir wieder stundenlang über sein Leben und meine Gefühle. Später tranken wir miteinander eine mittlere Menge Cola-Rum (ohne betrunken zu werden, auch so ein Phänomen zwischen uns, ich kann weitaus mehr trinken als allein, wenn er dabei ist - ist kein Qualitätsmerkmal, aber seltsam und interessant), aßen zu Abend, sahen fern und später noch eine DVD. Er war die ganze Zeit unglaublich lieb, ließ Körperkontakt zu und nahm ihn auch selbst auf und schien sogar recht entspannt zu sein im Vergleich zu den angespannten Tagen zuvor.

Dann kam noch mein anderer Mitbewohner nach Hause, der ein paar Tage unterwegs gewesen war, und dadurch erledigte sich für ihn die Option, wieder im Wohnzimmer zu schlafen. Nach der DVD beendeten wir den Abend bzw. Morgen langsam und zunächst holte er sein Bettzeug in mein Zimmer. War dabei aber eher kümmerlich und mir war auch nicht wohl dabei, einerseits glaube ich ihm wirklich, dass er verletzlicher ist, wenn er zuviel Nähe zuläßt (jetzt mal ganz unabhängig, ob man dabei an Einflüsse von außen oder an Probleme im Inneren glauben mag), andererseits wäre es ja nur ein Aufschub gewesen, wenn wir die Sache beenden müssen. Also bot ich ihm an, ihm schnell zu helfen, meinen ausgelagerten Futon auszurollen, damit er im eigenen Zimmer schlafen kann. Er war mir sehr dankbar, küßte mich noch auf die Backe, schenkte mir ein Umarmung, und dann ging ich wieder in mein Zimmer. Immerhin konnte ich überraschend schnell schlafen, obwohl ich wirklich nicht angetrunken und auch heute morgen alles andere als restalkoholisiert oder verkatert. Und der Wunderbare scheint sich gestern total verausgabt zu haben, er war noch ein paar Stunden ganz heiter und am frühen Nachmittag kippte es wieder ab und er mauert sich wieder ganz ein.

Und ich schreie, tobe und heule und kann es nicht fassen. Die ganze kurze Geschichte meiner paar Männer besteht aus Bindungs- und Beziehungsgestörten. Der letzte hat mich vermutlich nicht mal jemals geliebt und dann finde ich ein wahres Goldstück, ein Engel von einem Menschen, und das meine ich wirklich so, nicht nur aus Verliebtsein und Verzweiflung, und dann kann der sich nicht öffnen, weil ihn das körperlich zerrüttet (wie gesagt, unabhängig, wo man den Ursprung suchen will).

Dazu steht mein Studium in der Endphase, ein Kommilitone hängt mit mir zusammen in der Diplomarbeit und ich sehe schon wieder kein Licht, keinen Sinn, keinen Hoffnungsschimmer. Das Studium interessiert mich schon länger nicht mehr wirklich, mir dämmert nur, dass ich emotionssüchtig bin und dringend nötig hätte, mal therapeutisch meine Familie abzuarbeiten, aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dafür die Kraft aufzubringen, fühle mich wieder am Rande des schwarzen Lochs voll Depression :-/

#2
Distanz muss ja nicht unbedingt Beziehungsabbruch heissen: Abklären, wieviel eigenes Territorium er braucht, und dann Wohnsituation entsprechend anpassen!

lg Nuthello

bearbeitet #3
Tjo, sowas ähnliches erhoff ich mir auch -

Auch für jemanden ohne somatische Probleme war die Situation wie sie war sicherlich hardcore - jahrelang nix und das längste 5 Monate und dann auf einmal hautnah und schier unzertrennlich ...

Und die Grenze zwischen guten Freunden, engen Freunden, engen Freunden mit Sex und Beziehung ist fließend - und dass wir den Sex so außen vor gelassen haben, war eigentlich eh mehr ein Versehen, auch das kam gestern Abend noch zur Sprache ... und ich wäre jedenfalls nicht abgeneigt, das noch nachzuholen und er auch nicht, hieß es ...

Momentan geht 's ihm halt wieder mal schlecht, körperlich und seelisch eben, da zieht auch noch eine Erkältung hoch, und mit der Zeit werden wir schon sehen ... vielleicht geht 's ja doch, dass er langsam Vertrauen aufbaut, wenn ich ihm genug Raum lasse, und mit wachsendem Vertrauen auch die Probleme nachlassen. Ich hoffe halt drauf; wert ist er 's auf jeden Fall und glücklich damit, wie er lebt/leben muss ist er auch nicht und er hat 's nicht verdient, so gequält zu sein ...

#4
Und die Grenze zwischen guten Freunden, engen Freunden, engen Freunden mit Sex und Beziehung ist fließend
Ein Wort in Gottes Ohr, ich warte schon lange darauf, dass mich mal jemand über diese Feinheiten aufklärt ... :rolleyes:

"und dass wir den Sex so außen vor gelassen haben, war eigentlich eh mehr ein Versehen" - wie bitte, aus Versehen den Sex vergessen??? :schief:

Ich frag mich eher, ob für ihn nicht alles a bisserl schnell ging. :nono:

#5
Ich frag mich eher, ob für ihn nicht alles a bisserl schnell ging.
das meinte ich mit:

... war die Situation wie sie war sicherlich hardcore - jahrelang nix und das längste 5 Monate und dann auf einmal hautnah und schier unzertrennlich ...
dazu fühlte er sich schon meinem Wohlwollen ziemlich ausgeliefert, so wie er hier in die WG gerutscht ist, wir haben 's zwar angesprochen, aber das kann nicht alle schlechten Gefühle zerstreuen.

und "aus Versehen den Sex vergessen" - jein, so einfach ist das alles nicht ... ich bin keine Männerfresserin, hab keine große Routine weder im Beziehungsanbahnen noch darin, mal unverbindlich im Bett zu landen. Meinerseits hab ich wie gesagt stellenweise Angst gehabt, er sieht sich nur als mein Bettspielzeugchen, wenn ich "zu oft über ihn herfalle"; was ihn bewogen hat, kann ich nicht ausmachen ... gestern Abend hab ich jedenfalls gesagt, es täte mir leid, dass wir das nicht öfters mal haben passieren lassen, und falls ihm danach wäre usw. ... und er schien durchaus aufgeschlossen ... wie gesagt ...

#6
so fast 2 wochen sind vergangen und ... ich heule immer noch.

seine stimmungsschwankungen sind nach wie vor da, und auch wenn ich mir eigentlich rational sicher bin, dass die nichts mit mir zu tun haben, treffen sie mich immer noch tief. dabei gibt es nicht mal mehr was zu befürchten, da ist nichts im sinne von beziehung, was gefährdet sein könnte, aber es stresst mich immer noch sehr.

auf der anderen seite, wenn die stimmung erträglich ist, ist er immer noch fast untrennbar von mir, initiiert von sich aus gemeinsame aktivitäten und dabei fehlt dann fast nichts, außer dem schritt, sich in den arm zu nehmen. die rein räumliche nähe wäre da (und zwar, ohne dass ich sie herbeiführen würde, er kommt zu mir, nicht umgekehrt), es wäre nur eine handbewegung nötig, nur dass die dann keiner macht. warum er es nicht tut, weiß ich nicht und traue mich nicht zu fragen, und ich traue mich oft nicht, weil ich ihn nicht bedrängen geschweigedenn ihm wehtun will. mitunter traue ich mich dann doch, bzw. geb dem impuls nach ohne nachzudenken, und nehme ein bißchen körperkontakt auf, darauf kommt dann zwar keine erwiderung, aber auch keine abwehr.

unlängst hatte er noch geburtstag, schob kurz nach 12 das gratulierenlassen noch vor sich her, bis ich ihn explizit aufforderte, sich mal gratulieren zu lassen. da gab 's dann einen sekundenbruchteil, wo wir uns fast auf den mund geküsst hätten, dann drehten wir beide ab und ich küsste ihn nur auf die backe. für mein geschenk hat er sich bedankt, indem er mich auf die stirn küsste.

-----

in meinem kopf ist das alles noch nicht angekommen, sind wir noch zusammen. ich warte, wann er heimkommt, will wissen, wie es ihm geht, will mich um ihn kümmern.

was für ein bullshit.

sehnsucht nach ihm hab ich sowieso, sehnsucht nach der tiefe der gespräche, nach der wärme der haut, der zärtlichkeit wo ich sie nicht erwartet habe ... nach dem traum den ich hatte ...

ich will ihn loslassen, meinen kopf freikriegen und nicht den ganzen tag an ihn denken ... himmel, das ware nur 2 monate, das kann doch wohl nicht sein, dass ich so am rad drehe und nicht mehr auf ein normales level herunterkomme

#7
Hat sich denn seine Wohnsituation jetzt geklärt?

#8
eigentlich schon, ich hab ein zimmer in der wg frei, und er findet 's ok, auch wenn es winzig ist. die anderen jungs haben auch kein problem damit, also wohnt er jetzt da.

#9
Sicher eine praktische Lösung, hinsichtlich Klärung eurer Beziehung aber ev. auch mit Nachteilen behaftet. Es fehlt ihm ein eigenes "Territorium", wo er vollständig "zu sich" kommen könnte. Erst dadurch könnte (allenfalls) so was wie Anziehung, Spannung, Sehnsucht aufkommen, so wie jetzt bleibt's wohl bei dieser Art diffuser Zufriedenheit.

#10
hm jein.

ist logischerweise schon naheliegend, dass so eine wg keinen raum bietet.

allerdings hab ich aus der wohnung nach 3 jahren schon eher die erfahrung, dass man sich hier ziemlich gut abschotten kann, was auch mit der gesamtwohnsituation zusammenhängt. abgesehen davon hat auch jeder freien auslauf, da muss man sich nichtmal zwangsläufig begegnen.

dazu kommt sicherlich auch, dass ich kreuzfroh bin, ihn zumindest zu hören ... ich hab aber schon mit anderen exen zusammengewohnt, wo es 'unappetitlicher' war, man kann sich hier schon wirklich aus dem weg gehen

#11
Dass man sich aus dem Weg gehen kann, bezweifle ich nicht, und ich halte euer Zusammenleben auch nicht für unapettitlich oder beengend. Ich sage nur, dass ich es unter diesen Umständen für nicht sehr wahrscheinlich halte, dass sich seine - ich bleibe bei diesem Ausdruck - diffuse Zufriedenheit in Klarheit verwandelt, was er von dir will und was nicht. Dafür müsste er nicht nur ein eigenes Territorium haben, sondern schlicht auch mehr Distanz - auch in Momenten, wo ihm gewisse Aufmerksamkeiten von deiner Seite ganz angenehm sind.

Ich glaube, du unterschätzt die Rolle, die du selber in dieser Angelegenheit spielst (obwohl du mit dem Therad-Titel bewiesen hast, dass du mehr weisst oder ahnst als du zugibst).

#12
hm.

echte distanz wird sich kurz- bis mittelfristig sowieso nicht schaffen lassen, da stehen einige faktoren dagegen, und selbst eine andere wohnung in der nähe würde noch zuviel selbstverständliches über-den-weg-laufen bedeuten. das steht zwar der geschichte aus dem frühsommer entgegen, als wir ja unabhängig voneinander beide überlegten, wie man sich denn antreffen soll (siehe oben); aber seitdem hat sich auch einiges getan und drum bin ich da mal grundsätzlich skeptisch.

tja und meine rolle bei diesen spielchen. gute frage. mir gehen in den letzten monaten schon ab und zu mal ein paar lichter auf, aber das allein hilft halt noch nicht weiter, um alte muster aufzubrechen. eine therapie wird helfen hoff ich, muss nur noch die motivation finden, das auch einzuleiten.

akut tu ich natürlich nicht viel dafür, dass er meine wg wieder verlässt - das bring ich aber auch nicht übers herz, zum einen weil ich ja schon will, dass er in meiner nähe ist, zum anderen, weil ich ihn schlicht nicht auf die straße setzen will bzw. kann und es momentan auch gar keine andere option gibt.

ich bin mir auch gar nicht so sicher, ob ich ihn aus dieser "diffusen zufriedenheit" rausboxen will, bißchen zufriedenheit ist vielleicht besser (und heilsamer) als irgendwas mit gewalt durchgesetztes. so sehr ich mich verliebt hab in den verworrenen korken da, so sehr leuchtet mir auch ein, dass es mit seinem status quo ohnehin nicht gut ausginge.

insofern, lieber trauer ich das noch weg und wir finden dann zumindest vorläufig eine freundschaftliche basis, und er kriegt die zeit, zum einen vertrauen aufzubauen und zum anderen mit sich selber bissel klarer zu werden (mit verlaub, da hat 's therapiebedarf) und dann schauen wir mal, was dann noch weiter passieren kann.

wär für mich auch besser, mich mal mit mir selbst auseinander zu setzen, das bleibt seit jahren massiv auf der strecke, vllt. schaff ich es deswegen mit so großer eleganz, mich immer wieder in solche sackgassen reinzureiten.

#13
Solange du ihn bemutterst - so heisst das nämlich im Klartext - wird er dir gegenüber niemals als Lover auftreten, kann er das gar nicht. Das ist die Rolle, die du in diesem Stück wohl spielst. Und ich will es dir auch gar nicht vermiesen, wenn es dir lieber ist, ihn immer ein bisschen in der Nähe zu haben, als ihn vielleicht tatsächlich zu verlieren, dann ist das durchaus eine valable Option. Glaubst du mir's nicht? Dann frag doch mal Leute aus deinem Freundeskreis. Für eine Therapie - da hast du recht - ist die Situation wohl noch zu wenig verfahren.

lg Nuthello

#14
*kopfkratz*

ich glaub du siehst das bißchen falsch.

angefangen damit, dass ich mir weißgott nicht mehr sicher bin, was dabei rauskommen soll. tut schei*e weh und bin nicht glücklich damit, aber womöglich ist es wirklich besser so als mit beziehung/affäre um jeden preis.

bemuttern kann ich aus dem zurverfügungstellen eines winzigen zimmers auch nicht rauslesen, aber egal.

und therapie brauchen wir beide unabhängig von allem anderen, und zwar dringend. ich seh meine altlasten aus 2 generationen, und bei ihm mein ich es auch rauszuhören, dass das helfen könnte, mit dem leben glücklicher zu werden.

#15
shit. ich rutsche ab.

hab die tage so viel heulen müssen, war mir zuerst unheimlich, aber trauern ist halt net berechenbar.

dann schien es besser, ich dachte schon, die heulerei davor wär das finale gewesen. es ging soweit ganz gut, mußt nicht heulen, konnt ganz gut mit ihm umgehen. wir haben paar sachen erledigt, haben uns auch gut verstanden, und ganz überraschend initiierte auch er mal wieder körperkontakt, hat mich direkt gewundert. tat mir aber nicht bewusst weh.

und jetzt rutsch ich plötzlich ab, nicht in trauer und geheule, sondern ins nichts-fühlen, ins depressive. wie geht das denn jetzt, grad wo ich dachte, ich komm da noch aufrecht raus, plötzlich absturz, abschuss, keine empfindungen mehr außer leichtem bodenfrost. all der scheiß der mich schon gut gelaunt nur nervt und nicht interessiert, endgültig komplett wertlos und die überlegung, würde ich nachts im schlaf plötzlich sterben, fiele das als erstes meinem komillitonen auf, und das auch nur, weil wir zusammen an was arbeiten. wie ernüchternd -.-

#16
:trost: :trost: :trost: :schmatz: :super:

Passiert dir das öfter oder nur jetzt?

Was spricht dagegen, jetzt mal eine vertiefte Aussprache mit ihm anzupeilen?

#17
depressive anwandlungen?

vor diesem sommer nicht, seitdem sagen wir mal zum 2. mal.

was soll ich denn mit ihm aussprechen?

er hat im moment genug drängende sachen am hals, da hüt ich mich schon mal, neue sachen auf den tisch zu bringen.

zwotens, seine aussage war letztlich klipp und klar, er kann keine beziehung leben, weil es ihm da schlicht und einfach körperlich schlecht geht. und ich sehe, dass es ihm körperlich besser geht jetzt. woher das kommt und was man dagegen tun kann, dazu hab ich eine ansicht, die mglw. auch täuscht, und er hat keine motivation, das von der psychischen seite her anzugehen. bestenfalls eine psychosomatische behandlung, wieviel die bringen könnte in sachen bindungsfähigkeit, keine ahnung.

drittens, ob sich da jemals noch was ergibt, das hab ich mir auch selbst auf die lange bank geschoben. ich muss da erstmal wieder rauskommen (was ich dachte geschafft zu haben), wenn dann nochmal was neues kommt, umso besser - aber vorher muss ich bei mir und damit erstmal wieder klar kommen.

#18
Wenn es so steht, weiss ich auch nichts anderes als dir mal einen Blick in

http://de.wikipedia.org/wiki/Trauer

zu empfehlen. Du siehst dort, dass depressive Symptome in deiner Lage zu einem gewissen Grade normal sind und mit der Zeit vorübergehen sollten. Ausserdem empfehle ich dir, den von dir selber als "Täterin" beigesteuerten Anteil an der ganzen Geschichte speziell ins Auge zu fassen (vgl. Titel dieses Threads!).

:trost:

#19
regt mich als reaktive depressive episode auch nicht weiter auf, überrascht mich nur -

ich dachte, ich hätt meinen durchhänger schon gehabt, rumgeheult wie wild und dass es das gewesen wäre.

stattdessen kommt erst noch ein neues tief und dann die totale verflachung - überrascht mich. und ich hab auch wenig lust drauf, nochmal in das loch zu fallen, wo alles, was einen vom totalen blödsinn abhält, die grundsätzliche antriebslosigkeit ist -- ganz davon abgesehen, dass ich es nicht brauchen kann ...

#20
wieso gibt 's hier eigentlich keinen "ich-werf-mich-trommelnd-auf-den-boden"-thread???

ich brauch grad so dringend ne wirklich vertraute person wo ich mich einrollen kann und über den kopf gestreichelt bekomme, jetzt bin ich auch noch krank und er hat schon wieder seit 2 tagen nicht mit mir gesprochen.

und obwohl ich sehe und ganz ganz langsam auch lerne, dass das wenig mit mir zu tun hat sondern ein generelles stimmungsproblem von ihm ist, ist trotzdem das einzige was mir nach wie vor dazu einfällt ist, dass jetzt bei mir der (also mein) lack ab ist und er mich für rettungslos blöd und beschränkt hält -- er hatte mir so viele tolle komplimente gemacht ("so 'ne starke und intelligente frau") und wenigstens eine gute meinung soll er doch bitte von mir haben, wenn schon mehr nicht geht.

mitte-ende letzter woche hatten wir paar echt gute tage, den einen tag ging 's mir schon mal psychisch ziemlich scheiße, ich war so richtig schlecht drauf zwischen weinen und sachen-an-die-wand-werfen, war dabei zu sehnsüchtig um mich zurückzuziehen und kauerte so im wohnzimmer herum. ich wollte sehr dringend körperkontakt, bißchen fremde körperwärme spüren, traute mich aber nicht zu ihm hin; für die sorte zuwendung ist er ja eigentlich nicht mehr da -- und plötzlich dreht er sich auf der couch herum und fragt, ob ich ihm die schultern massieren könne, die fühlten sich nicht gut an. MEIN GOTT, die perfekte lösung, ich krieg meine körperwärme, die ich so gesucht hab, darf auch noch hemmungslos hand an diesen wunderkörper legen, und muss mich dabei nicht irgendwie prostituieren, weil er noch auf mich zukam! er ließ sich sogar zweimal, als ich meine hände ausschütteln musste, rücklings in meinen schoß sinken, nur sekundenlang, aber das war doch sehr innig - also nicht nur, fast am ganzen körper kontakt zu haben, sondern auch wie er sich hat hinsinken lassen, da war er ganz kurz ganz entspannt, ganz offen, was er sonst wirklich nicht oft ist und vor allem nicht mehr, seit wir die (illusion von) beziehung beendet haben ...

das ging dann noch ein-zwei tage recht freundlich-spaßig weiter, mit rumgealber wie flirtende teenager, sogar ein paar bussis auf den mund waren da drin, und seit samstag mauert er wieder :(

tja und warum macht mich das fertig?

a) vermisse ich die 'warmen' phasen, weil ich trotz kurzer episode und immerhin schon 1 monat trennung sehr an ihm hänge (und letztlich auch noch hoffe)

B) ist es anstrengend, in ner ohnehin nicht konfliktfreien wg so ein launisches wesen zu haben, das einen zeitweise völlig ignoriert/schneidet

c) tut er mir leid, dass er diese schwankungen hat, das macht nicht gerade den anschein, angenehm zu sein.

mal noch ne überlegung zum täteraspekt (vgl. nuthello vom 02.11.).

da ist mir in den letzten monaten schon einiges klar geworden, wo das herkommt bzw. welche muster ich gelernt hab z.b., kommt mir nur deutlich zu umfangreich vor, das schreit nach therapie bzw. schon fast analyse.

ungeheuer ist mir nur, mit welcher treffsicherheit ich quasi wildfremde rauspicke, die dann wieder genau das schema zeigen, wenn man an der oberfläche kratzt.

und wie rettungslos meine sehnsucht nach symbiotischer nähe ist, dass ich mich so knall auf fall kopfüber hineinstürze und das mit zunehmendem alter auch nicht unbedingt besser wird sondern eher noch schlimmer, anhänglicher.

obwohl mir rückblickend schon langsam einleuchtet, wann ich mich intelligenterweise hätte aus einigen früheren beziehungen verpissen sollen, komm ich trotzdem schon wieder nicht drüber weg, dass der letzte traum wieder zum platzen verurteilt war. obwohl mir sogar noch genügend gründe einfallen, warum der mann so wie er jetzt ist, auch nur gift für mich wäre und das nicht gut ausgehen würde, kann ich die sonnenseiten nicht vergessen, er hat halt auch so viel, was er mir geben kann :( (und unnötig zu erwähnen, dass mir das andere nicht unbedingt immer gegeben haben)

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