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Meine kleine tragische Geschichte - wie kann ich das akzeptieren?

26 Antworten2'807 AufrufeGestartet von Yarden ·

YardenThemenstart
#1
Hier ist kleine, aber wie ich finde unendlich traurige Geschichte meiner verlorenen Liebe. Ich stehe momentan noch immer unter Schock und weiß gar nicht, wie ich meinen Alltag auf die Reihe kriegen soll. Der Gedanke, ihn nie wieder küssen, umarmen zu können, diese Endgültigkeit kann ich einfach nicht fassen…

Wir haben uns im August kennen gelernt und uns sofort ineinander verliebt. S. ist vier Jahre jünger als ich, was mich zwar am Anfang ein wenig irritiert hat, aber dann nur nebensächlich war angesichts der tiefen Verbindung, die zwischen uns war. Außerdem befinden wir uns am gleichen Punkt im Studium, schreiben gerade beide unsere Diplomarbeit (er ist halt ein ganz Schneller, ich habe etwas länger gebraucht, war im Ausland etc.), sodass der Altersunterschied wirklich keine Rolle gespielt hat. Auch hatte ich von Beginn an das Gefühl, es mit dem reifsten Mann zu tun zu haben, den ich jemals kennen gelernt habe. S. ist sehr klug, scharfsinnig, hat den gleichen etwas dunklen Humor wie ich. Ich muss dazu sagen, ich finde nichts langweiliger als einen Mann, von dem ich das Gefühl habe, er ist mir nicht gewachsen, kann von mir rhetorisch niederargumentiert werden und versteht meinen schrägen Humor nicht. Bei S. hingegen spürte ich dagegen gleich so etwas wie Seelenverwandschaft. Vielleicht sogar zu stark ausgeprägt, wenn ich im Nachhinein so grüble (und das tue ich permanent während den letzten Wochen). Was ich damit meine: Ich bin ein sehr misstrauischer, zynischer Mensch, bin in meinem Leben oft verletzt und enttäuscht worden, nicht nur von Männern, sondern auch von anderen Menschen. Das gleiche gilt für S., und wir haben uns daher auf einer Erlebnisebene getroffen, die ich vorher noch mit keinem anderen Mann gemeinsam betreten habe. Wir haben uns in die Beziehung gestürzt, waren wie eine Insel in dieser Welt. Ich war so glücklich wie nie zuvor in meinem Leben, zum ersten Mal hatte ich einen Mann getroffen, der meine Verletzungen verstand, und es auch verstand, sie nach und nach heilen zu lassen. Wir waren beide so misstrauisch gewesen am Anfang, und ich dachte nicht, dass ich es schaffen könnte, mich je wieder fallen zu lassen. Es war nicht leicht für mich, doch nach Monaten hatte ich es endlich geschafft, konnte von ihm als „mein Partner“ denken, hatte die ständige Angst verloren, dass er mich einfach fallenlassen würde (wie ich es oft zuvor erlebt hatte). Dieses Vertrauen führte auch dazu, dass wir wirklich den besten Sex hatte, den man sich vorstellen kann. Noch nie hat mich ein Mann auch auf dieser Ebene so verstanden, ich hatte das Gefühl, wir entdecken etwas, was noch nie jemand so entdeckt hat. Ich war und bin wahnsinnig nach diesem Mann, würde alles stehen und liegen lassen, um noch einmal von ihm geliebt zu werden. Zu sehen, hören und spüren, dass es ihm genauso geht, habe ich als das Wertvollste empfunden, was mir je passiert ist.

Wie ihr euch aber denken könnt, waren die Verletzungen der Vergangenheit aber natürlich trotzdem immer irgendwie da. Höhepunkt war, dass ich ganz am Anfang unserer Beziehung von meinem Ex-Freund vergewaltigt worden bin. Seltsamerweise habe ich das relativ gut verkraftet – meine größte Sorge war, dass es meine neue Liebe zu meinem neuen Seelenverwandten belasten könne. S. hat damals noch bekräftigt, dass er es nicht zulassen würde, dass dieser Vorfall unsere frische Liebe zerstören würde. Natürlich ist es ihm aber schwer gefallen, damit umzugehen. Mir erscheint es aber aus der Rückschau wie ein Wunder, dass ich so gut darüber hinweggekommen bin und schon wenige Wochen danach großartigen, wundervollen Sex mit S. haben konnte. Ohne seine Liebe hätte ich das sicher nicht geschafft.

Leider waren wir beide wegen unserer Examensphase im Studium sehr angespannt, was sich wieder auf anderer Ebene entladen hat. Es setzte eine Serie von „Katastrophen“ ein, die dann auch der angebliche Grund waren, warum S. sich jetzt von mir getrennt hat. Wir hatten kurz nach der Vergewaltigung einen Verhütungsunfall, und ich musste zweimal kurz hintereinander die „Pille danach“ schlucken (das erste Mal wegen der Vergewaltigung), was meinen Körper stark belastet hat. Mir war tagelang zum Sterben schlecht und schwindelig, dann blieben meine Tage aus, was die Beziehung sehr belastet hat, und dann wurde ich auch noch krank und lag zehn Tage mit hohem Fieber im Bett. S. hat sich in der ganzen Zeit zwar liebevoll um mich gekümmert, empfand diesen Zustand aber als große Belastung. Ich für meinen Teil war ja auch im Diplomarbeits-Stress, und habe natürlich die ganze Zeit rumgejammert, was ich an Zeit verlieren würde, wie ich das alles schaffen soll etc. Aber der ganze Stress wurde unwichtig, wenn S. mich in den Arm genommen hat.

Aber die Katastrophen nahmen kein Ende, S. hat in dieser Zeit durch einen Betrugsfall viel Geld verloren, was ihn sehr belastet hat, ich hatte richtig Druck und viel Ärger mit meinem Professor wegen meiner Diplomarbeit, und dazu kam, dass ich die Pille, die ich nun angefangen hatte zu nehmen, nicht vertrug, Kopfschmerzen etc. hatte, und meine Tage schon wieder ausgeblieben sind, was S. völlig in den Wahnsinn getrieben hatte. Ab diesem Moment haben wir uns in unseren Gefühlen wohl auseinander entwickelt, ohne dass ich es gemerkt habe. Für mich haben die schönen Momente gezählt, die wir hatten, an ihnen habe ich mich festgehalten. Für S. und die Beziehung zu ihm hätte ich alles ertragen. Bei S. hingegen kam dann der Punkt, an dem er plötzlich sagte, er sehe nur noch „Katastrophen“, und seine Liebe sei nicht stark genug dafür. Wir beschlossen, eine Beziehungspause einzulegen (bzw. er verlangte das), aber diese hatte ihn dann nur noch stärker von mir weg getrieben, sodass er Anfang Januar endgültig Schluss gemacht hat. Er erklärte mir, er würde mich lieben, und unsere Beziehung hätte so schön und was wirklich Festes werden können, aber die Belastungen seien einfach zu groß gewesen. Er betonte immer wieder, dass er mir nicht die Schuld dafür geben würde, es sei halt einfach vieles schief gelaufen, tragisch, aber für ihn nicht zu ändern, so gern er das auch wolle.

Natürlich fühle ich mich jetzt unglaublich schuldig, alles kaputt gemacht zu haben. Wut darüber, wie er unsere ganz besondere Beziehung einfach so kampflos aufgeben kann, mischt sich mit Selbstvorwürfen, warum ich nicht einfach viel gelassener auf alles reagiert habe. Warum habe ich nicht einfach die Füße still gehalten und ein paar Tage abgewartet, als meine Tage ausgeblieben sind, anstatt gleich Horrorszenarien von Schwangerschaft an die Wand zu malen? Warum habe ich ihm so viel von meinen Problemen mit meinem Professor vorgeheult? Okay, ich bin einfach eine kleine Dramaqueen, und in der Rückschau muss ich zugeben, vieles habe ich wohl aufgebauscht und überdramatisiert. Damals bin ich allerdings einfach auf dem Zahnfleisch gegangen. Hat mir S. vielleicht doch nicht dieses Gefühl von Sicherheit gegeben, so dass ich so schreckhaft war? Ich Nachhinein zweifle ich an allem. Es gab keinen Grund dafür, so unsicher zu sein, nicht von S. aus. Das Misstrauen lag in mir, und letztlich habe ich gerade dadurch alles kaputt gemacht. Was für ein Teufelskreis. Und jetzt kann ich nicht fassen, dass alles tatsächlich aus sein soll. An S. komme ich gar nicht mehr ran, der hat jetzt völlig dichtgemacht und sagt, er kann nicht mehr mit mir zusammen sein, ständig nur Probleme, das hätte seine Gefühle zerstört. Ich hingegen weiß nicht, wie ich mit diesem so tragischen Verlust leben soll. Und dabei muss ich in bald meine Diplomarbeit abgeben, für die ich seit November kaum mehr etwas gemacht habe. Bin allerdings durch Schock und Verzweiflung so gelähmt, dass ich da gar nicht weiterkomme, Konzentration ist unmöglich. Zu dem Verlust meiner Liebe, ohne die ich nicht leben kann, kommt jetzt eben noch, dass meine ganze berufliche Laufbahn den Bach runtergeht. Ich schaffe die Diplomarbeit so nicht! Und irgendwie ist es mir auch egal. Welchen Sinn macht schon ein Leben ohne S.?

#2
Liebe Yarden,

ich könnte jetzt ein paar "Lebensweisheiten" von mir geben, wie: "Zeit heilt alle Wunden", "vielleicht überlegt er es sich anders" oder ähnliches. Aber natürlich kann Dir das nicht helfen. Ich fühle mit Dir und kann Deinen Schmerz nachempfinden.

Du hast geschrieben, dass S vier Jahre jünger ist als Du. Er ist erst 23 Jahre alt und damit noch verdammt jung, gerade als Mann. Ich kann auch ihn verstehen, dass ihm das alles zu viel wurde. Die eigenen Sorgen, die er vielleicht hat, wenn er an seine eigene berufliche Zukunft denkt und dazu die Sorgen einer Frau, die einen Hang zum Drama hat. Dramaqueen. Bei diesem Wort musste ich ein wenig lächeln, weil ich mich selber wiederentdeckt habe. Ich neige auch dazu. Sicherlich hättest Du in der einen oder anderen Situation einfach anders reagieren können. Vielleicht hätte das etwas geändert. Aber Du hättest Dich damit verstellt. Ich mein, es kann ja auch nicht sein, dass Du Dich verbiegst, damit alles so läuft, wie man(n) es sich vorstellt. Es mag hart klingen: aber vielleicht war er Dir doch nicht ganz gewachsen. Ich meine dabei gar nicht mal sein Alter. Viele Männer (von der weiblichen Seite kann ich das nicht so sehr beurteilen, weil ich das bestimmt nicht bin) sind einfach konfliktscheu. Schließlich hätte ER ja auch etwas anders machen können. Er hätte auch ansprechen können, dass ihm etwas an Deinem Verhalten nicht gefällt, oder dass ihm das Chaos zu groß ist. Und das rechtzeitig und nicht einfach das Handtuch werfen, als es zu spät war. Du allein trägst ganz sicher nicht die Schuld.

Was Du jetzt tun kannst ist abwarten. Wenn Du ihn drängst würde er sich nur weiter zurückziehen. Und für Dich das Liebeskummer-aber-ich-liebe-mich-trotzdem-Programm durchziehen :trost: .

Ich wünsche Dir dabei ganz viel Kraft!

Lilly

#3
Liebe Lilly,

danke für deine Antwort, auch wenn mich im Moment nichts wirklich trösten kann. Du hast so recht mit deinen Argumenten - aber es schmerzt einfach nur höllisch, das so rational betrachtet vor die Augen gehalten zu bekommen.

Ich wendee es wieder und wieder in meinem Kopf: Vielleicht habe ich auch die Schönheit und Einzigartigkeit unserer Beziehung quasi "überdramatisiert"? Ich meine: wie kann man denn einfach so kampflos aufgeben?

Andererseits: Die meisten Männer, die ich bislang hatte, waren schon über dreißig. Und ich habe noch nie einen so verantwortungsvollen, reifen Mann an meiner Seite gehabt, der weiß, was er vom Leben will. Im Gegenteil: Das waren meist Milchbubis, die vor jeder Verantworung zurückschreckten und bloß ihren Spaß wollten. Was ich in dem Alter dann doch erschreckend unreif fand.

S. hingegen war der erste Mann, bei dem ich mir Illusionen und Träumerein erlaubt hatte. Wie ich hasste er diese Wischi-waschi-mal sehen-was-draus-wird-Geschichten, wo man nie wusste, meldet sich der/die andere noch mal. Er ist selbst schon bitter enttäuscht worden und schwor mir hoch und heilig, mir das niemals anzutun. Und ja, es stimmte ja auch: Er hat sich immer um mich gekümmert, war zuverlässig an meiner Seite. Das hatte ich davor noch nie erlebt. Die meisten Männer, die ich hatten, kamen und gingen, wie es ihnen passte. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, dass ein Mann tatsächlich für mich da war, am nächsten Tag noch immer und am wieder nächsten Tag...

So hat er langsam meinen Panzer aus Selbstschutz aufgebrochen, und ich seinen, und was wir darunter fanden, war so wunderschön...

Ich schaffe es einfach nicht, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, es tut so unglaublich weh...dabei hast du natürlich in allem recht, was du schreibst...

#4
Hi Yarden,

sieh es mal so, Eure Beziehung hat nicht mal ein halbes Jahr gedauert. Es war ein Versuch, der dann zumindest von Seiner Seite aus nicht funktioniert hat.

Je mehr Erfahrung Du mit verschiedenen Männern sammeln kannst, desto mehr wirst Du die Fähigkeit entwickeln eine gut funktionierende Beziehung zu erkennen und die Gelegenheit beim SChopfe zu greifen.

Ich finde, dass die Geschichte die Du gerade hinter Dir hast, sich nicht nach einer reifen Beziehung anhört. Alles was unter einem Jahr dauert, bewerte ich nicht als Beziehung sondern als Affäre oder als den Versuch eine Beziehung einzugehen.

Emese

#5
hallo...!

ich denke nicht das am alter liegt.

habe da meine eigenen erfarungen.

lass ihm zeit und mach dich nicht kaput, wenn ich das richtig verstanden habe seht ihr euch ja fast jeden tag durch euer studium was die ganze sache ja auch nicht einfacher macht.

vieleicht kommt ihr beiden euch ja wieder etwas näher und könnt nochmal mit einander reden wenn der streß von euch beiden weniger geworden ist.

ich wünsche viel kraft und glück in der zukunft.....!!

GGLG LOSTSCORPION

#6
Danke für Euer Feedback!

@emese

Hm, ich denke nicht, dass man die Tiefe einer Beziehung so kategorisch nach ihrer Dauer oder anderen äußerlichen Merkmalen beurteilen kann. Ich habe schon eine dreijährige Beziehung hinter mir - aber als diese vorbei war, war sie halt auch vorbei. Und obwohl ich mit diesem Mann rein äußerlich betrachtet viel mehr erlebt habe, ist das in keiner Weise mit der Beziehung zu S. zu vergleichen.

Natürlich hört sich meine Schilderung nicht nach einer reifen Beziehung an. Wäre es so, wäre ich ja nicht so schrecklich verzweifelt und hier. Allerdings hat mich eben gerade so getroffen, dass er sich das jetzt einfach so durch den Stress "kaputtmachen" lässt, was eben schon an wunderschöner Zweisamkeit da war.

Und gerade der Gedanke, eben NIE eine langjährige Beziehung mit ihm führen zu können, nie ein gemeinsames Haus zu haben, nie gemeinsam Kinder aufzuziehen - all das hatten wir uns gewünscht, und es schmerzt so sehr, dass ich mich davon nun so endgültig und so plötzlich verabschieden muss.

@lostscorpion:

Nein, Kontakt ist völlig abgebroche, S. studiert an einer anderen Uni, und wir wohnen an unterschiedlichen Enden einer Millionenstadt. Außerdem gibt er zumindest bald seine Diplomarbeit ab, und dann ist er vielleicht ganz weg aus meiner Reichweite.

Egal, wie die äußeren Parameter unserer Beziehung waren - ich kann nur sagen, dass ich mit meinen 27 Jahren noch nie etwas so wundervolles erlebt habe. Und dass ich einfach nicht begreifen kann, dass S. einfach so unser Gemeinsames verlassen kann, dass ich mich nun auch von unseren ganzen Träumen verabschieden muss. Komme einfach nicht aus diesem Schockzustand heraus. Und wahrscheinlich geht dann auch erst der ganze Schmerz los. Momentan zweifle ich an allem, meiner Wahrnehmung, einfach an allem, vor allem, wenn ich sehe, wie scheinbar "nichtig" das auf andere wirkt.

#7
Ich fühle mich so verraten und S. ist mir so fremd. Seit 2 Wochen haben wir nun keinen Kontakt mehr gehabt, und ich kann einfach nicht verstehen, dass er einfach all unser Gemeinsames verlässt. Dass wir nie wieder vertraut nebeneinander liegen werde... Wir haben uns alles erzählt und waren uns so nah, und plötzlich kann ich ihn nicht mehr sehen, ihn nicht mehr anrufen...

Das kann doch einfach nicht sein, diese ganze Nähe und Vertrautheit...plötzlich weg? Erst seelenverwandt, und jetzgt liege ich hier, heule und heule seit Tagen, und kein Mensch der Welt ist mir plötzlich ferner. Ich habe das Gefühl, der Boden unter meinen Füßen hat sich geöffnet, kein Halt mehr. Ich kann ja in gewisser Weise verstehen, dass es ihm im Dezember zu stressig wurde, dass er mehr Zeit für sich braucht...aber wie kann er sich so von mir entfernen? Es ist so verletzend, dass ich jetzt nicht einmal mehr seine Stimme hören kann. Wie kann man bloß von so nah zu so unendlich fern schalten in so kurzer Zeit? Das zerreißt mich. Ich fühle mich wie amputiert...

#8
Könntet ihr mir bitte ein bisschen Feedback zu meiner Geschichte geben...

...und mir sagen, was man gegen dieses schreckliche Gefühl der Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit tun kann. Ich fühle mich einfach nur ausgepumpt von all den Tränen, es ist alles so sinnlos. Ich fühle mich alt und gebrochen, und ich habe Angst, dass ich nie wieder den Willen oder die Kraft haben werden, wieder zu lieben. ?(

Wie kann man sich erst so nah sein, und dann einen Menschen so komplett aus seinem Leben ausschließen? Es tut so weh, kein Teil mehr von seinem Leben sein zu dürfen...wo ist diese ganze Sicherheit hin?? ;(

Dass gerade meine Diplomarbeit total brach liegt, ist auch eine Katastrophe, denn wenn jetzt nicht bald ein Wunder geschieht, dann werde ich diese in den Sand setzen. Und wisst ihr was? Es ist mir momentan einfach nur scheißegal. Ist doch eh' alles sinnlos. Ich brächte jetzt Tonnen voller Energie, Kreativität und Disziplin. Wo soll ich die bloß hernehmen? Ich bin doch schon froh, wenn ich nicht den ganzen Tag bloß heulen muss. Ich schaffe es einfach nicht, mich da am eigenen Schopfe rauszuziehen :heulen:

Kann mir denn niemand helfen???

#9
Liebe Yarden, ich hätte Dir auch schon eher wieder geschrieben, jedoch ist das mit mir und dem www so eine Sache.

Das, was Du mit S erlebt hast, ist nicht nichtig. Das, was Emese geschrieben hat, finde ich nicht ganz fair. Ok, ihr wart jetzt nicht so schrecklich lange zusammen, aber ich denke auch nicht, dass man die Intensität der Gefühle und Erfahrungen an der Dauer messen kann, die man zusammen war. Manchmal tun die Dinge mehr weh, die irgendwie "abgebrochen" sind als Beziehungen, die man tatsächlich in ihrer länge erlebt hat. Ich habe auch lange einem Mann hinterher getrauert, mit dem ich jetzt nicht so wirklich lange zusammen war. Der Schmerz hat 1 Jahr gedauert. Bei meinem Ex, mit dem ich 1,5 Jahre zusammen war, bin ich mittlerweile eher froh, dass ich ihn los bin, usw.

Du musst etwas für Dich tun. Ablenkung ist dabei wichtig, darf aber nicht in Verdrängung ausarten. Verabrede Dich mit Freunden, damit Du Dich nicht ganz verkriechst. Ich mache Yoga, um mein Körpergefühl nicht zu verlieren. Außerdem lernt man dabei, den Kopf frei zu kriegen. Verabrede Dich mit Leuten in der Uni, um dort die Diplomarbeit zu schreiben und die Verpflichtung zu haben, dort aufzutauchen.

noch mal@Emese: meine eigene Erfahrung ist: je mehr Beziehungen man hat, desto unsicherer wird man... so geht es zumindest mir. Die Ansgt, verletzt zu werden, steigt mit der Anzahl an Verletzungen, die man bisher erfahren musste.

Vermutlich hat S einfach gut einen Schalter umlegen können... vielleicht geht es ihm auch gerade nicht gut. Und wenn Du S einen Brief schreibst? Jedenfalls darfst Du ihn jetzt nicht mit Deinem Schmerz überhäufen.

Liebe Grüße,

Lilly :trost:

#10
Liebe Lilly,

erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort! Es tut gut, wenn jemand Anteil nimmt... :schmatz:

Einen Brief habe ich S. schon geschrieben, Anfang Januar, nach unserem letzten Treffen. Mit seiner Antwort hat er sich zwei Wochen Zeit gelassen, und das, was dann kam, klang so resigniert und kalt, dass ich weiß: Es ist aus. Hoffnung habe ich keine mehr. Und ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist...

S. wirkte schon Anfang Januar müde und kraftlos. Allerdings war da noch immer soviel Zärtlichkeit in seinem Blick und seiner Umarmung, dass ich nach einigen Tagen eben nochmal diesen Brief schrieb und ihm vorschlug, das Tempo der Beziehung zurückzufahren und es gaaanz langsam und sanft angehen zu lassen.

Er schrieb allerdings zurück, dass all die unglücklichen Vorfälle in unserer Beziehung seine Liebe erdrückt hätten. Jetzt ist er erschöpft und empfindet keine Liebe mehr für mich. Und wie er das sagte, klang es endgültig. Und dann der Zusatz: Ich hätte ihm soviel bedeutet, und er hätte auch soviele Hoffnungen mit unserer Beziehung verbunden...und jetzt alles weg.

Ich weiß ja, was er meint. Wir hatten nur eine kurze unbeschwerte Zeit der Verliebtheit, dann kam gleich diese Vergewaltigung. Ich habe meinen Ex nicht mal angezeigt, weil ich eben um jeden Preis verhindern wollte, dass dann auch noch ein unschönes Gerichtsverfahren unsere junge Beziehung belastet (mein Ex hat nämlich alles abgestritten und seinerseits mit Verleumdungsklage gedroht). Das wollte ich S. und mir ersparen.Ich habe es als ein Zeichen gesehen, dass die Liebe zu S. mir so gut darüber hinweg geholfen hat. Aber natürlich: Es war eine Belastung. Und jetzt ist das tatsächlich eingetreten, wovor ich Angst hatte.

Tut mir leid, wenn ich momentan einfach nur in Selbstmitleid bade. Aber ich hadere so mit dem Schicksal...finde das alles so unfair! ;(

Kann S. ja nichtmal böse sein. War ja alles nicht einfach. Trotzdem werfe ich ihm natürlich insgeheim vor, dass er mehr hätte kämpfen müssen...dann denke ich wieder, ich verlange einfach zuviel...

#11
Hallo Yarden

Ich war jetzt schon länger nicht mehr aktiv in diesem Forum tätig. Ich wollte einfach etwas Abstand zu alle dem gewinnen. In letzter Zeit habe ich wieder angefangen hier vorbeizuschauen. Dabei ist mir heute Dein Beitrag aufgefallen. Mich hat Deine Geschichte unheimlich tief getroffen.

Bei mir ist es jetzt ein halbes Jahr her, als ich am selben Punkt stand wie Du. Es war genauso ein Schock für mich wie es jetzt für Dich ist. Meine Seelenverwandte mit der ich eine so unheimlich tiefe Verbundenheit erlebte ging aus meinem Leben. Mit den Worten, das sie mich noch tief liebe, aber nicht mehr wisse wo sie in ihrem Leben stehe und ihren Weg finden muss...alleine.

Ich kann Die leider nicht helfen, denn auch ein halbes Jahr danach leide ich immer noch sehr stark. Ich bin sie noch nicht los geworden, weder im Kopf noch im Herzen. Doch es muss weiter gehen. Man lernt damit zu leben, glaube mir. Die Trauer und der Schmerz wird zu einem Teil von Dir den Du akzeptieren musst. Es treten Veränderungen ein. Bei mir ist es die Gefühlskälte gegenüber anderen Menschen um mich herum. Vor allem Menschen die mir sonst sehr nahe stehen. Vielleicht ist dies alles normal und vergeht wieder mit der Zeit. Ich hoffe es jedenfalls. Bis heute habe ich leider meinen Frieden noch nicht gefunden.

Und glaube mir, die tiefe und stärke von Gefühlen hat nichts mit der Dauer einer Beziehung zu tun. Da hat Lillybelle absolut recht, und ich kann da nur aus eigener Erfahrung sprechen.

Für Dich jedenfalls gilt, das Du Dich der Trauer hingibst, Dich dabei aber ja nicht aufgibst. Und so schwer es auch ist, häng Dich bitte wieder an Deine Diplomarbeit. Wenn Du Dich wieder gefunden hast würdest Du es bereuen das Du aufgegeben hast.

Fühl Dich gedrückt und verstanden.

Ganz viel Mut und Kraft.

Roger

#12
Lieber Roger,

vielen lieben Dank für deine Anteilnahme und dein Verständnis. Ich habe mich gerade mit deiner Geschichte ein wenig vertraut gemacht, und glaube mir, ich fühle mich dir sehr verbunde und empfinde großes "Mitleid" (im wahrsten Sinn des Wortes!) für dich.

Ehrlich gesagt, wundert es mich nicht wirklich, dass der Schmerz über so einen Verlust nicht ausheilt wie eine Grippe. Wahrscheinlich ändert er seine Form, vielleicht sogar seine permanente intensive Präsenz - aber auch ich fürchte, dass er in der ein oder anderen Form ein Teil von mir werden wird, meine Empfindungen und Taten in Zukunft mitformen.

Lieber Roger, ich wünsche dir, dass du - wann auch immer - deinen Frieden mit diesem Schmerz finden kannst. Ihn wie auch immer akzeptieren und annehmen. Ich fürchte allerdings, dass ich momentan die Letzte bin, die dir hierzu lebenskluge Ratschläge geben kann. Aber wahrscheinlich hast du derer auch schon genug erhalten. Ich kann dir momentan nur mein tiefempfundes Verständnis anbieten. :trost:

Ich für meinen Teil bin noch in der "Trotzphase". Ich kann emotional einfach nicht akzeptieren, dass mir gar keine Zeit zur Reflexion gegeben wurde, dass alles so plötzlich ohne Vorankündigung geschah. Der Zeitpunkt, an dem S. sich mir endlich mitteilte und sich die Beziehungspause erbat - da war eigentlich schon alles vorbei. Es gab nichts mehr, was ich noch ändern konnte, onbwohl ich es über 4 Wochen noch versucht habe. Diese absolute Hilflosigkeit, obwohl ich wusste, dass er sich und mir nur furchtbar wehtut...es war wie wenn man in einem Zug sitzt, der plötzlich in die falsche Richtung fährt, und man kann nicht mehr aussteigen.

Freunde sagen mir, ich müsste seine Entscheidung akzeptieren. Aber folgende Gedanken quälen mich immerfort: War das überhaupt SEINE Entscheidung? Oder nur ein aus Angst, Überforderung und zuletzt dann eben auch Erschöpfung ausgelöster Fluchtreflex? S. kann so verdammt hart zu sich selbst sein. Ich habe miterlebt, wie er sich selbst quälen kann, um ein Ziel zu erreichen, welche eiserne Disziplin er aufbringen kann. Und jetzt lässt es mir eben keine Ruhe: Wie kann ich durch seinen Panzer zu ihm durchdringen? Ihm die Angst vor der Beziehung zu mir nehmen? Was von dem, was er mir sagt, kann ich für bare Münze nehmen, und was ist bloß aus der Angst vor Überforderung und Stress geboren?

Aber ich weiß natürlich auch: Was für mich der Kampf um unsere Liebe ist, empfindet er nur als weiteren Druck auf seine erschöpfte Seele. Alles, was ich in den letzten 4 wochen in diese Richtung unternommen habe, war kontraproduktiv, als krönender Abschluss dann die Aussage: Meine Gefühle sind weg. Finde nicht mehr zu ihnen.

Ist die Zeit mein Feind oder mein Freund? Treibt sie S. jeden Tag ein Stück weiter von mir weg? Wo werden wir beide uns in 2 Woche, 2 Monaten, 2 Jahren wiederfinden? Werde ich ihn am Ende nur noch als den Mann hassen, der mein Diplom zerstört hat? Wird das die Bilanz unterm Strich sein?

#13
Liebe Yarden

Ich habe zu danken das du dir für meine Geschichte die Zeit genommen hast und für deine Anteilnahme. Ja bei mir hat sich die Art des Leidens verändert...ich leide heute still.

Der Schmerz ändert sich. Die Narben die in der Seele zurückbleiben verhalten sich wie richtige Narben. Man spürt sie bei speziellen Wetterlagen...ganz dumpf. Genauso ist es für mich mit den seelischen Narben.

In deinem Ex-Freund erkenne ich meine wie in einem Spiegel wieder. Auch sie war und ist eine zu sich selbst rücksichtslose Kämpferin, welche ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren will.

Ob du jemals zu ihm durchdringen kannst wird die Zeit zeigen. Im Moment wird er es nicht zulassen wollen. Eben genau wegen seiner Eigenschaft so diszipliniert seinen eingeschlagenen Weg zu verfolgen. Wir beide werden wohl nie auf all unsere Fragen Antworten bekommen.

Trotz allem solltest Du, wie auch ich, die Zeit als Freund annehmen. So schwer es auch ist durch den Nebel hindurchzusehen müssen wir weitergehen. Ich hoffe für dich, das du ihn nie wirklich hassen musst, denn Hass ist kein schönes Gefühl und bringt uns auch nicht weiter. Es tönt jetzt brutal, aber nicht er ist verantwortlich dafür, wenn du dein Diplom verhaust. Denn für deine Gefühle und Taten bis einzig und alleine du selbst verantwortlich.

Liebe Grüsse

Roger

#14
Original von roger68Ich hoffe für dich, das du ihn nie wirklich hassen musst, denn Hass ist kein schönes Gefühl und bringt uns auch nicht weiter. Es tönt jetzt brutal, aber nicht er ist verantwortlich dafür, wenn du dein Diplom verhaust. Denn für deine Gefühle und Taten bis einzig und alleine du selbst verantwortlich.

Liebe Grüsse

Roger
Lieber Roger,

nein, ich hoffe auch nicht, dass ich ihn als Ergebnis dieser ganzen Geschichte irgendwann hassen "muss".Ich glaube auch gar nicht, dass ich das könnte.Es entspricht nicht meinem Naturell. Und ich will nicht so verbittert enden. Ich hoffe, dass ich da nicht zwangsläufig enden werde. Da will ich nämlich nicht hin.

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und das nötige Quentchen Zuversicht. Aus welcher Quelle wir diese auch immer schöpfen werden.

Alles Liebe für dich

Yarden

Heute morgen musste ich leider einen bisherigen emotionalen Tiefpunkt erleben. Ich habe heute nacht einen so lebensnahen, intensiven Traum von S. und mir gehabt. Eigentlich neige ich eher zu surrealen, symbolischen Träumen. Aber heute morgen schien mir dieser Traum realer als meine derzeitige traurige Existenz. S. war wie selbstverständlich an meiner Seite, und es war alles so real: Sein Duft, sein Blick, seine Berührungen. Mein Unterbewusstsein hat sich von dieser Zweisamkeit wohl noch überhaupt nicht verabschiedet.

Das Aufwachen war brutal. Ich war noch völlig durchflutet von den Glückshormonen, die mich immer überschwemmt haben, wenn ich mit S. zusammen war. Ich konnte nicht anders: Ich griff zum Handy auf meinem Nachttisch und schrieb ihm eine herzzreißende SMS: Dass ich von ihm geträumt habe, dass ich ihn vermisse und liebe. Keine Macht der Welt hätte mich in diesem Moment davon abhalten können. Ich kann einfach nicht akzeptieren, dass er nun nicht mehr ein Teil meines Lebens ist und ich ein Teil seines Lebens. Dass ich mich ihm nicht mehr mitteilen darf. Alles in mir sträubt sich gegen diese Einsicht. :(

Antwort kam natürlich keine. Habe ich auch nicht erwartet. Er hat den Schalter umgelegt. Weiß der Himmel, wie er das geschafft hat. Ich werde es wohl nie erfahren, geschweige denn verstehen können. Akzeptieren muss ich es trotzdem. Gott, das wird ein weiter Weg werden, das wurde mir heute morgen klar.

#15
Liebe Yarden,

ich finde es gut, dass Du ihm diese sms geschrieben hast. Es ist schon ok, wenn er weiß, dass Du immer noch an ihn denkst... aber. Es kann auch sein, dass Du ihm auf gewisse Art damit weh tust (wenn er, wie Du meintest sich manchmal selbst sehr starren Regeln unterwirft) oder ihn im schlimmsten Falle nervst. Schwierig. Aber ich hätte auch diese sms geschrieben. Ich weiß selber, wie schlimm das ist, wenn man tagsüber versucht stark zu sein und nachts von seinen realen Träumen heimgesucht wird.

Yarden, ich weiß, dass es seltsam klingt, aber ich glaube im Grunde genommen, dass alles im Leben irgendwie einen Sinn ergibt. Egal, wie schwer der Schlag sein mag. Vielleicht schüttelst Du und Roger jetzt den Kopf und auch noch viele andere. Ich will nicht anmaßend sein, indem ich den Schmerz anderer Leute bewerte. Ich weiß selber, wie es verdammt wehtut, einen geliebten Menschen zu verlieren. Vielleicht kommt man nie wirklich darüber hinweg. Aber Du wirst in der Zukunft auch glückliche Momente erleben, die so an der Seite von S nicht stattgefunden hätten und die Du im nachhinein nicht missen möchtest. Ich meine dabei nicht einen neuen Partner (der eine verlorene Liebe sowieso nicht ersetzen könnte), sondern einen kleinen Lichtstrahl, der Dein Leben erhellt.

Gehe den Weg für Dich.

Einen lieben Gruß schickt Dir

Lilly :schmatz: :trost:

#16
Danke Lilly, für deine Anteilnahme und deine klugen Worte. :schmatz:

Ich weiß tief in mir drin, dass du recht hast mit deinen Worten. Trotzdem fällt es mir schwer, diese Sichtweise emotional zu akzeptieren. Ich kann den Schalter halt überhaupt nicht umlegen. Bin wohl sowas wie ein emotionaler Trotzkopf. Klingt niedlich - aber sorgt halt dafür, dass ich im Schmerz verharre.

Ich habe das Gefühl, keinen Schritt weiterzukommen. Nungut, ich sollte wohl nicht so hart zu mir sein - immerhin ist noch kein Monat seit der Trennung vergangen. Trotzdem: S. hat sich gestern per Mail erkundigt, was denn in oben genanntem Traum passiert wäre. Dazu muss man wissen, dass es bei uns immer ein hübsches Ritual war, dass ich ihm neckisch schrieb, dass ich von ihm schöne Dinge geträumt habe - und er es liebte, mir dann die kleinen Details aus der Nase zu ziehen. Daran fühlte ich mich sofort erinnert, als er mich gestern per mail nach dem Traum fragte. Ich fühle mich instinktiv, als sei ich aus einem Albtraum erwacht. Dass er sich nach meinen Träumen erkundigt und ich sie ihm mitteile - das ist doch die Realität, und nicht diese plötzliche, für mich immer noch überhaupt nicht nachvollziehbare Distanz.

Natürlich bin ich mir vom Verstand her im Klaren, dass diese Mail gar nichts zu bedeuten hat. Ich mache mir auch keine Hoffnungen. Über dieses Stadium bin ich hinaus, seit ich seine Distanz gespürt habe. Der haftet so etwas Endgültiges an, das kann nichtmal ich mit all meinem Hoffen und Bangen in Frage stellen.

Es war bloß dieses Gefühl der Erlösung, als ich die Mail mit seinem Absender sah. Mein Unterbewusstsein hat den Abschiedsprozess anscheinend noch nicht mal annähernd eingeleitet. Ich habe solche Angst vor allem, was da noch nachkommt... ;(

#17
oh mein gott, hatten wir den gleichen freund. mir ist soeben mit winizigen abweichungen genau das gleiche passiert. das ist unfassbar! ich bin derzeit sehr depressiv und kurz vor der klinikeinweisung, ich fühle mit dir. ich hatte die zeit meines lebens mit ihm, intensiv und nur schön, der beste sex meines lebens- unbeschreiblich unendlich, einfach einmalig. obwohl sex für mich nie ne rolle gespielt hat, ich sehr viel schlimmes erlebt habe und null vertrauen in menschen habe. er hats mir immer wieder gesagt, vertrau mir, glaub mir und denk positiv. und nun? ist er wohl opfer seiner eigenen wünsche nach erfolg im beruf geworden, hat panik bekommen... und ende. er will weiterhin den kontakt... ich , ich weiss nicht! schade kann ich dich nicht privat kontaktieren??!!! alles gute

#18
Liebe rescueme, ohje, das ist ja eine furchtbare Sache. Meine Geschichte, der Schmerz, die Enttäuschung, die Sehnsucht, die Fassungslosigkeit, die Zweifel, und dann die Hoffnungslosigkeit - das wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind :trost:

Du hast (noch) keinen eigenen Thread, oder? Vielleicht magst du mal ein bisschen erzählen von deiner Geschichte? Und wenn es dir bloß hilft, die Gedanken zu ordnen und ein wenig klarer zu sehen.

Das mit der Karriere war bei meinem Ex (nein, es tut noch immer so weh, ihn so zu nennen!!! :heulen: ) übrigens auch ein wichtiger Punkt. Ich meine, ich glaube ihm seine Überforderung. Ich habe es ja selbst gesehen. Und ja, ich bin kein pflegeleichter Mensch. Aber ich bin noch immer der Meinung, dass der Grund der Überforderung in seinen großartigen Karriereplänen liegt, sein Turbostudium und das alles. Das ist wichtig für ihn, und ich habe auch niemals Einschränkungen diesbezüglich von ihm verlangt, weil ich eben wusste, wie wichtig das für ihn ist. Dass jetzt ich dafür über die Klinge springen muss, weil ich zu anstrengend bin, tut verdammt weh.

Wie gesagt, erzähl' doch mal ein bisschen. Bis dahin drücke ich dich ganz dolle :trost:

#19
Liebe Yarden

Wer kann denn ehrlich nach so einer Geschichte schon den Schalter einfach so umlegen?! Ich glaube niemand. Es gibt höchstens Menschen welche gut verdrängen können, aber ob dies der Weisheit letzter Schluss ist...?!

Bis dein Herz, deine Seele und dein Unterbewusstsein tun was dein Kopf sagt, wird noch viel Zeit ins Land ziehen. Ich sehe es doch bei mir selbst. Ich habe auch heute noch solche Träume wie du sie beschreibst. Nicht mehr so oft, aber dennoch kommen sie immer wieder. Es ist jetzt ein halbes Jahr her, doch wirklich abschlissen konnte ich noch nicht wirklich alles. Ja ich behaupte sogar, tief in meinem Herzen ist immer noch Liebe für sie da. Und wenn ich mich manchmal frage: würdest du sie zurück nehmen, dann weis ich, ich könnte mich nicht dagegen wehren.

Ich hoffe einfach für uns alle hier, das wir unbeschadet aus dieser Krise hinausfinden. Denn ganz ehrlich: ich habe unglaublich schiss davor mich je wieder so tief in die Liebe hineinfallen zu lassen!

Liebe Grüsse

Roger

#20
Liebe Yarden,

ich habe eben selber recht viel Schmerz im letzten Jahr miterlebt. Doch ich konnte auch nie so einfach den Schalter umlegen. Wer kann das schon?!? Vielleicht kann ich manchmal ein bißchen besser als andere vor Dingen davonlaufen. Seitdem ich in der Endphase meines Studiums bin kann ich das jedoch nicht mehr, weil ich auch so schon recht angespannt bin. Daher weiß ich auch, wie wichtig Deine Diplomarbeit ist und auch ohne den Kummer schon stressig genug! Bist Du da denn jetzt schon ein wenig weiter gekommen?

Ich denke auch nicht, dass es gut ist, Dinge zu verdrängen. Inkonsequent finde ich von S, dass er auf Deine sms geantwortet hat. Gerade weil dies ein vertrauter Bestandteil aus eurer Beziehung war. Mmmh :tink:.

Das alles brauchst seine Zeit, unabhängig davon, wohin sie euch führen wird.

Roger, ich meine auch, dass eine große Verletzung und auch sicherlich viele kleine Verletzungen es einem schwer machen, sich ernsthaft und bedingungslos in einen anderen Menschen zu verlieben. Als ich mich gedanklich von allem verabschiedet habe, was mich so belastet hat, habe ich einen Mann kennengelernt. Und ich habe verdammte Angst, dass das nach hinten losgeht, zumal er definitiv anders ist als alle Männer, die ich so kenne. Das Ding ist: ich will nicht wieder enttäuscht werden. Verdammt.

Ein zu großer Ehrgeiz ist schwierig. Ich neige selbst dazu und habe in meiner größten Stressphase mich von dem jungen Mann getrennt (J), bei dem ich selber 1 Jahr gebraucht habe, um darüber hinweg zu kommen. Ok, die Umstände waren auch ein wenig verworrener. Aber es war eine Entscheidung für mein Studium. Später wollte er nicht mehr bzw. war verunsichert. Yarden, es kann gut sein, dass S die Entscheidung später bereut, so wie ich manchmal die Zeit gerne zurückgedreht hätte. Aber ich für meinen Teil musste feststellen: man kann nicht zweimal in den gleichen Fluss springen.

Ich denk an Dich und an Roger!

Liebe Grüße,

Lilly :schmatz:

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