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Nightstalkers Kurzgeschichten

5 Antworten1'200 AufrufeGestartet von schnubbi2 ·

schnubbi2Themenstart
#1
Ich denke - Also bin ich.

Ich hasse mich - Also bin ich.

Ich verletze mich - Also bin ich.

Ich fühle Schmerz - Also bin ich.

Ich fühle nichts - Also sterbe ich.

Ich schaffe nichts - Also sterbe ich.

Du vergisst mich - Also bin ich tot.

(von Nightstalker)

#2
Im hellen Licht der Natriumdampflampen, die eigentlich nur zeigen wie kalt die Wirklichkeit ist, dass sie durch den Lampenschein erhellt werden muss, warte ich auf den Zug. Die Luft ist warm und schmeckt ganz leicht nach Regen. Auf den Bänken neben mir schnattern die Mädchen mit den Elstern und Krähen um die Wette. Im Westen geht die Sonne blutrot unter und hinterlässt noch lange ihre fahle Dämmerung in deren müdem Licht ich die Scherben meiner Erinnerung zu ordnen suche.

(von Nightstalker)

#3
Es beginnt wie ein Traum, oder vielmehr wie das weiße Rauschen an der Oberfläche des Ozeans der Träume. Du fällst tiefer in die dunkle Schlucht der stillen Tiefe deines Geistes. Der dunkelrote und beruhigend warme Saum des Schlafes senkt sich über dich. Du fühlst deinen Körper wie er langsam auseinander und wieder zusammenfließt und immer neue Formen annimmt. Blätter der Verzückung sprießen aus deinen Armen und aus deinen Beinen schlagen mächtige Wurzeln.

Du bist der Baum!

In dienen Adern pulsiert der Saft des Lebens, in deinem Haar rauscht der Wind der Welt. Es pulsiert im Takt der Musik nach innen und deine Haut umspannt die Welt.

Du bist der Wald, Du bist der Wald, Du bist!

Junge Zweige sprießen im Frühling. Deine Fratze mit gezackten Zähnen, du bist der Wolf, unter deiner Haut bis zum Zerreißen gespannt. Du bist der weite Gang, weich und friedlich, Schmetterlinge des Friedens – wirst überrollt vom großen, übermächtigem Bösen. Felsbrocken Angst Trauer Tod grauenvolle Angst, wenn du willst.

(von Nightstalker)

#4
Du bist wie ein Nebel, der nur mich umschließt,

Du benetzt meine Haut und füllst bei jedem Atemzug meine Lungen,

Mit deinem feinen, weißen Schleier der Unschuld.

Du bist in meinem Kopf und umhüllst jeden meiner Gedanken,

Lässt mich frösteln, wenn du vorbeigehst,

Um mich herum und doch nie zu greifen.

(von Nightstalker)

#5
Zeit, Zeit, Zeit,

so unendlich viel Zeit,

zäh wie Honig,

schwarz wie Teer,

kalt wie Eis,

und bitter wie meine Tränen,

Die Einsamkeit,

die eiskalte dunkle Einsamkeit,

zieht mich tiefer in die grausame Welt meiner Seele,

und zerdrückt mein Herz mit eiserner Klaue,

dunkel und schwer klopft es gegen meine Brust,

als wäre es müde zu schlagen.

(von Nightstalker)

#6
KAWOMM, meldete sich das kleine Blümchen zu Wort als es an einem Kongress der toten Philosophen nagte. Da sich keiner von den leckeren Magermilchjoghurts wirklich belästigt fühlte, der Franzose würde das bestätigen, gingen die drei Kätzchen baden und keiner wollte etwas gesehen haben. Nach drei schwulen Pausenbroten legte sich die Serviette wieder ordentlich zusammen und kauerte sich unter den kleinen Raddampfer, der gemächlich seine Runden auf dem Mississippi zog. Zugvögel fliegen meistens tiefer als man denkt, dachte sich die Fleischmühle und wurde Vegetarier.

(von Nightstalker)

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