Total verliebt, total verwirrt
153 Antworten9'613 AufrufeGestartet von Goneril ·
Danke dir für dein Feedback.Nun ja, ich hatte auch mal eine Beziehung zu einem bindungsängstlichen Menschen, aber mir wurde erst nach dem Ende klar, dass er Bindungsphobiker ist. Damals stieß ich auf das Buch "Jein" von Stefanie Stahl, das ich persönlich sehr viel differenzierter finde als "Nah und doch so fern" und das vor allem Tipps für Partner bereit hält.
Sag mal, hast du Erfahrungen mit Beziehungsphobikern? Du wirkst sehr souverän und hm abgeklärt in dem was du schreibst.
Für mich ist das alles auch nach 10 Monaten ein sehr neues Terrain und da es ja doch eine Art Krankheit ist, reicht eben manchmal Einfühlungsvermögen in Kombi mit Menschenkenntniss nicht aus, weil diese "was würde ich tun"-Frage ja nicht allzuviel mit dem Beziehungsphobiker zu tun hat...
Ich hatte mal "So nah und doch so fern" gelesen, fand aber vieles auch etwas überspitzt und Lösungsansätze gab es auch nicht wirklich. Ich möchte gerne verstehen, was sie fühlt, auch wenn ich letztlich keinen Einfluss darauf habe, ob und wann sie bereit sein könnte, weitere Schritte zu gehen...Hast du Literaturtipps?
Danke dir auf jeden Fall für deine Antworten, sie haben sehr viel dazu beigetragen, dass ein wenig Ruhe in meinem emotionalen Wirrwarr entsteht...
Das Buch hat mir darüber hinaus auch die Augen über meine eigenen Ängste geöffnet; bis dato war mir zwar bewusst, dass mir die Nähe eines geliebten Menschen oft Furcht einjagte, aber ich hatte jahrelang geglaubt, dass es immer am anderen und nie an mir lag. Ich weiß also sehr gut, wie sich diese Angst anfühlt und was sie mit einem macht.
Danke für den Buchtipp, dann weiß ich ja schon, was ich mir zu Xmas wünschen werde ;)
Ist es denn bei dir mit deinen Ängsten mittlerweile besser geworden? Und wenn die Ängste immernoch bestehen, kannst du mit ihnen umgehen? Und wie?
Steigert sich durch Bindungsängste auch die Angst den anderen Menschen zu verletzen? Fragen über Fragen. Kann selbst bei "gutem Umgang" mit Beziehungangst eine Beziehung jemals zwanglos schön sein?
Ist es denn bei dir mit deinen Ängsten mittlerweile besser geworden? Und wenn die Ängste immernoch bestehen, kannst du mit ihnen umgehen? Und wie?
Steigert sich durch Bindungsängste auch die Angst den anderen Menschen zu verletzen? Fragen über Fragen. Kann selbst bei "gutem Umgang" mit Beziehungangst eine Beziehung jemals zwanglos schön sein?
Nun, ich denke, dass ich mittlerweile gelernt habe, mit meinen Ängsten umzugehen. Früher, als ich nur die Angst spürte, aber nicht wusste, wieso, war ich sehr oft sehr gemein zu meinen Partnern. Ich habe dann alles getan, um sie zu vergraulen - und wenn sie weg waren, dann wollte ich sie zurück. Und das Spiel ging von vorne los.
Mittlerweile spiele ich mit offenen Karten und überlasse jedem die Entscheidung, sich auf mich einzulassen oder nicht. Leider habe ich nie einen Menschen getroffen, der so viel Geduld hatte wie Du, aber ich glaube, sollte ich so einem Menschen jemals begegnen, dann würde ich alles dran setzen, um ihn nicht zu verletzen.
Also, dass sich die Angst, jemanden zu verletzen, steigert, würde ich in meinem Fall nicht sagen, aber wenn man eine Menge Menschen ziemlich mies behandelt hat, dann wird einem irgendwann klar, dass man das nicht mehr möchte.
Wir Bindungsphobiker sind ja auch verwirrt, denn wir wollen so gerne, aber kriegen es nicht hin. Und gerade jemand wie Deine Freundin, die sich über all das im Klaren ist, hält sich zurück, weil niemand verletzt werden soll. Und das finde ich sehr viel besser, als sich in eine Beziehung zu stürzen, dann nach 4 Wochen wieder einen Rückzieher zu machen, gar abzutauchen, um dann wieder auf der Matte zu stehen.
Zwanglos schön - hm, ich denke, dass das schwierig ist. Als Partner eines Bindungsängstlichen muss man wahrscheinlich immer zurückstecken, aber es ist durchaus machbar. Es bedeutet aber harte Arbeit auf beiden Seiten.
Mittlerweile spiele ich mit offenen Karten und überlasse jedem die Entscheidung, sich auf mich einzulassen oder nicht. Leider habe ich nie einen Menschen getroffen, der so viel Geduld hatte wie Du, aber ich glaube, sollte ich so einem Menschen jemals begegnen, dann würde ich alles dran setzen, um ihn nicht zu verletzen.
Also, dass sich die Angst, jemanden zu verletzen, steigert, würde ich in meinem Fall nicht sagen, aber wenn man eine Menge Menschen ziemlich mies behandelt hat, dann wird einem irgendwann klar, dass man das nicht mehr möchte.
Wir Bindungsphobiker sind ja auch verwirrt, denn wir wollen so gerne, aber kriegen es nicht hin. Und gerade jemand wie Deine Freundin, die sich über all das im Klaren ist, hält sich zurück, weil niemand verletzt werden soll. Und das finde ich sehr viel besser, als sich in eine Beziehung zu stürzen, dann nach 4 Wochen wieder einen Rückzieher zu machen, gar abzutauchen, um dann wieder auf der Matte zu stehen.
Zwanglos schön - hm, ich denke, dass das schwierig ist. Als Partner eines Bindungsängstlichen muss man wahrscheinlich immer zurückstecken, aber es ist durchaus machbar. Es bedeutet aber harte Arbeit auf beiden Seiten.
Im Moment haben wir wieder eine "tolle Phase"...der Zufall wollte es, dass wir zeitgleich wieder ins Krankenhaus mussten und einige Tage miteinander verbracht haben und seitdem wir zurück sind, hören wir täglich voneinander und sie ist sehr lieb und zutraulich wieder...hach, heute wieder emotionale Hochphase :D
Das hört sich doch gut an. Ich würde das an deiner Stelle mal so laufen lassen, ohne groß zu reden und zu grübeln.
Bei mir ist es gerade ähnlich!
Bei mir ist es gerade ähnlich!
Im "Laufen lassen" bin ich ja mittlerweile Meisterin lol...ich mach ja mit Ausnahme von drei Tagen seit zehn Monaten nix anderes :-D
Aber Grübeln sei doch bitte erlaubt...oder denkst du dir nix, wenn ein toller oder schlechter Tag mit deiner Dame vorbei ist? :D
Aber Grübeln sei doch bitte erlaubt...oder denkst du dir nix, wenn ein toller oder schlechter Tag mit deiner Dame vorbei ist? :D
Naja, außerdem sind im Moment andere Dinge wichtiger...sie hatte eine ziemlich harte Therapie und im Moment mache ich mir mehr Sorgen, dass es ihr bald gut geht und alles wunderbar wirkt, als dass ich ans "Wir" denke....drückt mal ordentlich die Daumen. Nix geht über die Gesundheit.
Dann sei einfach für sie da. Das mit dem grübeln verstehe ich selbst nur zu gut, ich habe aber auch gemerkt, dass es nichts bringt, vor allem wenn die andere seite auch noch grübelt. Aber ich kann es selbst auch nicht abstellen.
DIDGERIDOO:
Siehste ;) Für sie da sein - ja klar. Jedenfalls wenn ich merke, dass sie möchte, dass ich da bin. Ich möchte mich ja nicht "aufdrängen", bzw. dass sie denkt dass ich "nur" für sie da sein möchte, weil ich mir davon was verspreche, denn so ist das ja nicht.
SYDNEY:
Schon mal an therapeutische Behandlung gedacht? Das mein ich keineswegs provokativ.
Siehste ;) Für sie da sein - ja klar. Jedenfalls wenn ich merke, dass sie möchte, dass ich da bin. Ich möchte mich ja nicht "aufdrängen", bzw. dass sie denkt dass ich "nur" für sie da sein möchte, weil ich mir davon was verspreche, denn so ist das ja nicht.
SYDNEY:
Schon mal an therapeutische Behandlung gedacht? Das mein ich keineswegs provokativ.
DIDGERIDOO:Siehste ;) Für sie da sein - ja klar. Jedenfalls wenn ich merke, dass sie möchte, dass ich da bin. Ich möchte mich ja nicht "aufdrängen", bzw. dass sie denkt dass ich "nur" für sie da sein möchte, weil ich mir davon was verspreche, denn so ist das ja nicht.Ja, natürlich. Deshalb habe ich mir auch vor einigen Monaten einen Therapeuten gesucht.
SYDNEY:
Schon mal an therapeutische Behandlung gedacht? Das mein ich keineswegs provokativ.
Sydney: Und ist es hilfreich? Ich gratulier dir jedenfalls zu der Entscheidung, das heißt ja, dass du dich schon ein ganzes Stück weiterentwickelt hast. Ich glaube viele Phobiker verdrängen den Gedanken, sich professionell helfen lassen zu müssen.
Auf jeden Fall, wenngleich auch natürlich nicht immer schön. Aber so lange noch keine wirkliche Besserung in Sicht ist, halte ich mich lieber von Beziehungen fern, denn ich will ja niemanden unglücklich machen.
Und wie verhält es sich dann mit dem Bedürfnis nach Nähe?
Bedürfnis nach Nähe hatte ich schon immer sehr selten, vielleicht ändert sich das ja noch durch die Therapie.
Darf ich fragen, wie es dann überhaupt zu Beziehungen gekommen ist? Denn der Hauptgrund für mich ist, dass ich einen Menschen soooo derart besonders finde, dass ich eben Gefühle entwickel und die drücken sich bei mir in Form von Nähebedürfnis aus. Alles andere ist ja "nur" Freundschaft.
Na ja, wenn ich jemanden kennen lerne und mich verliebe, bin ich natürlich erst mal wie Menschen ohne Bindungsangst und habe dann auch - für meine Verhältnisse - ein recht großes Bedürfnis nach Nähe. Aber ich war noch nie der Mensch, der den anderen ständig sehen, berühren oder spüren musste.
Meine längste Beziehung war eine Fernbeziehung, die ganz schnell vorbei war, als es ernster wurde und der Mann plötzlich ständig in meiner Nähe sein wollte. Bis dahin war es eine ganz normale Beziehung, wenngleich ich zugeben muss, dass ich meinen Freund nur sehr selten vermisst habe.
Solange eine gewisse Distanz herrscht und alles noch nicht allzu ernst ist, bin ich zu völlig "normalen" Beziehungen fähig. Aber wenn es dann wirklich nah und verbindlich wirkt, packt mich die Panik. Die Vorstellung, mit dem Falschen zu "enden" - ein einziger Horror.
Meine längste Beziehung war eine Fernbeziehung, die ganz schnell vorbei war, als es ernster wurde und der Mann plötzlich ständig in meiner Nähe sein wollte. Bis dahin war es eine ganz normale Beziehung, wenngleich ich zugeben muss, dass ich meinen Freund nur sehr selten vermisst habe.
Solange eine gewisse Distanz herrscht und alles noch nicht allzu ernst ist, bin ich zu völlig "normalen" Beziehungen fähig. Aber wenn es dann wirklich nah und verbindlich wirkt, packt mich die Panik. Die Vorstellung, mit dem Falschen zu "enden" - ein einziger Horror.
Eins würde mich interessieren, und das ist vor allem Neugier, da Bindungsangst für mich ein verständliches, aber nicht nachvollziehbares Konzept ist und Du die einzige mir bekannte Person, mit der man selbstreflektiert darüber reden kann.
Ich glaube, da Du reflektiert mit der Sache umgehst, dass Dir bewusst ist, dass es "den Falschen" gar nicht gibt. Auch nicht dieses - "mit dem Falschen enden". Da man eine Beziehung ja immer beenden kann. Gut, dieses Bewusstsein hilft Dir nicht weiter, weil es ja die Nähe ist vor der Du Angst hast, die ja letzten Endes auf der Verlustangst basiert und genau dieses Problem durch Nähe nicht zu heilen ist.
Was mich aber interessieren würde. Bist Du tatsächlich lieber allein als das Risiko einzugehen evntl. mit "dem Falschen zu enden" oder bist Du allein, weil Dich Deine Angst dazu zwingt?
Oder mit anderen Worten - leidest Du selbst unter Deiner Bindungsphobie?
Ich glaube, da Du reflektiert mit der Sache umgehst, dass Dir bewusst ist, dass es "den Falschen" gar nicht gibt. Auch nicht dieses - "mit dem Falschen enden". Da man eine Beziehung ja immer beenden kann. Gut, dieses Bewusstsein hilft Dir nicht weiter, weil es ja die Nähe ist vor der Du Angst hast, die ja letzten Endes auf der Verlustangst basiert und genau dieses Problem durch Nähe nicht zu heilen ist.
Was mich aber interessieren würde. Bist Du tatsächlich lieber allein als das Risiko einzugehen evntl. mit "dem Falschen zu enden" oder bist Du allein, weil Dich Deine Angst dazu zwingt?
Oder mit anderen Worten - leidest Du selbst unter Deiner Bindungsphobie?
Ich leide definitiv unter meiner Bindungsphobie, weil ich mir tief im Innern natürlich schon eine feste Beziehung wünsche. Aber ich habe leider auch eine Vorstellung, von einer Beziehung, eine Vorstellung, wie der Richtige sein sollte, die derart weit von der Realität entfernt ist, dass kein Mann sie erfüllen kann.
Mir ist auch völlig bewusst, dass das so ist und ich weiß auch, dass ich nicht den Rest meines Lebens mit einem Mann verbringen muss, mit dem es nicht klappt, aber alleine die Vorstellung, irgendwann mal echte Zukünftspläne zu schmieden, ist für mich der absolute Horror. Ich kann dann immer nur an eines denken: Was, wenn ich morgen meinem Traummann begegne und dann mit einem anderen Mann "festsitze"? Dabei ist mir natürlich klar, dass ich dieselben Zweifel bei meinem "Traummann" hätte.
Ich habe keine Probleme damit alleine zu sein, aber wenn ich z.B. höre, dass eine Freundin heiratet, ein Kind bekommt etc. versetzt es mir einen Stich.
Mir ist auch völlig bewusst, dass das so ist und ich weiß auch, dass ich nicht den Rest meines Lebens mit einem Mann verbringen muss, mit dem es nicht klappt, aber alleine die Vorstellung, irgendwann mal echte Zukünftspläne zu schmieden, ist für mich der absolute Horror. Ich kann dann immer nur an eines denken: Was, wenn ich morgen meinem Traummann begegne und dann mit einem anderen Mann "festsitze"? Dabei ist mir natürlich klar, dass ich dieselben Zweifel bei meinem "Traummann" hätte.
Ich habe keine Probleme damit alleine zu sein, aber wenn ich z.B. höre, dass eine Freundin heiratet, ein Kind bekommt etc. versetzt es mir einen Stich.
Mmmh, schwer das nachzuvollziehen, wenn man es nicht nachfühlen kann. Würde Dir gern etwas Hilfreiches sagen, kann ich aber nicht weil mir nichts Sinnvolles einfällt. Ich stell's mir ziemlich hart vor so in sich selbst gefangen zu sein.
Du bist zwar schon weiter als manch Anderer, alleine weil Du es realisiert hast und Dich selbst und Andere vor daraus resultierenden Verletzungen schützt, dennoch löst das Dein Problem ja nicht.
Kann Dir nur die Daumen drücken, dass Dir Deine Therapie da so nach und nach weiterhilft und die zugrunde liegenden Verletzungen so nach und nach abheilen können. Verdient hast Du eine schöne Beziehung, so wie jeder Andere auch!
Wünsche Dir von Herzen allles Gute und viel Erfolg auf diesem harten und steinigen Weg!
Du bist zwar schon weiter als manch Anderer, alleine weil Du es realisiert hast und Dich selbst und Andere vor daraus resultierenden Verletzungen schützt, dennoch löst das Dein Problem ja nicht.
Kann Dir nur die Daumen drücken, dass Dir Deine Therapie da so nach und nach weiterhilft und die zugrunde liegenden Verletzungen so nach und nach abheilen können. Verdient hast Du eine schöne Beziehung, so wie jeder Andere auch!
Wünsche Dir von Herzen allles Gute und viel Erfolg auf diesem harten und steinigen Weg!
Kaleu, alleine die Tatsache, dass Du versuchst zu verstehen, was in mir vorgeht, ist unheimlich hilfreich für mich.
Viele Menschen tun Bindungsangst als Blödsinn ab; sie denken, dass schon alles wird, wenn nur der Richtige vor der Tür steht, und dass es soooo schlimm ja nicht sein kann. Andere wiederum meinen, dass Bindungsphobie bedeutet, dass man keine Beziehung möchte und die ganz "Schlauen" sind der Ansicht, dass ich einfach nicht auf Männer stehe.
Ich bin ein optimistischer Mensch und deshalb recht zuversichtlich, dass ich meine Angst besiegen werde. Wahrscheinlich werde ich niemals die Sorte Frau sein, die in 20 Jahren nicht einen Tag von ihrem Partner getrennt war, aber ich glaube fest daran, dass ich eines Tages zumindest so weit sein werde, eine verbindliche Beziehung einzugehen.
Vielen Dank für Deine Worte, sie haben mir sehr gut getan!
Viele Menschen tun Bindungsangst als Blödsinn ab; sie denken, dass schon alles wird, wenn nur der Richtige vor der Tür steht, und dass es soooo schlimm ja nicht sein kann. Andere wiederum meinen, dass Bindungsphobie bedeutet, dass man keine Beziehung möchte und die ganz "Schlauen" sind der Ansicht, dass ich einfach nicht auf Männer stehe.
Ich bin ein optimistischer Mensch und deshalb recht zuversichtlich, dass ich meine Angst besiegen werde. Wahrscheinlich werde ich niemals die Sorte Frau sein, die in 20 Jahren nicht einen Tag von ihrem Partner getrennt war, aber ich glaube fest daran, dass ich eines Tages zumindest so weit sein werde, eine verbindliche Beziehung einzugehen.
Vielen Dank für Deine Worte, sie haben mir sehr gut getan!
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