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Unerfüllte Liebe

48 Antworten5'090 AufrufeGestartet von Héloise ·

#21
Hallo Sarah

ja, was Lisabel geschrieben hat, hat was für sich... meine Schwäche ist sowieso, dass ich immer auf Männer komme, die ein Stück älter sind als ich und damit die Konstellation Tochter-Vater (also der berühmte Oedipuskomplex laut Freud) gegeben ist. Mein erster Mann war 11 Jahre älter als ich, mein jetziger Mann ist 13 Jahre älter als ich (und hat genau einen Tag nach meinem Vater Geburtstag...), mein Schwarm ist 10 Jahre älter als ich. Ich habe in der Therapie mit ihm viel über die Tochter-Vater-Konstellation geredet, weil ich meinen Vater während meiner Pubertät durch Tod verloren habe.

Naja, wenn ich in die Sitzungen gehe, habe ich eher Gefühle wehmütigen Verzichtens als irgendwelche Hoffnungen, nur damit das klar ist.

Danke für die Unterstützung! Héloise

#22
Hi Heloise,

erstmals finde ich gut, dass du das mit der Vater-Tochter-Geschichte so klar siehst.

Mir bleibt der Eindruck, dass du wieder ein Stück deinen vermissten Vater suchst und hoffst in deinem Schwarm zu finden... ...die "Gefühle wehmütigen Verzichtens", die du am Schluss beschreibst, passen da einfach auch verdammt gut dazu.

Hast du eigentlich schon mal eine Familienaufstellung gemacht ? Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht, kann ich also nur empfehlen.

Dein letzter Satz hat was kindlich Trotziges...schreib ich deshalb so frech, weil mir das meineReittherapeutin unlängst auch so frech und frei über mich sagte....hast du eigentlich auch auf den Tod deines Vaters so ein Stück mit Trotz reagiert ??? ... und kommt das jetzt bei dir durch, wenn du das Gefühl hast, mit all deinen Gefühlen nicht auf das gewünschte Echo zu stoßen ???

Du bist so wie du bist völlig okay und richtig da...

:trost:

#23
Hallo Sarah

nein, das "Trotzige" bezieht sich nicht auf deine, sondern eher auf Maries Äusserungen.

Eine Familienaufstellung hab ich noch nie gemacht, und sehe dazu im Moment keine Veranlassung. Mein Vater ist schon lange tot, meine Mutter ist alt und gebrechlich und muss wohl bald ins Pflegeheim, und mit meiner erwachsenen Tochter vermeide ich möglichst jeden Kontakt, weil ich sonst von ihren Problemen runtergezogen werde, wie dies jahrelang der Fall war. Das Tochter-Vater-Problem habe ich, ebenfalls jahrelang, in verschiedenen Therapien durchgekaut (auch mit weiblichen Therapeuten und anderen männlichen jüngeren und älteren Therapeuten, die in mir überhaupt keine Gefühle ausgelöst haben).

Klar stosse ich immer wieder auf die Vaterfigur, mein Mann selber ist auch eine solche, und mir ist wohl dabei. Ist das schlimm?

Héloise

#24
Nochmals hallo Sarah

machst du eine Reittherapie?? Ich hatte jahrelang Ponies... Mein jetziges Stütchen, ein Isländer, ist zur Zucht verpachtet, weil ich selber nicht mehr reite und meine Tochter zu viele Probleme mit sich selber hat. Mein Isi ist zur Zeit im Schwarzwald und wird im April, wenn alles gut geht, ein Fohlen bekommen. Ich freue mich schon wie verrückt darauf!

Héloise

#25
Hi,

ja, ich mache seit etwas mehr als einem Jahr Reittherapie, also genau genommen Integrierte Bewegungstherapie am Pferd. Das leichte SChaukeln am Pferd versetzt einem ganz schnell in eine leichte Trance, und schon sind die Bilder aus der Kindheit da, die integriert werden wollen.

Ja, wir haben alle unseren Ballast aus der Kindheit mitbekommen, und für mich wäre Gesprächstherapie nix, weil ich mir im Kopf immer alles zurecht legen konnte...deswegen ist es für mich längst nicht verarbeitet.

Körpertherapien eignen sich tausend mal mehr für mich.

Nachdem ich emotional sehr sehr bald für mich selber Verantwortung übernehmen musste, ist das Pferd der goldrichtige Prtner wieder Vertrauen zu einem DU zu fassen...es zuzulassen, getragen zu werden.

:trost:

#26
sag, mal, WARUM reitest du eigentlich nicht mehr ????

#27
Hallo Sarah

warum ich nicht mehr reite, ist eine lange Geschichte.

Ich hatte vor ca. 10 Jahren mein erstes Pony, das ich über alles geliebt habe. Meine Tochter hat darauf reiten gelernt, und ich bin jeden Tag mit ihr ausgeritten. Dann begann erstmals die Esstörung meiner Tochter und sie kam in die Klinik. Ich war deshalb total überfordert, auch noch für mein Pony zu sorgen, und hab es deshalb verkauft. Ich bereue dies bis heute, habe aber wieder Zugang zum Pony gefunden. Als es meiner Tochter besser ging, begann sie regelmässig zu reiten und arbeitete in einem Hippotherapiezentrum. So kaufte ich einen Isländer, mit dem aber nur sie sich abgab, denn mit dem Verkauf meiner geliebten Ponystute habe ich auch das Reiten aufgegeben. Letzten Sommer wurde die Esstörung meiner mittlerweile erwachsenen Tochter so gravierend, dass ich das Pony in den Schwarzwald auf eine Weide gab und verpachtete. Ich besuche es regelmässig, und auch mein früheres altes Pony, aber reiten mag ich nicht mehr, das ist vorbei. Im allgemeinen liebe ich Tiere, habe auch viel Stallarbeit erledigt und mich in Form von Bodenarbeit und Gehorsamsübungen mit Pferden abgegeben, und solches tue ich auch heute noch.

Gruss Héloise

#28
Liebe Heloise,

verstehe ich zu gut, dass dich die Essstörung deiner Tochter überfordert hat...muss ja wohl sehr heftig sein. WIe geht es DIR heute mit ihrer Krankheit ???

Meine derzeit fast 11jährige Tochter ist auch immer wieder eine Gratwanderung zum Untergewicht...ich mach mir da auch immer wieder Sorgen.

Habe ich dich richtig verstanden, dass du das Reiten aufgegeben hast, weil es nicht mehr deine geliebte Ponystute ist, auf der du reiten kannst? Ich gehe grad den umgekehrten Weg von dir, bin mit 35 erstamals am Pferd gesessen und habe da meine Leidenschaft dafür entdeckt...bin also grad dabei es zu lernen - einfach alles, was dazu gehört...

Alles Gute

:trost:

#29
Hallo Sarah

ich habe- dank meinem Therapeuten (seufz!!!)- in den letzten 2 Jahren gelernt, mich von meiner Tochter zu distanzieren. Sie ist erwachsen und muss selber wissen, was sie tut. Sie hört weder auf mich noch auf irgendwelche Ärzte, sondern will einfach nicht wieder normal essen (seit 8 Jahren). Zugleich hat sie aber auch Bulimie, was sehr gefährlich ist. Sie wiegt bei 175 cm Körpergrösse zur Zeit 34 (!) kg, was eigentlich akut lebensgefährdend ist. Dass sie trotzdem noch lebt, verdankt sie Red Bull, das enthält ziemlich viel Zucker und hilft ihr, nicht zusammenzuklappen. Sie spinnt total... Aber eben, ich muss mich distanzieren, sonst gehe ich mit meinem mir wichtigen Leben- Partner, Arbeit, Hobbies- einfach total unter. Wie oben gesagt, dass es mir momentan sehr gut geht, trotz ihrer Esstörung, verdanke ich wirklich allem, was ich in der Therapie gelernt habe.

Es stimmt, ich habe mit Reiten aufgehört, als ich mein geliebtes Pferdi verkaufen musste, da war dieses Kapitel einfach zu Ende. Mit meiner Isistute bin ich selbst nie geritten, das tut jetzt die Pächterin. So in einem Monat hat sie sowieso Babyurlaub; man kann jetzt schon deutlich Fohlenbewegungen spüren. Bin gespannt, was herauskommen wird...

Viel Spass beim Reiten! Héloise

#30
Liebe Heloise,

das klingt ja echt total heftig...ja, irgendwann sind die eigenen Kinder erwachsen und für ihr eigenes Leben verantwortlich.

Ich habe seit Lisabels thread mit dem Animus einiges im Internet recherchiert und hab mich dabei stark auch selbst wiedergefunden.

BITTE KEINE LINKS POSTEN (siehe Forenregeln) Edited by jane

Ja, mein Schattenmann ist mein Animus. Das ist mir heute wohl klarer als je zuvor. Und vermutlich ich seine Anima.

Ach Gott, warum ist das Leben so voller Au´fgaben, die einerseits schön aber auch fordernd sind.

Schönen Babyurlaub

Sarah

#31
Hallo SArah

hab soeben auch über Animus/Anima nachgelesen... offenbar Begriffe aus der Analytischen Psychologie von C. G. Jung.

Wie findet man denn am ehesten heraus, ob dieser oder jener der Animus von einem selbst ist? Du scheinst da mehr Erfahrung zu haben.

Gruss Héloise

#32
Hallo Heloise,

ich glaube, ich bin beim Thema Animus genauso eine Suchende wie du auch...ich merke nur, wie mich das Thema grad ungemein fasziniert, und das ist immer ein Zeichen, dass es verdammt viel mit mir zu tun hat.

Kennst du das Buch "Die Sehnsucht der straken Frau nach dem starken Mann" von Maja Storch ? Das nehme ich seit Jahren immer wieder zur Hand, weil ich mich da immer wieder finde. Hat auch C.G: Jung als Basis.

Den heutigen morgen habe ich mit Dalke und dem Kapitel zum Thema Nieren zugebracht, weil ich immer wieder Nierenprobleme habe...und woruaf glaubst du bin ich dabei gestossen ??? Meine ungelebten Anteile im Bereich Partnerschaft...

Finde ich übrigens unheimlich schön, wie sich unser Kontakt zueinander in den letzten Tagen entwickelt, du liebe "Unbekannte"

#33
Hallo Sarah

ja, finde ich auch schön, den Kontakt zu dir! Ich werd mich mal umschauen, ob ich das Buch finde, das interessiert mich.

Das heisst also, im Animus kann ein ungelebter Teil der Partnerschaft sein?

Dann wäre es also möglich, dass mein Therapeut vielleicht solche Animus-Qualitäten hat? Könnte schon sein; wir haben während der Therapie festgestellt, dass er aus einem ähnlichen sozialen Umfeld kommt wie ich; es hat sich auch herausgestellt, dass er viele meiner Ansichten teilt (nicht in Bezug auf Partnerschaft oder so, eher allgemein). Mich interessiert manchmal auch, wer welches Sternzeichen ist; nicht dass ich fanatisch daran glaube, aber es hat schon was für sich. Mein Vielleicht-Animus hat ein Sternzeichen, das einen sehr grossen Gegensatz zu meinem bildet. Man sagt ja, Gegensätze ziehen sich an... Und hier kann ich dann auch die Verschiedenheiten zwischen uns erkennen.

So ist es auch bei meinem Mann; es gibt neben allen Uebereinstimmungen Verschiedenheiten. Vielleicht ist es Liebe, wenn man auch die Verschiedenheiten respektiert und den anderen gerade deswegen liebt.

Nächste Woche hab ich wieder Therapiesitzung, weiss gar nicht, ob ich mich darauf freuen soll oder nicht...

Mach's gut und lieben Gruss, Héloise

#34
hallo heloise,

Was uns fehlt, was wir suchen, was rätselhaft und dadurch faszinierend ist, das ist immer ein Anderer, eine Andere, ein zuerst Fremder, das Gegenstück oder die fehlende Ergänzung: mein Animus oder meine Anima. Manchmal erschreckend, weil er die tiefsten, oft genug verdrängten Bereiche unserer Seele anspricht - manchmal sehr hilfreich und zwingend nötig, weil er uns endlich Antwort auf offene Fragen geben kann.

Im Märchen wird die Suche nach der Anima, bzw. dem Animus in allen Geschichten von verzauberten Prinzessinnen oder Prinzen erzählt.

So ist der 'Froschkönig' ebenso der Animus einer selbstgefälligen, gelangweilten Prinzessin, wie es Falke und Bär bei 'Schneeweisschen und Rosenrot' oder der hässliche Unhold im 'Singenden, klingenden Bäumchen' sind. Nur unter vielen Mühen, verzweifelten Phasen und erst nach sehr langer Zeit kann der verwunschene Prinz von einer geläuterten Prinzessin (o.ä.) erlöst werden. Auch in 'Die Schöne und das Biest' wird die selbstlose Hingabe und Geduld einer schönen Frau an ein schreckliches Wesen mit dessen Erlösung und ihrer beider Glück belohnt.

Eine Anima ist dagegen z.B. in 'Dornröschen', im 'Schneewittchen', im 'Aschenputtel' oder im 'Rapunzel' versteckt. Hier gilt umgekehrt dasselbe: der eitle, hauptsächlich an Kämpfen oder sinnlosem Zeitvertreib interessierte Prinz muss sich auf den Weg - seinen Reife- und Wachstumsweg - machen, um die verzauberte Prinzessin und damit auch sich selbst zu befreien.

Es kommt also nur darauf an und hängt gleichzeitig davon ab, dass zumindest einer noch viel an sich arbeiten muss - egal ob es der verzauberte Prinz ist, der Schuld auf sich geladen hat und deswegen in einem 'falschen', unpassenden Kleid, Körper, bzw. Charakter gefangen ist und erlöst werden muss oder ob es die eingebildete Prinzessin ist, die zwangsweise einen Reifeprozess durchmacht und mit Hilfe ihrer wachsenden Liebe zu einem 'unmöglichen' Partner sich selbst findet und dadurch aufgeschlossen wird für eine andere Seele - ihre Dualseele. Dann erst kann das Märchen 'wahr' werden und seine Symbolkraft für andere entwickeln.

So finden auch im Realen viiele Menschen ihre Dualseele, ihren Animus oder ihre Anima oft genug nicht unter 'Ihresgleichen', sondern entweder in einem weit entfernten Land, in einer anderen Gesellschaftsschicht oder unter verbotenen, gefährlichen Umständen. Das langwierige, hartnäckige Durchhalten gegen alle Unterschiede und Widerstände auf dem Weg zur Zweisamkeit ist dann aber meistens ein besserer Garant für eine dauerhafte Bindung als ein schnelles Feuer für jemand besonders gut Passenden.

Es ist das ewige Problem in Beziehungen, dass wir eigentlich uns selbst suchen und sehr schnell sehr einnehmend auf eine jeweils neue Liebe eingehen, weil der andere uns anscheinend so ähnlich ist, so eigenartig vertraut, so ganz und gar verstehend. Wir lassen uns faszinieren, wir identifizieren uns total - um dann nach einer gewissen Zeit zu merken: das ist ja ein Fremder, ein völlig von uns Verschiedener und überhaupt nicht passend.

Denn - sucht man einen Menschen, mit dem man in jeder Hinsicht übereinstimmt, der alles versteht und in jeder Lebenslage immer zu einem selbst stehen kann - dann gibt es dafür nur eine oder einen: sich selbst. Einen anderen aber um seiner selbst willen zu lieben, das ist ein riesiger Unterschied. Sobald wir in der Lage sind, die Unterschiede (!) zwischeneinander zu lieben, heben wir die Schatten auf und betreten ein neues Paradies.

hab ich im Internet gefunden und beschreibt es in meinen Augen sehr schön...ja klar kann dein therapeut dein Animus sein, deine nicht gelebte männliche Seite in dir, die nun integriert werden will...

Alles Gute,

Sarah

#35
Hallo Sarah

danke für den ausführlichen Text... ich hab selbst nochmasl im Internet gesucht und ihn auch gefunden. Wirklich sehr spannend!

Ach ja, im Februar werd ich wiederum ein Jahr älter, und mein Mann wird schon 60, mein Gott fühlt man sich da manchmal alt... Und dann denk ich so, dass ich als gestandene Frau mich noch so blödsinnig verlieben muss, und schäme mich fast...

Héloise

#36
Hallo Heloise,

ist doch verdammt schön, wieder Schmetterlinge im Bauch zu haben, sich wieder lebendig und verrückt und verspielt fühlen zu dürfen...ist eine gesatndene Frau wirklich eine, die sich so schöne Gefühle einfach verbieten sollte ???

Also, ich finde Frauen faszinierend, die sich mit 60, 70 auch noch ihre Verrücktheiten, Verliebtheiten, Lebensziele eingestehen und auch leben...vielleicht auch deshalb, weil meine Mutter seit Jahren das genaue Gegenteil lebt.

Also, ich drück dir jedenfalls die Daumen für dein Treffen mit deinem Therapeuten diese Woche.

Dein Mann wird heuer 60...ehm, mein Vater auch. Ich hätte mal nicht den Eindruck, dass zwischen dir und mir eine Generation liegt, nur so am Rande und etwas verdutzt bemerkt.

Machs gut,

Sarah

#37
Hallo liebe Sarah

nun ja, bin eben schon eine alte Schachtel, gerade 10 Jahre älter als du... Mein Mann ist 13 Jahre älter als ich, darum schon sechzig. Habe durch seinen Sohn aus erster Ehe auch schon ein Stiefenkelkind von 7 Monaten ;-)

Sicher ist Verliebtsein ein schönes Gefühl, aber gausgerechnet so deplaziert wie in der Therapie, und dann noch so, dass ich von vornherein weiss, dass es nichts bringt... ist gerade deshalb eben auch schmerzhaft. Und sagen oder mir anmerken lassen darf ich auch nichts, das ist noch das schwierigste vom ganzen...

Gruss Héloise

#38
Hallo Sarah,

das war ein wirklicher Augenöffner für mich: dass man schnell entflammt ist für jemanden, der einem sehr ähnlich zu schein seint, weil man sich nach jemandem sehnt, der so "ist wie ich selbst".

Das war in meinen Beziehungen ein zentrales Motiv, die Suche nach jemanden, der mir ähnelt und mit dem ich die größtmögliche Vertrautheit erleben kann, eine Art von Symbiose. So war es mit meinem ersten Mann, am Anfang waren wir fasziniert davon, wie ähnlich wir dachten und empfanden, wie wir uns selbst im anderen spiegelten...später stellte sich heraus, dass wir uns in wichtigen Bereichen, in unserer Lebenseinstellungen, unseren Werten, überhaupt nicht ähnlich waren...mit meinem jetzigen Partner ist es anders: von Anfang an war mir klar, dass er anders ist als ich, und das störte mich phasenweise sehr, da ich nicht dieses Verschmelzen, diese Faszination erlebte, die man hat, wenn man auf sein Spiegelbild trifft. Unsere Beziehung ist nicht so symbiotisch, dafür aber reifer. Wir wissen um unsere Unterschiedlichkeit und bemühen uns, einen gemeinsamen Weg zu finden...

#39
Hi Heloise,

10 Jahre Altersunterschied ist doch keine ganze Generation!!!

Hoffe, du kannst dein Stiefenkelkind so richtig genießen...ich überlege immer wieder mal noch eigene zu kriegen (aber nachdem meine beiden schon 13 und 11 sind, wäre das wie von vorne angfangen...und ich glaub, das mag ich nicht mehr.

Wenn er ein guter Therapeut ist, hat er das Gespür dafür sowieso und dann hat er es längst bemerkt...kann mir nicht vorstellen, dass Therapie, die nur im Kopf stattfindet, wirklich wirkt. Da spielt immmer Empathie mit, und die braucht dann keine Erklärung...also darfst du dich ruhig entsressen vor der nächsten Sitzung.;-)

Wo wäre denn deiner Meinung nach der richtige Platz für Verliebtheit, wenn du schon meinst, dass die in der Therapie deplatziert ist ?

Mit 17 im Schwimmbad ? Also ehrlich, ich möchte nicht mehr 17 sein. Da ist mir meine komplziert schöne Schattenbeziehung doch tausend mal lieber...

Liebe Grüße

Sarah

#40
Hallo Sarah

natürlich darf man auch in meinem Alter verliebt sein, aber eben, das ganze ist von vornherein eigentlich sinnlos. Und ja, es kann schon sein, dass mein Therapeut das gespürt hat; jedoch finden die Gespräche immer auf einer total intellektuellen Ebene statt, so dass mir darüber nicht sicher bin. Seine Sympathie hab ich schon direkt bekundet bekommen, durch verbale Äusserungen, was ja schön ist, aber mehr kann und darf ich nicht erwarten. Naja, bald ist das ganze ja eh vorbei...

Obwohl die Sonne scheint und es beinahe nach Frühling riecht, macht mich das irgendwie furchtbar traurig.

Gruss Héloise

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