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Wie seid ihr die Bilder los geworden der Gewalt?

26 Antworten6'448 AufrufeGestartet von Wamba ·

WambaThemenstart
#1
Nun eigentlich wollte ich dieses Thema hier nie an schneiden.

Kennt ihr das, ein schlechtes Erlebnis sei es von Gewalt oder Missbrauch den ihr erfahren musstet das euch diese Stimmung, Bilder, und sogar dieses Geräusch einholt?

Es ist wie ein Blitz der einen innert Sekunden trifft und einem das Herz still stehen lässt. Dann ist man sich selber und kann gegen dieses angehen Mental. Doch diese Sekunde in der einem die Erinnerung ein holt fühlt man sich wie damals als es gerade passierte.

Nun gerade gestern ist mir dies wieder mal passiert und es hat mir wieder mal gezeigt wie klein und schwach ich doch bin.

Kennt ihr diese Situation?

Wann seht ihr diese Bilder?

Hat jemand diese Bilder ganz weg bekommen?

Bei mir ist es eher dieses Geräusch, ich hatte es schon ganz vergessen da ich mich lange damit auseinander gesetzt hatte. Und ich mein Sexleben wirklich geniesse. Und auch keinen groll mehr habe gegen die Männer. Doch gestern als ich diese Stimme hörte traf es mich wie vom Donner getroffen. Warum sitzt dies nur so tief? Jahre lange hatte ich schon nicht mehr daran denken müssen.

Es würde mich wirklich interessieren wie ihr damit umgegangen seid?

#2
Auch nach über 4 Jahren: Es gibt immer wieder Situationen wo ich zusammenzucke, wenn ich eine plötzliche Bewegung der Hände meines Mannes sehe. Und es gibt immer noch Situationen in denen die Bilder von damals in mir hochkommen.

Bin von meinem Ex-Mann verprügelt und vergewaltigt worden. Jetzt bin ich in Therapie.

#3
Männer die so etwas mit frauen machen, die sind überhaupt die schwächsten.

Soll der mal bei mir vorbei schauen! .... ich hasse sowas

#4
Liebe dice01

Vielen Dank das du mir geantwortet hast. Es :trost: tut mir sehr leid das du solange so schmerzliche Erfahrungen gemacht hast.

Nun bei mir ist es ja auch schon sooo lange her. Schon fast 15 Jahre. Nun wenn er wollte nahm er sich einfach das was er wollte. Auch wenn ich nein sagte. Doch ich verstand es damals irgendwie nicht. Mag sich ziemlich doof anhören. Doch ich konnte mich erst von ihm trennen als meine Freundin ihren Freund verliess,erst da kam ich auf die Lösung dies gleich zu tun. Von selber wäre ich damals gar nicht auf die Idee gekommen. Das verstehe ich heute auch nicht mehr. :tink:

Nun eigentlich dachte ich das sei Schnee von gestern und könne mich nicht mehr Berühren. Doch vor kurzem traf ich mich mit einem Mann und es war als hörte ich ihn reden die art, der Ton genau gleich. Es war einfach da diese Bilder und ich bin fürchterlich erschrocken. Ich merkte wie ich mich verkrampfte. Er erinnerte mich an diese Situationen als es geschah, an das sich nicht mehr Spüren. Als ich dachte ich stände neben mir ,und wartete, beobachte dies Situation ausserhalb meines Körpers. Mein Körper zog damals einfach die Notbremse und liess es geschehen ohne Emotionen, alles Gefühllos. Nur abwartend bis es vorüber war. Nur die Bilder als ich meine Augen auf machte und die Geräusche blieben. Nicht das körperliche schmerzte sondern innerlich zersprang ich fast. Es schmerzte gefangen in diesem Körperzusein an diesm Ort. Nun ich denke du weisst was ich meine.

Ich habe, so dachte ich noch vor ein Paar Tagen, dies alles schon vor Jahren abglegt. Schliesslich geniesse ich auch mein Leben als Single und habe lange an meinem Sexleben gearbeitet sogar einige Phantasien erscheine einige vielleicht als abartig mit diesem Hintergrund doch es ist anders. Doch jetzt hat es mich schon etwas erschreckt. Warum sind diese Bilder plötzlich da? Warum bei ihm? Nun ich habe keine Angst vor ihm? Doch dieses Gefühl war unerträglich.

Ich hoffe bei dir geht es gut mit der Therapie, mir hat es geholfen sich mit dem Thema fest auseinander zu setzten. Nun was viel anderster ist das er mich nie geschlagen hat und das er mir sonst das Gefühl gab geliebt zu werden. Und ich weiss heute auch dass er einfach auch zu Jung war und überfordert war mit seinen Trieben. Als ich ihm verzieh, innerlich war ich wirklich befreiter. Vielleicht hilft dir das wie mir.

#5
guten abend ihr lieben, guten abend wamba :)

es tut mir sehr weh für euch, wamba und dice01, dass ihr solch trauriges habt erleben müssen!!! :trost:

diese frage berührt und be-trifft mich unheimlich! wollte schon vorgestern schreiben, konnte aber nicht...

nur kurz zu meiner geschichte: ich was sechseinhalb jahre mit einem extrem gewalttätigen mann verheiratet. er hat mich geschlagen, vergewaltigt, psychische gewalt ausgeübt, war mir untreu, hat mich angelogen und betrogen... die ganze palette. ( - wir haben eine gemeinsame tochter :verliebt: )

zum glück ist das nun schon einige jahre her und ich konnte schrittchen für schrittchen mein selbstbewusstsein und meine eigene 'ganzheit' wieder aufbauen, erlangen. mühsamster weg, mit narben, welche nie ganz verheilen werden... befürchte ich. jahrelange therapie(n), die mir zwar zum momentanen überleben sehr geholfen hat(haben), jedoch leider in der verarbeitung des geschehenen nicht wirklich hilfreich war(en). vor zwei jahren habe ich mit einer anderen betroffenen frau eine selbsthilfegruppe aufgebaut und wir treffen uns nun (6 frauen) regelmässig einmal monatlich. ich fühle mich dort verstanden, ohne grosse worte + erklärungen, ich fühle mich dort angenommen...

die bilder... sind zum teil etwas in den hintergrund gerückt, dennoch sind sie nicht weg. manchmal genügt ein leises geräusch, eine bewegung, ein duft, eine farbe,eine stimme, ein wort... und schon befinde ich mich in der vergangenheit, in einer dunklen und schmerzhaften szene... in meinem innern geschieht es im hier und jetzt. mit der zeit habe ich jedoch gelernt, dass ich mich dagegen wehren kann. erstens habe ich die bilder in mein leben integrieren müssen, sie gehören zu mir, sie sind meine geschichte, ein teil von mir. ...

wenn ich merke (besser: falls ich es merke!) dass in meinem innern ein film abläuft, wiederhole ich mir wieder und wieder, wie eine art mantra, "das ist vergangenheit! es ist nicht jetzt, es ist nicht hier! du bist in sicherheit!" meistens hilft mir das. ich stehe auf, beide füsse fest am boden, versuche ruhig zu atmen. wenn's geht, versuche ich meine umgebung mit lauter stimme zu beschreiben. einfach alles mögliche, um den inneren schrecken an den richtigen ort zu platzieren. nämlich in die vergangeheit. und mein "ich" aktiv in die gegenwart zu holen. das ist natürlich eine kurzfristige lösung, eine art notfallverhalten...

langfristig ist für mich die selbsthilfegruppe heilsam. ich erzähle dort um ersten mal ganz konkret, was mir geschehen ist... es ist schmerzhaft, aber ich kann es mit anderen frauen teilen... in worte fassen, mich aktiv damit auseinandersetzen. dies bewirkt eine entspannung in mir, ich kann heute sogar anderen menschen davon erzählen, was zu mir gehört... mittlerweilen gibt es lange zeitspannen, in denen die 'alten' bilder keine rolle spielen. ich will nicht mehr, dass sie mein heutiges leben negativ beeinflussen!

ich wünsche uns viel kraft auf diesem weg, wir schaffen das. :schmatz:

#6
Salü aphra

Nun bei mir ist es ja zum Glück schon etliche Jahre her. Und ich habe die gleichen Schritte hinter mir wie du. Ich habe eine Kollegin der etwas ähnliches passiert ist und mit der ich auch viele Stunden darüber geredet habe doch sie hat einen anderen Weg genommen als ich Sie verdrängt es heute noch.

Du schreibst es genau richtig,

erstens habe ich die Bilder in mein leben integrieren müssen, sie gehören zu mir, sie sind meine Geschichte, ein teil von mir. ...

wenn ich merke (besser: falls ich es merke!)

auch meine Bilder gehören zu mir. Und so hart es klingt habe ich mir früher immer gewünscht ich hätte dies nie erlebt so sehe ich dies heute auch anderster es war die Chance meines Lebens. Denn sonst wäre ich nicht so wie ich heute bin. Es hat also auch

was gutes.

Auch das mit dem merken sich der Situation Bewusst zu werde und nicht nur auf die Symptome zu agieren war am Anfang auch sehr schwer. Ich finde auch das dies er erst nützliche Schritt ist.

Ich erschrak mehr das ich schon einige Jahre all diese Gedanke und Gefühle nicht mehr hatte.

Darum dachte ich es sei schon längst hinter mir ich hätte jede Phase abgeschlossen.

Tja da war ich wohl etwas zu Optimistisch.

Aber es erstaunte mich das dies bei einem Mann der nichts mit ihm gleich hat doch er machte eine Bewegung und Sprach in diesem Ton und Schwups da war’s.

Nun ich habe mein Singel leben wirklich gut angefangen und genossen mit ONS und Affären. Und ich hatte nicht mal einen Gedanken an die Vergangenheit keinen Zweifel das dies schlecht sein könnte. Doch warum sind diese Bilder auf einmal gekommen? Dies verwirrt mich. Wie fest soll ich dem Gewicht geben? Einfach ignorieren?

Die Selbsthilfegruppe finde ich eine gute Idee. Ich weiss wie viel Mut es braucht dies irgendjemand zu erzählen. Ich habe meins Jahre lang verheimlicht niemanden erzählte ich darüber weil ich es selber so ablehnte. Und der Gedanke das mich jemand Bemitleiden würde und ich event. schlecht da stehen würde, geschweige es könnte noch Kritik kommen.

Doch als ich mich überwand es jemanden zu erzählen, tat es gut. Und war der erste Schritt es zu verarbeiten. Dies ist aber auch schon über 10 Jahre her.

Ich erkannte dass sehr viele Frauen in meinem Umfeld irgendeine Form von Gewalt erfahren hatten. Es ist Schlimm ja, aber auch immer eine Chance sich zu ändern und sein Schicksal in die Hand zu nehmen.

Ich für meinen Teil habe damals auch Fehler gemacht, denn ich habe ihm nie gesagt dass er mir wehtat. Klar dachte ich er wüsste es doch heute bin ich mir gar nicht mehr so sicher darüber ob er dies überhaupt wahrnahm. Ich brach einfach keinen Ton darüber raus, ich hatte das Gefühl das es mir den Hals zu schnüren würde. So blieb ich Stumm darüber.

Denn noch tat ich mir selber den grössten schmerz zu in dem ich diese innerliche Abspaltung machte. Einerseits gut in diesem Moment doch später war es schlimm nicht automatisch diesem sich hinzu geben. Und immer Hilflos zu bleiben. Diese Abspaltung stand innerlich für mein „ich liebe dich nicht“ Gefühl und musste ich erstmal verabschieden und ein Selbstwertgefühl kreieren.

Es freut mich aber zu lesen das wir ähnliche Schritte machten für ein Neues Leben. Danke, dass du mir geantwortet hast. Und viel Kraft weiterhin. :schmatz:

#7
Hallo wamba!

Ich sitze hier bei einem guten schluck Muscateller Sekt und frage mich die ganze Zeit warum du nur von ihm sprichst aber nie erzählst wie es passiert ist und was genaus es eigentlich war! Dir muss etwas schlimmes weiderfahren sein und ich kann mir beinahe denken was es war...aber ich wüßte doch gerne wissen du es aus deiner Sicht erlebt hast! Wenn du möchtest kannst du es hier erzählen. Ich würde dir gerne zuhören!

Warum mich das interessiert?

Vor einigen Jahren war ich noch klein und schwach, konnte mich nicht wehren. Zu dieser Zeit hatten es zwei typen auf mich abgesehen. Sie haben mich nicht vergewaltigt aber sie haben meine kindliche naivität ausgenutzt um mir eine heidenangst einzujagen. Ich habe lange jahre angst gehabt in bestimmte Gegenden zu gehen oder mich sicher zu fühlen. Ich rieche noch immer seinen Schweiß und sehe sein grausames grinsen.

Er war der kleinere Bruder von zweien und nur stark und mutig wenn er sich an 6 Jährigen Kinder vergehen konnte. jeden tag auf dem Weg zur Schule und zurück bekam ich einen Tritt gegen den Ranzen und manchmal auch mehr.

Lange Zeit habe ich geschwiegen..dann erzählte ich es meiner Mutter. Meine Mutter war keine Person die so etwas einfach schön redete. Sie ging zu ihnen und machte sie so klein mit Hut! An dem tag war ich unglaublich stolz auf meine Mutter! Das sollte mir jedoch schon bald vergehen!

Einige Tage später kam mir einer der Jugendlichen Typen entgegen und meinte zu mir das der Staudamm denn ich mit einem freund zusammen gebaut hatte zerstört worden wäre. Er sagte er würde mir helfen!

Ich zögerte einen Moment und sah ihm in die Augen! Er lächelte! Ich ging also mit ihm mit...sobald wir in der Senke waren zog er mich an sich heran und würgte mich. Er sagte ich solle ja stills ein, das es ein fehler war meine Mom zu rufen! ich kontte nicht anders und muste weinen. Er drückte Fester zu! Die luft blieb mir weg und ich schluckte heftig. Ich wollte nur weg und hatte panische Angst! Also schrie ich...es war mein erster und letzter Schrei, denn ein Nachbar vom angrenzenden grundstück kam um nach dem rechten zu sehen und fragte laut was denn hier los sei! Ich rante weg ohne ein Wort zu sagen! Der Typ war so verdutzt das er vergaß mich zu verfolgen....

Ich war 6 Jahre alt und erst fast ein Jahr später traute ich mich meiner Mutter etwas davon zu erzählen. Bis dahin war ich um ecke, in jede Straße nur vorsichtig gelaufen. ich hatte solche Angst sein gesicht oder seinen Azem zwischen dem plätschern von Wasser wieder zu erkennen. Erst jahre später sah ich ihn wieder und wußte das ich stärker und größer geworden war als er!

Ich habe seit dem nur noch selten an ihn gedacht und glaube das ich nun auch keine Erinnerung daran verschwenden muss! Er kann mir nichts mehr tun!

ich hoffe mit diesem Erlebniss habe ich den Anfang gemacht und du kannst jetzt über dein Erlebniss reden! Es fiehl mir nicht leichtd as llaes hier zu erzählen.

Alles Liebe

Thought

#8
Salü Thougt

Nun du hast recht ich bin nicht in das Detail eingegangen da ich dies nicht zur Schau stellen wollte, und weil ich finde dies kann man per PN machen und muss nicht andern Angst machen vor etwas schönem nur weil es ab und zu passiert das es auch anders herauskommen kann.

Ich denke wenn ich die Situation Beschreibe sprenge ich den Rahmen dieses Forums und es würde euch wie auch mir nichts bringen. Und ich möchte nicht das jemand mit negativen Vorurteilen künstlich in eine Opferrolle rutscht. Vielfach sehen wir ja leider nur immer nur eine Seite und zwar die Schlechte. Doch für mich war dies auch eine grosse Chance für mich selber.

Dieses Posting ging vor allem an Frauen die mich verstanden, die selber solche Erfahrungen gemacht haben. Und dafür möchte ich aphra und dice01 danken. Ich weiss jetzt das ich es doch richtig gemacht habe. Ich habe mich mit diesem Mann ganz Bewusst nochmals getroffen. Und weiss jetzt was es war, was mich an diese Situation erinnerte. Ich habe die Chance genutzt und mit ihm über verschiedenes geredet, doch es war gar nicht schlimm und ich werde nun "glaub ich" meinen letzten Gang gehen... =) und meinen Ex...Ex...Ex... anrufen um mal mit ihm ein Treffen zu arrangieren. Und wenn ich es schaffe dann auch seine Sicht anhören sowie wenn er will/kann/muss meinen schmerz von damals anhören. Nun es ist mir so vieles klarer geworden. Nun mehr kann ich wohl nicht mehr machen. :) Aber ich fühle mich jetzt schon sehr gelöster.

#9
liebe wamba

ich kann mich deinen worten nur anschliessen! es gibt orte und momente, wo es für uns angebracht ist, zu erzählen, was uns geschehen ist, und zwar bis ins allerletzte detail... dies ist wichtig, für uns und für unsere verarbeitung! aber: auch ich würde meine geschichte nicht detailhaft hier in dieses forum schreiben! das nützt meiner ansicht nach niemanden (niefrau!!!) und es besteht sogar die gefahr, wie du es geschrieben hast, andere zu erschrecken oder in irgendeiner weise negativ zu beeinflussen... und das kann ja nicht das ziel sein!

und ich bin der meinung, dass wir extrem sorgfältig mit unseren geschichten umgehen müssen... ich möchte nicht durch das (detailbeladene) erzählen meiner geschichte in irgendwelcher form mich selbst wieder einer grenzüberschreitung aussetzen!

ich bin froh, konnte ich dir mit meinem beitrag in irgendeiner form behilflich sein :schmatz: !!!

falls du dich mit dem besagten mann treffen solltest... versprich mir (dir!) bitte, dass du dich gut innerlich darauf vorbereitest und sehr sorgsam und liebevoll mit dir umgehen wirst... egal, was sein wird...?!

ich wünsche dir weiterhin viel viel kraft und zuversicht!!!

@thought: deine geschichte zu lesen hat mich sehr geschmerzt!

die erkenntnis, dass alles in der vergangenheit liegt und dir / mir / uns allen heute keine angst mehr zu machen braucht, war einer der wichtigsten schritte in richtung heilung und akzeptanz für mich!

auch dir wünsche ich weiterhin viel kraft!

#10
Salü @all

Ich wollte mich mal wieder melden und meinen Schlussbericht somit auch kundtun.

Nun trotz meines Zügelstresses dachte ich muss einen Termin finden und dies noch machen bevor sich dies wieder im Sand verläuft. So habe ich all den Mut zusammen genommen und ihm angerufen. Ich war so nervös das ich gar nicht richtig wusste ob ich das richtige mache.

Ich hatte glück und Er war es wo abgenommen hatte. Nun so stammelte ich so vor mich hin und fing an ob er sich noch an mich erinnerte und ob er mal lust hätte einen Kaffee mit mir zu trinken. Tja er war so überrascht.. das er es erstmal eine Pause gab am Telefon.

Es sagte, dann das er verheiratet sei.. ich sagte ich wollte einfach mal mit ihm etwas trinken.

Irgendwie war das schon eine komische Situation. Nun er sagte, dann doch zu und so waren wir heute verabredet auf Neutralem Terrain in einem Kaffee. Die ganze Woche war ich sehr Nervös und dachte immer daran.

Endlich heute war es dann soweit, aufgeregt machte ich mich auf zu diesem Gespräch.

Ich wartete im Kaffee und er kam wirklich, nun ich dachte immer es würde mich umhauen wenn ich ihn jemals treffe. Doch ich sah einen Mann, der sogar nicht dem Bild ähnelte das ich in meinen Gedanken hatte. Ich erkannte ihn zwar doch seine Gesichtszüge waren auch gealtert (wie meine) doch es war als sehe ich niemand bedeutender. Doch meine Nervosität blieb, kribbelig rutschte ich auf diesem Stuhl hin und her. Zuerst machte ich einen auf Smal Talk und Fragte ihn wie es ihm so geht und was er so machte. Er erzählte das er sch umgeschult hatte und das er nach mir seine Frau kennen gelernt habe mit der er zwei Kinder hatte. Und das Sie in die Nähe von meinem Heimatdorf gezogen sind. Ich war überrascht, und wir scherzten sogar etwas. Er war wie ein anderer Mensch doch die Situation bleib angespannt. Ich wusste gar nicht wie ich damit anfangen sollte. Doch ich wusste ich machte dies ja alles nur, dass ich es loswerde. So fing ich halt mal an… Warum ich mich mit dir getroffen habe ist… weil es da immer noch Sachen gibt die ich dir gesagt habe und lange gebraucht habe um dies zu verarbeiten. Ich fing an und mir wurde kalt und heiss und brach die Worte kaum heraus ich fühlte wie sich mein Hals förmlich zuschnürte. Ich wollte ihm alles bis in Detail schildern doch ich konnte nur Bruchweise meinen schmerz schildern. Er sass da und hörte mir zu. Nun er zeigte anfangs keine Regung doch als ich ihm sagte das das was er sich damals genommen hatte nicht mir Einstimmung von mir war änderte es sich in seinem Gesicht. Er sah etwas peinlich berührt aus. Das liess mich mutiger…Ich brachte noch heraus das ich sehr lange brauchte um dies zu korrigieren und das ich mich treffen wollte wegen dem um eine Antwort zu bekommen. Er druckste dann herum, uns sagte dann er habe es damals nicht so gesehen. Und es täte ihm leid er sei eben sehr stürmisch gewesen. Ich sagte das habe nichts mit stürmisch zu tun. Dann blockierte er dies aber ab. Wir schweigen uns etwas an, es war nicht nur peinlich sondern auch enttäuschend.

Ein paar Minuten machte er den Vorschlag zu Zahlen und zu gehen. Wir verabschiedeten uns es kam mir eher vor wie eine Flucht von uns beiden.

Nun dies alles ging nur eine Stunde und doch war es nicht das was ich mir damit versprochen hatte. Ich weiss nicht was ich mir versprochen habe doch es war wohl mehr...nun einige Stunden später bin ich immer hin stolz auf mich das ich mich mit ihm getroffen habe und das ich dich in kurzen Sätzen mitteilen konnte. Doch wirklich verändert fühle ich mich nicht…

#11
Hey wamba

Ich gratuliere Dir zu Deinem Mut und der Überwindung. Dies allein hat doch wahrscheinlich schon viel gebracht denke ich. Nun dass nicht viel mehr dabei herauskam kann ich nachvollziehen, da er ja schliesslich auch ein wenig überfahren wurde und nicht darauf vorbereitet war hier Red und Antwort zu stehen. Doch Du hst ihm jetzt zu verstehen gegeben, was wahrscheinlich damals hätte gesagt werden sollen und dies ist gut so.

Irgendwie wird er wohl jetzt dieses Karma aufzulösen haben. Wer weiss, vielleicht hörst Du ja nochmal was von ihm.

Dies ist aber unter Umständen jetzt gar nicht mehr so wichtig, jedenfalls nicht mehr für Dich so glaube ich. Mit dieser Handlung hast Du rituell den letzten Schliff gegeben um Deinem Selbst die Sicherheit und das vollständige Vertrauen zurückzugeben.

Alles Liebe Sebstian

#12
Salü SebastianBach

Danke für deine Worte :schmatz: du bist wirklich ein aufbauender Mensch. Und es freut mich immer wieder etwas von dir zu lesen. Eigentlich blieb mir immer ein Zitat von dir im Hinterkopf. Und ich konnte es nie so genau definieren doch es stimmt einfach für mich.

Das ein Optimist in die Zukunft schaut und nicht in die Vergangenheit. Nun so will ich meine Situation auch sehen.

Irgendwie habe ich gar nicht das Gefühl das diese Aktion etwas gebracht hat. Doch manchmal renne ich ja auch Blind durch die Gegend. Und die letzte Woche war schon sehr Ereignisvoll und stressig. Nun ich denke auch das dies nicht das letzte Mal war das ich mit ihm gesprochen habe. Und irgendwie graut es mir davor aber es wäre auch eine Chance um die Feinheiten zu Besprechen von denen ich das Gefühl habe es einfach verpatzt zu haben, ich wollte doch noch so viel mehr sagen. Nun ich werde, es einfach mal auf mich zu kommen lassen.

#13
Sälü wamba

Ich danke auch Dir für Deine lieben Worte. Auf Dein Posting hin möchte ich das Zitat noch ein wenig präzisieren, da sonst ein falsches Bild gemalt werden könnte. Worte malen ja bekanntlich nur langsam und die Lücken werden dann von uns ausgefüllt.

Der Optimist schaut nicht ausschliesslich in die Zukunft, aber diese ist sein Bestreben. Er versucht seine Zukunft zu gestalten indem er die Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Zukunft zu transzendieren versucht. Auch der Optimist wird nicht vor Verletzungen bewahrt und auch er blickt auf diese zurück. Er ist aber im Wissen darum, dass nur aufgelöste vergebene Situationen ihn wieder frei machen können sich frei in der Zukunft zu bewegen und dieser eine Richtung zu geben. Dieser Prozess vergeben zu können ist nicht immer einfach aber unumgänglich sonst trägt er dies unweigerlich mit sich. Insofern verstehe ich, dass Du noch tiefer darüber reden möchtest, da bevor man vergeben kann, ein Verstehen vorausgehen muss. Dein verstehen beruht zur Zeit auf Interpretationen und diese geben Dir eventuell noch zu wenig Sicherheit, deshalb möchtest Du es aus seinem Mund hören. Du hast aber den wirklich wichtigen Schritt getan.

Ich bin mir sicher, dass Du dies schon richtig verstanden hast, präzisierte dies hier vor allem für andere Leser.

Nun so wünsche ich Dir eine befreite Zukunft. :schmatz:

In Liebe Sebastian

#14
Hallo zusammen,

gerade gestern habe ich aus dem Fenster geschaut, weil ich Kinderschreie gehört habe. Ich sah dann ein Mann der sein Kind geschlagen hat, es herumgestossen hat usw. Dann kamen mir die Bilder im Kopf als mich (bzw. uns mit meiner Schwester) unser Vater geschlagen hat. Meine Mutter manchmal auch. Es war schon nicht so, dass wir ernsthafte Verletzungen hatten, aber jedes mal wenn ich sowas sehe ob im Fernseher oder in echt, dann kommt in mir so eine Angst hoch... kann mit solchen Situationen überhaupt nicht umgehen. Immer wenn ich sowas sehe, möchte ich am liebsten zum Vater gehen und ihm eine reinhauen - es kommt einfach ein Gefühl von Angst und Agression hoch.

Das kommt nicht nur, wenn jemand Kinder schlägt, sondern auch bei Erwachsenen. Aber bei Kindern tut es mir besonders weh. Ich kann einfach nicht verstehen warum jemand, der doppeld so gross und stark ist, sein eigenes Kind schlägt und es wie Dreck behandelt. Ist mir wirklich unverständlich... Klar kann ich verstehen, dass die Kinder den Eltern manchmal auf die Nerven gehen, aber schlagen... :(

Es ist wohl leichter ein Kind zu schlagen als es zu erziehen...

Dazu kommt noch, dass ich Angst habe Kinder zu kriegen, ganau aus diesem Grund. Ich vertraue mir selbst nicht und da ich NIEMALS!!! sowas einem/meinem Kind antun möchte, will ich lieber keins haben.

Ich glaube was in der Kindheit passiert ist, bleibt in einem tief drin und wenn es nicht verarbeitet wird, bleibt es für immer drin. Nur ist die Frage: wie verarbeiten??? ?(

#15
Merke gerade, dass mein Beitrag wohl eher nicht für dieses Thema oder überhaupt für dieses Forum geeignet ist. Hier gehts mehr um Gewalt und Missbrauch in einer Beziehung. Die Moderatoren können den Beitrag löschen...

LG

#16
Salü lizzie

Ich finde deinen Beitrag passt sehr wohl in dieses Thema. Den die Aggression kannte ich auch anfangs und ich steigerte mich da auch immer rein. (War schon eine richtige theatralische Opfer rolle ;) )

Bis ich es Bewusst wahrnehmen konnte ging es recht lange und erst dann konnte ich beginnen meine Bilder zu verarbeiten und nicht nur darauf zu reagieren sondern auch einfach mal den Gedanken zu ändern oder es auseinander zu nehmen was mich so rasend machte.

Also ich denke jede Form von Gewalt beleibt einem als Bild im Kopf stehen doch was man daraus macht ist etwas anderes. Also ich denke wenn du das für dich auflösen kannst dann wirst du sicher nicht dein Kind schlagen. :schmatz:

oder was meinst du?

LG

#17
Hallo Wamba,

ich war immer ängstlich in solche Gewaltsituationen und wusste nicht warum. Erst seit kurzem wurde mir klar, dass es wegen meiner Kindheit sein könnte, weil ich früher relativ oft von meinen Eltern geschlagen wurde. Ich dachte immer das sei normal, dass man seine Kinder schlägt, wenn sie unartig wurden. Nun bin ich so weit angelangt, dass ich über alles anders denke und mir eine eigene Meinung über das Leben bilde. Dazu gehört auch das Verarbeiten von solchen Erreignissen aus der Kindheit. Die Scheidung der Eltern konnte ich bereits verarbeiten, doch das wegen dem Schlagen.. da komm ich nicht weiter.

Es ist einfach so, dass ich Angst bekomme auch nur wenn sich zwei Personen anschreien. Wenn mein Freund z.B. wütend wird (was nicht oft passiert) dann schlägt er z.B. auf dem Tisch oder an der Tür oder wirft mal was weg... solch Sachen machen mir schon Angst obwohl er mich noch nie angerührt hat (im Sinne nie geschlagen hat) und es auch niemals machen würde.

Wie soll ich also diese Angst deiner Meinung nach auflösen? Mit meinem Vater darüber reden bringt wohl nicht viel. Inzwischen haben wir nämlich ein gutes Verhältnis auch mit meiner Mutter. Wir verstehen uns gut und was in der Vergangenheit war ist schon längst kein Thema mehr.

Ich habe einfach Angst ein Kind zu bekommen und mal die Nerven zu verlieren, so wie meine Eltern. Und die Nerven verliert man ja leichter als man denkt.

LG

lilo1981
#18
Hallo ihr da draußen,

möchte an dieser Stelle auch etwas loswerden.

Bei mir ist es so, dass ich vor fast zehn Jahren in einer ähnlichen Situation war. Ich war damals 15 und er fast 20Jahre. Er war mein erster Freund und hat sich auch einfach genommen was er wollte. Ich habe nichts gesagt, dachte das gehört sich so in Beziehungen. Habe inzwischen wieder viel daran zu knabbern (durch meinen neuen Freund, der sehr sensibel ist und gemerkt hat, dass da was ist mit dem ich nicht klar komme, obwohl ich es anfangs selber nicht gemerkt habe). Weiß nicht wie ich die Dinge, die mir passiert sind einordnen soll. Ich überlege immer warum ich mich nicht wehren konnte, nichts gesagt habe. Halte mich ansonsten für eine starke Perönlichkeit, die sich gut gegen andere wehren kann. Warum denn da nicht? Die Vergangenheit holt mich ein. Alle Dinge von denen ich gedacht habe ich hätte sie vergessen oder verarbeitet , kommen jetzt wieder hoch. Kann keinem Mann mehr so recht vertrauen. Das belastet unsere Beziehung sehr, da ich mich nicht fallen lassen kann bei ihm und wir dadurch viel Streit haben. Weiß jemand wie ich da wieder raus komme? Ich hasse diese Bilder und Erinnerungen, warum kommen sie gerade jetzt, wo alles Vergangene doch vorbei ist und die Gegenwart so schön sein könnte?

Vielleicht geht es euch ja ähnlich oder ihr habt einen guten Rat für mich, weiß langsam nicht mehr weiter. Will das alles nur noch loswerden und weglaufen.

Viele Grüße

Lilo

#19
Habe die selben Erfahrungen gemacht: Vergewaltigung in der Ehe, Prügel, seelische Hinrichtung.

Dachte auch ich schaffe es, das alleine zu verarbeiten. Auch 4 Jahre danach kommt es in manchen Situationen wieder hoch.

Ich habe mir ab Oktober Hilfe durch eine Therapeutin gesucht. Und ich stelle fest, es fängt an zu helfen. Ich zucke nicht mehr vor jeder plötzlichen Bewegung zurück, Selbstbewußtsein steigt langsam wieder.

Ich habe aber auch meinen 2. Mann, der mir hilft. Danke!!!!

#20
Hallo Lilo,

klingt nach einer ziemlich unguten Situation, inder Du da steckst. Das mit dem nichts gesagt haben kenne ich seit kurzem auch, hatte ein ziemlich unangenehmes Erlebnis mit einem Hammam-Bademeister, der mich missbraucht hat. Ich habe auch lange nichts gesagt, weil ich noch nie in einem Hammam war und nicht genau wußte, was mich dort erwartet und was noch normal ist und was nicht, irgendwann war mir dann klar, daß das nicht mehr normal war...bei Dir wars wohl ähnlich, denke ich, oder? Es ist schwierig Grenzen zu ziehen, wenn man nicht weiß, wo sie liegen.

Was mich bei Dir interessieren würde: Du sagst , Du hättest einen sensiblen Freund, wie kommt es dann, daß er Dir Streß macht wegen der Geschichte, ich würde mir Verständnis und Mitgefühl vom ihm erwarten. Und wie bist Du in Deinen bisherigen Beziehungen mit dem Thema umgegangen? Oder ist die Erinnerung erst jetzt wiedergekommen?

Ich verstehe übrigens, daß Du nur mehr fortlaufen willst,aber meine Erfahrung sagt mir, daß Dich alles irgendwann wieder einholt, leider :-(

Viele Grüße,

Beren

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