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Zweites Mal verliebt - zweites Mal Elend

87 Antworten6'487 AufrufeGestartet von NicM ·

#41
Ich bin befreit!

Ich hatte gestern Nacht eine Erkenntnis, die einfacher nicht sein könnte, und dennoch einen unglaublichen Effekt hatte. Ich schreibe das hier hin, da es für spätere Leser - und mich - der mit Abstand wichtigste Eintrag in der ganzen Diskussion ist. Das hier ist das richtige Ende, nicht mein vorheriger Eintrag.

Meine Geschichte im Schnelldurchlauf:

Verliebt => Hoffnung => Erkenntnis, woran ich bei ihr bin => Enttäuschung und Verzweiflung => Erfahren, dass sie nie etwas von meinen Gefühlen bemerkt hat und sogar seit neustem einen Freund hat => Gestehen meiner Verliebtheit => Sie stellt Kontakt zu mir für 6 Wochen komplett ein => Endlose Gedanken => Schuldzuweisung => Hass und Wut => Einsicht => Erlösung!

Es waren meine Moral und meine Vorstellung, wie etwas sein sollte, die mich gefangen gehalten haben. Meine Interpretation der Dinge ging nur von ihrem Verhalten aus, nicht von ihrer Absicht. Ich habe ihr Verhalten so interpretiert und begründet, als ob ich selber aus ihrer Position heraus reagiert hätte. Und in meinem System bedeutet das Respektlosigkeit und Ignoranz. Feigheit und Verdrängung. Dabei habe ich das Offensichtlichste permanent übersehen: Sie ist nicht ich! Sie denkt anders, begründet anders, und reagiert anders. Aber ihre Absicht, die kann trotzdem genau so sein, wie ich mir das von ihr immer erhofft habe. Für sie war die komplette Abgrenzung eine Form des Respekts, des Mitgefühls und des Verständnisses.

Ursache und Wirkung! Ich sah in der Wirkung ihres Verhaltens nur die Ursachen, die für mich plausibel waren. Aber für die selbe Wirkung können noch andere Ursachen verantwortlich sein. Mein Fehler war, dass ich ihr Verhalten überhaupt für mich verständlich analysieren wollte. Hätte ich auch nur eine Sekunde auf mein Gefühl gehört, hätte sich alles erübrigt. Ich weiss doch, dass sie mich als Kollege schätzt, ich weiss doch, dass sie eine Reife besitzt, ich weiss doch, dass sie mir nicht schaden will, ich weiss doch, dass sie mir das Leben einfacher machen will. Wieso nur sollte sie das Gegenteil wollen? Das Gegenteil, das stets das Endprodukt meiner Analysen war. Wie konnte ich erwarten, dass das Ergebnis meines Denkens das ihres Denkens sein muss?

Ich fühle mich dumm. Unendlich dumm. Ich dachte immer, ich stehe mit meinen Gedanken über dieser ganzen Geschichte. Ich dachte, ich müsse ihre Gedanken simulieren können und ihr dabei sogar helfen! Dabei waren es die Enttäuschung und der Schmerz, die mein Denken komplett verseuchten. So, dass ich es nicht geschafft habe, das Gute in ihr und ihrem Verhalten zu sehen.

Nicht zu erklären! Nur zu sehen! Und zu glauben!

Eine riesige Last lässt von mir. Einfach so, aufgrund dieser einfachen Erkenntnis. Ich glaube, ich konnte gerade loslassen.

Auf dass diese Worte in Stein gemeisselt sind!

The End.

#42
Hey NicM,

Große Worte... ich denke besser hätte man es nicht zusammenfassen können.

Ich freue mich für dich und hoffe du bist jetzt heraus aus deinem Pessimismus. ;)

Auf dass diese Worte in Stein gemeisselt sind!
:super:
Guest
#43
hallo nicm!

ich denke, es passiert in den seltensten fällen, dass es auf beiden seiten zur gleichen zeit "kawumm" macht, oftmals entwickeln sich gefühle über einen längeren zeitraum und außerdem kann es ja auch sein, dass sie bereits einen freund hat?

oftmals zahlt es sich aus über einen längeren zeitraum "am ball" zu bleiben, nett zu ihr zu sein, charmant und ihr zu zeigen, dass du sie magst und interesse an ihr hast. ziemlich kontraproduktiv finde ich hingegen übereilte liebeserklärungen. im laufe merkst du dann schon wie´s aussieht. und mit abfuhren, manchmal auch viele hintereinander, gehören zur liebe einfach dazu. du musst mutig sein und niederlagen nicht so persönlcih nehmen.

mir ist es bspw. schon häufiger passiert, dass sich super männer für mich interessiert haben, bei mir hat es aber einfach nicht "klick" gemacht. kenne auch super männer, sehr selbstbewusst, bei denen ich mir nie hätte vorstellen können, dass sie ne abfuhr bekommen, aber auch das passiert.

jeder hat eben seine persönlichen "trigger", die dazuführen, dass man sich verknallt und das müssen nicht immer attribute sein wie superschön oder viel kohle, macht etc. insbesondere bei menschen, die was in der birne haben und das scheint bei dir ja der fall zu sein.

also: gut mut und bleib am ball!

#44
Bin gerade in Zitier- und Sarkasmus-Stimmung, und werde diesem Bedürfnis im Folgenden vermutlich etwas nachkommen müssen.

@manana:

Vielen Dank für deinen freundlichen Beitrag.

ich denke, es passiert in den seltensten fällen, dass es auf beiden seiten zur gleichen zeit "kawumm" macht
Ist gleich wahrscheinlich wie ein Meteorit-Einschlag als deine Todesursache.

oftmals zahlt es sich aus über einen längeren zeitraum "am ball" zu bleiben, nett zu ihr zu sein, charmant und ihr zu zeigen, dass du sie magst und interesse an ihr hast.
Genau. Bis man an dem Punkt ankommt, wo man nur noch gegen eine Wand rennt. Der Verliebte geht in die Offensive bis sich die Geliebte entweder darauf einlässt oder die Hoffnung komplett zerstört.

ziemlich kontraproduktiv finde ich hingegen übereilte liebeserklärungen.
Richtig. Man sollte erst seine Gedanken und Analysen einige Runden drehen lassen. :D

im laufe merkst du dann schon wie´s aussieht
Und dann beginnt der freie Fall direkt hinunter in die Hölle.

du musst mutig sein und niederlagen nicht so persönlcih nehmen.
Letztendlich verliert man nur gegen sich selbst. Gegen sich und seine merkwürdigen emotionalen Schwächen.

das müssen nicht immer attribute sein wie superschön oder viel kohle, macht etc. insbesondere bei menschen, die was in der birne haben
Und was ist, wenn ich superschön bin, stinkreich und noch dazu was in der Birne habe? ;)

gut mut und bleib am ball!
Danke. :)

Da fällt mir zwar gerade ein... verdammt. Der Ball hat keine Luft mehr. Das Spiel ist aus. :heulen:

@Sutthekk:

Danke auch dir!

Ich freue mich für dich und hoffe du bist jetzt heraus aus deinem Pessimismus.
Heraus bin ich aus dem Liebeskummer und dem endlosen Analysieren, was sie betrifft. Aber der Pessimismus ist nach wie vor mein bester Freund. Gerade wenn es um die Liebe geht. Tut mir Leid, deine Hoffnung damit zerstören zu müssen.

Aber keine Sorge, mir geht es gerade blendend. :super:

#45
Um Etwas zu "gewinnen", zu "erobern", brauchst Du eine absolut positive Denk und Verhaltensweise!!! Du "musst" quasie davon überzeugt sein, es wissen, dass DU das "Rennen" machen wirst!!!

Es muss Dir vollkommen klar sein, dass es so sein wird, wie Du es Dir wünschst und nichts anderes!!! DU wirst das alles managen und verarbeiten!!! Glaube an Dich, und Du erhöst deine Chancen bei Ihr um ein Vielfaches!!! Glaub es mir!!
dieser abschnitt ist das wichtigste!!

genau das hat mir mein freund damals auch hinterher gesagt.

er hatte zwar keine erwartungen mehr, er hatte sich schon damit abgefunden, dass es bei uns nur bei einer freundschaft bleiben würde (die 3 monate bestand bevor wir zusammen kamen), aber innerlich hat er sich doch immer und immer wieder gesagt 'sie liebt mich'. er hat nie aufgegeben daran zu glauben, dass ich ihn lieben werde genauso wie er mich liebte. und eines tages wurde es wahr, als er es schon selbst nicht mehr erwartet hätte. es ist einfach die wahrheit, die rosenkatze da schreibt.

das ende deiner geschichte ist zwar negativ für dich ausgefallen, aber wenn du mal aus deinem pessimisten-nest rausschaust (bezüglich der liebe ;) ), dann wirst du sehen, dass du unheimlich viel über dich gelernt hast und dir dies beim nächsten mal nützlich sein wird!!

positiv sein, dir nicht im weg stehen und gefühle zu lassen usw.

dein weg geht weiter, ich wünsche dir weiter viele spannende abenteuer!

alles hat seinen sinn ;)

alles liebe

#46
Ach, liebster NicM!!!

Du liebst die Verliebtheit eigentlich auch!!! Du weißt es bloß noch nicht! :D :D:D Und die Liebe sowieso... ;)

Ich finde Deinen letzten Beitrag, und diesen "Werdegang" (wenn ichs so ausdrücken darf, mir fällt nichts Anderes/Passenderes ein) beachtlich!

"Wer oder Was" hat Dir die letzte Erkenntnis gebracht? -Dein Gefühl! Deine Emotionen. Ich finde das phänomenal großartig und fantastisch!!! Wirklich einsame Spitze, lieber NicM!!! :klatsch:

Du hast für Dich, endlich begriffen und erfahren dürfen, dass "loslassen" nicht "im Kopf" stattfindet! Genausowenig, wie "Verzeihen", "Vergeben" ... und, ja eigentlich alles, wovon das Herz mehr Ahnung hat, als der Verstand! ;)

Auch, wenn Du schreibst, dass es "das Ende" der Geschichte ist.... ist es nicht! ;) :P (ich bin eine "olle" Spielverderberin, nicht? :D )

... Es geht immer weiter! Und, mit anderen "Augen" betrachtet, (vielleicht die in 3 Jahren!??) wirst Du sehen können und erkennen können, WAS diese "Begegnung" (gefühlsmäßig oder auch rein subjektiv) Dir gebacht hat! Die "Bedeutung" dessen wirst Du noch verstehen!

Doch zu seiner Zeit! ;)

Auf dass diese Worte in Stein gemeisselt sind!
Da hast Du ganz recht!!! Diese Worte (Beitrag: Erlösung) sind goldwert!

Mir fällt ein schöner Spruch von einer Karte dazu ein, auch wenn er nicht ganz 100% passt: "Schreibe es in Sand, wenn dich Jemand verletzt. Meisle es in Stein, wenn Jemand gut zu Dir ist!" (Unbekannt)

PN folgt! ;)

Danke für die "Blume", liebste Heartflower! :schmatz:

Und, gut "getroffen":

alles hat seinen sinn ;)
Absolut! Auch die "Krankheit",- die sich "Verliebtheit" nennt, lieber NicM!!!! :rolleyes: :)

Alles Liebe!!!

Rosenkatze

#47
Hallo ihr beiden! Danke für eure Beiträge. ;)

dieser abschnitt ist das wichtigste!!
Die Worte der lieben Rosenkatze, die du zitiert hast, waren jene, die mir am allermeisten zu denken gegeben haben, damals. Ich erinnere mich. ;) Du hast recht, es sind weise Worte. Aber ich werde dir ganz kurz erklären, weshalb nicht das mein Problem war - und ist. Man merkt relativ schnell, woran man ist. Man fühlt es sogar. Nicht, weil man bereits von Beginn weg davon ausgegangen ist. Sondern weil es so ist. Es braucht dann auch nicht mehr viel, um zu erkennen, was noch "daraus" werden kann. Mit der Verliebtheit ist das so eine Sache. Man fordert ganz unbewusst die selben Gefühle von der anderen Person. Kriegt man diese nicht zu spüren, empfindet man das bereits als harten Rückschlag. Ist man hingegen nicht verliebt und schwärmt bloss für eine Person, ist es extrem einfach, offensiv zu sein, kleine Rückschläge einfach zu ignorieren und stets voller Optimismus zu sein. Da nicht so viel vom Ausgang abhängt wie bei der Verliebtheit. Diese geht nämlich aufs Ganze.

er hat nie aufgegeben daran zu glauben, dass ich ihn lieben werde genauso wie er mich liebte.
Es ist eine schöne Story, die du beschrieben hast. Eine, die zu hoffen erlaubt. Ich behaupte dennoch, dass du dich nicht in ihn verliebt hast, weil er in dich verliebt war, oder weil er dadurch offensiver geworden ist. Wie du sagst, ist es einfach passiert. Natürlich, als Verliebter ist es schlecht, wenn man komplett blockiert, kalt und sogar verletzend gegenüber der geliebten Person wird. Um besser darüber hinweg zu kommen. Aber das, was dein Freund sich da eingeredet hat, war fern jeglicher Realität (zu diesem Zeitpunkt) und keinesfalls der Grund dafür, dass es dann bei dir doch "klick" gemacht hat. Kein Schicksal, keine Vorbestimmung. Nur ein glücklicher Zufall, weil er dir gegenüber positiv geblieben ist. Und positiv einer Person gegenüber zu treten hat nichts damit zu tun, zu glauben, dass die eigenen Gefühle erwidert werden. Meine Meinung.

dann wirst du sehen, dass du unheimlich viel über dich gelernt hast und dir dies beim nächsten mal nützlich sein wird!!
Liebe heartflower, das sehe ich bereits jetzt. Und du glaubst gar nicht, wie nützlich mir alle diese Erkenntnisse sein werden. Nicht zuletzt dank der tollen Unterstützung hier im Forum. Und dazu muss ich nicht mal meinen Hass der Verliebtheit gegenüber ablegen. :D

positiv sein, dir nicht im weg stehen und gefühle zu lassen usw.
Ja, positiv den Menschen gegenüber. Das meissle ich in Gedanken unter meine vorherigen Worte. :)

---

Du hast für Dich, endlich begriffen und erfahren dürfen, dass "loslassen" nicht "im Kopf" stattfindet!
Danke, liebe Rosenkatze. Es stimmt. Und weisst du, nachdem man auf der Gefühlsebene loslassen konnte, macht es sogar im Kopf Sinn. Ja: Sinn. Man erkennt die eigenen Denkfehler. Denn alles Denken wird schlussendlich von Gefühlen angetrieben. Und sehr stark von ihnen beeinflusst.

Die "Bedeutung" dessen wirst Du noch verstehen!
Wie ich solche Sätze von dir liebe... Ich bin gespannt! :)

Liebe Rosenkatze, an dieser Stelle möchte ich auch nochmals ganz "öffentlich" meinen tiefsten Dank dir gegenüber aussprechen! Deine seelische, philosophische und spirituelle Unterstützung hat mitunter zu meinem "Werdegang" beigetragen. Danke!! :schmatz:

Aber auch allen anderen: Vielen Dank!

#48
Es ist eine schöne Story, die du beschrieben hast. Eine, die zu hoffen erlaubt. Ich behaupte dennoch, dass du dich nicht in ihn verliebt hast, weil er in dich verliebt war, oder weil er dadurch offensiver geworden ist. Wie du sagst, ist es einfach passiert. Natürlich, als Verliebter ist es schlecht, wenn man komplett blockiert, kalt und sogar verletzend gegenüber der geliebten Person wird. Um besser darüber hinweg zu kommen. Aber das, was dein Freund sich da eingeredet hat, war fern jeglicher Realität (zu diesem Zeitpunkt) und keinesfalls der Grund dafür, dass es dann bei dir doch "klick" gemacht hat. Kein Schicksal, keine Vorbestimmung. Nur ein glücklicher Zufall, weil er dir gegenüber positiv geblieben ist. Und positiv einer Person gegenüber zu treten hat nichts damit zu tun, zu glauben, dass die eigenen Gefühle erwidert werden. Meine Meinung.
natürlich habe ich mich nicht in ihn verliebt, weil er in mich verliebt war. ich sage mal so, dass ich 3 monate nicht in ihn verliebt war, nicht frei für ihn war im herzen... obwohl jeder mir gesagt hat, dass ich mal die augen aufmachen soll, der wäre total verliebt in mich, und das habe ich auch gemerkt und es tat mir auch leid und weh, weil ich nicht die gleichen gefühle für ihn hatte, aber er hat sich weiter freundschaftlich verhalten und wir haben ja auch die ganze zeit dinge unternommen (ging auch über freundschaft hinaus vom körperlichen her, aber kein sex)...

deshalb liegt das glück meistens auch genau vor einem, man sieht es nur nicht.

es ist also nicht einfach passiert. ich war dann frei von meiner illusion (hatte abgeschlossen) und ich hab dann (durch ein großes ereignis) gemerkt, dass ich ihn mehr mag als nur als freund.

dieses 'glück' ist am ende also nur das äußere erscheinen einer reihe von ereignissen, die zu einer erkenntnis führen.

er hat auch nie gesagt, dass er es sich eingeredet hat. er hat ja wie gesagt am ende eigentlich schon aufgegeben und eine freundschaft allein akzeptiert (obwohl es ihm höllisch wehgetan haben muss). aber er hat eben im herzen weiter dran geglaubt (die oft zitierte hoffnung?). fern jeglicher realität war es also nicht, da ich sozusagen die einzig blinde war, für alle anderen sah es ja schon so aus als wären wir zusammen, inklusive ihm selbst... er sagte mir später mal, dass es für anfang an für ihn wie daten war.

ich sag mal so, er ist in dieser zeit wohl durch die hölle gegangen und war gleichzeitig auf wolke 5. aber was hat er dadurch am ende gewonnen... so viel!!

Und positiv einer Person gegenüber zu treten hat nichts damit zu tun, zu glauben, dass die eigenen Gefühle erwidert werden.
hier gebe ich dir recht, denn genau das hat er ja getan. auch wenn seine gefühle nicht erwidert wurden, so war er doch immer weiter freundlich zu mir und positiv aufgeschlossen.

sicher siehst du es so wie du es sehen möchtest. es war 'nur' glück.

aber man kann es auch immer anders sehen.

man denkt doch immer, wenn andere 'glück' haben (was eigentlich nur bedeutet, dass sie ihr glück gefunden haben), dass man dann selbst nicht so ein glück haben wird.

denk dran, die wirkliche wahrheit ist immer die eigene wahrheit.

was du denkst, das sendest du auch (unterbewusst aus).

gedanken lenken alles.

ich glaube jedenfalls daran, dass du dein glück auch finden wirst bzw. es dich.

ich wünsche dir für deine zukunft mehr mut.

dann wirst du auch kein 'glück' brauchen.

bearbeitet #49
Vielen Dank für diesen weiteren, tieferen Einblick in deine Story, heartflower. :)

Weisst du, was ich glaube? Ohne dir zu nahe treten zu wollen. War es bei dir nicht viel eher im Herzen gewachsene Liebe zu deinem Freund? War es Verliebtheit? Wahrscheinlich nicht. Denn was du beschreibst, hat Hand und Fuss. Es beruht auf Gegenseitigkeit. Gegenseitig gewachsene Gefühle? Sowas muss sehr schön sein...

Ich konnte nur von sehr weitem darauf blicken, wonach ich mich so sehr sehnte. Völlig unerreichbar. Und ich bin nicht einer, der an das Glück glaubt. Ich glaube daran, nur mit meinem Handeln das erreichen zu können, was ich will. Ich habe die Kontrolle über mich und das, was ich tue, wie es wenige haben. Ich stehe in vielen Bereichen des Lebens an der Front. Selbstbewusst, selbstsicher, voller Selbstvertrauen. Aber bei dieser verfluchten Verliebtheit nützt es nichts. Ich konnte nichts ausrichten, so sehr ich es auch versucht habe. Weisst du, wie eine solche Erkenntnis schmerzt? Und dieses Verlangen hatte ich zweimal im Leben. Zweimal zerstört. Sowas hinterlässt Wunden. Jedes Mal bin ich wieder aufgestanden, mit wertvollen Erkenntnissen ausgestattet. Aber das ändert nichts an den Tatsachen. Ich bin gezeichnet davon. Daher mein Pessimismus. Wie froh ich bin, mich endlich wieder zu spüren. Meine ganze Kraft. Um damit Berge zu versetzen!

Das, was ich mit Glück bezeichnet habe, war nur die von mir offenbar falsche Vermutung, dass du dich in ihn verliebt hast, während er es noch war. Verliebtheit kann nicht gegenseitig sein. Die tiefe Verbundenheit, die Liebe, schon. Und du durftest - und darfst - das erleben!

ich wünsche dir für deine zukunft mehr mut.
Den habe ich bereits. Aber danke. :)

ich glaube jedenfalls daran, dass du dein glück auch finden wirst bzw. es dich.
Danke!

#50
danke für deine antwort :) nun du hast mit vielem recht, aber verliebt war ich sicher schon in ihn (und bin es neben der tiefen liebe immer noch ;) ), nur war es eben zeitverschoben. erst er, dann ich. viele sagen es ja hier im forum, dass man offensichtlich nicht gleichzeitig verliebt ist.

ich hatte früher aber genau die gleichen erfahrungen und enttäuschungen wie du und es hat mich in meiner beziehung viel kraft und zeit gekostet, diese zu überwinden, da die hoffnungen noch viel größer waren als deine und länger anhielten (beide male jahrelang). ich kann dich also schon verstehen, denn ich bin auch jemand, der organisation, struktur und ja kontrolle braucht, bei gewissen punkten.

ja, viele menschen, eigentlich all diejenigen, die unglücklich sind, sind es nur, weil sie merken und enttäuscht sind, dass sie keine kontrolle über gewisse dinge (sich, andere, den verlauf des lebens) haben.

daher auch immer der rat des inneren loslassens, wie es rosenkatze beschrieben hat, was eben ein akzeptieren des nicht-kontrollierbaren ist.

ich wünsche dir alles gute weiterhin und wünsche dir neben den mut (den du also wieder hast, was mich freut) auch mehr offenheit für das leben.

alles liebe und drück dich

#51
Insgesamt muss ich hier mal anmerken, dass ich den ganzen Thread wirklich super finde. Gibt viele Denkanstöße.

@heartflower: Das ist wirklich eine sehr schöne Geschichte von euch beiden. :)

@NicM:

Aber der Pessimismus ist nach wie vor mein bester Freund. Gerade wenn es um die Liebe geht.
Ich freue mich wirklich, dass du zumindest diese Geschichte hinter dir lassen konntest. Aber ich hoffe trotzdem dass du eines Tages diesen Pessimismus ablegen wirst und gute Erfahrungen sammeln kannst!

Pessimistisch wenn es um die Liebe geht... und das als Grundeinstellung... das empfinde ich wirklich als traurig. :(

LG

#52
mehr offenheit für das leben
Offenheit für das Leben? Auch hier muss ich dir sagen: Habe ich! Danke. ;) Ich war hervorragender Verfassung, bevor ich mich verliebte. Mitunter ein Grund, dass ich das überhaupt "zulassen" konnte. Unterbewusst. Nun, nach dem Teufelsritt, bin ich wieder in selbiger grandioser Verfassung. Für meine Massstäbe jedenfalls. Aber wie Sutthekk schon richtig angemerkt hat: Ich bin auch wieder einen Schritt weiter davon entfernt, an die Verliebtheit glauben zu können. Ziemlich verständlich, nicht?

Pessimistisch wenn es um die Liebe geht... und das als Grundeinstellung... das empfinde ich wirklich als traurig.
Zum Glück gibt es zahlreiche Menschen, die ich sehr mag, die ich - in eurer einfachen Terminologie - liebe. Zahlreiche Momente im Alltag, in denen ich etwas Gutes, Inspirierendes und schliesslich Wohltuendes erkenne - und fühle. Mit einem Lächeln und ein bisschen Freundlichkeit lässt sich bereits viel ausrichten. Da ich überzeugt davon bin - rational begründbar -, dass es DIE LIEBE nicht gibt, sondern nur eine Reihe sehr positiver Gefühle, Einstellungen und Gedanken, kann ich getrost sagen: Ich brauche mir nicht einreden zu müssen, dass es da etwas gibt, das ich erst noch entdecken muss, damit es mich in seinen Arm nehmen kann. Ich glaube nicht an Gott. Nicht ans Schicksal. Nicht an Mike Shiva. Ich glaube an mich und das, was ich bewirken kann. Ich glaube ans Gute im Menschen. Und an die Menschen bei Google, die alle Information der Welt ordnen können. :D

ein akzeptieren des nicht-kontrollierbaren
Ja. Das ist etwas Schönes. Und wann akzeptiert man es? Wenn es stattfindet. Kann man reale Ereignisse in Frage stellen? Nein. Man kann höchstens über sie urteilen und sie werten. Und sie erklären wollen. Meinst du wirklich, ich hätte Stunden damit verbracht, mir diese irrwitzigen Gedanken über alle diese romantisch angehauchten Begriffe zu machen, wenn ich glücklich verliebt wäre? Würde es mich dann überhaupt kümmern? Nein. Ich akzeptiere das, was mir widerfährt. Wäre ja dumm (und ich war dumm - für 2 Monate), ich könnte das nicht. Aber mit dem Akzeptieren alleine ist nicht viel getan. Gutes ist nach wie vor nicht passiert, in dieser Beziehung. Und ich werde mir nichts einreden. Nochmals: Es muss schön sein, das nicht-kontrollierbare Gute nicht kontrollieren zu wollen und es auch nicht zu müssen. Nur kann ich darüber nicht berichten. Die "Liebe", von der hier pausenlos geschwärmt wird, ist kontrollierbar und auch aufbaubar. Mit viel Vertrauen, einer guten Einstellung, Offenheit dem Leben gegenüber. Die Verliebtheit ist es nicht. Und für mich ist diese eine notwendige Bedingung dafür, überhaupt eine Beziehung eingehen zu wollen. Sackgasse.

Aber das Wichtigste habe ich eigentlich vergessen zu erwähnen. Momentan geht mir das ganze Männlein-Weiblein-Gesülze sowas von am Arsch vorbei! Ich fühle meine alte Stärke wieder. Und damit kann ich wieder tun und lassen, was ich will. Jetzt sitze ich wieder am Hebel und kontrolliere mich und meine Umwelt. Sähe Gutes, wo ich nur kann. Sehe in jedem Menschen, der mir begegnet, ein Funke Hoffnung. Was kümmert mich die Verliebtheit und deren grenzenloses Versagen noch? :)

#53
Offenheit für das Leben? Auch hier muss ich dir sagen: Habe ich! Danke. ;)
*lach* das hatte ich mir gedacht, dass du das sagst, gleich nachdem ich diesen satz schrieb ;)

aber offensichtlich hast du mich nicht ganz verstanden.

verliebtheit ist ein teil des lebens, egal ob positiv oder negativ, sie ist ein teil.

ich schrieb ja nicht, offen sein für die positiven dinge des lebens. nein, das ganze leben. mit all dem drumherum.

stellst du dich gegen die verliebtheit, stellst du dich gegen dich und ein stück gegen das leben.

Ich glaube nicht an Gott. Nicht ans Schicksal. Nicht an Mike Shiva. Ich glaube an mich und das, was ich bewirken kann.
geht mir genauso. ich glaube nur an mich und meine stärke.

es gibt keine sicherheit, niemand und nichts kann sicherheit geben. nur das wissen, dass die zeit uns aufzeigt, dass das was wir erfahren haben und dass das was geschieht, so hat sein müssen, sonst wäre es anders passiert. ich nenne es nicht schicksal, aber ich nenne es den sinn des lebens.

Ich brauche mir nicht einreden zu müssen, dass es da etwas gibt, das ich erst noch entdecken muss, damit es mich in seinen Arm nehmen kann.
das habe ich mir auch nie eingeredet, es kommt eben oder es kommt nicht.

aber ich bin mir ganz sicher bei dir, dass du eines tages etwas entdecken wirst, was jeder mindestens einmal im leben entdeckt hat.

ich sag dir mal woher pessimismus kommt. es kommt daher, dass man denkt, alles zu wissen was es zu wissen gibt. daher dass man denkt, alles zu verstehen. da man alles weiß, hat man die kontrolle und es gibt nichts mehr zu entdecken. und genau das nimmt dir die freude. man sieht die ganzen fehler im system, in allem. man fragt sich nach dem warum nach dem wieso. was ist der zweck. wir müssen doch eh alle nur leiden, wir sind doch eh alle nur ameisen...

man bildet sich ein, den überblick zu haben, außerhalb der glaskugel zu sitzen, die 'wahrheit' zu erkennen.

aber was nützt es einem, wenn man eh nur unglücklich ist?

man kann auch 'dumm' sein (so wie du deine verliebtheitsphase ausdrückst) und trotzdem glücklich wie nie zuvor. unglücklich wird man erst dann wenn sich eine neue 'wahrheit' herausstellt, das bild kippt und man verachtet die vergangenheit als einbildung und eigene blödheit. aber warum verachtest du dich dafür? es war eben zu der zeit wie es war. sei netter zu dir selbst, vergib dir, dass du so warst wie du warst, was ist schlimm daran? warum baust du dir dadurch wieder erneute mauern auf um solch eine 'dummheit' zu verhindern?

das meine ich mit offenheit. keine mauern. sich selbst treu sein und zu lieben.

alles liebe

#54
Liebe heartflower,

danke dir für diesen weiteren Beitrag. Ich gebe dir in deiner Argumentation eigentlich recht, nur ist sie schlecht auf mich anwendbar. Ich werde dir sagen, wieso.

verliebtheit ist ein teil des lebens, egal ob positiv oder negativ, sie ist ein teil.
Ja, absolut. Genau das kann ich nicht abstreiten. Ist mir ja widerfahren. Alles, was passiert, alle Egeignisse, müssen zwangsläufig Teil des Lebens sein. Per Definition. Die Wertung findet erst im menschlichen Kopf statt und existiert nicht ausserhalb davon.

ich schrieb ja nicht, offen sein für die positiven dinge des lebens. nein, das ganze leben. mit all dem drumherum.
Offenheit bedeutet, neuen "Input" zuzulassen und ihn möglichst vorurteilsfrei zu verarbeiten. In seiner Gesamtheit. Auch hier ist dieses neue Rohmaterial vorerst nichts weiter als Realität und Tatsache. Ohne Wertung. Weiche ich gewissen Dingen absichtlich aus oder wende ich die Kunst des Einredens oder des Verdrängens an, bin ich weniger offen. Ich bin stets bemüht, diesen Fallen auszuweichen. Und setze mich sowohl mit den für mich positiven als auch den negativen Erlebnissen auseinander, und versuche daraus stets neue Erkenntnis zu gewinnen.

stellst du dich gegen die verliebtheit, stellst du dich gegen dich und ein stück gegen das leben.
Ich stelle mich nicht gegen die Verliebtheit. Wie Rosenkatze schon richtig angemerkt hat: Ich liebe dieses Gefühl, dann, wenn es einen beflügelt. Und ich bin dankbar, es erleben zu dürfen. Erlebt zu haben. Aber nun setzt meine interne Wertung ein. Das Urteil, das jeder Mensch, der denkt, automatisch fällt. Und erst ab hier kann überhaupt sowas wie Pessimismus entstehen. Was sind Optimismus und Pessimismus? Es sind Einschätzungen über zukünftige Ereignisse mitsamt einer vorgängigen Bewertung. Die Begründung für eine spezifische Haltung kann nur in vergangenen Ereignissen und Erfahrungen gefunden werden. Sieht man diese bei mir an, kann nichts weiter als Pessimismus, in Bezug auf die Verliebtheit (das möchte ich hier stets betonen), resultieren. Eine logische Folgerung. Aber das heisst weder, dass ich die Verliebtheit bekämpfen will, noch, dass ich sie nicht akzeptieren kann, noch dass ich mich dadurch gegen das Leben stelle. Alles, was es bedeutet ist, dass ich - aus meiner Sicht - bislang nur ihr Versagen feststellen konnte.

ich sag dir mal woher pessimismus kommt. es kommt daher, dass man denkt, alles zu wissen was es zu wissen gibt. Daher dass man denkt, alles zu verstehen. da man alles weiß, hat man die kontrolle und es gibt nichts mehr zu entdecken. und genau das nimmt dir die freude. man sieht die ganzen fehler im system, in allem. man fragt sich nach dem warum nach dem wieso. was ist der zweck. Wir müssen doch eh alle nur leiden, wir sind doch eh alle nur ameisen...
Hier, liebe heartflower, machst du die grösste Fehleinschätzung mir gegenüber. Ironischerweise ist es sogar eine meiner zentralsten Einsichten im Leben, dass ich eben weiss, wie viel ich noch nicht weiss. Und ich bin bestrebt, es herausfinden zu wollen (aber nicht unbedingt immer zu müssen). Eine durch und durch positive und gewinnbringende Lebenseinstellung, wie ich finde. Ja, wenn es für mich eine grosse Freude im Leben gibt, dann genau diese: Neues entdecken zu können, mir darüber Gedanken machen zu können, Erkenntnisse daraus gewinnen zu können. Mich und die Welt dadurch ein bisschen besser verstehen zu können. Das System "Leben" hat keine Fehler. Die Verliebtheit kann kein Fehler sein. Die Natur kann kein Fehler sein. Der Mensch nicht. Der einzige Fehler liegt darin, ihn in unserem Kopf überhaupt erst zu erschaffen. Dennoch steht es jedem Menschen frei, die Welt zu bewerten. Und wer nur immer gut bewertet, stellt sich meiner Meinung nach erst recht gegen das Leben (ohne dir das hier vorwerfen zu wollen, bin ja schon längst ins Allgemeine abgedriftet).

aber was nützt es einem, wenn man eh nur unglücklich ist?
Ich sitze nicht ausserhalb der Glaskugel mit dem Wissen, alles zu wissen. Ich bin nur fähig, die Glaskugel zu verlassen, und sie in ihrer Gesamtheit mehr und mehr zu erkennen. Diese Formulierung trifft wesentlich besser zu. Wäre traurig, ich wäre darin gefangen. Es wäre auch dann traurig, wenn ich wunschlos glücklich darin gefangen wäre.

Klar war ich unglücklich. Aber das war eine Phase, aus der ich wieder heraustreten konnte. Ich werde glücklicher, mit jedem Tag. Meine Interessen kehren zurück. Und neue sind dazu gekommen. Und das Geniale daran ist, dass dieses Glück überhaupt nicht von der Verliebtheit abhängig ist. Und deshalb bedeutet es mir viel mehr. Ich habe es in der Hand, dieses Glück. Und siehst du, hier kann ich sogar Positives der unglücklichen Verliebtheit abgewinnen: Man beschäftigt sich mit sich selbst (indem man sich z.B. mit interessanten und netten Menschen hier im Forum austauscht) und bringt sich dadurch weiter.

aber warum verachtest du dich dafür?
Die Dummheit, von der ich gesprochen habe, war nicht bezogen auf die Verliebtheitsphase. Ich weiss haargenau, was ich von dieser Dame halten kann und was mich an ihr fasziniert. Die Dummheit war, dass ich in meiner Enttäuschung und meinem seelischen Schmerz nicht mehr objektiv denken konnte. Mein Denken war negativ, und nicht mehr neutral. Weil ich ihr Verhalten mir gegenüber als respektlos bezeichnet hatte, obwohl ich eigentlich hätte wissen müssen, dass es das nicht sein kann.

sich selbst treu sein und zu lieben.
Wieder könntest du mich nicht besser beschreiben, liebe heartflower. :)

Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit Aussagen wie "Die Verliebtheit ist eine Krankheit." und "Die Verliebtheit ist ein Produkt meiner Blödheit." hier keine Freunde finden werde. Aber man muss anmerken, dass ich gerne provoziere, um damit neue Denkanstösse und Kritik zu erhalten. So wie deine, heartflower. Und dafür danke ich dir nochmals ganz herzlich.

#55
hallo nicM, danke für die ausführliche antwort, nun verstehe ich auch dich besser und entschuldige, wenn ich dich (mis)interpretiert habe, das ist auch einer meiner schwächen und zugleich stärken ;)

alles liebe dir weiterhin und ich freue mich, dass du dich wieder froh und frisch auf das leben stürzt.

alles liebe

bearbeitet #56
Da bin ich wieder. Selbst nachdem ich schon zweimal behauptet hatte, dass endlich Schluss ist. Nun, die Geschichte ist zu Ende. Die Saat in meinem Kopf wächst aber nach wie vor.

Ich habe sie gestern wieder gesehen. An einer Vereinssitzung, die ich leiten musste. Sie schrieb das Protokoll. Da waren noch ein paar andere Leute, denen ich zum Glück ins Gesicht sehen konnte.

Hm... da standen noch ein paar Muffins, direkt neben ihr. Ja, so eins wollte ich. Man muss ja auch mal seinen niedersten Trieben nachgeben können. Es wäre ja einfach gewesen: "Hey, könntest du mir ein Muffin reichen, bitte?". Ich stand stillschweigend auf, schob meinen Stuhl schön nahe an den Tisch (etwas Selbstinszenierung muss schon sein). Es war so schön still. Ich machte einen grossen Bogen um ihren Platz, nahm mir so ein nach Banane riechendes Muffin, kehrte um, setzte mich wieder und sagte: "Wo waren wir stehen geblieben?". Ihr Blick inklusive dem "Hättest mich ja fragen können." waren es wert. Die aufgesetzte Maske hielt stand. Bis nach der Sitzung. Ich wurde regelrecht überrollt mit emotionalem Müll aus dem Museum. Ihre Kälte beim Abschied, die Tatsache, dass sie keine Ahnung hat, was war und was ist, waren wohl ausschlaggebend. Nicht nur, klar, sie war einfach anwesend. Zu viel für mein Gehirn.

Nun, zum Punkt: Ich sagte, ich hätte loslassen können. Ich sagte, ich sehe das Gute in ihr. Ich sagte, ich war dumm. Stimmt alles. Aber da ist noch mehr. Wobei hatte ich losgelassen? Von meiner Ansicht, sie wolle mir noch bewusst Schaden zufügen. Von meiner Ansicht, sie sei respektlos und nicht einfühlsam... Fehler. Sie ist respektlos und nicht einfühlsam. Nicht nur in meinem System. Auch in ihrem. Und jedem anderen. Sie hätte mich nicht noch mehr verletzen wollen, ja. Sie hätte mir das Leben einfach machen wollen, ja. Wenn sie überhaupt einmal darüber nachgedacht hätte. Was hat sie also getan? Nichts. Nur ihr Leben weiter gelebt. Ohne böse Absicht. Ohne Absicht ganz allgemein. Und das schmerzt eben auch.

Ich habe nachgedacht. Das Interesse mir gegenüber war nie da. Oberflächliche Freundschaft, wie gesagt. Da war nie eine Frage betreffend meiner Person. Betreffend meinen Ansichten. Betreffend meinem Leben. Da kam nichts. Und das sehe ich so klar wie nie zuvor. Dieses elende Tanzen. Mit wem sie tanzen musste, spielte doch nie eine Rolle. Natürlich musste sie mich anlachen dabei, natürlich musste sie mich berühren dabei. Natürlich... Was denn sonst, beim Tanzen? Man nehme noch ein bisschen Chemie dazu, und ich war verliebt. Unsterblich. Hätte nichts anderes gewollt als sie. Sie, ihre Fröhlichkeit, ihre Unbeschwertheit, ihre sympathische Naivität. Doch nie war etwas davon für mich. Da sind keine gemeinsame interessante Gespräche, keine verbindenden Erlebnisse, keine Verbundenheit überhaupt. Ich stand nur am Fenster und durfte reinschauen. Die Party ging da drin ab. Und ich war draussen. Unbemerkt. Da konnte ich noch so klopfen und schreien.

Was bleibt denn nun? Nichts. Ich konnte auch den Rest noch loslassen. Der Rest, der von ihrem Bild in meinem Kopf noch übrig geblieben ist. Die Realität. Und diese ist ernüchternd. Da erkenne ich keine Reife (etwas, das ich mir bei ihr immer eingeredet habe), kein Einfühlungsvermögen, keine emotionale Intelligenz. Ja, in meinem System. Das ist eben etwas anspruchsvoll. Aber nicht zu anspruchsvoll. Es bleibt eine Enttäuschung, die nicht mehr mit meiner unbefriedigten Sehnsucht zusammenhängt, sondern direkt mit meiner bewussten Bewertung von ihr als Mensch. Genau. Ich bin enttäuscht von ihr als Mensch. Selbst unsere oberflächliche Freundschaft hätte mehr hergeben können. Ist es ein Wunder, dass auch in den fünf Jahren, in denen ich sie kenne, nie mehr geworden ist als das? Nein. Warum nicht? Weil sie für mich nicht mehr hergibt. Möchte ich sie überhaupt als Kollegin? Was habe ich denn von ihr? Das Gute in ihr ist da. Aber das ist nicht gut genug. Adios, rosafarbene Brille!

Zunächst hatte ich mir zu viel Negatives eingeredet. Dann zu viel Positives. Und nun bin da, wo ich schon immer sein wollte.

Ich verspüre keinen Hass mehr. Keine Sehnsucht mehr. Nichts mehr. Nur noch endlose Enttäuschung. Glaubt mir, eine ernst gemeinte SMS hätte gereicht: "Wie geht es dir?". Nur diese eine.

#57
Hey NicM,

Das tut mir ehrlich Leid für dich, dass du sogar erfahren musstest wie du dich in ihr als Mensch getäuscht hast.

Ohne böse Absicht. Ohne Absicht ganz allgemein. Und das schmerzt eben auch.
Da hast du Recht. Denn das impliziert, dass sie nie mehr von dir und deiner Persönlichkeit wahr genommen hat. Sondern lediglich die Fassade registrierte.

Nichts mehr. Nur noch endlose Enttäuschung.
Dann bist du jetzt wirklich am Ende der Geschichte. Und das ist der schlimmste und eigentlich traurigste Part. Denn diese Leere kann einen fertig machen.

Aber horche nicht in die Leere. Du hast soviel dazu gelernt, während sie nichts von alledem überhaupt wusste. Du bist jetzt einen Schritt weiter.

Und irgendwann wirst auch du jemanden finden, auf den deine Ansprüche ans Menschliche zutreffen.

Ich wünsche dir trotz dieser jüngsten Erkenntnis alles Gute! Ich bin mir sicher, du wirst deinen Weg auch was die Liebe betrifft noch finden.

(Einer von uns beiden muss ja schließlich dran glauben, damit das was wird ;) )

Liebe Grüße

Sutthekk

#58
also ich habe das jetzt alles mal überflogen und hoffe du bist immer noch in sie verliebt.. denn mein tipp an dich greife nach den sternen mensch du liebst sie so abgöttisch doll.. beeindrucke sie einfach mit DICH deiner art und weise wie du bist und wie du denkst .. denn ich denke dass du ein ganz besonderer Mann bist.. und wenn du sie zu einem date einladen möchtest, dann lasse es doch einfach nicht sofort wie ein date aussehen wie zB nach dem tanzen.. ich hoffe ihr tanzt noch zusammen.. man kann doch einfach zB so sagen: "das war ein schöner abend wollen wir nicht noch zusammen was trinken gehen ? " ich denke nicht dass FRAU dass gleich als date auffasst.. und so könnt ihr euch erstmal auf einer anderen ebene kennenlernen.. ;) und danach kann man immernoch sehen ob sich überhaupt etwas entwickelt.. und noch etwas ganz wichtiges: (was mir selbst noch schwer fällt sehr schwer sogar.. aber dass es das richtige denken ist weiß ich) vergangenheit ist vergangenheit.. lasse dich nicht von ihr zermürben.. klar prägt sie dich.. aber sie sollte nicht das verhalten deines ganzen lebens beeinflussen.. auch wenn es evtl für diese frau bereits zu spät ist.. versuche einfach das leben so wie es ist zu genießen und immer das beste draus zu machen.. es ist dein leben.. erst wenn du mit dir selbst zufrieden bist kannst du auch offen für ein leben mit einer weiteren person sein.. in diesem sinne noch viel glück und bitte sagt mir nur bezüglich meines eigenen threads dass ich noch sehr naiv bin ok.. denn ich habe wahrhaftig in meinen 19 jahren schon eine ganze menge durchgemacht.. und kann euch versichern in diesem forum ein ernstzunehmender gesprächspartner zu sein ;)

lg yvonne

#59
es stimmt, die leere ist der letzte schritt und wohl der traurigste.

aber dann kippt es, wenn man eine zeit alleine mit der leere war.

und man fängt an die leere wieder zu füllen.

eine sehr schöne zeit.

die sonne nach dem regen.

alles liebe :trost:

#60
Sutthekk und Heartflower:

Danke für diese abschliessenden Worte. Ich bin die Leere bereits wieder am füllen. ;)

Denn diese Leere kann einen fertig machen.
Nichts kann mich jetzt noch weiter fertig machen. :D Ich konnte jetzt endlich mit Herz und Verstand abschliessen. Mehr gibt es nicht, womit man noch abschliessen könnte. Klar, das Ende ist traurig. Mein Respekt vor der Echtheit der Verliebtheit ist im Keller. Aber ansonsten bin ich auf jeder Skala "weiter".

Du hast soviel dazu gelernt, während sie nichts von alledem überhaupt wusste.
Du hast recht. Und das sehe ich jetzt auch. Hatte sogar mal (ganz ganz kurz) mit dem Gedanken gespielt, ihr den Link hierhin zu geben. Um ihr auf eindrückliche Art und Weise die Augen zu öffnen. Dachte dann aber: Sie hat den Einblick in meine Gefühls- und Gedankenwelt nicht verdient. Es würde sie nicht mal interessieren. Und falls doch, würde sie nichts verstehen. Dann musste ich wieder lachen. :)

Danke für den Glauben an mich, allerseits! Das bedeutet mir trotz allem mehr, als ihr denkt.

Achja, und:

und kann euch versichern in diesem forum ein ernstzunehmender gesprächspartner zu sein
Versteh mich nicht falsch. Ich schätze jeden Beitrag hier. Deiner hat mich sogar so richtig herzhaft zum Lachen gebracht! :D Ich gebe dir nur einen Tipp: Überfliegen reicht nicht. Nie. Du musst dich konzentrieren, dich in die Lage eines anderen Menschen versetzen, alles genau lesen, und dann darfst du jederzeit nochmals schreiben. Ok? ;)

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