Überfordert
97 Antworten7'651 AufrufeGestartet von Asket ·
hallo asket,
freut mich, wenn menschen auch mit kritischen tönen umgehen können ;)
dann will ich mal direkt auf dein posting eingehen...
das klingt für mich schon so, als hättest du nun einen einzigen greifbaren grund finden wollen und dies eben nun getan. ich möchte auf keinen fall abstreiten, dass solche religösen gemeinschaften die menschen sehr beeinflussen können und dass es vielleicht tatsächlich der grund ist - jedoch halte ich die zuwendung zu solchen gemeinschaften für ein symptom und nicht für eine ursache. da lag doch bei ihr ganz was anderes im argen... sonst schliesst man sich einer solchen restriktiven gemeinschaft nicht an (meine meinung...). deinen letzten satz aus dem obigen zitat möchte ich dir übrigens besonders ans herz legen - kann diese frau richtig für dich sein?
schmerzhaft ist die einsicht, dass man selbst vielleicht einfach nicht das geben konnte, was sie brauchte oder die einsicht, dass man sich in einen menschen verliebt hat, der so gar nicht existiert.
was auch immer die gründe sein mögen, möglichkeiten gibt es sicher etliche. übrigens gibt es manchmal auch gar keinen greifbaren grund... manchmal geht die liebe einfach, macht sich langsam und schleichend davon und plötzlich merkt man, dass sie weg ist. manchmal verwandelt sich verliebtheit einfach nicht in liebe....
ok, diese glaubensgemeinschaft hört sich schon sehr restriktiv und ehrlich gesagt ein bisschen strange an.. wär´ nix für mich, aber jedem das seine.
klar kann auch hier der grund liegen. ich war tatsächlich schon mal in so einer gemeinde, hatte mal einen freund, der einer solchen angehörte. da ist es übrigens auch dran gescheitert irgendwo, wir hatten einfach völlig verschiedene weltanschauungen... das ist auf dauer schwierig. du siehst also, ich will gar nicht leugnen, dass hier ein grund liegen könnte... mir ging es mehr um eine übergeordnete ebene, um die art, wie du damit umgehst.
also, beruhigen ist hier wirklich das falsche wort...
nicht, dass du mich falsch verstehst:
ich finde es sehr sympathisch, wenn jemand ein bisschen verträumt ist und idealistisch.
meine wände sind auch leer - das mag ich. in vielem würd ich mich auch als purist bezeichnen, ich mag keinen schnickschnack und dafür die natur, klare linien und helle farben.
gleichzeitig macht mir persönlich aber das leben einfach zu viel spass und ich bin ein genussmensch. deshalb ist es für mich immer schwer verständlich, wenn jemand gefallen daran findet, sich selbst zu beschneiden. vielleicht kommt auch daher mein gefühl, dass mich irgendetwas stört bei deiner geschichte....
eine frage hätte ich noch: warum arbeitest du ohne bezahlung? ist das nur ein übergang? (arbeite auch an einem institut und kenne die probleme der mittelzuweisungen...) wenn es kein übergang ist: warum?
1. warum hast du so lange gewartet mit einer ersten liebe?
2. idealisierst du die wahre liebe? ist deine vorstellung von liebesbeziehungen real? was hast du von der frau erwartet? dass sie in dein bild passt, dass sie der ideale partner für dich ist, dass sie so ist, wie du es dir vorgestellt hast. oder?
klar bekommen wir hier nur bruchteile der geschichte mit. dennoch drängt sich mir der eindruck auf, dass du schon eine sehr genaue vorstellung hattest, ein erwarten daran, wie die beziehung sich entwickelt und welche rolle sie darin spielt.
hier möchte ich einen ausspruch von meinem freund berichten, der für mich so ziemlich das schönste kompliment über unsere beziehung beinhaltet.
er sagte:
"das erste mal in meinem leben habe ich nicht das gefühl, in eine richtung gestutzt zu werden oder wie eine pflanze, die in eine bestimmte richtung wachsen soll, zusammengebunden zu sein. sondern wir sind wie zwei bäume, die nebeneinander wachsen und sich gegenseitig stützen und schützen, sich umarmen und langsam zusammenwachsen, aber sich in ihrem wachstum nicht behindern."
also, jedem das seine - aber ich habe lieber einen eigenständigen menschen an meiner seite.
beängstigend ist, wenn der partner sich selbst aufgibt und sich zu sehr fixiert.
jedenfalls, wie schon gesagt, wünsche ich dir alles gute und ausserdemein bisschen mehr leichtigkeit (was nicht=oberflächlichkeit!!) in deinem leben.
viele grüsse
nimriel
freut mich, wenn menschen auch mit kritischen tönen umgehen können ;)
dann will ich mal direkt auf dein posting eingehen...
original von asket Nimriel, Du vermutest, ich würde die Dinge einseitig betrachten. (...) wenn man einen Grund besonders hervorhebt, der für die Trennung besonders wichtig gewesen ist, aber - da gebe ich Dir recht - sicher ist es mehr als nur dieser eine Grundnaja, ich gebe zu, hier - in einem schriftlichen forum - kann man eben nur wahrnehmen und beurteilen, was man liest - und da sind mir eben äußerungen wie diese hier:
original von asket 1. Sie hat nicht den Mut gehabt, mir der wahren Grund zu nennen. Hätte sie das getan, wären mir die letzten 10 Wochen des Heulens erspart geblieben. Ich musste selber darauf kommen. Und das war verdammt schwer, wenn man immer wieder auf die falsche Schiene gelenkt wird. Jetzt geht es mir gut, weil ich es verstehe.aufgefallen...
2. Sie meinte, sich zwischen mir und dem Glauben entscheiden zu müssen. So etwas halte ich für falsch verstandenen Glauben. Aber ich respektiere ihre Entscheidung
Also sie hat sich deswegen von mir getrennt, weil sie ihr Leben ganz der christlichen Gemeinde geben will. Sie will sich auch einen Freund aus diesem Kreis suchen (hat sie schon angedeutet).
Ich glaube nicht, dass sie aus der Gemeinde wieder rauskommt. Das hat sie so gepackt, und ihre beste Freundin hat sich da jetzt auch taufen lassen. Diesen Weg kann ich nicht mit ihr gehen, und so ist es wohl besser, wenn wir getrennte Wege gehen.
das klingt für mich schon so, als hättest du nun einen einzigen greifbaren grund finden wollen und dies eben nun getan. ich möchte auf keinen fall abstreiten, dass solche religösen gemeinschaften die menschen sehr beeinflussen können und dass es vielleicht tatsächlich der grund ist - jedoch halte ich die zuwendung zu solchen gemeinschaften für ein symptom und nicht für eine ursache. da lag doch bei ihr ganz was anderes im argen... sonst schliesst man sich einer solchen restriktiven gemeinschaft nicht an (meine meinung...). deinen letzten satz aus dem obigen zitat möchte ich dir übrigens besonders ans herz legen - kann diese frau richtig für dich sein?
original von asket Würde ich es mir vereinfachen, dann hätte ich gesagt: "Sie liebt mich nicht, und gut is." Aber ich möchte ja so gerne verstehen, was der Auslöser war.das sehe ich ein bisschen anders. "sie liebt mich nicht und gut is" ist in meinen augen noch keine vereinfachung. die suche nach gründen - am besten noch solchen, die außerhalb des eigenen verantwortungsbereiches liegen - vereinfacht das ganze aber: "sie liebt mich nicht mehr, weil sie religiös verblendet ist und deshalb zwischen glaube und mir entscheiden musste".
schmerzhaft ist die einsicht, dass man selbst vielleicht einfach nicht das geben konnte, was sie brauchte oder die einsicht, dass man sich in einen menschen verliebt hat, der so gar nicht existiert.
was auch immer die gründe sein mögen, möglichkeiten gibt es sicher etliche. übrigens gibt es manchmal auch gar keinen greifbaren grund... manchmal geht die liebe einfach, macht sich langsam und schleichend davon und plötzlich merkt man, dass sie weg ist. manchmal verwandelt sich verliebtheit einfach nicht in liebe....
ok, diese glaubensgemeinschaft hört sich schon sehr restriktiv und ehrlich gesagt ein bisschen strange an.. wär´ nix für mich, aber jedem das seine.
klar kann auch hier der grund liegen. ich war tatsächlich schon mal in so einer gemeinde, hatte mal einen freund, der einer solchen angehörte. da ist es übrigens auch dran gescheitert irgendwo, wir hatten einfach völlig verschiedene weltanschauungen... das ist auf dauer schwierig. du siehst also, ich will gar nicht leugnen, dass hier ein grund liegen könnte... mir ging es mehr um eine übergeordnete ebene, um die art, wie du damit umgehst.
original von asket Ob es Realität ist, dass ich ein Asket bin. Da kann ich Dich entschieden beruhigen. Es ist so, auch wenn das Wort etwas übertrieben ist.8o
also, beruhigen ist hier wirklich das falsche wort...
nicht, dass du mich falsch verstehst:
ich finde es sehr sympathisch, wenn jemand ein bisschen verträumt ist und idealistisch.
meine wände sind auch leer - das mag ich. in vielem würd ich mich auch als purist bezeichnen, ich mag keinen schnickschnack und dafür die natur, klare linien und helle farben.
gleichzeitig macht mir persönlich aber das leben einfach zu viel spass und ich bin ein genussmensch. deshalb ist es für mich immer schwer verständlich, wenn jemand gefallen daran findet, sich selbst zu beschneiden. vielleicht kommt auch daher mein gefühl, dass mich irgendetwas stört bei deiner geschichte....
eine frage hätte ich noch: warum arbeitest du ohne bezahlung? ist das nur ein übergang? (arbeite auch an einem institut und kenne die probleme der mittelzuweisungen...) wenn es kein übergang ist: warum?
original von asket Du bohrst vielleicht in der falschen Richtungda hätt ich gern eine erklärung für. welche richtung genau ist in wiefern die falsche?
original von asket a) vielleicht wollte ich alles zu gut machen?ok, das sind bestimmt alles wichtige fragen, die irgendwie miteinander zusammenhängen. die für mich zentralen punkte hast du außen vor gelassen:
B) vielleicht war ich mir zu früh sicher, dass wir ewig zusammen bleiben?
c) vielleicht war ich manchmal zu direkt und zu schnell?
d) vielleicht habe ich gedacht, es gefällt einer Frau, wenn der Mann selbstlos ist und alles für die Frau tut?
1. warum hast du so lange gewartet mit einer ersten liebe?
2. idealisierst du die wahre liebe? ist deine vorstellung von liebesbeziehungen real? was hast du von der frau erwartet? dass sie in dein bild passt, dass sie der ideale partner für dich ist, dass sie so ist, wie du es dir vorgestellt hast. oder?
klar bekommen wir hier nur bruchteile der geschichte mit. dennoch drängt sich mir der eindruck auf, dass du schon eine sehr genaue vorstellung hattest, ein erwarten daran, wie die beziehung sich entwickelt und welche rolle sie darin spielt.
hier möchte ich einen ausspruch von meinem freund berichten, der für mich so ziemlich das schönste kompliment über unsere beziehung beinhaltet.
er sagte:
"das erste mal in meinem leben habe ich nicht das gefühl, in eine richtung gestutzt zu werden oder wie eine pflanze, die in eine bestimmte richtung wachsen soll, zusammengebunden zu sein. sondern wir sind wie zwei bäume, die nebeneinander wachsen und sich gegenseitig stützen und schützen, sich umarmen und langsam zusammenwachsen, aber sich in ihrem wachstum nicht behindern."
original von asket Du sagst, mir felht die Reife in zwischenmenschlichen Beziehungen. Das finde ich etwas vorschnell.sorry. da hab ich mich tatsächlich vergriffen. ich meinte nicht zwischenmenschliche beziehungen im allgemeinen, sondern liebesbeziehungen. keine ahnung, warum ich das so geschrieben hab. ?(
original von lady1984 ich glaube ich wäre an ihrer Stelle froh gewesen,im ernst?? ich glaube, das solltest du noch mal überdenken. das leben mit jemandem zu teilen ist nicht =sich völlig nach jemandem richten!! abgesehen natürlich von den kompromissen, die man in jeder beziehung eingeht, das ist klar. rücksichtnahme gehört natürlich immer dazu...
das du dein Leben so mit ihr teilst und nach ihr richtest!
also, jedem das seine - aber ich habe lieber einen eigenständigen menschen an meiner seite.
original von asket ... tja, ich dachte auch, dass ihr das gefällt. Aber mir haben auch schon manche Menschen gesagt, dass es unter Umständen nicht richtig ist, der Partnerin zu stark zu zeigen, dass man sie liebt.hier liegt, glaube ich, das wirkliche missverständnis. jede frau freut sich darüber, wenn ihr partner ihr zeigt, dass er sie liebt! das ist doch wohl klar.
beängstigend ist, wenn der partner sich selbst aufgibt und sich zu sehr fixiert.
jedenfalls, wie schon gesagt, wünsche ich dir alles gute und ausserdemein bisschen mehr leichtigkeit (was nicht=oberflächlichkeit!!) in deinem leben.
viele grüsse
nimriel
Hallo,
danke, Nimriel, für Deine ausführliche Antwort. Hab sie mit großem Interesse gelesen.
Deinen Ansatz, dass ihr Beitritt in solch eine Gemeinschaft eher ein Symptom als eine Ursache ist, finde ich sehr interessant. Wenn dies so wäre, dann würde das bedeuten, dass sie nach etwas gesucht hat, das sie von mir nicht bekommen hat.
Und wenn man das dann weiterführt, dann hieße das, dass ich ihr wohl nicht den Eindruck vermitteln konnte, dass sie mit mir offen über alles reden kann.
Mein Problem besteht nun aber darin, dass ich ihr eigentlich immer wieder zugehört habe. Einmal hab ich ihr auf der Gitarre vorgespielt. Auf dem Sofa. Sie hat geweint und erzählt, dass es das Lied war, das ihr Vater vor seinem Suizid gespielt hat. Ich habe ihr dann zugehört und sie erzählen lassen. Und bin nur ganz dezent auf sie eingegangen. Die Wunde ist noch zu frisch gewesen. Zwar 5 Jahre "alt", aber sie redet mit niemandem drüber. Ich war der erste mit Ausnahme ihrer besten Freundin. Und auch die anderen Dinge, die so angefallen sind, auf der Kommunikationsebene, da ab ich immer spüren lassen, dass ich ihre Meinung stets schätze. Aber zum Beispiel haben wir zu einem Punkt eine unterschiedliche Einstellung, was für sie wohl auch ein Problem war:
Sie liest unheimlich gerne die Bücher "Frau - Deutsch / Deutsch - Frau" bzw. "Mann - Deutsch / Deutsch - Mann". Ich habe das auch mal durchgeblättert, aber finde es peinlich, wie Geschlechter da billig in Schemata gepresst werden. Hab ich ihr auch gesagt, und dann hat sie gemeint, ich wäre besserwisserisch, hätte so etwas ja nicht nötig usw.
Vielleicht ist der Grund für ihre Entscheidung die schlechte Kommunikation. Aber ehrlich gesagt, ich habe mich immer bemüht, ihre Meinung zu schätzen. Und das ist jetzt kein Widerspruch zu dem, was ich im vorigen Abschnitt geschrieben habe. Hab ich ihr auch erklärt.
Es gibt das Bild der Zugbrücke, die auf beiden Seiten des Flusses heruntergeklappt werden muss, damit die Autos über den Fluss fahren können. Wenn nur ein Partner seine Brückenhälfte der Verkehrsstraße herunterklappt, kann der Austausch noch nicht fließen. Ich habe ihr immer angeboten, mir doch in ruhigem Ton zu erklären, was sie belastet. Aber sie ist dann immer nur ausgewichen.
Gerne würde ich lernen, wie ich es hätte besser machen können, wenn der Fehler bei mir lag. Aber ich sehe nicht, was ich hätte anders machen sollen.
"kann diese frau richtig für dich sein?" - nun, meine Liebe war aufrichtig und ich kann viel verzeihen. Probleme habe ich nur mit Untreue und Streitsucht. Ich denke, ihr fehlt nur der Mut, mir gegenüber offen und ehrlich zu sein. Denn dann hätte das schon etwas wunderbares weden können.
Vielleicht ist es auch mein asketischer Lebensstil, der ihr nicht gefallen hat.
Beispiel: Ich lese irgendwelche philosophischen Texte, und werde darin bestärkt, dass das Glück nicht im materiellen Bereich zu finden ist, sondern eher in der Genügsamkeit und im Zwischenmenschlichen. Viele der Genüsse heute sind ja nur vorübergehend. Mein Glück empfinde ich darin, von allen Genüssen unabhängig zu sein.
Das hat schwerwiegende Folgen, wenn ich nicht zusätzlich selbstlos wäre. Denn ein Kinobesuch ist für mich zum Beispiel in den meisten Fällen nur Geldverschwendung. Selbst gönne ich mir (nach dem herkömmlichen Begriffsverständnis) keine Genüsse. Aber ich fühle mich wohl dabei. Kann mich im Garten im Kreis drehen und die Schneeflocken mit dem Mund auffangen, das ist für mich viel schöner, als mir eine Tafel Schokolade zu kaufen.
So weit so gut. Ich weiß aber auch, dass ich nicht erwarten kann, dass meine Partnerin diese Genügsamkeit teilt. Klar will sie auch ins Kino und Essen gehen und so weiter. Und hab ich mich auch gefreut, dass ich ihr das ermöglichen kann, denn gerne sehe ich, wenn sie das bekommt, was sie sich wünscht. Ihr Wohl war mir immer wichtig.
Vielleicht lag der Fehler darin, dass sie dachte, ich würde mich für sie dann ins Kino zwingen etc.?
Weiter zu den Fragen:
Ich arbeite ohne Bezahlung. Die Menschen, mit denen ich arbeite, haben es nicht leicht, Mittel zu besorgen, aber wir kommen seit 6 Jahren so gut miteinander klar, dass mir die gute zwischenmenschliche Atmosphäre am Institut schon die Kraft zum Leben gibt. Ich habe Freude daran, wenn ich anderen helfen kann. Und im Rahmen meiner Arbeit sind jetzt auch schon wieder Gelder ins Institut geflossen, die dazu beitragen, dass ein neuer Lehrstuhl eingerichtet werden kann. Das finde ich so toll, dass mir Äußerlichkeiten wie Geld (für mich) da völlig schnuppe sind. Ich habe ein paar Rücklagen, und brauche ja so gut wie nichts zum Leben.
Warum ich meinte, Du bohrst in der falschen Richtung?
Nun, diese Meinung habe ich mittlerweile revidiert. Du regst mein Denken an, und das ist gut. Den Satz habe ich vorschnell geschrieben. Sorry.
Warum ich 27 Jahre gewartet habe, bis ich mich für eine Frau geöffnet habe?
Meine Eltern haben sich jeden Abend bekriegt, bis zur Körperverletzung. Erst als ich 18 war, haben sie sich getrennt. Ich wollte nie, dass jemand wegen mir unglücklich sein soll, und habe gewartet, bis ich dachte, für eine lang währende Partnerschaft bereit zu sein. So, dass theoretisch - wenn Kinder kommen - der Vater bei der Familie bleibt. Ich kann Streit nicht ausstehen. Das habe ich auch meiner Freundin gesagt. Vielleicht hat sie daher Angst gehabt, mit mir offen zu reden? Vielleicht befürchtete sie, dass sie mich dann verletzt, wenn es zu Streit kommen sollte?
Du fragst: "idealisierst du die wahre liebe? ist deine vorstellung von liebesbeziehungen real? was hast du von der frau erwartet? dass sie in dein bild passt, dass sie der ideale partner für dich ist, dass sie so ist, wie du es dir vorgestellt hast. oder?"
Nun, meine Vorstellung der wahren Liebe ist die Selbstlosigkeit. Aber ich befürchte, dass es viele Frauen gibt, die so etwas als männlichen Waschlappen empfinden. Um dies zu belegen, könnte ich Dir jetzt einige Namen und threads aus diesem Forum nennen. Aber ich tue es nicht, weil die von mir Gemeinten meines Erachtens Menschen sind, die mit Kritik nicht so gut umgehen können. Auf jeden Fall, das mit dem Bild des männlichen Waschlappens verletzt schon etwas. Wenn ich liebe, dann habe ich Freude daran, der Partnerin etwas Gutes zu tun. Und dann ist es mir auch nicht so wichtig, ob ich dafür ein paar Abstriche machen muss. Zum Beispiel finde ich Rauchen nicht so gut. Aber für die Frau, die ich liebe, könnte ich sofort sagen, dass ich damit klarkomme.
Ich habe von ihr eigentlich nur erwartet, dass sie nicht streitet.
Du meinst, ich hätte evtl. zu konkrete Vorstellungen gehabt, wie alles sein soll. Hmm. Vielleicht kann ich hier mal weiter darüber nachsinnen. Gib mir dafür mal einen Tag oder zwei.
Ich habe einen sehr guten Freund, wie Du, mit dem ich deshalb so gut befreundet bin, weil wir uns nicht einmal im Traum anmaßen würden, dem anderen sagen zu wollen, was wir für gut oder schlecht halten an ihm. Die ewige Freundschaft ist so viel mehr wert, als irgendwelche Dinge wie Rauchen oder Unpünktlichkeit oder so. Ich glaube, da schätzt Du mich nicht ganz richtig ein. Ich glaube, ich bin an einem sehr extremen Pol der Toleranz. Teilweise sogar schon für manche Menschen zu tolerant. Denn wenn man es nicht schlimm findet, wenn jemand in der Freizeit mit Joggingklammotten den Mülleimer leert, dann gibt es auch Menschen, die einem vorwerfen, man hätte kein Niveau und kein Feingefühl für Äußerlichkeiten...
Natürlich will jeder lieber einen eigenständigen Partner, als einen, der von einem abhängig ist. Aber wenn man liebt, dann ist man halt traurig, wenn man verliert. Und in der Zeit, als ich bei meiner Freundin war, da hab ich durchaus jede freie Minute fürs Institut und so gearbeitet. Da gab es keine Probleme. Ich hatte auch mein eigenes Leben. Das wusste sie auch. Aber es stimmt schon, dass ich sehr auf sie fixiert war. Vielleicht hat sie das mit Unselbständigkeit verwechselt.
Was mir weh tut, ist, dass ich eigentlich gar nichts verkomplizieren will oder wollte. War einfach bei ihr, hab sie gehalten, geküsst, ihr Geschenke gemacht, ihr zugehört usw. Dass daraus solche Probleme entstehen, wirft mich in meinem Mut, mich auf eine Frau einzulassen, leider etwas zurück. Wie gesagt, ich mag keinen Streit. Und der entstand aber, ohne dass sie es mir erklären konnte, warum.
Danke fürs Lesen und schöne Grüße,
Asket
danke, Nimriel, für Deine ausführliche Antwort. Hab sie mit großem Interesse gelesen.
Deinen Ansatz, dass ihr Beitritt in solch eine Gemeinschaft eher ein Symptom als eine Ursache ist, finde ich sehr interessant. Wenn dies so wäre, dann würde das bedeuten, dass sie nach etwas gesucht hat, das sie von mir nicht bekommen hat.
Und wenn man das dann weiterführt, dann hieße das, dass ich ihr wohl nicht den Eindruck vermitteln konnte, dass sie mit mir offen über alles reden kann.
Mein Problem besteht nun aber darin, dass ich ihr eigentlich immer wieder zugehört habe. Einmal hab ich ihr auf der Gitarre vorgespielt. Auf dem Sofa. Sie hat geweint und erzählt, dass es das Lied war, das ihr Vater vor seinem Suizid gespielt hat. Ich habe ihr dann zugehört und sie erzählen lassen. Und bin nur ganz dezent auf sie eingegangen. Die Wunde ist noch zu frisch gewesen. Zwar 5 Jahre "alt", aber sie redet mit niemandem drüber. Ich war der erste mit Ausnahme ihrer besten Freundin. Und auch die anderen Dinge, die so angefallen sind, auf der Kommunikationsebene, da ab ich immer spüren lassen, dass ich ihre Meinung stets schätze. Aber zum Beispiel haben wir zu einem Punkt eine unterschiedliche Einstellung, was für sie wohl auch ein Problem war:
Sie liest unheimlich gerne die Bücher "Frau - Deutsch / Deutsch - Frau" bzw. "Mann - Deutsch / Deutsch - Mann". Ich habe das auch mal durchgeblättert, aber finde es peinlich, wie Geschlechter da billig in Schemata gepresst werden. Hab ich ihr auch gesagt, und dann hat sie gemeint, ich wäre besserwisserisch, hätte so etwas ja nicht nötig usw.
Vielleicht ist der Grund für ihre Entscheidung die schlechte Kommunikation. Aber ehrlich gesagt, ich habe mich immer bemüht, ihre Meinung zu schätzen. Und das ist jetzt kein Widerspruch zu dem, was ich im vorigen Abschnitt geschrieben habe. Hab ich ihr auch erklärt.
Es gibt das Bild der Zugbrücke, die auf beiden Seiten des Flusses heruntergeklappt werden muss, damit die Autos über den Fluss fahren können. Wenn nur ein Partner seine Brückenhälfte der Verkehrsstraße herunterklappt, kann der Austausch noch nicht fließen. Ich habe ihr immer angeboten, mir doch in ruhigem Ton zu erklären, was sie belastet. Aber sie ist dann immer nur ausgewichen.
Gerne würde ich lernen, wie ich es hätte besser machen können, wenn der Fehler bei mir lag. Aber ich sehe nicht, was ich hätte anders machen sollen.
"kann diese frau richtig für dich sein?" - nun, meine Liebe war aufrichtig und ich kann viel verzeihen. Probleme habe ich nur mit Untreue und Streitsucht. Ich denke, ihr fehlt nur der Mut, mir gegenüber offen und ehrlich zu sein. Denn dann hätte das schon etwas wunderbares weden können.
Vielleicht ist es auch mein asketischer Lebensstil, der ihr nicht gefallen hat.
Beispiel: Ich lese irgendwelche philosophischen Texte, und werde darin bestärkt, dass das Glück nicht im materiellen Bereich zu finden ist, sondern eher in der Genügsamkeit und im Zwischenmenschlichen. Viele der Genüsse heute sind ja nur vorübergehend. Mein Glück empfinde ich darin, von allen Genüssen unabhängig zu sein.
Das hat schwerwiegende Folgen, wenn ich nicht zusätzlich selbstlos wäre. Denn ein Kinobesuch ist für mich zum Beispiel in den meisten Fällen nur Geldverschwendung. Selbst gönne ich mir (nach dem herkömmlichen Begriffsverständnis) keine Genüsse. Aber ich fühle mich wohl dabei. Kann mich im Garten im Kreis drehen und die Schneeflocken mit dem Mund auffangen, das ist für mich viel schöner, als mir eine Tafel Schokolade zu kaufen.
So weit so gut. Ich weiß aber auch, dass ich nicht erwarten kann, dass meine Partnerin diese Genügsamkeit teilt. Klar will sie auch ins Kino und Essen gehen und so weiter. Und hab ich mich auch gefreut, dass ich ihr das ermöglichen kann, denn gerne sehe ich, wenn sie das bekommt, was sie sich wünscht. Ihr Wohl war mir immer wichtig.
Vielleicht lag der Fehler darin, dass sie dachte, ich würde mich für sie dann ins Kino zwingen etc.?
Weiter zu den Fragen:
Ich arbeite ohne Bezahlung. Die Menschen, mit denen ich arbeite, haben es nicht leicht, Mittel zu besorgen, aber wir kommen seit 6 Jahren so gut miteinander klar, dass mir die gute zwischenmenschliche Atmosphäre am Institut schon die Kraft zum Leben gibt. Ich habe Freude daran, wenn ich anderen helfen kann. Und im Rahmen meiner Arbeit sind jetzt auch schon wieder Gelder ins Institut geflossen, die dazu beitragen, dass ein neuer Lehrstuhl eingerichtet werden kann. Das finde ich so toll, dass mir Äußerlichkeiten wie Geld (für mich) da völlig schnuppe sind. Ich habe ein paar Rücklagen, und brauche ja so gut wie nichts zum Leben.
Warum ich meinte, Du bohrst in der falschen Richtung?
Nun, diese Meinung habe ich mittlerweile revidiert. Du regst mein Denken an, und das ist gut. Den Satz habe ich vorschnell geschrieben. Sorry.
Warum ich 27 Jahre gewartet habe, bis ich mich für eine Frau geöffnet habe?
Meine Eltern haben sich jeden Abend bekriegt, bis zur Körperverletzung. Erst als ich 18 war, haben sie sich getrennt. Ich wollte nie, dass jemand wegen mir unglücklich sein soll, und habe gewartet, bis ich dachte, für eine lang währende Partnerschaft bereit zu sein. So, dass theoretisch - wenn Kinder kommen - der Vater bei der Familie bleibt. Ich kann Streit nicht ausstehen. Das habe ich auch meiner Freundin gesagt. Vielleicht hat sie daher Angst gehabt, mit mir offen zu reden? Vielleicht befürchtete sie, dass sie mich dann verletzt, wenn es zu Streit kommen sollte?
Du fragst: "idealisierst du die wahre liebe? ist deine vorstellung von liebesbeziehungen real? was hast du von der frau erwartet? dass sie in dein bild passt, dass sie der ideale partner für dich ist, dass sie so ist, wie du es dir vorgestellt hast. oder?"
Nun, meine Vorstellung der wahren Liebe ist die Selbstlosigkeit. Aber ich befürchte, dass es viele Frauen gibt, die so etwas als männlichen Waschlappen empfinden. Um dies zu belegen, könnte ich Dir jetzt einige Namen und threads aus diesem Forum nennen. Aber ich tue es nicht, weil die von mir Gemeinten meines Erachtens Menschen sind, die mit Kritik nicht so gut umgehen können. Auf jeden Fall, das mit dem Bild des männlichen Waschlappens verletzt schon etwas. Wenn ich liebe, dann habe ich Freude daran, der Partnerin etwas Gutes zu tun. Und dann ist es mir auch nicht so wichtig, ob ich dafür ein paar Abstriche machen muss. Zum Beispiel finde ich Rauchen nicht so gut. Aber für die Frau, die ich liebe, könnte ich sofort sagen, dass ich damit klarkomme.
Ich habe von ihr eigentlich nur erwartet, dass sie nicht streitet.
Du meinst, ich hätte evtl. zu konkrete Vorstellungen gehabt, wie alles sein soll. Hmm. Vielleicht kann ich hier mal weiter darüber nachsinnen. Gib mir dafür mal einen Tag oder zwei.
Ich habe einen sehr guten Freund, wie Du, mit dem ich deshalb so gut befreundet bin, weil wir uns nicht einmal im Traum anmaßen würden, dem anderen sagen zu wollen, was wir für gut oder schlecht halten an ihm. Die ewige Freundschaft ist so viel mehr wert, als irgendwelche Dinge wie Rauchen oder Unpünktlichkeit oder so. Ich glaube, da schätzt Du mich nicht ganz richtig ein. Ich glaube, ich bin an einem sehr extremen Pol der Toleranz. Teilweise sogar schon für manche Menschen zu tolerant. Denn wenn man es nicht schlimm findet, wenn jemand in der Freizeit mit Joggingklammotten den Mülleimer leert, dann gibt es auch Menschen, die einem vorwerfen, man hätte kein Niveau und kein Feingefühl für Äußerlichkeiten...
Natürlich will jeder lieber einen eigenständigen Partner, als einen, der von einem abhängig ist. Aber wenn man liebt, dann ist man halt traurig, wenn man verliert. Und in der Zeit, als ich bei meiner Freundin war, da hab ich durchaus jede freie Minute fürs Institut und so gearbeitet. Da gab es keine Probleme. Ich hatte auch mein eigenes Leben. Das wusste sie auch. Aber es stimmt schon, dass ich sehr auf sie fixiert war. Vielleicht hat sie das mit Unselbständigkeit verwechselt.
Was mir weh tut, ist, dass ich eigentlich gar nichts verkomplizieren will oder wollte. War einfach bei ihr, hab sie gehalten, geküsst, ihr Geschenke gemacht, ihr zugehört usw. Dass daraus solche Probleme entstehen, wirft mich in meinem Mut, mich auf eine Frau einzulassen, leider etwas zurück. Wie gesagt, ich mag keinen Streit. Und der entstand aber, ohne dass sie es mir erklären konnte, warum.
Danke fürs Lesen und schöne Grüße,
Asket
Hallo Asket
Wollte nur mal nachfragen wie es Dir geht? Hoffentlich ist aus dem Silberstreifen am Horizont ein neuer Tag erwacht!
Auch für Deinen Vater hoffe ich, dass sich eine Besserung oder Heilungschance abgezeichnet hat.
Ich für meinen Teil hab inzwischen genug an den Kopf geworfen bekommen, dass mir die Lust auf einen Neuanfang gründlich vergangen ist. Bin noch ziemlich am Dümpeln, aber die nächste Flut kommt bestimmt…
Apropos Flut, habe mal wieder in "Der Prophet" von Kahlil Gibran geblättert, dieses Buch kann ich Dir sehr empfehlen, hat mir viel Halt und Kraft gegeben
Wünsch Dir und Deinem Vater alles Gute
:compi: Traumtänzer
Wollte nur mal nachfragen wie es Dir geht? Hoffentlich ist aus dem Silberstreifen am Horizont ein neuer Tag erwacht!
Auch für Deinen Vater hoffe ich, dass sich eine Besserung oder Heilungschance abgezeichnet hat.
Ich für meinen Teil hab inzwischen genug an den Kopf geworfen bekommen, dass mir die Lust auf einen Neuanfang gründlich vergangen ist. Bin noch ziemlich am Dümpeln, aber die nächste Flut kommt bestimmt…
Apropos Flut, habe mal wieder in "Der Prophet" von Kahlil Gibran geblättert, dieses Buch kann ich Dir sehr empfehlen, hat mir viel Halt und Kraft gegeben
Wünsch Dir und Deinem Vater alles Gute
:compi: Traumtänzer
Guten Abend,
danke der Nachfrage.
Nun, ich bin eben desillussioniert. Und das geht nicht von heute auf morgen weg.
Die Frau hat mir durch ihre respektlose Art der Trennung sehr große Schmerzen zugefügt, und ich merke, wenn ich mit anderen Frauen rede, die mir früher gefallen haben, dass ich jetzt viel reservierter bin.
Das schlimme ist, dass sich aus den ganzen Sätzen, die ich von ihr gehört habe, ein sich immer wiederholender Ohrwurm in meinem Gedächtnis festgesetzt hat. Es sind genau die Sätze, die am meisten weh getan haben. Und dann plötzlich träume ich wieder von den schönen Aktionen. Vom ersten Kuss. Vom In-den-Arm-nehmen. Du kennst das sicher.
Deinen Tipp mit der Liste habe ich umgesetzt, habe 30 Punkte gefunden. Das Problem dabei ist, dass ich das Ideal der Selbstlosigkeit vertrete. Und dann müsste ich genau diese ihre Schwächen auch alle akzeptieren. Tu ich eigentlich auch. Ich denke halt immer, dass sie eigentlich gar nicht so gemein sein kann. Vielleicht gibt es für alles einen Grund, den sie mir nur nicht sagen konnte. Warum auch immer.
Ich bin zwar erst 27, fühle mich aber wie 60.
Ich habe auch sehr viel darüber sinniert, inwieweit dieses Forum hier imstande ist, Menschen in unserer Situation zu helfen. Denn das Problem ist, dass man vom Gefühl überwältigt ist, und der Verstand da eben nur schwer etwas erreichen kann.
Aber ich habe sehr anregende und nette Antworten bisher erhalten. Insbesondere von kiwi-banane, aber auch von Dir, Nimriel, Borghi und vielen anderen.
Mein Vater hat gestern wieder eine neue Stelle an der Haut entdeckt, die wohl ein bösartiges Spinaliom darstellt. In 2 Wochen ist die nächste OP. So geht das halt weiter. Der Tod gehört notwendigerweise zum Leben. Der Liebeskummer nicht.
Danke für den Buchtipp, aber ich denke, ich sollte jetzt doch mal anfangen, was fürs Examen zu tun. Ich glaub, es gab noch keinen Menschen, der so kurz vorher angefangen hat, was dafür zu tun, wie mich. Aber du kannst mir gerne hier erzählen, worum es in dem Buch geht.
Was mich zur Zeit quält ist, dass ich befürchte, dass viele Menschen meinen, dass man klammern würde, nur wenn man seine Liebe zeigt. Wer das nur erfunden hat... Immer wieder höre ich als Tipp, dass man sich zurückhalten soll, wenn man liebt. Auch mal "nein" sagen. Ich finde das total traurig. Ich hätte mir lieber eine Welt gewünscht, in der Liebe nichts mit der Notwendigkeit des Taktierens zu tun hat. Wie seht ihr das?
Es grüßt Euch herzlich,
Euer Asket
danke der Nachfrage.
Nun, ich bin eben desillussioniert. Und das geht nicht von heute auf morgen weg.
Die Frau hat mir durch ihre respektlose Art der Trennung sehr große Schmerzen zugefügt, und ich merke, wenn ich mit anderen Frauen rede, die mir früher gefallen haben, dass ich jetzt viel reservierter bin.
Das schlimme ist, dass sich aus den ganzen Sätzen, die ich von ihr gehört habe, ein sich immer wiederholender Ohrwurm in meinem Gedächtnis festgesetzt hat. Es sind genau die Sätze, die am meisten weh getan haben. Und dann plötzlich träume ich wieder von den schönen Aktionen. Vom ersten Kuss. Vom In-den-Arm-nehmen. Du kennst das sicher.
Deinen Tipp mit der Liste habe ich umgesetzt, habe 30 Punkte gefunden. Das Problem dabei ist, dass ich das Ideal der Selbstlosigkeit vertrete. Und dann müsste ich genau diese ihre Schwächen auch alle akzeptieren. Tu ich eigentlich auch. Ich denke halt immer, dass sie eigentlich gar nicht so gemein sein kann. Vielleicht gibt es für alles einen Grund, den sie mir nur nicht sagen konnte. Warum auch immer.
Ich bin zwar erst 27, fühle mich aber wie 60.
Ich habe auch sehr viel darüber sinniert, inwieweit dieses Forum hier imstande ist, Menschen in unserer Situation zu helfen. Denn das Problem ist, dass man vom Gefühl überwältigt ist, und der Verstand da eben nur schwer etwas erreichen kann.
Aber ich habe sehr anregende und nette Antworten bisher erhalten. Insbesondere von kiwi-banane, aber auch von Dir, Nimriel, Borghi und vielen anderen.
Mein Vater hat gestern wieder eine neue Stelle an der Haut entdeckt, die wohl ein bösartiges Spinaliom darstellt. In 2 Wochen ist die nächste OP. So geht das halt weiter. Der Tod gehört notwendigerweise zum Leben. Der Liebeskummer nicht.
Danke für den Buchtipp, aber ich denke, ich sollte jetzt doch mal anfangen, was fürs Examen zu tun. Ich glaub, es gab noch keinen Menschen, der so kurz vorher angefangen hat, was dafür zu tun, wie mich. Aber du kannst mir gerne hier erzählen, worum es in dem Buch geht.
Was mich zur Zeit quält ist, dass ich befürchte, dass viele Menschen meinen, dass man klammern würde, nur wenn man seine Liebe zeigt. Wer das nur erfunden hat... Immer wieder höre ich als Tipp, dass man sich zurückhalten soll, wenn man liebt. Auch mal "nein" sagen. Ich finde das total traurig. Ich hätte mir lieber eine Welt gewünscht, in der Liebe nichts mit der Notwendigkeit des Taktierens zu tun hat. Wie seht ihr das?
Es grüßt Euch herzlich,
Euer Asket
Original von AsketWas mich zur Zeit quält ist, dass ich befürchte, dass viele Menschen meinen, dass man klammern würde, nur wenn man seine Liebe zeigt. Wer das nur erfunden hat... Immer wieder höre ich als Tipp, dass man sich zurückhalten soll, wenn man liebt. Auch mal "nein" sagen. Ich finde das total traurig. Ich hätte mir lieber eine Welt gewünscht, in der Liebe nichts mit der Notwendigkeit des Taktierens zu tun hat. Wie seht ihr das?..und da klinkt sich kiwi spontan mal wieder ein...
der Absatz könnte von mir sein. Wenn ich was fühle, dann sehr intensiv, und dann will das auch irgendwie raus. Und ich würd mich doch auch freuen, wenn mir jemand solche Gefühle entgegenbringt. Oder..? In den letzten Jahren war ich mehr oder weniger dazu gezwungen, mich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. So nach und nach oder immer mal wieder erkenne ich dann aber (grundsätzlich erst hinterher :rolleyes: ), daß vielleicht manchmal die Zeit noch nicht reif dafür war, oder ich in meinem Überschwang meinen Partner schlichtweg überfahren habe. Ich dachte immer, wenn er auch solche Gefühle hat, dann muß er das doch auch wollen, dann kann ihm das doch nicht zu viel sein? Und wenn doch, dann liebt er mich halt nicht. Aber so einfach ist es wohl nicht. Wenn ich meine eigene Vergangenheit genauer betrachte, war ich ganz genauso, obwohl ich das zunächst weit von mir gewiesen habe... die Jungs, die ständig bei mir auf der Matte standen, mehr von mir wollten als ich von ihnen, haben mich unabsichtlich so unter Druck gesetzt, daß ich nur noch davongerannt bin. Ich war bis jetzt der Meinung, ich hab die alle nicht geliebt, deswegen konnte es nicht funktionieren. Aber mein jetziger Freund, bei dem hat das genauso angefangen. Er hat sich ziemlich schnell in mich verkuckt, ich hab das recht bald gemerkt, und gleich mal die Schotten dicht gemacht deswegen. Ich wollte ja um Himmels Willen nichts von ihm, davon war ich überzeugt. Er hat aber monatelang nicht aufgegeben. Ich weiß nicht, ob er sich nicht getraut hat, oder ob das Taktik war, er hat immer nur öfter mal liebe Mails geschrieben, ab und zu mal gefragt, ob wir nicht zusammen was trinken gehen wollen, aber nichts gefordert, und mich in Ruhe gelassen, wenn ich ihm durch die Blume gesagt hab, ich hab keine Lust auf ihn jetzt. Ab und zu hab ich mich mal überreden lassen, ich mochte ihn ja eigentlich gern, aber war halt ständig auf der Hut, daß er keine Möglichkeit hat, sich an mich dranzuhängen. Hat er auch nicht, obwohl er mir irgendwann dann seine Gefühle gestanden hat, ich ihm klar gesagt hab, daß ich das nicht erwidern kann (war zu dem Zeitpunkt auch noch in nen anderen verknallt, von dem ich aber eigentlich gar nicht so richtig was wollte). Er war erst mal ziemlich fertig, wir hatten aber trotzdem weiterhin Kontakt. Und dann hats angefangen, sich umzudrehen. Erst hat er mir leid getan, weil er wegen mir so fertig war, dann hat er das anscheinend ganz gut verkraftet, und unser Verhältnis wurde wieder recht normal, wir haben uns immer öfter getroffen, ich glaube das ging dann auch schon ab und zu von mir aus, und eines schönen Tages ertappe ich mich dabei, wie ich voller Sehnsucht an ihn denke und ihn am liebsten ganz fest drücken würde... als wir uns das nächste Mal gesehen haben, haben wir uns geküsst.. und schon da hat es angefangen, sich abzuzeichnen, was jetzt solche Probleme macht. Für mich war alles klar, bei mir war der Groschen gefallen, ich wollte alles und sofort. Er ja anscheinend schon seit Monaten, also konnte es losgehen. Dachte ich. Mein Gefühlsumschwung hat ihn zwar gefreut, aber nach spätestens zwei Wochen (von denen wir uns eine nicht gesehen haben, nur SMS-Kontakt) hat ihn das alles dermaßen überfordert, daß er angefangen hat, an allem zu zweifeln. Ich hab natürlich gemerkt daß was nicht stimmt, und ihm das aus der Nase gezogen. Was mich ziemlich umgehauen hat. Sowas hatte ich noch nicht erlebt, und ich war überzeugt, daß er mich halt doch nicht so liebhat. Was aber wohl so nicht ganz gestimmt hat, Schluß machen wollte er ja auf keinen Fall. Diesen Schlag ins Gesicht hab ich bis heute nicht so richtig verkraftet. Wenn er jetzt heute so Sachen sagt wie "ich finds grad so schön so, keiner fordert irgendwas vom anderen" und ich seit Wochen versuche, ihn zu ignorieren, damit er mal wieder auf mich zukommen muß, falls er noch will, und mich das an den Rand des Wahnsinns treibt, weil ich ihn so gerne öfter sehen würde, oder mal mit ihm kuscheln - und er findet es gerade schön so. Na toll. Er mag mich also nur, wenn ich ihn in Ruhe lasse und am besten nichts von meinen Gefühlen zeige. Suuuper. Aber Moment mal, wars bei mir am Anfang nicht ganz genauso? Meine Gefühle konnten überhaupt nur entstehen, weil er mir Zeit und Freiraum gelassen hat. Was mich jetzt stört. Ist also wahrscheinlich alles eine Frage, wie viel das Gegenüber wann verträgt, ohne eine Überdosis zu kriegen. Oft ist ja gerade das interessant, was man zunächst mal nicht haben kann, oder was man sich erarbeiten muß, daher kommt das wohl, daß man "sich rar macht". Ich versuche seit Jahren zu verstehen, was da eigentlich passiert, was ich tun kann, ob ich mich verarschen lasse und aufpassen sollte, daß ich nicht dran kaputtgehe, oder mehr Verständnis aufbringen sollte.. was mich allerdings erst seit kurzem beschäftigt, ist der Begriff der Bindungsangst. Das hatte ich von Anfang an im Kopf, aber nicht so bewußt wie seit ein paar Tagen. Ob es das ist oder nicht, es hilft mir glaube ich, ihn und seine komischen Verhaltensweisen zu verstehen. Nebenbei entdecke ich noch die Bindungsangst in mir, wobei ich nicht so recht weiß, ob das nicht vielleicht jeder hat, und frage mich, wer oder was eigentlich normal ist. Äh.. jetzt hab ich den Faden verloren... lange Rede kurzer Sinn - ich hoffe, er ist noch erkennbar...
gute Nacht allerseits!
kiwi
Original von AsketDenn das Problem ist, dass man vom Gefühl überwältigt ist, und der Verstand da eben nur schwer etwas erreichen kann.hey asket, bruder im geiste,
umgekehrt wird ein schuh draus: die gefuehle hinken dem verstand hinterher.
dein verstand ist schon weiter als du denkst - vielleicht, weil du von deinen gefuehlen ueberwaeltigt bist.
durch irgendwelche ereignisse werden gefuehle ausgeloest. aber viele werden es schonmal bemerkt haben: allein der gedanke an diese ereignisse reicht aus, um die gefuehle auszuloesen.
Immer wieder höre ich als Tipp, dass man sich zurückhalten soll, wenn man liebt. Auch mal "nein" sagen. Ich finde das total traurig. Ich hätte mir lieber eine Welt gewünscht, in der Liebe nichts mit der Notwendigkeit des Taktierens zu tun hat. Wie seht ihr das?in der hinsicht bist du wohl auf deine holde bzw. ihre reaktionen angewiesen. mir hat man auch schon mal signalisiert, dass ich zu "aufdringlich" gewesen waere - mich aber kurz zuvor verlassen, weil ich zu wenig zeit gehabt haette.
wer soll da noch durchblicken?!?!
bei mir setzt sich bei solchen fragen immer mehr folgende meinung durch:
bleib' dir treu und sei ehrlich zu dir! wenn du das beduerfnis hast, dich zu melden, dann tu' es - basta!
durchhalten!
hallo asket
bin grad beruflich sehr stark gestresst, deswegen nur eine sehr kurze meldung von mir.
vielen dank für deine ausführliche antwort auf mein posting. ich werde ganz sicher noch drauf eingehen, nur halt grad im moment nicht...
nur kurz was zum
liebe zeigen=klammern?
wenn mein freund mir seine liebe zeigt, dann kann mir das gar nicht zuviel werden. allerdings haben wir auch ein ziemlich ähnliches nähebedürfnis. und da liegt, glaube ich, das problem.
der eine möchte am liebsten 25mal am tag telefonieren und ständig sms schicken oder sonstwie kontakt suchen.
wieder andere finden es perfekt, jeden abend einmal zu telefonieren oder vielleicht auch nur einmal die woche oder haben weiss gott was für arrangements getroffen, mit denen sich beide seiten wohl fühlen.
ich meine: wenn du mit einer frau zusammen bist, die ein anderes nähebedürfnis hat als du, dann ist das nicht gut. umgekehrt gibt es sicher auch frauen, die sich freuen über viel zuwendung und die dich so lieben, wie du bist.
jedenfalls wünsch ich dir weiterhin alles gute,
lg
nimriel
bin grad beruflich sehr stark gestresst, deswegen nur eine sehr kurze meldung von mir.
vielen dank für deine ausführliche antwort auf mein posting. ich werde ganz sicher noch drauf eingehen, nur halt grad im moment nicht...
nur kurz was zum
liebe zeigen=klammern?
wenn mein freund mir seine liebe zeigt, dann kann mir das gar nicht zuviel werden. allerdings haben wir auch ein ziemlich ähnliches nähebedürfnis. und da liegt, glaube ich, das problem.
der eine möchte am liebsten 25mal am tag telefonieren und ständig sms schicken oder sonstwie kontakt suchen.
wieder andere finden es perfekt, jeden abend einmal zu telefonieren oder vielleicht auch nur einmal die woche oder haben weiss gott was für arrangements getroffen, mit denen sich beide seiten wohl fühlen.
ich meine: wenn du mit einer frau zusammen bist, die ein anderes nähebedürfnis hat als du, dann ist das nicht gut. umgekehrt gibt es sicher auch frauen, die sich freuen über viel zuwendung und die dich so lieben, wie du bist.
jedenfalls wünsch ich dir weiterhin alles gute,
lg
nimriel
Original von AsketWas mich zur Zeit quält ist, dass ich befürchte, dass viele Menschen meinen, dass man klammern würde, nur wenn man seine Liebe zeigt. Wer das nur erfunden hat... Immer wieder höre ich als Tipp, dass man sich zurückhalten soll, wenn man liebt. Auch mal "nein" sagen. Ich finde das total traurig. Ich hätte mir lieber eine Welt gewünscht, in der Liebe nichts mit der Notwendigkeit des Taktierens zu tun hat. Wie seht ihr das?Ich kann diesen Satz nur zu gut nachempfinden. Liebe soll doch etwas schönes sein. Sich jeden Tag neu beweisen, dass man den anderen liebt. Sich um ihn sorgen, wenn er kummer hat, für ihn da sein, wenn er sich einsam fühlt. Eine Art der Verbundenheit, die nur Liebe auslösen kann, ist doch etwas so wertvolles und einzigartiges. Man sollte es pflegen und hegen. Leider ist unsere Gesellschaft sehr kalt und vorsichtig. Aber ist es richtig vorsichtig zu sein, wenn man liebt? Ist es richtig dieses wirklich bescheuerte Spiel, vorsichtig zu sein, die kalte Schulter zu zeigen um den anderen mehr in Bewegung zu halten. Wieso kann Liebe nicht einfach unkompliziert und in seiner Reinheit bewahrt sein? Ist das alles wirklich so schwer? Ist es falsch seine Gefühle voll und ganz zu offenbaren? Zu sagen, zu zeigen "Ich liebe Dich". Soll es richtig sein auf Abstand zu gehen, wenn man doch sein Herz offenbaren will?
Ich für meinen Teil werde nicht aufgeben, die Liebe meines Lebens zu finden. Denn ich bin mir so sicher, dass sie dort draußen auf mich wartet. Wir haben uns noch nicht getroffen, aber der Zeitpunkt wird kommen da wir uns treffen.
Und wißt ihr was das schönste ist, den Menschen mit dem wir erneut eine Beziehung eingehen werden, den gibt es ja schon. Er ist irgendwo dort draußen, was auch immer er gerade macht. Ja, es gibt ihn bereits diesen Menschen. Freut euch darauf, vielleicht ist es die ganz große Liebe.
Guten Abend,
herzlichen Dank für Eure Antworten. Ist mir ja schon fast peinlich, was für komplizierte Gedanken und lange Posts ich Euch zumute...
Zur Frage "Liebe zeigen = Klammern" hilft mir - vielleicht auch den anderen? - die Antwort von Nimriel. Es gibt einfach Menschen und Phasen, wo es mehr Kontakt gibt, und Menschen und Phasen, wo mehr Abstand gehalten wird. Beides kann gut gehen, es muss halt nur zusammenpassen.
Das Forum kann also helfen :super:
Ich habe eine These. Das zu viel und das Klammern ist es im Grunde gar nicht, auch wenn der Verlassende dem Verlassenen das oft vorwirft. Ich könnte mir vorstellen, dass auch andere Gründe dazu führen können, dass ein täglicher Kontakt einfach unangenehm wird. Wenn man sich dieser Gründe nicht bewusst wird, und sie nicht formulieren kann, dann scheint es so, als wäre einem der tägliche Kontakt zu viel, aber in Wirklichkeit liegt es an ganz was anderem.
Dafür könnte auch die Erzählung von kiwi-banane sprechen. Sie meinte, dass sie es erst nicht mochte, dass sie so umworben wurde, aber dann später hat sie sich mehr gewünscht (als die Beziehung da war).
Es scheint sich also entweder noch differenzierter zu verhalten, als wenn man die Frage nur auf Typen (Typ A will viel Kontakt, Typ B braucht mehr Zeit für sich) beschränkt, ODER der Grund für eine Trennung liegt - obwohl dies vom Verlassenden behauptet wird - überhaupt nicht an der Menge des Kontakts, sondern wo ganz anders, und der Verlassende schiebt das nur vor. Absichtlich oder unabsichtlich (!).
Für letzteren Fall scheint zu sprechen, dass meine ehemalige Freundin allein durch den Besuch alle 14 Tage schon gemeint hat, es wäre ihr zu viel. ?( So kam ja auch der Titel dieses threads zustande.
Schau70 zieht aus diesem Problem die Konsequenz, man soll einfach seinem Bedürfnis folgen. Finde ich ganz gut, aber schwer, wenn man die Partnerin nicht verlieren will. Wie sehen die anderen das?
**
Kiwi hat den Begriff der "Bindungsangst" genannt. Das ist natürlich ein äußerst interessanter Ansatz für Verlassene, die nach dem WARUM suchen.
Vielleicht war meine Partnerin nicht bereit, sich schon zu binden, ich aber schon?
Das Thema finde ich sehr interessant. Geht auch etwas in Richtung Unterbewusstsein vieleicht. Was für Erfahrungen habt ihr zum Thema "Bindungsangst"? Mit welchem Alter oder bei was für einer Art von Menschen kommt so etwas vor? Oder gibt es so etwas auch nur, wenn die Liebe nicht stark genug ist? Was hat das ganze mit der Persönlichkeit eines Menschen zu tun?
Haltet durch,
Asket
herzlichen Dank für Eure Antworten. Ist mir ja schon fast peinlich, was für komplizierte Gedanken und lange Posts ich Euch zumute...
Zur Frage "Liebe zeigen = Klammern" hilft mir - vielleicht auch den anderen? - die Antwort von Nimriel. Es gibt einfach Menschen und Phasen, wo es mehr Kontakt gibt, und Menschen und Phasen, wo mehr Abstand gehalten wird. Beides kann gut gehen, es muss halt nur zusammenpassen.
Das Forum kann also helfen :super:
Ich habe eine These. Das zu viel und das Klammern ist es im Grunde gar nicht, auch wenn der Verlassende dem Verlassenen das oft vorwirft. Ich könnte mir vorstellen, dass auch andere Gründe dazu führen können, dass ein täglicher Kontakt einfach unangenehm wird. Wenn man sich dieser Gründe nicht bewusst wird, und sie nicht formulieren kann, dann scheint es so, als wäre einem der tägliche Kontakt zu viel, aber in Wirklichkeit liegt es an ganz was anderem.
Dafür könnte auch die Erzählung von kiwi-banane sprechen. Sie meinte, dass sie es erst nicht mochte, dass sie so umworben wurde, aber dann später hat sie sich mehr gewünscht (als die Beziehung da war).
Es scheint sich also entweder noch differenzierter zu verhalten, als wenn man die Frage nur auf Typen (Typ A will viel Kontakt, Typ B braucht mehr Zeit für sich) beschränkt, ODER der Grund für eine Trennung liegt - obwohl dies vom Verlassenden behauptet wird - überhaupt nicht an der Menge des Kontakts, sondern wo ganz anders, und der Verlassende schiebt das nur vor. Absichtlich oder unabsichtlich (!).
Für letzteren Fall scheint zu sprechen, dass meine ehemalige Freundin allein durch den Besuch alle 14 Tage schon gemeint hat, es wäre ihr zu viel. ?( So kam ja auch der Titel dieses threads zustande.
Schau70 zieht aus diesem Problem die Konsequenz, man soll einfach seinem Bedürfnis folgen. Finde ich ganz gut, aber schwer, wenn man die Partnerin nicht verlieren will. Wie sehen die anderen das?
**
Kiwi hat den Begriff der "Bindungsangst" genannt. Das ist natürlich ein äußerst interessanter Ansatz für Verlassene, die nach dem WARUM suchen.
Vielleicht war meine Partnerin nicht bereit, sich schon zu binden, ich aber schon?
Das Thema finde ich sehr interessant. Geht auch etwas in Richtung Unterbewusstsein vieleicht. Was für Erfahrungen habt ihr zum Thema "Bindungsangst"? Mit welchem Alter oder bei was für einer Art von Menschen kommt so etwas vor? Oder gibt es so etwas auch nur, wenn die Liebe nicht stark genug ist? Was hat das ganze mit der Persönlichkeit eines Menschen zu tun?
Haltet durch,
Asket
oh leck, ein ganzer arsch voll fragen!!! ;-)))
so wie nimriel bin auch ich gerade etwas unter druck - und merke, dass ich ueber die ganzen fragen erstmal gruendlich nachdenken muss.
bin aber schon jetzt auf die antworten der anderen gespannt!!
uebrigens: meine angebliche konsequenz bezieht sich auf die emotio - nicht auf die ratio. aber auch darueber werd' ich mir nochmal gedanken machen - machen muessen! ;-))
bis bald und: durchhalten!
so wie nimriel bin auch ich gerade etwas unter druck - und merke, dass ich ueber die ganzen fragen erstmal gruendlich nachdenken muss.
bin aber schon jetzt auf die antworten der anderen gespannt!!
uebrigens: meine angebliche konsequenz bezieht sich auf die emotio - nicht auf die ratio. aber auch darueber werd' ich mir nochmal gedanken machen - machen muessen! ;-))
bis bald und: durchhalten!
Liebe Freunde,
nach nochmaligem gründlichem Lesen Eurer Beiträge möchte ich Euch nochmal herzlich für Eure Bemühungen danken.
Ich sehe heute, dass der Trennungsgrund wohl von allen angesprochenen Punkten ein wenig beinhaltet. Ich glaube heute auch, dass sie nie sicher war, ob ich der richtige bin, sich nur nie getraut hat, es zu sagen, weil ich immer mit Geschenken und Zuhören und Fahren und so nicht angreifbar war. Reden konnte sie über so etwas nicht gut. Ich habe sie trotzdem geliebt und trage sie immer weiter in meinem Herzen, aber erzwingen lässt sich nunmal nichts.
Damit finde ich mich ab und werde nun das Examen in Angriff nehmen. Es wird nicht leicht, denn es beginnt schon am 13.3., aber mir bleibt ja nichts anderes übrig.
Ich danke Euch für Eure Hilfe, ohne die ich jetzt sicher nicht so weit wäre.
Viel Kraft für Eure Lebensbewältigung wünscht Euch
Euer Asket
*********
PS 1: Das muss kein Abschied auf ewig sein, aber jetzt muss ich erstmal ranklotzen!
PS 2: Fast hätte ich es vergessen: HALTET DURCH !
nach nochmaligem gründlichem Lesen Eurer Beiträge möchte ich Euch nochmal herzlich für Eure Bemühungen danken.
Ich sehe heute, dass der Trennungsgrund wohl von allen angesprochenen Punkten ein wenig beinhaltet. Ich glaube heute auch, dass sie nie sicher war, ob ich der richtige bin, sich nur nie getraut hat, es zu sagen, weil ich immer mit Geschenken und Zuhören und Fahren und so nicht angreifbar war. Reden konnte sie über so etwas nicht gut. Ich habe sie trotzdem geliebt und trage sie immer weiter in meinem Herzen, aber erzwingen lässt sich nunmal nichts.
Damit finde ich mich ab und werde nun das Examen in Angriff nehmen. Es wird nicht leicht, denn es beginnt schon am 13.3., aber mir bleibt ja nichts anderes übrig.
Ich danke Euch für Eure Hilfe, ohne die ich jetzt sicher nicht so weit wäre.
Viel Kraft für Eure Lebensbewältigung wünscht Euch
Euer Asket
*********
PS 1: Das muss kein Abschied auf ewig sein, aber jetzt muss ich erstmal ranklotzen!
PS 2: Fast hätte ich es vergessen: HALTET DURCH !
Original von Asket!Und du auch. :super:
PS 2: Fast hätte ich es vergessen: HALTET DURCH !
Hab deinen Thread zwar nur mitgelesen, aber finde es immer gut, wenn jemand seinen Liebeskummer bezwingt. :klatsch:
Alles Gute fürs Examen!
Lostinmusic2
Wünsch dir viel Erfolg beim Examen!
jo lern mal fleißig, Du schaffst das!
Hallihallo!
Schon eine Weile her (Wahnsinn, wie die Zeit vergeht...). Hatte nun gestern einen Abgabetermin und nun - juhu - das erste Mal seit Wochen wieder ein bisschen Muße.
Ich hoffe, Dein Examen läuft/lief so, wie Du es Dir vorgestellt hast!
So, ich wollte ja noch auf Dein Posting antworten, das jetzt schon fast 3 (! schock) Monate alt ist.
Da ich nicht weiss, wie "akut" diese Frau noch in Deinem Leben ist, werde ich mich mehr auf der Meta-Ebene austoben....
Erst einmal hierzu:
Das passt übrigens auch ein bisschen zu diesen Büchern Frau - Deutsch usw. Da wird auch die Welt ein bisschen einfacher mit. Ok, das ist Spekulation und ich kenne sie nicht.
Dass Du in einer Famile aufgewachsen bist, in der sich Deine Eltern bekriegt haben, tut mir sehr leid. Ich kann verstehen, dass Du deshalb lange gewartet hast mit einer Beziehung und alles "richtig" machen möchtest. Aber weisst Du, ein bisschen Streit gehört auch zu einer normalen Beziehung. Man muss sich nicht anbrüllen oder gar handgreiflich werden (das schon gar nicht), aber Meinungsverschiedenheiten gehören nun mal dazu. Ich glaube, für Dich ist es besonders schwierig, weil Du Dir alles genau überlegst, was Du tust. Vielleicht hatte sie das Gefühl, Dich mit Samthandschuhen anfassen zu müssen. Aber auch das hätte sie verstehen müssen.
Zu Freundschaft gehört für mich ganz klar auch, dass man mal sagen kann, was man am anderen besonders toll/nicht so toll findet. Wenn ich mich zum Beispiel lange nicht gemeldet hab bei meiner Freundin - passiert jobmäßig schon mal - motzt sie auch schon mal. Macht nix, stimmt ja auch, wenn ich mir da manchmal auhc mehr Verständnis erhoffen würde (andere Story). Umgekehrt find ich es toll, wenn sie mir sagt, dass ich sie immer aufmuntern kann (da bin ich stolz drauf). Ich finde nicht, dass Toleranz=nicht meckern bei Dingen, die einem nicht passen. Toleranz ist doch eher auch (für mich) Vorurteilslosigkeit - Menschen nicht direkt nach solchen Äußerlichkeiten oder irgendwelchen Äußerungen bewerten und verdammen, weil sie anders sind als man selbst sich das so ideal vorstellt. Das hat nichts damit zu tun, ob ich jemandem Unpünktlichkeit nachsehe oder nicht, sondern ob ich denjenigen dann für einen schlechten Menschen halte. Hab z.B. eine Freundin, die immer unpünktlich ist und wenn wir uns verabreden, geht sie mittlerweile schon davon aus, dass ich weiss, sie kommt zu spät. Deshalb kommt sie dann noch später :schief:
Da ärger ich mich schon drüber und sag ihr das auch, aber ich hab sie immer noch gern und treffe mich immer wieder mit ihr. (und stand schon stundenlang auf zugigen bahngleisen, aber naja...).
So, wahrscheinlich ist es eh schon viel zu lange her alles, aber ich wollte doch trotzdem noch antworten. Nun werd ich erst mal feiern gehen (diese Abgabe gestern war wirklcih übel und mir ist nun ein riesiger Stein vom Herzen gefallen - endlich wieder schlafen!) Abschließend noch etwas hierzu:
:]
So, ich wünsche weiterhin viel Erfolg udn alles Gute,
lieber Gruß
Nimriel
Schon eine Weile her (Wahnsinn, wie die Zeit vergeht...). Hatte nun gestern einen Abgabetermin und nun - juhu - das erste Mal seit Wochen wieder ein bisschen Muße.
Ich hoffe, Dein Examen läuft/lief so, wie Du es Dir vorgestellt hast!
So, ich wollte ja noch auf Dein Posting antworten, das jetzt schon fast 3 (! schock) Monate alt ist.
Da ich nicht weiss, wie "akut" diese Frau noch in Deinem Leben ist, werde ich mich mehr auf der Meta-Ebene austoben....
Erst einmal hierzu:
Original von Asket Deinen Ansatz, dass ihr Beitritt in solch eine Gemeinschaft eher ein Symptom als eine Ursache ist, finde ich sehr interessant. Wenn dies so wäre, dann würde das bedeuten, dass sie nach etwas gesucht hat, das sie von mir nicht bekommen hat.Mmh. Ich habe das weniger "nur" auf Eure Beziehung bezogen. Warum tritt man solchen Gemeinschaften bei? Entweder wird man hineingeboren oder aber man sucht etwas. Ich glaube weniger, dass Du ihr etwas nicht geben konnte, sondern eher, dass sie selbst etwas in sich gesucht hat, was sie nciht finden konnte. Schwierig auszudrücken, was ich meine. Menschen, die dort eintreten, suchen vielleicht Zusammenhalt, eine Familie, oder aber einen spirituellen Sinn. Vielleicht ist es etwas einfach gedacht, aber für mich haben diese Menschen in sich selbst ein Problem - kommen allein nicht gut zurecht oder suchen jemanden, der ihnen sagt, wo es langgeht. Das trifft wahrscheinlich nicht auf alle zu, aber - und das ist wahrscheinlich gewagt - bei Menschen, die sich solchen von anderen aufgedrückten Regelwerken und so unterwerfen, egal ob (restriktive) Religion, Militär o.ä., hab ich häufig den Eindruck, sie fühlen sich einfach besser, wenn jemand sagt wo´s langgeht.
Das passt übrigens auch ein bisschen zu diesen Büchern Frau - Deutsch usw. Da wird auch die Welt ein bisschen einfacher mit. Ok, das ist Spekulation und ich kenne sie nicht.
Original von Asket Gerne würde ich lernen, wie ich es hätte besser machen können, wenn der Fehler bei mir lag. Aber ich sehe nicht, was ich hätte anders machen sollen.Du hast keinen Fehler gemacht. Ein Fehler wäre, jemanden nachlässig oder schlecht zu behandeln, Betrug oder ähnliches. Du hast alles richtig gemacht; es war nur ncith die richtige Frau. In einer funktionierenden Beziehung sind all die Dinge, die Du hier beschrieben hast und evtl. als Fehler betrachtest, ganz normal.
Original von Asket Vielleicht ist es auch mein asketischer Lebensstil, der ihr nicht gefallen hat.Vielleicht hat ihr das tatsächlich nicht gefallen. Genau das meinte ich ja: War sie dann die Richtige für Dich? Eher nicht.... Und weisst Du, vielleicht kannst Du nicht erwarten, dass eine Partnerin diese Genügsamkeit teilt (obwohl, auch das kannst Du), aber verstehen und akzeptieren sollte sie schon....
Beispiel: Ich lese irgendwelche philosophischen Texte, und werde darin bestärkt, dass das Glück nicht im materiellen Bereich zu finden ist, sondern eher in der Genügsamkeit und im Zwischenmenschlichen. Viele der Genüsse heute sind ja nur vorübergehend. Mein Glück empfinde ich darin, von allen Genüssen unabhängig zu sein.
Dass Du in einer Famile aufgewachsen bist, in der sich Deine Eltern bekriegt haben, tut mir sehr leid. Ich kann verstehen, dass Du deshalb lange gewartet hast mit einer Beziehung und alles "richtig" machen möchtest. Aber weisst Du, ein bisschen Streit gehört auch zu einer normalen Beziehung. Man muss sich nicht anbrüllen oder gar handgreiflich werden (das schon gar nicht), aber Meinungsverschiedenheiten gehören nun mal dazu. Ich glaube, für Dich ist es besonders schwierig, weil Du Dir alles genau überlegst, was Du tust. Vielleicht hatte sie das Gefühl, Dich mit Samthandschuhen anfassen zu müssen. Aber auch das hätte sie verstehen müssen.
Original von Asket Nun, meine Vorstellung der wahren Liebe ist die Selbstlosigkeit. Aber ich befürchte, dass es viele Frauen gibt, die so etwas als männlichen Waschlappen empfinden. (...) Zum Beispiel finde ich Rauchen nicht so gut. Aber für die Frau, die ich liebe, könnte ich sofort sagen, dass ich damit klarkomme.Mmh. Selbstlosigkeit.... Da bin ich nicht so sicher, ob dies nicht destruktiv sein könnte. Meiner Meinung nach gehört zu einer funktionierenden Beziehung auch, sich selbst zu lieben und sich nicht zurückzustellen (klar sind Kompromisse, die natürlich dazugehören - ich meine diese Selbstaufgabe) . Bedürfnisse auszusprechen und auch die eigenen zu berücksichtigen. Persönlich - so als Frau - würde ich so ein Verhalten nicht als Waschlappen empfinden, sondern ich hätte Angst. Nämlich davor, dass ich die Verantwortung auch für den anderen tragen müsste und ich könnte es nicht ertragen, zu wissen, dass der von mir geliebte Mensch vielleicht nicht seine eigenen Bedürfnisse erfüllen kann, weil er zurücksteckt meinetwegen. Ich möchte ja auch, dass es meinem Partner gut geht. Verstehst Du? Es kann nicht funktionieren, nur dann, wenn Deine Partnerin rücksichtslos ist.
Original von Asket Du meinst, ich hätte evtl. zu konkrete Vorstellungen gehabt, wie alles sein soll. Hmm. Vielleicht kann ich hier mal weiter darüber nachsinnen. Gib mir dafür mal einen Tag oder zwei.Uuuund? Schon drüber nachgedacht (oder hab ich das vielleicht überlesen?)
Original von Asket Ich habe einen sehr guten Freund, wie Du, mit dem ich deshalb so gut befreundet bin, weil wir uns nicht einmal im Traum anmaßen würden, dem anderen sagen zu wollen, was wir für gut oder schlecht halten an ihm. Die ewige Freundschaft ist so viel mehr wert, als irgendwelche Dinge wie Rauchen oder Unpünktlichkeit oder so. Ich glaube, da schätzt Du mich nicht ganz richtig ein. Ich glaube, ich bin an einem sehr extremen Pol der Toleranz. Teilweise sogar schon für manche Menschen zu tolerant. Denn wenn man es nicht schlimm findet, wenn jemand in der Freizeit mit Joggingklammotten den Mülleimer leert, dann gibt es auch Menschen, die einem vorwerfen, man hätte kein Niveau und kein Feingefühl für Äußerlichkeiten...Ui. Da haben wir ein sehr unterschiedliches Verständnis von a) Freundschaft und B) Toleranz.
Zu Freundschaft gehört für mich ganz klar auch, dass man mal sagen kann, was man am anderen besonders toll/nicht so toll findet. Wenn ich mich zum Beispiel lange nicht gemeldet hab bei meiner Freundin - passiert jobmäßig schon mal - motzt sie auch schon mal. Macht nix, stimmt ja auch, wenn ich mir da manchmal auhc mehr Verständnis erhoffen würde (andere Story). Umgekehrt find ich es toll, wenn sie mir sagt, dass ich sie immer aufmuntern kann (da bin ich stolz drauf). Ich finde nicht, dass Toleranz=nicht meckern bei Dingen, die einem nicht passen. Toleranz ist doch eher auch (für mich) Vorurteilslosigkeit - Menschen nicht direkt nach solchen Äußerlichkeiten oder irgendwelchen Äußerungen bewerten und verdammen, weil sie anders sind als man selbst sich das so ideal vorstellt. Das hat nichts damit zu tun, ob ich jemandem Unpünktlichkeit nachsehe oder nicht, sondern ob ich denjenigen dann für einen schlechten Menschen halte. Hab z.B. eine Freundin, die immer unpünktlich ist und wenn wir uns verabreden, geht sie mittlerweile schon davon aus, dass ich weiss, sie kommt zu spät. Deshalb kommt sie dann noch später :schief:
Da ärger ich mich schon drüber und sag ihr das auch, aber ich hab sie immer noch gern und treffe mich immer wieder mit ihr. (und stand schon stundenlang auf zugigen bahngleisen, aber naja...).
So, wahrscheinlich ist es eh schon viel zu lange her alles, aber ich wollte doch trotzdem noch antworten. Nun werd ich erst mal feiern gehen (diese Abgabe gestern war wirklcih übel und mir ist nun ein riesiger Stein vom Herzen gefallen - endlich wieder schlafen!) Abschließend noch etwas hierzu:
Original von Asket Ich habe eine These. Das zu viel und das Klammern ist es im Grunde gar nicht, auch wenn der Verlassende dem Verlassenen das oft vorwirft. Ich könnte mir vorstellen, dass auch andere Gründe dazu führen können, dass ein täglicher Kontakt einfach unangenehm wird. Wenn man sich dieser Gründe nicht bewusst wird, und sie nicht formulieren kann, dann scheint es so, als wäre einem der tägliche Kontakt zu viel, aber in Wirklichkeit liegt es an ganz was anderem.HIer möchte ich mich voll und ganz anschließen. Ich glaube auch, dass es so ist.
:]
So, ich wünsche weiterhin viel Erfolg udn alles Gute,
lieber Gruß
Nimriel
Grüß Dich,
schön, dass Du mal wieder hier bist.
Da ich am 19.5. meine nächste Prüfung habe, werde ich jetzt ein mal antworten und mich erst danach wieder melden können.
Schön, dass Du eine größere Hürde mit der Abgabe Deiner Arbeit hast nehmen können.
Ja, die Zeit vergeht und manche Dinge ändern sich. Aber manche Dinge bleiben auch gleich.
Geändert hat sich, dass ich mich um mein Examen kümmere.
Gleich ist geblieben, dass ich fast jede Nacht von meiner ehemaligen Freundin träume, obwohl sämtliche objektive Menschen mir gesagt haben, dass wir niemals zusammengepasst hätten. Ich kann nichts dagegen tun, ich vermisse sie einfach trotzdem noch, obwohl sie so gemein zu mir war.
Und was mir Kummer bereitet ist, dass es nur ganz wenige Menschen gibt, die meine Denkweise nachvollziehen können. Vielleicht drücke ich mich auch etwas ungeschickt aus, so dass es nicht schlüssig wird, aber trotzdem bin ich überzeugt davon, dass es so gehen kann, wie ich es mir vorstelle:
Ich meine, dass es das Schönste und Einfachste ist, wenn man keine Bedingungen an seinen Partner stellt. Außer die eine, dass man sich respektvoll behandelt.
Ich habe mir das wirklich über Jahre durchgedacht und bin einfach überzeugt davon, dass es geht. Ein Freund von mir und eine liebe Freundin können es nachvollziehen, aber die meisten Menschen halten diese meine Einstellung für naiv. Aber ich werde sie trotzdem nicht aufgeben, weil ich glaube, dass sich eine erwachsene Frau doch besser fühlen müsste, wenn man ihr sagt, dass man sie so mag, wie sie ist, und keine Kritik an irgendwelchen Denk- oder Verhaltensweisen übt.
Es könnte alles so viel leichter sein.
Und wegen dem Kick zu streiten, oder weil es die Beziehung auffrischt, oder sich zu kritisieren, das haben meiner Meinung nach die nötig, denen es zu gut geht. Menschen, die die ganz schlimmen Folgen von Streit noch nicht miterlebt haben, weil sie zum Beispiel in einem intakten Elternhaus aufgewachsen sind.
Ich halte mich nicht für naiv wenn ich mir wünsche, eine Partnerin zu haben, mit der es niemals Streit gibt. Aber da mich so wenige verstehen, kann es durchaus sein, dass ich niemals eine Partnerin finden werde. Dabei ist es so einfach.
Nur weil die Mehrheit meint, dass Streit in einer Beziehung dazu gehört, muss es noch lange nicht richtig sein.
Wenn mir eine Frau sagt, dass Streit in einer Beziehung einfach dazu gehört, dann kann ich nur traurig den Kopf schütteln. Das müsste nicht sein. Mit mir muss niemand streiten. Ich verstehe es einfach nicht, wieso manche es nicht einfach als Geschenk annehmen und sich darüber freuen können, wenn man nicht contra gibt, sondern einfach die beiden unterschiedlichen Meinungen nebeneinander stehen lassen kann. Wir sind doch nicht beim Kampfsport sondern in der Liebe... Ich habe große Freude an Gesprächen über Dinge, bei denen zwei Menschen unterschiedlich denken. Das kann ein großer Gewinn sein, so ein Gespräch. Leider führt es bei vielen zum Streit.
Du meinst, dass ich meine eigenen Bedürfnisse zurückstellen würde, wenn ich mich selbstlos in einer Beziehung verhalte. Ich weiß nicht, ob Du es mal versucht hast, aber ich hatte noch kein einziges Mal ein negatives Gefühl dabei, wenn ich mit aller Kraft versucht habe, anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Und wenn es Dinge sind, die nur ihnen gefallen, aber mir nicht, dann ist das für mich nie ein Problem gewesen. Es ist doch schön, wenn man anderen eine Freude machen kann.
Denn wenn die Frau das auch erkennt, dann verhält sie sich auch so, dass ich meine Freunde trotzdem noch treffen und meine Hobbys weiterführen kann.
Du hast es so dargestellt, als würde ich mich selbst aufgeben und meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr erfüllen. Das ist definitiv keine (!) zwangsläufige Folge von selbstlosem Verhalten. Glaub mir, ich habe das jahrelang so gelebt. Du hast mich z.B. mal gefragt, in welcher Form ich "ohne Bezahlung" arbeite. Es ist einfach so, dass ich am Institut seit 7 Jahren fast ohne Bezahlung arbeite, weil ich einfach Freude daran habe, an Projekten teilzuhaben. Es dreht sich so um 20 Stunden pro Woche. Und wenn der Professor dann Geld dafür bekommt, dann freue ich mich für ihn. Und es ist mir egal, ob ich auch Geld bekomme oder nicht. Ich brauche so gut wie kein Geld zum Leben. Die Tätigkeit als solche ist es, für die ich lebe, nicht der finanzielle Lohn.
Du schreibst, Du hättest Angst davor, mit einem Mann zusammen zu sein, der seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt.
Wenn er selbst dann auf Dauer damit unglücklich wird, klar.
Aber bei mir ist das anders. Ich will einfach nur meine Liebe zeigen dürfen, und dafür fahre ich gerne jedes Wochenende 350 km zu meiner Partnerin. Mir würde das nicht einseitig werden. Es wird immer alles so verklompliziert. Will man lieb sein, wird einem das als vorgeworfen als "Der stellt seine eigenen Bedürfnisse zu sehr zurück". Und ist man nicht lieb, dann bekommt man vorgeworfen, dass man sich öfter melden sollte oder ähnliches. Ach je....
Nie nie nie würde ich es mir anmaßen, in einer Beziehung meiner Partnerin Vorwürfe zu machen. Vorher gäbe es immer ein Gespräch über Dinge, die mich / sie gerade beschäftigen und darin könnte alles geklärt werden, wenn man den Respekt beibehält. Aber anscheinend ziehen die meisten auf diesem Planeten es vor, sich zu streiten oder sich zu verlassen, wenn mal irgend etwas nicht passt. Aber die Seele, die man dabei zerstört, die ist einem anscheinend egal. Merkwürdig. Drei Tage vorher hat man ihr noch gesagt, dass man sie liebt. Was das wohl für eine Liebe war? Wohl eher eigennützig als selbstlos. Also: Pro Selbstlos, Contra Eigennutz.
So bin ich halt.
Wer mich für einen weltfremden Träumer hält, der kann das gerne tun. Milliarden Menschen denken wohl so. Ich hab ja auch nichts dagegen. Aber ein paar denken vielleicht so wie ich, und ich meine, dass so alles viel leichter gehen könnte: In einer Beziehung braucht es keinen Streit geben. Es kann wunderschön sein, wenn man sich nie gegenseitig Vorwürfe macht. Es ist herrlich, wenn man die Partnerin so mag, wie sie ist, und sich um sie bemüht.
Ach je, es ist spät und ich bin total erschöpft.
Gute Nacht und bis irgendwann,
Asket
schön, dass Du mal wieder hier bist.
Da ich am 19.5. meine nächste Prüfung habe, werde ich jetzt ein mal antworten und mich erst danach wieder melden können.
Schön, dass Du eine größere Hürde mit der Abgabe Deiner Arbeit hast nehmen können.
Ja, die Zeit vergeht und manche Dinge ändern sich. Aber manche Dinge bleiben auch gleich.
Geändert hat sich, dass ich mich um mein Examen kümmere.
Gleich ist geblieben, dass ich fast jede Nacht von meiner ehemaligen Freundin träume, obwohl sämtliche objektive Menschen mir gesagt haben, dass wir niemals zusammengepasst hätten. Ich kann nichts dagegen tun, ich vermisse sie einfach trotzdem noch, obwohl sie so gemein zu mir war.
Und was mir Kummer bereitet ist, dass es nur ganz wenige Menschen gibt, die meine Denkweise nachvollziehen können. Vielleicht drücke ich mich auch etwas ungeschickt aus, so dass es nicht schlüssig wird, aber trotzdem bin ich überzeugt davon, dass es so gehen kann, wie ich es mir vorstelle:
Ich meine, dass es das Schönste und Einfachste ist, wenn man keine Bedingungen an seinen Partner stellt. Außer die eine, dass man sich respektvoll behandelt.
Ich habe mir das wirklich über Jahre durchgedacht und bin einfach überzeugt davon, dass es geht. Ein Freund von mir und eine liebe Freundin können es nachvollziehen, aber die meisten Menschen halten diese meine Einstellung für naiv. Aber ich werde sie trotzdem nicht aufgeben, weil ich glaube, dass sich eine erwachsene Frau doch besser fühlen müsste, wenn man ihr sagt, dass man sie so mag, wie sie ist, und keine Kritik an irgendwelchen Denk- oder Verhaltensweisen übt.
Es könnte alles so viel leichter sein.
Und wegen dem Kick zu streiten, oder weil es die Beziehung auffrischt, oder sich zu kritisieren, das haben meiner Meinung nach die nötig, denen es zu gut geht. Menschen, die die ganz schlimmen Folgen von Streit noch nicht miterlebt haben, weil sie zum Beispiel in einem intakten Elternhaus aufgewachsen sind.
Ich halte mich nicht für naiv wenn ich mir wünsche, eine Partnerin zu haben, mit der es niemals Streit gibt. Aber da mich so wenige verstehen, kann es durchaus sein, dass ich niemals eine Partnerin finden werde. Dabei ist es so einfach.
Nur weil die Mehrheit meint, dass Streit in einer Beziehung dazu gehört, muss es noch lange nicht richtig sein.
Wenn mir eine Frau sagt, dass Streit in einer Beziehung einfach dazu gehört, dann kann ich nur traurig den Kopf schütteln. Das müsste nicht sein. Mit mir muss niemand streiten. Ich verstehe es einfach nicht, wieso manche es nicht einfach als Geschenk annehmen und sich darüber freuen können, wenn man nicht contra gibt, sondern einfach die beiden unterschiedlichen Meinungen nebeneinander stehen lassen kann. Wir sind doch nicht beim Kampfsport sondern in der Liebe... Ich habe große Freude an Gesprächen über Dinge, bei denen zwei Menschen unterschiedlich denken. Das kann ein großer Gewinn sein, so ein Gespräch. Leider führt es bei vielen zum Streit.
Du meinst, dass ich meine eigenen Bedürfnisse zurückstellen würde, wenn ich mich selbstlos in einer Beziehung verhalte. Ich weiß nicht, ob Du es mal versucht hast, aber ich hatte noch kein einziges Mal ein negatives Gefühl dabei, wenn ich mit aller Kraft versucht habe, anderen Menschen eine Freude zu bereiten. Und wenn es Dinge sind, die nur ihnen gefallen, aber mir nicht, dann ist das für mich nie ein Problem gewesen. Es ist doch schön, wenn man anderen eine Freude machen kann.
Denn wenn die Frau das auch erkennt, dann verhält sie sich auch so, dass ich meine Freunde trotzdem noch treffen und meine Hobbys weiterführen kann.
Du hast es so dargestellt, als würde ich mich selbst aufgeben und meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr erfüllen. Das ist definitiv keine (!) zwangsläufige Folge von selbstlosem Verhalten. Glaub mir, ich habe das jahrelang so gelebt. Du hast mich z.B. mal gefragt, in welcher Form ich "ohne Bezahlung" arbeite. Es ist einfach so, dass ich am Institut seit 7 Jahren fast ohne Bezahlung arbeite, weil ich einfach Freude daran habe, an Projekten teilzuhaben. Es dreht sich so um 20 Stunden pro Woche. Und wenn der Professor dann Geld dafür bekommt, dann freue ich mich für ihn. Und es ist mir egal, ob ich auch Geld bekomme oder nicht. Ich brauche so gut wie kein Geld zum Leben. Die Tätigkeit als solche ist es, für die ich lebe, nicht der finanzielle Lohn.
Du schreibst, Du hättest Angst davor, mit einem Mann zusammen zu sein, der seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt.
Wenn er selbst dann auf Dauer damit unglücklich wird, klar.
Aber bei mir ist das anders. Ich will einfach nur meine Liebe zeigen dürfen, und dafür fahre ich gerne jedes Wochenende 350 km zu meiner Partnerin. Mir würde das nicht einseitig werden. Es wird immer alles so verklompliziert. Will man lieb sein, wird einem das als vorgeworfen als "Der stellt seine eigenen Bedürfnisse zu sehr zurück". Und ist man nicht lieb, dann bekommt man vorgeworfen, dass man sich öfter melden sollte oder ähnliches. Ach je....
Nie nie nie würde ich es mir anmaßen, in einer Beziehung meiner Partnerin Vorwürfe zu machen. Vorher gäbe es immer ein Gespräch über Dinge, die mich / sie gerade beschäftigen und darin könnte alles geklärt werden, wenn man den Respekt beibehält. Aber anscheinend ziehen die meisten auf diesem Planeten es vor, sich zu streiten oder sich zu verlassen, wenn mal irgend etwas nicht passt. Aber die Seele, die man dabei zerstört, die ist einem anscheinend egal. Merkwürdig. Drei Tage vorher hat man ihr noch gesagt, dass man sie liebt. Was das wohl für eine Liebe war? Wohl eher eigennützig als selbstlos. Also: Pro Selbstlos, Contra Eigennutz.
So bin ich halt.
Wer mich für einen weltfremden Träumer hält, der kann das gerne tun. Milliarden Menschen denken wohl so. Ich hab ja auch nichts dagegen. Aber ein paar denken vielleicht so wie ich, und ich meine, dass so alles viel leichter gehen könnte: In einer Beziehung braucht es keinen Streit geben. Es kann wunderschön sein, wenn man sich nie gegenseitig Vorwürfe macht. Es ist herrlich, wenn man die Partnerin so mag, wie sie ist, und sich um sie bemüht.
Ach je, es ist spät und ich bin total erschöpft.
Gute Nacht und bis irgendwann,
Asket
Hallo Asket,
dann wünsche ich Dir erst einmal viel Erfolg weiterhin bei Deinem Examen. Ich finde es sehr gut, dass Du Dich zunächst darum kümmerst!
Ab Dienstag bin ich auch wieder gut beschäftigt und wahrscheinlich nicht mehr so häufig hier unterwegs. Aber deshalb werde ich Dir nun direkt antworten, bevor ich wieder im Nirvana verschwinde.
Was ich ehrlich gesagt allerdings ein bisschen schwierig finde, denn Du hast mir eine Falle gestellt:
Wenn ich nun kritisiere oder meine eigene Denkensweise vortrage, gehöre ich nämlich wahrscheinlich einfach zu den Leuten, die Dich Deiner Meinung nach nicht verstehen und nicht idealistisch, sondern egoistisch sind. Damit hat die Diskussion sich dann natürlich erledigt.
Trotzdem möchte ich aber auf Deine Argumente eingehen und Dir zuvor versichern, dass ich Deine Denkart durchaus nachvollziehen kann, allerdings immer noch der Ansicht bin, dass Du durchaus auch Idealismus mit etwas realistischeren Ansichten verbinden könntest.
dann wünsche ich Dir erst einmal viel Erfolg weiterhin bei Deinem Examen. Ich finde es sehr gut, dass Du Dich zunächst darum kümmerst!
Ab Dienstag bin ich auch wieder gut beschäftigt und wahrscheinlich nicht mehr so häufig hier unterwegs. Aber deshalb werde ich Dir nun direkt antworten, bevor ich wieder im Nirvana verschwinde.
Was ich ehrlich gesagt allerdings ein bisschen schwierig finde, denn Du hast mir eine Falle gestellt:
Wenn ich nun kritisiere oder meine eigene Denkensweise vortrage, gehöre ich nämlich wahrscheinlich einfach zu den Leuten, die Dich Deiner Meinung nach nicht verstehen und nicht idealistisch, sondern egoistisch sind. Damit hat die Diskussion sich dann natürlich erledigt.
Trotzdem möchte ich aber auf Deine Argumente eingehen und Dir zuvor versichern, dass ich Deine Denkart durchaus nachvollziehen kann, allerdings immer noch der Ansicht bin, dass Du durchaus auch Idealismus mit etwas realistischeren Ansichten verbinden könntest.
Original von Asket Ich meine, dass es das Schönste und Einfachste ist, wenn man keine Bedingungen an seinen Partner stellt. Außer die eine, dass man sich respektvoll behandelt.
Hier stimme ich vollkommen mit Dir überein. Die Frage liegt da: Was bedeutet respektvolles Behandeln?
Nicht streiten?
Nicht betrügen?
Jeden Tag Blumen mitbringen?
Ich denke, die Meinungen gehen hier stark auseinander. Natürlich, ich verstehe schon, was Du meinst. Man sollte keine Erwartungen an den anderen haben, sondern ihn so lieben und respektieren, wie er ist.
Trotzdem heisst das noch lange nicht, dass man auf lange Sicht zueinander passt. Bei meinem jetzigen Freund z.B. weiss ich, dass es funktionieren wird mit uns und dass wir in den wichtigen Dingen ähnliche Bedürfnisse und Einstellungen haben. Im Gegensatz dazu hatte ich vor einigen Jahren eine längere Beziehung, die im Endeffekt daran gescheitert ist, dass er und ich einfach in vieler Hinsicht ganz unterschiedlich leben wollten. Irgendwann sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir beide einfach nicht zusammenpassten und uns gegenseitig nicht glücklich machen konnten. Einer musste zurückstecken - im Sinne von: auf Dinge verzichten, die ihm/ihr sehr wichtig waren, und zwar so wichtig, dass dies auf lange Sicht (=Leben) nicht möglich war, ohne die eigene Persönlichkeit zu verleugnen. In Deinem Falle wäre das vielleicht Dein puristischer Lebensstil.
Hallo Nimriel,
bevor auch ich wieder hinter meinen Büchern verschimmle will ich Dir schnell noch danken für Deine ausführliche Antwort.
Vermutlich liegt der Hund darin begraben, dass in meinem ganzen Leben Streit immer nur zu Katastrophen geführt hat. Ich habe noch keinen einzigen Streit miterlebt, der konstruktiv war. Deshalb träume ich so sehr davon, dass es ohne Streit geht. Und ich spüre, dass es gehen könnte. Mit mehr Respekt vor der Andersartigkeit der Persönlichkeit des anderen.
Selbstverständlich bin ich zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit zu Diskussionen über die Beziehung und andere Themen. Aber es tut einfach weh und reißt Wunden wieder auf, wenn bei der Diskussion über einen Punkt plötzlich der Ton vorwurfsvoll oder besserwisserisch wird. Beispiel: Ich habe mit meiner ehemaligen Freundin den Liebes- und Kriegsfilm "Pearl Harbor" angesehen und saßen dabei Arm in Arm auf der Couch. Sie fragte mich danach, ob mit der Film gefallen hat, und ich habe gesagt, dass mir die Liebesgeschichte gefallen hat, die Kriegsdarstellung aber zu einseitig war (es gibt da nur gut und böse, sehr klscheehaft). Dann war sie völlig empört und beleidigt und redetet nicht mehr mit mir, weil ich anscheinend kein Gefühl hätte. Ich habe mit ganz ruhigen Worten versucht, mit ihr darüber zu reden, aber sie sagte dann: "Mit Dir kann man ja eh nicht reden" und ist rausgegangen. Am nächsten Tag wurde alles noch viel schlimmer, aber das will ich jetzt nicht erzählen, weil es mich zu sehr herunterzieht. Bin froh, dass ich überhaupt irgendwie durchs Leben komme gerade.
Was ich damit zum Ausdruck bringen wollte: Ich habe diesen von Dir dargestellten Zustand der konstruktiven Diskussion immer nur versucht zu erreichen, aber sie hat es immer zum Streit werden lassen.
Ich hätte das sogar ertragen. Sie ist eben so. Und dann wäre ich sogar bereit gewesen, meine tiefste Wunde aus der Kindheit wieder aufreißen zu lassen und ab und zu Streit zu ertragen. Ich hätte alles für sie ertragen.
Aber dann macht sie einfach so Schluss. Kein Gespräch über unsere Beziehung ging voran.
Die freie Kirche hat ihr eingeredet, dass Menschen, die diesem Weg nicht voller Enthusiasmus folgen können, auf dem falschen Weg sind, und dass sie deshalb zu verlassen sind. Welche seelischen Wunden sie mir damit zugefügt hat, das ist ihr völlig egal. Ich habe ihr vor kurzem geschrieben, aber es kam keine Antwort.
Ich werde nicht mehr vertrauen können.
Von meiner Seite aus würde es niemals eine unfaire Behandlung geben. Ich habe schon viel zu viel Leid ertragen müssen, als dass ich zu jemanden unfreundlich sein könnte, nur weil er in irgend einem Punkt anders denkt als ich.
Hab sie sogar in die Gottesdienste begleitet. Immer, als ich bei ihr war. Und da ging die Hälfte unserer Zeit drauf.
Nun ja, ich glaube, viele Menschen meinen, dass man einen Partner, der in irgendeinem Punkt anders ist, einfach wegkicken kann.
Läge es doch nur am Fußball-WM-Enthusiasmus...
Desillusioniert und mit seinen Wertvorstellungen am liebsten in die Wüste emigrieren wollend,
Asket
bevor auch ich wieder hinter meinen Büchern verschimmle will ich Dir schnell noch danken für Deine ausführliche Antwort.
Vermutlich liegt der Hund darin begraben, dass in meinem ganzen Leben Streit immer nur zu Katastrophen geführt hat. Ich habe noch keinen einzigen Streit miterlebt, der konstruktiv war. Deshalb träume ich so sehr davon, dass es ohne Streit geht. Und ich spüre, dass es gehen könnte. Mit mehr Respekt vor der Andersartigkeit der Persönlichkeit des anderen.
Selbstverständlich bin ich zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit zu Diskussionen über die Beziehung und andere Themen. Aber es tut einfach weh und reißt Wunden wieder auf, wenn bei der Diskussion über einen Punkt plötzlich der Ton vorwurfsvoll oder besserwisserisch wird. Beispiel: Ich habe mit meiner ehemaligen Freundin den Liebes- und Kriegsfilm "Pearl Harbor" angesehen und saßen dabei Arm in Arm auf der Couch. Sie fragte mich danach, ob mit der Film gefallen hat, und ich habe gesagt, dass mir die Liebesgeschichte gefallen hat, die Kriegsdarstellung aber zu einseitig war (es gibt da nur gut und böse, sehr klscheehaft). Dann war sie völlig empört und beleidigt und redetet nicht mehr mit mir, weil ich anscheinend kein Gefühl hätte. Ich habe mit ganz ruhigen Worten versucht, mit ihr darüber zu reden, aber sie sagte dann: "Mit Dir kann man ja eh nicht reden" und ist rausgegangen. Am nächsten Tag wurde alles noch viel schlimmer, aber das will ich jetzt nicht erzählen, weil es mich zu sehr herunterzieht. Bin froh, dass ich überhaupt irgendwie durchs Leben komme gerade.
Was ich damit zum Ausdruck bringen wollte: Ich habe diesen von Dir dargestellten Zustand der konstruktiven Diskussion immer nur versucht zu erreichen, aber sie hat es immer zum Streit werden lassen.
Ich hätte das sogar ertragen. Sie ist eben so. Und dann wäre ich sogar bereit gewesen, meine tiefste Wunde aus der Kindheit wieder aufreißen zu lassen und ab und zu Streit zu ertragen. Ich hätte alles für sie ertragen.
Aber dann macht sie einfach so Schluss. Kein Gespräch über unsere Beziehung ging voran.
Die freie Kirche hat ihr eingeredet, dass Menschen, die diesem Weg nicht voller Enthusiasmus folgen können, auf dem falschen Weg sind, und dass sie deshalb zu verlassen sind. Welche seelischen Wunden sie mir damit zugefügt hat, das ist ihr völlig egal. Ich habe ihr vor kurzem geschrieben, aber es kam keine Antwort.
Ich werde nicht mehr vertrauen können.
Von meiner Seite aus würde es niemals eine unfaire Behandlung geben. Ich habe schon viel zu viel Leid ertragen müssen, als dass ich zu jemanden unfreundlich sein könnte, nur weil er in irgend einem Punkt anders denkt als ich.
Hab sie sogar in die Gottesdienste begleitet. Immer, als ich bei ihr war. Und da ging die Hälfte unserer Zeit drauf.
Nun ja, ich glaube, viele Menschen meinen, dass man einen Partner, der in irgendeinem Punkt anders ist, einfach wegkicken kann.
Läge es doch nur am Fußball-WM-Enthusiasmus...
Desillusioniert und mit seinen Wertvorstellungen am liebsten in die Wüste emigrieren wollend,
Asket
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