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...Als ob er mich hassen würde - Er weicht mir aus. Ganz plötzlich.

52 Antworten11'874 AufrufeGestartet von Briseis ·

#21
Hallo Briseis,

was genau mit Jack los ist, darüber kann auch ich nur spekulieren. Ich habe folgende Gedanken gehabt, als ich Deine Geschichte las: Es scheint, Jack ist sehr intelligent und eloquent und versucht vor allem durch seinen Verstand zu glänzen. Er will so wahrgenommen werden: witzig, in jeder Situation Herr seiner Sinne und im Unterricht zeigt er ein großes Wissen. Irgendwo wird dieses Wissen herkommen, d.h. in seiner Freizeit wird schon viel gelesen haben und das ist ja etwas, was man allein tut...

Dein erster (wunderschöner) Satz im Thread war:

Wenn man die Ausstrahlung eines Menschen mit einem Thermometer vergleicht, dann kenne ich eine Menge sehr warmherzige Menschen. Der absolute Nullpunkt dagegen kam vor einem Jahr neu in meine Klasse. 11. Jahrgang.
Der erste Eindruck sagt nicht immer alles über die Person aus, die man vor sich hat, schon klar, aber soviel scheint klar zu sein: Jack ist kein Mensch, der seine Gefühle vor sich herträgt und andere damit überschüttet.

Worauf ich hinaus will ist, dass ich mir gut vorstellen kann, dass er mit seinen feinen Antennen sofort Dich als jemand Besonderen erkannt hat. Du bist auch belesen und begabt, so wie ich das sehe. Und dann nähert er sich Dir an, aber mit seinem Verstand kommt er diesmal nicht sehr weit. Er erlebt, wie er sich eigentlich tolpatschig und ungeschickt verhält (die "dummen" Fragen, die er Dir beim Pokerabend stellte) und wird richtig sauer, dass er es nicht schafft, sich so darzustellen, wie er eigentlich ist. Das wurmt ihn, dass Du ihn so erlebt hast. Er denkt, Du bringst ihn durcheinander und lachst vielleicht über ihn. Es ist für einen Verstandes-Menschen nicht leicht, Schwächen in diesem Bereich zuzulassen, vor allem, wenn man sich hauptsächlich darüber definiert und glaubt, nur deshalb für andere interessant zu sein.

Vielleicht ist es so. Bei seinem jetzigen Verhalten würde es mir auch schwer fallen, mich ihm anzunähern. Es kommt darauf an, wie Du Dich selbst fühlst. Manchmal hilft es, ganz unverfänglich seine Gefühle zu zeigen, ihn zu umgarnen und immer wieder positiv anzusprechen. Aber das funktioniert nur, wenn Du selbst Dich so locker fühlst, wenn Deine Gefühle nicht den Umweg über den Kopf machen. Dafür ist die Situation jetzt vielleicht schon zu verklemmt und er kennt Dich ja als reflektierenden, klugen Menschen.

Ich finde die Idee, ihn direkt anzusprechen sehr gut. Also nicht nach Hausaufgaben fragen oder so, das hat er ja total abgeblockt. Hoffentlich ergibt sich bald eine Situation, die Du gut nutzen kannst :super:

Liebe Grüße

zweiflerin

#22
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#23
Tja... ist das alles schwierig... ich bin mir jetzt aber sicher, dass ich zu ihm gehen und ihn fragen muss, was los ist. An dem, was Randy sagt, ist durchaus was dran; wenn ich ihn ignoriere und neben ihm mit anderen Jungs rumalbere, fühle ich mich stärker und ihn macht es schwächer. Mit Ausnahme der Frage nach Physik habe ich das ja jetzt schon ungefähr zwei Monate so gemacht. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wie auf diesem Weg die ganze Sache irgendwie mal ein Ende finden sollte. Ich glaube nicht, dass er jemals wieder von sich aus auf mich zukommen wird, wenn ich nichts tue. Ich schätze ihn als den Typ Mensch ein, der dann lieber aus Trotz oder was auch immer bis in alle Ewigkeit so weitermacht.

Ich will mich nicht mehr ständig fragen müssen, was los ist. Ich will nicht später das Gefühl haben, dass ich eine Chance habe verstreichen lassen, die ich hätte nutzen sollen. Ich will nicht mehr darüber nachdenken, was wäre, wenn, und ich will verdammt noch mal endlich Klarheit. Es kann eigentlich nur besser werden. Vielleicht reagiert er tatsächlich positiv, auch wenn ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass das sooo wahrscheinlich ist. Aber auch wenn er endgültig sagt, mit dir will ich nichts zu tun haben, dann ist das auf jeden Fall besser als die Ungewissheit jetzt. Mir würde es dann auch viel leichter fallen, ihn ab dann komplett zu ignorieren (was auch sonst, ist ja dann ohnehin das einzige, was ich machen kann).

Mir ist heute aber noch was eingefallen, was vielleicht ein Grund für sein Verhalten wäre... ich hab ja schon mal erwähnt, dass ich anfangs manchmal ziemlich schroff zu ihm war, weil ich so unsicher ihm gegenüber war. Da war er noch sehr nett zu mir. Ich hab dem nicht so viel Bedeutung beigemessen, weil es so extrem echt nicht war und ich es ihm ja schließlich in einem Brief erklärt und mich bei ihm entschuldigt habe. Aber je länger ich drüber nachdenke, desto mehr kommt es mir so vor, als hätte ER bereits den Spieß umgedreht. Vielleicht hat er sich früher so ähnlich wie ich jetzt gefühlt... und eben einfach das Ganze umgedreht, als er gemerkt hat, dass er mir doch was bedeutet. Haltet ihr das für möglich? Mir behagt diese Theorie grade überhaupt nicht (ich wäre dann ja auch nicht völlig unschuldig an der ganzen Misere) und ich bin bisher echt nicht darauf gekommen, dass das eventuell etwas mit seinem jetzigen Verhalten zu tun haben könnte. In dem Fall sollte ich mir vielleicht noch mal überlegen, wie ich an das Gespräch mit ihm rangehen sollte... auweia. Ich hoffe, das ist nicht der Grund.

Jedenfalls kenne ich seinen Stundenplan ganz gut, was ein großer Vorteil ist, und habe beschlossen, die Fragen an ihn nächste Woche durchzuziehen... was genau ich dann sage, weiß ich zwar noch nicht, aber na ja... ich werde es mir schon vorher zurechtlegen, aber wahrscheinlich habe ich, wenn es dann ernst wird, sowieso alles vergessen. ;)

Was Zweiflerin vermutet hat, denke ich übrigens auch größtenteils - er ist definitiv nicht dumm, er hat ein gutes Allgemeinwissen und kann sich sehr gut ausdrücken, solange es nicht um ihn selbst oder seine Gefühle geht. Allerdings glaube ich auch wieder nicht, dass er sooo viel Zeit mit dem Lesen zu Hause verbringt, er ist jetzt auch kein extrem rationales Mathe-Physik-Computer-Genie, sondern eher gut in Laberfächern wie Deutsch, Philosophie und Geschichte, und seine guten Schulnoten stammen zu einem Teil auch vom Abschreiben. Aber egal; ich glaube auch, dass er sich unter Druck setzt, weil er gerne immer gut dastehen will. Immer über den Dingen stehen und alles unter Kontrolle haben, so was in der Richtung.

P.S.: Danke an alle für den Zuspruch... Und an Pikku und Estrella, ich würde mich freuen, zu hören, wie es bei euch so weitergeht, ob sich was ändert... wenn ich möchtet, könnt ihr das gerne direkt in meinen Thread hier reinschreiben.

#24
Manchmal fühle ich mich echt sowas von hundeelend.

Was Jack für mich ist, ist anders als das Verliebtsein in andere Jungs früher. Fast seit Anfang an, also als wir anfingen, öfter mal was miteinander zu tun zu haben, löst er automatisch eine Art Fluchtreflex bei mir aus und den Aufbau eines Schutzschilds gegen seine Kälte, und gleichzeitig will ich am liebsten möglichst viel Zeit in seiner Nähe sein und vermisse ihn und er geistert ständig durch meine Gedanken, wenn er nicht da ist.

Wenn er mir nicht so viel bedeuten würde, hätte ich längst aufgegeben. Manchmal kommt es mir so vor, als wären wir wie Feuer und Wasser. Gehören irgendwie zusammen, aber sind auch Gegenteile und Gegner.

Im Unterricht sitze ich einige Reihen vor ihm und muss ihn daher nicht ansehen - glücklicherweise, wie ich inzwischen denke. Wenn er sich meldet und was sagt, vibriert der halbe Raum von seiner Stimme, das geht durch und durch. Von Zeit zu Zeit ist es so extrem, dass ich mir am liebsten direkt die Ohren zuhalten und raus aus dem Gebäude laufen würde, weil es so ist, als würde ich zerrissen.

Das ist alles so dermaßen verrückt... wir sind vielleicht nur ein paar Meter auseinander, aber es könnten auch ein paar tausend sein und es würde überhaupt nichts ändern. Ich glaube, was mich mehr als alles motiviert, die Hoffnung nicht aufzugeben, ist die Überzeugung, dass er es wert ist, hinter sein Pokerface, hinter seinen Panzer und seine Maske zu sehen. Keine Ahnung, ob er das jemals zulassen wird.

:geige:

#25
Klingt hart, aber irgendwie, sorry wenn ich das sage, genial. Du bist nicht nur über beide Ohren verliebt, sondern über die ganzen Alpen, so wie das klingt. Ich hoffe wirklich, dass es etwas mit euch beiden wird! Schon eine Möglichkeit gehabt, ihn alleine zu erwischen?

#26
Bis über die ganzen Alpen --> :] :verliebt: :mauer:

Das muss wohl stimmen. Bis jetzt ist noch nichts, morgen ist auch schlecht, weil jede Menge Kurse bei ihm und mir ausfallen; im Moment hoffe ich auf Mittwoch.

#27
Na also, der Mittwoch ist doch schon mal ein guter Tag. Da wird in Nürnberg die Woche geteilt. :D :D :D :D :D

Ich hoffe du erwischst eine freie Minute. Mhm, würde auch gern wieder in die Schule, auch wenn man da lernen muss. War eine schöne Zeit, mehr oder weniger.

#28
Ich weiß zwar nicht, warum, aber im Moment bin ich grade wieder ganz zuversichtlich. :yeah: Ich werd das schon packen. Sollte zusehen, dass ich Mittwoch auch so eine motivierte Laune habe.

Die Situation ist zwar beileibe nicht einfach, aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es sooo viel schlimmer hätte sein können... Jack hätte z.B. auch ein guter Kumpel von mir sein können und dann würde ich mit Ausweichen viel schlechter zurande kommen. Und so weiter und so fort... Es hätte echt schlimmer kommen können. *motivier* *motivier* *motivier*

Das wird schon. Kann ja nur besser werden!

#29
Genau, es kann nur besser werden. Und wenn ich schon nicht den Mut mir nehme jemanden anzusprechen, den ich gerne ansprechen würde, dann sprech du ihn an. Ganbatte kudasai (dass schaffst du schon, viel Glück! :) )

#30
und, hast du mit ihm gesprochen? :)

#31
Würde mich auch interessieren! :)

#32
Ich muss leider zugeben, nein, ich habe ihn nicht angesprochen. Wurde aber von höherer Gewalt davon abgehalten... :schief: Die Gelegenheit war eigentlich total perfekt, wir hatten die letzte Stunde zusammen Unterricht und er war sogar richtig gut drauf. Ich allerdings nicht. Er hat dreiste Scherze mit dem Lehrer gemacht und sich mit ein paar Mädchen gerangelt, wer zuerst aus der Tür darf. Mir ging's Dienstag schon nicht so toll, und Mittwochmorgen richtig mies - Erkältung, Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen, bisschen Fieber, die ganze Palette halt. Ich hab mich zwar trotzdem in die Schule geschleppt, aber in ziemlich elendem Zustand. Und ehrlich gesagt wollte ich ihm mit roter Triefnase, ständig tränenden Augen und stechenden Kopfschmerzen nicht unbedingt länger als nötig unter die Augen treten, geschweige denn ihm solche wichtigen Sachen zu gestehen. :krank:

Es ärgert mich richtig, dass ich ausgerechnet an dem Tag krank geworden bin. Ich werde auf jeden Fall mit ihm sprechen, wahrscheinlich nächste Woche. Heute bin ich nicht zur Schule gegangen und hab fast den ganzen Tag geschlafen, dafür geht's mir jetzt auch schon wieder ganz gut. Einerseits kommt es nach so langer Zeit auf ein paar Tage wohl auch nicht mehr an. Andererseits wird mir richtiggehend schlecht, wenn ich an so gutgemeinte Zitate wie "Lebe jeden Tag, als wenn es dein letzter wäre" denke.

Vielleicht denkt ihr jetzt, ich wäre nur zu feige gewesen, ihn anzusprechen. Das wäre ein Irrtum. :) Ich bin einer der ehrlichsten Menschen, die man sich vorstellen kann. Die meisten meiner Mitschüler schreiben bei Klausuren und Tests Spickzettel oder linsen zum Nachbarn rüber - ich hab das nie gemacht, weil ich lieber eine selbst erarbeitete Vier schreibe als eine geklaute Zwei. Muss aber fairerweise auch sagen, dass ich ziemlich gute Gene mitbekommen habe. Ich lerne selten länger für eine Klausur als eine halbe Stunde und schreibe dann trotzdem bessere Noten als eine Mitschülerin, die mehrere Stunden gepaukt hat. Oder letztens hat ein Mitschüler für eine Deutschklausur, die inhaltlich vielleicht eine Zwei wäre, eine Fünf bekommen, nur weil er als Legastheniker in die Rechtschreibungs-Sperrklausel reingerutscht ist. Vielleicht würde ich dann auch anders denken.

Und noch was, worüber ich im Moment öfter nachdenke... damals auf der Studienfahrt, wie er auf dem Dreitausender abgerutscht ist... wir hatten uns aus Seilen Sicherheitsgeschirre geknotet und dann der Reihe nach mit Karabinern an ein langes Seil eingehakt, das wir dann im Gänsemarsch mitgetragen haben. Wenn also einer abrutschte, sollten die anderen elf sich hinwerfen und irgendwo festhalten, sodass der eine durch das lange Seil gehalten würde. Als wir seitlich über ein vereistes Schneefeld geklettert sind, ist er ausgerutscht und sofort vier, fünf Meter den Hang runter. Zuerst hat es kaum einer gemerkt, weil er nicht geschrien hat. Ich ging hinter ihm, hab irgendwie reflexartig seinen Namen gerufen und ihn dann mit den anderen wieder hochgezogen. Gott, war das ein Alptraum. Fast wie eine Szene aus einem Katastrophenfilm, nur viel schlimmer. Ich meine, im Grunde konnte ja wegen des Seils nicht viel passieren, ich bin ein paar Minuten später auf dem gleichen Feld abgerutscht und man spürt relativ schnell, wie sich das Sicherheitsseil strafft und dass es einen irgendwann aufhält. Es war trotzdem ein ziemlicher Schock. Und wenn wir das Seil nicht mitgenommen hätten, hätte es für uns beide eventuell wenig schön enden können.

Der Punkt ist, ich hab mir nach diesem Ereignis vorgenommen, Jack an einem der nächsten Tage zu sagen: "Danke, dass es dich gibt." Aber ich habe es gelassen. Ich weiß nicht genau wieso, vielleicht weil er immer noch so abweisend war. Am nächsten Tag sind wir zu viert zu einer Dombesichtigung. Nachdem wir eine Weile die wunderschönen Ornamente und alles bewundert hatten, haben wir uns in die Kirchenbänke gesetzt und Jack, ein Stück abseits, hat mit geschlossenen Augen die Lippen bewegt und gebetet. Den Anblick werde ich ebensowenig vergessen wie den Moment auf dem Schneefeld. Obwohl ich eigentlich nicht sehr religiös bin und es außerdem ein katholischer Dom war (ich bin evangelisch), habe ich dann Gott gedankt, dass es Jack und die anderen beiden Jungs gibt und wir alle heil vom Berg runtergekommen sind. Allerdings werde ich mir nie verzeihen, wenn Jacks und mein Weg sich irgendwann trennen und ich ihm nie gesagt habe, dass er mir wichtig ist.

#33
Erst einmal: gute Besserung.

Wenn du es schaffen solltest mit ihm nächste Woche zu sprechen, wäre das natürlich super. :) Ich drück dir ganz fest die Daumen.

Und zu dem Erlebnis mit dem Absturz. Jack kann sich wirklich glücklich schätzen, dass so jemand liebes sich um ihn Sorgen macht. Um mich hat sich noch nie jemand gesorgt, bis auf natürlich meine Eltern. Merkst du was? Du musst es ihm sagen. Gleich wenn du wieder Gesund bist und kurz mit ihm alleine bist! :)

#34
Danke =) heute geht's mir schon wieder richtig gut... leider hab ich Jack in der Schule nicht gesehen, im Moment fallen Unmengen an Stunden aus, aber na ja... ich würde am liebsten gar nicht mehr warten und die ganze Sache schnellstmöglich hinter mich bringen, aber Montag und Dienstag ist eher schlecht, und daher läuft es wohl auf einen neuen Versuch am Mittwoch hinaus. Kann nur hoffen, es kommt diesmal nichts dazwischen!

Um mich hat sich noch nie jemand gesorgt, bis auf natürlich meine Eltern.
Weißt du, das glaubst du doch nicht wirklich! Ich bin mir absolut sicher, dass das nicht stimmt. Jeder hat irgendjemanden, der einen mag, der sich um einen sorgt und der sich Gedanken um einen macht. Auch du. Garantiert. Natürlich kenne ich dich nicht wirklich, aber du bist bestimmt ein total lieber Mensch. Und dass du ohnehin genau so ein wertvoller Mensch bist wie jeder andere, brauch ich dir gar nicht zu erzählen, das weißt du!

Für die Welt bist du irgendjemand.

Für irgendjemanden bist du die Welt. :)

#35
Schade, aber vielleicht siehst du ihn ja am Montag endlich wieder! :) Drücke dir die Daumen.

Danke für deine netten Worte. Nunja, was soll ich sagen, ich weiß es nicht. Bei meinen Eltern weiß ich es, aber ich hatte zum Beispiel nie eine Freundin oder weiß nicht ob jemand in mich unsterblich verliebt war und sich um mich gesorgt hat. Von meinen "besten" Freunden brauche ich gar nicht erzählen, waren doch eh alle nur verlogen und egoisten. Hilfst du ihnen sind sie gut zu dir, brauchst du hilfe, ist plötzlich keiner mehr da.

#36
Ui, hier ist ja echt viel los im Moment *g*

Du wolltest ja mal hören wie's bei mir so weiterläuft, ist mal wieder was passiert in der Zwischenzeit... Ich erzähl das einfach mal, vllt kann mir auch jemand von euch anderen helfen :)

Also vor 2 Wochen ungefähr musste ich beim Reiten vorlesen, was die anderen reiten mussten, hatte das so noch nie wirklich gemacht, dementsprechend kamen die Kommandos von mir auch net immer passend. Er stand auch dabei, am Rand und hat zugeguckt, wie die anderen geritten sind, er hat mich zunächst mal wieder ignoriert und weder Hallo noch sonstwas gesagt, was mich auch gewundert hätte...

Als ich dann die Kommandos geben musste hat er immer rumgemeckert von wegen "Zu späääääät!!!" "Das musste lauter sagen..." und sowas alles und das nicht grade in einem freundlichen Ton. Dann hab ich den erstmal angeschnauzt von wegen er sollte "seine Frese halten oder das selber machen"... Da stand er total baff da und hat weiterhin nichts mehr gesagt.

Jetzt etwas später haben wir immer noch nicht mehr miteinander geredet... dennoch hab ich das Gefühl, dass er wieder was gutmachen will, oder mich zumindest wieder beachtet... Wenn ich dort bin hab ich das Gefühl beobachtet zu werden, kann auch nur eine Wunschvorstellung sein :rolleyes: , aber er kam mir letztens auch entgegen und schaut mir total in die Augen ... sagt nichts aber guckt auch nicht weg... Oder wieder letztens beim Springreiten: Jedesmal wenn wir "gleichzeitig" zwischen 2 Sprüngen herreiten wollten haben wir beide angehalten um den anderen vorzulassen, bis ich dann letztendlich reiten musste, weil er so lange gewartet hat. Diese ganzen Aktionen laufen immer ohne jegliches Gespräch ab... :rolleyes: Nur damit ihr euch das mal so vorstellen könnt...

Ihn darauf ansprechen würde ich normalerweise ja, aber mittlerweile fined ich, er wäre mal an der Reihe obwohl ich genau weiss das er nie den Mund aufmachen wird.

Was soll ich von der ganzen Sache halten? ich hab keine Ahnung mehr...

#37
Puh... klingt immer noch echt schwierig bei dir. Aber immerhin kann man alles sagen - außer, dass du ihm egal bist.

Dann hab ich den erstmal angeschnauzt von wegen er sollte "seine Frese halten oder das selber machen"... Da stand er total baff da und hat weiterhin nichts mehr gesagt.
So ganz spontan würde ich sagen: Super gemacht! :klatsch: Kommt mir so vor, als sei er jetzt erstmal ein bisschen eingeschüchtert oder auch nur überrascht, weil er dir sowas nicht zugetraut hätte. Vielleicht hat es ihn dazu gebracht, ein bisschen mehr Respekt vor dir zu haben.

Ich weiß auch nicht so richtig, was ich dir raten soll... ich meine, wenn du dir so sicher bist, dass er nie die Klappe aufmacht, hast du, ohne ihn anzusprechen, keine Chance. Klar ist er an der Reihe. Du musst dich entscheiden, ob du bereit bist, für ihn noch mal über deinen eigenen Schatten zu springen, ob er dir das wert ist... ist ne verdammt schwierige Entscheidung, ich weiß.

#38
Aber immerhin kann man alles sagen - außer, dass du ihm egal bist.
mmh.. immerhin etwas ;) wenn ich bloß wüsste in welche Richtung das geht... ?(

Ich wünsch duir auf jeden Fall viel Glück, dass es klappt, dass du mit ihm sprichst!

#39
Hallo du,

Sein Verhalten kommt mir sehr seltsam vor. Ein komischer Kauz ...

Zuerst kam mir der Verdacht hoch, dass er sich einfach nicht getraut mit dir zu reden oder dich anzusprechen. Und dass er dann lieber der stille Bewunderer aus der Ferne ist.

Das einzige, warum ich ihn direkt ansprechen würde, ist warum er dich so behandelt.

Wenn er sein Verhalten aber nicht ändert, dann würde ich ihn nicht mehr beachten.

Ich finde es übrigens auch gut, dass du ihm gesagt hast, er solle seine Klappe halten. Solche Nörgler nerven mich auch immer total.

#40
Ich habe mit ihm gesprochen. Heute. Ist es gut gelaufen? Nö. Nicht direkt.

Ich glaube jetzt nicht mehr, dass er mich hasst. Ich glaube vielmehr, dass ich ihm egal bin. Ob das besser ist, sei dahingestellt.

Die ganze letzte Woche war einfach grausam. Ich wollte endlich wissen, was los ist und hatte jeden Tag Angst, er würde in der Schule fehlen oder plötzlich sagen, er zieht wieder weg, oder was weiß ich. Ich hatte die ganze Woche ein mulmiges Gefühl im Bauch und konnte abends kaum einschlafen. Dieses elende Gefühl, das man hat, wenn noch etwas sehr Unangenehmes auf einen zukommt. Insofern geht es mir jetzt besser.

Ich verstehe ihn weniger denn je. Ich kann nicht mehr einfach nur denken, dass er ein abweisender Eisblock ist. Aber was er tatsächlich ist, kann ich auch nicht sagen.

Am Montag hatten wir Physik und nach der Stunde ist er zu meinem Tisch gekommen und hat erstmal mit total samtweicher Stimme meine Banknachbarin gefragt, warum sie denn gestern nicht gekommen ist (sie hatten ein mehr oder weniger freiwilliges Treffen von ihrem Deutschkurs, zu einer Gedichtlesung, wie ich später erfahren habe). Mir wurde augenblicklich schlecht von seiner Stimme hinter mir und so hab ich ganz schnell meine Tasche genommen und bin einen Riesenumweg um den ganzen Tischblock gegangen, nur um auf dem Weg nach draußen nicht an ihm vorbeizumüssen. Himmel, ich liebe ihn.

Dienstag saßen wir an verschiedenen Tischen in der Cafeteria, als mich die zwei, drei Mädchen, mit denen er an einem Tisch saß, riefen, um mich was zu fragen. Wir haben uns eine Weile unterhalten. Währenddessen hat er die ganze Zeit mit gesenktem Kopf geschwiegen. Davor und danach, als ich wieder einen Tisch weiter war, hat er die ganze Zeit versucht, ihnen Mathe zu erklären, rumgealbert, geredet und geredet.

Etwas später unterhielt ich mich grade mit dem Jungen, mit dem mich alle verkuppeln wollen, auf dem Gang vorm Klassenraum über die in der Stunde vorher zurückbekommene Klausur. Plötzlich stürzte Jack aus dem Klassenraum heraus zwischen uns, fing an lautstark über seine Note ganz knapp über der Sperrklausel zu reden und zog den anderen Jungen sozusagen weg von mir. Na klasse. Daraufhin bin ich dann doch weiter zu meinem eigenen Klassenraum.

Wahrscheinlich sollte ich aber gar nicht so viel interpretieren. Ich schätze, es war einfach Zufall.

Jedenfalls hatte ich heute zumindest das Glück, eine recht gute Gelegenheit zu erwischen. Vor der zweiten Stunde stand er allein auf dem Gang und hat aus dem Fenster geschaut, also hab ich ihn gefragt, ob er später in der Freistunde in der fünften etwas Zeit hat, ich müsse mit ihm reden. Erstaunlicherweise war er ganz normal, sah ruhig zu mir runter in meine Augen und sprach mit ernster, freundlicher, samtweicher Stimme. Ganz was Neues. Vielleicht war es auch einfach nur, weil er gute Laune hatte. Ich hingegen ärgerte mich, dass meine Stimme leise und zittrig klang, weil ich so nervös war. Auf jeden Fall sagte er, er wäre in der Freistunde in der Cafeteria oder in der Infothek.

Als es auf die fünfte Stunde zuging, wurde ich nervöser und nervöser. Die Sache nicht durchzuziehen, kam dennoch nicht in Frage. Ich ging zum tausendsten Mal in Gedanken durch, was ich zu ihm sagen wollte, und versuchte mich zu beruhigen, indem ich Musik auf meinem MP3-Player hörte. Dann war die große Pause vorbei und die Freistunde fing an. Ich rang mich dazu durch, auf den Hof zu gehen, und verbrachte dann fünfzehn weitere Minuten damit, das Gespräch hinauszuzögern, indem ich auf dem Hof die Möwen beobachtete, dann im Gebäude noch eine Weile aus den verschiedensten Fenstern rausschaute und mir sagte, was soll schon passieren. Als ich danach in die Cafeteria ging, war er nicht da. Ich machte mich sehr, sehr langsam auf den Weg in die Infothek.

Er saß dort mit einem Mitschüler über Schulhefte und Bücher gebeugt. Ich bat ihn, kurz mit auf den Gang zu kommen, und ich muss zugeben, dass er soweit nett reagierte, schlicht kommentarlos aufstand und mitkam.

Wir standen uns am anderen Ende des Ganges an einer leergefegten Ecke neben einem Fenster gegenüber. Er sah mir normal-höflich-aufmerksam ins Gesicht und ich fragte ihn, warum er sich in letzter Zeit so komisch verhalte; dass es mir so vorkäme, als sei ich der letzte Mensch, mit dem er irgendwas zu tun haben wolle.

"Wie bitte?", fragte er etwas irritiert.

Ich sagte noch irgendwas, von wegen, wenn ich ihn was gefragt hätte, habe er nicht zugehört oder sei weggegangen.

"Nicht bewusst", sagte er.

"Oh... unbewusst..." Meine Stimme muss sich verdammt seltsam angehört haben.

"Ich habe dich nie absichtlich links liegen gelassen", sagte er.

Seine Stimme klang so samtig, er sah mich so ernst und ehrlich und doch irgendwie neutral an, mit einer bewegungslosen Miene, ohne dass man ihm irgendein Gefühl ansehen konnte, nicht mal Überraschung oder Verwirrung. Mir lief es kalt den Rücken runter. Er nahm es einfach zur Kenntnis, er sagte kurz und knapp, wie er das sah, und das war alles. Jeder andere hätte zumindest irgendwie reagiert... und nicht mit einem Gesicht dagestanden, dass so undurchschaubar war wie in Stein gemeißelt.

"Das Problem ist...", fing ich an und brachte es nicht über mich, gleich weiterzureden. In dem Moment bog der Mensch, der immer in der Infothek Aufsicht hat, um die Ecke und ging an uns vorbei. Ich grüße ihn und wandte mich wieder Jack zu.

"...ich fürchte, ich liebe dich... und die letzten Monate waren die Hölle deshalb", sagte ich. Und obwohl es die Wahrheit war und ich es so gewollt hatte, war ich selbst überrascht, dass ich tatsächlich die Worte "Ich liebe dich" über die Lippen gebracht hatte.

"Achso", sagte er. Achso. Das war alles.

Ich ging. Mit dem Gefühl, dass er ganz sicher nichts ähnliches für mich fühlte, aber es ging mir trotzdem besser als vorher. Das mulmige Gefühl war weg. Ich hatte alles getan, was in meinen Möglichkeiten lag, und brauchte mich nicht mehr länger mit der Frage nach dem "Was wäre, wenn..." herumschlagen. Wenn er mich nicht mag, dann ist es eben so, da kann ich nichts dran machen. Ich hatte noch über zwanzig Minuten, bevor die nächste und letzte Stunde anfing. Diese Zeit verbrachte ich damit, in der Gegend um die Schule spazieren zu gehen, zu gehen, zu gehen und zu gehen. Und mich kurz im Park auf eine alte Bank zu setzen und zu registrieren, wie schön die Bäume, die Erde, die frische Luft waren.

Unglücklicherweise hatten wir die letzte Unterrichtsstunde zusammen. Ich starrte die erste Hälfte der Stunde nur bewegungslos vor mich hin. Dann begann ich, mich normal am Unterricht zu beteiligen. Als ob nichts wäre. Aber ich hasste es, genau in seiner Blickbahn zum Pult zu sitzen.

Nach der Schule ging ich zu Fuß in die Stadt. Jack fuhr zusammen mit einem Kumpel mit dem Fahrrad an mir vorbei. Ich hörte ihn lange, bevor er da war, er erzählte extrem laut irgendetwas und lachte. Ich achtete nicht darauf und ging weiter, ohne mich umzudrehen. Genau in dem Moment, als ihre Fahrräder mich überholten, sagte Jack irgendetwas, das sich stark nach "... hat mir heute ihre Liebe gestanden ..." anhörte. Sie waren ein paar Meter entfernt, auf der Straße, und ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, dass er tatsächlich das sagte. Aber wenn das der Fall ist, dann ist das echt unterste Schublade. Eigentlich dachte ich, er kennt das Wort "Fairness". Ich finde es einfach nur mies, sowas laut rauszuposaunen. Außerdem muss er es dann darauf angelegt haben, dass ich es mitkriege. Ich hoffe, er ist irgendwann in der Lage, zu verstehen, wie man sich in so einer Situation fühlt.

Ich musste später in der Fußgängerzone noch einmal an ihm vorbei, er stand da rum. Ich bin an ihm vorbei, ohne ihn zu beachten, und hab den Rest des Tages ganz normal verlebt. Es einfach verdrängt. Jetzt wird mir mehr und mehr zum Heulen zumute, aber es hilft ja auch nichts. Bis auf das Rumerzählen, falls es denn wirklich stimmte, kann ich ihm nichts vorwerfen. Wie sollte ich. Dass er nicht mehr als "Achso" zu sagen wusste? Ich denke, ich wäre in der Situation genauso überfordert.

Ich liebe ihn so sehr, dass es weh tut. Irgendwie... jedenfalls bin ich gespannt, was morgen in der Schule ist. Ob er am Ende doch noch mal auf die Sache zu sprechen kommt. Oder ob ich mir von jemandem Fragen im Stil von "Stimmt es, dass du..." anhören muss. ich glaube, ich würde alles abstreiten und sagen, sie sollen Jack mitteilen, er habe Halluzinationen. Das muss ich mir echt nicht antun.

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