Erinnerung
87 Antworten25'533 AufrufeGestartet von Leela ·
Die Insel der Vergessenheit
Liegt irgendwo im weiten Meer
Ein selig, weltverloren Land,
Still ziehn die Wolken drüber her,
Und leise ebbt die Fluth am Strand.
Uralte Bäume grünen dort
Und wölben sich zum dichten Hain,
In den drang nie ein Menschenwort,
Nie eines Menschen Blick hinein.
Aus purpurrothen Kelchen steigt
Ein seltsam süßer, müder Hauch,
Versonnen sich der Himmel neigt
Und reglos träumen Busch und Strauch.
Am Ufer schaukelt sich ein Kahn,
Die Wellen plätschern sacht am Kiel -
Wen holt er ab auf weiter Bahn,
Wen trägt er her zum sel'gen Ziel?
Ach, daß der Kahn mich holen müßt'
Aus dieser bangen, bangen Zeit,
Daß ich den Weg zu finden wüßt'
Zur Insel der Vergessenheit.
Anna Ritter . 1865 - 1921
Liegt irgendwo im weiten Meer
Ein selig, weltverloren Land,
Still ziehn die Wolken drüber her,
Und leise ebbt die Fluth am Strand.
Uralte Bäume grünen dort
Und wölben sich zum dichten Hain,
In den drang nie ein Menschenwort,
Nie eines Menschen Blick hinein.
Aus purpurrothen Kelchen steigt
Ein seltsam süßer, müder Hauch,
Versonnen sich der Himmel neigt
Und reglos träumen Busch und Strauch.
Am Ufer schaukelt sich ein Kahn,
Die Wellen plätschern sacht am Kiel -
Wen holt er ab auf weiter Bahn,
Wen trägt er her zum sel'gen Ziel?
Ach, daß der Kahn mich holen müßt'
Aus dieser bangen, bangen Zeit,
Daß ich den Weg zu finden wüßt'
Zur Insel der Vergessenheit.
Anna Ritter . 1865 - 1921
Meine Seele ist tauriger als alle toten Weihnachtsbäume auf der Welt.
Ch. Bukowski
Ch. Bukowski
Man kann sich wohl in einer Idee irren,
man kann sich aber nicht mit dem Herzen irren.
Fjodor M. Dostojewski
man kann sich aber nicht mit dem Herzen irren.
Fjodor M. Dostojewski
Man trägt doch eine eigentümliche Kamera im Kopfe, in die sich manche Bilder so tief und deutlich einätzen, während andere keine Spur zurücklassen.
Bertha von Suttner
Bertha von Suttner
Sehnsucht
Schweift auch mein Blick
in ungemessne Ferne,
Stehst du vor mir!
Sind doch der Himmel
und die Pracht der Sterne
Ein Bild von dir!
Aus: Lyrik des Ostens/Indien
Übersetzung: Meyer
Schweift auch mein Blick
in ungemessne Ferne,
Stehst du vor mir!
Sind doch der Himmel
und die Pracht der Sterne
Ein Bild von dir!
Aus: Lyrik des Ostens/Indien
Übersetzung: Meyer
Nicht zum Thema Erinnerung, aber sehr schön. Passt trotzdem hierher, weil ich nur durch die Erinnerungen Gedichte lese.
Eigentlich bestimmen ja unsere Erinnerungen, was wir sind, was wir tun und denken.
Tout peut arriver
d’un instant à l’autre
Tout peut arriver
à soi comme à d’autres
Tout peut arriver
et peut repartir
Tout peut s’écrouler
et se rebâtir
A toute heure du jour
la haine et l’amour
Tout peut s’enflammer
et se refroidir
Tout peut se faner
et refleurir
Tout peut basculer
du meilleur au pire
Un mot de travers
un acte manqué
une tuile, un pavé
une rose, un baiser
Tout peut s’aggraver
ou bien s’arranger
avec le sourire
- Jacques Higelin, Flâner Entre Les Intervalles
Eigentlich bestimmen ja unsere Erinnerungen, was wir sind, was wir tun und denken.
Tout peut arriver
d’un instant à l’autre
Tout peut arriver
à soi comme à d’autres
Tout peut arriver
et peut repartir
Tout peut s’écrouler
et se rebâtir
A toute heure du jour
la haine et l’amour
Tout peut s’enflammer
et se refroidir
Tout peut se faner
et refleurir
Tout peut basculer
du meilleur au pire
Un mot de travers
un acte manqué
une tuile, un pavé
une rose, un baiser
Tout peut s’aggraver
ou bien s’arranger
avec le sourire
- Jacques Higelin, Flâner Entre Les Intervalles
Très bien
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa
I keep singing them sad, sad songs, y'all
Sad songs is all I know
I keep singing them sad, sad songs, y'all
Sad songs are all I know
It has a sweet melody tonight
Anybody can sing it any old time
What in your heart puts you in a groove
And when you sing this song
It'll make you're whole body move, it goes
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa
Your turn
Our turn
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa
Your turn, now
All my life I've been singing them sad songs
Trying to get my message to you
But this is the only song, y'all, I can sing
And when I get to singing my message from me to you, it goes
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa
Your turn, now
It's a lovely song, y'all
Sweet music, honey
It's just a line, oh but
It tells a story, baby
You got to get the message
A stone message, honey
A lovely line, baby
I'm worried in mind, watch me
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa
Your turn
Everybody's turn, everybody
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa, one more time
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa, worried alive, y'all
Fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa-fa
Otis Redding / Steve Cropper
Schade, dass du mir nie eine Sprachnachricht geschickt hast, ich wäre jetzt so glücklich, wenn ich eine hätte 😪
Es gibt schmerzhafte Erinnerungen, die uns wirklichen, körperlichen Schmerz verursachen; fast jeder Mensch hat solche Erinnerungen, nur vergessen die Menschen sie gewöhnlich. Aber dann geschieht es bisweilen, dass sie ihnen plötzlich wieder einfallen, wenn es auch nur irgendein kleiner Zug ist, der ihnen einfällt, und dann können sie die Erinnerungen nicht mehr abschütteln.
M. Dostojewski
M. Dostojewski
Unveränderbar - dann bleibt dein Herz gefesselt für die ewige Zeit.
Ryôkan
Das hat mir jemand heute geschickt...
Ich finde, es ist wichtig, die Augen zu vergessen. Wenn man jemanden kennt, sieht man sein ganzes Wesen in seinen Augen. Man muss seinen Blick vergessen, damit auch der Rest verblassen kann, was allerdings schwer ist, wenn man Fotos hat😳
Ryôkan
Das hat mir jemand heute geschickt...
Ich finde, es ist wichtig, die Augen zu vergessen. Wenn man jemanden kennt, sieht man sein ganzes Wesen in seinen Augen. Man muss seinen Blick vergessen, damit auch der Rest verblassen kann, was allerdings schwer ist, wenn man Fotos hat😳
Das ist die Sehnsucht
Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste von allen Stunden steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.
Rainer Maria Rilke
Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste von allen Stunden steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.
Rainer Maria Rilke
Was man nicht alles findet 😮,
wenn man sucht😔
Aufhebung
Sein Unglück
ausatmen können
tief ausatmen so dass man wieder einatmen kann
Und vielleicht auch sein Unglück
sagen können in Worten
in wirklichen Worten
die zusammenhängen
und Sinn haben
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar
irgendwer sonst versteht
oder verstehen könnte
Und weinen können
das wäre schon fast wieder Glück
Erich Fried
wenn man sucht😔
Aufhebung
Sein Unglück
ausatmen können
tief ausatmen so dass man wieder einatmen kann
Und vielleicht auch sein Unglück
sagen können in Worten
in wirklichen Worten
die zusammenhängen
und Sinn haben
und die man selbst noch
verstehen kann
und die vielleicht sogar
irgendwer sonst versteht
oder verstehen könnte
Und weinen können
das wäre schon fast wieder Glück
Erich Fried
bearbeitet #55
Sometimes, when one person is missing,
the whole world seems depopulated
Alphonse de Lamartine
the whole world seems depopulated
Alphonse de Lamartine
bearbeitet #56
Wie alle großen Reisenden habe ich mehr gesehen, als ich mich erinnere, und erinnere mich an mehr, als ich gesehen habe.
Benjamin Disraeli
Benjamin Disraeli
Ohne dich
Nicht nichts ohne dich
aber nicht dasselbe
Nicht nichts
ohne dich
aber vielleicht weniger
Nicht nichts
aber weniger
und weniger
Vielleicht nicht nichts
ohne dich
aber nicht mehr viel
Erich Fried
Nicht nichts ohne dich
aber nicht dasselbe
Nicht nichts
ohne dich
aber vielleicht weniger
Nicht nichts
aber weniger
und weniger
Vielleicht nicht nichts
ohne dich
aber nicht mehr viel
Erich Fried
bearbeitet #58
"Therefore I tell my sorrows to the stones;
Who, though they cannot answer my distress,
Yet in some sort they are better than the tribunes,
For that they will not intercept my tale:
When I do weep, they humbly at my feet
Receive my tears and seem to weep with me;
And, were they but attired in grave weeds,
Rome could afford no tribune like to these."
William Shakespeare
Who, though they cannot answer my distress,
Yet in some sort they are better than the tribunes,
For that they will not intercept my tale:
When I do weep, they humbly at my feet
Receive my tears and seem to weep with me;
And, were they but attired in grave weeds,
Rome could afford no tribune like to these."
William Shakespeare
Egal wo ich hingehe in dieser Stadt, sehe ich den A 🥺, so viele traurige Erinnerungen.
Dazu etwas Passendes gefunden:
Es war einmal ein Papagei,
der war beim Schöpfungsakt dabei
und lernte gleich am rechten Ort
des ersten Menschen erstes Wort.
Des Menschen erstes Wort war A
und hieß fast alles, was er sah,
z.B. Fisch, z.B. Brot,
z.B. Leben oder Tod.
Erst nach Jahrhunderten voll Schnee
erfand der Mensch zum A das B
und dann das L und dann das Q
und schließlich noch das Z dazu.
Gedachter Papagei indem
ward älter als Methusalem,
bewahrend treu in Brust und Schnabel
die erste menschliche Vokabel.
Zum Schlusse starb auch er am Zips.
Doch heut noch steht sein Bild in Gips,
geschmückt mit einem grünen A,
im Staatsschatz zu Ekbatana.
Christian Morgenstern
Dazu etwas Passendes gefunden:
Es war einmal ein Papagei,
der war beim Schöpfungsakt dabei
und lernte gleich am rechten Ort
des ersten Menschen erstes Wort.
Des Menschen erstes Wort war A
und hieß fast alles, was er sah,
z.B. Fisch, z.B. Brot,
z.B. Leben oder Tod.
Erst nach Jahrhunderten voll Schnee
erfand der Mensch zum A das B
und dann das L und dann das Q
und schließlich noch das Z dazu.
Gedachter Papagei indem
ward älter als Methusalem,
bewahrend treu in Brust und Schnabel
die erste menschliche Vokabel.
Zum Schlusse starb auch er am Zips.
Doch heut noch steht sein Bild in Gips,
geschmückt mit einem grünen A,
im Staatsschatz zu Ekbatana.
Christian Morgenstern
Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:
Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,
ein [A] formierend und ein [Z] –
daß keiner groß zu denken hätt.
Befolgend dies, ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand. ("Der Mond", auch von Christian Morgenstern)
Besonders eine Leserin
sah ihren höchsten Lebensinn
im kleinen Sohn - und großem A...
...drum war der Mond ihr oft so nah (schau70... nicht der Mann im Mond...)
gab er ihm folgenden Beruf:
Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,
ein [A] formierend und ein [Z] –
daß keiner groß zu denken hätt.
Befolgend dies, ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand. ("Der Mond", auch von Christian Morgenstern)
Besonders eine Leserin
sah ihren höchsten Lebensinn
im kleinen Sohn - und großem A...
...drum war der Mond ihr oft so nah (schau70... nicht der Mann im Mond...)
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