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Kummer und Gleichgültigkeit

45 Antworten5'442 AufrufeGestartet von neonxgenesis ·

#21
ich muss jetzt doch ein bissl was zu dem thema schöne frauen schreiben, weil so ganz klar ist mir dass noch nicht was da abgeht.

ich habe früher, also in der pupertät, kaum kontakt zu frauen gehabt - ich wollte zwar, war aber oft zu schüchtern oder bin in meinen zarten ersten gehversuchen zurückgewiesen worden.

naja heute gehts so einigermaßen, aber ich urteile sehr stark nach dem äußeren. im bett macht das gar keinen so großen unterschied, viel eher ists das kompensieren, ich bekomme jetzt was bzw. mir steht heute was zu bzw. ich mache was dafür, damit ich das krieg was ich früher nie haben konnte (und da ist mein entwicklungsstand quasi: eine frau muss schön sein). und jetzt renn ich dem heute nach wie ein trottel wider jedweiliges anderes 'argument' (zB die frau passt nicht zu dir).

irgendwie kommt mir vor, bestätige ich meinen eigenen wert darüber, ob die frau schön ist.

ich mein, natürlich kommt da auch emotional was ins spiel: es ist einfach schöner anzusehen (auch beim sex), wenn eine frau schön ist. aber mir kommt vor dass ich das sooo wichtig nehme... aber: andere männer haben auch schöne frauen, warum sollte ich 'nicht dürfen'. ich will da viel wettmachen durch die schönheit einer frau - das gefühl vielleicht, selber nicht schön zu sein (obwohl ich *weiß* im Kopf, nicht unbedingt hässlich zu sein)..

schön und gut, aber kann das alles sein? oder reduzier ich gerade beziehungen im nachhinein nur auf äußerlich sichtbare fakten, nur damit ich mich mit dem inneren gefühlschaos nicht beschäftigen muss? es ist oft leichter, sich mit äußerlichkeiten zu beschäftigen bzw. abzugeben - sie sind ja sichtbarer. mit innerlichkeiten beschäftigen - das würde viel mehr verlangen, nämlich sich auf einen menschen einzulassen. aber habe ich mich nicht total auf sie eingelassen? wollte ich sie nicht zur frau nehmen? wollte ich nicht kinder mit ihr, ihr meine zukunft schenken? doch das wollte ich, geblendet, abhängig oder einfach nur blind vor liebe (oder vielleicht gar nur Wut?).

wie man sieht, ich versuche dauernd diese beziehung einzuordnen, zu kategorisieren, damit ich sie ENDLICH ins regal stellen, abschließen kann. aber es gelingt mir nicht, weil sich so viele widersprüche auftun.

#22
liebes forumbuch,

liebe forummenschen,

heut ist mal wieder so einer dieser grauslichen tage, wo ich einfach nicht mehr weiß wo mir der kopf steht bzw. SIE mir nicht aus dem kopf gehen will.

das kommt so schubweise im abstand von einer woche oder so, da sind immer diese tage dabei, an welchen ich sie unbedingt kontaktieren möchte, mein kopf hundert versionen produziert, wie ich sie anschreiben soll, was ich ihr alles sagen möchte, dass ich sie unbedingt zurückhaben will, dass sie DIE frau schlechthin war..

es fällt mir dann so schwer, mich auf etwas anderes (zB die arbeit) zu konzentrieren, mein körper spielt vollkommen verrückt. ich hab seit der trennung vor 8 monaten immer wieder mal ohrenschmerzen, das hab ich noch nie in meinem leben gehabt. die kommen und gehen zirka im selben rythmus wie sie in meinen gedanken kommt und geht. psychosomatisch wird das ja so erklärt, dass man ohrenschmerzen bekommt, wenn man nicht hinhört, was die seele einem sagen will.. ok, aber ich KANN und WILL nicht hinhören darauf, auf diese stimme, die sagt ich will sie so sehr zurück. oder will mir meine seele etwas anderes sagen?

wie macht ihr dass denn, wenn ihr eine trennung hinter euch habt? dieses zurücksehen, das fällt mir so schwer, tut mir so weh. ich hab das gefühl, nie wieder eine frau so lieben zu können wie sie, dass ich mich nie wieder auf jemanden so einlassen kann, einfach weil es diese frau kein zweites mal gibt.

alles in meinem verstand, auch durch die therapie, durch gespräche mit freunden, familie, hundertmal alles durchgekaut, alles sagt: das ist besser so, blick nach vorne, leben geht weiter... für eigentlich alle um mich herum außer mir selber ist dieses thema schon 1000x durch. und ich habs selber schon so oft durch analysiert, durch gedacht, durch gefühlt, was will ich wieso warum woher wohin etc.. und jedesmal wünsche ich mir, dass es endlich besser wird, dass sie endlich langsam davon gleitet. und -zack- steht sie wieder vor meiner inneren türe, als ob ich nichts an verarbeitungsleistung vollbracht hätte.

ich red mir ja auch selber dauernd ein bzw. versuche zu verstehen, warum wir uns nicht gut getan haben. aber meine gefühle - wenn das überhaupt noch gefühle sind - sind mir ein rätsel.. warum kann ich nicht von dem gedanken ablassen, dass wir so gut zusammengepasst haben, dass alles eigentlich anders hätte kommen sollen, dass es mir alles erscheint wie ein kosmischer witz (ja kosmisch nicht komisch) dass wir uns verloren haben, so als ob das schicksal sagen will: so jetzt weißt auch amal wie dass ist, nicht nur aus büchern sondern am eigenen leib, liebe und der ganze rest kann dir alles andere versauen und zwar ordentlich.

so als ob es mir einfach nicht gegönnt worden wäre (von wem auch immer), genau die frau, die ich immer haben wollte, nicht (mehr) zu haben.

ich hab eine mords angst nie mehr jemanden kennenzulernen.. ich frag mich ja eh auch schon -und das auch hpts in der therapie- woher dieser wunsch überhaupt kommt, nicht alleine zu sein... aber wie mit allem, auch hier hilfts nur wenig, so kommts mir vor, zu wissen, zu verstehen warum.. weil gefühle lassen sich mit dem verstand kaum beeindrucken.

ich habe das gefühl, ich würde einfach alles liegen und stehen lassen für sie. und dabei sagen mir tausend stimmen das geht nicht, das darf man nicht, selbstaufgabe und so, ist die sache nicht wert, ist nicht richtig, das ist keine liebe, das ist.. ja was dann? warum würde ich ihr mein herz inkl. messer hinhalten wollen nur damit sie darin herumstochert, obwohl ich weiß wie weh das tut?

wie kann man so süchtig nach einem menschen sein, ist das sucht oder verliebt sein? eine bekannte psychologin meinte vor kurzem zu mir, liebe ist, wenn die pathologien zusammenpassen. na toll - dann haben unsere pathologien nahezu perfekt zusammengepasst und deswegen musste es scheitern. das ist drama von einem kaliber an dem ich jetzt selbst verzweifle.

ich möchte einfach loskommen von ihr, nicht mehr jeden verflixten tag an sie denken, von ihr träumen, eigentlich bei ihr sein wenn ich bei einer anderen frau bin. ich vergleiche ständig insgeheim andere frauen mit ihr, mit dem inhaltslosen ergebnis, dass natürlich keine so ist. wartet man hier auf eine bessere? kann man den anspruch überhaupt erheben, dass *immer etwas besseres* nachkommt? mir graust vor solchen gedanken, aber wie mir scheint wirds auf das hinauslaufen, was man ugs. so beschreibt: neue liebe heilt alte liebe. das kanns doch nicht sein?

so hier schnitt. ich hab ja schon ein paar mal hier reingeschrieben, antworten leider kaum erhalten. ich weiß nicht worans liegt, schreibe ich zuviel oder gibts keine antworten darauf?

#23
hallo,

du wirst sicher antworten bekommen - ich schreib ja schon :-)

ich würde mich ein bisschen kürzer halten in deinen texten - es ist schon ein bissi viel ;-)

ich möcht dir mal meine einstellung zu beziehungen schreiben.

egal ob eine entscheidung richtig oder falsch ist - aus allem kann man lernen.

viele dinge passieren ja damit man sich weiterentwickelt. du hast geschrieben, dass du eigentlich ein kopfmensch warst. gefühle sind aber sehr wichtig - und da meine ich alle gefühle: wut, zorn, traurigkeit, schmerz, liebe, angst....

mit all diesen gefühlen kommst du zur welt. wenn eines davon abhanden kommt, dann läuft man sozusagen nicht mehr "rund".

liebeskummer ist einer der schlimmsten arten von schmerz und jeder geht anders damit um - bei jedem dauert es verschieden lang.....

ich kann deine ängste verstehen und es tut mir leid dass du so langsam vorwärts kommst.

es gibt tolle bücher - vielleicht solltest du mal versuchen zu lesen. geh mal in einen laden und schau ob du was findest wo es um das loslassen geht. mir haben bücher schon oft geholfen - probier es mal ;-)

werde mich wieder melden - bis dahin - alles gute und liebe grüße

#24
alle muster, alle verhaltensweisen und 'strategien' stammen aus der kindheit.

schau dich dort um und lerne und dann kannst du von dort aus an dir weiterarbeiten.

alles liebe

#25
danke für eure antworten. sunshinesoni, ich werd mir den rat mit der kürze jetzt mal *sehr* zu herzen nehmen.

zum einen: ich les ja gerne über den vergangenen text (und offenbar hat sich hier ein admin die mühe gemacht und den alten thread hier reinkopiert - danke!) ... was ich mich selbst runter mach, mir wird zum teil fast schon schlecht dabei, so a la -hab das wirklich ich geschrieben?-.. ich mein ich kann mich schon in den zeilen erkennen, aber ich frag mich schon auch: ist DAS die mühe wirklich wert? so grundverkehrt bin i dann a wieder net.. mir kommts vor (und da sind wir von den im zweizeiler wunderbar kurz angesprochenen problem): das sind kindheitsstrategien.. selbst runter machen (da wären wir, wenns noch wer im kopf hat von den ersten paar beiträgen, bei dem sich schlecht fühlen müssen dafür dass man gefühlt anders ist als andere - schlecht machen damit man passt, dazugehört oder dazugehören darf).

zum bereit sein für eine neue beziehung: nein bin ich nicht, musste ich heute wieder mal schmerzhaft feststellen, ich habe einer neuen bekanntschaft gesagt dass es mir leid tut, ich sie aber nicht mehr treffen will. ich habs einfach *gefühlt* dass es nicht passt und auch nicht passend gemacht werden kann. nur die verantwortungsgefühle (ich darf ihr ja nicht weh tun..) habens schwer gemacht ihr zu sagen dass es für mich nicht geht. jaja wär ma auch wieder bei der kindheit: der mama tut man halt nicht weh, und auch wenn die erwachsene frau ja wohl selbst verantwortung für ihre gefühle übernehmen kann bzw. übernimmt.. die mama hat mir glernt dass *sie* das nicht kann.

ad bücher: ich hab in den letzten monaten bücher zu den themen coabhängigkeit, depressionen, familiensysteme, vaterbeziehungen, erwachsenwerden, bindungsunfähigkeit, job-perspektive-entwicklung etc. gelesen. mit bekanntem output, einiges steht ja hier schon drin. ein paar wesentliche "outcomes":

1. der papa geht mir ab. aber der kommt gefühlt irgendwie grad zur (bauch-) tür rein, das ist mal was sehr schönes :)

2. die *eine* beziehung war mehr krisenschaffer als krisenlösung. das darf ich nicht vergessen und mich in diesen romantischen erinnerungsbildern schwelgen.

3. beziehungen etc. lenken mich ab von meiner eigenen entwicklungs-anstrengung. vll. sollte ich dem einfach nicht mehr so viel stellenwert beimessen (söhr schwör..)

4. die jobbücher, die jobtests, die gespräche mit dem wirtschaftspsychologen.. im grunde sagen alle, der weg den du bis jetzt gangen bist passt gut zu dir, nur halt net zuviel erwarten, net zuviel zu schnell etc. ist halt so a sache.. mein umfeld lebt a anderes leben als ich (häuslbauen, kinder, fixer job etc..) - da dann zu dem stehen dass ma selber anders tickt.. da fragt ma oder da frag i mi scho oft: bin i so komisch? (das war jetzt mehr a rhetorische frage, keine ich-hätt-gern-mitleid ;)

5. arsch hochkriegen, aber nicht das gute, die vorstellung des perfekten wie den tyrannen vom berge herab regieren zu lassen.

@heartflower: noch mal zu deinen worten: das tue ich in der ..

jössas jetzt wollte ich schon fast beziehung schreiben.. ein freudscher verschreiber sozusagen :)

.. therapie meinte ich. das graben in die zeit vor 5, 6 jahren alter das ist mühselig weil da sind kaum erinnerungen. gut das macht aber auch nix, sind halt zarte pflänzchen die da jetzt (hoffentlich) hochgezogen werden.

na im wesentlichen gehts ma eh guat. i muss nur a bissl mehr schaun dass i meine eigenen grenzen zieh und einhalt. was ma gut tut tu ich, was nicht, dem wird 'nachgefühlt'

ihr forumsleit sats ganz liebe leut, wissts ihr des?

#26
hallo,

du bist ja auch ein netter :-)

lg

#27
zum bereit sein für eine neue beziehung: nein bin ich nicht, musste ich heute wieder mal schmerzhaft feststellen... [ganzer Absatz]
Ich find´s toll, dass du das festgestellt hast. :klatsch: Du machst es dir damit entschieden einfacher, über deine Beziehung drüber weg zu kommen. Wenn du dich jetzt auf eine Beziehung einlassen und dann feststellen würdest, dass es irgendwie doch nicht so ganz funktioniert, belastet dich das noch mehr, als dich das Ganze eh schon belastet.

Du schaffst das schon. :trost: Glaub mal! :trost: Durch dieses tiefe Tal, durch das du jetzt gehst, bin ich auch schon gegangen. Ich kenn das Gefühl, wenn man glaubt, dass alles um einen herum dunkel bleibt. Man glaubt, dass es immer so bleiben wird. :heulen:

Wird es aber nicht! Irgendwann, wenn du schon gar nicht mehr damit rechnest, wird wieder "Licht am Ende des Tunnels" (und es ist kein entgegenkommender Zug ;) ).

dieses zurücksehen, das fällt mir so schwer, tut mir so weh.
Das ist völlig normal. Aber sei dir gewiss: Wenn du alles überstanden hast und auf die Zeit zurückblickst, wirst du merken, dass du mit jedem Schmerz beim Erinnern auch ein Stück die Erinnerungen losgelassen hast. Dieses Erinnern muss sein. Dadurch geschiet das Lösen. Jedesmal, wenn die Erinnerungen kommen, wirst du feststellen, dass du dich schon wieder ein wenig entfernt hast. Aber das sind eben winzige Schritte und über einen langen Zeitraum.

Frag bitte nicht wie lange das dauern wird. Bei einer Beziehung hatte ich 6 (!) Jahre gebraucht, bis ich sagen konnte: "Ja, jetzt bin ich wieder bereit für eine Beziehung." Mach es also bitte nicht von einem Zeitraum abhängig.

Stell dir vor, du hast einen schweren Unfall gehabt. Der Heilungsprozess wird auch nicht geradlinig verlaufen. Da würdest du auch Rückschläge haben. Aber trotz aller Rückschläge würde es mit dir aufwärts gehen. Und so ist es mit deinen Gefühlen. Auch sie durchleben diesen Heilungsprozess.

Du schaffst das schon!!! :schmatz:

#28
Lieber Michael,

habe mich durch die langen Texte "gearbeitet" und möchte Dir als erstes sagen, dass ich es beeindruckend finde, wie selbstreflektierend Du mir Dir und der Situation umgehst. Mir scheint es, dass Du vom Kopf her vieles erkennst/weisst, aber es in Deinem Gefühl nicht unbedingt ankommen will.

Ich kenne das sehr gut!

Darf ich fragen, welche Art Therapie Du machst?

Ich frage deswegen, weil es - wie ich finde - eher körper- oder kopfgesteuerte Therapien gibt. Für Kopfmenschen, denen es an Reflektionsfähigkeit nicht mangelt, ist es m.E besser an dem Zugang zur Gefühlsseite zu arbeiten.

Viele liebe Grüsse

#29
Bah, bei dem was du im letzten Post geschrieben hast hab ich so das Gefühl gehabt den "Meinigen" der gar nicht der Meinige mehr ist wiederzuerkennen. Bloß dass der die ganzen erkenntnisse noch vor sich hat und sich zwischenzeitlich wieder auf mich eingelassen hatte, bevor er eben draufgekommen ist dass das doch nicht geht.

Lieber NeonXGenesis , ich finde deinen Weg gut, dein "Rückfälle" gehören wohl dazu und dass du das ganze aufarbeitest ist schwer und anstrengend aber es lohnt sich so unglaublich.

Ich hab mit 16 angefangen darüber zu reden was mir meine (besitzergreifende, mich mit ihrem Selbstmord bedrohende, saufende, mich als Partnerersatz missbrauchende, mir das Gefühl gebende ich sei nur was wert wenn ich einen "tollen" Mann an meiner Seite habe) Mutter angetan hat. Ich bin immer noch wütend wenn ich daran denke, aber ich weiß woher meine Schuldgefühle kommen, warum ich manchmal einen Kontroll Wahn hab und warum ich manchmal das Gefühl habe nicht genug geliebt zu werden. Aber ich habe diese Probleme immer seltener und immer schwächer. Es dauert. Es tut weh. Aber am Ende kann man mit den ganzen Verletzungen die einem passiert sind (egal ob Eltern oder Ex-Partner) wenn man sich dem ganzen stellt viel besser und leichter und erwachsener und unabhängiger verkraften.

#30
@tylli

ja stimmt schon - hat sich nicht richtig angefühlt und daher ist es besser die sache beendet zu haben bevor da ein murks rauskommt.

@lichtbrücke

ich mache eine gesprächstherapie, 2 stunden die woche (am stück) - das hat sich so eingespielt, weil ich meistens eine halbe stunde bis stunde brauch bis dass ich vom redestress mal runterkomm und dann kann erst gearbeitet werden. ich vertraue dem therapeuten sehr und schätze ihn. geh jetzt seit 1 1/2 jahren dahin, allerdings mit einer unterbrechnung von rund 9 monaten. themen sind zumeist beziehungen, familiensystem und soziale ängste. ich lese viel zu diesen themen, auch bücher die er mir empfiehlt. wir sprechen viel über die kindheit und angelernte muster, verhaltensweisen, bindungsängste, atmosphärische zustände, emotionale abhängigkeiten, selbstständigkeit und erwachsen werden (das wechselt sich in der regel ab) - das sind themen, welche 'kreisen'.. daneben gibts ein paar 'kernigere' themen, die eigentlich nebenbei ablaufen, wohl aber wichtiger sind, so scheints mir: vertrauensbasis, eigene verhaltensmuster anders bewerten lernen, sich zu einem menschen 'verbinden' können, und zwar nicht im kopf sondern emotional drauf einlassen.. manchmal habe ich auch meine zweifel ob das alles rein mit gesprächen und dem kopf lösbar ist, aber ich merke langfristig betrachtet einerseits, dass 'was weitergeht' (auch wenn ich nicht genau sagen kann was), und andererseits habe ich ein paar alternativen ausprobiert (familienstellen, schamanisches reisen, meditieren).. da komm ich nicht recht weiter bzw. kanns nicht so ernst nehmen, vielleicht habe ich mich aber auch noch nicht genug darum bemüht - open end.

was sind deine erfahrungen damit?

@irreVernunft

es tut mir leid dass dein verhältnis zur mutter so schlecht war/ist.

ich selbst hab ein etwas ambivalentes verhältnis zu ihr (falls die lichtbrücke noch mitliest: das ist etwas, wo in der therapie schon was 'weitergangen' ist).. ich bin ihr einerseits dankbar dafür was sie für mich getan hat und tut, andererseits finde ich, kurz formuliert, dass sie sich mehr und mehr aus meinem leben zurückziehen sollte (dh diese bemutterung ablegen wo geht). ich dräng sie inzwischen schon selbst sehr 'raus' aus meinem leben, lasse sie wenig daran teilhaben in wort und tat.. mir fällts auch schwer mit ihr einen emotionalen kontakt zu haben, sie ist selbst eher ein emotionaler eisklotz und ich habs lang genug probiert so scheint mir, eine verbindung aufzunehmen aber ohne großen erfolg (vielleicht such ich mir ja deswegen auch beziehungspartner die zwar begehrenswert aber emotional unerreichbar sind - toll nicht?). na jedenfalls: ambivalent. so wie wohl ich mich auch in beziehungen verhalte... ob sich dass jemals ändern wird? ich hoffe stark..

noch ein kurzes 'update' zu meiner situation; ich machs kurz :)

ich hatte gestern ein altes video aus der zeit eben dieser einen beziehung gefunden.. zufällig beim festplatten ausmisten (ja, wirklich!). auf dem video ist sie betrunken, ich habs gefilmt weil ich so einen hass hatte. war ein mega streit an diesem abend, ganz schön unschön.

na jedenfalls hab ich mir das video angeschaut, und es hat nicht wut gefühle ausgelöst, sondern ich habe mich zum ersten mal geschämt dafür, dass ich sie so 'vorgeführt' habe. ich hatte das bedürfnis ihr das mitzuteilen und habe ihr eine email geschrieben, in welcher ich mich dafür entschuldigt habe, sie ständig 'zum trottel' gemacht zu haben.. was ich auch tat, aus eifersucht, zorn und angst sie zu verlieren, oder einfach aus angst, mich in ihr zu verlieren.. auch wenn die gründe mich dazu gebracht haben, rückwirkend betrachtet: es war nicht richtig.

na jedenfalls, ich habs ihr geschrieben und mir gehts besser. sie hat kurz geantwortet, ja danke meinte sie, es ginge ihr dadurch auch besser.

bin zwar heute dann doch wieder in eine eher wehmütige stimmung verfallen, aber im grunde empfinde ich richtig, dass ich ihr das geschrieben habe.

langsam gehts durchs tal der tränen..

bearbeitet #31
du klingst wie mein paps, sehr intelligent und der gleiche schreibstil.

es ist schwer mit den gefühlen.

es ist schwer sich selbst und seiner familie zu vergeben.

jede familie hat seine geschichten.

es ist schwer nach vergebung zu fragen.

aber man kann es schaffen, wenn er wunsch nach dem glücklichsein groß genug ist, und es ist leicht, wenn man es sich selbst nicht so schwer macht.

du hast es geschafft. einen schritt weiter.

die therapie scheint zu helfen, vielleicht erkundigst du dich neben der vergangenheit auch über deine zukunft, quasi schon mal vorsichtig schauen, wo du hinwillst. da gibt es auch bücher, lass dich inspirieren.

ansonsten vergiss nicht neben dem wissenfuttern auch das fühlen, das erLEBEN.

alles liebe

edit: und zum thema anders-sein: ich sage immer "ich bin verrückt und ihr wisst dass ich euch alle lieb habe", einfach drüber lachen und dich selbst nicht dran stören. hautpsache, die liebe (herzlichkeit) ist da, dann stört das auch keinen anderen.

#32
lieber michael,

ich schaue hier nur dann und wann rein, bin also kein regelmäßiger forumbesucher. ich habe schon sehr lange keinen so interessanten beitrag wie den deinen gelesen. viele deiner eigenschaften habe ich bei meinem partner gesucht und gefunden. ich mag keine harmoniesucht. mag es, wenn einer die dinge auf den punkt bringt, so wie du. ich habe den restlichen thread nicht mehr verfolgt, weil ich spontan auf deine vorstellungsgeschichte reagieren wollte. du bist so selbstreflektiert und kopflastig, dass du dich damit eher blockierst. offensichtlich hatte deine partnerin sehr viel größere probleme als du. ich sag´s mal ganz hart, freu dich darüber, dass sie den bequemen weg der selbstbestätigung und des selbstbetrugs gewählt hat. es hat nichts mit dir zu tun. vermutlich spiegelst du ihr zu hart, wie sie ist und kann damit nicht umgehen. du bist besonders....intelligent, sensibel, begabt. das haben nicht nur deine eltern, lehrer erkannt. nimm es an und freue dich darüber. du hast keinen grund das negative derart hervorzuheben. mich wundert auch nicht, dass du keinen mentor oder kein vorbild findest, es ist sehr schwer solche menschen zu finden. einer meiner vorbilder war ein onkel, er ist leider verstorben. eigentlich auch mein partner, von dem ich mich nun getrennt habe, weil unser zusammensein ungesunde sprich sehr neurotische verhaltensmuster angenommen hat, abgesehen von seiner krankhaften eifersucht. er erinnert mich aber was die positiven seiten angeht, sehr an dich. intelligent, dialogfähig, selbstreflektiert und keinem konflikt aus dem weg gehend. ich war ihm etwas zu harmoniesüchtig - dem kann ich zustimmen und habe gelernt, meine bedürfnisse auch über konflikte zu erklären und durchzusetzen. aber es geht hier nicht um mich. ich glaube nicht, dass dich eine partnerin stabilisieren kann - ich denke, dass es wichtig ist, dass du das allein schaffst. und das kannst du. da besteht kein zweifel.

Diese ‚Freiheit’ und der Erfahrungsreichtum, um die mich vielleicht einige Menschen beneiden würden, bezahle ich mit einem Preis der mir zu schmerzhaft ist. Dabei blicke ich auf Freunde und Bekannte, die heiraten, Kinder haben, ein regelmäßiges Einkommen, Freunde, Hobbies, ein Haus bauen, etc... und bekomme den Eindruck, selbst nichts davon fertig zu bringen.

tausche nicht mit jenen, die sich etwas materielles schaffen, es ist zudem eine trügerische stabilität. du bist so jung, kannst noch ? häuser bauen, familie gründen, jobs wechseln, ausbildungen machen.... du hast noch alles vor dir, michael! wozu die hast und eile? ist man in deutschland mit 28 ohne eigenheim schon ein versager? lass dir doch von der gesellschaft nicht solche wertigkeiten aufschwatzen? ich habe mit 28 noch studiert und gleichzeitig gejobt. es war mir egal. ich finde deine selbstanalyse beachtlich und ich wünsche dir viel gelassenheit und kraft, dich von deiner exfreundin zu distanzieren. es bringt deine entwicklung weiter.

alles gute

filomena

#33
liebes forum,

heute ist mal wieder einer dieser ganz beschiss***n tage. es geht mir seit gestern schlecht und ich komm und komm einfach nicht raus, meine gedanken drehen sich im kreis und ich komm einfach nicht davon los.

um was drehen sie sich? natürlich um SIE, was auch sonst. ich möchte ihr schreiben, ihr sagen dass ich sie so gern zurück haben möchte, dass sie die einzige frau ist die in mir diese gefühle geweckt hat... ich wein herum, und selbst wenn ich versuch mir vor augen zu führen dass das alles keinen sinn mehr hat und besser so ist, die quälenden gedanken hören einfach nicht auf. da kann ich noch so oft im stillen zu mir sagen STOPP.

jetzt, was wünsch ich mir denn? ich komm einfach nicht drauf, warum ich DIE so will. nach all dem hin und her und selbst wo sie mich in den wind geschossen hat und keinerlei anzeichen dafür zeigt, dass da noch irgendwas ist für sie.. und ich das wollknäuel der 'liebe' schon hundertmal aufgerollt habe und die fäden versucht habe zu verstehen - sprich dem rätsel auf die spur zu kommen und damit abzuschließen.. es HÖRT nicht auf und mich gehts schon so an, wie mich das Tag für Tag runterzieht. ich verstehs einfach nicht mehr.

ich mein, es ist mir schon bewusst (so halbwegs zumindest), wann diese gefühle ganz stark hochkommen: wenn irgendwas mit ihr im zusammenhang steht (was leider immer wieder mal passiert, sei es weils wer zur sprache bringt, oder ich wie letztens beruflich in die unmittelbare nähe ihrer heimat muss).. oder wenn ich mich einsam fühle, oder das gefühl bekomme, nichts weiter zu bringen.. oder 'sozial' nicht gebraucht zu werden (obwohl ich so viel kontakt zu freunden hab, eigentlich jeden tag mehr als genug).. ja und wenn ich mich wieder danach sehn, jemanden zum halten und anlehnen und zur nähe haben möchte.. nicht jemanden, ich sehn mich da so nach ihr.. wohl weils bisher meine beste erfahrung dahingehend war - so fühlt es sich in der erinnerung an - und dann sollte es doch die schlimmste beziehung meines bisherigen lebens sein? wie kann das sein? wie kann sich etwas so richtig angefühlt haben und doch so falsch gewesen sein? ich verzweifle noch an dieser dissonanz..

es ist schon komisch: wenn ich drüber schreib (so wie jetzt gerade), dann erscheinen die dinge in einem ganz anderen licht; schreib ich nicht sondern versuch mich zu beschäftigen (sprich arbeiten oder rausgehen oder freunde etc.) dann plagen mich die gedanken, ich denk andauernd an sie, vom aufwachen bis ins bett gehen, tag für tag und dass seit 8 monaten. wenn ich drüber schreib dann kommt mir die ganze geschichte fremd und absurd vor, wenn ich nur dalieg und an sie denk dann verbrenn ich in so einer wehmut..

ich will einfach dass das irgendwann endlich mal aufhört. es kann einfach keine lösung sein dass ich ihr so nachtrauere, damit werd ich nie mehr frei und loskommen. und ein zurück gibt es nicht, dass wird einerseits von ihr blockiert und andererseits glaube ich nicht dass das mir oder ihr in irgendeiner weise gut täte.. so eine blöde dissonanz, wie kann das so gegenüberstehen.

ich fühle mich ratlos und möchte in ihre arme flüchten.. immer wieder.. auch wenn ich noch so versuch mich aufzurichten, blick in die zukunft, veränderung, positiv etc.. wäh

setz mich wieder zur arbeit, vielleicht regt sich heut noch irgendwas

ps: und ich weiß, die leier ist wohl immer wieder dieselbe.. aber wo soll ich hin damit? zu ihr kann ich damit nicht, meine eltern verstehens nicht mehr, ich auch nicht.. wohin damit? hab keinen integrierten kopfmistkübel für gefühlsliebeschaos

#34
boah, ich packs einfach gar nicht. der drang ist soo stark dass ich ihr schreibe, ganz einfach dass ich sie zurückhaben will. es ist, als ob ich überhaupt keine chance hätte mich gegen diesen impuls zu wehren, ich wünsch mir dass so sehr???? wtf??? ich weiß nicht.. mir scheint ich rechtfertige es vor mir so a la 'wenn ich es nicht probiert hätte..' es ist wie als ob ich das machen MÜSSTE, auch wenn ich sicher bin dass es nichts bringt. dass sie mir antworten wird 'leider, nein, schlechte idee, da ist nix mehr' was zum teufel ist es, dass ich trotz allen sie zurückhaben möchte? dass es nicht auslässt, dass es mich nervös macht, traurig, dass ich weine, weine weine. ja es *gibt* diese rückfälle, aber ist es ein rückfall wenns ein dauerzustand ist? ich kanns nicht mehr erklären.. es ist wie eine sich verselbstständigte stimme in meinem kopf. nicht das ich wahnsinnig wäre.. es ist, als ob ich es einfach wissen müsste, wissen was da los ist, wissen ob ich und sie noch eine chance hätten..

#35
Lieber Michael,

ohhh, ich kann Dich so gut verstehen!! Solche Tage gibt es (leider) immer wieder und man hat irgendwie das Gefühl, dass es keinen Fortschritt gibt. Auch wenn die Fortschritte nur klein sind, so sind sie doch da. Dein Gefühl wird diese kleinen Veränderungen bestimmt wahrnehmen. Es sind nur Nuancen, die sich verändern! Aber ich weiss, manchmal ist es zum Verzweifeln - weil es auch so viel Kraft kostet.

Ich nehme mir an den Wochenenden manchmal ein paar Stunden zum Trauern. Dann denke ich an die schönen Stunden mit ihm, schaue mir die Bilder vom Urlaub an und ergehe mich in Trauer. Danach habe ich das Gefühl, dass ich wieder ein klitzekleines Stückchen mehr losgelassen habe. Wie gesagt, es sind nur Nuancen - aber die Tage ohne Tränen sind sehr viel häufiger geworden.

Kannst Du spüren, dass sich in den 8 Monaten etwas verändert hat? Die Trauer sich anders anfühlt? Die Wut (wenn Du sie hast / hattest) sich anders anfühlt?

Ich möchte auch nochmals auf Deine Therapie zurückkommen - ich finde es super, dass Du regelmässig zur Gesprächstherapie gehst und ich denke, dass soetwas - um sich Dinge bewusst zu machen - wirklich helfen kann. Ich persönlich - auch eher verkopft - habe die Erfahrung gemacht, dass es mir nur zu einem gewissen Grade weitergeholfen hat. Hatte etliche Bücher gelesen und war super im Analysieren meiner eigenen Geschichte ... hatte schon alles irgendwie durchdacht. Das Blöde war nur, dass es niemals zu meinem Gefühl durchgedrungen ist. Irgendwann habe ich die Gestalttherapie gefunden und muss sagen, dass ich damit endlich den Weg aus dem Kopf zum Gefühl gefunden habe. Das klappt auch nicht in jeder Sitzung - aber es hilft mir viel mehr als NUR das Gespräch. Jeder Mensch ist unterschiedlich und ob es etwas für Dich sein könnte, weiss ich nicht, aber vielleicht kannst Du neben der Gesprächstherapie noch etwas Anderes - eher auf der Gefühlsebene - ausprobieren.

Ich schicke Dir in Gedanken viel Kraft!!!!

Liebe Grüsse

#36
loslassen kann man nicht von einen tag auf den anderen. du bist noch zu sehr hin-und hergerissen. willst nicht zurück, willst aber wissen ob nicht doch eine chance...

trau dich, dich zu entscheiden und diesen weg unbeiirt zu gehen... dann gelangt man auch mit sicherheit auf den pfad der klarheit und befreiung.

alles liebe

edit: den gedanken von lichtbrücke finde ich gut, mit der gefühlsebene.

#37
hey,

erstens: danke für die lieben beiträge - ich kann damit wirklich gut was anfangen! kurz antworten dazu:

@heartflower: zukunft - ich habe mir dieses jahr eine auszeit genommen, einfach um genau diese themen abzustecken. ich denke das hat auch gut was gebracht, perspektiven sind wieder da. der weg ist zwar noch steinig, aber ich seh ihn schon wieder :)

wissensfuttern - das wurde mir in der therapie schon bewusst.. ZZt schleifts ein bissl, dh die letzten Tage, berufsbedingt. Aber grundsätzlich gehe ich dem schon weit mehr nach als früher (sprich wieder unter Leute, Theater spielen, Sport, einfach Dinge die mein Körper oder Herz braucht.. aber jetzt brauch ich auch mal wieder Arbeit, sprich Kopf).

hauptsache die Liebe - 100% Zustimmung. Schwierig wirds für mich nur, wenn diese Liebe nicht verstanden wird - wenn ich sie versuche entgegen zu bringen und sie abgeblockt wird (und damit meine ich nicht speziell Frauen an denen ich interessiert bin) - ich möchts halt jedem recht machen und nimms dann auf mich wenns nicht klappt.. Fehler ;) wird schon werden

@filomena: danke, dein beitrag hat mich recht erwischt. weißt du es ist nicht einfach, wenn man immer wieder ins eck 'intelligent, sensibel, begabt' gestellt wird - ich bin innerlich 'mehr' und möchte dass Menschen das auch an mir erkennen (das passt gut zu heartflowers Worten zum Thema Liebe 'versprühen'). aber im grunde gibt es mir auch Selbstbewusstsein, dieses Bild dass ich offenbar nach außen vertrete - selbst fällts mir manchmal schwer dran zu glauben.

- zu hart zu ihr: da mag ordentlich was dran sein, ich glaub das hat sie nie verkraftet (und ander leute glaub ich mögen das an mir auch nicht, nicht alle aber viele) dass ich sowas wie ein spiegel bin, direkt und ohne ein blatt vor den mund zu nehmen. manche sagen: super sache, viele wenden sich aber ab. sie hat offenbar 3 jahre gebraucht, mich als mentor, als moralische instanz, und dann wurde es ihr zu eng und sie musste davon laufen. manchmal bring ich das auch mit ihrem vater in zusammenhang, der nie für sie da war und sehr intelligent, freiheitsliebend (mit anderen worten: bindungsunfähig) - und jetzt geht sie her und muss eben diesem typus mann immer wieder den kopf 'abschlagen'... schade für sie.

- stabilisieren: ich wollte sie oft erziehen, einfach weils mich so geärgert hat wie wenig sie verantwortung übernehmen kann, für sich und die dinge die sie tut - es hat mich irrsinnig geärgert (das kenn ich von meiner mutter, die selbst oft so kindisch ist).. muster über muster die sich eingeschliffen haben.. da MUSS man sensibel werden damit man diese versteckten mechanismen überhaupt erkennt. aber es ist mir nicht gelungen.. einfach weils auch unmöglich ist bzw nicht meine aufgabe.. ihre bindungsangst ist nicht meine (ich habe auch welche, dazu nachher vielleicht noch)

- nicht tauschen: das gefühl stellt sich schön langsam auch wieder ein.. mein leben passt schon so und wird gut verlaufen.. selbstwertgefühl war hat lange am boden und fängt sich langsam wieder. damit mein ich auch, beruflich wieder perspektiven zu entwickeln, auf menschen offen zuzugehen.

danke für deine worte nochmals, haben sehr gut getan!

@lichtbrücke

Trauer - ja, denn die kurzen Phasen, in welchen es wieder schlimm wird, sind kürzer, zwar sehr schmerzhaft, aber sie erinnern mich auch immer wieder dran, warum es eigentlich nicht ging bzw. keinen sinn mehr hat bzw. mir nicht gut tut. so wie du das beschreibst, so kommts mir auch vor (bilder anschauen, vergessen, ein stückchen mehr loslassen). ich brauch halt dazu auch immer wieder eine erklärung, entweder von mir selbst, oder aus einem buch, oder von außen (Freunde, Forum :) - sonst leg ich gern eine rosa Brille über die Vergangenheit und seh ALLES positiv.. obwohl nur EINIGES positiv war.

Therapie - ich werd darüber mal intensiv nachdenken bzw dem nachgehen - wir hatten in der Therapie auch mal Gestaltsmäßig gearbeitet, auch die Familienaufstellung ist ja in die Richtung Gestalttherapie.. und ja es hat einen Eindruck bei mir hinterlassen. Wenn ich jetzt wieder nach Wien zieh, werd ich mir dort in diese Richtung (auch) was suchen. Guter Ansatz, aber dazu muss auch gesagt werden: mein Therapeut kommt mir so vielschichtig, so weise und liebevoll vor, durch den kann ich schon einen Haufen Emotionen 'nachfühlen' und anders bewerten - wie schon einmal geschrieben, das eigentliche Gespräch läuft da unter der Kategorie 'nebenbei' - mir tuts gut einen erwachsenen, gebildeteten und einfühlsamen MANN zu kennen .. glaub den hab ich mir damals nicht ohne Grund gleich ausgesucht bzw symphatisch gefunden :)

so. das mal zu euren beiträgen.

kurz noch zu mir: ich habs wieder mal beobachtet - die ganze Gefühlslage ihr gegenüber kommt eigentlich immer dann ins Kippen, wenn ich mich (a) einsam, ( B) geil oder (c - am schlimmsten) ungerecht behandelt fühle. offenbar ist es mir ein bedürfnis, dass ich von ihr auch höre, dass sie nicht richtig gehandelt hat. ich habe ihr das zu meinen beiträgen schon oft gesagt, dass es mir leid tut - von ihr kommt dann immer nur ein: DANKE, aber mehr nicht (also nie: ja toll, und ich habe auch was falsch gemacht, und Frieden). sie kanns einfach nicht, sie kann keine verantwortung übernehmen, sich keiner schuld bewusst sein (deswegen habe ich sie ja auch oft mit Vorwürfen konfrontiert, ihr gesagt sie sei Schuld etc einfach weil die Einsicht aber sowas von gar nie da war). Naja. Muss ich wohl akzeptieren dass ihre einzige Reaktion ist, mir die Schuld in die Schuhe zu schieben, auch nachher noch.

ich muss wohl dran arbeiten, mich nicht rechtfertigen, entschuldigen, 'gerade stellen' zu wollen.. sondern auch mal akzeptieren wie die dinge sind (fällt mir seeeeehr schwer). bin ein gebrandmarktes kind wenns darum geht, sich ungerecht behandelt zu fühlen - und sobald das in irgendeiner art und weise passiert (auch in der arbeit) reagiere ich mörder sensibel und geh auf die barrikaden.. dass das kein außenstehender versteht, klar. und auch wenn ich im recht sein sollte, und sie eigentlich sich auch entschuldigen müsste, es ist egal - es wird nicht kommen von ihr. mir tuts weh, das gefühl, dass ich alles falsch gemacht hätte (auch wenns net so is).. und es würd so helfen dass aus ihrem mund zu hören.. aber sie TUT ES NICHT. und warum ärgert mich das so? Ungerechtigkeit.. ich glaub ich müsst Richter werden :)

zu meinen bindungsängsten schreib ich später/ein ander mal, ist eh schon wieder so viel text :)

wünsche ein schönes Wochenende allen hier!

#38
wie ich schon sagte wie mein paps... muss immer drauf pochen, korrigieren, richtig stellen, erziehen etc. ;) hat aber alles seinen vor-und nachteil.

jetzt ist er inzwischen lockerer drauf, was nicht nur den menschen um ihn herum sondern vorallem ihm selbst hilft. eben weil sich dann nicht mehr so viele von ihm abwenden. von ihm hab ich wohl auch den großen gerechtigkeitssinn :rolleyes:

nach außen sieht er sich wohl auch nicht als das wofür andere ihn halten und liebe zu kommunizieren sodass andere es verstehen fällt ihm wohl auch schwer.

das nennt man umgangssprachlich emotionen zeigen ;)

lockerheit ist wohl das stichwort. du steckst so viel energie rein und am ende wirst du nur enttäuscht. widme dich denen die auf deiner länge sind und nimm alles ein wenig leichter (aber nicht sarkastisch oder zynisch wie mein paps mal ;) ). hoffe, das könnte helfen. alles liebe

#39
Ja, das geht mir auch häufig so. Wenn ich daheim so ganz allein bin und dann alles rosarot male, brauche ich auch erst einmal wieder Input von aussen. Dann komme ich wieder in die Realität und kann auch wieder die negativen Seiten der Beziehung erkennen. Wie gesagt, dass mit Deinem Therapeuten finde ich klasse und es ist sehr wichtig, dass man sich genauso so aufgehoben in der Therapie fühlt, wie Du es tust.

Auch Dein Bedürfnis von ihr etwas Bestimmtes zu hören / lesen kann ich nachvollziehen - das habe ich auch. Und es zieht mich dann immer wieder runter, wenn ich eine gefühlskalte und "geschäftich anmutende" Antwort bekomme. Dann lieber gar keine Antwort als eine solche, denke ich mir und vermeide es etwas von mir zu schreiben. Es tut nur unnötig weh. Obwohl ich es auch als Kontrollinstrument immer mal wieder nutze ... um zu schauen, ob und wie es mich umhaut. Inwieweit sich das Gefühl wieder geändert hat ...den Fortschritt - der sich manchmal wie ein Rückschritt anfühlt, aber doch ein Fortschritt ist - zu spüren!

Und schön zu lesen, dass Du tief in Deinem Herzen merkst, dass sich bei Dir alles wieder stabilisiert :-) ... das ist das Wichtigste, die Basis. Von dort aus, wird es - mal langsam und manchmal schneller - nach vorne gehen!!

Ein schönes Wochenende und liebe Grüsse

#40
.....offenbar ist es mir ein bedürfnis, dass ich von ihr auch höre, dass sie nicht richtig gehandelt hat.
fordere doch nicht etwas ein, dass sie gar nicht in der lage ist zu geben. das liegt doch auf der hand, dass es niemals einer allein gewesen sein kann, der schuld hat. wieso forderst du also dieses geständnis ein, wenn sie offensichtlich so wenig selbstreflektiert und selbstkritisch ist, dazu einen konstruktiven beitrag zu liefern. es ist irgendwie vergebliche liebesmüh.

was mich aber noch viel stärker berührt oder mit meiner eigenen geschichte gleich schaltet, ist die tatsache, dass trotz aller vernunft unser hirn völlig ausschaltet, sobald wir uns einsam, geil oder ungerecht behandelt fühlen (davon treffen bei mir allerdings nur ersteres und zweiteres zu). dann ist der partner plötzlich wieder der wunderbarste und einzige mensch mit dem wir uns vertrautheit und nähe wünschen. ist doch vollkommen bescheuert, oder? es gab jedes mal eine riesen szene, wenn ich wieder mal zu meinen kindern und exmann gefahren bin, war durch die wohnsituation nicht anders machbar (war aber ein geteiltes Wohnhaus). dann war absolute funkstille zwischen uns und nach wenigen tagen, bin ich vor sehnsucht fast vergangen obwohl ich mir geschworen hatte, nie mehr solch einen terror auf mich zu nehmen. war wieder völlig umprogrammiert. jedesmal wenn mich dann die sehnsucht nach ihm wieder völlig zerfressen hatte, schauten mich die wenigen freunde, denen ich mich anvertraut hatten, sehr verwundert an und erinnerten mich an sehr schmerzhafte situationen mit ihm, die sein krankes verhalten zeigten.

warum springt unser schmerzgedächtnis nicht an, wenn wir uns trennen, weil es nicht zusammen passt?

warum kommt dann dieser weichzeichner ins spiel. warum diese schönfärberei und mitunter ein "krankhaftes festhalten" an eine nicht funktionierende partnerschaft. ich war sonst nicht so inkonsequent in meinem leben. ich übe nun seit 2 jahren, mich von ihm zu trennen. jetzt ist es so, dass ich mich schon sehr weit von ihm distanziert habe, aber es war ein langer weg. und ich leide immer noch, als hätte ich einen über alles geliebten menschen verloren, dabei war ich diejenige, die sich trennte.

ich wünsche dir, heartflower und lichbrücke viel kraft und klarheit

filo

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