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Kummer und Gleichgültigkeit

45 Antworten5'442 AufrufeGestartet von neonxgenesis ·

#41
und danke für die antworten.

zum thema richtigstellen, ich möchte dazu ein paar zeilen schreiben, warums so wehtut manchmal (und heute wieder).

sie hat mir weihnachten vergangenes jahr eine karte geschrieben: 'auf dass wir alle verbleibenden weihnachten miteinander feiern'.

sie hat mir an dem tag im februar, an welchem sie in der nacht im rausch den neuen typen kennengelernt und gleich mit ihm mitgangen ist, am nachmittag folgende worte gesagt - wir hatten ein gespräch weil ich es nicht so gut fand dass sie mit dieser 'partie' fortgeht (ich kannte die typen ein bisschen und wusste, dass die gerne viel trinken): 'du bist der mann den ich liebe, ich möchte nur mit dir zusammensein' etc.

dann geht sie fort, sauft sich an, geht mit dem mit, klinkt sich ohne irgendein schuldgefühl aus der beziehung aus und meint im nachhinein 'ich wollte dich niemals haben' ; 'ich habe dich schon lange nicht mehr geliebt' 'ich würde nur aus mitleid mit dir zusammenbleiben'

und nach der 'trennung', welche ja ICH durchführen 'durfte' weil sie es nicht konnte, heisst es von ihr: 'ich träume, dass ich zu dir zurückkomme, dann aber wieder weg will und nicht mehr zu dem anderen zurück kann'.

ich überspitz das jetzt nicht: das sind O-Ton die worte, die gefallen sind.

wisst ihr, das problem ist, ich habe an diese liebe GEGLAUBT. ich habe dran geglaubt dass ich sie liebe, und das sie mich liebt. ich habe immer wieder darauf vertraut, dass das, was sie sagt, stimmt, dass sie das auch so meint wie sie es sagt. es ist so hart, was sie gesagt hat, und es ist so hart, zu akzeptieren, dass das lügen waren, nicht mehr als ein emotionaler gefühlssau(f)haufen, oder vielleicht gar kein zugang zu den eigenen echten gefühlen, welches solche sätze quasi aus dem nirgendwo her auftauchen und wieder abtauchen lässt - so als wenn sie eigentlich nie wüsste, was für sie eigentlich stimmt, woran sie eigentlich glaubt.

schön dazu passt (also zu dem glauben), dass sie kurz nach der trennung aus der kirche ausgetreten ist. ich sage jetzt nicht - und ich bin selbst der kirche gegenüber kritisch eingestellt - man muss/soll in die kirche gehen - nein. aber ich habe für mich dieses jahr auch entdeckt, was spiritualität bedeutet. was es bedeutet, dingen zu vertrauen und daran zu glauben und wie wichtig das ist. dass man das, was andere leute vielleicht als gott bezeichnen, in wahrheit man selbst ist und in sich trägt.

kurzum: der 'frauenhass', welcher immer wieder mal in mir hochkommt (und jetzt bin ich beim reflexiven teil, was die oben beschriebene handlungsweise für mich bedeutet), und auch dieses ungerecht behandeln gefühl, das nährt sich genau aus diesen quellen: aus dieser dissonanz zwischen gesagtem, gemeinten und getanen. warum macht ein mensch so etwas.

warum gibt er einem anderen menschen das gefühl, ihn zu lieben, und sticht ihm gleichzeitig das messer ins herz. reiner egoismus?

ich weiß nicht, was ich davon (von der liebe) noch halten soll. so sehr ich sie mir wünsche (sprich einen partner den ich liebe und der mich liebt), so sehr merke ich, wie abstoßend und vorurteilsbehaftet ich das SEHE, was passiert.

ich weiß, die oben genannten sätze soll ich nicht persönlich nehmen - es ist *nicht* mehr gegen mich gerichtet gewesen, nein, es war ihr 'problem', ihr gefühlschaos.

aber was heisst das konkret für mich in der zukunft? ich kann mir nicht vorstellen, jemanden nochmals zu vertrauen, ihr das vertrauen entgegenbringen, dass sie die liebe so meint, wie sie es sagt. aber genau da ist der hund begraben, genau da fängt der teufelskreis an: wenn man nicht auf die liebe vertraut, dann kann sie auch nicht wachsen - womit ich in einer neuen beziehung genau den grundstein legen würde, welcher wieder zum drama führt: dass nie 'richtige' liebe draus werden wird, wenn ich sie nicht zulassen kann.

aber wie soll man etwas zulassen, von dem man schon vorher weiß, wie grausam so etwas ablaufen kann. wie soll man blind vertrauen (ich neige ja gerne dazu, dinge 'von oben und außen' zu betrachten) wenn man das gefühl hat, gerade dieses blinde vertrauen macht einen zum 'opfer'?

eine kurze andere geschichte noch, die mir gestern mit meiner mutter widerfahren ist, und mich nachdenklich stimmt: ich hatte kurz mit ihr geredet (viel reden ist nicht drin, sie kann über gefühle nicht reden), ich habe ihr gesagt dass es mir nach wie vor so weh tut, dass mich meine ex so ungerecht behandelt hat. ich habe meiner mutter erzählt, dass ich meiner ex eine nachricht geschrieben habe, in welcher ich mich entschuldigt habe für die dinge die ich ihr angetan habe, und dass ich wohl vergebens drauf warte, dass ich von ihr eine ähnliche nachricht erhalte - nein, dass meine ex im gegenteil sich keiner schuld bewusst ist und mir den schwarzen peter zuschiebt.

gut soweit. dann fängt meine mutter an, sich drüber aufzuregen, wie dumm meine ex ist, und dass sie das 'nicht kann' und ich nichts von ihr erwarten soll. gut denke ich, stimmt. dann erzählt mir meine mutter von ihrem exfreund, und dass der sich auch bei ihr im nachhinein irgendwann entschuldigt hätte für all die dinge die er falsch gemacht hat. gut denke ich, ich kannte den typen auch, hat mich selbst ein bisschen gewundert dass der soweit war das zu tun, sich zu entschuldigen, zu bedauern. und dann frage ich sie, ob sie dass den auch getan hätte bei ihm, und da kam die bombe: nein wieso meinte sie, sie hätte (also meine mutter), sie hätte ja nichts falsch gemacht, sie ist sich keiner schuld bewusst. er war das *********.

ich habe dazu nichts mehr gesagt. ich war nur schockiert darüber, dass sie im selben atemzug das verhalten meiner ex scheisse findet, und gleichzeitig sich selbst genauso scheisse verhält (ich habe die beziehung zwischen ihr und ihrem ex etwas miterlebt und muss sagen, ja sie hat auch ordentlich ihren teil beigetragen - so wie das halt ist in beziehungen, es gehören immer zwei dazu).

ich frage mich, wie kann ein mensch so sein? wie kann ein mensch sich so als opfer fühlen dass er komplett blind wird für die eigenen fehler?

wir sind niemals opfer, immer täter. auch wenn wir das sooo nicht wahrhaben wollen. es ist ein graus, dass viele menschen das nicht begreifen und sich in der opferrolle suhlen, nur um selbst nicht verantwortung übernehmen zu müssen.

ich denke das wäre was was man kindern schon in der schule beibringen müsste: dass jeder verantwortung für sein handeln trägt.

so ich hör jetzt auf :) aber diese gedanken gingen mir heute beim aufwachen durch den kopf und ich muss sie niederschreiben.

liebe grüße ans forum!

#42
zu dem vorhin geschriebenen:

fühle ich mich selbst als opfer auf der suche nach jemanden, die mir sagt dass sie mich liebt?

weil ich es bei ihr so störend empfinde - kann ich selbst für mich keine verantwortung übernehmen, geschweige denn für jemand anders?

heisst es, sein handeln vor sich selbst rechtfertigen zu können, im einklang mit den eigenen überzeugungen, unter berücksichtigung der auswirkungen des eigenen handelns auf andere menschen, unter miteinbeziehung der eigenen ambivalenz mit welcher man entscheidet?

mitgefühl, geboren aus der bewusstheit um die eigene fehlbarkeit, den eigenen makel im selbstverantwortlichen handeln?

wie weit bin ich selbst, wenn es mich so an anderen stört?

#43
hallo forum :)

hallo mein beitrag,

es ist jetzt fast ein jahr her, meine geschichte. sie plagt mich dennoch noch durch den tag. ich versteh es nicht mehr ganz warum diese gefühle nicht weggehen wollen. es ist eine mischung aus angst vor beziehungen und verzweiflung gleichzeitig, 'keine' mehr zu finden. ok vielleicht sagt man jetzt ich bin noch nicht so weit. aber ich frag mich schon - wie kann ein mensch das leben eines anderen so durcheinander bringen.. ich wünsch mir so dass ich endlich emotional drüber weg komme.. dass ich nicht mehr so viel an sie denken muss (freiwillig ist das nicht..).

wir hatten vor einigen wochen ein 'aussprache' telefonat, haben 3h telefoniert. sie sieht das ganze ganz anders als ich. es war zwar ein herzzerreissendes gespräch, ich denk auch für sie, alte erinnerungen wurde wach. mir kam das alles in allem so vor, als ob ich mir fast ausschließlich die positiven erinnerungen merke(n) kann, wohingegen sie sich fast nur die negativen dinge merkte, was es, wie ich im gespräch das gefühl hatte, auch wesentlich leichter macht für sie, damit abzuschließen, als für mich. hab ich da noch immer eine rosarote brille auf? sie hat sich emotional schon sehr weit entfernt von mir.

ich kann einfach nix mehr gscheit genießen, oder mich für was wirklich begeistern. es wirkt alles so 'nach-beziehung'.. :(

so muss in die arbeit, liebe Grüße

#44
ok ich seh schon.. die formulierung verräts

es zwar zwar ein herzzerreissendes gespräch, aber..

ich geh wohl davon aus das liebe herzzerreissend sein muss.

es war ein trauriges gespräch, mit dem abschluss 'ich wünsch dir alles gute und danke für die schöne zeit'.

sie meinte ein teil von ihr will zu mir zurück, aber sie könne nicht. das ist auch ok so für mich, ich hab das szenario auch oft durchgespielt was wäre wenn sie zurückkommt - es würde für mich wohl nicht mehr gehen.

ich will abschließen. aber ein teil von mir will einfach nicht verstehen wie diese beziehung in die brüche gehen konnte.. wie sie für sie so anders aussieht in der erinnerung als für mich.

bin ich so blöd dass ich fast nur die positiven dinge vor mir ablaufen sehe? muss ich mich jetzt zwingen die beziehung negativ zu bewerten damit ich davon loskomm?

argh.

#45
nachdem es mich heut den ganzen tag recht ungut plagt, dieser trennungsschmerz..

ich glaub ich hab mir so so so sehr stark gewünscht dass die beziehung funktioniert, und vor allem dran geglaubt dass das so sein wird, dass ich an der realität vorbei gelebt hab.

ich habs mir so gewünscht weil ich emotional irgendwie davon ausgeh, dass nur eine beziehung einen 'wirklich rund' machen kann.

warum kanns nicht einfach im bauch 'ankommen' dass es in ordnung ist, dass ein wunsch nicht in erfüllung geht.. auch nicht wenns ein herzenswunsch is?

klar, ich seh schon die verbindung. ich hab mir BEVOR ich sie kennengelernt hab, jahrelang genauso einen partner gewünscht und vorgestellt. genauso, damit mein ich nicht die dinge, die dann nicht gelaufen sind. ich meine, wie sie aussah, wie sie gelacht hat, wie sie die welt so sah. da haben wir uns was geteilt, und ich hab so lange auf so eine frau 'hingehofft' dass ich dann auch unbedingt wollte, dass es klappt. daran hab ich mich immer festgehalten. dass es klappen wird. dass ich mir das wünsch :(

nix is draus worden, warum wünsch ich mir dass dann immer noch? kann ein wunsch nicht einfach ein wunsch bleiben, oder besser noch, sich ob der erfahrung in luft auflösen, bitteschön?

guten abend :)

(oi, ich bin selbst der 2000. visitor, nice :) )

#46
ich versteh es nicht mehr ganz warum diese gefühle nicht weggehen wollen. es ist eine mischung aus angst vor beziehungen und verzweiflung gleichzeitig, 'keine' mehr zu finden. ok vielleicht sagt man jetzt ich bin noch nicht so weit. aber ich frag mich schon - wie kann ein mensch das leben eines anderen so durcheinander bringen.. ich wünsch mir so dass ich endlich emotional drüber weg komme.. dass ich nicht mehr so viel an sie denken muss
wie gut ich diesen gedanken verstehen kann

vor nun bald 7 jahren ist mein freund gestorben ...und ohne dich entmutigen zu wollen, ich habe ewig gebraucht um zu akzeptieren, dass es endgültig ist und er einfach nicht wiederkommen kann

monatelang hatte ich das gefühl, dass er plötzlich einfach durch die tür spaziert kommt und alles wäre wie immer

ich habe mich manchmal echt dafür gehasst, dass ich all diese liebe für ihn nicht einfach abstellen konnte und weiterleben ...wirklich leben und nicht da sein

oft war ich auch wütend auf ihn, dass er mich einfach hier zurückgelassen hat mit all meiner liebe und den träumen von einer gemeinsamen zukunft

ich habe ihn so hoch auf ein podest gestellt, dass kein anderer mann auch nur ansatzweise an ihn herankam ...ich habe andere männer mit ihm verglichen und sie haben immer den kürzeren gezogen

6 jahre lang konnte ich nichts anderes zulassen als ONS und affären ...weil ich so wahnsinnige angst davor hatte mich neu zu verlieben

letzten sommer kam ein mann der mich absolut aus der bahn geworfen hat ...er kam aus dem nichts, ich war völlig willenlos und wollte mich zum 1.mal auch nicht gegen meine gefühle wehren ...es ging nur ein paar monate gut und gut ist in diesem sinne auch noch sehr beschönigt ...ich hab "gekämpft", eigentlich war ich eher verbissen diesen mann zu "behalten" der mich quasi so richtig ins leben zurückgeholt hat

natürlich habe ich es irgendwann beendet, er war noch ein halbes kind vom denken her und wir würden auch im nächsten leben nicht zusammenpassen :D ...trotz all dem mist den er sich geleistet hat werde ich trotzdem immer dankbar sein, dass er mich wiederbelebt hat

und trotzdem der erste mann nach diesem schicksalsschlag sich als oberpleite entpuppt hat denke ich trotzdem, dass es da draußen noch irgendwo jemanden gibt mit dem ich glücklich werden kann ...und wenn's nochmal 10 jahre dauert dann ist es eben so ...denn eins ist mal fakt - vor dem alleinsein habe ich keine angst mehr ...denn allein sein heisst nicht automatisch einsam und unglücklich sein!

und auch wenn es mal momente gibt in denen ich mir diese ganz "banalen" dinge wünsche wie ...mann, kind, haus und hund ...ich habe noch nicht die hoffnung aufgegeben, dass ich das alles irgendwann auch mal erleben werde ...nur vllt ganz anders als ich es mir jetzt gerade vorstelle ...glück und zufriedenheit hat viele gesichter, dennauch die eigenen wünsche und ziele ändern sich ja im laufe der jahre

ich hoffe du findest bald deinen inneren frieden und dass du dein leben wieder geniessen kannst ...ganz unabhängig davon was in der vergangenheit war ...wichtig ist letzendlich nur das hier und jetzt

alles gute für dich :)

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