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Mann und Frau - eine Geschichte, bitte um Einschätzung! (Neu: Umwege)

292 Antworten17'372 AufrufeGestartet von Miomei ·

#181
Huhu *winke*

wie geht's dir, Miomei? Eryn? Alle anderen?

Ein bisschen Senf muss ich natürlich wieder dazugeben, wenn ich eure philosophischen Ergüsse immer wieder (und immer wieder gern) lese.

Zu "Schwächen und Fehler":

Sicher hat jeder Mensch so seine Schwächen, aber ich denke schon, dass es schwer möglich ist, sich die vermeintlichen Fehler eines geliebten Menschen vor Augen zu führen, denn das würde einerseits voraussetzen, dass man diese Person objektiv betrachten kann (kann man ja nicht, wenn man verliebt ist) und andererseits nimmt man diese Fehler nicht als solche war, bzw. liebt doch die Fehler sogar!

Denn sobald man irgendeine Eigenschaft des anderen in Frage stellen würde, wäre bereits Distanz und Objektivität als Gegensatz zu diesem warmen, herzlichen, überschwänglichen Gefühl der bedingungslosen Zuneigung vorhanden.

Daher schätze ich mal, dass es unserem Miomei am schwersten fällt zu verstehen, wie es denn sein kann: da gibt es eine Freundschaft, eine Liebe, ein Paar, da passt alles, die äußeren Umstände, die inneren ebenso, und alles wäre perfekt und bestens, wenn es nicht nur einen Schönheitsfehler hätte: sie fühlt nicht so, wie sie sollte!

Also wird die Zeit damit verbracht zu analysieren, was dazu geführt hat, dass ihr Gefühl plötzlich weg bzw. nicht stimmig ist:

Lag es an der mangelnden Aufmerksamkeit oder an der fehlenden Beweiskraft ständiger Zuneigung? Oder war es ein anderer Mann, der ihr den Kopf verdreht hat?

Denkst du so oder in dieser Weise, Miomei?

Denn eines wäre auffällig: der Grund für diese Veränderung kann auch ganz woanders liegen: nicht bei dir und nicht bei einem anderen, sondern einfach nur bei ihr. Nicht dass sie nicht mehr wollte, also geplant und willentlich die Gefühle veränderte.

Aber hast du schon mal überlegt, dass es sein kann, dass sich einfach die Umstände für SIE, für IHR Leben änderten, sich die Prioritäten verschoben, die Pläne für die Zukunft änderten und du einfach nicht mehr in ihr Bild passt?

Es ist natürlich schwer zu akzeptieren, dass man nicht in jemandes Bild passen könnte, der doch selbst so ein perfekter Bildfüller wäre. Und wenn ich dann lese, wie du mit dir selber haderst, um ihr nur nicht in irgendetwas nachzustehen, dann hätte ich den Eindruck, meine Vermutung über die Ursache dieser Ängste trifft zu.

Verlassen zu werden bringt ein Gefühl der Minderwertigkeit, das nur mit viel Selbstbewusstsein überwindbar ist, das erst mühsam wieder aufgebaut werden muss. Es ist einfach schwer zu verwinden, nicht das letzte Wort gehabt zu haben, nicht den Zeitpunkt für das Schwinden der Liebe selbst festlegen zu dürfen, sondern gegen allen Willen und gegen alle Macht vor vollendete Tatsachen zu stehen.

Da hilft kein Trost, ich weiß. Und Weisheiten wie

Original von Miomei...denn irgendwie habe ich den Zwand zu glauben, dass ich doch irgendwie profitieren muss von der Trennung!!...

Bis jetzt kam immer was Besseres [nach] ...
die trösten sollten, können nicht wirklich das aufbauen, was zerstört wurde: Selbstwertgefühl.

Die einzige Chance der Überwindung sehe ich darin, dass du dich selbst neu kennenlernst. Dass du einsiehst, dass der Weg mit ihr eine Zeit lang sicher schön war, aber auf Dauer nicht dein Weg sein konnte, denn sonst hätte es sich nicht so entwickelt, wie es nun ist.

Du bist einen Irrweg gegangen. Er war nicht falsch, weil du viel lernen konntest, aber du solltest auf der Suche nach deinem Ziel einen ganz neuen Weg suchen.

Es war sicher nicht der letzte Irrweg und auch mit vielen Verirrungen kommt man ans Ziel. :] Mehr noch: ich behaupte sogar, wenn man gleich den direkten Weg finden würde, wäre man um viele Erfahrungen und Erkenntnisse betrogen, die doch das Leben erst ausmachen. Es geht nicht ohne Schmerz.

Wie @Eryn schon sagt: wir lernen nur, wenn es uns nicht gut geht. Warum das so ist? Meine Erklärung wäre, dass man erst dann, wenn man das Gefühl hat, etwas verändern zu müssen (und das hat man ja nur, wenn es einem nicht gut geht) bereit zur Veränderung und damit zur Entwicklung ist.

Denn solange es einem gut geht, möchte man nichts verändern. Man möchte an Altbewährten festklammern, damit der Zustand des "Gutgehens" nur ja nie enden möge. Aus der Distanz betrachtet erkennt man das als ein sinnloses Unterfangen, weil doch alles der Änderung unterliegt und nichts so bleiben kann, wie es einmal war.

Eine Erkenntnis, die auch den Schmerz als etwas Vergängliches erklärt. Leichter gesagt, wenn man nicht mitten drinnen steckt, ganz klar. :trost:

Also kann ich dir nur den Rat geben: lebe, auch mit dem Schmerz. Wenn dich die spanischen Mädchen so faszinieren, dann lerne sie kennen - auch wenn es anfangs weh tut. Schon bald wirst du erkennen, dass sie so ganz anders sind als deine Ex.

Und vielleicht, wer weiß, ist eine dabei, die passt - viel besser zu dir passt als du es dir je erträumt hättest ...

:)

#182
Ach liebe Lisabel, du hast es wieder einmal geschafft, unsere manchmal doch etwas abgehobenen Diskussionen auf den Boden zurück und auf den Punkt zu bringen. Danke für deinen wunderbaren Beitrag. :]

Auf keinen Fall sieht man einen Menschen, den man liebt objektiv und das zu versuchen schafft eine Distanz, die die Liebe ein Stück weit töten würde. Mir hat es allerdings nach der Trennung von meinem Ex sehr geholfen, mir auch seine Schwächen noch einmal deutlich klar zu machen. Ich schätze ihn als Menschen immer noch. Aber dieses "objektivieren" hat mir die Möglichkeit gegeben, zu ihm eine gewisse Distanz aufzubauen, die in der Liebe schlecht gewesen wäre, aber jetzt sehr gut und hilfreich. Vor allem, da wir nach wie vor irgendwie Freunde sind.

Ausserdem hat es mich davor bewahrt, meinen Ex im nachhinein zu idealisieren. Den Partner in der Beziehung ein Stück weit zu idealisieren ist gut. Man sollte es aber auch da nicht übertreiben, zumindest meiner Meinung nach. Doch ich hatte das Gefühl, dass Miomei das auch jetzt noch tut und vielleicht noch stärker als zuvor.

Deswegen bin ich sehr erschreckt über deine Aussage, lieber Miomei, dass sie keine Fehler hätte. Die hat sie wie jeder Mensch. Schön ist es, dass du sie mit all diesen Fehlern geliebt hast. So sollte es im Idealfall sein. Aber jetzt musst und solltest du das nicht mehr tun.

Ob es dir nun hilft, dir ihre Fehler vor Augen zu führen weiss ich nicht. Mir hat es geholfen um wie gesagt die Distanz zu schaffen, aber da ist ja auch jeder Mensch anders.

Aber wie Lisabel es so wunderbar geschrieben hat: Das ist eigentlich nicht der Punkt. Es ist egal, ob sie perfekt zu dir gepasst hat oder nicht, ob sie Schwächen hatte oder nicht. Sie hat festgestellt, dass du nicht mehr in ihr Leben passt. Und nichts, was du tust, kann etwas daran ändern und wahrscheinlich hätte nicht einmal etwas, was du hättest tun können, etwas daran geändert.

Deswegen können wir noch so viel darüber philospohieren, wie gut sie zu dir gepasst hat und es wird doch nichts bringen. Sie ist nun kein Teil deines Lebens mehr davon. Das musst du lernen zu akzeptieren und dann damit leben.

Genau das aber fällt dir so schwer. Und die Frage, die du dir nun eigentlich stellen solltest, ist: Warum? Liegt das vielleicht wirklich an dem beschädigten Selbstwertgefühl, wie Lisabel vermutet? Darunter leiden wir schliesslich alle, die wir verlassen wurden. Und du vielleicht ein wenig mehr, weil du gerade ohnehin in einer Umbruchphase deines Lebens bist in der du nicht weisst, was du in Zukunft machen sollst. Deswegen solltest du dich vielleicht auch viel mehr mit diesen Dingen beschäftigen und dort eine Lösung finden. Das hilft bestimmt.

Und was das profitieren von der Trennung angeht: Irgendwas lernst du gerade sicher und wirst du auch noch lernen aus dieser schweren Zeit. Davon bin ich überzeugt. Das hat aber nichts mit ausgleichender Gerechtigkeit zu tun sondern ist einfach nur das Leben. Aber was du mitnimmst und lernst, das bestimmst zu einem grossen Teil du selbst. Je nachdem nämlich, was du jetzt draus machst. Denn das Leben geht weiter, ob du es willst oder nicht. Aber du kannst entscheiden, wie es für dich weitergeht.

Liebe Grüsse Eryn

#183
Huhu ihrs,

heute faellt es mir sehr schwer so etwas zu lesen, weil ich gestern wieder mal abgestuerzt bin und mich heute langsam wieder aufrappele.

Erstmal zu Lisabel. Sicherlich stimmt es, was du sagst. Klar zergruebel ich mir den Kopf, was sicherlich nicht viel bringt. Das sagen mir ab und zu auch andere Leute, aber wenn ich nunmal gruebele muss ich mich den Tatsachen stellen und ueberlegen warum. Und es hat nicht alles in der Beziehung gestimmt - denn die aeusseren Umstaende waren sicherlich das groesste Problem (allein France, Freunde weit weg) und evtl. der Ausloeser - das schmerzt, dass man vielleicht von anfang an keine Chance hatte.

Ich kann mein Denken schwer in Worte fassen, aber es fuehlt sich so komisch an. Es schmerzt so sehr, dass man die Liebesschwuere zum Ende der Beziehung als Liebe verkannt hat und nicht als Hilfeschrei, dass es nicht mehr geht. Es tut weh und es faellt mir schwer mir das selbst zu verzeihen, dass ich immer dachte aeussere Probleme koennten unsere Beziehung nicht beeinflussen bzw. Liebe waere staerker. Man fuehlt sich so hilflos, wenn das Ganze vielleicht einfach nur zur falschen Zeit stattfand.

Ich verstehe Sie aber auch nicht, einerseits zieht sie die Sache so durch, aber anderseits zeigte sie mir auch immer wieder, dass ich sie beeinflussen kann bzw. sie mit ihren Gefuehlen doch ziemlich schwankte. Ich war (oder bin) mir sicher, dass ich sie in Frankreich wieder umstimmen haette koennen, aber ich habe es nicht versucht. Zum Einen weil ich selber zu sehr Schmerz gefuehlt hatte und es mir einfach sehr schlecht ging und zum Zweiten weil Sie dann nie gekaempft haette und bei der naechsten Gelegenheit vielleicht wieder weg waere.

Ist es denn wirklich so leicht zu sagen ... er passt nicht mehr in mein Bild? Ich finde das Ganze schon ziemlich krass. Vor allem, weil man diese Entzscheidung wohl nur unter Distanz trifft bzw. getroffen wurde, dann aber komischerweise keine Naehe mehr zulaesst - WARUM? Man hat ja Angst, es koennte wieder anders werden, oder wie? Ich denke Eryn kann es ganz gut beantworten. Ich meine, es tut am meisten weh, wenn man keine Chance bekommt. Es wird entschieden, dass der andere nicht mehr ins Bild passt, auch wenn es nur eine Denkweise ist, die in einer Situation getroffen wurde. Dann zieht man das Ganze auf einmal mit einer Konsequenz durch, die vorher nie da war....und gibt keine Chance mehr....das laesst einen doch verzeifeln!!! So, als ob man sich selbst etwas beweisen muesste!

Ausserdem steckt da doch auch Logik dahinter, warum sehen wir das nicht? Ich meine, ich brauch mich doch nicht zu wundern, dass meine Gefuehle weniger werden, wenn ich jmd. lange nicht sehe. Ich brauche mich doch nicht zu wundern, dass meine Gefuehle fuer einen anderen staerker werden, wenn ich Zuneigung spuere und mich mit ihm trotzdem treffe? Lisabel, ist es dann so einfach zu sagen: "Es hat halt nicht mehr gestimmt bzw. ich muss mir selber und meinen Gefuehlen treu sein!". Gefuehle sind zu einem gewissen Teil auch beeinflussbar und ich moechte eigentlich nicht in einer Gesellschaft leben, wo bei jedem neuen Zielfdefinition innerlich ein Partnerwechsel beschlossen wird....ohne vorher mit den Partner zu reden bzw. das ganze auch mal rational zu bedenken, sondern nur nach Gefuehl zu handeln?

Das Schwierige ist ja sicherlich, dass es irgendwie gegangen waere vielleicht sogar sehr gut, aber das diese Person, meine EX, innerlich beschlossen hat, das Ganze alleine durchzuziehen...und dann irgendwas von: "Ich muss den Weg alleine gehen und zu mir ehrlich sein" faselt. Sie hatte schwere Zeiten, sah als Schritt die Trennung und hat es moeglichst schnell und sehr konsequent voran getrieben, damit es auch ja kein Schritt mehr zurueck gab. Als sie dann im August merkte, dass da doch noch Gefuehle sind, wenn ich bei ihr bin...ohooooo welch ein Wunder...war aber leider schon sehr viel zerstoert...das hatte nicht sein muessen!!!

Muss denn die Erfahrung der Liebe bzw. das reifer werden mit solchen Schmerzen erkauft werden. Sicherlich lernt Sie jetzt von der Beziehung, nicht alles sofort so rosa zu sehen bzw; erstmal mit sich selber gluecklich zu werden ehe sie sich auf eine Beziehung einlaesst; aber muss dazu immer gleich der radikale Schritt der Trennung vollzogen werden?

Wir lernen Nur, wenn es uns nicht gutgeht? Das Problem bei mir ist, dass ich zur Zeit zu sehr versumpfe...also ich lerne nicht wirklich bzw. habe die Kraft zu veraendern, sondern sacke eher ab!

Was hat SIE gelernt, als es ihr nicht gutgeht? Die Beziehung zu beenden und sich auf sich selber zu konzentrieren? Ist das eine Lektion? Ist das nicht zu leicht gelernt?

Sorry fuer dieses Post, es tut gut das mal aufzuschreiben. In dieser Woche habe ich keine gute Laune und es ist das schlimmste Gefuehl, wie ich noch an ihr haenge sie aber zugleich verfluche. Das zereisst einen innerlich....diese zwei Extreme! Ich komme anderseits gerade mit mir selber nicht klar, um mit anderen klarzulommen. Dieses wiederum besteht aber zum grossen Teil erst seit der Trennung...

Ich habe nun Angst - Angst davor allein in eine Grossstadt zu ziehen, Angst das ich noch viel zu lange Schmerz spuere, Angst das ich lange alleine bin, Angst das in dieser Gefuehlssituation auch noch mein Studium zu Ende geht, Angst das das Ganze evtl. Gefuehlsschaeden hinterlaesst. Ich habe nun Wut, Wut auf mich selber, Wut auf all die Paare, die es nicht wissen wie es ist ohne Partner zu sein und fuer die die Zweisamkeit Normalitaet ist, Wut auf meine Ex, Wut auf mein Studentenwohnheim, Wut das es schon solange dauert, waehrend meine Ex schon lacht, Wut auf das Leben...

Ich bin froh, dass ihr immer noch im Forum schreibt und mir zuhoert, froh dass ich hier auch nette Leute habe...Danke Eryn und Lisabel!

Genug aufgeregt...keine Kraft mehr. Das ist wie das Weinen, bei dem irgendwann keine Traenen mehr kommen!

#184
Armer Miomei,

lass dich einfach mal nur in den Arm nehmen und gaaaaanz feste drücken. :trost: :trost: :trost:

So Tage sind doch immer wieder doof und wie gut kenne ich sie. Hoffentlich geht das bald wieder vorbei. Du packst das!!!

Aber wenn es dir wieder besser geht, dann lies doch noch mal die Postings von Lisabel und mir genauer durch. Denn ich fürchte, du hast bei uns beiden den springenden Punkt verpasst.

Was wir dir nämlich beide sagen wollten war, dass das Grübeln über deine Ex und ihre Gründe für die Trennung dich nicht weiterbringen. Du grübelst nun schon seit über einem halben Jahr, oder? Und was hat es dir geholfen? Klar wäre es einfacher, wenn du sie verstehen könntest. Du verstehst sie aber nicht. Und egal wie sehr du noch grübelst, du wirst sie nie verstehen.

Deswegen hör auf damit! Verbiete es dir selbst! Zwing dich, es zu lassen! Das ist suuuuper schwer, aber es geht. Immer wenn die Gedanken wieder aufkommen: Schieb sie weg! Lass sie sich nicht breit machen! Das hat nichts mehr mit Verdrängung zu tun, sondern ist der einzige Weg, wie du da rauskommst.

Denk stattdessen über dich nach. Wer bist du? Was macht dich aus? Was möchtest du jetzt, wo du dein Leben ganz frei und ohne deine Ex gestalten kannst? Was möchtest du machen? Wo möchtest du wohnen? Es gibt so viele Dinge über die es wirklich lohnt nachzudenken.

Erst wenn du das und dein Leben wieder in den Griff bekommen hast, lohnt es sich mit Distanz noch mal über eure Beziehung nachzudenken und zu versuchen daraus zu lernen. Dann kannst du dir vielleicht die Fragen stellen, was du vielleicht wirklich hättest anders machen können. Aber erst dann, wenn diese Trauer weg ist und du mehr Distanz hast, zu ihr, zu eurer Beziehung und zu der Trennung. Vorher bringt es nichts und du blockierst dich nur selber.

Das meinte ich mit: du kannst selbst bestimmen, was du lernst aus eurer Trennung. Entweder dass eine verlorene Liebe das Ende der Welt ist oder dass es danach weitergeht und dass das Leben trotz allem noch viel Schönes und viele Überraschungen für dich parat hat und dass du dich wieder so verlieben wirst.

Such es dir aus. Du hast es selbst in der Hand. Du kannst den Weg aus diesem Loch finden. Du musst nur wollen und es durchziehen.

Aber das alles hat Zeit bis morgen. Heute tu dir was Gutes. Iss was Gutes, geh zum Sport oder ins Kino oder so. Verwöhn dich. Denn ab morgen geht es dann rund. ;) Versprochen?

:trost: :trost:

#185
Komm gerade vom Badminton, was aber heute leider ausfiel...hm, ich denke schon ich habe den springenden Punkt gesehen, aber heute gings irgendwie nicht weiter...zuviel Wut und Verzweiflung...das es sich die Leute so einfach machen und es anderen damit so schwer! Ich lese mir heute abend nochmal alles durch, danke fuer deine Antwort! Ich denke das Problem ist, das ich das Geschriebene meist sofort auch zusaetzlich auf meine Ex projeziere (z.B. wenn du schreibst, dass man sich aendert wenn es einen schlecht geht - sie hat sich ja geandert) und mich dann meist auch schlechter fuehle, weil es jetzt alles so klar und richtig klingt....

Naja in letzter Zeit frage ich mich manchmal, warum ich ins Ausland will..nur um des Auslands willen habe ich manchmal das Gefuehl....denn alle um mich herum schreien, wie toll es immer im Ausland war und ich erlebe es irgendwie schon anders...schon schwer, darf man gar keinem erzaehlen....ueberleg mir gerade ob ichs mir fuer ein Diplomsemester wieder antu...ist irgendwie wie eine Droge, sich dann immer zu sagen, wenn man es jetzt nicht macht, macht man es nie...aber vielleicht muss man gar nicht alles im Leben machen, schwer....

#186
Noch einmal ein liebes Hallo am heutigen Dienstag!

@Eryn danke, das ist ein großes Kompliment, sehr lieb von dir!

@Miomei, oh Miomei, es tut mir leid, dass es dich heute so erwischt hat. Es soll nicht wie ein Hohn klingen, wenn ich dir schreibe, dass es gut ist, diese ganze Wut und auch die Angst herauszulassen – das sollte doch die eigentliche Bestimmung dieses "Online-Tagebuches" sein:

Den momentanen Emotionen freien Lauf zu lassen und sich nicht vor irgendwelchen Konsequenzen fürchten zu müssen, wie es im zwischenmenschlichen Bereich ja wäre. Denn in einem Gespräch mit anderen wird es nicht bedingungslos akzeptiert, den seelischen Müll auszukippen, dort wird es lieber gesehen, wenn man immer nur lieb und brav und angepasst ist, nicht? Hier nicht, das ist das Schöne daran. Hat schon seinen Grund, dass hier viele Menschen lieber berichten als im realen Leben …

Dass es schmerzt und du dich hilflos fühlst, das weiß ich nur zu gut. Es ist ein Gefühl als würde man schwimmen ohne zu wissen, ob man das Ufer jemals erreicht. Es macht Angst, keinen Boden unter den Füßen zu spüren und nicht zu wissen, wie man damit umgehen soll.

Niemand kann so ein Erlebnis wie deines einfach abschütteln wie ein nasser Hund die Tropfen und zur Tagesordnung übergehen. Das geht nicht.

Es klingt kalt, wenn ich sage, es hat nicht mehr gepasst – ja, es ist eine grausame Wahrheit. Es tut mir leid, wenn sie verletzend für dich ist.

Denn wenn du festhältst, du hättest sie beeinflussen können, weil sie doch so unsicher und schwankend gewesen wäre und dir jetzt selbst Vorwürfe machst, du hättest von dieser Beeinflussbarkeit keinen Gebrauch gemacht, dann meine ich, lieber Miomei – und das ist nur (m)eine Meinung – dass du damit ziemlich falsch liegst.

Ich verstehe schon, warum und dass du jetzt mit dir und ihr und allem haderst! Das verstehe ich gut. Alles zu hinterfragen und immer nach dem Warum zu fragen, gehört zu deinem bodenlosen Zustand genauso dazu, wie es zu meinem gehörte – denn dieses hilflose Schwimmen und Hadern, dieses immer wieder Hinterfragen und Analysieren, den Kopf zerbrechen zu wollen um die Dinge, die man versäumt hätte, die unwiederbringlich sind und die man glaubt, aus eigenem Verschulden versäumt zu haben, die kenne ich auch.

Erreicht es dich, wenn ich dir versichere, es ist nicht deine Schuld und auch nicht ihre? Dass niemand Schuld hat? Auch wenn sie sich nicht mehr wohl fühlte und eine Änderung herbeiführen wollte - aus welchem Grund auch immer - so muss das nicht notwendigerweise an dir liegen. Es ist nicht deine Schuld!

Aber spinnen wir doch dein Szenario weiter: wenn du meinst, du hättest es aufhalten können, dass sie sich von dir lossagt, du hättest sie so beeinflussen können, dass nicht nur sie in dein, sondern du auch weiterhin in ihr Bild gepasst hättest …was wäre dann passiert? Wärt ihr für alle Zeiten glücklich miteinander geworden, wenn du sie nur ausreichend und rechtzeitig manipuliert hättest? So meintest du das dann doch nicht (hoffe ich) oder?

Was sollte man also deiner Meinung nach tun, wenn die Gefühle weg sind, Miomei? Dein Vorschlag

Original von MiomeiGefuehle sind zu einem gewissen Teil auch beeinflussbar und ich moechte eigentlich nicht in einer Gesellschaft leben, wo bei jedem neuen Zielfdefinition innerlich ein Partnerwechsel beschlossen wird....ohne vorher mit den Partner zu reden bzw. das ganze auch mal rational zu bedenken, sondern nur nach Gefuehl zu handeln?
ist gut und wünschenswert für einen sauberen Schlussstrich, für eine Trennung, bei der beide Partner nicht das Gesicht verlieren. Es ändert aber nichts an der Tatsache einer Trennung, wenn zumindest auf einer Seite keine Gefühle mehr da sind.

Ist es das, was dir fehlt? Der saubere Schlussstrich, die rationale Rechtfertigung von ihr, warum sie ihre Zukunft ohne dich plant? Zu wissen, warum sie das tut – sich weder zu rechtfertigen, noch einen rationalen Grund anzugeben?

Vielleicht tut sie das, weil sie keinen hat? Weil sie es selbst nicht weiß? Weil die Dinge eben so sind, wie sie sind?

Hilft dir die Wut auf deine EX, darauf, dass sie lacht, während du weinen musst? Dass sie ev. einen Partner hast, während du dich einsam fühlst?

Ich kenne viele, die sich von einer Beziehung in die nächste gestürzt haben. Der Mann, mit dem ich zehn Jahre verheiratet war, ist auch so ein Fall. Ich kann dir versichern, diese Menschen lernen NICHTS! Sie entwickeln sich nicht weiter! Sie bleiben stehen und machen immer wieder die gleichen Fehler, immer wieder, jeden neuen Tag, bei jedem neuen Partner.

Und das geht so weiter. Das geht vermutlich so lange, bis sie durch ein einprägsames und oft auch schmerzhaftes Erlebnis dahinter kommen, dass es so nicht geht, sondern ein anderer Weg eingeschlagen werden muss. Oder sie lernen es nie, das kann auch sein.

Was du hier durchmachst, führt zu einem Reifeschub. Was du jetzt lernst, wirst du nie wieder vergessen. Die Fehler, die dir im Zuge deiner Wut und deiner Angst und auch deiner Trauer bewusst werden, wirst du nie wieder machen.

Mir scheint, deine Freundin hinkt in dieser Entwicklung hinter dir her. Vielleicht macht sie ihr PhD vor dir, was die Persönlichkeitsreifung betrifft, hätte sie dann aber umso größeren Aufholbedarf.

Wut tut manchmal gut. Lass sie ruhig aus, auch an mir, ich halt das aus.

Und wie immer wünsch ich dir das Beste.

Alles Gute für dich :trost:

#187
Noch ein anderer Gedanke. Ist es komisch, wenn man denkt, dass man zu zweit mehr bewegt als alleine? Warum habe ich auf einmal so grosse Probleme allein ins Ausland zu gehen, wobei ich fuer die Ex mit wehenden Fahnen ins Ausland gegangen waere uncd viel mehr riskiert haette? Verpasst man etwas allein? Ich traf ja meinen Kumpel aus Deutschland, dieses Paar mit Parallelen - sie wollen zusammen eine Weltreise machen. Ich finde diesen Gedanken auch gut , aber alleine irgendwie nicht durchfuehrbar....auch meine Interrailreise haette ohne Ex wohl nicht stattgefunden!

Entwickelt man sich ohne einen Partner anders oder sogar schlechter, unternimmt man weniger, weil man vor allem sich selber motivieren muss? Vor allen in den jungen Jahren, wo man noch viel erleben kann und will? Ich meine die Haelfte der Leute in meinem Sprachkurs sind im Ausland wegen der Liebe und haetten es ansonsten vielleicht niemals alleine gemacht. Auch kleine Dinge wie Theater, Kino, Sportkurse, nen Cafe trinken gehen.....Oder muss man wirklich in allen Dingen den Pragmatismus entwickeln - na dann mach ichs halt alleine!!! Ich bin da so ein Zwischending, manche Dinge schlummern in mir und ich getraue sie mir nicht alleine zu machen, andere dagegen schon...aber ich habe schon das Gefuehl ich verpasse was....

#188
Selbstverständlich ist die Planung zu zweit einfacher - weil wir nichts anderes kennen und nichts anderes sehen, so wie in deinem Beispiel mit dem Paar, das dich so sehr an dich und deine Ex-Freundin erinnert hat.

Denn wenn man das Gefühl der "Rückendeckung" hat, ist man risikofreudiger, abenteuerlustiger, das Gefühl hat man sogar, wenn diese Unterstützung nur fiktiv ist, also der Partner gar nicht wirklich unterstützen will, aber zumindest physisch anwesend ist.

Daher ist der Schock auch groß, plötzlich allein zu sein. Schon das Wort ist negativ besetzt. Egal mit wem du sprichst, die meisten Menschen würden dir wohl erklären, wie wenig wünschenswert dieser Zustand ist.

Es hat eine andere Qualität, wenn man alleine lebt, arbeitet, vereist. Das muss man erst einmal ausprobieren. Als ich zum ersten Mal allein vereiste, war das ein sehr komisches Gefühl. Aber in keinem anderen Urlaub zuvor sah ich so viel von dem Land und kam mit so vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch! Es war eben alles anders als bisher. Neu, ungewohnt, unbekannt. Und es gab auch viele schöne Momente.

Doch muss man seine Aktivitäten ja nicht unbedingt allein machen, das geht doch auch mit Freunden! Oder man ist eben immer und überall aufgeschlossen und andauernd dabei, neue Kontakte zu knüpfen ... DAS geht wieder NUR allein, dafür hätte wohl kaum ein Partner Verständnis. ;)

Was darf ich dir raten? Sich bei allem, was man tut, einfach trauen und schauen, was passiert. Mut und ein bisschen Draufgängertum, Ausprobieren, was Spaß macht und was nicht. Herausfinden, was einem gefällt.

DAS, lieber Miomei, geht auch nur, wenn man allein ist. Denn sobald du wieder in einer Beziehung lebst - so schön das auch wird und so sehr ich dir das auch wünsche - du wirst dennoch mehr Kompromisse eingehen und rücksichtsvoller auf andere Bedürfnisse sein müssen als jetzt.

Am meisten wünsche ich dir, du kannst deine Zeit - jede Zeit - genießen und das Beste daraus machen, aus jedem einzelnen Augenblick. Mehr kann man niemals tun.

Liebe Grüße!

#189
Hallo Miomei, hallo Lisabel,

das finde ich je echt interessant, dass eure Ansicht über die Frage, ob man zu zweit mehr bewegt und mehr wagt so ganz anders ist als meine. Ich habe irgendwie die genau gegenteilige Erfahrung gemacht.

Ich habe schon viele kleinere oder grössere Neuanfänge gewagt. Sei es den Beginn meines Studiums 400 km weg von daheim, meine Praktika (entweder im Ausland oder in einer anderen Ecke von Deutschland) oder eben jetzt meinen neuen Job hier in der Schweiz. Und jedes Mal war ich entweder solo oder gerade in einer Beziehungskrise. Selbst meine grössten und schönsten Reisen habe ich mit Freunden zusammen gemacht und nicht mit einem Partner. Dabei war ich seit ich 19 war, selten wirklich lange alleine. Aber wenn ich es war, dann habe ich die Zeit immer genutzt um mal wieder Neues auszuprobieren.

Das Gleiche kann ich gerade bei meinen Freunden beobachten, die im Moment alle mit ihrem Studium fertig werden und nach Jobs suchen. Die, die ungebunden sind, sind diejenigen, die viel mehr wagen, weil sie keine Kompromisse machen müssen, nicht sehen müssen, dass sie irgendwo landen, wo ihr Partner auch einen guten Job findet. Sie suchen sich tatsächlich den für sie spannendsten Job oder die für sie attraktivste Stadt. Nun ist es nicht so, dass die, die in einer Beziehung sind, lauter lausige unattraktive Jobs haben. Gott bewahre. Aber sie wählen doch ab und an nur die zweitbeste Lösung, wenn sie dafür mit ihrem Partner in der gleichen Stadt leben können, hätte mein Exex damals nicht die Möglichkeit gehabt mitzukommen. Doch als es vor meinem Umzug auseinanderbrach, bin ich trotzdem gegangen.

Und was das Freizeitverhalten angeht: Nun, ich habe in den letzen Monaten seit der Trennung von meinem Freund mehr gemacht und mehr neue Leute kennen gelernt als in der ganzen Zeit zuvor. Ist ja auch klar, während unserer Beziehung war es mir einfach viel wichtiger, die Zeit mit ihm zu verbringen, die ich jetzt durch die Gegend fahre.

Deswegen denke ich: eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. In manchen Situationen wagt man alleine mehr, in anderen, wenn man in einer Beziehung ist. Das kommt auf so viele verschiedene Dinge an, auf die Umstände, die eigene Einstellung, die Zufriedenheit mit der momentanen Situation, den eigenen Wunsch nach Veränderung und so weiter. Natürlich auch darauf, was für ein Typ Mensch man ist und welche Erfahrungen man bisher im Leben gemacht hat.

Du, lieber Miomei, hast nun die Chance, selber eine gute Erfahrung zu machen. Nämlich die, dass es auch toll und spannend sein kann, alleine etwas Neues auszuprobieren. Du musst nun „nur“ herausfinden, was du eigentlich möchtest. Das ist weiss Gott schwer genug. Aber du kannst es dann, wenn du es weisst, auch umsetzen, ohne auf jemand anderen Rücksicht zu nehmen. Vielleicht ist es das letzte Mal in deinem Leben, dass es dir so geht. Beim der nächsten grossen Entscheidung hast du wahrscheinlich eine wunderbare Frau an deiner Seite, die ein wichtiger Faktor bei deiner Entscheidung sein wird. Ich wünsche dir das von Herzen. Und bis dahin musst du einfach mal nur für dich sorgen. Du hast doch schön öfter geschrieben, dass du einen kleinen Helferkomplex hast. Lebe ihn doch einfach mal an dir selber aus.

Ach, ich wünschte, ich könnte dir ein wenig von dem Optimismus und der Zuversicht schicken, die ich mittlerweile wieder gewonnen habe. Ich mag dich nämlich und es macht mich traurig, dich manchmal so verzweifelt zu sehen. Und ich weiss einfach, dass wir beide irgendwann wieder einen Menschen finden, den wir lieben können und der uns liebt. Keine Ahnung, wann das sein wird, aber dieser Mensch wird kommen. Und bis dahin sollten wir die Zeit so gut wie möglich für uns selbst nutzen. Um Spass zu haben, Neues zu erleben und zu lernen. Meinst du nicht auch?

Lost_in_Space
#190
Hallo,

diese Diskussion finde ich interessant. Ich habe über mein Leben mal kurz nachgedacht, immer wenn ich eine Krise erlebt habe, dann habe ich mir am meisten getraut. Gerade als es klar war, dass es mit uns nicht wird, habe ich eine richtige Abenteuerreise gebucht, die wirklich viel von einem abverlangt hat. Und, dass habe ich bisher immer gemacht, große Reisen, wenn ich den Kopf freibekommen wollte. Mich beweisen, dass ich alleine noch soviel machen kann. Mein Selbstvertrauen dadurch aufpolieren. Und es hat bisher immer geholfen.

Ich wünsche Euch auch solche Erfahrungen.

Liebe Grüße

Lost

#191
huhu...surfe gerade durchs Netz und schaue wohin mal so alles ins Ausland gehen kann, da gibt es sehr viel und mich überfällt so eine "traurige" Abenteuerlust - kennt das jemand? Weil die Abenteuerlust sich halt teilweise wie Schmerzverdrängung und einfach traurig anfühlt! Geduld ist wirklich eine Tugend!

Ein Gedicht von mir, was ich vor ca. 5 Monaten schrieb....irgendwie gings mir damals besser...zumindestens indiziert das das Gedicht...war aber auch die Zeit, wo es noch Hoffnung gab.....hm, komisch ne....bin ich denn nicht wirklich vorangekommen? Nun aber schnell wieder die alten Seiten schliessen und noch etwas Radio hören - The Killers - Somebody told me (Electronic Remix)

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Life

It goes forward - life!

to see small moments - thats life!

to smile about happiness - life!

to suffer in moments - life!

and that is good - that is life!

I smile about it!

I cry about it!

it is worth - life!

Celebrate it with us, enjoy it with us

but dont forget the mortality

and every day is a present

use it with the people you love!

and think of the people that were!

go forward and think also backwards

learn from your mistakes and use this wisdom

gain knowledge everywhere

smile about you

and make the best out of it!

It is worth!

life!

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#192
Hallo und guten Morgen!

@eryn und losti: so wie ihr an die Dinge herangeht - finde ich - ist es die absolut richtige Art und auch sehr wünschenswert, aber nicht unbedingt die Norm!

Sich zu trauen, es zu wagen ohne die (von mir vorhin) besagte "Rückendeckung" - wenn auch nur eine fiktive - setzt so viel voraus: Selbstvertrauen, Risikofreude und einen grundsätzllichen Optimismus, den ich wirklich jeden Menschen so sehr wünsche, der aber nicht grad sehr häufig anzutreffen ist. :(

Bei mir war es tatsächlich so, dass ich mich erst mühsamst aufraffen und all meinen Mut zusammennehmen musste. Vll lag es daran, dass ich aus einer großen Familie stamme (und das jüngste bin) und nie etwas allein machte. Oder auch daran, dass ich sehr jung heiratete, noch dazu einen Mann, der gern den Ton angab. :rolleyes:

@ Miomei, wie ist es bei dir? Fehlt dir nur der berühmte Schubs (der mir gefehlt hat)? Der erste Sprung ins eiskalte Wasser?

Diese "traurige Abenteuerlust", wo kommt sie her? Kann es sein, dass du dich von der Diskussion unter den Damen, die dich hier umgeben, ein bisschen inspirieren hast lassen? ^^

Schmerzverdrängung ist schlecht - wie du ja selbst weißt - und vor allem auch der Grund, warum du das Gefühl hast, auf der Stelle zu treten. Sicher tut es weh, den Schmerz endlich einmal zuzulassen. Es ist wahrscheinlich genauso eine Überwindung, wie die erste Reise, der erste Plan, ein Umbruch, Entschluss, Entscheidung im Leben, die man ganz allein fasst.

Zwar ist es immer hilfreich und gut, um Rat zu fragen, aber dann schließlich ganz allein ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse von irgendjemand sonst zu entscheiden, hat den Hauch von Freiheit und Abenteuer an sich, der anders nicht zu finden ist.

Meine erste Reise "allein", also ohne Partner und ohne Freund, führte mich übrigens in den brasilianischen Dschungel. Ich war mit einer Gruppe Einheimischer unterwegs. Das werd ich nie vergessen.

Liebe Grüße!

#193
Huhu,

Hallo zur besten Nachmittagszeit...ich denke auch, dass es ziemlich schwierig ist ohne Rückendeckung zu wagen. Weitaus schwieriger ist es aber auch, zu unterscheiden, ob meine Entscheidungen (etwas zu trauen) von einem selber kommen oder nur eine Trotzreaktion aus der Vergangenheit sind!?

Das meine ich auch mit "trauriger" Abenteuerlust...das Gefühl, das man es nicht für sich absolut alleine macht, sondern das da auch andere Gründe dahinterstecken wie sich Beweisen wollen, Schmerzverdrängung, Profilierungsgedanken....man schaut dann auf all die Möglichkeiten, will sie einerseits machen, aber anderseits wollte man die niemals so recht allein machen, denn eine Erfahrung zu teilen ist wohl für mich das Größte....verständlich? Dann drückt es natürlich in der Magengrube. Der andere Faktor ist, dass man halt Angst hat es zu riskieren bzw. sich fragt ob man es wirklich, wirklich will....

Eryn, für die Jobsuche kann ich es verstehen, einer der Gründe warum ich in Frankreich nicht mein Diplom machen will. Anderseits, gibt es da wirklich das "Zweitbeste"? Wenn es deine Freundin im Einklang mit ihrem Partner machen, ist es doch das Beste für sie?

Ich weiss nicht, ob ich bisher viel riskierte. Studium war gerade 100 km weg und meine 2 Praktika waren alle beide auch im Ausland. Ich dachte ich kann etwas riskieren mit einem Partner im Rücken, aber der Rückenhalt fiel dann wohl weg. Frankreich habe ich alleine riskiert, wenn auch mit etwas Hoffnung, und es war nicht einfach bzw. ist....naja und das nächste wird wohl meine Diplomarbeit werden!

Ach Eryn, ich finde das einen so schönen Gedanken, wenn man über einen Menschen sagen kann, das er "wunderbar" ist! ;)

#194
Soo, nun steht bald das Wochenende vor der Tür...ich weiss gar nicht zu welcher Party ich zuerst gehe....aber ich muss ja auch arbeiten und sollte das machen! Ich würde ja auch heute mit den Spaniern weggehen, aber da kenne ich nur eine Person und die anderen sprechen meist kein Englisch...ist bestimmt auch recht gefährlich das ich anfangen das eine oder andere Mädel anzustieren. Denn so gut werde ich sie nicht kennenlernen können, um zu sehen, dass sie "anders" sind. Vielleicht sollte ich aber auch bei meinen guten Freunden bleiben, welche am Sonntag abreisen! ;)

Irgendwie bräuchte ich jetzt noch so ein Erasmus-Semester...wäre bestimmt auch irgendwie möglich....anderseits ob ich mich dann am Strick reisse und wirklich viel die Sprache lerne oder nur rumgammele ;) ....und ob France so ne gute Idee ist....

#195
Guten Abend, lieber Miomei, liebe Eryn, liebe alle anderen,

ja, ich denke schon, dass ich dich verstehen kann und auch, dass nicht jeder Mensch gleich ist. Für so manchen kann die Abenteuerlust auch etwas Bedrohliches an sich haben, sie ist - wie alles andere auch - eben kein Patentrezept.

@ Miomei, ich denke, das Motiv, warum man etwas anfängt ist nicht so wichtig, wie das, was man daraus macht. Und vor allem: auch währenddessen nicht das Feingefühl zu verlieren, nicht etwas zu machen, wobei man sich unwohl fühlt, nur weil es so von anderen erwartet wird, egal ob das jetzt ein Partner, ein Freund, die Familie oder sonst wer wäre.

Original von MiomeiDer andere Faktor ist, dass man halt Angst hat es zu riskieren bzw. sich fragt ob man es wirklich, wirklich will....
Ja, die Angst ist das Entscheidende bzw. das Hemmende. Dass es sie gibt, hat ja ihre Berechtigung, aber ein Zuviel davon blockiert alles immer Leben.

Original von Miomei... Anderseits, gibt es da wirklich das "Zweitbeste"? Wenn es deine Freundin im Einklang mit ihrem Partner machen, ist es doch das Beste für sie?
Hmm, das ist Ansichtssache. Es ist doch ein Kompromiss und daher wohl selten hundertprozentig das, was für einem selbst das Beste gewesen wäre.

Natürlich geht man Kompromisse gern ein, wenn die Beziehung stimmt.

Das Thema ist heikel, denn ein Kompromiss, bei dem beide glücklich werden, setzt so viel voraus.

Es ist natürlich interessant über dieses Thema zu diskutieren - ganz neutral. Angesichts eines Partnerwunsches aufgrund von Einsamkeit und Traurigkeit, weil man sich nach Liebe sehnt, die sich aber nicht einstellen will, bekommt das Thema schon eine etwas schiefe Lage.

Es gäbe so viel zu schreiben über die Vorteile des Alleinseins, über Zeiten der Reflektion, des In-sich-Gehens, des Sich-selbst-Kennenlernens.

Aber die gesamte theoretische Diskussion hilft wenig, wenn man es nicht wagen will. Willst du es denn wagen, Miomei? Willst du versuchen, erst einmal ganz allein nur mit dir selbst glücklich zu sein?

Das wäre die wichtigste Voraussetzung für eine glückliche Beziehung, die dein Leben bereichert. Denn wer nicht allein glücklich sein kann, kann es auch nicht zu zweit. Ist nur meine Meinung.

Jemand, der sich von anderen erwartet, dass sie ihn glücklich machen und meint, nur in der Zweisamkeit Glück zu finden, wird zwangsweise immer enttäuscht und immer auf der Suche sein.

Ich wünsch dir alles Glück beim Suchen und Finden!

:schmatz:

#196
:)

Das wäre die wichtigste Voraussetzung für eine glückliche Beziehung, die dein Leben bereichert. Denn wer nicht allein glücklich sein kann, kann es auch nicht zu zweit. Ist nur meine Meinung.
das makabre ist ja Lisabel, das ich das sofort für meine Ex unterschreiben würde. Bei mir dagegen ist es halt die alte Story..."davor wars schöner allein zu sein". Ich war vor meiner Ex glücklich allein und dann kam halt noch das Sahnehäubchen - ok, sogar ein sehr großes! Nun dannach, nachdem ich dieses Sahnehäubchen ausgiebig gekostet habe (und es schmeckte sehr) ist der Entzug umso härter....und ich komme allein schlecht klar....komisch oder? Meine Ex dagegen war vorher unglücklich allein, dann mit mir glücklich aber noch unglücklicher alleine und nun ist sie unglücklich bis etwas glücklicher alleine (weil sie sich jetzt ganz alleine arrangieren MUSS).....ich weiss nicht, ob ich die Lektion nochmal lernen musste, da ich schon vorher wusste wie man allein glücklich sein kann! Deswegen konnte ich ja auch soviel Liebe und Kraft in die Beziehung stecken! Nun wiederholt sich für mich einfach die ganze Geschichte....also trifft das Ganze nicht so für mich zu, oder? Ich glaube noch ein Grund, warum die Sache so schwerfallen kann....weil man nun zwei Dinge mühsam wieder erlernen muss...wieder allein zu sein und glücklich zu werden ;) ...

Ich glaube für mich gilt eher die harte Lektion - du kannst nicht alles haben bzw. es geht nicht immer alles, wie du es willst bzw. das man nicht alles beeinflussen kann, gerade wenn noch andere Menschen dahinter stecken....aber ob man das lernen kann, ich denke es wird immer wieder weh tun....

Liebe Grüsse

Miomei

#197
Hallo Miomei!

Hallo Mädels? Wo seid's denn alle??

Miomei, oh Miomei, ich weiß ja, dass du alles was geschrieben wird, auch gern für deine EX siehst, dass du gern ihr Leben denkst (sogar für sie unterschreibst).

Aber ich würde dir wünschen, damit aufzuhören.

Denn was ich schrieb, war ganz allein für dich bestimmt.

Du fragst, ob das komisch ist, wenn du vorher glücklich warst und es nachher nicht sein kannst, weil du auf "Entzug" bist?

Es ist verständlich, wenn man es so betrachtet: dass du dich in sie verlieben konntest, war - meiner Meinung nach - erst möglich, weil du glücklich warst. Du warst mit dir und mit der Welt im Einklang, dann kam sie und ihre Gegenwart war eine Bereicherung, an die du dich gewöhnt hast.

So sehr gewöhnt, dass du sie jetzt vermisst. Du willst das, was dein Leben reicher gemacht hat, nicht missen. Und dass du es trotzdem musst ohne Entscheidungsgewalt, löst diese Entzugserscheinungen aus.

Was also tun?

Viele würden dir raten (und selbst auch so verhalten) schnell adäquaten Ersatz zu suchen. Ich meine, das wäre der falsche Weg, weil dann zwar Ersatz vorherrscht, also der akute Mangel vorübergehend aufgehoben ist, es aber nur eine Symptombekämpfung wäre ... ui, jetzt bin ich schon beim medizinischen Vokabular. :rolleyes:

Aber du weißt, wie ich es meine? Wenn du dauerhaft "geheilt" werden möchtest, diesen Trennungsschmerz, der auch später und in anderen Situationen immer wieder auftreten kann, nicht mehr als so schrecklich und furchtbar empfinden möchtest ohne dein Herz aber zu verschließen, dann wirst du nach anderen Lösungen suchen müssen: nach einer Lösung, glücklich zu sein, wie es jetzt ist, unabhängig von der Zuwendung durch andere Menschen.

Womit wir wieder am Anfang wären: das Loslassen von der EX ist der Anfang. Es hat nichts mit Desinteresse oder Lieblosigkeit zu tun, wenn du nicht mehr ihr Leben leben willst. Man kann die Menschen auch lieben und sie lassen, wie sie sind.

Das kann man lernen, ist aber sehr mühsam und man muss jeden Tag auf's Neue damit beginnen. Es ist aber der einzige Weg,

sagt

#198
Und Lisabel hat Recht!

So ähnlich habe ich es auch angefangen uns es war gut so! Tu irgendwas ohne an Deine Ex zu denken, ohne zu überlegen, ob sie das auch gut finden würde, etcetc. Mach doch einfach mal was für Dich! Wage es, Dich mehr mit Dir selbst zu beschäftigen als mit irgendeiner Spanierien, deren Bild sich langsam verblasst und verklärt. Darauf warte ich schon so lange bei Dir... :nono:

Hey, das Leben will Dich zurück :]

#199
huh, was für ein Wochenende....schreibe heute abend mehr! :) ..ich glaube das ich hier sehr viel für mich mache....ihr könnt es halt nicht sehen, treffe mich viel mit anderen Leuten, gehe weg etc....der Schmerz ist halt noch so wie ein Schatten, ich denke nicht bei jeder Aktion an das Vergangene, die Gedanken kommen bloss hoch, wenn ich alleine zu Hause bin (z.B. am Sonntag) und dann poste ich so etwas und in dem Moment fühle ich auch so!

#200
Hallo Ihr Lieben!

Da bin ich wieder. Ich hatte ein langes und wunderbares Wochenende mit viel Schnee, Sonne und Party. War echt klasse. Erholt bin ich zwar nicht, aber mächtig guter Stimmung. :) )

Ihr habt ja die Tage noch ganz schön weiterdiskutiert. Wahrscheinlich hast du Recht Lisabel, dass ich nicht die Norm bin, was meinen Optimismus angeht. Eine gewisse positive Grundeinstellung ist mir als Geschenk mit in die Wiege gelegt worden und dafür bin ich sehr dankbar. Aber vieles von dem grundlegenden Optimismus und die Zuversicht, dass letztendlich im Leben alles irgendwie gut wird, habe ich mir hart erarbeitet.

Denn risikofreudig bin ich eigentlich gar nicht und selbstbewusst auch nur auf vertrautem Terrain. Vor allen wichtigen Entscheidungen in meinem Leben hatte ich Angst. Grosse sogar. Ich war oft total blockiert und habe es vor mich her geschoben und lieber gar nichts gemacht. Ich habe auch viel Energie darauf verwendet, mir zu überlegen, was alles falsch gehen kann und so weiter. Die Gründe, warum ich dann doch die Kurve bekommen und was Neues probiert habe, waren ganz unterschiedlich. Sehr häufig war es Trotz oder Verdrängung und nur selten auch Vernunft. Also vieles von dem, was du auch gerade fühlst Miomei.

Aber wie Lisabel schon sagt: Wichtig ist, was dabei herausgekommen ist. Jedes Mal wieder bin ich vom Leben überrascht worden indem es viel besser geworden ist, als ich es mir ausgemalt hatte. Ich bin mit geschlossenen Augen ins kalte Wasser gesprungen. Viele Entscheidungen habe ich nämlich ganz spontan und aus dem Bauch heraus getroffen und mir verboten, hinterher noch mal drüber nachzudenken. So habe ich mich zum Beispiel nur auf einen einzigen Studienplatz beworben. Im Nachhinein denke ich: Wahnsinn. Aber damals war es für mich das einzig Mögliche: Eine Entscheidung treffen und dann Augen zu und durch.

Und wisst ihr, was dieses drollige Leben dann mit mir gemacht hat? Es hat mir gezeigt, dass das Wasser gar nicht immer so kalt ist, wie ich es mir gedacht hatte. Natürlich war nicht immer alles super und toll. Einen Neuanfang wagen heisst auch immer grosse Anstregungen auf sich zu nehmen, viel zu investieren und so. Oft ist der Anfang nicht doll. Es braucht eine Weile, bis man Bekannte findet, die einem liegen und noch länger, bis sie zu Freunden werden. Aber es war immer viel weniger schlimm als ich es mir ausgemalt hatte.

Seitdem habe ich angefangen, wirklich an das kölsche Grundgesetz zu glauben, in dem es unter anderem heisst: Es ist noch immer gut gegangen. Das ganze Gesetzt findet ihr unter anderem unter http://koelschakademie.finbot.com/index.php3?seite=133. Ist wirklich lustig und beinhaltet eine Menge Lebensweisheit und Grundoptimismus. ;)

Aber im Ernst: Ich habe festgestellt, dass das Leben sowieso macht was es will. Es kommt oft sowieso anders als ich mir das gedacht hatte. Ich bin ein Mensch, der gerne plan, der gerne alles in der Hand hat und selbst bestimmt, wo es langgeht. Aber dieses Leben hat mich immer und immer wieder gelehrt, dass es sich nicht immer was aus meinen Plänen macht. Manchmal kommt es so, wie geplant, sehr häufig aber auch nicht. Darüber ärgere ich mich oft oder bin auch sehr traurig. Für eine gewisse Zeit muss das manchmal auch einfach sein. Der Frust, die Wut und die Trauer muss raus, sonst verdrängt man nur und kommt nicht weiter.

Aber nach dieser Phase fange ich wie ein kleines dummes Stehaufmännchen an, wieder Pläne zu schmieden. Ich versuche wieder zu planen, zu machen, zu lenken. So bin ich nun mal und nur so geht es mir gut. Aber ich weiss eben mittlerweile auch schon beim Pläne machen, dass nicht alles so kommen wird, wie ich mir das denke und hoffe, dass es mir darum dann leichter fallen wird, wenn es wieder schief geht.

Ich denke, du Miomei bist gerade irgendwo zwischen dieser Phase des Frustes und der Trauer und dem Neuanfang. Vielleicht musst du deine Trauer tatsächlich noch ein wenig mehr rauslassen, um sie dann irgendwann loslassen zu können und dich den neuen Plänen zuzuwenden. Denn nur wenn du das Alte loslässt, kannst du etwas Neues beginnen. Aber loslassen ist eines der schwersten Dinge im Leben. Haben wir ja auch schon vorher mal festgestellt. Und es ist deine grosse Aufgabe im Moment.

Dumm dass es gerade etwas ist, was nicht automatisch besser funktioniert, je stärker man es versucht. Eher sogar im Gegenteil. Deswegen ist es schön zu hören, dass du viel unternimmst und mit anderen Leuten weggehst. Du hast Recht, das ist der Teil deines Lebens, von dem wir nicht so viel sehen und hören und deswegen bedoktoren wir dich vielleicht auch manchmal zu viel und dir geht es eigentlich viel besser als wir es hier manchmal meinen. Das wünsche ich mir auf jeden Fall von Herzen für dich.

Alles Liebe, Eryn :trost:

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