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Meine Familie lebt ohne mich weiter- ich bin enttäuscht und wütend

49 Antworten11'541 AufrufeGestartet von miaflorentine ·

miaflorentineThemenstart
#1
Ich bin 26 Jahre alt und lebe mit meinem Mann und meinem Sohn 3 1/2 Jahre zusammen. Ich bin psychisch und in Folge dessen auch körperlich leider nicht gesund und kann mein Leben nicht so leben, wie ich es mir wünsche. Ich arbeite aber seit Jahren daran, wieder gesund zu werden, bin in therapeutischer Behandlung und erfülle die Säule des Eigenanteils motiviert und zielstrebig.

Was mich derzeit sehr belsatet, ist das Verhältnis zu meinen Eltern. Gestern habe ich mich endlich einmal getraut, dies in einem Gespräch mit meinem Vater anzusprechen. Er hat relativ ruhig und durchaus verständnisvoll reagiert, aber das Resume war:

- Du musst es akzeptieren, wie es ist

- Wir sind nun mal, wie wir aufgrund unserer eigenen Erziehung sind

- Du solltest die Hoffnung auf eine Veränderung nicht in den Heilungsprozess einbeziehen.

Erst Stunden nach dem Gespräch wurde mir bewusst, was mein Vater da eigentlich gesagt hat. Ich hatte Fondue für meinen Sohn und meinen Mann vorbereitet, aber auf einmal konnte ich nur noch weinen. Das Verhältnis ist schon lange so, war auch in meiner Kindheit nicht einfach- besonders zu meiner Mutter. Aber ich hatte ganz fest damit gerechnet, dass ich eine Veränderung anregen könnte, wenn ich Ihnen nur sagen würde, dass es mir wichtig ist.

Die Situation zwischen uns:

Seit ich wegen meiner Angststörung (und weil ich mich in dem Haus meiner Eltern nicht wohl fühle) nicht mehr jeden Sonntag zum essen kommen kann, sehe ich meine Mutter nur noch alle zwei Monate. Sie bringt mir dann aus lauter schlechtem Gewissen irgendwas vorbei- ein Geschenk für meinen Sohn, oder etwas essen- aber ich sehe ihr die Ablehnung schon von weitem an. Sie stürmt in die Wohnung und der Standart-Satz ist: "Ich habe aber nur kurz Zeit" wir reden kurz und weg ist sie.

Dann erhalte ich alle paar Wochen noch einen Anruf, der fast immer mit dem Satz endet "Ich habe das Gefühl, dass sich bei Dir absolut nichts ändert". Das macht mich, je nachdem wie schwach ich mich grade fühle, immer richtig fertig. Ich weine dann meistens und andererseits fühle ich Wut- denn meine Eltern nehmen an meinem Leben nicht teil und haben damit kein Recht, so ein Urteil zu fällen.

Leider ist mein Therapieverlauf ein großes auf und ab, sodass ich mich ihren "Vorwürfen" entsprechend schutzlos ausgeliefert fühle. Das ich stehen bleibe ist auch nicht wahr, dass wissen alle, die an meinem Leben teilnehmen- das sind im einzelnen mein bester Freund, meine Schwiegereltern, mein Mann und mein Therapeut.

Ich gehe Wege, viele und ich habe viel Kraft investiert. Aber meine Eltern wollen, dass ich einen bestimmten gehe: In eine KLinik und Medikamente nehmen.

Grade mein Vater übt enormen Druck aus und sagt mir, ich habe die Pflicht diesen (in seinen Augen Erfolgversprechendsten Weg) zu gehen, weil ich Mutter sei und ansonsten auch mein Mann bald weg wäre- und natürlich für mich selbst.

Bis auf diese Kontakte gibt es nichts.

Es sind meine Schwiegereltern, die Einkäufe erledigen, wenn ich es nicht kann und täglich für ein paar Stunden meinen Sohn nehmen (haben eine Regelung als Tagesmutter). Sie sind es, die immer da sind für mich.

Grade meine Mutter ist voller Schuldgefühle, weil sie mir ihre Liebe nie zeigen konnte. Sie konnte mich als Kind nicht in den Arm nehmen und ich dachte immer, es läge daran, dass ich ekelig wäre. Heute kann ich sie besser verstehen- ich kenne selbst diese starken Gefühle der Ablehnung bei Körperlichkeiten und wie schwer sie zu überwinden sind. Aber ich wünsche mir so sehr eine Mutter, die mütterlich sein kann- gerade weil es mir oft so schlecht geht.

Mein Vater übte schon früher enormen Druck aus. Ich hatte nur wenige soziale und existentielle Mittelpunkte- eines war meine private Ganztagsschule, der andere unser Haus. Meine Eltern haben oft gedroht, mich von der Schule zu nehmen (na gut, ich war wirklich nicht besonders gut und die Schule war teuer) das hat mir oft Angst gemacht. Auch der Hausverkauf, der immer mal wieder zur Debatte stand hat mir Angst gemacht. Mein Vater hat meine Meinung und damit mein Selbstvertrauen nie wachsen lassen. Er ist sehr dominant und verletzend direkt. Als Kind und auch heute habe ich großen Respekt vor ihm.

Als ich in die Pubertät kam, wurde es eisig zwischen mir und meiner Mutter. Ich habe mich natürlich ganz Tenniegemäß furchtbar verhalten, aber sie konnte es nie mütterlich großherzig nehmen. Sie hat mich regelrecht auf eine Ebene mit sich gestellt und alles persönlich genommen.

Dann wurde mein kleiner Bruder geboren, ich war 15. Meine Mutter hatte bereits ein Kind verloren, vor vielen Jahren und in kindlicher Ehrlichkeit hatte ich damals gesagt "Mama, ich bin auch ein wenig froh, dass ich weiterhin allein euer Kind bin"

Ihr Antwort darauf kam Jahr später. "Ich bin schwanger und es ist mir sch... egal, was Du davon hältst"

Das war für mich der Moment mich loszumachen. Vorher hatte ich meine Eltern verehrt, mein zu Hause geliebt, nie woanders geschlafen aus Heimweh und war oft durch unseren Wald gegengen und hatte vor lauter Glückseeligkeit vor mich hin gemurmelt, wie dankbar ich war. Das meine Eltern mir bei jeder Gelegenheit undankbarkeit vorwarfen, ist ein weiterer Punkt, der mich sehr verletzt hat.

Kurz darauf teilten meine Eltern mit, dass mein Vater versetzt werden würde. Sie verkauften das Haus und wollten weit weg ziehen. Mein Vater fragte, ob ich mitziehen wollte, aber ich hatte hier meine Freunde und meine Ausbildung und wollte nicht. Mein Mutter war erleichtert und setzte sich für "mich" ein, damit mein Vater meine Entscheidung respektierte.

Damals war meine Krankheit gerade auf dem Höhepunkt. Ich war auf einer Auslandsreise krank geworden und hatte keine medizinische Hilfe, weswegen ich tagelang dachte, ich müsse sterben. Von dieser Todesangst habe ich mich nie erholt. Ausserdem wandelte sich meine Beziehung gerade in eine furchtbare Gewaltbeziehung. Ich kannnicht begreifen, dass meine Eltern mich allein gelassen haben.

Ich quälte mich dahin, machte meine Ausbildung. Trennte mich irgendwann von meinem Freund, nachdem er mir mehrere Rippen gebrochen hat, sowie das Handgelenk. Meine junge dynamische Oma starb völlig überraschend und kurz danach mein Opa. Damit waren meine einzigen Bezugspersonen fort und der Tod schien mich nicht loszulassen. Wenige Zeit später verunglückte einer meiner engsten Freunde tödlich und ich fühlte mich schrecklich.

Vor vier Jahren kamen meine Eltern zurück und kauften ein Haus. Erst freute ich mich und weil ich schwanger war, erwog mein Vater ein Zimmer für mich einzurichten. Als ich mit Mama darüber sprach sagte sie völlig entgeistert " Also H..., du hast doch nicht ernsthaft geglaubt. dass Du hier wieder einziehen kanns!" Ich weiß, der Gedanke war für sie so abstoßend, dass es ihr einfach herausgerutscht ist. Das hat mich sehr verletzt.

Während der langen und schmerzhaften Geburt bat ich meinem Mann, meine Mutter anzurufen- ich hätte si so gerne an meiner Seite gehabt. Aber sie ließ verlauten, sie hätte Kundentermine in der Parfümerie, die sie nicht absagen könne.

Und nun habe ich lange geträumt, man könnte etwas verändern. Bis Gestern. Ich sagte Papa, dass ich es bedaure, dass Mama immer nur mit der Ablehnung ins Gesicht geschrieben käme für fünf Minuten und dass ich so einsam bin und gerne mal Sonntags Besuch hätte. Papa sagte, Mama wäre auch jedes mal total frustriert, wenn sie von mir käme und sie hätte Schuldgefühle. Das es schön wäre, dass sich meine Schwiegereltern so kümmern würden, aber sie seine eben anders und kennen das von ihren Eltern auch nicht so und das müsse ich akzeptieren. Sie hätten mit ihren Eltern gar kein Kontakt mehr gehabt, nach dem Auszug. Ich sagte aber es ginge ja auch anders, in anderen Familien und mein Vater entgegnete, dass er und Mama aber eben nun mal so wären, wie sie sind.

Es läge auch an meiner Krankheit und meine Schwiegereltern hätten eben mehr Abstand, weil es keine gemeinsame Geschichte gäbe. Ich sagte ihm, sie würden die Familie ohne mich weiter leben und ich gehöre schliesslich auch dazu. Seine Antwort: er sei manchmal schon mit dieser kleinen Familie überfodert und ihn und Mama würde das Leben anstrengen und er sei ausgelastet mit seinem Job.

Als ich sagte. man könne doch an dem Verhältnis zwischen Mama und mir arbeiten, weil es ihr und ihrem schlechten gewissen sicher auch gut tun würde, sagte er, er glaube nicht daran und dass das meine Krankheit auch erschweren würde. Und ich solle eine Veränderung zwischen uns nicht in meinen Heilungsprozeß integrieren.

Ich habe mich fröhlich verabschiedet.

Aber ich bin tief getroffen. Ich weiß, mein Text ist lang und nicht so interessant wie viele Geschichten. Aber ich wäre so dankbar, über Gedankenansätze.

#2
Und ich solle eine Veränderung zwischen uns nicht in meinen Heilungsprozeß integrieren.
Oh doch, das solltest Du. Nämlich indem Du Abschied von einer Familie nimmst, die Dich nicht als eigenständiges Individuum achten und respektieren, sondern Dir lediglich Deine Funktionsfähigkeit vorschreiben wollen.
Ich kann mir vorstellen, wie ungemein hart diese Antwort für Dich klingen mag, aber die Antwort hast Du bereits von Deinem Vater erhalten. Wenn Du ernsthaft heilen willst, wird Dir nichts anderes übrig bleiben als Abschied von dieser Familie und diesen Familienverhältnissen zu nehmen aus der letzten Endes Deine psychischen Probleme resultieren.

Hast Du denn Unterstützung von Deinem Mann? Akzeptiert er Dich?

#3
Vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe große Unterstützung von meinem Mann und meinen Schwiegereltern. Aber ich habe Angst, mich daran festzuhalten. Ich befürchte, wenn es mal zerbrechen sollte, zerbreche ich gleich mit. Ich habe Angst, mich noch mehr Abhängig zu machen, wenn ich mich auf die Liebe meines Mannes konzentriere. Gestern Abend sagte er zu mir "Schatz, Du hast Deine eigene kleine Familie, die Dich über alles liebt!" Aber wir hatten auch schon viele Probleme im Laufe der Jahre und ich habe schon einmal mit meinem Exfreund erlebt, dass die sogenannte Liebe zwischen Mann und Frau ganz plözulich enden kann.

Ich schaffe es nicht, mich gegen meine Eltern abzugrenzen. Solange wir Kontakt haben bin ich jedes Mal wieder verletzt. Und ich bringe es nicht übers Herz, den Kontakt abzubrechen und zwar weil ich weiß, dass ich ihnen jede Chance nehme, ihr schlechtes Gewissen wenigstens oberflächlich zu beruhigen.

Und weil ich ein gutes Kind war und einfach nicht begreifen kann, warum es nicht anders geht. Das sind MEINE Eltern. Ich habe immer um ihre Liebe gekämpft.

#4
Was ich verstehe ist, das Warum. Tatsache ist aber, daß dieser Kampf aussichtslos ist. Deine Eltern werden Dich nicht als den Menschen anerkennen der Du bist. Nicht nur, daß Du es an ihrem verhalten ablesen kannst, sie geben es sogar offen zu. Jeder Kontakt wird alles was Du in Deinen Therapien erreichst sofort wieder zu nichte machen. Solange Du weiterhin versuchst, Dich selsbt so zu formen, wie Deine Eltern es wollen, um ihre Liebe zu erhalten, die Du sowieso nicht in der Form wie Du es wünscht erhalten wirst, solange wird jeder heilungsversuch aussichtslos bleiben.

Kontakt zu Deinen Eltern kannst Du später wieder haben, wenn Du insegesamt stabiler bist und Dich das nicht mehr umhaut, weil Du anerkennen kannst "Die sind halt so" - dazu bist Du aber noch gar nicht abgenabelt genug.

Dein Mann und Deine Familie, ich meine damit NICHT Deine Eltern stehen zu Dir. Wenn Du aus Angst nicht auf sie baust, stehst Du dadurch letzten Endes Dir, Deinem Mann, Deiner Familie und Deiner Heilung im Weg. Stütz Dich auf die menschen die Dich stützen und renne nicht denen nach, die dieses Dilemma überhaupt erst verursachen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung wie hart das in den ersten Schritten ist, aber wenn Du wirklich heilen und Dich besser fühlen willst, ist das der Weg! Und er ist lohnenswert. Ich kann heute wieder sporadischen kontakt zu meinen Eltern haben, ohne daß ich darunter ernsthaft leide, halte aber Abstand, eben weil meine Eltern mir nicht gut tun. Auch Verwandschftsverhältnis ersten Grades gibt Niemandem das Recht sich der Persönlichkeit eines anderen zu bemächtigen. Und das tun Deine Eltern!

#5
Ich habe Angst (mir fällt grade mal auf, wie oft ich das Wort benutze) im Unrecht zu sein und meinen Eltern Unrecht zu tun! Vielleicht ist alles ganz anders, als ich es empfinde. Ich habe jetzt schon wieder ein schlechtes Gewissen, nachdem ich meinen Text durchgelesen habe :(

Es fällt mir schwer, abzuwägen. Überwiegen die Dinge, die mich traurig machen und treffen, oder die guten Dinge? Ich freue mich zB immer sehr, ihnen zu erzählen, wenn es etwas neues gibt und ich lege besonders großen Wert auf ihren Rat. Wie sollte ich Ihnen erklären, dass ich eine Zeit lang kein Kontakt haben möchte? Und was, wenn meine Ehe zerbricht- dann habe ich Niemanden. Vielleicht sind meine Eltern dann so getroffen, dass ich diesen Schritt nie wieder rückgängig machen kann.

#6
Ich habe Angst (mir fällt grade mal auf, wie oft ich das Wort benutze) im Unrecht zu sein und meinen Eltern Unrecht zu tun!
Kann ich nachvollziehen. Diese Schuldgefühle und Ängst wurden Dir ja mehr oder weniger implantiert. Letztlich fehlt Dir ja die Erlaubnis, Dich als eigenständiger Mensch aus der Abhäbngigkeit Deiner Eltern lösen zu dürfen. Ich könnte das jetzt ausbauen, dafür denke ich aber ist das die falsche Plattform. Selbst wenn Du beginnst, Dich abzunabeln, wird Dir das erstmal ungemein weh tun und Deine Ängste und Schuldgefühle werden sich verstärken. Erstmal. Deine Eltern werden ihr übriges dazu tun, damit sich diese Ängste und Schuldgefühle weiter verstärken. Dennoch ist es eine Tatsache, daß Du nichts ändern kannst, solange Du selbst das Abhängigkeitsverhältnis zu Deinen Eltern nicht durchbrichst. Jeder muß da irgendwann durch, wenn er selbst leben möchte. Die deren Eltern, eine Abnabelung erlauben haben es nur einfacher, denn sie werden von ihren Eltern ja in ihrer Eigenständigkeit unterstützt.

Wie sollte ich Ihnen erklären, dass ich eine Zeit lang kein Kontakt haben möchte?
Ehrlich Antwort? Gar nicht. Der Erklärungsversuch ist zum Scheitern verurteilt und unnötig. Er dient ja nur dazu, daß Du wieder eine Erlaubnis willst.

Und was, wenn meine Ehe zerbricht- dann habe ich Niemanden.
Und was wenn Deine Eltern sterben? Wo bist Du gerade, bleib mal im Jetzt und Hier!

Vielleicht sind meine Eltern dann so getroffen, dass ich diesen Schritt nie wieder rückgängig machen kann.
Das Ziel ist, daß Du diesen Schritt selbst nie wieder rückgängig machen willst. Auch wenn Dich das hart trifft, Du bist erwachsen. Es wird nie den Tag geben, an dem Du in Dein Kinderzimmer einziehen kannst und Deine Eltern Dich liebevoll umsorgen.
bearbeitet #7
Meine Antwort mag hart und lapidar klingen, aber das, was du hier ansprichst, ist eigentlich eine Sache, die du mit deiner Therapeutin klären solltest. Dieses Thema kann sehr gut Bestandteil (d)einer Therapie sein.

Du wirst deine Eltern nicht mehr zu irgendwelchen Zugeständnissen bewegen können. Dann liegt es an dir, dass du mit dieser Situation umzugehen lernst.

Sicherlich tut es weh zu erkennen, dass die Eltern ein anderes Lebensbild haben als man selbst. Dass auch irgendwo der gewünschte Zusammenhalt in der Familie nicht vorhanden ist.

Auch wenn es dir schwer fällt, aber leg mal eine Kontaktpause von mehreren Wochen bzw. Monaten ein. Dir wird es gut tun. Du wirst merken, dass du sie doch nicht soo sehr brauchst. Das du auch alleine klar kommst.

Irgendwie klingt es aus deinen Postings heraus, als würden deine Eltern wollen, dass du dich abnabelst. Ist allerdings schwer zu verstehen, da du ja eigentlich schon selbständig bist. Was du möchtest, ist Hilfe und Beistand in schwierigen Situationen. Völlig normal, dass man da die Familie um Hilfe bittet. Aber offenbar nicht so ganz für deine Eltern. Es wirkt, als könnten sie nicht mit deiner Situation, speziell mit deiner Krankheit umgehen.

PS:

aus der letzten Endes Deine psychischen Probleme resultieren
Die Frage geht sowohl an dich, liebe Mia als auch an Berta: Ist das wirklich so, dass nur aus deinen familiären Verhältnissen deine psych. Probleme resultieren? D.h. Berta frag ich eher, woraus sie das gelesen hat. ;)

#8
Liebe Charlies Berta,

Vielen Dank für Deinen Beitrag und Deine PN! Deine ehrlichen Worte helfen mir und tun gut, denn in mir selbst fühle ich nur Unsicherheit. Ich kann doch nicht ohne Erklärung den Kontakt abbrechen, sowas macht man doch nicht!? Irgendwann werden Sie sich melden und dann werde ich sie verletzen, wenn sie nicht wissen was los ist. Dann doch lieber offen und ehrlich sagen, dass ich erst mal Zeit für mich möchte um ein bisschen Abstand zu finden und die Aussagen zu verdauen.

Ich wollte wirklich mal bei allem Ihre Zustimmung. Was dummes bei der Arbeit passiert- ich fühlte mich erst besser, wenn ichs meinen Eltern erzählt hatte und sie mir zugestimmt haben. Aber das hat sich verändert. Vielleicht ist ein Kontaktabbruch ja nur eine Strafe? Vielleicht will ich Ihnen damit nur etwas heimzahlen, wenn ich mich doch dazu überwinde....!

Ich habe mich damals von meinen Eltern entfernt und losgelöst und in eine fatale Beziehung gestürzt. Er hat mich schlecht behandelt, aber ich konnte immer nur daran denken, dass er das einzige ist, was ich habe auf der Welt. Ich habe Angst, dass ich wieder darein gerate- auch wenn mein Mann liebevoll und zärtlich ist.

"Es wird nie den Tag geben, an dem Du in Dein Kinderzimmer einziehen kannst und Deine Eltern Dich liebevoll umsorgen" Ich wünschte, genau das würde eintreten. Ich fühl mich nicht bereit für dieses Leben

Liebe Tilly,

vielen Dank auch Dir. Ich habe diese Thematik schon in der Therapie angesprochen. Mein Arzt meinte, es sieht für ihn so aus, als wollten meine Eltern, dass ich wieder funktioniere "Macht unsere Tochter heil!" Es war auch mal ein Treffen zusammen geplant, zu dem meine Eltern auch bereit waren, aber dazu ist es nie gekommen. Mittlerweile sind wir über diese ganze Analysenschwelle weg und mein Arzt macht jedes Mal deutlich, dass wir die Zeit nutzen sollten, um krankheitstechnisch voranzukommen. Im Moment habe ich sogar gar keine Termine, weil mein Arzt das Kontingent schonen will und meint, ohne Medikamente werde ich nicht gesund und erst wenn ich die nehme geht es weiter :(

Mein Vater meinte, während Mama sich schuldig fühlt hat er das nicht. Er sagt, dass andere Kinder eine ganz traumatische Kindheit haben und trotzdem nicht so krank werden.

Ja, meine Mutter kann nicht damit umgehen, weil sie sich schuldig fühlt, jedes Mal wenn sie mein "Elend" sieht.

Und mein Vater kann nicht verstehen, dass ich nicht endlich in eine Klinik gehe. Für ihn ist es selbst gewähltes Leid deswegen. Und "man kann nicht erwarten, dass die Familie ewig da ist!"

#9
Ich kann doch nicht ohne Erklärung den Kontakt abbrechen, sowas macht man doch nicht!?
Schön auswendig gelernt. Das Erbe der Erziehung. Sowas macht man doch nicht. Ich kann doch nicht...
Das sind Schlüsselsätze. Solltest Du aber in Deiner Therapie längst gelernt haben.

Es geht nicht um das was Du vorhast oder nicht, sondern um die Motivation dahinter. Willst Du Deinen Eltern den Kontaktabbruch aus Respekt mitteilen und gut - prima. Bescheid sagen, Kontakt abbrechen unabhängig der reaktion der Eltern. Könntest Du das, wenn Mama Dich mit großen Augen ansieht und sagt "Kind, was tust Du uns an?"

Willst Du Deine Eltern um Erlaubnis fragen, weil Du etwas tun willst was Du nicht "darfst"? - ganz schlecht.

Mein Arzt meinte, es sieht für ihn so aus, als wollten meine Eltern, dass ich wieder funktioniere "Macht unsere Tochter heil!"
Seh ich genauso. Allein das verhindert schon, daß die Therapie etwas bringen kann. Du solltest daran erkennen, wie Deine Eltern ticken. Autos werden auch in die Werkstatt gebracht, wenn sie nicht mehr funktionieren. Es gibt nur wenig, was noch traumatischer ist als wie ein Ding behandelt zu werden.

Er sagt, dass andere Kinder eine ganz traumatische Kindheit haben und trotzdem nicht so krank werden.
Siehst Du, wie Dein Vater Dich als eigenständige Person gar nicht wahrnimmt? Das schließt das Verbot Du selbst zu sein mit ein. Denn eigentlich müßtest Du laut seiner Ansicht ja anders sein als Du bist. Er weiß also besser wie Du zu sein hast. Das ist ein indirektes Abnabelungsverbot. Denn abgenabelt, dürftest Du selbst entscheiden wer oder wie Du bist.

"Es wird nie den Tag geben, an dem Du in Dein Kinderzimmer einziehen kannst und Deine Eltern Dich liebevoll umsorgen" Ich wünschte, genau das würde eintreten. Ich fühl mich nicht bereit für dieses Leben
Das ist relativ verständlich, denn Du bist nicht abgenabelt und damit nicht selbständig als Individuum. Irgendwo wurde Dein Abnabelungsprozess, der bereits mit ca. 3 Jahren beginnt unterbrochen und konnte nicht fortgesetzt werden. Das ist jetzt nicht abwertend, aber Du fühlst Dich dadurch wie ein Kind im Körper eines Erwachsenen und bist deswegen auch von Deinen Eltern abhängig. Jetzt kommen wir aber wirklich in einen Bereich, der hier nicht mehr angebracht ist und deswegen werde ich das hier auch nicht weiter ausführen.
#10
Ich bin mir ganz sicher, dass meine Mutter so nicht reagieren würde. Statt dessen würde sie sagen "dass musst Du wissen", oder "wenn Du meinst, dann musst es eben so machen!" Ich werde darüber nachdenken, ob es mir besser gehen wird, ohne Kontakt. Aber ich denke mein Primärziel wird sein das Gespräch noch einmal aufzugreifen und meine Meinung zu sagen. Ich stelle mir vor, dass die Basis sein wird, dass ich seine Aussage akzeptiere, aber enttäuscht bin und finde, dass sie es sich zu einfach machen. Und ich werde mir auch nicht verkneifen, dass ich meinen Sohn so nie, niemals behandeln werde.

Ich versuche objektiv zu sein. Warum sollen Eltern sich jahrelang herunter ziehen lassen, weil ihre Kind ein "selbstgewähltes" Schicksal fristet und sich nicht durchringen kann, die "notwendigen" Schritte zu gehen. "Man kann die Familie/ sein Umfeld eben nicht ewig belasten!"

Ich denke, dass auch Eltern sich abgrenzen müssen. Aber es muss doch einen Mittelweg geben. NIE werde ich meinen Sohn jemals im Stich lassen und ihm soetwas sagen. NIE NIE NIE. Ich werde sagen "Heute brauche ich mal eine Auszeit, sonst zehrt es mich auf, die Sorge um Dich, aber Morgen bin ich wieder da und steh Dir bei!"

Das mich der Einfluss meiner Eltern daran hindert, gesund zu werden kann ich mir nicht vorstellen. Einfach weil sie eben gar nicht an meinem Leben teilnehmen. Und von dieser Meine-Eltern-sind-Schuld Schiene bin ich seit Jahren runter. Sie haben Fehler gemacht (und das schlimmste ist, sie machen es weiterhin) aber darauf kann ich mich nicht immer berufen. Ich bin erwachsen- auch wenn ich mich nicht immer so fühle.

Ich wollte Dich gar nicht nötigen, noch näher auf die Abnabelungsproblematik einzugehen :)

Aber nein, ich sehe nichts von dem, was Du geschrieben hast davon, dass ich nicht genommen werde, wie ich bin. Natürlich spüre ich, dass meine Eltern wollen, dass ich anders bin- gesund eben (und wer weiß was noch). Aber ansonsten ist mein Kopf wie Watte, wenn ich versuche dahingehend irgendeine Erkenntnis zu bekommen. Vielleicht, weil ich es wirklich nie sein durfte. Eine eigene Meinung, wenn sie anders war als seine, war immer "Schwachsinn" und ich war "undankbar" und habe "nie irgendwas durchgezogen" "schlampig" im Sinne von unordentlich und mein Vater machte sich stets ernsthafte Sorgen über meine "lebensfähigkeit". Für mich war dass, solange ich denken kann die Wahrheit. Er hatte zweifellos Recht.

Ich erinnere mich daran, als ich meinem Vater erzählt hatte, dass mein Exfreund mich geschlagen hat, während der Beziehung. Mir blieb nichts anderes übrig, denn ich musste seinen besten Freund, ein bekannten Anwalt, damals um Hilfe bitten, denn meine Eltern waren schon fortgezogen (und ich glaube, ich hätte mich auch nie getraut meinen Vater um Hilfe zu bitten) Sein bester Freund zahlte mich aus (Kaution, Auto, Miete) erwirkte eine Unterlassungsklage- dass mein Ex sich nicht mehr nähern durfte und zahlte mir die Miete ein halbes Jahr im Voraus, sowie eine neue Karte fürs Handy, ein neues Schloss, das ganze Programm.

Mein Vater gab dazu nur zwei Kommentare "Selbst Schuld" und "Solche Frauen geraten meist ihr Leben lang an solche A..... hoffen wir, dass Du die Kurve bekommst!" Das ist eben meine Vater. Absolut direkt. Aber ich komme damit immer noch wesentlich besser klar, als mit meiner Mutter und ihren Ekelgefühlen vor mir.

Falls noch Jemand mitliesst- ich würde mir für ein weiteres Gespräch Rüstzeug wünschen. Irgendetwas, was ich erwidern kann. Denn das möchte ich in jedem Fall tun und danach werde ich überlegen, ob eine zeitlang Abstand mir nicht wirklich gut tun würde.

bearbeitet #11
Ich versuche objektiv zu sein.
das kann man nur sehr schwer, wenn man selbst drin steckt.

Ich denke, dass auch Eltern sich abgrenzen müssen.
müssen tun sie nichts, du kannst nicht deine eltern erziehen. aber du kannst dich selbst abgrenzen.

NIE werde ich...
sag niemals nie ;)

Das mich der Einfluss meiner Eltern daran hindert, gesund zu werden kann ich mir nicht vorstellen. Einfach weil sie eben gar nicht an meinem Leben teilnehmen.
auch das nicht-teilnehmen und desinteresse kann ein einfluss sein.

Sie haben Fehler gemacht (und das schlimmste ist, sie machen es weiterhin)
was ist daran schlimm? jeder macht fehler. wieso hast du das recht über sie zu urteilen, wenn du von ihnen auch nicht verurteilt werden willst?

Natürlich spüre ich, dass meine Eltern wollen, dass ich anders bin- gesund eben (und wer weiß was noch).
das erinnert mich an den film forrest gump, wo jeder dem jungen erzählt hat, er sei ein krüppel und die mutter war die einzige, die ihm sagte, er sei komplett gesund.

somit sah er sich immer als einen gesunden menschen. weil er es glaubte, war er es. weil du glaubst krank zu sein, bist du es auch, denn nur dein denken zählt.

Für mich war dass, solange ich denken kann die Wahrheit. Er hatte zweifellos Recht.
so ging es mir mit meinem dad in der kind- und jugendzeit auch bis mein drang der eigenen meinung so groß wurde, dass ich es nicht mehr aushielt. es vermieste die beziehung und zerstörte sie am ende fast. du kannst ihn nur so annehmen wie er ist aber du kannst ihn nicht zwingen so zu sein wie du ihn dir wünschst.

recht haben wollen macht einen manchmal unglücklicher als man denkt. deine eltern haben vielleicht mehr probleme als du denkst, vielleicht wollen sie dich auch davor schützen. dein dad sagt es ja, er ist so wie er ist, er kann nicht aus seiner haut. er kann und will sich nicht ändern. sie haben mehr mit sich zu kämpfen und haben mehr vorurteile als zb, wie er schon erwähnte, deine schwiegereltern.

ja er ist ehrlich. das ist eine seiner tugenden. schätze das an ihm. danke ihm dafür. danke deinen eltern dafür was sie tun und nicht tun.

es braucht viel selbstüberwindung, ihnen ihre fehler zu vergeben.

ich habe mich eines tages dafür entschieden, zu vergeben und dad hatte sich in der zwischenzeit auch verändert, von allein. wir haben wieder ein großes stück zueinander gefunden. mein dad hat selten was mit meinem leben zu tun, ich skype nur mit meiner mum und schwester, ich frage mum nicht, ob er sich für mich interessiert oder nicht. ich weiß, er liebt mich und ich liebe ihn, und diese liebe im herzen zu tragen reicht mir. es macht mich glücklich und ich kann mein leben leben ohne angst zu haben, er denkt nicht an mich. ich bin mir einfach sicher, dass er es tut, auch wenn ich es nie in irgendeiner art höre oder spüre.

jeder hat seine kindheitsgeschichten. jeder hat seine eigene zeit, den 'richtigen' abstand zu seinen eltern zu finden.

ich spüre in deinen texten immer eine innere unzufriedenheit der haltung deiner eltern dir gegenüber. solange du nicht damit klar kommst, sie so anzunehmen wie sie sind, funktioniert es nicht. mit druck kommt man da weniger weiter als mit loslassen. mache selbst den ersten schritt.

#12
Liebe Hearthflower,

vielen Dank für Deine Zeit und Mühe.

Du hast recht, dass ich mich selbst abgrenzen muss- aber ich kann es nicht. Es trifft mich jedes Mal erneut, wenn ich mich abgewiesen fühle.

Und ja, man sollte niemals nie sagen!

Was daran schlimm ist? Sie fühlen sich schuldig- zumindest meine Mutter, sie nehmen sich das recht Druck auszuüben, aber stehen mir nicht bei. Und ich finde es schlimm, dass mein Vater Sätze sagt wie "wir sind eben so und kennen es nicht anders von unseren Eltern!" Ich soll ja auch nicht bleiben, wie ich bin. Akzeptieren muss ich es sowieso, aber nicht wortlos hinnehmen. Ich möchte einmal kontern können und meine Meinung sagen, all dass, was sich angestaut hat ohne mich unsicher und klein zu fühlen- und im Anschluss dann als hätte ich Unrecht in jeder Hinsicht gehabt. Ich möchte einen Befreiungsschlag.

Ich sage doch, ich gebe ihnen keine Schuld, obwohl ich weiß, dass sie viele Anteile an meinem heutigen Zustand haben. Aber ich weiß auch, dass man nun mal Fehler macht und sie es so gut gemacht haben, wie sie eben konnten. Ich ruhe mich auch nicht darauf aus, sondern kämpfe und versuche gesund zu werden, trage die Verantwortung für mich! Aber dass sie weiter machen, wie bisher, obwohl ihnen bewusst ist, dass es nicht richtig ist: das kann ich nicht verzeihen! Und warum soll ich dann so tun? Das macht doch krank.

Ich werde irgendwann bereit sein loszulassen, aber grade ist es noch so frisch!!! Der Zustand ansich zwar nicht, heißt die Kontaktsituation, aber ich war mir immer sicher, dass beide bereit sind daran zu arbeiten, wenn ich ihnen sage, dass es mir wichtig ist.

Meine Mutter würde dazu auch eine ganz andere Stellung nehmen, da bin ich sicher. Aber damit, dass sie mehr Zeit mit mir verbringen wäre es nicht getan. Sie müsste bereit sein mal auf sich zu schauen, warum sie diese Gefühle hat. Und ich muss gesund werden.

Sie machen ja eh schon eine Familientherapie mit meinem kleinen Bruder. Einfach so, weil mein Bruder so unsicher ist und wenig Selbstbewusstsein hat. Und sie wohl vermeiden wollen, dass er wird wie ich- verständlicher und ja auch richtigerweise.

#13
Bei all dem Verständnis, möchte ich mal eine Lanze für Deine Eltern brechen.

Du bist (wieder einmal) in einem Thema sehr engagiert, dass von Dir im Grunde total ablenkt. Jetzt sind also Deine Eltern dran.

Ich muss sagen, dass ich Deinen Vater ein Stück weit bewundere.

Er hat relativ ruhig und durchaus verständnisvoll reagiert
In der Regel leugnen Eltern, dass es jemals so war wie das Kind es schildert. Dann hast Du viel mehr als andere Menschen. Du hast Deinen wirklich bewunderswerten Ehemann, der Dir zur Seite steht, den Du in anderen threads aber auch schon ganz anders dargestellt hast. Dann hattest Du letztens die Seelenverwandschaft mit dem Drogenabhängigen, die Dein Mann auch toleriert hat. Du hast also jemanden der scheinbar wirklich rückhaltlos zu Dir zählt.

Dazu kommen Dein bester Freund und Deine Schwiegereltern. Außerdem Dein Kind. Du bist also gut aufgehoben.

Viele Menschen sind ein Leben lang mit ihrer Beziehung zu den Eltern beschäftigt, aber so wie Du es darstellst, versuchst Du unbedingt bei Ihnen etwas zu verändern. Du möchstest, dass Deine Deine Mutter sich heilt um bei Dir eine Veränderung zu erzielen.

Ich verstehe nicht so ganz was Dein Ziel ist.

Aber dass sie weiter machen, wie bisher, obwohl ihnen bewusst ist, dass es nicht richtig ist: das kann ich nicht verzeihen!
Was gibt es daran zu verzeihen? Es ist ihr Leben und Du suchst weiter den Kontakt um Deine Eltern irgendwie dazu zu bringen, das Kind in Dir wahrzunehmen und zu trösten.

Und ich finde es schlimm, dass mein Vater Sätze sagt wie "wir sind eben so und kennen es nicht anders von unseren Eltern!"
Das ist wenigstens ein ehrliches Eingeständnis seines Unvermögesn. Besser als wenn er Dir die Schuld gibt. Auch finde ich es interessant, dass Du Deine Mutter während der Geburt an Deiner Seite haben wolltest. Normalerweise machen das Frauen, die mit ihrer Mutter sehr eng verbunden sind. Du fühlst Dich von ihr abgelehnt.
Mich wundert es, dass niemand diesen Satz aufgegriffen hat:

Im Moment habe ich sogar gar keine Termine, weil mein Arzt das Kontingent schonen will und meint, ohne Medikamente werde ich nicht gesund und erst wenn ich die nehme geht es weiter
Also sagt Dein Therapeut das göeiche wie Dein Vater? Obwohl Dein Therapeut gleichzeitg erkennt, dass Deine Eltern eine Tochter wollen, "die funktioniert".
Was erwartest Du denn von einem Gespräch? Was für ein Rüstzeug möchtest Du haben? Wie gehst Du mit Deinem Kind um? Meine Schwester sucht auch noch in Vergangenheit nach Heilung, macht Familienstellen und noch alles mögliche. Und möchte in der Zukunft mit ihren Kindern ganz anders umgehen als sie es erlebt hat, sie vergisst dabei aber gewaltig die Gegenwart. Ich frage mich das, dass weil Du schreibst, dass Du beim Abendessen weinend zusammengebrochen bist.

Es geht nicht darum ob Du erwachsen bist oder nicht oder Dich so fühlst oder nicht, aber die Zeit, dass Du ein Kinderzimmer bei Deinen Eltern hast ist lange vorbei. Und wie oben schon von allen gesagt, es ist auch nicht rückgängig zu machen. Du wirst aber Deine Probleme aus der Vergangenheit nicht lösen können. Du wirst vor allem Deine Eltern nicht dazu bringen können, so zu werden wie Du sie haben willst. Hart ausgedrückt möchtest Du auch nur, dass Deine Eltern "funktionieren".

Ich habe keinen Ratschlag wie es funktionieren soll, ich sehe es ähnlich wie heartflower:

jeder hat seine kindheitsgeschichten. jeder hat seine eigene zeit, den 'richtigen' abstand zu seinen eltern zu finden. ...solange du nicht damit klar kommst, sie so anzunehmen wie sie sind, funktioniert es nicht.

Und nun habe ich lange geträumt, man könnte etwas verändern.
Du kannst was verändern, wenn Du aufhörst davon zu träumen, dass Du Deine Vergangeheit verändern kannst.
#14
Liebe Justine, danke für Deine Antwort, auch wenn sie (mal wieder) an mir nagt.

Wenn ich mich nicht irre möchtest Du andeuten, dass ich mich mal wieder in eine Problematik hineinsteigere?

In Bezug auf meine Bekanntschaft mag das zutreffend gewesen sein- was ich aber ja auch zügig und reflektiert erkannt habe und daraufhin, nach dem die Erkenntnisse mich sehr geschmerzt haben, loslassen konnte und wollte. Und es ist mir wichtig zu sagen, dass ich danach nicht alles hingeworfen habe, sondern immer noch gelegentlich Kontakt habe- distanziert und doch anteilnahmsvoll. Ich finde, ich habe dahingehend eine gute Entwicklung durchlaufen.

Mein Mann ist ein anderes Thema und die Problematik immer noch aktuell. Allerdings leben wir zusammen und meine Aufgabe ist, zu akzeptieren wie es ist. Das fällt mir schwer!

In dieser Sache jedoch.... Ich habe gerade Vorgestern ein noch nie dagewesenes Gespräch gehabt. Es ist nicht so, als ob ich den ganzen Tag daran herumdenke, ich trage hier nur meine Gefühle und Gedanken zusammen. Ich schaue nicht auf mich? Das empfinde ich völlig anders. Viele sind wesentlich unreflektierter und haben überhaupt keine Anteile von Verständnis in sich, wenn sie enttäuscht, oder verletzt sind. Ich bin sehr, sehr bemüht mir kein subjektives und meiner alleinigen Vorstellung entsprechendes Bild zu basteln.

Ich sehe nicht, was Dir daran erwähnenswert bewundernswert erscheint. Ich habe das Gespräch ganz lieb und ohne jeden Vorwurf damit begonnen, dass ich mir wünschen würde, man könnte an der Beziehung zu meiner Mutter und mir etwas zum positiven verändern. Es war mein Vater, der sofort auf das "wir sind so" und das musst Du akzeptieren übergesprungen ist. Er hatte Verständnis für meine Wünsche, aber davon habe ich nicht viel, wenn er gleichzeitig sagt er ist nicht bereit etwas zu verändern. Ich habe nie von ihnen allein gesprochen. Und ausserdem finde ich es ganz schön daneben, von Jemandem der von mir so eine Menge erwartet. (an Veränderung) Ausserdem sehe ich nicht, wo über ein "Wir sind halt so" hinaus ein großes Eingeständnis da sein sollte. Er sagte doch ganz klar, im Gegensatz zu Mama denkt er nicht, dass sie "Schuld" seien- andere hätten schliesslich viel schlimmeres erlebt und seien auch nicht Angstkrank. Und nun bitte nicht denken, dem seien irgendwelche Vorwürfe vorangegangen!!! Dem ist nicht so!! Ich erwiderte daraufhin auch, dass ich ihnen nicht die Schuld gäbe, sondern ausschlaggebend die Dinge waren, die danach kamen. Ich sagte eine gewisse Basis sei wohl gelegt worden, weil ich schon damals große Ängste hatte, als ich befürchtete das Haus würde verkauft werden, oder als sie mir drohten mich von der Schule zu nehmen (ich hatte panische Ängste vor einer neuen Klasse, denn in meiner Schule ist man ein Schulleben lang mit den selben Leuten zusammen) Daraufhin sagte er, man müße Kindern ja auch einen gewissen Druck machen, weil man sonst keine Möglichkeiten hat. Ich dachte ich sei damit fair gewesen.

Ja, ich bin gut aufgehoben, dass ist war. Klinge ich denn dahingehend chronisch unzufrieden?

Ja, mein Mann tut vieles für mich und auch vieles was nicht gut ist. Er ist für mich da, aber ich kann das nur kurzweilig annehmen, weil genauso Morgen schon meine ganze "eigene kleine Familie" zusammenbrechen kann, wenn sich wieder Abgründe auftun wie Lügen , oder Betrug. Ich weiß, was ich habe, ich weiß aber auch, dass ich nie wieder in eine Situation kommen will wie damals, als ich versucht habe die fehlende Liebe meiner Eltern über einen Mann zu kompensieren. Deswegen kann ich mich dahingehend einfach nicht fallen lassen.

Du hast sicher recht, mit dem was Du schreibst, warum ich Kontakt zu meinen Eltern suche!!! Aber ich möchte auch das gute Familiengefühl, die Sicherheit haben. Ich sagte Papa andere aus meiner Klasse konnten so leichtfüssig gehen, weil sie wussten sie können zurück kommen. Seine Antwort "die sind ja auch nicht psychisch krank!" ....

Es ist ihr Leben und sie sind meine Eltern und ich darf doch wohl enttäuscht sein, oder?Als ob ich hier sonst was für Ansprüche stelle. Und noch mal: Ich akzeptiere es! Das war das erste Mal, dass ich das angesprochen habe, das ist doch wohl akzeptabel und gerechtfertigt, oder nicht?

Du lobst an seinem Geständnis die Ehrlichkeit? Was wäre wohl, wenn ich das nächste mal sage- ich bin halt so!?, wenn sie davon reden ich muss in eine Klinik udn ich habe mein Leben nicht im Griff. Ich bin enttäuscht, ich habe das nicht erwartet. Das hat doch nichts mit mangelnder Akzeptanz zu tun. Allerdings finde ich es nicht richtig ja. Ich finde man kann seine Kinder nicht einfach im Stich lassen, nur weil es bequemer ist.

Ich habe damit auch nicht gerechnet. Die Geburt war hart und irgendwann habe ich mir einfach gewünscht, sie würde an meinem Bett sitzen, mir die Hand halten und ich könnte es einfach von Frau zu Frau mit ihr teilen. Da hatte ich schon 10 Stunden in den Wehen gelegen und wohl vergessen, dass sie so niemals wäre, selbst wenn sie gekommen wäre.

Ja, mittlerweile sagt mein Arzt mir, dass ich ohne medikamente nicht gesund werden kann. Mein Vater will Klinik, von Anfang an.

Ich erwarte von einem Gespräch, dass ich endlich einmal alles loswerden kann, was ich schon solange mit mir herum trage. Und danach erwarte ich, dass ich spüre, dass ich jetzt wirklich eine eigene Wahl habe, die nicht zu sehr von meinen Ängsten etc. geleitet ist, wie ich weiter verfahren möchte.

Ich erwarte mir ein neues Mosaikteilchen im riesigen Puzzle, an dem ich schon lange immer mal wieder sitze und keinen Schritt weiter komm. Ich erwarte, dass ich mich einmal aufrichten kann und ohne Hemmungen und stottern zu mir und MEINER Wahrheit stehen kann.

Ich gehe mit meinem Kind sehr liebevoll um. Ich habe (noch) keinerlei Berührungsängste, ich mache mir viele Gedanken um die Erziehung, die Ernährung, meine eigene Weiterentwicklung. Ich versuche trotz allem viel bewusste Zeit mit ihm zu verbringen und habe keine Hemmungen andere zu bitten, meine Defizite auszugleichen. Ich neige manchmal zur Ungeduld, ich denke die Angespanntheit zwischen mir und meinem Mann belastet ihn manchmal- aber ich habe mir fest zum GRUNDSATZ gemacht, immer offen mit meinen eigenen Defiziten umzugehen, um ihm zu ersparen, sich wie ich es solange getan habe das Gefühl zu geben "etwas stimmt nicht mit mir", oder "ich binj Schuld!" Ich spreche viel mit ihm, ohne ihn zu belasten, oder Absulotion von ihm zu verlangen (selbstverständlich, aber dennoch möchte ich es klar stellen) Ich schäme mich, wenn seine Oma auf mich zu kommt und sagt, dass Luki ihr erzählt hat, wir würden immer streiten (mein Mann und ich und es würde ihm nicht gefallen) aber ich weiß ja, dass das nicht sein armes kleines Kinderherzchen ist, welches grade von uns traumatisiert wird, sondern dass es die Worte sind, die ich ihm gebe, damit er sich ausdrücken kann- auch wenn viele es unter den Teppich kehren und versuchen Fehler klein zu reden. Ich sage ihm "entschuldige, dass Mama und Papa gerade wieder diskutiert haben (oder gestritten) dass fandest Du bestimmt blöd. Du musst Dir keine Sorgen machen, wir haben schon eine Lösung gefunden" Ich gebe mein Bestes, als Mutter. Aauch wenn ich weiß dass vieles nicht so läuft, wie es sollte, vor allem durch meine Krankheit.

Ich suche keine Heilung. Ich trauere manchmal einer Vergangenheit hinterher, in der mir jede Verantwortung abgenommen wurde, in der mein Leben durch meine Eltern systematisiert wurde. Aber ich weiß, dass es dahin nicht zurück geht. Ich habe mir trotzdem Unterstützung gewünscht, für die Zukunft. Ich wüßte so gerne, dass ich ein zu Hause habe, falls alles schief geht. Ich würde so gern sagen können "Familie ist halt immer da, falls mal alles zusammen fällt!"

Ich finde das Statement unfair. Ich habe keine Erwartung, ich habe eine berechtigte Hoffnung gehabt. So gesehen will ja wohl jeder von jedem, dass er funktioniert. Ich suche nicht in der Vergangenheit. Diese war Teil meiner Therapie, wie sie von fast jeder Therapie die Basis ist. Ich hätte mir gewünscht diesen Teil gemeinsam mit meinen Eltern aufarbeiten zu können. Nicht nur aus rein egoistischen Gründen, meine Mutter mit ihrem Dauerschlechtem Gewissen geht es ja auch nicht gut. Ich bin nun wirklich die letzten, die ihren Eltern für alles die Schuld gibt (wie viele es tun) im Gegenteil, ich übernehme seit Jahren allein für mein Leben und meine Krankheit die Verantwortung.

Meine Eltern haben mir dafür nicht das beste Rüstzeug mitgegeben, daher wohl auch einen Teil von mir der wütend ist über diesen Ausschluss.

Ich werde meinen Abstand auch noch finden. Deswegen habe ich unter anderem dieses Thema eröffnet

#15
Ich sehe es eigentlich nicht so, dass du die Vergangenheit ändern willst. Ich sehe mehr, dass du ein Bild von deiner Mutter und deinen Eltern in dir trägst, das aber nicht mit der Realität übereinstimmt und dieses Bild versuchst du zu ändern (zumindest in diesem Thread). Du willst aber nicht DEIN Bild ändern, sondern die anderen sollen sich für dieses Bild ändern.

Ich kenne dieses Problem. Ist mir jahrelang mit meiner Mutter auch so gegangen. Solche Bilder bringen aber nix. Weil man sich eine Realität aufbaut, die es nicht gibt. Die es nie geben wird. Deine Eltern sind so, wie sie sind. Du wirst sie nicht danach ausrichten können. Die einzige Person, die du ausrichten kannst, bist du selbst. Dagegen scheinst du dich aber mit aller Kraft zu wehren. Mit allem was dir zur Verfügung steht: Deiner Psyche und deinem Körper. Wenn es wirklich so ist, dass deine Erkrankung auf diesem Konflikt beruht, ist das sehr, sehr heftig. Du machst dich förmlich selber kaputt.

Ich habe aber doch damit ein Problem, deine Erkrankung nur auf diesen Eltern-Konflikt zurückzuführen. Denn dann müsste dein Therapeut mit dir darüber sprechen und es nicht beiseite schieben.

#16
Mein Therapeut vertritt- wie viele Angsttherapeuten die Meinung, dass es für die Prognose nicht wichtig ist, die Ursache zu kennen. Trotzdem haben wir natürlich darüber gesprochen, über meine Vergangenheit. Ihr müsst über Angsterkrankungen eines wissen: Es gibt fast nie DIE eine Ursache. Gesunden, stabile Menschen sind wie trockene Erde auf die Saatkörner (schlechte Erfahrungen/ traumatische Erlebnisse) fallen- sie finden keinen Nährboden. Bei mir sind viele Vorkomnisse in fruchtbaren Boden gefallen... Es sind die Mosaiksteinchen, die eine riesige Pflanze daraus machen. DAS sind die Anteile meiner Eltern, die zugleich maßgeblich aber zum anderen auch völlig getrennt von den eigentlichen Auslösern zu sehen sind.

Ich habe eine Bild in mir. Auf diesem Bild ist es anders und ich bilde mir ein, dass es aus der Zeit bevor mein Bruder geboren wurde anders ging. Vielleicht ist es aber einfach nur mein kindliches Empfinden gewesen, dass einfach angenommen hat es hätte die besten Eltern der Welt und gar nicht wahrgenommen hat, was falsch lief. Aber dass ist ja bei allen Kindern so.

Ich habe mich nie gegen meine Eltern aufgelehnt. Ich frage mich schon lange heimlich, warum es so lief und warum es so läuft. Und ich sehe es eher positiv dass ich mich endlich überwunden habe, es auch auszusprechen. Ist es nicht gut möglich, dass DIES der Beginn des lösens ist?

Meine Krankheit beruht nicht auf diesem Konflikt- siehe bitte oben.

Vielen Dank für Deine Antwort.

#17
Ihr müsst über Angsterkrankungen eines wissen: Es gibt fast nie DIE eine Ursache.
Ist nicht nur bei Angsterkrankungen so. Für mich klingt es stellenweise wirklich so, als wäre dieser Elternkonflikt der Auslöser. Vor allem wie Berta es geschrieben hat. Ging aber irgendwie über meine Vorstellungskraft hinaus, das wirklich als "Ursache" anzusehen.

Aber wie stehst du dazu, nicht die Ursache kennen zu müssen?

Ist es nicht gut möglich, dass DIES der Beginn des lösens ist?
Ja. Irgendwann kommt der Moment, da stellt man alles in Frage, was die Eltern (früher) getan haben. Da stellt man die Erziehung in Frage und die Erziehungsmethoden. Und an dem Punkt kannst du jetzt sein.

#18
Ich habe mich nie gegen meine Eltern aufgelehnt.
.

Wie meinst Du das? Du schreibst in Deinem Ausgangsthread

Als ich in die Pubertät kam, wurde es eisig zwischen mir und meiner Mutter. Ich habe mich natürlich ganz Tenniegemäß furchtbar verhalten
Auch Deine Entscheidung nicht mit Deinen Eltern mitzugehen und Deine unglückliche Beziehung haben Deine Eltern sicherlich ald Widerstand gegen das was sie Dir mitgegeben haben empfunden.

Ich will Deine Eltern nicht verteidigen, es geht mir mehr darum, dass Du etwas unmögliches versuchst. Erstens ist Dein Vater der falsche Ansprechpartner. Es geht ja in erster Linie um Deine Mutter.

dass ich mir wünschen würde, man könnte an der Beziehung zu meiner Mutter und mir etwas zum positiven verändern
Und ich habe es deshalb geschrieben, dass ich das Verhalten Deines Vaters beeindruckend finde, weil in unserer Familie so ein Gespräch gar nicht möglich wäre. Meine Mutter hat Dinge getan, die ich als Kind schon furchtbar fand und als Mutter noch weniger nachvollziehen kann. Ich habe Schwestern und auf jede von uns hat ihr Verhalten andere Folgen gehabt. Je nach Charakter hat das alles mehr oder weniger Unheil gestiftet. Und ich sehe bspw. bei meiner Schwester, dass sie trotz aller Therapien es nicht schafft, es von ihren Kindern fernzuhalten. Aber niemals war es einem von uns möglich die Aussprache mit unserer Mutter herbeizuführen, weil sie sofort alles negiert hat, es so standhaft geleugnet hat, dass es so war. Sie wollte weder zuhören oder wenigstens bis zu dem Punkt komme, dass sie wie Dein Vater zuhört und ein Unvermögen eingesteht.

Und ehrlich, irgendwann bringt das Reden darüber auch nichts mehr und man kann nur weitermachen, wenn man seine Eltern so akzeptiert wie sie sind.

Ich habe eine Bild in mir. Auf diesem Bild ist es anders und ich bilde mir ein, dass es aus der Zeit bevor mein Bruder geboren wurde anders ging.
Das steht wiederum im krassen Gegensatz zu Deinem Ausgangsthread, wo Du ja eindrücklich beschreibst, dass Du von Deiner Mutter bereits als Kind abgelehnt wurdest etc. pp

und noch was:

Ich bin sehr, sehr bemüht mir kein subjektives und meiner alleinigen Vorstellung entsprechendes Bild zu basteln.
Das halte ich für schlicht unmöglich. Und vielleicht ist das auch ein Schlüssel zu Deinen Problemen. Alles wird untersucht und seziert, bewertet-nichts darf einfach sein. Du hast sonst Angst, etwas falsch zu machen, wenn Du möglicherweise einen Aspekt übersiehst.
Triff doch eine Entscheidung für Dich. Dann nimm Dir halt eine Auszeit von Deinen Eltern, ob mit oder ohne Ansage.

Wenn Deine Eltern Dich anrufen und Dir sagen, dass sich bei Dir ja noch überhaupt nichts verändert hätte, dann antworte: "Ja, stimmt-genau wie bei Euch!"

Du bist ihnen keine Rechenschaft schuldig. Scheinbar war das Gespräch mit Deinem Vater so eine Art aha-Erlebnis. Jetzt kannst Du den Weg einschlagen Dich in der Hinsicht freier zu machen. Ich wünsche Dir, dass es klappt, notfalls ohne Deine Familie. In dem Moment wo Du sie loslässt bekommt das ganze eine andere Richtung.

bearbeitet #19
Das alles hat nur wenig Sinn, solange Du auch nicht erwachsen werden willst.

Du sagst oben, daß es Dir prmär darum geht zu heilen. Dennoch scheint sich abzuzeichnen, daß Du auf keien Fall die Kinderschuhe verlassen willst. Nur wird das früher oder später nötig sein, denn es ist ein Teil dessen wo Du durch mußt wenn Du wirklich heilen willst.

ch sage doch, ich gebe ihnen keine Schuld
Aber Du suchst sie. Für Dich ist das irgendein elemantarer Bestandteil, und wenn sie Deine Eltern nicht haben, dann eben Du oder sonstwer. Allein deswegen steckst Du bis zum Hals drin. Nur selbst wenn Du einen "Schuldigen" ausmachen könntest, würde das nichts verändern. In einem anderen Thread in dem Du auch mitliest, hab ich etwas geschrieben, was ich Dir genauso sagen möchte. Erkenne an was ist! Dann erst kannst Du im Heute ankommen und dann erst kann sich auch etwas verändern.
Deine Eltern sind Deine Eltern und Du bist Du!

Justine hat ein zentrales Element rausgepickt.

Wenn Deine Eltern Dich anrufen und Dir sagen, dass sich bei Dir ja noch überhaupt nichts verändert hätte, dann antworte: "Ja, stimmt-genau wie bei Euch!"
Das zeigt relativ gut, was darunter passiert. Justine hat es gleich humoristisch und dadurch verändernd umgeformt. Darunter liegt das tatsächliche blockierende Element. Deine Eltern, die auf die Ein- oder andere Art auf Dich zeigen "Wäre sie doch nur anders, dann würde alles gut" - doch Du handelst genauso "Wären meine Eltern doch nur anders, dann würde alles gut". Die Folge: Stillstand. Keine Beziehung, auch keine Eltern - Kind Beziehung funktioniert so, denn das verhindert Entwicklung und damit Veränderung.
Du bist nunmal 26. Das kannst und darfst Du beschissen finden. Aber es ist so. Lerne auch erwachsen zu sein, mit dem dazugehörigen Abschiednehmen vom Kinderzimmer. Dann wird es Dir auch besser gehen. Ich behaupte nicht, daß Deine Angststörung daher kommt, aber es geht dabei um ein wesentliches Element was verhindert, daß Du Deinen Weg überhaupt erst finden und gehen kannst.

#20
So gesehen will ja wohl jeder von jedem, dass er funktioniert.
geh nicht immer von dir aus und übertrage es auf andere.

ich erwarte nie von meinen eltern unterstützung oder rückhalt, im gegenteil, ich schäme mich, wenn meine mum mir hilft, ohne dass ich sie bitte.

ich möchte mein leben in australien allein aufbauen und dabei erwarte ich auch nichts von meinem partner. ich bin froh über jede hilfe un düber jeden, der mich auf meinem weg begleiten will und für mich da sein möchte, doch ich erwarte oder will nichts, außer, meinen weg allein zu gehen.

ich möchte das nur erwähnen, denn in meinen augen versteifst du dich sehr darauf, dich pausenlos zu erklären, wobei wir dich schon gut verstehen, aber zuersteinmal uns verstehen magst du wohl kaum. wir greifen dich nicht an oder wollen unfair sein, das ist überhaupt nicht in unserem sinne, deswegen verstehe ich auch deine 'verteidigungen' nicht.

wir würden uns einfach über feedback von dir freuen, dass du mal versuchst, etwas aus einem anderen blickwinkel zu sehen. wir erwarten das zwar nicht von dir, aber seltsamerweise scheinst du so einiges von uns zu erwarten.

Ich suche nicht in der Vergangenheit.
seltsam. du schreibst hier seitenweise darüber.

Ich wüßte so gerne, dass ich ein zu Hause habe, falls alles schief geht. Ich würde so gern sagen können "Familie ist halt immer da, falls mal alles zusammen fällt!"
und diese sehnsucht macht dich kaputt. erkenne, dass du sie nicht brauchst. du willst, dass sie dir deine ängste nehmen und dir das gefühl des rückhalts nehmen. das ERWARTEST du. sie sagen dir aber, dass sie dir dies nicht bieten werden und begründen es auch. du kannst es nur akzeptieren und deine ängste allein überwinden lernen.

alles liebe

ps. ich gebe dir noch ein zitat aus meiner signature mit: "Du kannst dich nicht selber finden, indem du in die Vergangenheit gehst, sondern indem du in die Gegenwart kommst." Eckhart Tolle

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