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Selbstmordversuch-wie reagieren???

53 Antworten8'918 AufrufeGestartet von Borghi ·

#21
Klingt ganz schön krass, wie Du Dich formulierst. Aber Deine Erfahrungen sprechen wohl dafür, dass es in dem von dir erlebten Fall richtig war.

Trotzdem würde ich davor warnen, das einem Arzt zu überlassen, denn

a) Ärzte haben Medizin studiert und nicht Psychotherapie

B) dem Grund für den Suizid kommt man somit nicht auf die Spur. Medikamente betäuben doch nur im Moment...

c) Wer zum Arzt "geschleppt" wird, ist sicher nicht bereit für eine Therpaie, oder?

Ich glaube, dass Borghi - sofern sie den Mut hat - ihn in einer neutralen Umgebung, wo auch andere Menschen dabei sind treffen sollte, damit er mit ihr reden kann, aber nichts passiert. Der Rest ergibt sich aus der Situation. Dabei sollte sie versuchen, sein Selbstwertgefühl zu heben. Das kann zum Beispiel so gehen, dass sie ihm aufzeigt, wie nötig ihn sein Sportverein braucht, oder wie sinnvoll er seine Charakterstärken und Ideen noch für andere Menschen einbringen kann...

Wie sehen die anderen das?

#22
Original von AsketKlingt ganz schön krass, wie Du Dich formulierst. Aber Deine Erfahrungen sprechen wohl dafür, dass es in dem von dir erlebten Fall richtig war.

Trotzdem würde ich davor warnen, das einem Arzt zu überlassen, denn

a) Ärzte haben Medizin studiert und nicht Psychotherapie

B) dem Grund für den Suizid kommt man somit nicht auf die Spur. Medikamente betäuben doch nur im Moment...

c) Wer zum Arzt "geschleppt" wird, ist sicher nicht bereit für eine Therpaie, oder?
Also zu a) Es gibt aber Ärzte die Psychologie studiert haben ;)

zu B) Die Psychologen kommen dem auf die Spur und Suizidgedanken können von sehr viel verschiedenen Faktoren ausgelöst werden.

Manche sind nur mit Psychotherapie in verbindung mit Medikamenten möglich!

zu c) Nein nicht bereit aber manche Menschen muss man halt zwingen, auch gegen ihren Willen!

Im Nachhinein werde sie es dir danken.

Gruß Sippel

#23
es kommt drauf an, aber ich denke, dass diese Menschen, die einfach zum Arzt geschleppt werden den Gedanken selbstmord zu begehen noch tiefer in ihr Gehirn bohren, sich noch abweisender verhalten und die erste gelegenheit nutzen werden um selbstmord zu begehen.

Es zeigt ihnen doch nur, dass keiner fuer sie da ist und die Freunde Probleme gerne abschieben.

Das wuerde ich also nicht machen.

Ich wuerde, wie schon vorher gesagt, ihm erst viel aufmerksamkeit schenken, und langsam aufbauen, dass kann auch mal 2 wochen dauern oder vielleicht etwas laenger.

Wenn es halt nach ein paar wochen, wie 3 oder so nicht besser geht, dann wuerde ich der Person vorschlagen mit ihr zusammen einen Arzt aufzusuchen. Ich wuerde aber betonen, dass ich sie unterstuetze und nicht einach abschieben will.

#24
Original von Federes kommt drauf an, aber ich denke, dass diese Menschen, die einfach zum Arzt geschleppt werden den Gedanken selbstmord zu begehen noch tiefer in ihr Gehirn bohren, sich noch abweisender verhalten und die erste gelegenheit nutzen werden um selbstmord zu begehen.

Es zeigt ihnen doch nur, dass keiner fuer sie da ist und die Freunde Probleme gerne abschieben.

Das wuerde ich also nicht machen.

Ich wuerde, wie schon vorher gesagt, ihm erst viel aufmerksamkeit schenken, und langsam aufbauen, dass kann auch mal 2 wochen dauern oder vielleicht etwas laenger.

Wenn es halt nach ein paar wochen, wie 3 oder so nicht besser geht, dann wuerde ich der Person vorschlagen mit ihr zusammen einen Arzt aufzusuchen. Ich wuerde aber betonen, dass ich sie unterstuetze und nicht einach abschieben will.
Was bringt es einem wenn man zwei Wochen wartet und der Freund dann tot ist?!

Die Menschen die Selbstmord begehen wollen sind krank das muss man sich immer vor Augen führen.

Also ich würde es immer wieder so machen.

Ist schon heftig wenn man dann vom Arzt gesagt bekommt das ein Tag später wohl das Ende bedeutet hätte.

Egal wie gut man mit einem Menschen befreundet ist, hat er vor sich das Leben zu nehmen kann man alleine nichts dagegen tun, egal wie gut man befreundet ist.

Da hilft nur der Weg ihn zum Arzt zu schleppen.

Das hat nichts mit Abschieben oder ähnliches zu tun!

#25
leider konnte ich nicht auf alle beiträge eingehen.

aber ich muss allgemein sagen, dass diesen menschen geholfen werden muss.

nur versteh ich manche hier nicht, ein leben wegzuschmeissen nur wegen eines mannes oder einer frau.

wie einer geschrieben hat: ich kann keine andere lieben!

ja wenn mans nicht zulässt dann kann mans wirklich nicht!

warum lasst ihr euch nicht psychologisch helfen? wenn ihr schon wisst dass ihr gehen wollt oder es ev. vorhabt.

ganz klar das leben kann oft sehr beschissen sein und hart und einfach nur zum sterben. aber leute, vieles ist einfach nur lebenseinstellung!!

ich möchte das ihr mich nicht falsch versteht, und ihr glaubt ich spiele das runter oder so, aber lasst euch doch helfen. allein schafft ihr das nicht! is doch klar.

ich hoffe dass hier einige doch zur vernunft kommen und sich helfen lassen!

#26
Hi kleines großes Mädl ;)

Du hast eine gute Einstellung zu der Sache!

Auf deine Frage warum sich Menschen mit solchen Absichten nicht helfen lassen gibt es eine leichte Antwort.

Sie sehen nicht ein das es der falsche Weg ist , oft sind es nicht allein Suizidgedanken die auftreten.

Sie treten oft mit Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen auf.

Die Menschen merken nicht das sie krank sind.

Ist ein Teil von meinem Studium, interessiere mich sehr dafür .

Schon allein wegen der Sache mit meinem Freund.

#27
naja aber wenn zB. so wie hier schon geschrieben wurde, jemand schreibt das er sich umbringen will dann sieht er ja eigentlich ein das er krank ist oder?

ich meine ich kann mich nicht hineinversetzen in diese lage.

ich geb zu ich leide auch an depressiver Verstimmung. hatte auch selbstmordgedanken, aber ich würde das nie durchziehen. warum auch? ich habe freunde, einen freund, meine familie. auch wenn nicht immer alles rosig läuft.

ich finde es halt sehr schade dass viele menschen ihre lebenslust verloren haben, und ich wünschte, diese würden das einsehen dass das leben auch sehr sehr schöne seiten hat! ich wünsche es jedem dass sie draufkommen dass nicht alles so hart ist, und dass irgendwann der tag kommt andem sich alles ändert und man einfach glücklich ist.

#28
Hi Leute!

Finde es toll dass so viele bisher auf diesen Tread geantwortet haben, leider hab ich bisher nicht wirklich Stellung zu Euren Beiträgen genommen, weil ich einfach im Moment nicht wirklich so viel Kraft zum Schreiben habe, versuche das Ganze bis nach meiner Prüfung in einer Wo zu verdrängen, weiss dass das net gut ist aber mom gehts nicht anders...Ja, wie viele von euch geschrieben haben, wenn jemand wirklich sterben will dann ist es schwer zu agieren, murmelix hat es anfangs auch schon auf einen guten Punkt gebracht-was bei meinem Ex auch voll zutrifft-er ist imMoment allgemein in einer Krise, er ist mit vielem so unzufrieden, es ist im Leben bisher soviel anders gekommen bei ihm als er gedacht hat...er ist hier in einem fremden Land, hat soviel in seiner heimat aufgegeben, weil er einfach neugierig war, er einfach mal was anderes sehen wollte...Ich kann jetzt wirklich nicht viel dazu schreiben weil ich ihn verdammt lieb hab, und mir jeder Gedanke dass es ihm schlecht geht voll weh tut...

@Retarius:ich weiss dass es mom keinen Sinn hat zu "überzeugen" dass das Leben auch lebenswert sein kann (und damit mein ich jetzt keine materiellen Dinge), finde es aber toll dass du so offen schreibst...Ich wollte mich zwar noch nie umbringen, dennoch hatte ich jahrelang Angstzustände und Depressionen, wo ich mir dachte, dass ein leben so nichtmehr normal zu führen ist...die Leere kann ich auf jedenfall verstehen...

Borghi

#29
Original von kleines mädlnur versteh ich manche hier nicht, ein leben wegzuschmeissen nur wegen eines mannes oder einer frau.

wie einer geschrieben hat: ich kann keine andere lieben!

ja wenn mans nicht zulässt dann kann mans wirklich nicht!

[...]

aber leute, vieles ist einfach nur lebenseinstellung!!
Ich hab schon Probleme damit, eine Lebenseinstellung "einfach nur" mal so zu ändern.

Somit kann ich schon nachvollziehen, warum man nicht aus dem Teufelskreis rauskommt.

Meine Freundin z.B. wurde ein Teil von mir. Ihre Sorgen waren meine Sorgen und jetzt ist sie weg, also gibt es auch mich nicht mehr so, wie ich war, als wir zusammen waren. Die Kräfte für eine gemeinsame Zukunft sind weg und gäbe es kein schlechtes Gewissen, wenn man andere enttäuscht, dann weiß ich nicht, ob es mich heut noch gäbe.

Das hat nichts mit Minderwertigkeit zu tun. Aber im Hinterkopf ist immer, dass der eigentliche Motor für alles die Hoffnung auf die erwiederte Liebe meiner Freundin ist. Der Motor fehlt nun und es ist schon sehr schwer, nach neuen Gründen zu suchen, das Leid der Welt auszuhalten. Mich hält, dass ich viel Verantwortung habe (kranke Eltern, Sportgruppe etc.)

@ Sippel: Irgendwie kommt es mir so vor, dass Du meinst, dass es die Patentlösung wäre, die Betroffenen als "krank" zu bezeichnen und somit die Legitimation für eine ärztliche Behandlung anbringen kannst. Darf ich Dich fragen, was Du studierst? Nimm das jetzt bitte nicht persönlich, aber manche Deiner Worte klingen etwas "lehrbuchhaft". Ich glaube, dass manche Personen besser bei einem Freund als bei einem Arzt aufgehoben sind, aber das hatten wir ja schon. Meiner Meinung nach können Medikamente die eigentliche Ursache für die Lebensmüdigkeit nicht beseitigen. Und jemanden gegen seinen Willen zur Psychotherapie zu schleppen, das kann man mit Kindern machen, aber mit Erwachsenen - ich weiß nicht recht.

Gute Nacht!

Asket

#30
Hallo!

Meine Freundin z.B. wurde ein Teil von mir. Ihre Sorgen waren meine Sorgen und jetzt ist sie weg, also gibt es auch mich nicht mehr so, wie ich war, als wir zusammen waren. Die Kräfte für eine gemeinsame Zukunft sind weg und gäbe es kein schlechtes Gewissen, wenn man andere enttäuscht, dann weiß ich nicht, ob es mich heut noch gäbe.
@Asket:ich kann das gut verstehen, denn jeder Mensch ist einzigartig und durch seine Ganze Komplexität einfach nicht durch etwas anderes so einfach auszutauschen...Als ich meine grosse Liebe verloren habe ist ein grosser teil von mir gegangen, und ncht wiedergekommen......da wir auf universeller Ebene wohl alle miteinander verbunden sind, sind wir das mit Recht in einer Beziehung, wo jeder in den anderen "eintaucht", das macht einem natürlich zu einem anderen Menschen...insofern schwinden mit dem Verflust eines geliebten Menschenso viele gemeinsame Träume, Ideen, Perspektiven, die in dieser Form nichtmehr kommen werden.... zumindest nicht in unmodifizierter Form.......

Betreffend meinem Ex.Ja wir haben wieder Kontakt, doch er meint immer dass reden nicht viel hilft weil er mich will, es einfach nichts zu reden gibt, und es ihn fertig macht wenn er mich sieht weil er mich so liebt....Ich will ja immer da sein, ich würde echt alles für ihn tun, aber er meint dass ich weiss was er möchte, eben MICH als Freundin...

Alles Liebe :schmatz: Borghi

#31
Original von Asket@ Sippel: Irgendwie kommt es mir so vor, dass Du meinst, dass es die Patentlösung wäre, die Betroffenen als "krank" zu bezeichnen und somit die Legitimation für eine ärztliche Behandlung anbringen kannst. Darf ich Dich fragen, was Du studierst? Nimm das jetzt bitte nicht persönlich, aber manche Deiner Worte klingen etwas "lehrbuchhaft". Ich glaube, dass manche Personen besser bei einem Freund als bei einem Arzt aufgehoben sind, aber das hatten wir ja schon. Meiner Meinung nach können Medikamente die eigentliche Ursache für die Lebensmüdigkeit nicht beseitigen. Und jemanden gegen seinen Willen zur Psychotherapie zu schleppen, das kann man mit Kindern machen, aber mit Erwachsenen - ich weiß nicht recht.

Gute Nacht!

Asket
Habe das wohl etwas zu hart ausgedrückt, so sollte es eigentlich nicht klingen.

Es ist schon eine Art Krankheit aber ich wollt das jetzt nicht als Geisteskrankheit bezeichnen wie es sich wohl angehört hat.

Zu deiner Frage...

Medizin studiere ich.

Du hast schon Recht mit dem "Lehrbuchhaft"

Ich bin da jetzt auch mal vom schlimsten Fall ausgegangen.

Man kann das wohl immer in Grade einteilen, bei manchen Fällen kann es wohl besser sein wenn Bekannte und Verwandte sich um die Person kümmern.

Doch in vielen Situationen können sie einfach nicht mit den Gedanken des Lebensmüden umgehen.

Eins noch...

Jeden kann man auch gegen seinen Willen da hin schleppen.

MFG Sippel

#32
@Sippel

möchtest du wissen was pasieren kann wenn man "jemanden einfach gegen seinen Willen dahinschleppt?"

Manche Menschen verschließen ihr innerstes gegen die Theraphie und bilden eine Wand um sich herum die nur sie wieder einreißen können. Diese Menschen bleiben dann entweder seehr lange in Behandlung oder sie sterben. Es ist keine Lösung jemanden Zwangseinweisen zu lassen. Die einzig sichere Methode einen Menschen zu Theraphieren ist mit seinem Einverständnis. Derjenige muss selber erkennen dass er nicht mehr aus eigener Kraft kann....und dann kann man ihm Hilfe zur Seite stellen

Borghi? Dein letzter Satz war entscheidend! "Er will dich als FREUNDIN" Aber er kann dich nicht mehr haben, oder? Mach es ihm leicht. Halte Abstand. Ziehe endlich einen Schlußstrich und sei Gnadenlos. Du tust ihm keinen Gefallen wenn du noch in seinen Gedanken rumschwirrst.

Kann es sein dass es dir auch schwerfällt ihn loszulassen? Tu's für ihn. :]

#33
@Thought.

ich denke genau so, dass ein Mensch sich gegen diese therapie stellen kann, wenn er hingeschleppt wird udn es nicht will, bringt also echt nichts.

@Burghi: Red vielleicht mit ihm und mach ihm klar, dass es vielleicht besser waere wenn ihr erstmal keinen kontakt habt, aber du immer fuer ihn da bist wenn er dich braucht.

viel glueck!

#34
@ Feder:

Neutrale Frage ohne Wertung: Wozu soll es gut sein, den Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren? Der Mann ist akut gefährdet. Der braucht jetzt Zuwendung von der Person, an die er denkt, oder nicht?

Asket

#35
Hallo ;) es ich echt schwer, er ist der liebste Mensch für mich, ja ich kann ihn nicht loslassen, er wollte den Kontakt abbrechen weil er einfach nicht ertragen konnte mich zu sehen...gerade weil er mich so liebt.Man muss wissen dass ich ihn verlassen habe nicht weil was nicht stimmte, nein, er war und ist der liebste führsorglichste Mensch,er trägt mich, nimmt mich so wie ich bin, aber trotzdem konnte ich es nicht lassen dass mich auch andere interessieren-das hat mich dann nachdenklich gemacht...ich liebe ihn seh, er ist mein Seelenverwandter, wir passen irsinnig gut zusammen, verstärken uns total positiv, doch trotzdem hatte ich bei ihm nie das Gefühl "Ja, das ist mein Mann".Und er eben bei mir schon.Ich bin sein Ein und Alles.Er ist mir so wichtig.Ich weiss nicht was ich denken soll.Nachdem er den Kontakt abgebrochen hat ging es uns beiden hundeelend, und er ging eben zur Brücke und konnte einfach nichtmehr aber zum Glück waren da noch andere Leute da.Ihn nichtmehr zu sehen ist Irrsinn für mich.Ich weiss ich sollte ihn loslassen aber jetzt haben wir wieder Kontakt.Ich verstehe nicht warum er mich nicht als Freundin behalten kann...so würde er mich doch wenigstens nicht ganz verlieren, ich bin auch so immer für ihn da.Aber er versteht das nicht.... :heulen: :heulen: :heulen:Er will mich halt eben als fixe Freundin (Frau) oder garnicht. Diese Ganz oder garnicht Mentalität hab ich nicht,auch nicht wenn ich mehr liebe als der andere...er sagt immer wenn er mir so wichtig wäre dann wäre ich seine fixe Freundin...ich sehe das nicht so...vielleicht bin auch auch zu egoistisch..ich weiss es nicht.Ich bin haklt einfach ein Mensch der immer daran glaubt dass mann Dinge auch ohne die harte Tour regeln kann, eben nachhaltige Lösungen finden kann...

Eure traurige Borghi

#36
Hallo liebe Borghi,

wenn du in seiner Situation wärst, würdest du ihn verstehen. Sich mit jemanden gut zu unterhalten, zu vertrauen, zu lachen, zu lieben - und der andere will einen nur als guten Freund...das kann einen noch mehr kaputt machen. Jedes Lächeln von dir, jede Andeutung wird er als Hoffnungsschimmer sehen...um dann noch tiefer zu fallen.

Denn das ist nunmal so, es gibt da einfach ein "ganz oder gar nicht"..du siehst es bloss nicht, weil du ihn verlassen hast!

Liebe Grüße

Miomei

#37
Original von Thought@Sippel

möchtest du wissen was pasieren kann wenn man "jemanden einfach gegen seinen Willen dahinschleppt?"

Manche Menschen verschließen ihr innerstes gegen die Theraphie und bilden eine Wand um sich herum die nur sie wieder einreißen können. Diese Menschen bleiben dann entweder seehr lange in Behandlung oder sie sterben. Es ist keine Lösung jemanden Zwangseinweisen zu lassen. Die einzig sichere Methode einen Menschen zu Theraphieren ist mit seinem Einverständnis. Derjenige muss selber erkennen dass er nicht mehr aus eigener Kraft kann....und dann kann man ihm Hilfe zur Seite stellen
Manchmal ist das aber die einzige Möglichkeit jemanden das Leben zu Retten!

Es ist sciher die härteste und letzte Möglichkeit aber manchmal ist sie unumgänglich!

Ich habe es selber bei einem Freund mit erlebt, mir wurde von dem Diensthabenen Psychologen gesagt das er mit unendlich dankbar sein kann das ich diesen Schritt gewählt habe.

Es hat sich herausgestellt das er sich den Tag wohl das Leben genommen hätte, und es wäre möglich gewesen das er noch anderen menschen Schaden zugefügt hätte.

Jetzt war er 8 Wochen da wurde entlassen und lebt bis auf ständige Medikamenten einame wieder ein ganz normales Leben.

Also ist es nicht immer falsch ...

Gruß Sippel

#38
Hi Boghi, sippel und alle anderen,

sippel, ich bestreite nicht, dass es manchen Menschen hilft. Deine Erfahrung spricht ja dafür.

Nur möchte ich davor warnen, die Verantwortung abzuschieben. Denn wer zum Arzt muss, gilt als krank und mit Kranken wollen die Menschen in unserer Gesellschaft häufig nicht so viel zu tun haben.

Und genau das ist das Dilemma des Betroffenen. Er fühlt sich dadurch nur noch mehr missverstanden (ginge zumindest mir so und ich glaube auch Retarius, der sicher nicht „krank“ ist, sondern in besonderem Maße enttäuscht über die Reaktion seiner Umwelt auf sein Unglück).

Ich möchte in diesem Beitrag betonen, wie wichtig es ist, dass der Suizid nicht als etwas „Krankes“ sondern als ein ständig anwesendes – wenn auch zumeist verdrängtes – Phänomen ist. Der Mensch ist nun einmal dazu in der Lage. Leider ist Suizid in unserer Gesellschaft ein absolutes Tabuthema. Das wird meiner Meinung nach durch Aussagen wie „Die sind krank, die muss man in ärztliche Behandlung geben“ nur verstärkt. Oder die Bezeichnung „Selbstmörder“ – wie anklagend das klingt…

Es gibt einen Roman von Hamsun, aus dem ich Euch mal vorzitiere:

„Der Doktor überlegte, was man für den Selbstmörder tun könnte; er kommt zu dem Schluss, dass sie nichts tun können. Man würde nie wissen, wann er es machen würde, ob er sich hier oder anderswo das Leben nimmt, kommt ja schließlich auf eines hinaus, aber es könnte dem Sanatorium schaden und es könnte eine Störung unter den Gästen verursachen und der Ruf des ganzen Ortes könnte darunter leiden.“

Was meiner Meinung nach gerne übersehen wird: Natürlich ist der Suizid zum einen die Tragödie eines einzelnen Menschen, Ausdruck jener persönlichen psychischen Verfassung, in der er ihn begeht. Zum anderen jedoch – und darum geht es mir – ist er zugleich Ausdruck dessen, wie die Umwelt den Menschen behandelt.

Oberstes Gebot ist meiner Meinung nach, dass Borghi den Betroffenen nicht allein lässt – in jeder Bedeutung des Wortes, die sich anbietet! Die Kommunikation ist entscheidend, nicht zuletzt auch die sprachliche.

Ein gutes Gespräch, in dem sie und er genau sagen, wie sie empfinden und warum, halte ich für den sinnvollsten Rat. Das ist meine Meinung.

Haltet durch,

Asket

#39
Borghi, ich hoffe, Deine Prüfung läuft trotz allem gut!

Ich kann hier gar nicht mehr allzuviel zu sagen.

Aber wenn Du Hilfe brauchst, und vielleicht professionellere Hilfe, dann gehe einfach zu jemandem, dem Du vertraust. Das kann ein Arzt sein, es kann Dein Hausarzt sein, denn "selbst" er hat viel Erfahrung und wird Dir, wenn er seinen Rat begrenzt sieht, Dir schnell einen ANsprechpartner sagen können, Du kannst auch in die Poliklinik einer Psychiatrie gehen, und dort mit einem Psychiater die Sache absprechen, oder einem Psychologen, die helfen auch.

Ich kann nicht beurteilen, ob es Dir nötig geworden ist, ich sage dies vorsorglich. Denn hier wurde nun viel über die Psychologen und die Mediziner gesprochen, vieles darüber, was die Gesellschaft denkt. Das alles sollte Dich nicht hindern, Rat bei denen zu suchen, die aus Erfahrung erzählen können. Was Du hier suchst, in diesem Forum, ist Rat, und sollte er Dir nicht reichen, so kann man weiter suchen.

Ich will nur einen Faden hier anders aufwickeln, der sich im Verlauf der antworten vielleicht ungünstig verknäult hat. erstens, viele Mediziner, und so gut wie jeder Psychiater, zumindest die, die Psychotherapie anbieten, haben hierin auch eine Ausbildung, nciht jeder Psychologe hat übrigens eine psychotherapeutische Ausbildung. Aber beide können Hand in Hand arbeiten, und tun dies in Psychiatrischen Abteilungen auch, sowohl ein Psychiater, Psychosomatiker aber auch andere Ärzte, als auch der Psychologe sind also geschult genug, Dir helfen zu können. Dies hängt vielmehr von ihrer individuellen ausbildung ab, und von ihren Fähigkeiten. Diese Trennung ist hier künstlich aufgemacht. Die Medizin kümmert sich um Krankheitn...aber weil die Grenzen schwammig sind, auch um die Sorgen der Menschen und was sie bewegt...auch wenn der Orthopäde vielleicht de falschere Ansprechpartner wäre. Aber vieles macht krank und vieles tötet, all das ist ein Teil der Medizin. Sie kann vieles auffangen, selbst wenn es nicht jeder Arzt können mag. Es bleibt Deine Entscheidung, Dir Rat holen zu wollen, und Dein Hausarzt den Du kennst, mag vielleicht leichter zu erreichen sein, um Deine Gedanken auf erster ebende zu klären.

Zweitens, kam hier die Frage auf, ob es eine Krankheit sei. Das ist einerseits eine schwierige Frage, die Philosophen, Theologen oder Juristen würden Dir andere Antworten geben, als ein Psychiater oder Psychologe. DSM oder ICD Klassifikationen sagen ihren Teil, aber wichtig ist das für Dich nicht.

Es gibt Menschen, die haben Erfahrungen gesammelt, sie können Rat geben, sie können therapieren. Da spielen Definitionen weniger eine Rolle, als die Verzweiflung, sich das Leben nehmen zu wollen, oder Deine verzweiflung, um jemanden fürchten zu müssen. Und für Krisen sind Ärzte, Psychologen, Pfarrer und einige mehr da. Was draußen gesagt wird...pah.

Selbstmord ist ein ständiger Begleiter, das stimmt, er gehört in jungen Jahren zu den häufigsten Todesarten. er ist also kein Tabu. Aber dennoch kann man gegen ihn was machen, egal ob man es nun Krankheit nennt oder nicht. Sich einfach auf das Recht der Selbstbestimmung jedes einzelnen zurückzulehnen, ignoriert tödlich, das es Situationen gibt, die einen überfordern können, und das wir eine Gesellschaft sind, um auch diese meistern zu können. Der freie wille ist manchmal nach dem man wieder Freund, intimität, Halt gefunden hat, ein ganz anderer. Man kann die Welt neu sehen lernen, und manche Entscheidung kann sich neu stellen. Es ist einfach schade um ein Leben, das aus einem Moment verloren geht. Deswegen ist Hilfe unsere Pflicht als Akademische Diskussion. Wenn einer es unbedingt tun will, so wird er es wieder versuchen, und wieder. Bis er wissen wird, wie es geht. Wenn einer aber eigentlich leben will, dann muss man ihm zeigen, wie das wieder von neuem geht!

Auch dies sei nur mal zu den Vorrednern gesagt.

Ich habe mich einfach gerade ein wenig aufgeregt, entschuldige Borghi, das war weniger an Dich gerichtet.

Ich glaube, es ist menschlich, dass Du Dich um Deinen Freund sorgst. Und ich glaube, das Du es ihm und Dir schuldest. Man sollte dies Gefühl der Schuld nie unterschätzen. Deswegen, und das ist alles was ich sagen wollte, zögere nicht, Dir Hilfe zu suchen, wenn Du zweifelst, den richtigen Weg finden zu können. Und kümmer Dich nicht, was die Hilfe studiert hat.

Aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass ein Krankenhaus oder ein niedergelassener Arzt erstmal verlässliche Partner sind, vor allem muss man keine Kosten scheuen. Es ist schnell gemacht und kann ungemein beruhigen. und Ruhe brauchst Du soviel für Deine Prüfungen, Dein Leben, aber auch, um die richtigen Entscheidungen für ihn treffen zu können. es wäre ein Traum, wenn Du trotz allem das Gefühl nehmen kannst, das ihn so belastet, und wenn es nicht geht, so wird ihm helfen, dass Du es wolltest.

Ich will jetzt nicht mehr Verwirrung stiften, und ich kenne Dein Alter nicht, aber manchmal stellt man zuviel Erwartung auch an die Liebe. Der eine Partner muss nciht alle verdrängen oder austechen müssen, um der richtige zu sein. Es reicht, dass er es in sich ist, ohne jeden Vergleich, und es tut der Liebe keinen abbruch, wenn man sich auch für andere intressiert, aber immer für den einen entscheidet.

Ich glaube auch nicht, dass fremdgegangen zu sein, eine bestehende Beziehung als gescheitert stempelt, oder sagt, es fehlt zu viel. Wer kann schein alle Bedürfnisse eines anderen decken, und muss man das, um geliebt zu werden. Man muss auch lernen können, und vielleicht kann man diese erfahrung auch in die bestehende Beziehung tragen, und sie daran wachsen lassen. Das Vertrauen bricht, schadet einer Beziehung sicherlich, aber das Gefühl, mein Partner muss jetzt der ideale sein, kann auch ein unangenehmer Druck sein. es liegt zuletzt daran, wie man es beurteilt. Man kann auf andere positiv verzichten, und die Beziehung stützen, man kann aber auch den Fehler begehen, und Fremdschauen und Fremdgehen bleibt einer, aber wissen dass es eben nur ein Fehler ist, den man ab und zu begeht, und der vielmehr mit einem selber zu tung hat, mit seinen vielen Lebenswünschen, als am Partner liegt, oder ein Symptom für eine scheiternde Beziehung sein müßte.

Ich weiß, Du bist nicht fremdgegangen, Borghi, mein Ex tat das, sie nahm es als Symptom für unsere Beziehung statt für den Moment. Aber der Umstand mag sich vielleicht ähneln, entscheide Du. Es kann aber auch anders sein, das Leben ist schwierig...

Deswegen bleibt einem am Ende immer nur, Dir viel Glück bei Deinen Entscheidungen zu wünschen.Es bleiben immer Deine!

Alles Gute!

Ich hoffe, das war alles doch irgendwie verständlich, bin leider in Eile

#40
Seid gegrüßt,

murmelix, ich denke, die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte. Klar kann eine Person überfordert sein und die Hilfe eines Arztes in Anspruch nehmen. Darauf hatte ich mich ja auch schon mit sippel geeinigt, der wie Du den Weg über den Arzt empfiehlt. Das braucht ja auch nicht unbedingt verkompliziert werden, entweder man machts halt, oder nicht. Aber:

Möchte nur darauf hinweisen, dass man selber auch ganz viel tun kann und evtl. ist man selber auch die einzige Person, die helfen kann, weil ja der Suizid-Gefährdete auf einen fixiert ist. Es gab ja auch schon andere hier, die gesagt haben, dass der Arzt sicher nicht die Ursachen beseitigen kann.

Es gab einmal einen großen russischen Schriftsteller mit Namen Sergej A. Jessenin. Der war 1925 auf einem Fest, auf dem viel gelacht wurde. Man lärmte bis in den Abend hinein. Dann ging alles fort. Ein Freund, der Dichter E. Ehrlich, blieb noch einen Augenblick in Mantel und Hut zurück. Sergej ergriff fieberhaft seine Hand, Schweißtropfen standen auf seinem Gesicht. Mit rauer Stimme flüsterte er: „Geh nicht weg, bleib bei mir, ich kann nicht schlafen, ich habe solche Angst. Ich will Gedichte lesen, die ganze Nacht, wenn Du willst, oder Du kannst Dich hinlegen, ganz wie Du willst, nur bleib bei mir, lass mich nicht allein!“ Ehrlich sagte, er könne nicht bleiben, er werde morgen in aller Früh wiederkommen, Sergej solle sich doch etwas zusammennehmen. Er drückte seine Hand, die schlaff und feucht war. Sergej blieb allein zurück. Um 22 Uhr ging er hinunter zum Portier des Hotels und befahl ihm, keinen Menschen zu ihm zu lassen, er wolle allein sein. Am nächsten Morgen klopfte Ehrlich an Sergejs Tür. Er fand ihn erhängt und die Schlagadern aufgeschnitten, aus denen viel Blut geströmt war. Auf dem Tisch lag ein Blatt, auf dem mit Blut geschrieben stand: „Auf Wiedersehen, mein Freund. Ohne Handdruck und Abschiedswort. Weine nicht, mach kein trauriges Gesicht. Sterben ist nicht neu auf dieser Welt. Doch zum Leben finde ich keine Kraft mehr.“

Mein Fazit: Ich halte es für nicht verantwortlich, sich nicht auch selbst um den Suizidgefährdeten zu kümmern.

Ales Gute,

Asket

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