Trennung trotz Liebe?

Zum Thema Musik! Ehrlich? Das stelle ich mir anstrengender vor wie das Thema Oldtimer. Ich höre für "mein" Alter auch eher "junge" Musik und bei Schlager stellen sich mir die Nackenhaare. Ich habe einen Bekannten der nur lautes Lateinamerikanisches im Auto laufen hat. Das ist irgendwie auch anstrengend. Für mich hat Musik einen sehr hohen Stellenwert. Ich höre ständig. Ich höre vieles. Aber kein Schlager. Das ist ein NoGo! Jetzt nachdem ich deinen Text lese, bin ich einfach nur Dankbar das mein Mann einen ähnlichen Geschmack hat. Denn darauf Rücksicht zu nehmen würde mir auch schwerfallen. Und was dich betrifft, habe ich das Gefühl du sammelst gerade Minus Punkte. Da bekommst das Gefühl nicht los, das du eine Veränderung brauchst!?
 
Zum Thema Musik! Ehrlich? Das stelle ich mir anstrengender vor wie das Thema Oldtimer.
Ja, es ist auch anstrengend, weil ich diese Musik wirklich sehr gerne und oft höre. Wenn ich beispielsweise zum Einkaufen fahre, dann lege ich immer ein paar Extrakilometer ein und fahre zum Musik hören in der Gegend rum.

In Sachen Oldtimer: Gestern waren wir gemeinsam mit dem Auto unterwegs und da fuhr vor uns wieder so eine Schönheit. Sie sagte "Pass auf, dass Du keinen Herzinfarkt kriegst"

Gewünscht hätte ich mir "Wow cool, sowas hätte ich auch mal gerne"
Jetzt nachdem ich deinen Text lese, bin ich einfach nur Dankbar das mein Mann einen ähnlichen Geschmack hat.
Ja, da kannst Du echt froh sein, dass das so ist.
Und was dich betrifft, habe ich das Gefühl du sammelst gerade Minus Punkte. Da bekommst das Gefühl nicht los, das du eine Veränderung brauchst!?
Dass ich gerade förmlich alles aufsauge, was da so an negativen Kommentaren in Bezug auf Oldtimer und Musik kommt, meinst Du?
 
Genau das meine ich. Du hast gedanklich so eine "pro und Contra" Liste vor dir. Und es gibt für deine Frau gerade nur minus Punkte. Versuche mal einen Vergleich mit den positiven Dingen die euch verbinden.
Aber ich gebe dir absolut recht. Wenn sie Dinge, die dir wichtig sind so ins lächerliche oder negative zieht, dann klingt das irgendwie respektlos. Ich sage zwar auch immer "Happy Wife - Happy Life", aber tatsächlich legen wir beide Wert auf einen gegenseitigen, respektvollen Umgang. Und das fehlt dir gerade auch, oder? Du scheinst ein netter Typ zu sein. Vielleicht bist du im Laufe der Jahre aus Bequemlichkeit etwas unsichtbar geworden und jetzt bestimmt nur noch deine Frau. Einfach weil es sich so ergeben hat. Rücke dich selbst wieder etwas mehr in den Vordergrund.
 
Ja, es ist auch anstrengend, weil ich diese Musik wirklich sehr gerne und oft höre. Wenn ich beispielsweise zum Einkaufen fahre, dann lege ich immer ein paar Extrakilometer ein und fahre zum Musik hören in der Gegend rum.
Bei mir galt immer der Grundsatz: Wer fährt, bestimmt die Musik.
Das galt schon eher für längere Fahrten (Urlaub), aber ich habe mich auch sonst immer bemüht, einen Kompromiss zu finden.

Ansonsten ist es heute nicht so schwer, dass jeder seine eigene Musik hören kann, weil ja meist mehr als ein Radio / CD-Player / Computer im Haushalt vorhanden ist. Und Kopfhörer gibt es auch.
Also ein Trennungsgrund wäre das nicht für mich, aber mir scheint, hier kommt eins zum anderen.
In Sachen Oldtimer: Gestern waren wir gemeinsam mit dem Auto unterwegs und da fuhr vor uns wieder so eine Schönheit. Sie sagte "Pass auf, dass Du keinen Herzinfarkt kriegst"
Diese und die anderen von Dir genannten Kommentare lassen mich fragen: Bist Du sicher, das sie Dich auch noch genauso liebt wie Du sie offenbar?
Vielleicht geht ihr da manches auf den Keks, weil sie es nicht mehr so tut, wie es wünschenswert wäre in einer Ehe bzw festen Partnerschaft?

Man muss nicht zwingend zusammen bleiben, nur weil man es mal wollte. Ich sehe hier so einige Anzeichen für "nerven", und meist tut es das, wenn man den anderen nicht mehr so liebt.
Respektvoller Umgang gehört unbedingt dazu, wenn man zusammen ist.

Ihr müsst unbedingt reden, damit sich nicht noch mehr ansammelt. Aber vielleicht kommt ihr auch zu dem Schluß, dass es nicht mehr die große Liebe ist.
Ihr seid nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht so alt, da ist ein Neuanfang für beide Partner noch eher möglich, als wenn ihr euch dann in ein paar Jahren erst entschließt, wenn man dann noch einige andere Problemchen hat ... 😏🙄
 
Ihr müsst unbedingt reden, damit sich nicht noch mehr ansammelt. Aber vielleicht kommt ihr auch zu dem Schluß, dass es nicht mehr die große Liebe ist.
Ja, wir müssen dringend miteinander reden. Das ist mir gestern wieder bewusst geworden und ich werde da heute das Gespräch mit ihr suchen.

Beim Haus steht eine Reparatur / Erneuerung an, die auch nicht gerade billig ist (zumindest in der Art wie sie sich das vorstellt). Darüber haben wir gestern geredet und ich hab sie gefragt, von welchen Kosten wir da sprechen. Wir liegen bei ca. 4k und sie hat gefragt, ob wir uns die Kosten teilen. Sowas ist für mich selbstverständlich, aber gleichzeitig wurde mir innerlich klar, dass das mit meinem Traum in diesem Leben nichts mehr werden wird, weil ich das finanziell einfach nie schaffen werde auf diese Art und Weise.

Anscheinend hat sie mir das ziemlich angemerkt und was sagt sie? "Oje, fehlt dir das jetzt beim Oldtimer?" Nicht mit einem Ausdruck des Bedauerns, sondern eher auf spöttische Art. Und dann kam "Sowas macht man dann eh sowieso eher in der Pension wenn man mehr Zeit hat"

Diesen Spruch "Das mach ich dann in der Pension" kann ich nicht mehr hören. Gerade sie erwähnt öfters jemanden, der immer gesagt hat, dass er in der Pension dies und jenes machen wird. Und was ist passiert? Er ist ein paar Jahre vor der Pension an einem Herzinfarkt verstorben.

Ich muss ihr da wirklich mal klar machen, wie wichtig mir das ist und dass meine aktuelle Distanz zu ihr unter anderem deswegen besteht, weil sie das irgendwie nicht ernst zu nehmen scheint.
 
"[...] Better not compromise.
It won't be easy.
666 is no longer alone [...]" ("Supper's Ready", Genesis, von 1972... auch ein Oldtimer...)

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann geht es in dieser Textstelle um einen Drachen... und schon bin ich bei Deiner Frau! ;-))

Auffallend finde ich, wie oft sie Deinen Oldtimer-Wunsch erwähnt - auch wenn es für Dich meistens spöttisch rüberkommt.
Da könnte evtl. mehr dahinterstecken... und mit etwas "Raffinesse" ließe sich das bestimmt herausfinden...

Aus welcher Ecke kommt ihr? Seid ihr (wenigstens ein bisschen) frankophil angehaucht?
 
Auffallend finde ich, wie oft sie Deinen Oldtimer-Wunsch erwähnt - auch wenn es für Dich meistens spöttisch rüberkommt.
Da könnte evtl. mehr dahinterstecken... und mit etwas "Raffinesse" ließe sich das bestimmt herausfinden...
Mag sein, dass da vielleicht mehr dahintersteckt und ich werde sie heute dazu befragen. Erstens will ich eine Antwort auf die Frage, wie sie überhaupt zu dem Thema steht und zweitens, ob sie ihren Ton, den sie da mir gegenüber immer anschlägt, überhaupt bemerkt. Und wenn ja, ob sie mir das nicht auf andere Art und Weise mitteilen kann.

Fest steht, dass wir da massiv an der Kommunikation arbeiten müssen. Ich muss öfter den Mund aufmachen und über meine Träume, Wünsche und Bedürfnisse reden und sie müsste, wenn irgend möglich, ein wenig am verbalen Einfühlungsvermögen feilen.
Aus welcher Ecke kommt ihr?
Sind aus Österreich :)
 
Na, dann ist mein Vorschlag bestimmt machbar, Herr Nachbar:

Ein romantisches Wochenende, besser vielleicht sogar eine komplette Woche im Elsass.
Gutes Essen... guter Wein... gute Gespräche...
Ein bisschen Strasbourg... etwas Colmar... natürlich auch die malerischen Ortschaften drumherum und dazwischen... und - jetzt kommt's - :
Unbedingt einen Abstecher nach Mulhouse ins Schlumpf-Museum (Musée National de l'Automobile à Mulhouse).

Dort kann man meines Wissens auch 'ne Corvette C1 buchen... ich meine Baujahr 1960, bin mir aber nicht 100%ig sicher... kannst Dich ja mal schlau machen...

Ihr (also Du und Deine Frau) hättet dann zumindest mal in einem ersten Schritt die Themen Reisen und Oldtimer unter einen Hut gebracht und könntet euch danach überlegen, ob es evtl. noch weitere (gemeinsame) Schritte geben könnte...
 
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Hallo!

Mittlerweile haben sich die Dinge leider dahingehend entwickelt, dass ich mich trennen will. Seit meinem letzten Posting hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und es hat sich herauskristallisiert, dass es eigentlich gar nicht um den Oldtimer oder die teuren Urlaube geht. Es liegt auch nicht an den Gefühlen zu meiner Frau, denn die sind nach wie vor vorhanden.

Es geht um das Lebensmodell Beziehung an sich. Ich habe erkannt, dass ich nicht mehr in einer Beziehung leben will. Da meine ich jetzt nicht konkret die Beziehung zwischen meiner Frau und mir, sondern ich meine jegliche Beziehung. Was ich mir wünsche, ist ein Leben allein, ohne eine Partnerin an meiner Seite. Es geht hier nicht darum, dass ich mich in den Wald in eine einsame Hütte zurückziehen will. Nein, es geht um Klarheit, um Freiheit, um die Kontrolle über mein Leben - ohne von den Wünschen und Bedürfnissen anderer beeinflusst zu sein.

Ich fühle mich in der Beziehung einfach zu sehr eingeengt und ausgebremst und ich sehe leider keine Möglichkeit, dass sich hier ein Kompromiss finden lässt. Womit wir eigentlich schon wieder beim Thema wären - ich will auch keine Kompromisse mehr eingehen. Das habe ich so viele Jahre lang gemacht und mich zurückgenommen. Nein, ich will mein restliches Leben einfach nach meinen Vorstellungen gestalten. Und zwar ausschließlich nach meinen Vorstellungen, ohne dass ich mich für jeden Gedanken und für jede Handlung rechtfertigen und erklären muss. Und am besten jedem Schritt eine Entschuldigung folgen lasse.

Der Wunsch ist auch deswegen so ausgeprägt, weil ich eigentlich nie ein richtiges Single-Leben mit all seinen Vor- und Nachteilen kennengelernt habe.

Wie gesagt, mir ist bewusst, dass weniger Jahre vor mir liegen, als hinter mir und ich sehe, wie rechts und links die Leute wegsterben. Ich war mir meiner eigenen Sterblichkeit noch nie so bewusst wie jetzt und Ich weiß ja nicht, wie viel Lebenszeit mir überhaupt noch vergönnt ist. Daher möchte ich die verbleibende Zeit so glücklich und selbstbestimmt wie möglich verbringen.

Das soll jetzt nicht heißen, dass all die Jahre, die ich mit meiner Frau verbracht habe, keine glücklichen Jahre waren. Im Gegenteil, ich möchte diese Zeit nicht missen, aber wenn ich in mich hineinhöre, weiß ich, dass es an der Zeit ist, meinen Weg allein weiterzugehen.

Auch weil ich das Gefühl habe, als Mensch irgendwie zu stagnieren und mich nicht mehr weiterzuentwickeln.

Das Problem ist allerdings folgendes: Wie trennt man sich von jemandem, für den man noch so viele Gefühle hat? Der Alltag läuft ja auch recht gut zwischen uns. Das alles macht es mir so schwer.
Es wäre leichter, wenn ich keine Gefühle mehr für meine Frau hätte, wenn wir nicht mehr miteinander lachen oder reden könnten.

Mich plagen starke Schuldgefühle und die Vorstellung, ihr so weh tun zu müssen, macht mich so traurig. Aber bleiben und so weiterzumachen kann ich mir eben auch nicht mehr vorstellen.
Es gibt ja auch keinen richtigen Zeitpunkt dafür, am Abend begrüßen wir uns immer herzlich und dann soll ich mich mit ihr an einen Tisch setzen und ihr diesen Schlag verpassen?

Wir lachen ja auch oft miteinander, wünschen uns im Bett immer liebevoll eine gute Nacht und dann soll ich ihr das Messer ins Herz rammen?

Ich weiß einfach nicht weiter wann und wie ich das durchziehen soll. Dass ich es will, steht zu 100% fest. Oft ertappe ich mich bei dem Wunsch, dass SIE mit mir Schluss macht. Klingt blöd, aber es ist so.
 
Glückwunsch! Ich kann den Wunsch sehr gut nachvollziehen.
Vielleicht zuerst getrennte Wohnungen anbieten, du könntest dich mit ihr zum Essen verabreden, einen Ausflug machen, Weihnachten feiern. Eine Fernbeziehung quasi? Sie hätte dann die Wahl, ob sie sich darauf einlassen möchte oder lieber selbst die Beziehung beendet.
 
Ich hatte beim Lesen gerade einen Kloß im Hals. Ich wünsche mir seit meiner Jugend die große Liebe, eine Partnerschaft etc. Es scheint so unerreichbar.. Und bei dir ist es irgendwie andersrum.. Ein wenig kann ich es zwar nachvollziehen, da ich auch Phasen hatte - auch lange - in denen ich merkte, dass mir eine Beziehung doch zu eng ist.. Aber kann man nicht "einfach" getrennt leben und doch zusammen? Also getrennte Wohnungen, jeder geht seinen Wünschen und Zielen nach etc. und man bleibt dennoch emotional miteinander verbunden, verabredet sich etc.?
 
Ich hatte beim Lesen gerade einen Kloß im Hals. Ich wünsche mir seit meiner Jugend die große Liebe, eine Partnerschaft etc. Es scheint so unerreichbar.. Und bei dir ist es irgendwie andersrum.. Ein wenig kann ich es zwar nachvollziehen, da ich auch Phasen hatte - auch lange - in denen ich merkte, dass mir eine Beziehung doch zu eng ist.. Aber kann man nicht "einfach" getrennt leben und doch zusammen? Also getrennte Wohnungen, jeder geht seinen Wünschen und Zielen nach etc. und man bleibt dennoch emotional miteinander verbunden, verabredet sich etc.?
Ich verstehe Dich sehr gut, denn ich habe Deine Themen ebenso mitgelesen. Auch ich habe mir ja ursprünglich eine schöne Partnerschaft gewünscht, bin aber leider in einem goldenen Käfig gelandet.
Weißt Du, bei meiner Frau kommt noch eine gehörige Portion Besitzdenken dazu. Ich würde beispielsweise gerne mal (neben den Fernreisen zu zweit) mal ein paar Tage alleine Urlaub machen, aber das scheitert schon mal daran, dass ein Urlaub alleine aus der Sicht meiner Frau schon mal gar nicht geht (Zitat "Willst Du nicht mehr mit mir Urlaub machen oder wie?")

Du siehst also, dass getrennte Wohnsitze nichts verbessern würden, da die Probleme ganz woanders liegen. Und im täglichen Miteinander haben wir ja auch überhaupt kein Problem und kommen gut miteinander aus. Aber es sind immer wieder dieselben emotionalen Altlasten, die uns manchmal einholen und an den Rand des Abgrundes treiben. Und auch von diesen Altlasten will ich mich befreien. Ruhe, Frieden und Befreiung von Drama ist das, was ich mir wünsche. Wir haben auch ein unterschiedliches Bedürfnis nach Nähe und Distanz glaube ich.

Aber um auf den oben erwähnten goldenen Käfig zurückzukommen. Meine Schwester hat mir vor kurzem mal ein geniales Video gezeigt. Darin sieht man einen Adler, der bei strahlendem Sonnenschein über die Berge der Alpen fliegt. Er trägt eine kleine Kamera und daher kann man den Flug quasi aus der Perspektive des Adlers miterleben. Selten zuvor habe ich so etwas schönes gesehen und ich hab mir gedacht "Das ist echte Freiheit, das ist das, was ich mir wünsche. Nicht nachdenken müssen ob es wirklich ok ist, wenn man nach rechts, nach links oder geradeaus fliegt"

Keine Frage, eine Beziehung kann wunderschön sein. Wenn keiner der Partner sich selbst aufgeben muss und gut mit den Kompromissen leben kann, die eine Beziehung nun mal mit sich bringt. Eine Beziehung sollte sich bei allen Unterschieden zwischen den Partnern in erster Linie schön, leicht und liebevoll anfühlen. Einfach ein schöner Rückzugsort für beide sein.

Für mich fühlt sich eine Beziehung schon seit längerer Zeit an wie ein emotionales Gefängnis mit rosa Schleife. Also nicht gerade das, was ich soeben beschrieben habe. Ich hoffe, dass ich bald den Mut haben werde, die Trennung durchzuziehen. Sich von jemandem zu trennen, den man im Grunde noch liebt, erfordert jedoch immensen Mut und Kraft.

Natürlich wäre es schön, wenn es irgendwann so sein könnte, wie Du es beschreibst. Dass man sich trotz der Trennung irgendwann trotzdem noch freundschaftlich begegnen kann, wäre natürlich der Optimalfall. Ich würde es mir sehr wünschen.
 
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Kannst du denn, bevor du dich trennst, mit ihr darüber sprechen? Also ganz offen und auch, dass du dich trennen willst? Vielleicht kann sie dann auch das Thema "Urlaub allein" und andere Themen lockerer sehen?
 
"In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muß sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen."
(Johann Wolfgang von Goethe)
 
"In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muß sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen."
(Johann Wolfgang von Goethe)
Das Zitat kannte ich bisher nicht, hab auch gerade nachgelesen, was es ausdrücken soll, aber was möchtest Du mir in diesem, meinem Kontext hier damit mitgeben?
 
Fragst Du mich - oder Altmeister Goethe? ;-))
Falls mich: ich kann Dir nix mitgeben, hatte aber beim Lesen Deines vorletzten Beitrags den Gedanken, dass man sich nicht eine Kamera um den Hals hängen und vom Dach springen sollte, nur weil man zuvor einen Adler in einem Video gesehen hatte. Am Ende wird er vielleicht noch für einen Absturz verantwortlich gemacht - oder die Schwester... ;-))
Wenn's so einfach wäre, könnte ich Dir zig Videos zeigen.
Mal für mein (besseres) Verständnis: wenn Deine jetzige Ehe das eine Ende einer Skala und Deine alleinige Freiheit das andere Ende wäre, wo befindest Du Dich im Moment? Exakt in der Mitte?
 
Mal für mein (besseres) Verständnis: wenn Deine jetzige Ehe das eine Ende einer Skala und Deine alleinige Freiheit das andere Ende wäre, wo befindest Du Dich im Moment? Exakt in der Mitte?
Also angenommen die Skala geht von 1 bis 10 - 1 ist meine Ehe und 10 ist meine alleinige Freiheit, dann würde ich meine aktuelle Position so bei 7 bis 8 angeben.
Mehr vergebe ich deswegen nicht, weil ja nicht alles schlecht ist. Ich hab jetzt keine Fluchtgedanken nach dem Motto "Lauf so schnell Du kannst und bring Dich in Sicherheit", aber die Vorstellung, so weiterzuleben bis ans Ende meiner Tage bereitet mir ziemliches Unbehagen.

Ich fühle mich einfach nicht mehr wohl in der Beziehung, bin immer öfter lieber für mich. Oft setze ich mich ins Auto und fahr einfach nur so rum.
 
Kannst du denn, bevor du dich trennst, mit ihr darüber sprechen? Also ganz offen und auch, dass du dich trennen willst? Vielleicht kann sie dann auch das Thema "Urlaub allein" und andere Themen lockerer sehen?
Ein Gespräch wird es da sicher geben, die Frage ist nur wann. Ich schiebe es Woche um Woche raus, weil es immer wieder andere Hinderungsgründe gibt (sie hat momentan eine stressige Phase in der Firma beispielsweise).
Und da sind diese schlimmen Schuldgefühle, die mir auch das Gefühl geben, dass ich der Böse bin, der alles kaputt macht. Wenn man jemanden liebt, dann will man ihm einfach nicht weh tun und mit der Aussage, dass man sich (trotz Liebe) trennen will, tut man dem anderen eben verdammt weh.

Aber es ist natürlich auch keine Lösung, seine Wünsche und Bedürfnisse zu unterdrücken und unglücklich in der Beziehung zu verbleiben. Das kann langfristig böse Folgen haben in Bezug auf die seelische und körperliche Gesundheit.
Jetzt mal davon abgesehen, dass man dem anderen eine heile Welt vorgaukelt und die Wirklichkeit aber ganz anders aussieht. So kann und will niemand leben.

Im Grunde will ich mich ja nicht von meiner Frau trennen, sondern von der Beziehung. Was ich nicht mehr will, ist dieses ständige "Wir"-Denken und die Kompromisse, die sich oft daraus ergeben.
Wir funktionieren zwischenmenschlich ja gut, aber beziehungstechnisch geht's für mich eben aus den besagten Gründen nicht mehr. Es wäre ja ganz was anderes, wenn wir dauernd nur streiten würden, uns emotional gar nichts mehr verbinden würde oder so. Aber das ist eben nicht der Fall und das macht es so schwierig für mich, die Trennung auszusprechen.

Ich weiß ja auch nicht, ob ich der Einzige bin, dem es so geht oder ob es auch andere gibt, die in so einer Situation waren oder aktuell sind. Ich hab das Gefühl, alle Welt wünscht sich eine Beziehung und ich wünsch mir genau das Gegenteil.
 
Ein Gespräch wird es da sicher geben [...]

Muss, denn Freiheit hat immer Verantwortung im Schlepptau.
Wobei man sich natürlich schon fragen kann: welche Freiheit?
Eine Beziehung bedeutet eben auch, einen Teil seiner Freiheit aufzugeben. In Deinem Fall vermutlich eine Freiheit, die Du noch nie hattest. Um das herauszufinden, glaubst Du, die Beziehung aufgeben zu müssen, nicht aber Deine Frau.
Jetzt mal unabhängig davon, ob ich eben alles richtig verstanden und zusammengefasst habe, ob Du erste Sahne oder völlig Banane bist, ob Deine Frau Abszess, Stress oder gar scharfes S hat:
Irgendwann wirst Du den Mund aufmachen und ihr dabei in die Augen sehen müssen... oder Du schreibst ihr, aber das traue ich Dir nicht zu (als Kompliment gemeint!).
Alleine schon die Vorstellung...
Gäbe es denn demnächst eine Gelegenheit für eine "unauffällige", zeitliche Trennung... z. B. Kur, Reha, Geschäftsreise, Familienfeier, Klassentreffen... ?
 
Wobei man sich natürlich schon fragen kann: welche Freiheit?
Eine Beziehung bedeutet eben auch, einen Teil seiner Freiheit aufzugeben. In Deinem Fall vermutlich eine Freiheit, die Du noch nie hattest. Um das herauszufinden, glaubst Du, die Beziehung aufgeben zu müssen, nicht aber Deine Frau.
Du triffst den Nagel auf den Kopf, es geht um eine Freiheit, die ich noch nie hatte. Mein ganzes Leben hat sich so entwickelt, dass ich eigentlich nie ein richtiges Leben als Single mit all seinen Facetten kennengelernt habe.

Insofern ist also auch ein wenig der Reiz des Unbekannten beteiligt.
Jetzt mal unabhängig davon, ob ich eben alles richtig verstanden und zusammengefasst habe, ob Du erste Sahne oder völlig Banane bist, ob Deine Frau Abszess, Stress oder gar scharfes S hat:
Irgendwann wirst Du den Mund aufmachen und ihr dabei in die Augen sehen müssen... oder Du schreibst ihr, aber das traue ich Dir nicht zu (als Kompliment gemeint!).
Das ist mir klar, so ein Gespräch werde ich uns beiden nicht ersparen können.
Und vielen Dank für das Kompliment :) Es ist tatsächlich gerechtfertigt, denn ich würde so etwas nie schriftlich machen. Das ist ja schließlich keine Kündigung meines Handyvertrags, sondern etwas sehr Bedeutendes.
Gäbe es denn demnächst eine Gelegenheit für eine "unauffällige", zeitliche Trennung... z. B. Kur, Reha, Geschäftsreise, Familienfeier, Klassentreffen... ?
Im Moment nicht, zwecks Nachdenken meinst Du?
 
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