Trennung trotz Liebe?

Ich würde empfehlen, es wo schnell wie möglich anzusprechen.. Vielleicht nicht gleich mit "Trennung".. Aber mal anfangen von deinen Gefühlen zu sprechen.. Wie es dir mit der aktuellen Situation geht.. Und dann das Gespräch erstmal sacken lassen.. Wenn du dann immernoch eine Trennung willst, würde ich erneut das Gespräch suchen.. Ich denke, umso länger du es aufschiebst, umso größer werden die Schuldgefühle leider :-(
 
Zwecks Nachdenken?
Machst Du doch schon - seit gefühlt (oder besser: gedacht) einer halben Ewigkeit. ;-))
Ich dachte eher an: Übung, Praxis, Reinschnuppern, Perspektivwechsel, alte Muster aufbrechen, etwas Neues wagen...

Ich habe vielleicht das kleine Nägelchen auf das kleine Köpfchen getroffen - aber Du wirst vielleicht auf den Dickkopf Deiner Frau mit dem Holzhammer eindreschen.
Deinen Traum von Freiheit und Unabhängigkeit kann man nachvollziehen. Was ich jedoch noch nicht verstanden habe: wieso kommt Deine Frau (und alles, was ihr zusammen bisher aufgebaut habt) nicht in Deinem Traum vor?
Ich meine, warum träumst Du beispielsweise nicht, dass Du den ganzen Tag in Deiner Werkstatt an Oldtimern rumschraubst - und abends an Deiner Frau?
Ne, ich bitte um Verzeihung, dass ich diesem kleinen Wortspiel nicht widerstehen konnte.
Deshalb nochmal: also, Du an einem kühlen Herbsttag beim Ölwechsel und sie kommt mit einem heißen Cappuccino für Dich um die Ecke, erkundigt sich nach den Fortschritten, freut sich schon auf die erste Ausfahrt... und lässt Dich dann wieder in Ruhe weiterwerkeln - keinen Traum wert?

Bitte zeit-, aber nicht realitätsnah antworten - wir befinden uns in einem Traum! ;-))
 
Tja, warum kommt meine Frau und alles, was wir uns gemeinsam aufgebaut haben, nicht in meinen Zukunftsträumen vor?

Es ist ja jetzt nicht so, dass mir das alles nichts bedeutet, im Gegenteil, daher fällt mir alles ja so schwer. Aber ich bin trotzdem unglücklich. Das was ich mir wünsche, ist die vollständige Kontrolle über mein Leben zu haben, in jeder Sekunde eigenständige Entscheidungen treffen zu können, ohne dass diese von jemandem beeinflusst werden.

Wenn ich um drei Uhr morgens aufwache und ich Lust drauf habe, die nächsten drei Stunden auf dem Kopf zu stehen und dabei die Zeitung zu lesen, dann will ich das tun können, ohne mich vor jemandem rechtfertigen oder erklären zu müssen.

Wenn es mir am Freitag spontan einfällt, dass ich das Wochenende ja irgendwo auf der Alm verbringen könnte, dann will ich das ohne Zögern tun können. Ohne Rücksicht nehmen zu müssen, ob das irgendwie mit den Plänen von anderen kollidiert.

Jetzt könnte man natürlich fragen: Wo ist das Problem? Das mit dem Urlaub allein kann ich knicken, wir kamen da zufällig darauf zu sprechen, weil meine Cousine das öfters macht. Antwort meiner Frau: Zu zweit ist doch alles schöner. Mit wem willst Du denn dann beim Essen reden? Und Außerdem: Allein fährst Du mir nirgends hin, Du nimmst.....kurze Nachdenkpause.....Deine Cousine oder diesen Freund oder jenen Bekannten mit. Ich hab dazu dann nichts mehr gesagt und die Sache innerlich abgehakt. Da ist scheinbar kein Vertrauen da und sie denkt sich im Kopf alle möglichen Horrorszenarien aus. Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ich mir wie ein kleiner Junge vorkomme, der Mama fragt, ob er allein in die große, böse Stadt fahren darf.

Unser Feierabend läuft so ab: Sie kommt nach Hause, ich freue mich auch drauf, aber dann ist es so, dass ich bald irgendwie in einen Wartemodus verfalle, in dem ich nur auf Anweisungen von ihr warte. Tu dies, tu jenes, hab ich einen Wunsch frei? Magst Du im Keller nachschauen, ob wir noch Eis haben?

Klar, manchmal gehen wir schick essen oder auch mal ins Kino. Aber irgendwie hab ich mich selbst verloren, im Kontext unseres Zusammenseins handle und entscheide ich nicht eigenständig, sondern reagiere nur noch.

Früher bin ich beispielsweise nie allein mit dem Auto durch die Gegend gefahren. Aber nun empfinde ich das als "Auszeit", ICH entscheide ob ich nach rechts, nach links oder gerade aus fahre. Und wenn ich dann heimkomme, verfalle ich wieder in diesen Wartemodus. Sitz oft nur auf der Couch rum und denk daran, wie es wäre, gerade mit dem Panorama-Zug durch die schöne Schweiz zu fahren.

Versteht ihr, was ich meine bzw. warum ich nicht mehr in einer Beziehung sein will? Keine Ahnung, wieviel Lebenszeit mir noch vergönnt ist und wie lange ich noch in der Lage bin, überhaupt noch aus dem Haus zu gehen. Das kann sich schneller ändern, als man glaubt und dann denkt man daran, was man noch alles gerne gemacht hätte und nun nicht mehr kann.

So sieht's aus in mir drin. Das hat nichts mit den Gefühlen zu meiner Frau zu tun, aber die Einschränkungen, welche eine Beziehung nun mal zwangsweise mit sich bringt, machen mich unglücklich und bremsen mich irgendwie aus. Ich stecke auch als Mensch irgendwie fest, ich wäre gern selbständiger, eigenständiger im Denken und Handeln, selbstbewusster, jemand, der was entscheidet und umsetzt.

Das funktioniert in dem komfortablen, goldenen Käfig alles irgendwie nicht, in dem ich sitze. Selbst wenn ich mehr Freiraum hätte, könnte ich das nicht so genießen, weil ich mit einem Ohr immer in ihre Richtung lausche. Es ist einfach diese ständige emotionale Präsenz von jemand anderem, dieses nie vollständig Alleinsein können, das mich so unglücklich macht.

Zunächst dachte ich, ich spinne und bin mit diesen Gefühlen allein auf der Welt, aber ich hab mal nachgelesen und es geht sehr vielen so. Dass sie in einer Beziehung irgendwie untergehen, persönliche Bedürfnisse nicht erfüllt werden und auch keine Aussicht besteht, dass sich das jemals ändern wird. Und trotzdem in einer unglücklichen Beziehung verbleiben.

Aber ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Morgens verabschieden wir uns liebevoll, abends begrüßen wir uns liebevoll, erzählen uns dies und das, gehen gemeinsam zu den Nachbarn zum Quatschen, sehen gemeinsam fern, essen gemeinsam, lachen miteinander.....

Wie soll man es da schaffen, sich an einen Tisch zu setzen und zu verkünden, dass man sich trennen will? Wie schafft man sowas? Morgens verabschiede ich mich ganz normal von ihr und abends bitte ich sie zwecks Trennungsgespräch an einen Tisch?

Da versteht man doch die Welt nicht mehr.

Und habe ich schon meine geliebte Katze erwähnt?

Im Falle einer Trennung wäre ja ich derjenige, der auszieht und im Grunde von 0 beginnen müsste. Denn ich kann ja wohl kaum von meiner Frau verlangen, dass sie auszieht, wenn ich derjenige bin, der sich trennen will. Und meine Katze nehme ich sicher nicht mit und reiße sie aus ihrem gewohnten Lebensraum. Ich würde auch finanziell weiterhin meinen bisherigen Anteil beitragen (oder zumindest einen Teil davon, den ich verkraften kann), denn meine Frau soll durch meine Entscheidung keine finanzielle Mehrbelastung haben.

Einfach wegrennen, hinter mir die Sintflut und sie im Stich lassen - das bin nicht ich.

Ende August ist ein Urlaub in Griechenland geplant und sie freut sich schon sehr darauf. Das ist auch so ein Punkt, der es mir so schwer macht. Auch wenn sie von der Zukunft redet. In diesen Momenten fällt es mir sehr schwer, an Trennung zu denken und ich verfalle wieder in den verhängnisvollen Modus "lieber unglücklich bleiben, als ihr den Boden unter den Füßen wegzuziehen", obwohl ich ganz genau weiß, dass das der falsche Weg ist.
 
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Den Urlaub musst du schnell absagen und jetzt schon zumindest signalisieren, das nicht alles ok für dich ist.
Vielleicht kannst du sagen, dass du eine Auszeit brauchst, eine Beziehungspause. Vielleicht ist es einfacher zu akzeptieren. Solche Pausen sind dann meistens doch nicht nur Pausen, man hat aber eine Übergangsphase, in der man sich an das neue Leben ohne den anderen gewöhnen kann.
 
Ihr Bruder ist mit Frau und Tochter auch noch dabei, d.h. ohne mich wären sie immer noch zu viert. Allerdings waren wir letztes Jahr zu zweit an genau demselben Ort und wollten jedes Jahr wiederkommen, weil es uns dort so gut gefallen hat. Der Ort ist also vollgeladen mit Erinnerungen an unseren gemeinsamen Urlaub letztes Jahr :( Und ob sie sich das antun will, ist eben die Frage.

Ich komme mir so schäbig vor, weil ich ihr das antun muss. Aber so tun, als ob nichts wäre und gemeinsam in den Urlaub fahren, halte ich für absolut falsch.

Das ist absolutes Neuland für mich, ich habe noch nie von mir aus eine Beziehung beendet und dass ich meiner Frau so weh tun werde müssen, schmerzt unfassbar. Den Schmerz werde ich uns beiden nicht ersparen können, aber ich kann viel dazu tun, damit die Trennung von Wertschätzung, Respekt und Dankbarkeit für die vielen schönen Jahre geprägt ist.
 
Danke für die vielen Zeilen. Man fühlt bei jedem Satz Deinen inneren Kampf… ich kämpfe mit und möchte stellvertretend folgenden Satz zitieren:

aber die Einschränkungen, welche eine Beziehung nun mal zwangsweise mit sich bringt, machen mich unglücklich und bremsen mich irgendwie aus.

Das will einfach nicht in meinen Kopf, weil es sich für mich so gegensätzlich liest:
Auf der einen Seite die Beziehung - auf der anderen Du, vorne Zwang - hinten Freiheit, oben Glück - unten Unglück, Leben - Tod.

In meiner Denke befindest Du Dich jedoch mittendrin und bist Teil des Ganzen.
Klar, es ist Deine Frau, Deine Beziehung, Dein Leben… da kann Dir niemand reinreden bzw. reinschreiben.
Und Du hast recht: es gibt einige, die so empfinden und so denken wie Du… und ebenso gibt es einige, die sich dann hier anmelden, wenn der/die andere die „neue Freiheit“ ausprobiert… oder sogar gefunden hat.

Richtig? Falsch? Gut? Schlecht?
Auch Gegensätze… was für Dich „gut“ sein könnte, könnte für Deine Frau „schlecht“ sein - und umgekehrt.

Was denkst Du: würde sie Dich „besser“ verstehen als beispielsweie ich?
 
Bei so einem klaren Wunsch nach Freiheit gibt es keine andere Alternative, soll er sich selbst opfern? Es gibt keine andere Lösung, wenn man unglücklich ist und sich gefangen fühlt. Man kann von Glück sprechen, dass diese Option real ist, dass nichts Gravierendes dagegen spricht.
Auch wenn die Ehefrau es nicht verstehen sollte: so ist nun mal das Leben.
 
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Ja, so ist nun mal sein Leben: seine Frau kommt abends nach Hause und er freut sich darauf, dann essen sie Eis, sofern er noch eine Packung in der Tiefkühltruhe findet… unglücklich, gefangen und aufopfernd.
So weit, so schlecht… aber gibt es wirklich nur eine einzige Lösung?
 
Da es ja scheinbar ohnehin keinen anderen Weg gibt, bin ich immernoch dafür, es anzusprechen.. So schnell wie möglich.. Vielleicht auch ein Brief, um die Gedanken zu ordnen und dann ein Gespräch dazu.. Wenn ich die Frau wäre, käme ich mir mit jedem Tag des Aufschubs mehr veräppelt vor..
 
Hallo introuble,

ich ziehe mich auch mal mit hier in deinen Thread herein, und damit auch wieder ins Forum.

Was Du schreibst, spürt man. Du transportierst klar und deutlich, wie es Dir geht, vor welchen Hürden Du stehst. Und wenn ich vorab schonmal sagen darf:
Du darfst deinem inneren Rufen hören und deine Freiheit wollen und dir nehmen. Und ich sage sogar: Du solltest. Nicht weil ich es sage, nicht weil wer anders es sagt, sondern weil du es willst und brauchst.

Wenn Dir schon klar ist, dass Du die Trennung zu 100 % willst- warum warten? Warum an anderen Optionen überlegen?
Es wird immer wehtun. Dir, Ihr. Es wird alles verändern, es wird deiner Frau den Boden unter den Füßen wegziehen, vermutlich, und das wird es, egal ob du es ihr an einem Wochenende, im Urlaub oder Abends nach dem Eis essen sagst. Vielleicht lässt Du die Katze einfach dann aus dem Sack, wenn dein innerer Drang Dir sagt: "Jetzt! Sags einfach!" Bestimmt hast Du so Momente.

Woran ich noch denke, was auch schau aufgegriffen hat - Du willst Sie nicht verlieren, aber die Beziehung. Und das ist nachvollziehbar in deiner Situation.
Aber wirst du das auch trennen können? Dass Du nur die Beziehung verlieren wirst, nicht aber Sie als Mensch in deinem Leben?
Wird Sie in deinem Leben präsent bleiben wollen, nachdem Ihr getrennt seid?
Wird der Moment kommen, wo du es bereust und vielleicht zurück willst?
Kann sein. Ich glaube, Du kannst dir das gerade gar nicht vorstellen wie es ist, sie nicht mehr in deinem Leben zu haben, weil dein halbes Leben mit ihr verwoben ist. Vielleicht merkst du erst, dass Dir die Wurzeln fehlen, wenn sie nicht mehr da sind.
Aus dem Grund ist es -vielleicht- eine Überlegung wert, Alternativen in Betracht zu ziehen. Ob das ein getrenntes Wohnen ist, ob das eine Beziehungspause genannt wird, ob du klipp und klar sagst: Mit mir nur noch, wenn "das und das" (und du alle Punkte aufführst, die du hier genannt hast, die Dir wichtig sind und die für dich eben nicht (mehr) verhandelbar sind- musst Du entscheiden.
Eine Trennung auf Zeit, zieh das als Empfehlung bitte nur in Betracht, wenn du dir nicht 100 % sicher bist, dass eine komplette Trennung (inklusive sie als Menschen verlieren) das ist was du willst. Weil die Hoffnung, die dabei überspannt wird, ist sonst einfach grausame Folter.

Mich würde übrigens der wiederkehrende Alptraum interessieren, von dem Du schriebst. Magst du davon erzählen?
 
Mich würde übrigens der wiederkehrende Alptraum interessieren, von dem Du schriebst. Magst du davon erzählen?
Ja, ich möchte gerne davon erzählen. Vor allem, weil ich mich so gut an den Inhalt erinnere.

In dem Traum befinde ich mich in einem recht düster anmutenden Wald, kaum Licht, grau, neblig, so wie im Herbst, wenn es schon fast dunkel ist. Man kommt aus dem Wald nicht raus, es gibt eine unsichtbare Grenze, die man nicht überschreiten kann, so wie eine unsichtbare Wand irgendwie. Das Schlimmste ist jedoch der Wolf, der mich ständig verfolgt. Bisher bin ich ihm zwar immer entkommen, aber er ist allgegenwärtig und ich bin ständig auf der Flucht vor ihm.
 
Also, vorab: ich bin nicht wirklich eine Wahrsagerin oder schamanistisch ausgebildete Traumdeuterin, auch wenn es jetzt in Folge des Textes den Anschein erwecken mag ;).

Auf mich wirkt das, wie ein Spiegel deiner Situation. Der Wald, neblig, grau, kaum Licht, wie Herbst - zeigt vielleicht Orientierungslosigkeit, sich verloren fühlen, und durch den Herbst auch sowas wie Abschied, Übergang...
Die unsichtbare Grenze symbolisiert vielleicht dein Gefangen-sein, emotional, mental, sozial.. vielleicht ist es die Blockade, die dich abhält den Schritt der Trennung zu gehen.
Der Wolf- er wirkt bedrohlich in deinem Traum, du fliehst vor ihm. So Tiere oder "Monster" sind meist Teile von Dir selbst, die dir was mitteilen wollen. Oder eben eine Angst, die Gestalt annimmt.

Vielleicht kannst du den Wolf beim nächsten Mal fragen, was er will. was er dir sagen oder mitteilen will.
Und vielleicht willst du beim nächsten Mal sehen, was passiert, wenn du die unsichtbare Mauer doch durchbrichst. ..?

Vermutlich ist dein Alptraum eine in Bilder gepackte Spiegelung. Kein Aufruf zur Flucht, sondern einfach ein Ausdruck, wie sehr du dich nach Freiheit sehnst- und gleichzeitig davor flüchtest. Und vielleicht auch der Hinweis, dass Du dem Wolf nicht ewig davonlaufen kannst.

Und, wie habt ihr das denn nun mit eurem Urlaub belassen? Wird der noch stattfinden?
 
Auf mich wirkt das, wie ein Spiegel deiner Situation. Der Wald, neblig, grau, kaum Licht, wie Herbst - zeigt vielleicht Orientierungslosigkeit, sich verloren fühlen, und durch den Herbst auch sowas wie Abschied, Übergang...
Die unsichtbare Grenze symbolisiert vielleicht dein Gefangen-sein, emotional, mental, sozial.. vielleicht ist es die Blockade, die dich abhält den Schritt der Trennung zu gehen.
Der Wolf- er wirkt bedrohlich in deinem Traum, du fliehst vor ihm. So Tiere oder "Monster" sind meist Teile von Dir selbst, die dir was mitteilen wollen. Oder eben eine Angst, die Gestalt annimmt.
Du sagst es, in diesem Traum spiegelt sich exakt das wieder, was in mir vorgeht. Einerseits das Gefühl des Gefangen-seins und andererseits die Blockade, die mich von der Trennung abhält. Es sind einfach die vielen schönen Erinnerungen, die ja doch vorhandenen positiven Gefühle im Alltag, das was wir uns aufgebaut haben (Haus, gemeinsame Freunde, Katze usw.)

Im Grunde hab ich ja alles, was man sich nur wünschen kann, aber es fehlt trotzdem etwas.
Vielleicht kannst du den Wolf beim nächsten Mal fragen, was er will. was er dir sagen oder mitteilen will.
Tja, leider kann man Träume eben nicht so bewusst steuern, aber ich werde es mir merken, das wäre auf alle Fälle interessant zu wissen.
Und vielleicht willst du beim nächsten Mal sehen, was passiert, wenn du die unsichtbare Mauer doch durchbrichst. ..?

Vermutlich ist dein Alptraum eine in Bilder gepackte Spiegelung. Kein Aufruf zur Flucht, sondern einfach ein Ausdruck, wie sehr du dich nach Freiheit sehnst- und gleichzeitig davor flüchtest. Und vielleicht auch der Hinweis, dass Du dem Wolf nicht ewig davonlaufen kannst.
Da stimme ich Dir absolut zu, ewig kann ich davor nicht davonlaufen.
Und, wie habt ihr das denn nun mit eurem Urlaub belassen? Wird der noch stattfinden?
Auch wenn das manche eventuell nicht verstehen werden - ich habe mich dazu entschlossen, den Urlaub gemeinsam zu verbringen, weil ich ihn unter anderem auch dazu nutzen will, losgelöst vom Alltag und dem Job alles nochmal zu reflektieren.
Die ganzen Alltagsthemen und der Job machen es einem oft schwer, wirklich mit klarem Kopf über etwas nachzudenken. Ich möchte in mich reinhören, wie sich die gemeinsamen Unternehmungen anfühlen. Einfach um mich beispielsweise zu fragen "Würde ich mich wirklich besser fühlen, wenn ich allein hier wäre? Wie würde ich den Urlaub allein verbringen?"
 
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Auch wenn das manche eventuell nicht verstehen werden [...]
Hauptsache, Du verstehst es... ;-))
Würde ich mich wirklich besser fühlen, wenn ich allein hier wäre?
Auch wenn Du das eventuell nicht verstehen wirst: nein!
Der "Verfolgerwolf" ist nicht Beziehung-Alleine-Ja-Nein-Gefangenschaft-Freiheit-usw., sondern Deine innere Unruhe, Unzufriedenheit, Ungewissheit, Unverständnis...
...deshalb würde ich an Deiner Stelle zunächst nach Möglichkeiten suchen, diesen Konflikt mit Dir selbst auszufechten, bevor Du Deine Frau mit einer Dampfwalze überfährst.
Ist aber nur meine ganz persönliche, bescheidene Meinung.

Und falls Du nach konkreten Möglichkeiten fragen solltest: die (oder wenigstens eine davon) muss jeder für sich selbst suchen, ausprobieren und hoffentlich auch finden. Da möchte ich jetzt auch gar nix in den Raum werfen... aber eines ist sicher: sie (oder wenigstens eine davon) geht immer mit Änderungen (oder wenigstens eine davon) einher. Immer! Sogar ständig! Das kannst Du relativ leicht, schnell und buchstäblich nachvollziehen, indem Du mal Änderungen (oder wenigstens eine davon) in Deine bisherige Routine einbaust. Länger schlafen, früher aufstehen, Fahrrad statt Auto, mehr Sport, Rauchen aufhören, Essen umstellen, keinen Fernseher abends, whatever... jedenfalls raus aus dem Trott - und dabei ab und zu in Dich reinhören, wie es Dir damit geht.
Ist aber ebenfalls nur meine ganz persönliche, bescheidene Meinung.
 
Man kann den Wolf fragen :), aber es ist kein Muss- nur eine Option. Ich kann dir hier nicht ausreichend Hilfestellung dafür leisten, aber wenn du mal tiefer in das Gefühl gehst, was der Wolf dir gibt- das geht auch wenn du wach bist- dann kannst du "fragen" was er will. Kann sein, muss nicht, dass du dann eine Antwort spürst...
(Hilfefragen z.B. wie fühlt sich das Gefühl genau an, was der Wolf in dir auslöst? Hat es eine Farbe? Hat es eine Konsistenz? Wo würde es in deinem Körper sitzen? Soll es dich verletzten oder beschützen..? Will es gesehen werden? Sowas..)

Ist doch schnuppe, was andere oder wir verstehen. Kann aber nachvollziehen, dass du es noch mit dem Urlaub versuchen möchtest. Dann mach das so, wie es sich für dich stimmig anfühlt. Spür, wie es ohne den Alltag ist. Vielleicht gibt dir das die nötige Luft, um schon besser durchatmen zu können und klarer zu sehen.
 
Es ist gerade so schwierig....vor ein paar Tagen hat mir meine Frau gesagt, dass ich der beste Ehemann der Welt bin und dass sie mich liebt. Wie soll man es nur schaffen, sich von jemandem zu trennen, der sowas sagt? Viele würden sich wünschen, sowas zu hören und warten oft vergebens darauf. Ich glaube, jemanden zu verlassen, für den man noch intensive Gefühle hat, ist das schwierigste was man sich nur vorstellen kann.

Manchmal frage ich mich, ob ich das wirklich, wirklich will oder ob das nur irgendeine Laune ist, die wieder vorüber geht. Ich denke an alles, was wir hier gemeinsam haben, unser Haus, unsere Katze, unsere Nachbarn, mit denen wir so gut befreundet sind. Und natürlich vor allem uns.

Alles wunderschön und toll, aber ich bin trotzdem nicht glücklich, es fehlt irgendwas.....Freiheit, die Möglichkeit ohne schlechtes Gewissen und sich erklären zu müssen jederzeit aus dem Moment heraus zu entscheiden, was ich als nächstes tun will.
Wahrscheinlich spielt auch die Tatsache, dass ich so ein Leben nicht kenne, eine sehr große Rolle. Ich habe nie wirklich allein gelebt - während der Ausbildung habe ich bei meinen Eltern gewohnt und war danach immer in einer Beziehung.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann hatte ich also nie wirklich die Gelegenheit, mich selbst kennenzulernen. Das wird in meiner Beziehung so nicht möglich sein. Ich glaube das ist es, was mich nach "da draußen" treibt.

Ich habe oft ein Bild im Kopf: Einen Adler, der an einem Felsvorsprung sitzt und am liebsten losstarten will. Zwar ins Ungewisse, aber in die Freiheit. Doch irgendwas hält ihn zurück.
 
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vor ein paar Tagen hat mir meine Frau gesagt, dass ich der beste Ehemann der Welt bin

Na klar! Buchstäblich mit Abstand sogar!

Wenn ich so darüber nachdenke, dann hatte ich also nie wirklich die Gelegenheit, mich selbst kennenzulernen.

Du bist jeden Tag mittendrin und voll dabei, aber vermutlich schaust Du erst seit einiger Zeit mit Adleraugen drauf... warum auch immer... vielleicht aufgrund des Fahrgestells einer Kollegin... oder aufgrund eines Lächelns des Oldtimers... ne, umgekehrt... oder? ;-))

Also, ob nun Häuptling Großer Adler oder Eddie the Eagle, ich behaupte, dass auch in mir ein gewisser Freiheitsdrang schlummert. Trotzdem kann ich nicht einfach links abbiegen, wenn dort keine Straße ist. Trotzdem kann ich mir kein Ei in die Pfanne hauen, wenn das Huhn mal wieder keine Lust hatte. Trotzdem kann ich nicht zu Corinna, wenn Corona kommt usw.

Gewisse Grenzen und Zwänge gibt es fast immer.
Aber ich verstehe, dass es Dir um etwas Grundsätzliches geht. Und offensichtlich ist Dir bewusst, was Du für eine "neue Freiheit" aufgeben würdest - und was Du anderen damit antun würdest. Das hält Dich (noch) zurück.

Wenn Du jedoch keine Möglichkeit siehst, Deine (ich nenn's mal) Sehnsuchtsfreiheit innerhalb der Beziehung zu finden und auszuleben, dann...
Stattdessen bist Du am Koffer packen, stimmt's?
Ne, warte, Dein Koffer wird gepackt... oder muss noch gekauft werden, weil Dein alter Lieblingskoffer mittlerweile so schäbig aussieht, dass er über Deinen Adlerkopf hinweg entsorgt wird.

Hm, wenn ich so darüber nachdenke... Alter, ich nehm' alles zurück, denn: ich versteh's doch nicht!
Ich bin vermutlich zu befangen... äh gefangen! ;-))
 
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Manchmal frage ich mich, ob ich das wirklich, wirklich will oder ob das nur irgendeine Laune ist, die wieder vorüber geht.
Gute Frage.
Ich vermute Mal, manchmal erhoffst du Dir Zweiteres. Dass Dir die Antwort und Entscheidung abgenommen wird und sich alles von selbst löst.
Nur, naja, wie wahrscheinlich ist es, dass der Freiheitsdrang den Du hast, einfach von selbst verschwindet? Oder sich mit der Zeit verflüchtigt?
... nicht sehr, schätz ich.
Das Bild vom freien Adler sitzt in deinem Kopf und wird eher größer und gewichtiger, als dass er einfach davon fliegt. Ist auch gut so... weil er sich ja nicht ohne Grund ein Nest gebaut hat. Vielleicht will er dich ja auffordern, Dir endlich den Raum zu geben, den Du brauchst. Und wie du das machst, bleibt Dir überlassen. Keiner sagt, dass es eine entweder- oder Entscheidung sein muss. Außer Dir, wenn du mögliche Alternativen als nicht möglich abtust.
Einige Vorschläge als Alternative hast Du ja bekommen... Du könntest mit Ihr darüber offen reden, sagen was du brauchst und zusammen Wege finden. Du könntest Dir ne Auszeit nehmen, testen, ob Sie dir schon genügend Freiraum einräumt. Du könntest doch einfach alleine in den Urlaub fahren- auch wenn es deiner Frau nicht gefällt. Du könntest Stellung beziehen und sagen: ich spar mein Geld nun fürs Auto... usw.
Aber wenn das alles nicht in Frage kommt, "dann..." (wie schau schon sagte)
bleibt wohl nur das Entweder Oder.

Ich wünsch Dir allerdings ein Sowohl -als -auch. Vielleicht bringt dich der Urlaub ja wirklich auf neue Gedanken :)
 
Ich finde, du solltest endlich mit ihr sprechen. Die Gedanken werden sich nicht in Luft auflösen! Eine sofortige Trennung finde ich übereilt, v.a. Da ich denke, dass es wirklich nur die Sehnsucht nach etwas ist, was du nicht kennengelernt hast. Aber ich bin überzeugt davon, dass du mit ihr reden solltest. Oder schreib einen Brief, um deine Gedanken zu ordnen. Wenn ich diese Frau wäre, würde ich dich bitten, mit mir offen darüber zu sprechen. Das wäre das kleinste Übel und mindeste, was du tun solltest. V.a. Wenn man sich liebt, gehört Offenheit und Ehrlichkeit dazu.
 
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