Hallo introuble!
Hört die Liebe auf, weil Du selbst anfängst, Dich zu sehen und Deine Seelenwünsche zu integrieren?
Hallo
@Rosenkatze !
Die Liebe hört sicher nicht auf, nur weil ich mir Gedanken darüber mache, meinen Lebensweg alleine weiterzugehen. Genau das macht es mir so schwer - wenn ich meine Frau nicht mehr lieben würde, dann wäre alles zumindest ein wenig einfacher.
Was brauchst Du für Dich im Moment am meisten?
Klarheit?
Möchtest Du gesehen werden? Verstanden werden?
Wie sieht Dein Weg aus, wenn Du für einen Moment aufhörst, Dich nach deinen Befürchtungen und Ängsten zu richten?
Was sagt dein Herz?
Oder besser gefragt: In welchem Bild siehst Du Dich selbst gefühlt glücklich und frei?
Das was ich mir am meisten wünsche, ist einfach die Freiheit, in jeder Minute meines Lebens entscheiden zu können, was ich in der nächsten Minute mache. Zumindest in den Bereichen, die ich kontrollieren kann - im Job geht das ja nur sehr begrenzt.
Im Beziehungs-Alltag komme ich mir vor, als wäre ich sowas wie eine männliche Alexa.
Tu dies, mach jenes, hast Du das schon erledigt? Krieg ich das, bringst Du mir das noch bitte? Gib der Katze doch bitte dieses Futter, ach nein, nimm doch das andere. Die leeren Flaschen stehen auch schon wochenlang im Keller, wann bringst Du die endlich zum Altglas-Container?
Ich bin ständig irgendwie im Standby-Modus um "Aufträge" entgegen zu nehmen und auszuführen. Das hat sich fast schon automatisiert.
Bitte nicht falsch verstehen, meine Frau macht auch viel im Alltag, aber trotzdem fühle ich mich irgendwie wie ein Bediensteter und nicht als Partner auf Augenhöhe.
Im September verbrachte sie ja zwei Wochen im Krankenhaus. Ich hab sie jeden Tag besucht, gerne all ihre Wünsche erfüllt und sie hat sich immer so gefreut, dass ich so für sie da bin und ihr meine Liebe zeige.
Nach meiner Heimkehr vom Krankenhaus war ich aber eben immer allein - und frei. Ich hab gemacht was ich wollte, bin beispielsweise um Mitternacht ins Auto gestiegen, hab das Verdeck geöffnet, die Musik angemacht und bin einfach nur so aus Spaß rumgefahren. Ich konnte einfach in jeder Minute entscheiden, was ich als nächstes tue und hab mir keine Gedanken darüber gemacht, was andere davon halten.
Hab das nachher dann mal versucht als sie wieder daheim war. Sie hat gefragt "Jetzt willst Du noch rumfahren? Was ist denn los?"
Einmal hab ich das dann noch gemacht, aber danach nie mehr, weil einfach die Unbeschwertheit weg war. Und das fehlt mir einfach sehr.
Ich würde auch gerne mal spontan alleine verreisen - geht alles nicht, weil sie das für seltsam hält in einer Beziehung. Selbst wenn ich trotzdem mal allein verreisen würde - ich könnte mich nie entspannen, weil ich ständig daran denken müsste, was sie wohl gerade so darüber denkt.
Verstehst Du was ich meine? Bei allem was ich tue, muss ich automatisch immer daran denken, was wohl sie darüber denkt. Und das mit den Autofahrten ist nur ein Beispiel von mehreren. Diesen Automatismus werde ich nie mehr aus meinem Kopf rauskriegen.
Wie gesagt, ich liebe meine Frau - das hat sich nicht geändert - erst vor ein paar Tagen bin ich untertags zu ihrer Firma gefahren und hab ihr Rosen ins Auto gelegt. War einfach so ein spontaner Einfall aus Liebe und sie hat sich wirklich sehr darüber gefreut.
Aber in der Beziehung komme ich mir total fremdgesteuert vor, das selbstbestimmte Leben, das ich mir wünsche, zieht irgendwie an mir vorbei, die Regie führe nicht ich, sondern andere. Klar, wir unternehmen was gemeinsam und verreisen auch öfter mal, aber das ändert nichts an dem, was ich soeben beschrieben habe.
Wünsche euch allen ein gutes neues Jahr!
