Trennung trotz Liebe?

Hey introuble,
wie sieht die Welt denn nach eurem Urlaub aus und hast Du für Dich schon die nötige Klärung/ Entscheidung / Aussprache finden können?
Besucht Dich der Wolf noch in deinen (Alp)Träumen?
 
Hey introuble,
wie sieht die Welt denn nach eurem Urlaub aus und hast Du für Dich schon die nötige Klärung/ Entscheidung / Aussprache finden können?
Der Urlaub war eigentlich recht schön, manchmal bin ich auch alleine losgezogen und da hatte ich natürlich viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe mich dort allein in der Einöde gefühlt wie ein wildes Tier, das man aus seinem Käfig freigelassen hat. Einfach ein Gefühl von absoluter Freiheit und ich habe mich damit sehr wohl gefühlt.

Ich hatte mir vorgenommen, in der Zeit nach dem Urlaub mal ein Gespräch mit ihr zu führen.

Dazu ist es jedoch nicht gekommen, da meine Frau seit dem Urlaub mit akuten gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat und das wird sich über die nächsten Wochen und Monate auch nicht ändern.
Sie bedankt sich jeden Tag mehrmals bei mir, weil ich mich so rührend um sie kümmere und ihr helfe wo ich nur kann.

Das alles ist authentisch und echt, weil ich es aus Liebe tue. Einfach selbstverständlich für mich. Die fehlende Liebe war nie das Problem, ich suche aktuell ja auch selbst den Kontakt zu ihr, sowohl emotional als auch körperlich.
Besucht Dich der Wolf noch in deinen (Alp)Träumen?
Aktuell habe ich diese Träume nicht, vermutlich weil sich meine Prioritäten sehr verlagert haben. Die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Frau haben absolute Priorität vor allem anderen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deine Rückantwort!
Man (ich) möchte ja schon immer gern wissen, wie es in solchen Situationen wie deiner weiter und wie es dem Betroffenen, also Dir, geht.

Dann hat sich deine Priorität verschoben! Ist doch auch gut. Das Leben ist eben nicht vorhersehbar, und wenn es jetzt für Dich so passt, freu ich mich, dass Du wieder zu ihr und vielleicht auch zu Dir gefunden hast.

Sollte sich der Wolf wieder melden, hast Du ja vielleicht bis dahin "von allein" schon 'nen anderen Zugang dazu, oder Du schaust dann eben nochmal, wie man "dem" (ganzen Thema) begegnen kann.

Alles Gute Dir! :)
 
Hallo!

Hier bin ich wieder. Tja, was soll ich sagen, meine Frau ist auf einem sehr guten Wege der Besserung, es ist fast schon alles so wie vorher und ich freue mich natürlich sehr darüber! :)

Aber leider bin ich auch wieder dort, wo ich vorher war. Immer öfter meldet sich wieder der Wunsch, mein Leben allein weiterzuleben.
Nicht weil ich meine Frau nicht mehr liebe, im Gegenteil, durch diese Krankheits-Phase habe ich erst so richtig gemerkt, wie sehr ich sie liebe.
Und umgekehrt hat auch sie gemerkt, wie sehr sie mich liebt.

Trotz all dieser Liebe erkenne ich jedoch, dass ich nicht mehr in dieser Beziehung weiterleben will. Ich verliere mich selbst, bin nicht authentisch, passe mich zu sehr an, tue Dinge, die ich nicht tun will und umgekehrt tue ich Dinge nicht, die ich eigentlich tun will.

Durch dieses Verhalten habe ich gar nicht gemerkt, wieviel Macht ich meiner Frau über mich gegeben habe. Ich habe nie Grenzen gesetzt, meinen Freiraum nie verteidigt und das rächt sich jetzt unbarmherzig.

Kurz gesagt, ich fühle, dass mir in unserer Beziehung mein eigenes Leben immer mehr entgleitet und nicht mehr ich es bin, der die Regie in meinem Leben führt.

Ich glaube auch, dass da keine Verbesserung mehr möglich ist, da dieses Harmoniebedürfnis und Vermeiden von Konflikten zu sehr in mir verwurzelt ist. Meine Frau war schon immer die stärkere von uns beiden und sie weiß ganz genau, was sie tun muss, damit die Dinge so laufen, wie sie sich das vorstellt.

Der Gedanke an eine Trennung schmerzt sehr, aber ich weiß auch, dass ich es eines Tages bitter bereuen werde, wenn ich diesen Weg nicht gehe oder zumindest versuche, mit meiner Frau einen Weg zu finden, der dem, was ich mir wünsche, sehr nahe kommt. An die letztere Möglichkeit glaube ich jedoch nicht wirklich.

Wer weiß, wie lange ich noch gesund genug bin, um meine Träume zu verwirklichen. Es kann von einem Tag zum anderen aus sein.

Und in solchen Momenten tut es dann glaube ich unerträglich weh, wenn man sich eingestehen muss, dass man Chancen verpasst hat :(
Nur weil man zu feige war, diese Chancen zu nutzen, solange man noch die Möglichkeit dazu hatte. Da würde ich glaube ich lieber sterben, als in diesem Wissen weiterzuleben.

Wünsche euch frohe Weihnachten! :)
 
Hallo introuble!

Hoffentlich hast Du schöne Weihnachtstage verbracht und genießt nun die Stille zwischen den Jahren...
hat auch was.

Verständlich, dass sich Deine Wünsche und Träume wieder melden. Vielleicht liegt es auch daran, dass man jetzt etwas mehr zur Ruhe kommt und mehr zu sich.
Und dass Du schreibst: "Trotz aller Liebe(...)" zeigt doch, dass das Eine nicht mit dem Ende des Anderen einher gehen muss.
Hört die Liebe auf, weil Du selbst anfängst, Dich zu sehen und Deine Seelenwünsche zu integrieren?

Was brauchst Du für Dich im Moment am meisten?
Klarheit?
Möchtest Du gesehen werden? Verstanden werden?
Wie sieht Dein Weg aus, wenn Du für einen Moment aufhörst, Dich nach deinen Befürchtungen und Ängsten zu richten?
Was sagt dein Herz?
Oder besser gefragt: In welchem Bild siehst Du Dich selbst gefühlt glücklich und frei?

Liebe Grüße
 
Hallo introuble!

Hört die Liebe auf, weil Du selbst anfängst, Dich zu sehen und Deine Seelenwünsche zu integrieren?
Hallo @Rosenkatze !

Die Liebe hört sicher nicht auf, nur weil ich mir Gedanken darüber mache, meinen Lebensweg alleine weiterzugehen. Genau das macht es mir so schwer - wenn ich meine Frau nicht mehr lieben würde, dann wäre alles zumindest ein wenig einfacher.
Was brauchst Du für Dich im Moment am meisten?
Klarheit?
Möchtest Du gesehen werden? Verstanden werden?
Wie sieht Dein Weg aus, wenn Du für einen Moment aufhörst, Dich nach deinen Befürchtungen und Ängsten zu richten?
Was sagt dein Herz?
Oder besser gefragt: In welchem Bild siehst Du Dich selbst gefühlt glücklich und frei?
Das was ich mir am meisten wünsche, ist einfach die Freiheit, in jeder Minute meines Lebens entscheiden zu können, was ich in der nächsten Minute mache. Zumindest in den Bereichen, die ich kontrollieren kann - im Job geht das ja nur sehr begrenzt.

Im Beziehungs-Alltag komme ich mir vor, als wäre ich sowas wie eine männliche Alexa.

Tu dies, mach jenes, hast Du das schon erledigt? Krieg ich das, bringst Du mir das noch bitte? Gib der Katze doch bitte dieses Futter, ach nein, nimm doch das andere. Die leeren Flaschen stehen auch schon wochenlang im Keller, wann bringst Du die endlich zum Altglas-Container?

Ich bin ständig irgendwie im Standby-Modus um "Aufträge" entgegen zu nehmen und auszuführen. Das hat sich fast schon automatisiert.

Bitte nicht falsch verstehen, meine Frau macht auch viel im Alltag, aber trotzdem fühle ich mich irgendwie wie ein Bediensteter und nicht als Partner auf Augenhöhe.

Im September verbrachte sie ja zwei Wochen im Krankenhaus. Ich hab sie jeden Tag besucht, gerne all ihre Wünsche erfüllt und sie hat sich immer so gefreut, dass ich so für sie da bin und ihr meine Liebe zeige.

Nach meiner Heimkehr vom Krankenhaus war ich aber eben immer allein - und frei. Ich hab gemacht was ich wollte, bin beispielsweise um Mitternacht ins Auto gestiegen, hab das Verdeck geöffnet, die Musik angemacht und bin einfach nur so aus Spaß rumgefahren. Ich konnte einfach in jeder Minute entscheiden, was ich als nächstes tue und hab mir keine Gedanken darüber gemacht, was andere davon halten.

Hab das nachher dann mal versucht als sie wieder daheim war. Sie hat gefragt "Jetzt willst Du noch rumfahren? Was ist denn los?"
Einmal hab ich das dann noch gemacht, aber danach nie mehr, weil einfach die Unbeschwertheit weg war. Und das fehlt mir einfach sehr.

Ich würde auch gerne mal spontan alleine verreisen - geht alles nicht, weil sie das für seltsam hält in einer Beziehung. Selbst wenn ich trotzdem mal allein verreisen würde - ich könnte mich nie entspannen, weil ich ständig daran denken müsste, was sie wohl gerade so darüber denkt.

Verstehst Du was ich meine? Bei allem was ich tue, muss ich automatisch immer daran denken, was wohl sie darüber denkt. Und das mit den Autofahrten ist nur ein Beispiel von mehreren. Diesen Automatismus werde ich nie mehr aus meinem Kopf rauskriegen.

Wie gesagt, ich liebe meine Frau - das hat sich nicht geändert - erst vor ein paar Tagen bin ich untertags zu ihrer Firma gefahren und hab ihr Rosen ins Auto gelegt. War einfach so ein spontaner Einfall aus Liebe und sie hat sich wirklich sehr darüber gefreut.

Aber in der Beziehung komme ich mir total fremdgesteuert vor, das selbstbestimmte Leben, das ich mir wünsche, zieht irgendwie an mir vorbei, die Regie führe nicht ich, sondern andere. Klar, wir unternehmen was gemeinsam und verreisen auch öfter mal, aber das ändert nichts an dem, was ich soeben beschrieben habe.

Wünsche euch allen ein gutes neues Jahr! :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Du bist nicht für diese Art von Beziehung geboren. Viele sehnen sich danach, fühlen sich erst angekommen, wenn sie nicht mehr frei sind. Du bist es nicht und das sollst du ihr erklären. Du bräuchtest jemanden, der ähnliche Bedürfnisse hat.
Dieses Bedürfnis wird nicht einfach verschwinden.
 
Die Liebe hört sicher nicht auf, nur weil ich mir Gedanken darüber mache, meinen Lebensweg alleine weiterzugehen. Genau das macht es mir so schwer - wenn ich meine Frau nicht mehr lieben würde, dann wäre alles zumindest ein wenig einfacher.
So linear wie der Kopf es sich wünscht, läuft es selten. Vielleicht nie.

Das Leben und was wahr ist, ist eben nicht unbedingt einfach. Aber wert.
Vielleicht hört die Liebe zu ihr nie auf.
Das was ich mir am meisten wünsche, ist einfach die Freiheit, in jeder Minute meines Lebens entscheiden zu können, was ich in der nächsten Minute mache.
Ich stimme Daliah zu. Dieses Bedürfnis verschwindet nicht einfach. Du weißt das auch.
Du kannst versuchen es wieder zu unterdrücken, anderes in den Fokus zu setzen, aber irgendwann wird es wieder raus brechen und Dich mit dem selben Wunsch/Bedürfnis konfrontieren.

Ich verstehe sehr gut, dass Du Angst vor einer Klärung/ einem Gespräch hast. Und ja, das wird verletzen. Ja, Du brauchst Mut dafür und ja, kann sein, dass es dann erstmal nicht einfacher wird.

Es ist ein innerer Prozess, und Du entscheidest selbst, wann Du wo ankommst. Wann Du deine Wahrheit nicht mehr verbergen kannst und willst, wann vielleicht der eine Schmerz größer wird als der andere.. je nachdem wie Du gestrickt bist.

Verletzender für sie denke ich wäre noch, wenn Du ihr nie deine Wahrheit schenkst.
Solange Du es ihr verschweigst, hat Sie nie die Möglichkeit, damit umzugehen.
Vielleicht würde sie Dich verstehen... vielleicht nicht.
Aber wie Sie damit umgeht, liegt nicht in deiner Hand.
aber sie spürt das längst... auch wenn sie es nicht sagt, oder genau benennen kann, was es ist.

Wahrheit bringt auch Freiheit.
Ich wünsch Dir alles Gute und viel Licht und Kraft - für egal was kommt!
 
Da hast Du allerdings recht, für dieses Gespräch werde ich all meinen Mut brauchen. Aber so kann es echt nicht weitergehen, tagtäglich wird meine Lebenszeit mit Dingen verplant, auf die ich verzichten kann und die mich gar nicht interessieren.

Beispielsweise wurden wir von einer Freundin meiner Frau eingeladen. Wir treffen sie und ihren Mann nur recht selten und ich habe absolut keinen Bezug zu dem Paar. Sie ist eben eine Freundin meiner Frau und nicht meine. Sicher, die zwei sind sehr nett und ich rede bei den Treffen auch immer gleichermaßen mit ihnen, aber wenn die jeweiligen Treffen aus irgendeinem Grund abgesagt werden würden, täte mir das auch nicht weh - ihr wisst, was ich meine.

Klar könnte man jetzt sagen, dass ich ja nicht mitgehen muss, wenn ich nicht will, aber das hätte schon wieder Konfliktpotential, weil ich mich wieder lang und breit meiner Frau gegenüber erklären müsste, warum ich da nicht dabei sein will.

Und es fällt mir halt schwer zu sagen "Ach fahr doch alleine hin und hab einen schönen Abend mit Deiner Freundin und ihrem Mann", weil's mich eben nicht mehr interessiert, mich für alles rechtfertigen zu müssen.

Und so kommt eine Begebenheit zur anderen und ich möchte nicht wissen, wieviel Zeit ich während unserer Beziehung schon mit Dingen verschwendet habe, die ich im Grunde gar nicht wollte.

Umgekehrt ist es jedoch so, dass sie mich zu Familientreffen nur begleitet, wenn meine Schwester nicht dabei ist. Das tut mir immer sehr weh irgendwie. Auch deswegen, weil sie umgekehrt von mir erwartet, dass ich sehr wohl bei allen Events dabei bin.

Es ist alles wirklich verdammt schwierig, weil an unserer Beziehung auch so vieles dranhängt. Die ja trotz allem vorhandene Liebe zu ihr, das gemeinsame Haus, unsere geliebte Katze, an der ich sehr hänge, unsere gemeinsamen Freunde und vieles mehr.

Ich werde sehr viel Mut und Durchhaltevermögen brauchen, wenn ich das wirklich alles hinter mir lassen will. Die Veränderung erscheint einfach so unglaublich, denn es würde einfach alles auf den Kopf stellen.
 
Vielleicht kannst du dir eine Ferienwohnung oder eine Hütte in den Bergen kaufen, wo du immer wieder hinfahren könntest, mal mit deiner Frau, wenn sie möchte und mal alleine.
 
Ich werde sehr viel Mut und Durchhaltevermögen brauchen, wenn ich das wirklich alles hinter mir lassen will. Die Veränderung erscheint einfach so unglaublich, denn es würde einfach alles auf den Kopf stellen.

Du machst daraus eine endlose Geschichte und ein unnötiges Drama.

Trennungen passieren jeden Tag und gehören zum Leben dazu. Ihr habt keine Kinder, ihr seid beide berufstätig. Für dich stimmt es schon lange nicht mehr, und du willst ein anderes Leben. Worauf wartest du also noch? Ehrlich gesagt: Du liebst sie nicht mehr, zumindest nicht so, wie es für eine gesunde Beziehung nötig wäre.

Natürlich kannst du hier noch Monate oder Jahre darüber reden, wie unglücklich du bist und dass du dein Leben nicht leben kannst. Aber das ändert nichts – die Zeit vergeht, und die kannst du nie zurückholen.

Übernimm endlich Verantwortung und steh zu dir. Nach all den Jahren hat auch deine Frau es nicht verdient, dass du ihr eine heile Welt vorspielst, während in dir längst alles brodelt.

Du hast einfach Angst und bist bequem. Das ist keine Stärke, sondern Feigheit. Und diese Feigheit kostet euch beide wertvolle Zeit..
 
Zurück
Oben