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Was tun, wenn man immer wieder an Typen gerät, die es nicht ernst meinen

51 Antworten5'411 AufrufeGestartet von Ina85 ·

Ina85Themenstart
#1
Hallo zusammen

Bin ja jetzt auch schon länger hier und gerade wieder so in einer Situation, in der es mir nicht gut geht.

Irgendwie gerate ich immer wieder an Typen, die mir das Blaue vom Himmel erzählen, sich dann aber herausstellt, dass sie gar nicht an mir interessiert waren, sondern nur an einer Affäre oder Sex.

Meine letzte Erfahrung mit einem Mann liegt jetzt ein Jahr zurück. Ich habe schon in einem anderen Thread darüber erzählt, kurz die Geschichte:

Er wollte mich kennenlernen und ich habe mich dann entschieden ihm eine Chance zu geben, obwohl ich ein dummes Bauchgefühl hatte. Wir haben uns dann ungefähr während einem halben Jahr immer Abends getroffen. Zum Sex kam es nie, zur Vorstufe regelmässig. Sonst unternommen haben wir jedoch bis auf ein einziges Date nie was. Dennoch sprach er von Lebensabschnittspartner und auch sonst kamen die ganze Zeit Komplimente und Andeutungen, die nicht unbedingt Affärenkompatibel sind.

In den Sommerferien war er 6 Wochen weg und meldete sich kaum. Eine Arbeitskollegin hat mir erzählt, dass er wohl mit einer seiner Arbeitskolleginnen schon seit Jahren eine Affäre habe, sie sich immer wieder regelmässig treffen würden, jedoch niemand davon wisse. Eine Woche von diesen sechs war er anscheinend mit ihr unterwegs. Ich wollte das nicht glauben, weil ich einfach oft an das Gute im Menschen glaube und habe unser Techtelmechtel dann als er zurück war weitergezogen, natürlich in der Hoffnung, dass er die Karten auf den Tisch legt. Tat er nicht.

Ich ging dann auf Distanz und liess ihn nicht mehr an mich ran, woraufhin er sich um mich zu bemühen begann. Er machte mir Komplimente und kämpfte ein wenig, ich reagierte darauf nicht, sondern schrieb ihm, dass ich ihn zwar mögen würde, aber keine Belastung für ihn sein wolle. Daraufhin schrieb er, dass er mich auch lieb habe und ich doch keine Belastung für ihn sei, wie ich denn auf sowas komme.

Daraufhin machte ich ihm unmissverständlich klar, dass ich ihm nicht vertrauen würde und dass ich wissen will, was er eigentlich will. Eine Antwort kam darauf nicht mehr. Ich zog per SMS den definitiven Schlussstrich. 4 Monate später habe ich erfahren, dass er wohl eine neue Freundin habe.

Nun bin ich ihm vorgestern begegnet und es war einfach eine dermassen komische Spannung da, dass ich nicht weiss, wie ich damit umgehen soll. Er hatte seine langen Haare kurz abgeschnitten und ich fragte mich, ob das was zu bedeuten hat.

Ich werde aus der Geschichte einfach nach wie vor nicht schlau. Zurückhaben will ich ihn glaube ich nicht, da war zuviel, was nicht gestimmt hat. Trotzdem verletzt mich das alles so dermassen, waren die Typen davor doch alle ähnlich drauf.

Liegt es an mir? Was mache ich falsch? Wie geht ihr mit solchen Situationen um? Das Ganze ist jetzt ein Jahr her und es kann doch nicht sein, dass mich das immernoch so beschäftigt!!!

Ich war schon ziemlich doof drauf, war oft eifersüchtig, war das der Fehler? Bzw. war die Info von meiner Arbeitskollegin daran schuld, dass ich das Ganze an die Wand gefahren habe? (hatte einen Maulkorb, durfte ihn deshalb nicht darauf ansprechen) Dadurch war ich am Schluss einfach so doof drauf und konnte gar nicht mehr mich sein, weil ich die ganze Zeit befürchtete, dass er mich verletzt. Was dann auch passiert ist.

Oder ist es vielleicht möglich, dass er gar nicht bindungsfähig ist? Bzw. die Neue, die er angeblich hat, seine Flucht weil er mit meinem Schlussstrich irgendwie nicht klar kam?

Im Kopf sehe ich klar, mein Herz ist sich nicht so sicher, ansonsten könnte ich abschliessen und würde nicht alles interpretieren und drei mal wenden...

Bitte helft mir da raus oder wäscht mir den Kopf, was kann ich tun?

#2
Hallo Ina,

Rücksicht zu nehmen, in Bezug darauf  wie man sich verhält, ist glaub ich eine missverstandene Verhaltensweise.

Der Partner sieht vorallem, was du tust und wie du dich verhälst. Auch, wenn du etwas anderes sagst, das wird zumindest unbewusst auch wahrgenommen.

Wenn du eigentlich eine feste Beziehung mit ihm wolltest, dann aber sagst, du würdest ihm zur Last fallen, mal die leicht zu Habene bist und dann wieder die, die sich zurückzieht, strahlt das Ungleichgewicht aus. Es suggeriert ihm auch nicht gerade Verlässlichkeit und das, oder das, was du ja eigentlich willst.

Vielleicht kannst du dein verhalten besser deinen Wünschen anpassen. Ein bisschen mehr Mut :-). Du darfst dazu stehen, was du willst.

Klar ist man auch mal unsicher. Auch dazu kann man stehen.

Jedenfalls, wenn du den Eindruck hast, nach ner Zeit garnicht mehr Du gewesen zu sein, hast du zu lange etwas verleugnet. Warum auch immer.

Steh du zu dir und deinen Wünschen, damit es auch dein Partner tun kann.

1× hilfreich
#3
Hey Rosenkatze

Ich wollte schon von Anfang an etwas Ernstes, das habe ich ihm auch gesagt. Bzw. es war für mich wichtig, dass es in der Kennenlernphase nur und gibt. Dies habe ich ihm gesagt, mehrmals.

Doch bevor ich das fixen wollte, wollte ich ihn erstmal kennenlernen. Da mein Bauchgefühl von Anfang an schlecht war und dann diese Geschichte dazu kam, dass mich diverse Leute vor ihm warnten, wollte ich erst recht abwarten.

Ich wollte mit ihm eine Beziehung aber eben nur unter diesen Bedingungen.

War das falsch?

#4
Falsch gibt es nicht.

Ist ja auch nachvollziehbar, dein verhalten. Wer weiß schon von Anfang an, wie der Andere wirklich tickt? Das weiß man von sich ja oft selber nicht.

Trotzdem fragst du ja nach dem ursprung, was deine wiederholten Erfahrungen mit Männern erklärt. Beim lesen hatte ich den Eindruck, dass deine Unsicherheit dein Verhalten beeinflusst. Nicht, dass man nicht auf ein schlechtes Bauchgefühl hören soll! Das auf jeden fall!

Eine einfachere erklärung wäre jetzt, dass du dir eben immer die falschen Typen angelst. Aber auch dann, warum? Was fasziniert dich denn an deinem Beuteschema? Gibts was, was alle gemeinsam hatten?

1× hilfreich
#5
In Anlehnung an den Titel:

Auf dein Bauchgefühl hören? Warum übergehst du dein Bauchgefühl? Hoffnung Männer ändern zu können? Vom Rowdy zum schnurrenden Schoßkätzchen?

Nochmal son Tipp:

Ich fühle mich von Frauen sehr abgeschreckt, die mir mit aller Deutlichkeit klar machen, dass sie etwas ernstes suchen. Für mich heißt das nämlich "Ich vertraue Männern nicht."  Das ist aber eine Sache, welche ich einer Frau nicht abnehmen kann. Entweder vertraut sie mir, oder nicht. Ich kann da nicht helfen, auch wenn ich wollte. Ich weiß dann schon, dass ich diesen Frauen nicht geben kann, was sie wollen.

Zum anderen - hats dir schonmal geholfen einen passenden Mann zu finden? Eben. Die, die das nicht ernst meinen, die überhören das einfach. Hast du ein Typ vor dir, der so ungefähr ist wie ich, der wird sich sagen: Okay, das gibts nur Streit. Brauche ich nicht. Tschüss.

#6
Falsch gibt es nicht.

Ist ja auch nachvollziehbar, dein verhalten. Wer weiß schon von Anfang an, wie der Andere wirklich tickt? Das weiß man von sich ja oft selber nicht.

Trotzdem fragst du ja nach dem ursprung, was deine wiederholten Erfahrungen mit Männern erklärt. Beim lesen hatte ich den Eindruck, dass deine Unsicherheit dein Verhalten beeinflusst. Nicht, dass man nicht auf ein schlechtes Bauchgefühl hören soll! Das auf jeden fall!

Eine einfachere erklärung wäre jetzt, dass du dir eben immer die falschen Typen angelst. Aber auch dann, warum? Was fasziniert dich denn an deinem Beuteschema? Gibts was, was alle gemeinsam hatten?
#7
@Rosenkatze:

Ich weiss, dass es falsch nicht gibt. Wie auch immer ich gehandelt habe, in diesem Moment als ich gehandelt hatte, war es so richtig für mich.

Mein Beuteschema?!? Ja vielleicht bin ich da tatsächlich etwas speziell. Wie soll ich es sagen? Ich stehe auf Freaks, ziehe solche Männer wohl auch an.

Heisst sie bewegen sich in einem Umfeld, das nicht so wahnsinnig gesund ist. Die letzten beiden zumindest waren Punks mit Job und einem regelmässigen Einkommen (Luxus-Punk triffts wohl eher, weil das eine das andere ja an sich ausschliesst)

Das Umfeld: Party, laute Musik, Drogen, Alkohol und viel politische Gesinnung, die dann bei genauerer Betrachtung oftmals nicht ganz haltbar ist. Denke ich mittlerweile zumindest. Freiheit steht über allem. Ich selber bewege mich aber auch in einem solchen Umfeld, habe teilweise auch diese politische Gesinnung. Teile aber nicht unbedingt polyamoureuse Ansichten und würde niemals mit Gewalt gegen etwas Vorgehen. Links agierend und denkend bin ich aber schon.

Diese Szene ist tendenziell schon eher etwas kaputt. Trotzdem befinden sich da auch Leute, die ihr Leben im Griff haben, arbeiten, Menschen mit Respekt behandeln und treu sind. Es ist nicht der Bad-Boy auf den ich stehe, es ist eher der wilde Mann mit Herz und Verstand, den ich suche mit dem ich die politische Gesinnung teilen kann.

Meine Unsicherheit spielt ganz gewiss eine Rolle. Ich habe allgemein das Vetrauen in das Gute der Menschen schon seit längerem etwas verloren und habe aufgrund meiner Erfahrungen (auch mit Freunden, oder ehemaligen) Probleme mich zu öffnen und mich auf Beziehungen einzulassen, welcher Natur auch immer sie sein mögen. Lerne ich einen Mann kennen, gehe ich oftmals mit dem Gedanken daran, dass der mich sowieso verletzen wird - selbsterfüllende Prophezeiung. Mein Problem, wie löse ich diesen Knoten? Was kann ich tun?
1× hilfreich
#8
In Anlehnung an den Titel:

Auf dein Bauchgefühl hören? Warum übergehst du dein Bauchgefühl? Hoffnung Männer ändern zu können? Vom Rowdy zum schnurrenden Schoßkätzchen?

Nochmal son Tipp:

Ich fühle mich von Frauen sehr abgeschreckt, die mir mit aller Deutlichkeit klar machen, dass sie etwas ernstes suchen. Für mich heißt das nämlich "Ich vertraue Männern nicht."  Das ist aber eine Sache, welche ich einer Frau nicht abnehmen kann. Entweder vertraut sie mir, oder nicht. Ich kann da nicht helfen, auch wenn ich wollte. Ich weiß dann schon, dass ich diesen Frauen nicht geben kann, was sie wollen.

Zum anderen - hats dir schonmal geholfen einen passenden Mann zu finden? Eben. Die, die das nicht ernst meinen, die überhören das einfach. Hast du ein Typ vor dir, der so ungefähr ist wie ich, der wird sich sagen: Okay, das gibts nur Streit. Brauche ich nicht. Tschüss.
Warum übergehe ich mein Bauchgefühl? Darüber habe ich mir lange und breit den Kopf zermatert, ich sage dir weshalb: Weil ich mir nicht sicher war, ob es stimmt und weil ich eigentlich denke, dass nur der wagt auch gewinnen kann. Ich bin mir nicht sicher, aber hätte ich ihm keine Chance gegeben, würde ich mir nun eventuell den Kopf darüber zermatern, ob es doch eine Chance für uns gegeben hätte?!? Ich würde mich ärgern, dass ich es nicht probiert habe.

Wie oben erwähnt, bewege ich mich in einer Szene, in der sehr viele lockere Geschichten passieren, dass es da von Vorteil sein kann, dass man seinen Standpunkt von Anfang an klar macht und sagt, dass man auf etwas Ernstes aus ist, liegt auf der Hand. Vertrauen kann meiner Ansicht nach schon geschaffen werden. Indem das Gegenüber - egal ob Mann oder Frau - ehrlich ist und vielleicht auch Dinge anspricht, die erstmal nicht so toll sind. Heisst: Wäre er ehrlich gewesen und hätte mir von seiner noch existierenden Affäre erzählt, hätte ich zumindest die Möglichkeit gehabt, mich mit ihm darüber auszutauschen. Klar erfreut hätte mich das im ersten Moment sicherlich nicht, aber eine Beziehung und darauf war ich aus, ist doch etwas, dass auf Kompromissen beruht und auf Grenzen und Abmachungen. Das schafft meiner Ansicht nach Vertrauen, die Ehrlichkeit.

Deine Tschüss-Reaktion wäre ehrlich. So wie er sich allerdings verhalten hat, war ers nicht.

#9
Liebe Ina

Ich habe auch ein bisschen das Gefühl, dass es an deinem Selbstbewusstsein/Unsicherheit liegt. Einerseits wirkst du reif und gefestigt (das schliesse ich aus Antworten von dir in andern Threats) aber sobald es um deine eigenen Beziehungssachen geht, wirkst du unsicher. Damit ziehst du die falschen Männer an, lässt dich auf Geschichten ein, die lange vor sich hindümpeln obwohl dir dein Bauch von Anfang an sagt, dass der Mann nicht der Richtige ist.

Ich finde es in Ordnung gleich von Anfang an zu deklarieren dass du etwas Ernstes suchst. Die Frage ist, ob du das den Männer sagen musst oder ob es nicht einfach reicht, das auszustrahlen und dich dementsprechend zu verhalten. Ich meine damit, dass du in der Kennenlernphase bereits klare Grenzen ziehst. Also wenn nichts Gehaltsvolles kommt vom Mann, das auf ernsthaftes Interesse seinerseits schliessen lässt, dann meldest du dich einfach nicht mehr. Wenn ein Mann dich immer wieder vertröstet, weil er keine Zeit hat, dann spielt es keine Rolle was hinter dem "Keine Zeit" steckt. Du musst das nicht wissen. Es reicht, wenn du weisst, dass du gerne regelmässig Zeit mit einem Mann verbringen möchtest. Wenn er dazu nicht bereit ist, dann brichst du das Ganze ab. Das musst du auch nicht ewig erklären. Wenn er wirklich interessiert ist, wird er auf dich zukommen.

Und was immer gilt: Neues Hobby bringt in der Regel auch neue Bekanntschaften. Gibt es etwas, was du schon immer ausprobieren wolltest? Dann wäre genau jetzt der richtige Zeitpunkt oder was meinst du?
Liebe matilda77

Ja, dem ist so. Durch all diese Verletzung, die ich erfahren habe, habe ich wohl insgeheim das Gefühl, dass ich es nicht wert bin. Ich sage doch, mein Kopf und Verstand ist klar, meine Gefühlsebene mein Herz gar nicht. Die Verbindung fehlt. Geht es um mich selber, dann kriege ich es nicht auf die Reihe, das was mit mir geschieht auch auf der Gefühlsebene richtig einzuordnen. Im Kopf weiss ich, wie ich das Ganze sehen muss, fühlen tue ich mich aber als Versager, als schuldig, als wertlos, als Person, die nur verletzt werden kann. Wurde mir das doch durch meine gemachten Erfahrungen immer wieder gezeigt. Ich habe den Glauben an mich und was ich bin einfach verloren. Meine Frage ist deshalb, wie ich das wieder in Einklang bringe? Wie ich rechtzeitig den Knoten lösen kann, bevor mir wieder sowas passiert?

Vielleicht ist es mittlerweile einfach auch so, dass ich denke, dass ich das kriegen muss, was ich eben bekomme und mich dann so daran festklammere, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass mich jemand anders haben will. Von mir aus Männer ansprechen, tue ich nämlich nie. Ich warte immer bis unmissverständlich klar ist, dass einer an mir Interesse hat. Selber Interesse bekunden kommt eigenlich nicht vor.

Der Typ davor hätte eher gepasst. Dieser jetzt vor einem Jahr konnte mir jedoch intellekutell gar nicht das geben, was ich gebraucht hätte. Ich wäre nicht glücklich geworden. Das sagt mir mein Verstand, meine Gefühle, mein Herz sehen das anders. Ich finde den Link dazu einfach nicht. Ich bin verletzt und gekränkt und es schmerzt mich, also habe ich Liebeskummer wegen eines Typen, der gar nicht zu mir gepasst hätte? Ich verstehe das selber nicht?!?

#10
Hi Ina

Wenn Dein Bauchgefühl komische Signale gibt ... lass die Finger davon. Wir strahlen allesamt Wellen aus, welche gut oder auch weniger gut empfangen werden und diese Wellen täuschen in der Regel nicht - sei es in der Optik, sei es im Gehabe oder in der Akustik von jemandem. Doch gerne lassen wir uns auch mal schnell von was beeinflussen. Vorallem wenn das Gegenüber berühmt, wohlhabend oder sonst eine gewichtige Rolle in unserer Gesellschaft zu spielen scheint. Man(n) / Frau strebt dann und wann mal nach einem, in welchen Belangen auch immer, potenten Partner - finde ich nicht schändlich, ist mehr natürlich! Sowas nennt sich Natur pur und ist meiner Meinung nach normal und auch nicht zu verurteilen.

Doch vielfach gehen die Augen vorher auf und man realisiert, dass man sich auf einem ziemlichen Holzweg befindet. Auch ich habe mich schon etliche Male vom (weiblichen) Oposite blenden lassen, aber manchmal war ich auch ganz einfach zu faul, um mich nach was anderem umzusehen. Wenn es mich mal gepackt hat, brauch ich ewig, um mich wieder davon zu lösen ... egal, wie bescheuert die Situation zu sein scheint.

#11
 es macht glücklich als das gesehen zu werden, als was man sich selber sieht. Und es zu leben. Wenn die innere Überzeugung mit dem Außen übereinstimmt, fühlt man sich da.

Lieber das, als eine "glückliche", problemlose, respektvolle usw. Beziehung, die man ja doch nicht richtig ernst nimmt.

Es ist das alte, immer wiederkehrende "liebe erst dich selbst"...

Der Knoten oder der Link ist: Wieso kannst/willst/tust dus nicht? Was hält dich davon ab? Wieso erlaubst du es dir nicht? Darfst du es nicht?

#12
Wenn ich das wüsste, wäre ich um einiges weiter. Ich traue mir einfach zu wenig zu, denke alle finden mich doof und habe manchmal das Gefühl, dass mich niemand ausser mir versteht. Sich selber zu lieben ist einfach gesagt, es wirklich zu fühlen, kann ich nicht und ist dermassen schwierig für mich, obwohl ich eigentlich weiss, dass ich nicht ganz so schlecht bin, wie ich mich selber sehe. Es kommt einfach nicht an.

#13
Würdest du denn gerne mit irgendwem tauschen wollen?

#14
Oh ja und wie!!! Da gäbe es viele, die ich bewundere und mit denen ich gerne tauschen würde.

#15
Was würdest du denn gerne tauschen? Alles? Das Aussehen..sind es Eigenschaften, Fähigkeiten, Talente, Weltansichten... was fasziniert dich am meisten?

#16
Ich bin fasziniert von "emanzipierten" Frauen, die zu ihrer Meinung stehen und sich nicht darum scheren, was andere von ihnen halten. Sprich: die ihr Frau-sein leben, voll bei sich sind und das tun, wozu sie gerade Lust haben.
Ich bewundere das, weil sie ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellen und es nicht zulassen, dass man sie verletzt. Bzw. mit Verletzungen besser umgehen können, da sie konsequent sind. Bei mir ist das leider nicht immer so.
Ich nehme mich viel zu häufig zurück und mache oft das, was von mir verlangt wird. Ich bin nicht bei mir. Wenn du wüsstest, wie ich auf andere wirke: laut, schrill, kompetent, straight, selbstbewusst. (wird mir immer gesagt)

All das bin ich jedoch tief in mir drin gar nicht.

#17
Tut mir leid, aber ich kann den Mann zum Teil verstehen. Ich persönlich habe auch die ein oder andere Frau kennengelernt, die durch ihr "Ich will was Ernstes" vieles kaputt gemacht hat.

Einfach , weil es den natürlichen Verlauf des Kennenlernens total ruiniert hat.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass viele Frauen das "Kennenlernen wollen" wie ein Garantieschein unterschrieben haben wollen.

Nach dem Motto:"Jetzt darfst du mich Kennenlernen, aber dann musst du mit mir auch eine Beziehung eingehen."

Ich möchte die Kennenlernphase genießen können. Wenn ich da permanent auf misstrauen stoße, wird mir die Frau schnell zu anstrengend.

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bearbeitet #18
Ich bin nicht bei mir. Wenn du wüsstest, wie ich auf andere wirke: laut, schrill, kompetent, straight, selbstbewusst. (wird mir immer gesagt)


Kenne ich von mir selber genau so. Gerade das Wort "schrill" ist mir in dem Zusammenhang in's Auge gefallen - was möchtest du damit kompensieren, so laut zu sein? Bei mir war das immer ein "Ich bin hier, ich will nicht übersehen werden!", ein auf-mich-aufmerksam-machen. Das ist 1.) nicht besonders hilfreich, da es für die Anderen meist irgendwann von witzig zu anstrengend kippt, und 2.) ist es sehr kräftezehrend, diese Art von Schutzschild vor sich hoch zu fahren: denn durch dieses fast hysterische Laut-sein kann ja niemand wirklich dich wahrnehmen.

Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich das gar nicht brauche, damit man mich gerne hat, oder damit man wahrnimmt, dass ich da bin. Und auch, wenn ich mal nicht im Mittelpunkt stehe, ist meine Anwesenheit erwünscht und willkommen, und ich gehe nicht unter. Das zu begreifen hat allerdings lange gedauert, und manches Mal kippt das noch, besonders an Tagen, an denen ich eigentlich total erschöpft bin. Ich versuche jetzt eher zu sagen: Hört mal, mir geht's heute nicht so gut, also nicht wundern, falls ich etwas stiller bin. Oder: Nimm' mich mal in den Arm, ich fühle mich gerade nicht gesehen, und das macht mich traurig.

Zu @BlutEngels Beitrag: Ich verstehe das, und witzigerweise ging es mir mit umgekehrter Rolle auch oft schon nicht viel anders. Ich denke, das ergibt sich aus dem Wunsch, der eigenen inneren Unsicherheit mit (Ver-)Sicherung im Außen zu begegnen: Ich kann nicht glauben, dass mich jemand mag, weil ich mich nicht mag, also muss der Andere bitte meine Unsicherheit kompensieren.

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#19
All das bin ich jedoch tief in mir drin gar nicht.
Soso, das bist du also nicht ;-). Das bist du alles sehr wohl, viel mehr als du denkst. Warum du zu der Überzeugung kommst, hast du selbst auch geschrieben:

Ich bin nicht bei mir
Wie Wellenreiterin schon geschrieben hat, wieso nicht mal auch vermeintlich schwache Momente zeigen. Unsicherheit zulassen. Traurig wirken und sein. Wenn es das ist, was du gerade fühlst, trags nach Außen. Leg keine laute Maske drüber, kaschier nix.

Kann sein, dass es manche Menschen verwundert und sie das vielleicht nicht mögen. Das sind dann auch die, die dir nicht wirklich fehlen werden. Die sind nur dafür da, deine Fassade aufrecht zu halten und dich dahin puschen. Kann mir gut vorstellen, dass sich die Männerauswahl in deinem leben damit auch gleichzeitig mitverändert.

Das braucht Mut, das stimmt. Aber den hast du.

#20
Zuerst mal danke für eure Antworten.

Zu schrill: Das bin ich vor allem, weil ich optisch auffalle und eine laute Stimme habe. Klar haue ich auch MAL auf den Putz, tanze, reisse Witze, doch im Mittelpunkt stehe ich dennoch nicht besonders gerne, sondern nehme mich lieber zurück. Zumindest im Vergleich zu gewissen Leuten, die ich kenne. An sich falle ich, das glaube ich zumindest, eher durch mein Äusseres als durch mein Verhalten auf.

Das straighte, reservierte ist durchaus mein Schutzschild, nur Leute, die mich wirklich kennen, wissen um meine sensible, verletzliche Seite.

Ich kann verstehen, dass die Sache mit meiner Äusserung, dass ich auf etwas Ernstes aus bin, den einen oder anderen vielleicht in die Enge treibt.
Vielleicht muss ich das Ganze etwas präzisieren. Wir waren beide angetrunken und haben dann rumgeknutscht. Er wollte, dass ich an diesem Abend zu ihm nach Hause komme, dies lehnte ich jedoch vehement ab und am nächsten Morgen fand ich seine Nummer in meiner Tasche. Eine Woche später war er wieder da und meinte, dass er mich gerne kennenlernen wolle. Wie gesagt, wir arbeiten beide an Orten, an denen ONS relativ normal sind. Aufgrundessen, dass wir betrunken rumgeknutscht hatten und ich absolut nichts von ONS halte, war es mir ein Bedürfnis ihm das klar zu machen. Ich ging davon aus, dass er an einer Bettgeschichte interessiert sei. (Schlussendlich war das ja auch so)

Als mich dann immer mehr Leute in meinem Umfeld vor ihm warnten (wohl nicht umsonst, da sie schlussendlich recht behielten) war mir umso mehr wichtig, dass ihm klar mache, worauf ICH aus bin. Dies hätte ihm die Gelegenheit gegeben ehrlich zu sein! Sorry, aber das ist doch eine Charakterfrage? Oder nicht?!? Also wenn mir jmd. sagen würde, dass er nicht der ONS-Typ sei, ich jedoch keinen Bock auf eine Beziehung hätte, dann wäre ich ehrlich.

Schliesslich ging es in der Situation mit ihm doch auch um die Klärung, um was es ihm mit den Worten ich will dich kennenlernen überhaupt ging, oder nicht?!? Sehe ich das so falsch?

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