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Blickwinkel

473 Antworten61'101 AufrufeGestartet von schau70 ·

#361
Dein Feuer ist nicht falsch entfacht

Es loderd in Dir - Tag und Nacht!

Du schreibst von Wind, sogar von Sturm

Doch was bist Du? Wurm oder Turm?

Auf jeden Fall kein Wickelkind

So schmeiss' die Windeln in den Wind

Dann dreh' Dich um, lass' Dich beglücken

Von dem Wind in Deinem Rücken

Dein Kompass ist vom Wind verweht

Schau' trotzdem, wo die Nadel steht

Denn sie zeigt in Deine Richtung

Als Chance - nicht als Selbstvernichtung!

Was soll der Sand in Deinem Sieb?

Lass' ihn liegen, hab' ihn lieb!

Glaub' an Dich und hab' Vertrauen

Dann kannst Du eine Sandburg bauen

Gedanken können uns verwirr'n

Unser Sieb ist unser Hirn

Du kannst gesunden und erkranken

Je nach dem, welche Gedanken

Du Dir machst - oder nicht

Seit wann ist Denken eine Pflicht?

Manchmal hebt es einen Schatz -

Doch manchmal ist es fehl am Platz

Erkenne selbst den Unterschied

Sei Du selbst Dein eigener Sieb

Doch siebe nicht den Sand um Dich

Durchsieb' den Endraum innerlich

Ein Tag beginnt, die Zeit verrinnt

Ein Lied verstummt, ein Lied erklingt

Ein Tag vergeht, es kommt die Nacht

Du fragst "Was hab' ich heut' gemacht?"

Ist Dir schon mal aufgefallen

Wann die Fragen ihre Krallen

Nach Dir strecken und Dich kratzen

Und aus allen Nähten platzen?

Viele Sachen könnt' ich schreiben

Doch stattdessen lass ich's bleiben

Denn Deine Meinung ist entscheidend -

Meine höchstens wegbegleitend.

Zu Anfang warst Du Reimverbraucher

Und wirst jetzt langsam Tiefseetaucher

Schwimmst nicht planlos hin und her

Sondern tauchst im Endraum-Meer

Es kann nur eine Richtung geben

Tief und tiefer in Dein Leben

Der Druck wird groß, die Luft wird knapp

Trotzdem tauchst Du tief hinab

Denn insgeheim weißt Du schon lang

Dass dort die Antwort liegen kann

Im ruhigen Wasser kannst Du schwimmen

Kannst Tempo, Richtung selbst bestimmen

Doch irgendwann, es wird so sein

Schwimmst Du nicht mehr so allein

Dann schwimmst Du mit der Meerjungfrau

Bemerkst sehr bald: die See wird rauh

Alles um Dich rum verschwimmt

Und plötzlich bist Du fremdbestimmt

Die Wellen werden höher schlagen

Und so wie jetzt wirst Du Dich fragen:

Keine Füßchen, keine Händchen -

Wo ist bloß mein Quietscheentchen?

So kannst Du lang im Wasser zappeln

Du kannst Dich aber auch berappeln

Und Dich wie ein Meeresigel

Selbst betrachten - im Meeresspiegel

(schau70, in der daemmerung...)

#362
hab lange drüber nachgedacht,

bin aus dem traume nun erwacht,

bin bestimmt kein wickelkind,

doch hab ich gedacht,

die sonne im gesicht,

bedeutet rückenwind.

auch der sand in meinem sieb,

ich hab ihn auf einmal lieb,

er wird zu glas geschmolzen fein,

schliest die vergangenheit nun ein,

ein zerbild meiner selbst und doch,

verwirren mich meine gedanken noch,

noch nicht geschlossen ist die tür,

die ich aufstieß tief in mir.

ein tag, ein jahr, ein leben,

was hätte ich nicht alles dafür gegeben,

diese momente nocheinmal zu durchleben,

all das glück und all die freude,

all die liebe diese euphorie,

die enttäuschung dieser hass,

die verzweiflung, hinter glas,

ist all dies besser aufgehoben,

besser konserviert,

als wenn es ständig in meinem geist revúe passiert...

wann die erinnerung gekommen sind?

das weiß ich nicht genau,

aber immer dabei war diese frau,

die erinnerung an jene,

nach der ich mich so sehnte...

doch die zeiten sind vorbei,

nicht das ich eine je vergesse,

nur bin ich endlich drüber weg,

muss nicht mehr ständig daran denken,

kein was gewesen wäre wenn,

befreit aus diesen grenzen...

auf dem weg nach unten,

nun endlich oben angekommen,

kann ich endlich wieder tanzen,

der weg wird klar, nicht mehr verschwommen,

und immer tiefer tauch ich ein,

in die materie meines eignen sein,

und ich seh mich als punkt,

am horizont verschwinden,

um ein kleines stück tiefer zu mir selbst zu finden...

das queitscheentchen bleibt zurück,

wartet treu im haven,

doch tief im meere liegt das glück,

kommt von alleine nicht zu einem,

nur wer in sich tauchen kann,

der kommt damit zurück...

ein langer weg, er wird noch länger,

und wird mir auch bald wieder bänger,

ist doch ein neuer traum geboren,

ist realistisch durch und durch,

nur der weg zu jenem auserkornen,

ist wiedereinmal steine reich,

doch werd ich versuchen ihn zu gehen,

um am nächsten ziel zu stehen,

ohne kompas in der hand,

zurück in einem fremden land...

(von endraum; der sich gedanken über ein kleines dankeschön für schau70 als treuen wegbegleiter und wegabschnitsführer macht)

#363
Dichter, Denker, Schreiber, Reimer

Mensch, Herr Endraum, alter Eimer!

Ein "Dankeschön" geziemt mir nicht

Schreib' mir lieber ein Gedicht!

Nimm das Leben als Expander

Reiss' die Arme auseinander

Wenn Du mit Dir Frieden schliesst

Dann spürst Du Kraft, die in Dir fliesst

Deine Ängste, Deine Sorgen

Bauen mit an Deinem Morgen

Gestalten Deine Zukunft mit

Verfolgen Dich auf Schritt und Tritt

Sie haben wohl ein Privileg

Probier' doch mal den and'ren Weg!

Vielleicht wirst Du zum Optimist

Weil dieser Weg viel schhöner ist

Der Musik bist Du zugeneigt

Dann denk' daran, was sie uns zeigt:

Ob Harmonie, ob Dissonanz

Ein Hauptprinzip heisst Resonanz

Schenkst Du Vertrauen Deinem Leben

Dann wird es Dir zurückgegeben

Mit Zweifeln funktioniert es auch...

...davon machen wir Gebrauch

Doch damit ist endraumlich Schluss

Gib den Zweifeln einen Kuss

Ein Kuss des Abschieds soll es sein

Zweifelsohne - doch nicht allein...

(schau70, der mal in aller ruhe lesen sollte, was er da eigentlich so schreibt.... ;-)) )

#364
ein ungeziehmtes dankeschön,

so sollt es auch nicht werden,

überleg mir ein gedicht,

doch wird wohl kaum eins dem gerechte werden,

was eigentlich ich sagen will...

doch wartets ab und seid nicht still,

schreibt weiter, weil endraum es so will ;)

(von endraum; der sich ernsthaft gedanken macht und auf der suche nach einer intrepretation auf eine muße hofft.. )

#365
Original von endraum(... und auf der suche nach einer intrepretation auf eine muße hofft.. )
Muse?

Wie wär's damit:

Ich schick' Dir 'ne Melodie und Du bastelst einen Text dazu -

inkl. Gesang natürlich!!

Check it out! ;-))

#366
hmm ok ich schick per icq rüber.. hab das zwar nie gemacht aber es gibt ja immer rin erstes mal...

#367
Schweigsam, lautlos, unzufrieden

Dämmert es spezieller

Für manche dunkler, für andere heller

Für alle grundverschieden

Das Alphabet samt Großbuchstaben

Steht geordnet stumm

Worte wortlos drumherum

Die Sprache wir begraben

Rhetorisch-euphorisch, sprachverliebt

Hält niemand keine Rede

Weil man sie verschmähte

Und weil es nichts zu sagen gibt

Freitod, Unfall oder Mord?

Es gilt nicht als Verbrechen

Mit anderen zu sprechen

Doch niemand sagt ein Wort

Unmöglich ist, doch möglich war

Ein langer Abschiedsbrief

Es fehlt der Konjunktiv

Er starb schon letztes Jahr

Liebe, Vertrauen, Zuversicht

Und wie sie alle heissen

Sind ausgesprochene Waisen

Mit denen niemand spricht

Der Trauerzug wird angeführt

Von nie gestellten Fragen

Die im Verborgenen lagen

Und die man jetzt erst spürt

Erwartung geht an dessen Ende

Mit Sorge Hand in Hand

Der Wahrheit abgewandt

Die Illusion spricht Bände

Die meisten schauen auf die Uhr

Sie könnten was verpassen

Der Sarg wird abgelassen

Von Trauer keine Spur

Belanglos dringt's aus allen Kehlen

Der Kehlkopf schluckt den Schrei

Ich war auch dabei

Doch wem soll ich's erzählen?

(schau70, im selbstgespraech...)

#368
erzähle mir nicht,

nein zeige mir,

den weg den er genommen,

lass uns den neuen anfang finden,

das leben hat begonnen

vernunft und wahnsinn hand in hand,

zusammen das land durch wandern,

jeder für sich unerkannt,

jeder im auge des andern

sich spiegelt als zerrbild der realität.

was nützt uns das schauen auf unsere uhr,

die zeit ist vergangen, hinterlässt ihre spur,

aus erinnerungen vieler sparten,

freude liegt neben dem leid begraben.

abgestumpft grau, als waisenkind,

die liebe versteckt sich, denn sie ist blind,

und schwerer zu halten noch als glück,

drumm hör meinen rat und schau nicht zurück

du gabst mir die kraft und hast mir gezeigt,

das der wahre weg in die zukunft zeigt,

vergangenes das nicht vergessen werden kann,

hat immer in unserem leben belang.

doch du warst jener der mich lehrte,

nicht zu folgen jener fährte,

die sich vor unserem auge abzeichnet,

da sie uns zurück in vergangnes geleitet.

unsere eigene spur ist's die wir sehen,

wir müssen neue wege gehen,

die alten uns merken und niemals vergessen,

doch nicht an sie klammern wie besessen...

drum nimm einen schluck der eigenen medizin,

schreib ein gedicht und nimm es so hin,

gedenke der sachen die da einst waren,

doch lass sie nicht deinen geist verwahren.

verwahre in dir was einst ist geschehen,

und lass es in bildern die anderen sehen.

welche bilder das weisst du genau,

egal ob in rosa, schwarz oder blau...

die farben sie haben keine namen,

mit denen wir solche bilder malen,

mal heissen sie liebe mal heissen sie hass,

aber immer werden die augen nass...

drumm hör auf zu lesen und fang endlich an,

damit andere wissen,

wie schau70 malen kann...

(von endraum; als kleine anregung und bitte um informationen)

#369
Ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich in diesen Thread schaue.

Man findet hier sehr schöne Texte, die mit sehr viel Liebe(skummer)

geschrieben wurden und mich meistens auch zum nachdenken

anregen... Also nochmal nen :super: und danke für diese schöne

Schreibkunst...

@ "Ohne Worte..."

Jeder spricht auf seine Weise,

der eine laut, der andre leise

doch keiner hört mehr hin

Man will ja niemanden verschrecken

bleibt stumm um seine eigene Meinung zu verstecken

Apassung lässt verstummen, denken alle doch das gleiche, macht reden keinen Sinn!

by FreeZarD

FreeZarD

#370
...doch wem soll ich's erzählen?

Ich glaub', ich sag's euch beiden

Dann könnt' ihr selbst entscheiden

Ob Worte wirklich fehlen

Mit Worten wollte ich beschreiben

Was ohne Worte verflacht

Und was mich traurig macht

Denn was wird übrig bleiben?

Die meisten bleiben lieber still

Wenn die Sehnsucht quält

Verschweigen, was ihnen fehlt

Weil's keiner hören will

Gefühle, die wir eh nicht zeigen

Liegen hinterm Tor

Und wir steh'n stumm davor

Das Tor ist unser Schweigen

Ich kenne euer Umfeld nicht

Doch ihr mein Argument

Falls ihr jemand kennt

Der offen zu euch spricht

Schaut euch dieses Forum an

Viele Zweifel, viele Fragen

Man traut sich kaum, etwas zu sagen

Doch wenn nicht selbst, wer dann?

Soll ich oder soll ich nicht?

Ist eine dieser Fragen

Die viele in sich tragen

Und über die man spricht

Warum diesen Umweg gehen?

Warum nicht direkt?

Denn dadurch würd' vielleicht geweckt

Was andere noch nicht sehen

Ist es Angst vor Reaktionen?

Oder ist es Selbstbetrug?

Man ist sich oft nicht selbst genug

Und möcht' sich lieber schonen

Ja, es ist ein Eiertanz

Ich seh' es jeden Tag

Man sagt nicht, was man sagen mag

Und so entsteht Distanz

Doch Reden ist ja nur ein Teil

Man muss auch andere sehen:

Meinen, Hören und Verstehen

Ziehen auch am Seil

Zieh'n alle in die gleiche Richtung

Dann bewegt sich was

Es wär' kein Aderlass

Vielmehr 'ne Selbstverpflichtung

Vielleicht wär' vieles schlimmer

Vielleicht wär' manches besser

Ein Sturz ins off'ne Messer?

Ich habe keinen Schimmer...

(schau70, um eine weitere erkenntnis gealtert...)

#371
Original von schau70... doch wem soll ich's erzählen?

Die meisten bleiben lieber still

Wenn die Sehnsucht quält

Verschweigen, was ihnen fehlt

Weil's keiner hören will ...

Ja, es ist ein Eiertanz

Ich seh' es jeden Tag

Man sagt nicht, was man sagen mag

Und so entsteht Distanz

(schau70, um eine weitere erkenntnis gealtert...)
Du sprichst mir wie so oft aus der Seele ;-)

( Chancie , um viele erkenntnisse gealtert ;-)

#372
@chancie:

huch, es lebt!! :-)))

schoen, mal wieder von dir zu lesen!

liebe gruesse!

#373
...und wieder macht ein Pärchen Schluss

Weil einer sich selbst finden muss -

Oh, wie lieb' ich diese Sprüche

Es brodelt in der Gerüchteküche

Und es entsteht ein Beigeschmack

Weil viele Köche - dieses Pack -

Den Brei verderben unbegründet...

...denn niemand sucht... und niemand findet...

...so scheint der eine auf der Suche

Und seltsam schlägt dabei zu Buche

Dass er den anderen mit sich nimmt

Obwohl doch der dagegen stimmt

Einfach gefunden - doch doppelt verloren -

Wird die Suche zum Heil erkoren

Betäubt, gelähmt, verstummt, erblindet...

...doch niemand sucht... und niemand findet...

...gleichwohl träumt man von Geschichten

Aus Filmen, Büchern und Berichten

Die das Lied der Liebe singen

Und dabei voller Sehnsucht klingen

Ein neuer Partner ist die Wende

Man denkt, die Suche sei zu Ende

Drum prüfe, wer sich täglich bindet...

...ob er sucht... und ob er findet...

...und wieder fängt ein Pärchen an

Weil Liebe ja so schön sein kann

Das Finden ist des Suchens Lohn

Die Tochter und der Schwiegersohn

Sind so glücklich, sind so klug

Und lieben ihren Selbstbetrug

Den sie selbst nicht so empfinden...

...wenn niemand sucht, wird niemand finden...

(schau70, reimesuchend...)

#374
so manche erkenntniss und manch guter reim,

schlichen sich, mit beinah tot geglaubten ein,

is diesem tread, wo ich auch schreibe,

auf das dies alles hier verbleibe....

da wird geschrieben, wie andere sich lieben,

vom suchen und finden der liebe,

und dem selbstbelügungs triebe,

der in manchem von uns wohnt...

vom eiertanz und niemals finden,

von langem suchen und neuem binden,

von augenwischerrei und lügen,

die uns helfen uns selbst zu betrügen,

von all den dingen lass ich hier,

doch fehlte mir, drum sag ichs hier,

ein wenig das vertrauen,

eine brücke aus worten zu bauen...

natürlich sind nicht worte allein,

was eine brücke werden lässt,

zwar machen sie ein herz zu stein,

doch mancher brücke geben sie den rest...

auch reime an sich schön und wahr,

sind für eine solche brücke rahr,

normaler weise sind es gesten,

die uns gestaten jene wesen,

die sie an uns schicken,

durch neue gesten zu beglücken,

und aus gesten und aus reihmen,

unsre brücke neu zu leihmen...

einen neuen stein will ich hier setzten,

auf den ihr andern bauen könnt,

will durch die obrigen worte nicht verletzten,

doch bitte baut die mauer auf...

nicht zum schutz vor euch und andern,

vielmehr als weg um darauf zu wandern,

auf den bildern die jeder erschafft,

wenn er einen reim hier schafft...

(von endraum; dem architekt des nichts)

#375
Wackelige Schritte bin ich gegangen,

auf schmalem dünnen Grat,

du hast mich stets aufgefangen,

wenn ich mal daneben trat.

Ich hatte häufig keinen Schimmer,

oftmals stur und unbedacht,

doch du hast mich vorsichtig immer,

auf den richtigen Weg zurückgebracht.

Dafür danke ich dir von ganzen Herzen,

sie klingen aus mir in hellen Tönen,

die Quinten, Quarten und Terzen,

mit Melodien, die unsere Herzen versöhnen.

Meine Seelenfarben aufs Papier gemalt,

das Herzen in tiefen, warmen Rot,

wünsch mir, dass es für dich strahlt,

denn Liebe kennt keine Grenzen, kein Verbot.

Sie soll dich stets begleiten,

wo immer du auch bist,

bei grossen Taten, bei Kleinigkeiten,

denn das ist es was Liebe ist

(wort-abstand, *geschrieben für eine Freundin bzw. dessen schatz, es ist ja bald valentinstag...*, obwohl ich eigentlich alles andere als in verliebter stimmung bin)

#376
Ich lese, was Herr Endraum schreibt,

Und sehe seine Mauer.

Ich seh' auch den Erbauer,

Der seine Spielchen treibt.

Die Worte sind es nicht allein -

Da hat Herr Endraum Recht -

Sie sind nicht immer echt

Und dienen oft dem Schein.

Doch wenn sie fehlen, weiss man nie,

Was der Andere denkt,

Was er nimmt und was er schenkt.

Man lebt in Utopie.

Jedoch die anderen sind es nicht,

Die ich erziehen will.

Ich selbst bin zunächst still

Und nehm' mich in die Pflicht!

Was ist mit mir, was ist in mir?

Wie sieht es in mir aus?

Den Anfang meines Mauerbaus

Hab' ich im Visier.

In Gedanken sich verlieren,

Auch die morschen

Zu erforschen,

Um sie dann zu formulieren.

Jeder, dem dies blöd erscheine,

Sollte sich damit befassen

Und einen kleinen Text verfassen,

Dann weiss er, was ich meine.

(schau70, die naegel aus der beziehungskiste ziehend...)

#377
Worte, die zum denken bewegen

Von Schau und endraum aus,

vom gleichgewicht des mauerbaus,

sie reime in die schalen legen.

Und plötzlich sehe ich die mauer,

um mich herum gebaut,

sie ist mir fremd und doch vertraut,

bin ständig auf der Lauer.

Stets bedacht zu jeder Zeit

die möglichkeit zu sehen,

ins erhoffte glück hinaus zu gehen,

doch bin für den ausbruch nicht bereit.

Zeilen habe ich geschrieben

Über liebe, dank und ergebenheit

Gefühle aus meiner vergangenheit,

Die mir tränen in die augen trieben.

Worte sind wohl häufig wichtig,

könne aber auch elend sein,

machen alles schlimmer und kein,

buchstaben war je richtig.

Hat man endlich die worte gefunden,

öffnet man herz und seele,

springt dir einer an die kehle

und hinterlässt sehr tiefe wunden.

Aber hier im endraum zeitenlos,

unter euch wortakrobaten,

sind hier alle schreibertaten

für den leser ein gewinnerlos.

Geschützer raum und endlos gross

Gedanken freier lauf,

mach den sprung und setz mich auf,

das grosse endraum-schaffer-floss.

Treibend dem endraum weiten enden,

entgegen mit den leisen bitten

trotz den schiffsbrüchen die wir alle erlitten,

des endraums enden niemals fänden.

(wort-abstand, freier gedankenlauf)

#378
Eine eigne rechnung gilt für Raum und Zeit

In endraum spähren meilenweit.

verstand geballt wie stockterassen,

sollte man hier draussen lassen.

Vielmehr sind es gedankengänge,

sie ziehen den endraum in die länge,

gedacht, gefühlt und niedergeschrieben

sind sie im endraum hängen geblieben.

Sie schaffen stetig unentwegt,

die hülle in der sich nichts bewegt.

Ausser dem floss der treibenden dichter,

sie sind der gedankengänge richter.

Mein bild vom endraum ist aber nur,

das ergebnis einer langen gedankenschnur,

sie zieht so einige schlingen und schlaufen,

und endet auf einem riesigen gedankenhaufen.

Aus dieser grossen sammelstelle,

kommt ab und zu wieder eine welle,

hier im endraumwasser an,

und treibt das dichterfloss voran.

(wort-abstand, gedankengänge)

#379
Original von wort-abstandHat man endlich die worte gefunden,

öffnet man herz und seele,

springt dir einer an die kehle

und hinterlässt sehr tiefe wunden.
Ja, dies ist das Risiko

Ich bin's oft eingegangen

Mit Tränen auf den Wangen

Stand ich im Nirgendwo

In every heart there is a room

A sanctuary safe and strong

To heal the wounds from lovers past

Until a new one comes along

Hätt' ich mich doch bloß versteckt

Vielleicht mit meinem Hoffen

Statt dessen sprach ich offen

Und hab' den and'ren verschreckt

I spoke to you in cautious tones

You answered me with no pretense

And still I fear I said too much

My silence is my self-defence

Und trotzdem war ich mir ganz nah

So nah wie nie zuvor

Ein Schatz stieg sanft empor

Der tief verborgen war

And every time I've held a rose

It seems I only felt the thorns

And so it goes, and so it goes

And so will you soon I suppose

Ich glaub', es wird sich lohnen

Mit anderen zu sprechen

Und somit aufzubrechen

In neue Dimensionen

And if my silence made you leave

Then that would be my worst mistake

So I will share this room with you

And you can have this heart to break

Es ist ein Griff nach Sternen

Die hoch am Himmel steh'n

Verstanden werden und versteh'n

Müssen wir erst lernen

And this is why my eyes are closed

It's just as well for all I've seen

And so it goes, and so it goes

And you're the only one who knows

Vielleicht erzähl' ich euch nur Mist

Doch will's mir selbst beweisen

Und nicht mehr schau70 heißen

Wenn das nicht Liebe ist

So I would choose to be with you

That's if the choice were mine to make

But you can make decisions too

And you can have this heart to break

So möcht' ich viel mehr sprechen -

Mit meinem Tun und Reden

Erreiche ich nicht jeden -

Und lass' mein Herz mir brechen

And so it goes, and so it goes

And you're the only one who knows

(schau70, Billy Joel "And So It Goes")

#380
ich schreibe von mauern, in uns allen,

in manchem ist mir eine aufgefallen,

viel zu spät habe ich erkannt,

ich selbst bin zu of vor die meine gerannt...

darum trage ich sie ab,

stein für stein,

reiss ich meine mauer ein

doch die frage die in mir brennt,

was ist es, wovon die mauer mich trennt?

ist es die liebe, edel und rein,

oder nur eine größere pein?

und ich schaue mich um,

erforsche gedanken,

die um meine mauer sich ranken,

manche sind morsch, andere tot,

was ist es, was die gedanken bedroht?

und ich lese von herzen die schiffen gleich,

auf riffen gestrandet die einstmals weich,

unsere herzen aus liebe umschlossen,

um heute verlassen im meer zu lauern...

die worte sie prallen an ihnen ab,

schaufeln uns nur das eigene grab,

sie verletzen uns auf ihre weise,

auf unserer unendlichen reise...

doch nicht entmutigt, nein dadurch gestärkt,

auch wenn es sehr schwer fällt, ist es das wert (?)

ich bin mir nicht sicher und doch hoffe ich,

seh ich nach jedem schiffbruch das licht....

und langsam, ganz langsam dämmert es mir,

was worte bewirken im jetzt und hier,

was sie bewirkt auf diesem weg,

und was sie noch bringen im nebel steht...

doch mit jeder zeile die ich hier lese und schreibe,

ich ein kleinen moment in dem nebel verweile,

der die welt uns zum trugbild verzerrt,

doch was ich hier finde das ist es wert...

ich finde kein wissen, wie es in büchern steht,

finde keine lösung, mit patent auf erfolg,

finde kein heilmittel gegen die welt,

find hier nichts von bedeutung für die äußere welt...

doch was ich hier finde,

im inneren nur,

zeigt sich noch niocht,

doch ich bin auf der spur,

die mich tief in meinen innerstes führt,

und dort den grundstein der mauer berührt,

und je kleiner die mauer, desto mehr kann ich sehen,

es gibt mehr da drausen, das leben ist schön.

(von endraum, der in diesem tread eine kleine geschichte von fast allem sieht...)

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