Gedichte und Gedanken
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Wilhelm Müller
(1794-1827)
Hier und dort
Mein Liebchen hat g'sagt:
Dein Sang mir behagt!
Ach, wenn ich doch selber
Ein Lied gleich wär',
Meinem Schätzchen zu Ehr'!
Da wollt' ich mich schreiben
Auf seidnes Papier,
Und wollte mich schicken
Per Post zu ihr.
Flugs thät' sie erbrechen
Das Briefchen so fein,
Und schaute schnurgrade
In's Herz mir hinein.
Und sähe und hörte,
Wie gut ich ihr bin,
Und wie ich ihr diene
Mit stetigem Sinn.
Und Liebchen thät' sagen:
Du thust mir behagen!
Und sagte und sänge
Und spielte nur mich,
Und trüge im Mund und im Kopf und im Herzen
Mich ewiglich.
Hätt' Gott mich gefragt,
Als die Welt er gemacht,
So hätt' ich ein Liebchen,
Das wäre fein hier,
Und wär sie wo anders,
So wär' ich bei ihr.
Dies Lied hat gesungen
Ein Wandrer vom Rhein.
Hier trinkt er das Wasser,
Dort trank er den Wein.
(1794-1827)
Hier und dort
Mein Liebchen hat g'sagt:
Dein Sang mir behagt!
Ach, wenn ich doch selber
Ein Lied gleich wär',
Meinem Schätzchen zu Ehr'!
Da wollt' ich mich schreiben
Auf seidnes Papier,
Und wollte mich schicken
Per Post zu ihr.
Flugs thät' sie erbrechen
Das Briefchen so fein,
Und schaute schnurgrade
In's Herz mir hinein.
Und sähe und hörte,
Wie gut ich ihr bin,
Und wie ich ihr diene
Mit stetigem Sinn.
Und Liebchen thät' sagen:
Du thust mir behagen!
Und sagte und sänge
Und spielte nur mich,
Und trüge im Mund und im Kopf und im Herzen
Mich ewiglich.
Hätt' Gott mich gefragt,
Als die Welt er gemacht,
So hätt' ich ein Liebchen,
Das wäre fein hier,
Und wär sie wo anders,
So wär' ich bei ihr.
Dies Lied hat gesungen
Ein Wandrer vom Rhein.
Hier trinkt er das Wasser,
Dort trank er den Wein.
Paul Heyse
(1830-1914)
Sie schreibt
Ach, warum von Land und Leuten
Schreibst du mir aus deiner Ferne,
Wie Gebirg und See dich freuten
Und wie golden dort die Sterne!
Liebesbriefe will ich lesen,
Immer nur das selig Eine,
Daß du mein gedenk gewesen,
Daß du mein und daß ich deine.
Ach, und tauchst an hellen Tagen
Du aus deinen Kümmernissen,
Sollst du mir es nimmer sagen,
Denn ich will dich heiter wissen.
Aber nicht dem Fremden neuen
Dank es, nicht der fernen Sonne,
Daß sie dein Gemüt zerstreuen
Und dir spenden frische Wonne.
Laß mich glauben, daß der Grüße
Zauber, die ich zu dir sende,
So das Leben dir versüße,
Wie dereinst ein Druck der Hände.
Daß mir, auch von dir geschieden,
Jene stille Macht verbliebe
Und du alle deinen Frieden
Nur gewinnst durch meine Liebe!
(1830-1914)
Sie schreibt
Ach, warum von Land und Leuten
Schreibst du mir aus deiner Ferne,
Wie Gebirg und See dich freuten
Und wie golden dort die Sterne!
Liebesbriefe will ich lesen,
Immer nur das selig Eine,
Daß du mein gedenk gewesen,
Daß du mein und daß ich deine.
Ach, und tauchst an hellen Tagen
Du aus deinen Kümmernissen,
Sollst du mir es nimmer sagen,
Denn ich will dich heiter wissen.
Aber nicht dem Fremden neuen
Dank es, nicht der fernen Sonne,
Daß sie dein Gemüt zerstreuen
Und dir spenden frische Wonne.
Laß mich glauben, daß der Grüße
Zauber, die ich zu dir sende,
So das Leben dir versüße,
Wie dereinst ein Druck der Hände.
Daß mir, auch von dir geschieden,
Jene stille Macht verbliebe
Und du alle deinen Frieden
Nur gewinnst durch meine Liebe!
Ricarda Huch
(1864-1947)
Liebchen, mühsam und beschwerlich
läßt sich
Stählern kritzeln auf papiernen Blättern!
Wärst du bei mir, ach wie gerne preßt' ich
Auf dein Lippenpaar lebend'ge Lettern.
Schriebe drauf mein töricht Liebeshoffen:
Rosenblätterbrief von Tau benetzt!
Und die Antwort wär' schon eingetroffen,
Eh' ich noch das Siegel aufgesetzt.
(1864-1947)
Liebchen, mühsam und beschwerlich
läßt sich
Stählern kritzeln auf papiernen Blättern!
Wärst du bei mir, ach wie gerne preßt' ich
Auf dein Lippenpaar lebend'ge Lettern.
Schriebe drauf mein töricht Liebeshoffen:
Rosenblätterbrief von Tau benetzt!
Und die Antwort wär' schon eingetroffen,
Eh' ich noch das Siegel aufgesetzt.
Theodor Storm
Einen Brief soll ich schreiben
Meinem Schatz in der Fern;
Sie hat mich gebeten,
Sie hätt's gar zu gern.
Da lauf ich zum Krämer,
Kauf Tint' und Papier
Und schneid mir ein' Feder,
Und sitz nun dahier.
Als wir noch mitsammen
Uns lustig gemacht,
Da haben wir nimmer
Ans Schreiben gedacht.
Was hilft mir nun Feder
Und Tint' und Papier!
Du weißt, die Gedanken
Sind allzeit bei dir.
Einen Brief soll ich schreiben
Meinem Schatz in der Fern;
Sie hat mich gebeten,
Sie hätt's gar zu gern.
Da lauf ich zum Krämer,
Kauf Tint' und Papier
Und schneid mir ein' Feder,
Und sitz nun dahier.
Als wir noch mitsammen
Uns lustig gemacht,
Da haben wir nimmer
Ans Schreiben gedacht.
Was hilft mir nun Feder
Und Tint' und Papier!
Du weißt, die Gedanken
Sind allzeit bei dir.
Mascha Kaleko (1907-1975)
Weil du nicht da bist
Weil du nicht da bist, sitze ich und schreibe
All meine Einsamkeit auf dies Papier.
Ein Fliederzweig schlägt an die Fensterscheibe.
Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach mir.
Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen,
Der Rosen Duft vergebliches Bemühen,
Der Nachtigallen Liebesmelodie
Nur in Musik gesetzte Ironie.
Weil du nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
Aus fremden Augen starrt die Stadt mich an
Mit grellem Licht und lärmendem Gefunkel,
Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.
Hier unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
Den Herbst im Herzen, Winter im Gemüt.
November singt in mir sein graues Lied.
»Weil du nicht da bist« flüstert es im Zimmer.
»Weil du nicht da bist« rufen Wand und Schränke,
Verstaubte Noten über dem Klavier.
Und wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
Die Dinge um mich reden nur von dir.
Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.
Besser kann man es nicht ausdrücken ... :(
Weil du nicht da bist
Weil du nicht da bist, sitze ich und schreibe
All meine Einsamkeit auf dies Papier.
Ein Fliederzweig schlägt an die Fensterscheibe.
Die Maiennacht ruft laut. Doch nicht nach mir.
Weil du nicht bist, ist der Bäume Blühen,
Der Rosen Duft vergebliches Bemühen,
Der Nachtigallen Liebesmelodie
Nur in Musik gesetzte Ironie.
Weil du nicht da bist, flücht ich mich ins Dunkel.
Aus fremden Augen starrt die Stadt mich an
Mit grellem Licht und lärmendem Gefunkel,
Dem ich nicht folgen, nicht entgehen kann.
Hier unterm Dach sitz ich beim Lampenschirm;
Den Herbst im Herzen, Winter im Gemüt.
November singt in mir sein graues Lied.
»Weil du nicht da bist« flüstert es im Zimmer.
»Weil du nicht da bist« rufen Wand und Schränke,
Verstaubte Noten über dem Klavier.
Und wenn ich endlich nicht mehr an dich denke,
Die Dinge um mich reden nur von dir.
Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.
Besser kann man es nicht ausdrücken ... :(
Detlev von Liliencron
(1844-1909)
Briefwechsel
Im Garten, heute Morgen,
Als ich deinen Brief erbrach,
Fand ich drin verborgen
Ein Rosenblatt.
Ein Rosenblatt, deinen Locken entsunken.
Als ich es trunken
Mit den Lippen berührte,
Kam ein Windhauch und entführte
Den holden Gast.
Nun segelt es lustig zu dir zurück.
Gleich einer Krone trägt es mein Glück
Auf tiefrotem Samt - und verblaßt.
(1844-1909)
Briefwechsel
Im Garten, heute Morgen,
Als ich deinen Brief erbrach,
Fand ich drin verborgen
Ein Rosenblatt.
Ein Rosenblatt, deinen Locken entsunken.
Als ich es trunken
Mit den Lippen berührte,
Kam ein Windhauch und entführte
Den holden Gast.
Nun segelt es lustig zu dir zurück.
Gleich einer Krone trägt es mein Glück
Auf tiefrotem Samt - und verblaßt.
Die ganze Nacht hab ich geschlafen mit dir,
nahe dem Meer, auf der Insel.
Wild und lieblich warst du im Wechsel
von Lust und Schlaf,
im Wechsel von Feuer und Wasser.
Vielleicht vereinten sich
spät, sehr spät unsere Träume,
hoch droben oder tief drunten,
in der Höhe wie Zweige,
vom selben Winde bewegt,
in der Tiefe wie rote Wurzeln,
einander berührend.
Vielleicht trennte sich
dein Traum von dem meinen
und suchte mich
auf dem dunklen Meer
wie einstens,
als es dich noch nicht gab,
als ich, ohne dich zu gewahren,
dicht an dir vorüberfuhr,
und deine Augen suchten,
was ich nunmehr
- Brot, Wein, Liebe und Zorn -
mit vollen Händen dir gebe,
denn du bist der Becher,
wartend auf die Gaben meines Lebens.
Ich hab mit dir geschlafen
die ganze Nacht, während
die dunkle Erde sich drehte
mit Lebenden und mit Toten,
und beim Erwachen, jählings,
inmitten der Dunkelheit
umfaßte mein Arm deine Hüfte.
Weder die Nacht noch der Traum
konnten uns beide trennen.
Ich hab mit dir geschlafen,
und beim Erwachen gab dein Mund,
eben dem Traum entkommen,
mir den Geschmack von Erde,
von Meereswasser, von Algen,
vom Grund deines eignen Lebens,
und ich erhielt deinen Kuß,
benetzt von der Morgenröte,
als käme er mir vom Meer,
das hier uns umspült.
Pablo Neruda
nahe dem Meer, auf der Insel.
Wild und lieblich warst du im Wechsel
von Lust und Schlaf,
im Wechsel von Feuer und Wasser.
Vielleicht vereinten sich
spät, sehr spät unsere Träume,
hoch droben oder tief drunten,
in der Höhe wie Zweige,
vom selben Winde bewegt,
in der Tiefe wie rote Wurzeln,
einander berührend.
Vielleicht trennte sich
dein Traum von dem meinen
und suchte mich
auf dem dunklen Meer
wie einstens,
als es dich noch nicht gab,
als ich, ohne dich zu gewahren,
dicht an dir vorüberfuhr,
und deine Augen suchten,
was ich nunmehr
- Brot, Wein, Liebe und Zorn -
mit vollen Händen dir gebe,
denn du bist der Becher,
wartend auf die Gaben meines Lebens.
Ich hab mit dir geschlafen
die ganze Nacht, während
die dunkle Erde sich drehte
mit Lebenden und mit Toten,
und beim Erwachen, jählings,
inmitten der Dunkelheit
umfaßte mein Arm deine Hüfte.
Weder die Nacht noch der Traum
konnten uns beide trennen.
Ich hab mit dir geschlafen,
und beim Erwachen gab dein Mund,
eben dem Traum entkommen,
mir den Geschmack von Erde,
von Meereswasser, von Algen,
vom Grund deines eignen Lebens,
und ich erhielt deinen Kuß,
benetzt von der Morgenröte,
als käme er mir vom Meer,
das hier uns umspült.
Pablo Neruda
unvollständig...aber ich liebe diese ballade von Rilke:
könnte länger werden:
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Ich möchte dir ein Liebes schenken,
das dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken
und einen Traum aus meiner Nacht.
Mir ist, daß wir uns selig fänden
und daß du dann wie ein Geschmeid
mir löstest aus den müden Händen
die niebegehrte Zärtlichkeit.
Du meine Hohe, weise
mich weiter auf deiner Bahn;
komm und tu mir leise
Wunder um Wunder an.
Ich habe viel gelitten,
vieles starb und brach, -
jetzt geh ich mit blinden Schritten
deinem Leben nach.
Sehr alte Schmerzen rücken
zurück in ein Verzeihn,
mir baun sich goldne Brücken
zu deinem Gütigsein.
Ob auch die Stunden uns wieder entfernen:
wir sind immer beisammen im Traum
wie unter einem aufblühenden Baum.
Wir werden die Worte, die laut sind, verlernen
und von uns reden wie Sterne von Sternen, -
alle lauten Worte verlernen:
wie unter einem aufblühenden Baum.
Ich möchte Purpurstreifen spannen
und möchte füllen bis zum Rand
mit Balsamöl aus Onyxkannen
die Blumenlampen, die entbrannt
im Mittag flammen, und verbrennen
bis wir uns mit dem Namen nennen,
der Sterne ruft und Tage bricht;
die Täler taun, die Winde fallen
den Dingen in den Schooß und allen
ist bang nach deinem Angesicht.
Mein Leben ist wie leise See:
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
Aufgestörte Wünsche ziehn
darüber wie silberne Möwen.
Und dann ist alles wieder still ...
Und weißt du was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
will es, rauschend und muschelschwer,
an deiner Seele landen.
Leise ruft der Buchenwald.
Winkt mit seinen jungen Zweigen
weit hinaus ins Wiesenschweigen.
Kommt mein blonder Liebling bald
mir die tiefen Wege zeigen,
wo die Lichter wie Elfen reigen?
Kommt mein blonder Liebling bald?
Grüßend wird meine Seele sich neigen.
Meine Seele ist maieneigen
wie der rufende Buchenwald.
Für die wir uns die Träume gaben
war eine Nacht so sanft und lind,
drin alle Brunnen Feen haben
und auch die träumerischen Knaben
vergessen Schätze zu ergraben
weil alle Dinge kostbar sind
Da hörte ich dich noch von ferne
und deine liebliche Stimme schien
als wohntest du im ersten Sterne
Ich stand in meiner Taltaverne
und suchte ihn.
ICH geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle
ein Halbgeheilter schreitet: in der Helle
mit hellen Händen winkt ihm der Jasmin.
Ein Atemholen hebt ihn von der Schwelle, -
er tastet vorwärts: Welle schlägt um Welle
der großbewegte Frühling über ihn.
Ich geh dir nach in tiefem Dirvertrauen.
Ich weiß deine Gestalt durch diese Auen
vor meinen ausgestreckten Händen gehn.
Ich geh dir nach, wie aus des Fiebers Grauen
erschreckte Kinder gehn zu lichten Frauen,
die sie besänftigen und Furcht verstehn.
Ich geh dir nach. Wohin dein Herz mich führe
frag ich nicht nach. Ich folge dir und spüre
wie alle Blumen deines Kleides Saum..
Ich geh dir nach auch durch die letzte Türe,
ich folge dir auch aus dem letzten Traum .
Leise hör ich dich rufen
in jedem Flüstern und Wehn.
Auf lauter weißen Stufen,
die meine Wünsche sich schufen,
hör ich dein Zu-mir-gehn.
Jetzt weißt du von dem Gefährten,
und daß er dich liebt ... das macht:
es blühen in seinen Gärten
die lang vom Licht gekehrten
Blüten, blühn über Nacht ...
DAS Land ist licht und dunkel ist die Laube,
und du sprichst leise und ein Wunder naht.
Und jedes deiner Worte stellt mein Glaube
als Betbild auf an meinen stillen Pfad.
Ich liebe dich. Du liegst im Gartenstuhle,
und deine Hände schlafen weiß im Schooß.
Mein Leben ruht wie eine Silberspule
in ihrer Macht. Lös meinen Faden los.
Zwei weiße Nonnenhände mühen
Nie sich um einen lichten Preis
Zwei weiße Nonnenhände blühen
Ohne dass es der Frühling weiß
Zwei weiße Nonnenhände halten
Nicht mehr das Leben, das sie umspinnt
Müssen sich fest zuammenfalten
Weil sie beide so einsam sind
DEINE Stube mit den kühlen
Rosen in den vielen Vasen,
drinnen wir in tiefen Stühlen
lehnten, leise Lieder lasen -
und mein Auge sehnte zag:
ist die einsame Kapelle,
welche Zuflucht mir bedeutet;
warten will ich an der Schwelle,
bis mir deine Stimme läutet
meine Lebensfeiertag
Der Regen greift mit seinen kühlen
Fingern uns die Fenster blind
Wir lehnen in den tiefen Stühlen
Und lauschen wie aus müden Mühlen
Die leise Dämmerstunde rinnt
Und dann spricht Lou. Und es verneigen
Sich unsre Seelen. Auch der Strauß
Am Fenster grüßt aus hohen Zweigen
Und wir sind alle heimteigen
In diesem leisen weißen Haus
Wir lächeln leis im Abendwind
Wenn sich die Blumen schwanend küssen
Und wenn die Vögel müde sind
Weil wir nicht mit der Sonne müssen
Die breit auf flachen Abendflüssen
Aus unsern Wiesentalen rinnt
Wir bleiben und wir sehn die Nacht
Aufwachsen weit und Wunder werden
Sehn Berge Bilder und Gebärden
Viel größer als wir je gedacht
Sehn was die Blüten nicht ertrügen
Was Vögel erst nach langen Rügen
Erreichen würden stellt sich nah
Und was am Morgen schon erstarrt
In Stille ist und Gegenwart
Wir kannten es, als es geschah
Du wie heilig sind die Abendhaine
Sonne hat dein Blondhaar sich geraubt
Meine Seele betet und die deine
Tut die Wunder die sie von ihr glaubt
Ein ganze weißes Dorf geht fern verloren
Bleicher breitet sich der Ruß und glatt
Und wir warten an den letzten Toren
Auf ein Winken aus der Sternenstadt
Unsere Liebe hat keine Gewalten
So will uns unsere Liebe sehn
Dass wir uns bei den Händen halten
Und durch Gesichte und Gestalten
Ihrem Garten entgegengehn
Keine Tore dürfen wir sprängen
Auf dem weiten Wandern ins Glück
Aber wenn wir uns in Gartengängen
Reife Ranken den Weg verhängen
Drängen wir sie zärtlich zurück
Suchen kommt mich in Abendgeländen
Eine Stunde die segnen kann
Und mit hellen heiligen Händen
Rührt sie leise mein Leben an
Und sie greift in gebenden Gnaden
In seine Tiefen wie in ein Spind,
Öffnet alle unsichtbaren Laden,
Drinnen Gewebe mit träumenden Faden
Perlen gelandet an andern Gestaden,
Kronen kommender Reiche sind
Ich fühle mich oft mitten im Alltagsgrau
Wenn mein Wesen dürstet:
Alltagsabend und Sonntagsfrühn
Hat mich dennoch gefürstet
Ich weiß oft mitten im Alltagsgrau
Ich darf mit meinem Beschwören
Deine Stille nicht stören
Du bist so leise, liebe Frau
Du wirst mein Schweigen hören
SEI du mir Omen und Orakel
und führ mein Leben an zum Fest,
wenn meine Seele, matt vom Makel
Die Flügel wieder fallen lässt
Gib mir das Niebeseßne wieder:
das Glück der Tat, das Recht zu Ruhn, -
mit einem Wiegen deiner Glieder
Mit einem Blick für meine Lieder
Mit einem Grüßen kannst du´s tun
Das Leben ist gut und licht.
Das Leben hat goldene Gassen
Fester wollen wirs fassen
Wir fürchten das Leben nicht
Wir heben Stille und Sturm
Die bauen und bilden uns beide
Dich kleidet die Stille wie Seide
Mich - machen die Stürme zum Turm
Ich denke an Frauen aus lichten Legenden
Sie erschauern in scheuem Schmerz
Und in hellen heiligen Händen
Bringen sie weinend ihr weißes Herz
Schreiten einsam durch weite Gelände
Wilde Wege, lebenwärts
Und in heischende heiße Hände
Legen sie leise ihr weißes Herz
Du lächelst leise und das große
Auge grüßt die Dämmerung
Die hände schimmern dir im Schoße
Und deine Hände sind so jung
Sie sind nicht müde, wenn sie rasten
Ein Lauschen nur ist ihre Ruh
Sie warten wie auf Orgeltasten
Einer neuen Hymne zu
Leg du auf meine Lebensgeige
Die Hände an des Schicksals Statt
Dass ich vergesse was für feige
Töne jede Saite hat
Lehr mich ein Lied. Ein Lied das zage
Wie Glückserinnerung beginnt
Ein Lied für meine Feiertage
Die ohne alle Hymne sind.
Wenn eng mit Zeit und Stundenschlagen
Der Alltag ärmlich uns umspinnt
Geschieht mir oft ich muss dich fragen
Glaubst du dass wir das selber sind?
Wir gehen gewiss in stillen Wiesen
Aus denen Zeit und Stunde wich
Und unsre Stirnen sind gleich Friesen
Mit Knaben die auf Flöten bliesen
So friedlich still und feierlich
Wir wissen nicht vom Sinn der Tage
Und unsre kühlen Hände sind
Zwei Zweigen ähnlich die sich zage
Entgegenwachsen durch den Wind
Im Alltag tasten unsre Träume
Uns mühsam nach und sind in Mühn
Wenn wir schon schön wie junge Bäume
Dem Sommerlos entgegenblühn
ICH bin so still, du Traute,
und immer schweigen wir.
Du bist eine schlanke Laute,
der Frühling spielt auf dir.
Drum bin ich so still, du Ziere,
weil oft mir Angst geschieht,
daß ich einen Laut verliere
aus deinem lieben Lied.
SO milde wie Erinnerung
duften im Zimmer die Mimosen.
Doch unser Glaube steht in Rosen,
und unser großes Glück ist jung.
Sind wir denn schon vom Glück umglänzt?
Nein, uns gehört erst dieses Rufen,
dies Stillestehn auf weißen Stufen,
an die der tiefe Tempel grenzt.
Das Warten an dem Rand des Heut.
Bis uns der Gott der reifen Keime
aus seinem hohen Säulenheime
die Rosen, rot, entgegenstreut.
Nur fort von allen vielen
Welche das Leben spielen
Das war mein blindes Zielen
War ohne Sinn und Saum
Jetzt weiß ich: dir entgegen
Trieb ich auf tausend Wegen
Am Tage und im Traum
Und du bist das Erlösen
Nach welchem ich in bösen
Bangen Fiebern schrie
Im Dich-Erkennen sanken
Meine reisigen reifsten Gedanken
Wie Kinder in die Knie.
Der Sturm will herein
Ihm ist Bang in all den Bäumen
Und ich bin allein
Und traurig von Träumen,
die ich durchlitt
und sehne mich längst
nicht sinnen und säumen
wie einen Hengst
ihn zähmen und zäumen
zu berauschendem Ritt
und des Sturmes Schritt
soll in leichtem befreiendem Wagen
weit an die Wipfel der Wälder schlagen
über Wasser und Wall über Nachten und Tagen
über Hüttenhocken und Kirchenragen
über Tiefen und Türme tragen
und du komm hoch! Meinem jubelnden Jagen
raub ich dich mit
Der Abend ist mein Buch. Ihm prangen
Die Decken purpurn in Damast
Ich löse seine goldnen Spangen
Mit kühlen Händen ohne Hast
Und lese seine erste Seite
Beglückt durch den vertrauten Ton
Und lese leiser seine Zweite
Und seine Dritte träum ich schon
könnte länger werden:
Rainer Maria Rilke (1875-1926)
Ich möchte dir ein Liebes schenken,
das dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken
und einen Traum aus meiner Nacht.
Mir ist, daß wir uns selig fänden
und daß du dann wie ein Geschmeid
mir löstest aus den müden Händen
die niebegehrte Zärtlichkeit.
Du meine Hohe, weise
mich weiter auf deiner Bahn;
komm und tu mir leise
Wunder um Wunder an.
Ich habe viel gelitten,
vieles starb und brach, -
jetzt geh ich mit blinden Schritten
deinem Leben nach.
Sehr alte Schmerzen rücken
zurück in ein Verzeihn,
mir baun sich goldne Brücken
zu deinem Gütigsein.
Ob auch die Stunden uns wieder entfernen:
wir sind immer beisammen im Traum
wie unter einem aufblühenden Baum.
Wir werden die Worte, die laut sind, verlernen
und von uns reden wie Sterne von Sternen, -
alle lauten Worte verlernen:
wie unter einem aufblühenden Baum.
Ich möchte Purpurstreifen spannen
und möchte füllen bis zum Rand
mit Balsamöl aus Onyxkannen
die Blumenlampen, die entbrannt
im Mittag flammen, und verbrennen
bis wir uns mit dem Namen nennen,
der Sterne ruft und Tage bricht;
die Täler taun, die Winde fallen
den Dingen in den Schooß und allen
ist bang nach deinem Angesicht.
Mein Leben ist wie leise See:
Wohnt in den Uferhäusern das Weh,
wagt sich nicht aus den Höfen.
Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:
Aufgestörte Wünsche ziehn
darüber wie silberne Möwen.
Und dann ist alles wieder still ...
Und weißt du was mein Leben will,
hast du es schon verstanden?
Wie eine Welle im Morgenmeer
will es, rauschend und muschelschwer,
an deiner Seele landen.
Leise ruft der Buchenwald.
Winkt mit seinen jungen Zweigen
weit hinaus ins Wiesenschweigen.
Kommt mein blonder Liebling bald
mir die tiefen Wege zeigen,
wo die Lichter wie Elfen reigen?
Kommt mein blonder Liebling bald?
Grüßend wird meine Seele sich neigen.
Meine Seele ist maieneigen
wie der rufende Buchenwald.
Für die wir uns die Träume gaben
war eine Nacht so sanft und lind,
drin alle Brunnen Feen haben
und auch die träumerischen Knaben
vergessen Schätze zu ergraben
weil alle Dinge kostbar sind
Da hörte ich dich noch von ferne
und deine liebliche Stimme schien
als wohntest du im ersten Sterne
Ich stand in meiner Taltaverne
und suchte ihn.
ICH geh dir nach, wie aus der dumpfen Zelle
ein Halbgeheilter schreitet: in der Helle
mit hellen Händen winkt ihm der Jasmin.
Ein Atemholen hebt ihn von der Schwelle, -
er tastet vorwärts: Welle schlägt um Welle
der großbewegte Frühling über ihn.
Ich geh dir nach in tiefem Dirvertrauen.
Ich weiß deine Gestalt durch diese Auen
vor meinen ausgestreckten Händen gehn.
Ich geh dir nach, wie aus des Fiebers Grauen
erschreckte Kinder gehn zu lichten Frauen,
die sie besänftigen und Furcht verstehn.
Ich geh dir nach. Wohin dein Herz mich führe
frag ich nicht nach. Ich folge dir und spüre
wie alle Blumen deines Kleides Saum..
Ich geh dir nach auch durch die letzte Türe,
ich folge dir auch aus dem letzten Traum .
Leise hör ich dich rufen
in jedem Flüstern und Wehn.
Auf lauter weißen Stufen,
die meine Wünsche sich schufen,
hör ich dein Zu-mir-gehn.
Jetzt weißt du von dem Gefährten,
und daß er dich liebt ... das macht:
es blühen in seinen Gärten
die lang vom Licht gekehrten
Blüten, blühn über Nacht ...
DAS Land ist licht und dunkel ist die Laube,
und du sprichst leise und ein Wunder naht.
Und jedes deiner Worte stellt mein Glaube
als Betbild auf an meinen stillen Pfad.
Ich liebe dich. Du liegst im Gartenstuhle,
und deine Hände schlafen weiß im Schooß.
Mein Leben ruht wie eine Silberspule
in ihrer Macht. Lös meinen Faden los.
Zwei weiße Nonnenhände mühen
Nie sich um einen lichten Preis
Zwei weiße Nonnenhände blühen
Ohne dass es der Frühling weiß
Zwei weiße Nonnenhände halten
Nicht mehr das Leben, das sie umspinnt
Müssen sich fest zuammenfalten
Weil sie beide so einsam sind
DEINE Stube mit den kühlen
Rosen in den vielen Vasen,
drinnen wir in tiefen Stühlen
lehnten, leise Lieder lasen -
und mein Auge sehnte zag:
ist die einsame Kapelle,
welche Zuflucht mir bedeutet;
warten will ich an der Schwelle,
bis mir deine Stimme läutet
meine Lebensfeiertag
Der Regen greift mit seinen kühlen
Fingern uns die Fenster blind
Wir lehnen in den tiefen Stühlen
Und lauschen wie aus müden Mühlen
Die leise Dämmerstunde rinnt
Und dann spricht Lou. Und es verneigen
Sich unsre Seelen. Auch der Strauß
Am Fenster grüßt aus hohen Zweigen
Und wir sind alle heimteigen
In diesem leisen weißen Haus
Wir lächeln leis im Abendwind
Wenn sich die Blumen schwanend küssen
Und wenn die Vögel müde sind
Weil wir nicht mit der Sonne müssen
Die breit auf flachen Abendflüssen
Aus unsern Wiesentalen rinnt
Wir bleiben und wir sehn die Nacht
Aufwachsen weit und Wunder werden
Sehn Berge Bilder und Gebärden
Viel größer als wir je gedacht
Sehn was die Blüten nicht ertrügen
Was Vögel erst nach langen Rügen
Erreichen würden stellt sich nah
Und was am Morgen schon erstarrt
In Stille ist und Gegenwart
Wir kannten es, als es geschah
Du wie heilig sind die Abendhaine
Sonne hat dein Blondhaar sich geraubt
Meine Seele betet und die deine
Tut die Wunder die sie von ihr glaubt
Ein ganze weißes Dorf geht fern verloren
Bleicher breitet sich der Ruß und glatt
Und wir warten an den letzten Toren
Auf ein Winken aus der Sternenstadt
Unsere Liebe hat keine Gewalten
So will uns unsere Liebe sehn
Dass wir uns bei den Händen halten
Und durch Gesichte und Gestalten
Ihrem Garten entgegengehn
Keine Tore dürfen wir sprängen
Auf dem weiten Wandern ins Glück
Aber wenn wir uns in Gartengängen
Reife Ranken den Weg verhängen
Drängen wir sie zärtlich zurück
Suchen kommt mich in Abendgeländen
Eine Stunde die segnen kann
Und mit hellen heiligen Händen
Rührt sie leise mein Leben an
Und sie greift in gebenden Gnaden
In seine Tiefen wie in ein Spind,
Öffnet alle unsichtbaren Laden,
Drinnen Gewebe mit träumenden Faden
Perlen gelandet an andern Gestaden,
Kronen kommender Reiche sind
Ich fühle mich oft mitten im Alltagsgrau
Wenn mein Wesen dürstet:
Alltagsabend und Sonntagsfrühn
Hat mich dennoch gefürstet
Ich weiß oft mitten im Alltagsgrau
Ich darf mit meinem Beschwören
Deine Stille nicht stören
Du bist so leise, liebe Frau
Du wirst mein Schweigen hören
SEI du mir Omen und Orakel
und führ mein Leben an zum Fest,
wenn meine Seele, matt vom Makel
Die Flügel wieder fallen lässt
Gib mir das Niebeseßne wieder:
das Glück der Tat, das Recht zu Ruhn, -
mit einem Wiegen deiner Glieder
Mit einem Blick für meine Lieder
Mit einem Grüßen kannst du´s tun
Das Leben ist gut und licht.
Das Leben hat goldene Gassen
Fester wollen wirs fassen
Wir fürchten das Leben nicht
Wir heben Stille und Sturm
Die bauen und bilden uns beide
Dich kleidet die Stille wie Seide
Mich - machen die Stürme zum Turm
Ich denke an Frauen aus lichten Legenden
Sie erschauern in scheuem Schmerz
Und in hellen heiligen Händen
Bringen sie weinend ihr weißes Herz
Schreiten einsam durch weite Gelände
Wilde Wege, lebenwärts
Und in heischende heiße Hände
Legen sie leise ihr weißes Herz
Du lächelst leise und das große
Auge grüßt die Dämmerung
Die hände schimmern dir im Schoße
Und deine Hände sind so jung
Sie sind nicht müde, wenn sie rasten
Ein Lauschen nur ist ihre Ruh
Sie warten wie auf Orgeltasten
Einer neuen Hymne zu
Leg du auf meine Lebensgeige
Die Hände an des Schicksals Statt
Dass ich vergesse was für feige
Töne jede Saite hat
Lehr mich ein Lied. Ein Lied das zage
Wie Glückserinnerung beginnt
Ein Lied für meine Feiertage
Die ohne alle Hymne sind.
Wenn eng mit Zeit und Stundenschlagen
Der Alltag ärmlich uns umspinnt
Geschieht mir oft ich muss dich fragen
Glaubst du dass wir das selber sind?
Wir gehen gewiss in stillen Wiesen
Aus denen Zeit und Stunde wich
Und unsre Stirnen sind gleich Friesen
Mit Knaben die auf Flöten bliesen
So friedlich still und feierlich
Wir wissen nicht vom Sinn der Tage
Und unsre kühlen Hände sind
Zwei Zweigen ähnlich die sich zage
Entgegenwachsen durch den Wind
Im Alltag tasten unsre Träume
Uns mühsam nach und sind in Mühn
Wenn wir schon schön wie junge Bäume
Dem Sommerlos entgegenblühn
ICH bin so still, du Traute,
und immer schweigen wir.
Du bist eine schlanke Laute,
der Frühling spielt auf dir.
Drum bin ich so still, du Ziere,
weil oft mir Angst geschieht,
daß ich einen Laut verliere
aus deinem lieben Lied.
SO milde wie Erinnerung
duften im Zimmer die Mimosen.
Doch unser Glaube steht in Rosen,
und unser großes Glück ist jung.
Sind wir denn schon vom Glück umglänzt?
Nein, uns gehört erst dieses Rufen,
dies Stillestehn auf weißen Stufen,
an die der tiefe Tempel grenzt.
Das Warten an dem Rand des Heut.
Bis uns der Gott der reifen Keime
aus seinem hohen Säulenheime
die Rosen, rot, entgegenstreut.
Nur fort von allen vielen
Welche das Leben spielen
Das war mein blindes Zielen
War ohne Sinn und Saum
Jetzt weiß ich: dir entgegen
Trieb ich auf tausend Wegen
Am Tage und im Traum
Und du bist das Erlösen
Nach welchem ich in bösen
Bangen Fiebern schrie
Im Dich-Erkennen sanken
Meine reisigen reifsten Gedanken
Wie Kinder in die Knie.
Der Sturm will herein
Ihm ist Bang in all den Bäumen
Und ich bin allein
Und traurig von Träumen,
die ich durchlitt
und sehne mich längst
nicht sinnen und säumen
wie einen Hengst
ihn zähmen und zäumen
zu berauschendem Ritt
und des Sturmes Schritt
soll in leichtem befreiendem Wagen
weit an die Wipfel der Wälder schlagen
über Wasser und Wall über Nachten und Tagen
über Hüttenhocken und Kirchenragen
über Tiefen und Türme tragen
und du komm hoch! Meinem jubelnden Jagen
raub ich dich mit
Der Abend ist mein Buch. Ihm prangen
Die Decken purpurn in Damast
Ich löse seine goldnen Spangen
Mit kühlen Händen ohne Hast
Und lese seine erste Seite
Beglückt durch den vertrauten Ton
Und lese leiser seine Zweite
Und seine Dritte träum ich schon
Du weißt: mein müder Wille
Lag vor dir auf den Knien
Und flehte“ Sei die Stille“
Und du erhörtest ihn.
Du sahst in heißem Hauchen
Ward Kranz und Kraft ihm alt
Und er muss Kühle brauchen:
Da warst du wie der Wald
Und hattest tausend Tiefen
Und wurdest wild und weit
Und viele Stimmen riefen
Aus deiner Seltsamkeit
du warst so kinderweiß in deiner Seide
ich aber wollte dich zu meiner Königin;
und ging hinaus zum wilden wuchs der Weide
und sagte ihr, dass ich der Herbststurm bin.:
Da gab sie gerne ihre Gerten bin.
Ich feierte ein fest der flagellanten
und als die narben in den nächten brannten
lies ich dir leise von den roten ruten
den purpur um die weißen schultern bluten
Lag vor dir auf den Knien
Und flehte“ Sei die Stille“
Und du erhörtest ihn.
Du sahst in heißem Hauchen
Ward Kranz und Kraft ihm alt
Und er muss Kühle brauchen:
Da warst du wie der Wald
Und hattest tausend Tiefen
Und wurdest wild und weit
Und viele Stimmen riefen
Aus deiner Seltsamkeit
du warst so kinderweiß in deiner Seide
ich aber wollte dich zu meiner Königin;
und ging hinaus zum wilden wuchs der Weide
und sagte ihr, dass ich der Herbststurm bin.:
Da gab sie gerne ihre Gerten bin.
Ich feierte ein fest der flagellanten
und als die narben in den nächten brannten
lies ich dir leise von den roten ruten
den purpur um die weißen schultern bluten
@Velena : :super: :super: :super: !!!
schön ;) schade das sie nicht von dir sind :schmatz:
wunderschönes Gedicht Velens
When you walk
through a storm
hold your head up high
And don't be afraid of the dark
At the end of a storm there's a golden sky
And the sweet silver song of a lark
Walk on through the wind,
Walk on through the rain,
Tho' your dreams be tossed and blown.
Walk on , walk on
with hope in your heart
And you'll never walk alone,
You'll never walk alone
Walk on , walk on
with hope in your heart
And you'll never walk alone,
You'll never ever walk alone.
Quelle : Auszug aus " You`ll never walk alone " von Gary & The Peacemakers
through a storm
hold your head up high
And don't be afraid of the dark
At the end of a storm there's a golden sky
And the sweet silver song of a lark
Walk on through the wind,
Walk on through the rain,
Tho' your dreams be tossed and blown.
Walk on , walk on
with hope in your heart
And you'll never walk alone,
You'll never walk alone
Walk on , walk on
with hope in your heart
And you'll never walk alone,
You'll never ever walk alone.
Quelle : Auszug aus " You`ll never walk alone " von Gary & The Peacemakers
Des Geliebten Nächte zu entzünden,
will ich augenspendend süß erblinden.
Des Geliebten Atem zu umkosen,
wandelt sich mein Blut in tausend Rosen.
Des Geliebten Liebe zu erhalten,
möcht' ich mich in tausend Frauen spalten,
daß er tausendfach nur mich begehre,
alle liebend nur mir angehöre!
will ich augenspendend süß erblinden.
Des Geliebten Atem zu umkosen,
wandelt sich mein Blut in tausend Rosen.
Des Geliebten Liebe zu erhalten,
möcht' ich mich in tausend Frauen spalten,
daß er tausendfach nur mich begehre,
alle liebend nur mir angehöre!
[I]Oh wie lieblich ist das Mädchen,
Wie so schön und voller Anmut !
Sag' mir an, du wackrer Seemann,
Der du lebst auf deinem Schiffe,
Ob das Schiff und seine Segel,
Ob die Sterne wohl so schön sind !
Sag' mir an, du stolzer Ritter,
Der du gehst im blanken Harnisch,
Ob das Roß und ob die Rüstung,
Ob die Schlachten wohl so schön sind !
Sag' mir an, du Hirtenknabe,
Der du deine Herde weidest,
Ob die Lämmer, ob die Matten,
Ob die Berge wohl so schön sind !
Wie so schön und voller Anmut !
Sag' mir an, du wackrer Seemann,
Der du lebst auf deinem Schiffe,
Ob das Schiff und seine Segel,
Ob die Sterne wohl so schön sind !
Sag' mir an, du stolzer Ritter,
Der du gehst im blanken Harnisch,
Ob das Roß und ob die Rüstung,
Ob die Schlachten wohl so schön sind !
Sag' mir an, du Hirtenknabe,
Der du deine Herde weidest,
Ob die Lämmer, ob die Matten,
Ob die Berge wohl so schön sind !
Juli
Nun ist es Sommer den ganzen Tag,
Den ganzen Tag man nur küssen mag,
Und alle die Rosen, die müssen
Satt duften zu unseren Füßen.
Nun bleibt es Sommer den ganzen Tag,
Den ganzen Tag ich im Himmel lag,
Dort tat man sich paarweise küssen
Und satt lag die Erde zu Füßen.
Nun ist es Sommer Nacht und Tag,
Und Nacht und Tag man nur küssen mag;
Von allen heißen Genüssen
Ist Anfang und Ende das Küssen.
Nun ist es Sommer den ganzen Tag,
Den ganzen Tag man nur küssen mag,
Und alle die Rosen, die müssen
Satt duften zu unseren Füßen.
Nun bleibt es Sommer den ganzen Tag,
Den ganzen Tag ich im Himmel lag,
Dort tat man sich paarweise küssen
Und satt lag die Erde zu Füßen.
Nun ist es Sommer Nacht und Tag,
Und Nacht und Tag man nur küssen mag;
Von allen heißen Genüssen
Ist Anfang und Ende das Küssen.
Quelle :
Deutsches Sprichwörter - Lexikon
Ein Hausschatz für das deutsche Volk
(in 5 Bänden)
Karl Friedrich Wilhelm Wander
(Neudruck der Ausgabe Leipzig 1873)
Scientia Verlag Aalen 1963
Auf Liebe und Wetter ist kein Verlass.
Der Liebe und dem Tode kann niemand entgehen.
Die in der Liebe ertrunken sind,
die sind mit offenen Augen blind.
Die Lieb' ist frei von Eitelkeit,
sie wohnt unter dem Kittel wie unter Seidenkleid.
Die Liebe aus der Ferne bleibt am längsten warm.
Die Liebe decket Fehler und Gebrechen.
Die Liebe des Eifersüchtigen ist das Leben eines Kranken.
Die Liebe ist ein lebendiger Tod und ein sterbendes Leben.
Die Liebe kennt keine Furcht.
Die Liebe macht auch kluge Leute zu Narren.
Je grösser die Liebe, je weniger Worte.
Deutsches Sprichwörter - Lexikon
Ein Hausschatz für das deutsche Volk
(in 5 Bänden)
Karl Friedrich Wilhelm Wander
(Neudruck der Ausgabe Leipzig 1873)
Scientia Verlag Aalen 1963
Auf Liebe und Wetter ist kein Verlass.
Der Liebe und dem Tode kann niemand entgehen.
Die in der Liebe ertrunken sind,
die sind mit offenen Augen blind.
Die Lieb' ist frei von Eitelkeit,
sie wohnt unter dem Kittel wie unter Seidenkleid.
Die Liebe aus der Ferne bleibt am längsten warm.
Die Liebe decket Fehler und Gebrechen.
Die Liebe des Eifersüchtigen ist das Leben eines Kranken.
Die Liebe ist ein lebendiger Tod und ein sterbendes Leben.
Die Liebe kennt keine Furcht.
Die Liebe macht auch kluge Leute zu Narren.
Je grösser die Liebe, je weniger Worte.
Ich wünsche Dir Zeit!
Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.
Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.
Ich wünsche dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!
von Elli Michler
Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.
Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.
Ich wünsche dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben,
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!
von Elli Michler
Ich habe dich so lieb
Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
Schenken.
Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
Leuchtet der Ginster so gut.
Vorbei - verjährt -
Doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
Ist leise.
Die Zeit entstellt
Alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.
Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
An einem Sieb.
Ich hab dich so lieb.
von Joachim Ringelnatz
Ich habe dich so lieb!
Ich würde dir ohne Bedenken
Eine Kachel aus meinem Ofen
Schenken.
Ich habe dir nichts getan.
Nun ist mir traurig zu Mut.
An den Hängen der Eisenbahn
Leuchtet der Ginster so gut.
Vorbei - verjährt -
Doch nimmer vergessen.
Ich reise.
Alles, was lange währt,
Ist leise.
Die Zeit entstellt
Alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.
Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache
An einem Sieb.
Ich hab dich so lieb.
von Joachim Ringelnatz
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