Zum Inhalt springen

Gedichte und Gedanken

278 Antworten30'548 AufrufeGestartet von Chance2Desire ·

#221
Aus dem Film "10 things I hate about you"

I hate the way you talk to me, and the way you cut your hair.

I hate the way you drive my car.

I hate it when you stare.

I hate your big dumb combat boots, and the way you read my mind.

I hate you so much it makes me sick; it even makes me rhyme.

I hate the way you're always right.

I hate it when you lie.

I hate it when you make me laugh, even worse when you make me cry.

I hate it that you're not around, and the fact that you didn't call.

But mostly I hate the way I don't hate you. Not even close, not even a little bit, not even at all.

Das Orginalgedicht welches zu dem hier oben umgedichtet wurde, poste ich hier auch mal.

Es ist von Shakespeare, Sonett CXLI (141)

In faith, I do not love thee with mine eyes,

For they in thee a thousand errors note;

But 'tis my heart that loves what they despise,

Who in despite of view is pleased to dote;

Nor are mine ears with thy tongue's tune delighted,

Nor tender feeling, to base touches prone,

Nor taste, nor smell, desire to be invited

To any sensual feast with thee alone:

But my five wits nor my five senses can

Dissuade one foolish heart from serving thee,

Who leaves unsway'd the likeness of a man,

Thy proud hearts slave and vassal wretch to be:

Only my plague thus far I count my gain,

That she that makes me sin awards me pain.

Deutsche Übersetzung dazu:

Fürwahr, ich lieb' dich mit den Augen nicht,

Die tausend Fehler ja an dir erspähn,

Doch ist's mein Herz, das ihnen widerspricht,

Und das ersehnt und liebt, was sie verschmähn.

Es reizt mein Ohr nicht, deinem Wort zu lauschen,

Dich lüstern zu berühren, nicht die Hand;

Nicht will Geschmack sich noch Geruch berauschen

Mit dir allein im heißen Sinnenbrand.

Doch nicht die Einsicht der fünf Sinne kann

Ein armes Herz aus deinem Dienst erretten,

Das mich - das Schattenbild von einem Mann -

Zum Sklaven macht in deines Stolzes Ketten.

Nur dieser Trost kann meine Schmach versüßen,

Daß mich dieselbe sünd'gen heißt und büßen.

LG Blanchelina

#222
Vergolten ihre Dornen

Niemals verstanden

Ergötzt an ihrer Schönheit

Doch verachtet

Ihr Stolz

Süchtig nach ihrem Geheims

Drängend nach ihrer Melancholie

Und doch

Glaubst du ihr die Schmerzen nie

Gemein dein Neid

Pein dein Hass

Jedes Wort

Übersteigt das Maß

An Anstand

Du willst sie hassen

Weil du sie liebst

Und ihr aus Liebe

Verachtung gibst

Ist es angst

Ist es Kummer

Am ende sind es doch nur

ungeahnte Trümmer

Verstehst du nicht

Das sich wahre liebe

Im schmerz erst erwägt

Weshalb die schönste aller blumen

Dornen trägt.

#223
Und dies hier ist mein absolutes Lieblingsgedicht! =)

Gedicht: "Die Freiheit"

"Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo,

die Sonne schien, mir war ums Herz so froh.

Vor einem Käfig sah ich Leute steh'n,

da ging ich hin, um mir das näher anzusehn.

»Nicht füttern« stand auf einem großen Schild

und »bitte auch nicht reizen, da sehr wild!«

Erwachsene und Kinder schauten dumm

und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.

Ich fragte ihn wie heißt denn dieses Tier?

»Das ist die Freiheit!« sagte er zu mir,

»die gibt es jetzt so wenig auf der Welt,

drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt.«

Ich schaute und ich sagte: »Lieber Herr!

Ich seh ja nichts, der Käfig ist doch leer!«

»Das ist ja g'rade« sagte er »der Gag!

Man sperrt sie ein und augenblicklich ist sie weg.«

Die Freiheit ist ein wundersames Tier

und manche Menschen haben Angst vor ihr.

Doch hinter Gitterstäben geht sie ein,

denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein."

#224
O Wunder , wie sie sehnend sich gefunden ,

So sind die zwei unlöslich nun verbunden:

Wie viel man auch versuchte, sie zu scheiden ,

Nur inniger verschmolzen noch die beiden!

Nie sah ein Haushalt in der Welt, der argen,

Noch solche Liebe, einen wahren Bronnen

Von Milch! Wenn einer ihn aufs Feuer setzte

Und rührte, Milch vom Wasser abzusondern ,

Dann kocht die Milch, in Glut frohlockend , über ,

Gespornt von Trennungsschmerz , springt sie ins Feuer!

Wenn jemand aber Wasser dazu gösse ,

Dann würden Trennungsschmerzen sich verlieren.

Vidyapati bekennt: Ja , so ist Liebe,

Und dies die Liebe Radha-Madhavas.

(Vidyapati Thakur)

#225
Heut war die bange Scham mir fern entschwunden,

Er durfte seines Herzens Sehnsucht stillen:

Was soll ich sagen, Liebe? (Ich muß lächeln)

So wunderbar war heut sein Liebesscherzen.

Die Wolken stürtzen nieder auf die Erde,

Die Bergeskön'ge stiegen auf zum Himmel:

Ich selbst, in den smaragdnen Spiegel schauend ,

Fiel dorthin , wo nicht Auf noch Nieder gelten.

So neuen Wissens voll war Kan, mein Liebster ,

Und überwält'gend klang mir seine Rede:

Er gab der Heimatlosen eine Zuflucht

Doch schamhaft barg ich meines Herzens Glühen.

Der Fürst des Übermuts nahm auf den Schoß mich ,

Mit meinem Schleier leicht mein Antlitz kühlend

Und fächelte mich leise , bis ich einschlief.

Vidyapati ruft: Wonne ohne gleichen.

(Vidyapati Thakur)

#226
Inschrift

Sag

in was

schneide ich

deinen Namen?

In den Himmel?

Der ist zu hoch

In die Wolken?

Die sind zu flüchtig

In den Baum

der gefällt und verbrannt wird?

Ins Wasser

das alles fortschwemmt?

In die Erde

die man zertritt

und in der nur

die Toten liegen?

Sag

in was

schneide ich

deinen Namen?

In mich

und in mich

und immer tiefer

in mich

Erich Fried

#227
Gottfried August Bürger (1747-1794)

Lied

Könnt' ich mein Liebchen kaufen


Für Gold und Edelstein



Und hätte große Haufen,



Die sollten mich nicht reun.



Schön Ding zwar ist's mit Golde;



Wohl dem, der's haben kann!



Doch ohne sie, die holde,



Was Frohes hätt' ich dran?






Ja, wenn ich der Regente



Von ganz Europa wär'



Und Liebchen kaufen könnte,



So gäb' ich alles her.



Vor Städten, Schlössern, Thronen



Und mancher fetten Flur,



Wählt' ich, mit ihr zu wohnen,



Ein Hütt- und Gärtchen nur.






Mein liebes Leben enden



Darf nur der Herr der Welt.



Doch dürft' ich es verspenden,



So wie mein Gut und Geld:



Dann gäb' ich gern, ich schwöre!



Für jeden Tag ein Jahr,



Da sie mein eigen wäre,



Mein eigen ganz und gar!


#228
Friedrich Wilhelm Gotter (1746-1797)

Die Liebe

Ach, was ist die Liebe

Für ein süßes Ding!

Sorgenlos, wie Kinder,

Führt sie uns durchs Leben.

Unser ganzes Leben

Flieht mit ihr geschwinder,

Als uns ohne Liebe

Sonst ein Tag verging!

Ach, was ist die Liebe

Für ein süßes Ding!

Ach, was ist die Liebe

Für ein süßes Ding!

Muth gibt sie zur Arbeit,

Hilft sie uns verrichten.

Eine Blumenkette

Werden unsre Pflichten,

Und am Thron der Liebe

Hängt der Kette Ring.

Ach, was ist die Liebe

Für ein süßes Ding!

Ach, was ist die Liebe

Für ein süßes Ding!

Unsre Seele hebet

Sich auf ihrem Flügel,

Unsre Seele schwebet,

Neu von ihr belebet,

Ueber Thal und Hügel,

Gleich dem Schmetterling.

Ach, was ist die Liebe

Für ein süßes Ding!

#229
Emanuel Geibel (1815-1884)

Im März

Es ist mir eben angetan,

Zwei schöne Augen sahn mich an,

Und in den süßen feuchten Schein

Blickt' ich zu tief, zu tief hinein.

Mir schwirrt der Kopf, mir glühn die Wangen,

Und nun kommt draußen der Lenz gegangen

Ueber die Hügel, über den Fluß,

Die Schwalbe zwitschert ihren Gruß,

Die Wolken ziehn und zwischendrein

Fließet der lichte Sonnenschein,

Und aus dem klar vertieften Blau

Säuselt es linde, weht es lau,

Man meint, die Veilchen sind schon da.

Das ist ein sehnsuchtsvolles Weben,

Ein heimlich Locken und Leben

Allüberall, fern und nah.

Und du, mein Herz, wirst nie gescheidt,

Lässest so willig dich verführen,

Öffnest der Sehnsucht Thor und Thüren;

Von Liebes-Freud und Leid

Singest du Lieder,

Und bist so froh, bist ganz so töricht wieder,

Als wie in deiner jungen Zeit.

#230
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Aus dem »Buch der Liebe«

Du bist die Sonne, die nicht untergeht;


Du bist der Mond, der stets am Himmel steht;



Du bist der Stern, der, wenn die andern dunkeln,



Noch überstrahlt den Tag mit seinem Funkeln;






Du bist das sonnenlose Morgenrot;



Ein heitrer Tag, den keine Nacht bedroht;



Der Freud und Hoffnung Widerschein auf Erden -



Das bist du mir, was kannst du mehr noch werden?


#231
Arno Holz (1863-1929)

ERFÜLLUNG

Dann


losch das Licht,



und



durch die Stille,



fiebernd, verlangend, erwartungsbang,



nur noch:



unser zitternder Herzschlag!



Trunken ... stammelnd,



meine



Lippen ... süß dein ... Aufschrei!



Seligkeit!


#232
Robert Prutz (1816 -1872)

Gesetz der Liebe

Wenn du dein Herz der Liebe willst ergeben,

So acht' auf Eins: daß es sich völlig gibt

Und ungeteilt; es lebt nur, wer da liebt,

Drum klingt so ähnlich lieben auch und leben.

Drum wenn du liebst, so habe nichts daneben,

Woran dein Herz noch hängt; die Welt zerstiebt

Der Seele, die sich innigst weiß geliebt,

Und welche selbst in Liebe will verschweben.

Wer aber unter des Geliebten Küssen

Noch ängstlich seitwärts nach den Leuten schielt,

Was sie wohl meinen, denken, sagen müssen,

Der ist, wie fromm er sich auch sonst verhielt,

Rebell zuwider göttlichen Beschlüssen,

Und eitel Täuschung ist, was er erzielt.

#233
Emanuel Geibel (1815-1884)

Die stille Wasserrose

Steigt aus dem blauen See,

Die feuchten Blätter zittern,

Der Kelch ist weiß wie Schnee.

Da gießt der Mond vom Himmel

All seinen goldnen Schein,

Gießt alle seine Strahlen

In ihren Schooß hinein.

Im Wasser um die Blume

Kreiset ein weißer Schwan;

Er singt so süß, so leise,

Und schaut die Blume an.

Er singt so süß, so leise,

Und will im Singen vergehn -

O Blume, weiße Blume,

Kannst du das Lied verstehn?

#234
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Aus dem »Buch der Liebe«

Du bist die Sonne, die nicht untergeht;


Du bist der Mond, der stets am Himmel steht;



Du bist der Stern, der, wenn die andern dunkeln,



Noch überstrahlt den Tag mit seinem Funkeln;






Du bist das sonnenlose Morgenrot;



Ein heitrer Tag, den keine Nacht bedroht;



Der Freud und Hoffnung Widerschein auf Erden -



Das bist du mir, was kannst du mehr noch werden?


#235
Claire Goll

Zehn Jahre schon, daß du mich liebst,


Zehn Jahre, zehn Minuten gleich!



Und immer seh ich dich zum ersten Mal,



Die Taschen voller Rosen,



Künftige Tränen hinter der Brille



Wie Diamanten in Vitrinen,



In der Brust schon deine Lieder,



Von soviel Nachtigallen vertont,



Und unter den schüchternen Handschuhn



Alle Zärtlichkeiten der Zukunft.



Zehn Jahre schon, daß du mich liebst,



Die Zeit auf meiner Armbanduhr stillsteht!


#236
Heiner Eckels

Liebeslicht

Im Bett der Mondsichel


berührt mich dein Blick,



und es duftet nach Leben und Liebe.






Das Licht deiner Schönheit



verwandelt Wehmut, Melancholie



und den Schmerz unserer Abschiede



in helle Zuversicht.






Im Bett unserer Liebe



erhellt uns das Licht



von Leben und Glück



und verweilt auf der Mondsichel



in unseren Blicken.


#237
Manfred Hausmann (1898 - 1986)

Alle Liebenden

Sind miteinander verwandt ...

Alle Liebenden auf der weiten Welt


blicken gern schweigend empor zum Sternenzelt.






Alle Liebenden treiben im Leben umher



wie die Geisterschiffe auf gischtendem Meer.






Alle Liebenden, die in der Gnade leben,



sind den Erloschenen gnadenlos dargegeben.






Alle Liebenden lieben die Dunkelheit,



die barmherzig vereint, was der Tag entzweit.






Alle Liebenden sehen in Flur und Wald,



sehen in Blume und Stern die geliebte Gestalt.






Alle Liebenden wachen und suchen sich sacht,



wenn der Regen ans Fenster weht zur Nacht.






Alle Liebenden müssen stündlich erbeben,



weil sie über dem tiefsten Abgrund schweben.






Alle Liebenden lächeln schmerzlich beglückt,



wenn das eine den Schlaf des andern erblickt.






Alle Liebenden sind der Qual geweiht,



die das Unendliche fühlt in der Endlichkeit.






Alle Liebenden sagen dasselbe Gebet:



Gib dem Engel Kraft, der hinter mir steht!






Alle Liebenden, die sich anschaun, erkennen



tausendmal mehr, als tausend Weise benennen.






Alle Liebenden stehen vorm Angesicht



Gottes und erschauern und fassen es nicht.


#238
Robert Prutz (1816-1872)

Der Liebsten Namen

Nach dem Namen der Geliebten fragen laut sie und im Stillen;


Nun wohlan, ihr Neubegier'gen, euren Wunsch will ich erfüllen.



Sonne heißet meine Liebste; denn mit sonnenhaftem Prangen,



Sonne meines Lebens, ist sie mir am Himmel aufgegangen;



Ueberall, wohin sich senken ihres Auges süße Strahlen,



Sprossen Blumen, tönen Lieder, blühen Wonnen mir und Qualen.



Mond und Sterne sind ihr Name: wie der Mond so süß beschaulich,



Wenn er nachts am Himmel gleitet, wie die Sterne mild und traulich;



Frühlingsrose: denn so lieblich ist der Lippen rosig Lächeln;



Maienlüftchen: denn so würzig ihren Athem fühl' ich fächeln.



Schwan, mein Schwan, so soll sie heißen:



denn wie eines Schwans Gefieder



Wogt ihr Busen süß und duftig, leuchten ihre weißen Glieder;



Taube unschuldvoll und schüchtern; Adler, mächtig und gewaltig;



Lamm und Löwe, süßes Wunder, unaussprechbar, vielgestaltig;



Königin, der alle Herzen sich in Demuth beugen müssen –



So, nun wißt ihr ihre Namen, schweigen laßt mich nun und küssen.


#239
Manfred Hausmann (1898-1986)

Nur

Ich habe nur ein kleines Bild

von dir.

Da lehnst du schmal und wild

an einer Gartentür.

Und Veilchen hab ich, nur ein paar,

im Krug.

Und drüberhin ein blasses Haar.

Das ist genug.

#240
Hermann Löns (1866-1914)

Alle Birken grünen ...

Alle Birken grünen in Moor und Heid,


Jeder Brahmbusch leuchtet wie Gold,



Alle Heidlerchen dudeln vor Fröhlichkeit,



Jeder Birkhahn kullert und tollt.






Meine Augen, die gehen wohl hin und her



Auf dem schwarzen, weißflockigen Moor,



Auf dem braunen, grünschäumenden Heidemeer



Und schweben zum Himmel empor.






Zum Blauhimmel hin, wo ein Wölkchen zieht



Wie ein Wollgrasflöckchen so leicht,



Und mein Herz, es singt sein leises Lied,



Das auf zum Himmel steigt.






Ein leises Lied, ein stilles Lied



Ein Lied, so fein und lind,



Wie ein Wölkchen, das über die Bläue zieht,



Wie ein Wollgrasflöckchen im Wind.


Seite 12 von 14 · 279 Beiträge in diesem Thema