Gedichte und Gedanken
278 Antworten30'548 AufrufeGestartet von Chance2Desire ·
Lebenszeit
Es ist Zeit
Sagt die Zeit
Besinne dich
Ich bin da für dich
Sagt die Zeit
Nutze mich
Du hast mein Herz
Sagt die Zeit
Wärme mich
Ich liebe dich
Sagt die Zeit
Meine Zeit ist dein
Vergesse mich
Sagt die Zeit
Mein Atem ist still für Dich
Zögere nicht
Sagt die Zeit
Ich bin kostbar
Lebe mich
Sagt die Zeit
Glück ist Gnade
Sei dankbar
Sagt die Zeit
Ich muss weiter
Vertraue mir
Sagt die Zeit
Ich komme zurück
Mit Lebenszeit...
Reinhard Lehmitz
Es ist Zeit
Sagt die Zeit
Besinne dich
Ich bin da für dich
Sagt die Zeit
Nutze mich
Du hast mein Herz
Sagt die Zeit
Wärme mich
Ich liebe dich
Sagt die Zeit
Meine Zeit ist dein
Vergesse mich
Sagt die Zeit
Mein Atem ist still für Dich
Zögere nicht
Sagt die Zeit
Ich bin kostbar
Lebe mich
Sagt die Zeit
Glück ist Gnade
Sei dankbar
Sagt die Zeit
Ich muss weiter
Vertraue mir
Sagt die Zeit
Ich komme zurück
Mit Lebenszeit...
Reinhard Lehmitz
Dein Garten wollt ich sein zuerst
Dein Garten wollt ich sein zuerst
und Ranken haben und Rabatten
und deine Schönheit überschatten,
damit du mit dem muttermatten
Lächeln gern mir wiederkehrst.
Da aber - als du kamst und gingst,
ist etwas mit dir eingetreten:
das ruft mich zu den roten Beeten,
wenn du mir aus den weißen winkst.
Rainer Maria Rilke
Dein Garten wollt ich sein zuerst
und Ranken haben und Rabatten
und deine Schönheit überschatten,
damit du mit dem muttermatten
Lächeln gern mir wiederkehrst.
Da aber - als du kamst und gingst,
ist etwas mit dir eingetreten:
das ruft mich zu den roten Beeten,
wenn du mir aus den weißen winkst.
Rainer Maria Rilke
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.
Rainer Maria Rilke
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.
Rainer Maria Rilke
Is zwar ein wenig OFF Topic , aber habe gerade die engl. Version von dem " Panther " entdeckt !
Das Gedicht ist ja eh der Classic schlechthin - aber in der engl. Sprache .... wunderschön :verliebt:
The Panther
His gaze, going past those bars, has got so misted
with tiredness, it can take in nothing more.
He feels as though a thousand bars existed,
and no more world beyond them than before.
Those supply powerful paddings, turning there
in tiniest of circles, well might be
the dance of forces round a centre where
some mighty will stands paralyticly.
Just now and then the pupils' noiseless shutter
is lifted. - Then an image will indart,
down through the limbs' intensive stillness flutter,
and end its being in the heart.
Rainer Maria Rilke
Das Gedicht ist ja eh der Classic schlechthin - aber in der engl. Sprache .... wunderschön :verliebt:
The Panther
His gaze, going past those bars, has got so misted
with tiredness, it can take in nothing more.
He feels as though a thousand bars existed,
and no more world beyond them than before.
Those supply powerful paddings, turning there
in tiniest of circles, well might be
the dance of forces round a centre where
some mighty will stands paralyticly.
Just now and then the pupils' noiseless shutter
is lifted. - Then an image will indart,
down through the limbs' intensive stillness flutter,
and end its being in the heart.
Rainer Maria Rilke
Frühlingsliebe
Zart schlägt mich dein Herzschlag
Liebe in Zeitlosigkeit
Du bist ein Harmonietag
Frühling im Sonnenweit
Rosenduft auf deiner Haut
Strahlend blaue Himmelsküsse
haben uns ein Liebesschloss gebaut
durch Herzen fliessen Schmetterlingsflüsse
"Liebe mein Herz"
Leises flüstern unserer Lippen
Brauchen keinen Sehnsuchtschmerz
Gefühle sind wie Weltenklippen
Birgit Marie Nessel
Zart schlägt mich dein Herzschlag
Liebe in Zeitlosigkeit
Du bist ein Harmonietag
Frühling im Sonnenweit
Rosenduft auf deiner Haut
Strahlend blaue Himmelsküsse
haben uns ein Liebesschloss gebaut
durch Herzen fliessen Schmetterlingsflüsse
"Liebe mein Herz"
Leises flüstern unserer Lippen
Brauchen keinen Sehnsuchtschmerz
Gefühle sind wie Weltenklippen
Birgit Marie Nessel
Wie er wolle geküsset seyn
Nirgends hin / als auff den Mund /
da sinckts in dess Hertzens Grund.
Nicht zu frey / nicht zu gezwungen /
nicht mit gar zu fauler Zungen.
Nicht zu wenig / nicht zu viel!
Beydes wird sonst Kinder-spiel.
Nicht zu laut / und nicht zu leise /
Beyder Mass' ist rechte Weise.
Nicht zu nahe / nicht zu weit.
Diss macht Kummer / jenes Leid.
Nicht zu trucken / nicht zu feuchte /
wie Adonis Venus reichte.
Nicht zu harte / nicht zu weich.
Bald zugleich / bald nicht zugleich.
Nicht zu langsam / nicht zu schnelle.
Nicht ohn Unterscheid der Stelle.
Halb gebissen / halb gehaucht.
Halb die Lippen eingetaucht.
Nicht ohn Unterscheid der Zeiten.
Mehr alleine denn bei Leuten.
Küsse nun ein Jedermann /
wie er weiss / will / soll und kan.
Ich nur und die Liebste wissen /
wie wir uns recht sollen küssen.
Paul Fleming (1609-1640)
=)
Nirgends hin / als auff den Mund /
da sinckts in dess Hertzens Grund.
Nicht zu frey / nicht zu gezwungen /
nicht mit gar zu fauler Zungen.
Nicht zu wenig / nicht zu viel!
Beydes wird sonst Kinder-spiel.
Nicht zu laut / und nicht zu leise /
Beyder Mass' ist rechte Weise.
Nicht zu nahe / nicht zu weit.
Diss macht Kummer / jenes Leid.
Nicht zu trucken / nicht zu feuchte /
wie Adonis Venus reichte.
Nicht zu harte / nicht zu weich.
Bald zugleich / bald nicht zugleich.
Nicht zu langsam / nicht zu schnelle.
Nicht ohn Unterscheid der Stelle.
Halb gebissen / halb gehaucht.
Halb die Lippen eingetaucht.
Nicht ohn Unterscheid der Zeiten.
Mehr alleine denn bei Leuten.
Küsse nun ein Jedermann /
wie er weiss / will / soll und kan.
Ich nur und die Liebste wissen /
wie wir uns recht sollen küssen.
Paul Fleming (1609-1640)
=)
Joseph von Eichendorff
Wolken, wälderwärts gegangen,
Wolken, fliegend übers Haus,
Könnt ich an euch fest mich hangen,
Mit euch fliegen weit hinaus!
Tag'lang durch die Wälder schweif ich,
Voll Gedanken sitz ich still,
In die Saiten flüchtig greif ich,
Wieder dann auf einmal still.
Schöne, rührende Geschichten
Fallen ein mir, wo ich steh,
Lustig muß ich schreiben, dichten,
Ist mir selber gleich so weh.
Manches Lied, das ich geschrieben
Wohl vor manchem langen Jahr,
Da die Welt vom treuen Lieben
Schön mir überglänzet war;
Find ich's wieder jetzt voll Bangen:
Werd ich wunderbar gerührt,
Denn so lang ist das vergangen,
Was mich zu dem Lied verführt.
Diese Wolken ziehen weiter,
Alle Vögel sind erweckt,
Und die Gegend glänzet heiter,
Weit und fröhlich aufgedeckt.
Regen flüchtig abwärts gehen,
Scheint die Sonne zwischendrein,
Und dein Haus, dein Garten stehen
Überm Wald im stillen Schein.
Doch du harrst nicht mehr mit Schmerzen,
Wo so lang dein Liebster sei -
Und mich tötet noch im Herzen
Dieser Schmerzen Zauberei.
Wolken, wälderwärts gegangen,
Wolken, fliegend übers Haus,
Könnt ich an euch fest mich hangen,
Mit euch fliegen weit hinaus!
Tag'lang durch die Wälder schweif ich,
Voll Gedanken sitz ich still,
In die Saiten flüchtig greif ich,
Wieder dann auf einmal still.
Schöne, rührende Geschichten
Fallen ein mir, wo ich steh,
Lustig muß ich schreiben, dichten,
Ist mir selber gleich so weh.
Manches Lied, das ich geschrieben
Wohl vor manchem langen Jahr,
Da die Welt vom treuen Lieben
Schön mir überglänzet war;
Find ich's wieder jetzt voll Bangen:
Werd ich wunderbar gerührt,
Denn so lang ist das vergangen,
Was mich zu dem Lied verführt.
Diese Wolken ziehen weiter,
Alle Vögel sind erweckt,
Und die Gegend glänzet heiter,
Weit und fröhlich aufgedeckt.
Regen flüchtig abwärts gehen,
Scheint die Sonne zwischendrein,
Und dein Haus, dein Garten stehen
Überm Wald im stillen Schein.
Doch du harrst nicht mehr mit Schmerzen,
Wo so lang dein Liebster sei -
Und mich tötet noch im Herzen
Dieser Schmerzen Zauberei.
Hyazinthen
Fern hallt Musik ; doch hier ist stille Nacht,
Mit Schlummerduft anhauchen mich die Pflanzen.
Ich habe immer, immer dein gedacht ;
Ich möchte schlafen, aber du mußt tanzen.
Es hört nicht auf, es rast ohn Unterlaß;
Die Kerzen brennen und die Geigen schreien,
Es teilen und es schließen sich die Reihen,
Und alle glühen ; aber du bist blaß.
Und du mußt tanzen ; fremde Arme schmiegen
Sich an dein Herz ; O leide nicht Gewalt !
Ich seh dein weißes Kleid vorüberfliegen
Und deine leichte , zärtliche Gestalt.
Und süßer strömend quillt der Duft der Nacht
Und träumerischer aus dem Kelch der Pflanzen.
Ich habe immer, immer dein gedacht;
Ich möchte schlafen , aber du mußt tanzen.
Fern hallt Musik ; doch hier ist stille Nacht,
Mit Schlummerduft anhauchen mich die Pflanzen.
Ich habe immer, immer dein gedacht ;
Ich möchte schlafen, aber du mußt tanzen.
Es hört nicht auf, es rast ohn Unterlaß;
Die Kerzen brennen und die Geigen schreien,
Es teilen und es schließen sich die Reihen,
Und alle glühen ; aber du bist blaß.
Und du mußt tanzen ; fremde Arme schmiegen
Sich an dein Herz ; O leide nicht Gewalt !
Ich seh dein weißes Kleid vorüberfliegen
Und deine leichte , zärtliche Gestalt.
Und süßer strömend quillt der Duft der Nacht
Und träumerischer aus dem Kelch der Pflanzen.
Ich habe immer, immer dein gedacht;
Ich möchte schlafen , aber du mußt tanzen.
She walks in beauty , like the night
Of cloudless climes and starry skies
And all that's best of dark and bright
Meet in her aspect and her eyes:
Thus mellow'd to that tender light
Which heaven to gaudy day denies.
One shade the more, one ray the less,
Had half impair'd the nameless grace
Which waves in every raven tress,
Or softly lightens o'er her face;
Where thoughts serenely sweet express
How pure , how dear their dwelling-place.
And on that cheek, and other that brow,
So soft , so calm , yet eloquent,
The smiles that win , the tints that glow,
But tell of days in goodness spent,
A mind at peace with all below,
A heart whose love is innocent!
Of cloudless climes and starry skies
And all that's best of dark and bright
Meet in her aspect and her eyes:
Thus mellow'd to that tender light
Which heaven to gaudy day denies.
One shade the more, one ray the less,
Had half impair'd the nameless grace
Which waves in every raven tress,
Or softly lightens o'er her face;
Where thoughts serenely sweet express
How pure , how dear their dwelling-place.
And on that cheek, and other that brow,
So soft , so calm , yet eloquent,
The smiles that win , the tints that glow,
But tell of days in goodness spent,
A mind at peace with all below,
A heart whose love is innocent!
Dein Antlitz war mit Träumen ganz beladen.
Ich schwieg und sah dich an mit stummem Beben.
Wie stieg das auf! Daß ich mich einmal schon
In frühern Nächten völlig hingegeben
Dem Mond und dem zuviel geliebten Tal,
Wo auf den leeren Hängen auseinander
Die magern Bäume standen und dazwischen
Die niedern kleinen Nebelwolken gingen
Und durch die Stille hin die immer frischen
Und immer fremden silberweißen Wasser
Der Fluß hinrauschen ließ - wie stieg das auf !
Wie stieg das auf! Denn allen diesen Dingen
Und ihrer Schönheit - die unfruchtbar war -
Hingab ich mich in großer Sehnsucht ganz,
Wie jetzt für das Anschaun von deinem Haar
Und zwischen deinen Lidern diesen Glanz!
... :verliebt: ... :verliebt: ... :verliebt:
Ich schwieg und sah dich an mit stummem Beben.
Wie stieg das auf! Daß ich mich einmal schon
In frühern Nächten völlig hingegeben
Dem Mond und dem zuviel geliebten Tal,
Wo auf den leeren Hängen auseinander
Die magern Bäume standen und dazwischen
Die niedern kleinen Nebelwolken gingen
Und durch die Stille hin die immer frischen
Und immer fremden silberweißen Wasser
Der Fluß hinrauschen ließ - wie stieg das auf !
Wie stieg das auf! Denn allen diesen Dingen
Und ihrer Schönheit - die unfruchtbar war -
Hingab ich mich in großer Sehnsucht ganz,
Wie jetzt für das Anschaun von deinem Haar
Und zwischen deinen Lidern diesen Glanz!
... :verliebt: ... :verliebt: ... :verliebt:
Friedrich Halm
Mein Herz, ich will dich fragen
Mein Herz, ich will dich fragen:
Was ist denn Liebe, sag?
„ Zwei Seelen und ein Gedanke ,
zwei Herzen und ein Schlag! "
Und sprich , woher kommt Liebe?
„Sie kommt und sie ist da! "
Und sprich, wie schwindet Liebe?
„Die war's nicht, der's geschah! "
Und was ist reine Liebe?
„Die ihrer selbst vergißt! "
Und wann ist Lieb am tiefsten?
„Wenn sie am stillsten ist. "
Und wann ist Lieb am reichsten?
„Das ist sie, wenn sie gibt! "
Und sprich, wie redet Liebe?
„Sie redet nicht, sie liebt! "
Mein Herz, ich will dich fragen
Mein Herz, ich will dich fragen:
Was ist denn Liebe, sag?
„ Zwei Seelen und ein Gedanke ,
zwei Herzen und ein Schlag! "
Und sprich , woher kommt Liebe?
„Sie kommt und sie ist da! "
Und sprich, wie schwindet Liebe?
„Die war's nicht, der's geschah! "
Und was ist reine Liebe?
„Die ihrer selbst vergißt! "
Und wann ist Lieb am tiefsten?
„Wenn sie am stillsten ist. "
Und wann ist Lieb am reichsten?
„Das ist sie, wenn sie gibt! "
Und sprich, wie redet Liebe?
„Sie redet nicht, sie liebt! "
Detlev von Liliencron
Vier adlige Rosse
voran unserm Wagen,
wir wohnen im Schlosse
in stolzem Behagen.
Die Frühlichterwellen
und nächtens der Blitz,
was all sie erhellen,
ist unser Besitz.
Und irrst du verlassen,
verbannt durch die Lande;
mit dir durch die Gassen
in Armut und Schande!
Es bluten die Hände,
die Füße sind wund,
vier trostlose Wände,
es kennt uns kein Hund.
Steht silberbeschlagen
dein Sarg am Altar,
sie sollen mich tragen
zu dir auf die Bahr',
Und fern auf der Heide
und stirbst du in Not,
den Dolch aus der Scheide,
dir nach in den Tod!
Vier adlige Rosse
voran unserm Wagen,
wir wohnen im Schlosse
in stolzem Behagen.
Die Frühlichterwellen
und nächtens der Blitz,
was all sie erhellen,
ist unser Besitz.
Und irrst du verlassen,
verbannt durch die Lande;
mit dir durch die Gassen
in Armut und Schande!
Es bluten die Hände,
die Füße sind wund,
vier trostlose Wände,
es kennt uns kein Hund.
Steht silberbeschlagen
dein Sarg am Altar,
sie sollen mich tragen
zu dir auf die Bahr',
Und fern auf der Heide
und stirbst du in Not,
den Dolch aus der Scheide,
dir nach in den Tod!
Theodor Storm
Noch einmal fällt in meinen Schoß
die rote Rose Leidenschaft ;
noch einmal hab' ich schwärmerisch
in Mädchenaugen mich vergafft.
Noch einmal legt ein junges Herz
an meines seinen starken Schlag;
noch einmal weht an meine Stirn
ein juni-heißer Sommertag.
Noch einmal fällt in meinen Schoß
die rote Rose Leidenschaft ;
noch einmal hab' ich schwärmerisch
in Mädchenaugen mich vergafft.
Noch einmal legt ein junges Herz
an meines seinen starken Schlag;
noch einmal weht an meine Stirn
ein juni-heißer Sommertag.
Achim von Arnim
Die Liebe lehrt
Die Liebe lehrt
Mich lieblich reden,
Da Lieblichkeit
Mich lieben lehrte.
Arm bin ich nicht
In Deinen Armen,
Umarmst du mich
Du süße Armut.
Wie reich bin ich
In Deinem Reiche,
Der Liebe Reichtum
Reichst du mir.
O Lieblichkeit!
O reiche Armut!
Umarme mich
In Liebesarmen.
Die Liebe lehrt
Die Liebe lehrt
Mich lieblich reden,
Da Lieblichkeit
Mich lieben lehrte.
Arm bin ich nicht
In Deinen Armen,
Umarmst du mich
Du süße Armut.
Wie reich bin ich
In Deinem Reiche,
Der Liebe Reichtum
Reichst du mir.
O Lieblichkeit!
O reiche Armut!
Umarme mich
In Liebesarmen.
Adelbert von Chamisso
Was soll ich sagen?
Mein Aug' ist trüb,
Mein Mund ist stumm,
Du heißest mich reden,
Es sei darum!
Dein Aug' ist klar,
Dein Mund ist rot,
Und was du nur wünschest,
Das ist ein Gebot.
Mein Haar ist grau,
Mein Herz ist wund,
Du bist so jung
Und bist so gesund.
Du heißest mich reden,
Und machst mir's so schwer.
Ich seh' dich so an
Und zittre so sehr.
Was soll ich sagen?
Mein Aug' ist trüb,
Mein Mund ist stumm,
Du heißest mich reden,
Es sei darum!
Dein Aug' ist klar,
Dein Mund ist rot,
Und was du nur wünschest,
Das ist ein Gebot.
Mein Haar ist grau,
Mein Herz ist wund,
Du bist so jung
Und bist so gesund.
Du heißest mich reden,
Und machst mir's so schwer.
Ich seh' dich so an
Und zittre so sehr.
Wie mein Aug' am Sommer hängt
Alle Hecken stehn zerzaust
Und der Wind am Wege haust.
Tag und Nacht die Regentropfen
Auf die kahlen Steine klopfen;
Augen meine nimmersatten
Nie genug vom Sommer hatten.
Wie mein Aug' am Sommer hängt,
So mein Mund zur Liebsten drängt.
Alle Hecken stehn zerzaust
Und der Wind am Wege haust.
Tag und Nacht die Regentropfen
Auf die kahlen Steine klopfen;
Augen meine nimmersatten
Nie genug vom Sommer hatten.
Wie mein Aug' am Sommer hängt,
So mein Mund zur Liebsten drängt.
Überall blüht nun die Liebe
Überall blüht nun die Liebe,
Laß uns in die Gärten gehn ,
wo die kleinen frommen Primeln
Zärtlich schon in Paaren stehn .
In den Gärten, wo die Schritte
und die Worte nicht mehr eilen,
Wo die Träume unter weißen süßen Bäumen
wie in lauter Wolken weilen.
Viele kleine trunkne Vögel
kommen dir ans Herz geflogen,
Sind vom Land, wo Honig fließt,
mit der Sonne hergezogen.
Lausche mit versunknem Auge,
meine Lippen wollen schwören.
Gib Erhörung meinen Lippen,
meinem ewig jungen Sehnen
Gib Betören.
Überall blüht nun die Liebe,
Laß uns in die Gärten gehn ,
wo die kleinen frommen Primeln
Zärtlich schon in Paaren stehn .
In den Gärten, wo die Schritte
und die Worte nicht mehr eilen,
Wo die Träume unter weißen süßen Bäumen
wie in lauter Wolken weilen.
Viele kleine trunkne Vögel
kommen dir ans Herz geflogen,
Sind vom Land, wo Honig fließt,
mit der Sonne hergezogen.
Lausche mit versunknem Auge,
meine Lippen wollen schwören.
Gib Erhörung meinen Lippen,
meinem ewig jungen Sehnen
Gib Betören.
Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett
Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett
In deinem schönsten Kleid aus Scham und Blöße,
Und draußen kam die Nacht auf atemlosen Schnee,
Und auch Gottvater kam in atemloser Größe.
Mit vollem Auge hat der Gott geweint, gelacht.
Du hast dein Herz und deinen Leib
Zur Krone dieser Nacht gemacht.
Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett
In deinem schönsten Kleid aus Scham und Blöße,
Und draußen kam die Nacht auf atemlosen Schnee,
Und auch Gottvater kam in atemloser Größe.
Mit vollem Auge hat der Gott geweint, gelacht.
Du hast dein Herz und deinen Leib
Zur Krone dieser Nacht gemacht.
Arno Holz
Ich zeige dir den Mond
Ich zeige dir den Mond durch einen Frühlingsbaum.
Jede Blüte, jedes Blättchen
hebt sich aus seinem Glanz.
Jede Blüte, jedes Blättchen
schimmert.
Beide Arme
schlingst du mir um den Hals!
Ich zeige dir den Mond
Ich zeige dir den Mond durch einen Frühlingsbaum.
Jede Blüte, jedes Blättchen
hebt sich aus seinem Glanz.
Jede Blüte, jedes Blättchen
schimmert.
Beide Arme
schlingst du mir um den Hals!
Friedrich von Hagedorn
Zorn eines Verliebten
Brief und Wink verhießen mir
schon um zwei die liebste Schöne;
doch der Zeiger ging auf vier,
und mir fehlte noch Climene.
So Geduld als Zeit verstrich,
und ich schwur, den Trug zu rächen;
endlich aber wies sie sich,
endlich hielt sie ihr Versprechen.
"Wie so schön", sagt' ich aus Hohn,
"hast du alles wahrgenommen!
Nur zwei Stunden wart' ich schon;
konntest du nicht später kommen?"
Da mein Eifer Raum gewann,
wollt' ich sie noch schärfer lehren;
doch: "was lärmst du", hub sie an,
"wird man mich denn auch nicht hören?
Ach! Was hab ich itzt vor Schmerz
von der Rosenknosp' erlitten,
die mir rechts bis an das Herz
von der Brust hinabgeglitten!
O wie drückt's mich! Himmel, wie!
Hier, hier in der linken Seite!
Sieh nur selbst, mir glaubst du nie;
doch was glaubt ihr klugen Leute!"
Sie entblößte Hals und Brust,
mir der Knospe Druck zu zeigen:
Plötzlich hieß der Thron der Lust
mich und die Verweise schweigen.
Zorn eines Verliebten
Brief und Wink verhießen mir
schon um zwei die liebste Schöne;
doch der Zeiger ging auf vier,
und mir fehlte noch Climene.
So Geduld als Zeit verstrich,
und ich schwur, den Trug zu rächen;
endlich aber wies sie sich,
endlich hielt sie ihr Versprechen.
"Wie so schön", sagt' ich aus Hohn,
"hast du alles wahrgenommen!
Nur zwei Stunden wart' ich schon;
konntest du nicht später kommen?"
Da mein Eifer Raum gewann,
wollt' ich sie noch schärfer lehren;
doch: "was lärmst du", hub sie an,
"wird man mich denn auch nicht hören?
Ach! Was hab ich itzt vor Schmerz
von der Rosenknosp' erlitten,
die mir rechts bis an das Herz
von der Brust hinabgeglitten!
O wie drückt's mich! Himmel, wie!
Hier, hier in der linken Seite!
Sieh nur selbst, mir glaubst du nie;
doch was glaubt ihr klugen Leute!"
Sie entblößte Hals und Brust,
mir der Knospe Druck zu zeigen:
Plötzlich hieß der Thron der Lust
mich und die Verweise schweigen.
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