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Gesammelte Werke - Lunaris' Gedichte

240 Antworten27'616 AufrufeGestartet von Lunaris85 ·

#201
danke! :o

#202
Konstrukte wohin man schaut.

Sie wurden alle künstlich aufgebaut.

Doch meine Gedanken-Liebes-Lebens-Konstruktion

war nichts weiter als reine Illusion

die jetzt da ich sie sehe

zerfällt in tausend Einzelteile

In einem Haufen voller Scherben,

in dem sich mein Verderben spiegelt,

sitze ich,

mit Klebstoff in der Hand

und bastle

by Lunaris/SGP

#203
Taubheit

Ich fühle nichts -

spüre nichts -

lebe nichts.

Nichts verfolgt mich.

Es ist alles grau

um mich herum – ist nichts

um mich herum

bunt?

Ich sehe nichts!

Und hier die Version für Fortgeschrittene:

Ohne Personalpronomen

* fühle nichts -

* spüre nichts -

* lebe nichts.

Nichts verfolgt *.

Es ist alles grau

um * herum – ist nichts

um * herum

bunt?

* sehe nichts!

by Lunaris85/SGP

#204
Wenn Mauern eingerissen werden,

Wenn Decken einstürzen

Und der Boden

Unter den Füßen wegbricht;

Wenn nichts mehr ist auf Erden

Mein Leben zu würzen

Und die Zukunft

Mir nichts mehr verspricht;

Dann steh ich auf – oder bleibe liegen.

Ich kämpf mich durch – oder resigniere.

Muss mich entscheiden – neu zu lieben,

damit ich hier nicht weiter – vegetiere.

by Lunaris85/SGP

#205
Ungesehen

Gestern hab ich dich gesehen.

Sofort war's um mich geschehen.

Seit dem Moment als ich

dich traf, schlief ich

nicht mehr ein -

nur zum Schein.

Gestern sah ich dich

das erste mal.

Geschehen wars um mich.

Die Folgen fatal.

Konnte seit dem Moment nicht

schlafen und konnte nicht

essen.

Werd dich nie mehr vergessen.

Gestern erblickte ich deine Gestalt.

Deine Stimme pausenlos in meinem Kopf wiederhallt.

Es ist um mich geschehen.

- Ungesehen -

schleich ich dir

hinterher, nur um mir

sicher zu sein

Dass du nicht nur Schein,

nur eine Illusion bist,

die man, obwohl man sie vermisst,

allzu schnell vergisst.

Man könnte meinen ich schriebe wegen dir,

ich schriebe ein Liebesgedicht.

Doch helfen diese Zeilen eigentlich nur mir.

Warum ich schreibe? Weißt du’s nicht?

Ich bin müde – kann nicht schlafen

seit dem Moment als wir uns trafen.

Ich habe Hunger – kann aber nichts Essen.

Seit ich dich traf, kann ich dich nicht vergessen.

Sitze einsam – ohne dir – in meinem Zimmer.

Deine Stimme hallt durch meinen Kopf – für immer.

Ich schreibe ein Gedicht.

Warum? Das weißt du nicht.

Ich schreibs dir in's Gesicht

ES GIBT DICH NICHT!

by Lunaris85/SGP

#206
Hi Lunaris...

Echt wunderschöne Gedichte. Saß jetzt hier ne lange Zeit um alles zu lesen, was Du und die Anderen geschrieben haben. Echt wunderschön...Hoffe folgen noch ein paar mehr, weil ich finde es einfach Klasse sie zu lesen, weil es einfach auch zum Teil ein bisschen auf mich passt...

#207
Danke datobi,

tut immer wieder gut sowas zu lesen :)

#208
Es ist wie ein Schlag mitten ins Gesicht

Es ist wie wenn ein kalter Tag anbricht

Es ist wie ein Neugeborenes das schreit

Es ist wie ein Gefühl von Einsamkeit

Als würden sie dir dein Herz ausreißen

Als würden dich tausend Schlangen beißen

Als würdest du ängstlich in der Ecke kauern

Als würdest du an deinem Grab um dich trauern

Der Begriff der mir auf der Zunge liegt

Der Begriff der über alle Metaphern siegt

Der Begriff den ich versuche zu umschreiben

Wird ewig in mir selbst verborgen bleiben

by Lunaris85/SGP

#209
Nur wir fühln, spürn, erleben,

was es heißt, zusammen zu sein.

Dieser Moment, dies Monument der Stille,

niemand wird jemals wissen was wir meinen!

Dieses eine Zusammensein,

in diesem Moment, dem Monument der Stille...

Kein Hinterher, kein Vornherein,

nur diesen Moment für uns allein,

zusammen zu sein.

Ich höre, fühle deinen Atem, dein warmer Hauch,

er schleicht sich, sehnt sich in mich hinein.

Dieser Moment - dies Monument der Stille

baut sich für uns auf und lädt uns ein,

greift nach den Sternen, erreicht sie fast,

doch lass uns Zeit - wir haben fast die Ewigkeit für uns.

In diesem Moment, dem Monument der Stille,

sind wir Eins, komm lass den einen Atem,

unseren Atem, tanzen durch die Nacht.

Und wenn der neue Tag erwacht,

verblassen Sterne.

Ich halt dich fest,

ich hätt so gerne

deinen Atem weiter erfühlt,

dich weiter gespürt.

Doch dieser Moment, dies Monument der Stille

verliert sich, verliert sich schon im neuen Tag,

und so verlieren sich meine Worte, die banal Dir sagen wollen,

dass ich dich mag!

Nur wir fühlen, spüren, erleben,

was es heißt, zusammen zu sein.

In diesem Moment, dem Monument der Stille,

niemand wird jemals wissen, was wir meinen!

Dieses eine Zusammensein,

in diesem Moment, dem Monument der Stille...

Kein Hinteher, kein Vornherein,

nur dieser Moment for uns allein,

zusammen zu sein!

Wunderschöne Ballade auf dem neuen Album dieser sehr guten Band.

#210
Blicke ich zurück

auf mein noch kurzes Leben,

sehe ich Stück für Stück

mich Chancen vergeben.

Gelegenheiten ergreifen,

das war nie meine Stärke.

Sehe mich auf Kleinigkeiten versteifen.

Unvollendet bleiben meine Werke.

Seh ich Geld auf die Straße fliegen,

lass ichs einfach liegen.

Geht eine Schönheit an mir vorbei,

tu ich so als seis mir einerlei.

Das Szepter dieses Lebens

haben andere in der Hand.

Ich wehre mich vergebens,

ungerührt bleibt mein Verstand.

by Lunaris85//SGP

#211
Wenn man verlernt zu schreiben,

zündende Ideen ausbleiben.

Wenn man verlernt zu sprechen,

Worte schon zuvor zerbrechen.

Wenn man verlernt zu lieben,

Gefühle einfach so versiegen.

Wenn man verlernt zu sein

und sich dabei fühlt allein.

Dann ist man am Punkt angekommen,

an dem Seelen schlussendlich verkommen.

Existenzen werden nichtig sein,

tauchen in die Ewigkeit hinein.

Nehmen nichts mit

und lassen nichts zurück.

An ihre Stelle eine Leere tritt.

by Lunaris85//SGP

#212
Könnt ich doch nur noch einmal leben;

Nur einmal voll motiviert mein Bestes geben.

Mehr in meine Zukunft investieren,

ein ums andre mal in der Schule brillieren,

meinen Mathe-Lehrer schockieren,

und den gerechten Lohn kassieren.

Würde meine Gelegenheiten nutzen,

den Nebenbuhlern die Flügel stutzen,

ein Leben auf der Überholspur leben,

keine Chancen mehr vergeben.

Nie würd ich am selben Fleck verharren,

nie voll Neid die andern anstarren.

Würde nehmen was mir zusteht.

Auf das mir nie die Lust daran vergeht!

Es ginge mir nie schlecht,

obwohl meine Freunde nicht wärn echt.

Besäße alles was es gibt,

doch wär da niemand der mich liebt.

Wär der glücklichste Mensch seit je her,

doch wär ich innen drin nur leer.

Lunaris85//SGP

#213
Was kann man tun um glücklich zu sein

Sind es Gedichte die wir schreiben,

nur gute Erinnerungen die bleiben?

Sind es Reden die wir schwingen,

die für uns Applaus lassen erklingen?

Ist es die Liebe die wir geben,

die macht lebenswert das Leben?

Am Ende nehmen wir nichts mit,

doch lassen wir etwas zurück,

wenn an unsrer statt die Leere tritt.

Lunaris85//SGP

#214
Will sie greifen,

doch begreife ich sie nicht.

Kann sie nicht finden,

da berührt sie mich.

Hab sie eingeladen

doch keine Antwort ich erhielt.

Wenn ich ihren ruf vernahm,

mich nichts an meinem Platz je hielt.

Jetzt kann ich sie nicht vergessen,

bis sie mich dann vergisst.

Bin von ihr besessen.

Ein Rätsel sie für mich ist.

Sie kommt und geht wies ihr gefällt.

Jeder kennt ihren Namen.

Sie ist einzigartig auf dieser Welt.

Sie spendet Leben

- und nimmt es gleichermaßen.

Wertlos das Leben derer ist,

die sie jemals vergaßen.

Lunaris85//SGP

#215
IST

Von der einen Seite zur anderen gespannt sind Seile.

Auf meiner Seite verharre ich noch eine Weile.

Von meiner Seite kann ich nicht zum Grunde sehen.

Weiß nicht ob man kann wieder nach oben gehen.

Die Seile sind gespannt zu der anderen Seite.

Meine Blicke schweifen durch die Weite.

Endlose Seile, die sich ihren Weg bahnen.

Die andere Seite kann ich nicht einmal erahnen.

Ich kann weder zurück, noch darf ich verweilen.

Verrinnende Zeiten, die mir hinterher eilen.

Einen Schritt voran, nur einen Schritt in die Zukunft wagen.

Weg von den Trümmern, die in meiner Vergangenheit aufragen.

Ein Schritt voran, nur einen Schritt voran ins Leben.

Doch die Seile können mir keine Sicherheit geben.

Ein Seil kann reißen oder ein Wind mich davon herunter wehen.

Den Tod es würde heißen. Drum bleib ich auf meiner Seite stehen.

Habe keine Flügel um herüberzuschweben.

Und so sitz ich am Abgrund mit mir selbst zu Gericht.

"Mit Sicherheit will ich leben.

Aber ein Leben ohne Sicherheit will ich nicht!"

SOLLTE

So blind er war von Geburt an,

ging er unterhalb des Felsengrats entlang.

Er kam an eine Schlucht und ertastete Seile.

Kein anderen Weg es gab...

und so verharrte er eine Weile.

Die Haare im Nacken stellten sich auf,

als er spürte jenen schrecklichen Hauch.

Er würde sterben, wenn er nicht weiter ging.

So kam es, dass er bald in den Seilen hing.

Der kalte Hauch jedoch, er war verflogen

und der Blinde hat sich auf die andere Seite gezogen.

KÖNNTE

Der blinde Narr hat die Schlucht überquert.

Sich etwas zu trauen, hat ihn die Angst gelehrt.

Zu früh ertönt sein Dankesgebet zum hohen Vater.

Was er nicht sieht: Die Schlucht ist ein Krater!

Der kalte Hauch ist auf die andere Seite gelangt,

indem er auf des Kraters Rand entlang gerannt

Nach dem Narr streckt er nun die kalten Glieder

und mit der kalten Hand streckt er ihn nieder.

Lunaris85//SGP

#216
Ich sitze da

der Rücken schmerzt

die Last des Lebens

trage ich ganz unbeherzt

Die Augen Tränen

unfähig zu sehen

weiß nicht, soll ich

vorwärts oder rückwärts gehen

dumpfer Schmerz

in meinem Magen

unfähig zu verdauen

kanns nicht mehr ertragen

Die Finger in Fetzen

schreiben ein Gedicht

unfähig zu handeln

ein jeder Finger bricht

Meine Zunge zergeht

Löst sich langsam auf und ab

Letzte Worte längst verhallt

Schweigen dringt aus meinem Grab

Lunaris85//SGP

#217
Aus den Fingern ist sie mir geglitten

Verschwand eilig ganz weit fort

Bin ihr nicht gleich hinterhergeritten

Nun versteckt sie sich an fernem Ort

Ohne sie wurde mir kalt

Ohne sie fühlte ich mich leer

Ohne sie habe ich keinen Halt

Ohne sie fühle ich nichts mehr

Nun such ich sie in fremden Ländern

Schlaflos jage ich ihr hinterher

Meine trüben Augen mit dunklen Rändern

blicken fern - doch sehen nichts mehr

Ich sehe nichts mehr

mir ist so kalt

Ich fühle nichts mehr

mir fehlt der halt

Fühle nichts mehr - ohne sie

Ohne sie ist mir so kalt

Ohne sie fühle ich mich leer

Ohne sie habe ich keinen Halt

Ohne sie fühle ich nichts mehr

Bereist hab ich die ganze Welt

Sah Wüsten aus Sand und Eis

Nichts sich mir je in den Weg gestellt

Plötzlich ward ich ein alter Greis

Ich habs erkannt noch vor dem Schluss

Ein Feuer in mir loht

Es flammt auf und gibt mir einen Kuss

bald mich ereilt der Tod

Ohne sie ist es so kalt

Ohne sie ist es so leer

Ohne sie gibts es keinen Halt

Ohne sie fühle ich nichts mehr

Ich habe sie gefunden

doch hab ichs nicht gleich gemerkt

Ich habe mich geschunden

deshalb hat sie mich beehrt

Ohne sie wär mir so kalt

Ohne sie fühlt ich mich leer

Ohne sie gäbe es keinen Halt

Ohne sie fühlt ich nichts mehr

Die Sehnsucht ist kein Ziel

sondern ein Weg zum Ende hin

Die Sehnsucht ist kein Ziel

sondern ein Weg zum Ende hin

Mit ihr ist mir nie kalt

Ich geb sie nie mehr her

Sie ist mein stärkster Halt

Mit ihr gibts kein Halten mehr

Lunaris85//SGP

#218
du schreibst so schön und sooo traurig...

Respekt...

:schmatz:

#219
(eine Ode an die... Was ist das? Hmm... War nichts. Was wollt ich doch gleich? Was? Wer bist du denn? „Hihi, der Hund hat einen hochstehenden Schwanz!“)

Ein flüchtiger Gedanke

setzt sich für kurz nur fest.

Ein flüchtiger Gedanke,

der sich nicht in Worte fassen lässt.

Ein flüchtiger Gedanke,

einer von so vielen.

Viele flüchtige Gedanken,

die mir nicht gefielen.

Flüchtig fließend im reißenden Strom

ziehen sie ihre Kreise, ziehen mich davon.

Ein Gedanke fällt ins Gedanken-Meer

wie ein Tropfen auf einen heißen Stein.

Ich will ihn greifen,

doch entwindet er sich leicht.

Werde vom Meer meiner Gedanken fortgespült.

Lunaris85//SGP

#220
Was mir zur Liebe einfällt, fällt mir nicht leicht

in Worte zu kleiden.

Von Fall zu Fall fiel vor,

dass sie einfiel,

als meine Mauern fielen -

und mir einfiel,

was mir zuvor schwer fiel.

Was mir zur Liebe einfällt,

kleide ich im Anfall in jene Worte:

Zufällig fällt sie dir zu.

Du lässt dich fallen.

Bis sie dich

- wie in meinem Fall -

fallen lässt.

So einfältig fälle ich mein Urteil.

Bis sie mir den Gefallen erweist,

wieder bei mir einzufallen.

Lunaris85//SGP

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