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Gesammelte Werke - Lunaris' Gedichte

240 Antworten27'616 AufrufeGestartet von Lunaris85 ·

#181
November, der erste Regentag seit langem. Immer mal wieder schien die Sonne, aber in meinem Kopf herrscht der Regen vor, zieht ein Nebel auf. Ich befinde mich in einem Dämmerzustand, der mich langsam wahnsinnig macht, oder der genau das Gegenteil bewirkt. Ich stumpfe ab, langsam aber stetig. Ich spüre es – und es macht mich traurig. Ich will es nicht Ich vegetiere dahin, schleppe mich von Aufgabe zu Aufgabe und erledige was von mir verlangt wird. Eine kalte Welt erwartet mich täglich dort draußen. Auch die Sonne kann darüber nicht hinwegtäuschen. Ihr Schein ist getrübt, getrübt von… Ich weiß es nicht.

Verzweifelt versuche ich mich um mich selbst zu kümmern. Ich will nachdenken, einen Schritt vorankommen, vielleicht auch einen Schritt zurück, um eine andere Abzweigung zu probieren. Aber im Moment stagniert mein Leben einfach nur. Ich kann mich zu nichts aufraffen und mein Kopf verweigert seinen Dienst. Ein Gedicht geht mir sonst so leicht von der Hand. Keine 5 Minuten und ich habe ein paar Worte zusammengeschustert, aneinandergereiht und so in Szene gesetzt, dass sie wenigstens den Ansatz einer ‚tieferen Botschaft’ beinhalten. Es geht nicht – oder nicht mehr. Als hätte ich bereits alles geschrieben, was es zu schreiben gibt. Als hätte ich mit meinen Gedichten und durch viele Diskussionen mit Fremden und Freunden meine Seele bereits von aller Last befreit, die sie erdrückt hat. Was zurückbleibt, ist ein Zustand den ich lerne zu hassen. Bei genauerer Betrachtung sollte es ein guter Zustand sein. Eine Stelle im Leben, an der ICH frei entscheiden kann, was als nächstes geschehen soll. Vielleicht sehe ich das nur noch nicht. Wenn ich es sehe, begreife ich es vielleicht noch nicht. Ich weiß es nicht. Ich könnte mutig, entschlossen und zu allem bereit in die Zukunft sehen und das Heft meines Lebens in die Hand nehmen…

Stattdessen… Ja stattdessen sitze ich hier und wünsche mir etwas zurück, was, als es noch zu meiner Gegenwart zählte, die Hölle für mich war. Vielleicht ist es ja noch immer präsent. Aber in einer neuen, unbekannten Form. Das Virus ist mutiert und die Medizin ist wirkungslos geworden.

Der Mensch ist stets unzufrieden. Das ist sein wahrer Antrieb. Das Verlangen alles zu verbessern, das Beste für sich rauszuholen. Höher! Schneller! Besser! Weiter! Mir kommt es so vor, als sei ich an einem Punkt angekommen, an dem ich in irgendeiner Art und Weise zufrieden sein kann, oder sein könnte. Sein müsste? Ich sollte einfach nur froh sein, dass ich diese extrem schwierige Phase meines Lebens hinter mir gelassen habe. Jetzt fehlt mir aber ein Ziel, eine Motivation, ein Antrieb. In gewisser Weise stehe ich damit wieder am Anfang. Das ist so frustrierend! Dann ertappe ich mich dabei, wie ich mir heimlich wünsche, dass es mir schlecht geht, dass ich einen Grund habe traurig zu sein, dass es etwas gibt, warum man Rücksicht auf mich nehmen sollte – damit ich Stoff zum nachdenken habe oder um eine Ausrede parat zu haben… Sich darüber bewusst zu sein, dass jede Beschäftigung die man sich sucht und jede Kleinigkeit über die man sich aufregt nur dazu dient sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen zu müssen, zerfrisst einen innerlich. Doch was bedeutet es, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen? Was findet man dadurch heraus? Die Charakteristik des ureigensten Wesens? Den Sinn des Lebens? Vielleicht nichts? Ist die Ablenkung von dieser Frage nur ein Mechanismus, damit man weitermacht, oder dient es einem anderen Zweck? Ich habe weder Lust über das eine, noch über das andere nachzudenken.

Worauf habe ich Lust? Auf nichts? Konsequenz daraus? … Noch bevor ich es schreibe, Selbstmord, verwerfe ich den Gedanken wieder. Denn auch darauf habe ich keine Lust. Muss ich logischerweise Lust haben zu leben? Nach menschlicher Logik (und ich bin nun mal ein Mensch) muss ich keine Lust haben zu leben. Aber ich habe keine Wahl. Ich muss mich entscheiden. Die Entscheidung ist längst gefallen. Wie sie ausgefallen ist sieht man alleine daran, dass ich noch hier sitze und schreibe.

Immer wieder stelle ich mir die Frage:

„Warum? Warum muss ich mich entscheiden?“

Doch die wirklich wichtige Frage, die ich mir schnell beantworten sollte, lautet:

„Warum habe ich so große Angst davor mich zu entscheiden?“

#182
hey lunaris,

danke nochmal für deine netten Kommentare:-)

Es ehrt mich das jemand der so schön schreiben kann,wie du gut findet was ich so von mir gebe...

Du hast wohl grade so ne phase, aber die geht schneller vorbei als du denkst...da du dir aber den kopf so darüber zerbrichst, hälst du sie schon fast FEST... ich würde versuchen mich mit dem Leben zu beschäftigen, aber nicht nur geistig sondern mit Taten...verstehst du wie ich das meine? Wenn du nämlich mehr passiert in deinem Leben hast du auch wieder material für Gedichte ;)

Außerdem ist das doch allgemein sinn des ganzen, zu LEBEN...

was meinst du?

liebe grüße, Lanelle

#183
Hi Lanelle,

so eine Phase meinst du... Ich weiß nicht so recht. es kommt mir so vor, als wäre das etwas, das schon lange in mir geschlummert hat und jetzt überhand gewinnt. Es geht ja nicht nur um die Gedichte. Generell der Alltag macht mir zu schaffen. Es passiert nichts von Wichtigkeit und neben meinem Zivi hab ich nur selten die Kraft noch extra was zu erleben. Mir fehlt auch irgendwie der Wille...

Sinn des ganzen. Sag nicht du hättest den Sinn gefunden ;) Ich denke auch, dass es im Leben wichtig und unausweichlich ist, Erfahrungen zu sammeln. Im Moment sammel ich eben Erfahrungen, die mir vor Augen führen, warum unsere Gesellschaft so schlimm ist und wie es manchen Menschen ergehen kann (typische Einzelschicksale eben, die in der Masse untergehen). Das macht mich einfach alles fertig...

#184
ja, ich hab meinen sinn gefunden..ich weiß wofür ich lebe und ich hab meine werte :]

du hast also allgemein keine Lust auf nichts und findest alles scheiße?

Krisen sind angebote des Lebens....

hast du dir das schon mal überlegt? Du machst dir doch gerne und gute Gedanken, dann denk mal drüber nach

seh es als ne chance, was neues zu machen...wobei mir scheint dir gefällt dein Leid, du hast ja null interesse daran es zu ändern, bzw wille...ich will dir nur helfen mti dem was ich sage und dich nicht kränken oder dir zunahe gehen.... :]

Liebe grüße, Lanelle

#185
Lanelle,

ich weiß, dass du mich nicht kränken oder mir zu nahe gehen willst, warum solltest du auch? Wenn du mir nicht helfen wolltest hättest du ja nichts geschrieben, oder? :) )

Ich zitiere mich mal eben selbst (auch wenn mir das eher unhöflich erscheint...)

Bei genauerer Betrachtung sollte es ein guter Zustand sein. Eine Stelle im Leben, an der ICH frei entscheiden kann, was als nächstes geschehen soll. Vielleicht sehe ich das nur noch nicht. Wenn ich es sehe, begreife ich es vielleicht noch nicht. Ich weiß es nicht. Ich könnte mutig, entschlossen und zu allem bereit in die Zukunft sehen und das Heft meines Lebens in die Hand nehmen…Stattdessen… Ja stattdessen sitze ich hier und wünsche mir etwas zurück, was, als es noch zu meiner Gegenwart zählte, die Hölle für mich war. Vielleicht ist es ja noch immer präsent. Aber in einer neuen, unbekannten Form. Das Virus ist mutiert und die Medizin ist wirkungslos geworden.
Natürlich ist meine Situation ein Angebot an mich etwas zu ändern. Ich will auch etwas ändern. Nur die Optionen finde ich nicht wirklich berauschend. Ich irre ziellos durch die Gegend, weiß nicht was ich will. Ich bin momentan gelähmt von diesem Gedanken. Ich weiß was ich machen sollte, aber ich weiß nicht wie. Ein passender Vergleich wäre wohl ein eingeschnapptes kleines Kind, das dir auf all deine Vorschläge die du machst nur 'Will ich nicht!' erwidert, selbst aber keinen besseren Vorschlag machen kann.

Vielleicht ist meine Grundeinstellung einfach nur zu negativ ('Ist ja sowieso alles scheiße!'), aber diese Einstellung kann ich nicht einfach vom einen auf nächsten Moment ändern. Diese Einstellung ist in mir gewachsen, mit jeder Erfahrung die ich gesammelt habe. Es bedarf mehr als nur Worte von anderen oder Gedanken meinerseits, diese Einstellung zu ändern. Positive Erfahrungen würden meine Einstellung wohl Stück für Stück ändern. Aber erstens ist das ein extrem langer Weg und zweitens kann ich positive Erfahrungen nicht erzwingen. Ich kann sie entgegennehmen - ich wäre ja blöd wenn ichs nicht machen würde - aber darauf hinarbeiten weiß ich nicht wie ich das machen soll. Wie erreicht man einen Zustand, den man nie erfahren hat und selbst nicht genau beschreiben kann?

#186
darf ich wissen, wieso du ein eingeschnapptes kleines Kind bist? ;) was hat man dir getan? wovon bist du enttäuscht?

Ist dir eigentlich klar, dass es einzig in deiner Hand liegt, wie du die Welt siehtst? Dass du an jedem Tag ALLES tun könntest? Denk doch mal darüber nach was du wirklich willst/brauchst..gibt es nichts??? Hast du denn keine Begierde? Und sei es so etwas wie, du selbst sein, deinen Weg gehen...

So lange du kein Ziel hast, kannst du für nichts kämpfen. Aber wie wäre es, alles neu zu definieren? Nicht darüber nachzudenken was alles scheiße ist, sondern was du eigentlich erreichen willst...wenn du enttäuscht vond er Welt bist, muss es doch ein scheitern gegeben haben, und wer scheitert, hatte ein Ziel/Vorstellung...was war dein Ziel?

mir persönlich gehts auch manchmal so ähnlich wie dir jetzt...wenn nicht sogar genau so...ich weiß nicht, die Dinge auf die ich wert lege, oder meine Definition von Glück oder auch Ergeiz unterscheidet sich vllt zu stark von der meines Umfelds....ich kenne wenige Menschen die mich nachvollziehen können, oder die meine Probleme verstehen würden...für mich sind die meisten vllt auch oberflächlich oder irgendwie desinteressiert dingen die mich beschäftigen, sei es literatur oder etc:-) nicht das ich so furchtbar gebildet wäre...

jedenfalls fühle ich mich nicht verstanden und einsam auf meineweise und sinnlos...ich weiß dann nicht wofür das alles... das klingt jetzt alles leicht psychopatisch, und nein nich bin kein außenseiter :P ich fühl mich nur manchmal mißverstanden udn einsam das ist alles...

na jedenfall kommst du nicht weiter solange du nicht willst...und ich hab das gefühl das du grade keine lust hast ;) das is ja auch okay, nach ner weile hast du dann die schnauze voll und dann wird das wieder

#187
Ich muss zugeben ich bin fasziniert von der Art und Weise wie du mit deinen 16 Jahren mit Worten umgehst, wie du denkst und wie es mich aufbaut.

Warum ich ein eingeschnapptes kleines Kind bin? Jemand hat mit meinen Lutscher geklaut!! :heulen: Ne, Spaß beiseite... Ich weiß es nicht genau. Ich wünschte ich könnte klar sehen, was mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Ich wurde enttäuscht, mit Sicherheit. Von der Liebe und von mir selbst. Von der Liebe wird man immer wieder enttäuscht. Das ist wohl normal. Aber die Enttäuschungen die ich in der Liebe hinnehmen musste waren heftig, unglücklich entstanden... Ich fühl mich als hätte ich etwas verpasst. Aber es behauptet wohl jeder von sich, dass es ihm schlimmer geht als anderen. Tatsächlich aber lungern hier so viele Menschen in diesem Foum herum, denen es genauso dreckig geht. Enttäuscht von mir, weil ich meinen Erwartungen in mancher Hinsicht einfach nicht gerecht werde. Ich versuche es immer wieder, aber ich schaffe es nicht. Ich habe Macken wie jeder andere auch. Sie stören mich nicht. Aber ich habe auch ein tiefsitzendes Problem mit Arbeit, Selbstdisziplin, Eigenständigkeit und Motivation. In Kombination sind das Dinge, die ein Zurechtkommen in unserer heutigen schnelllebigen Arbeitsgesellschaft extrem erschweren.

Die Enttäuschungen lassen in mir natürlch so einige Zukunftsängste hochkommen. Deshalb verschließe ich mich wohl auch vor der Zukunft. Ich will sie nicht erleben, aber dennoch will ich leben. Ich abe nie wirklich gelernt mit Enttäuschungen umzugehen...

Ich selbst sein, meinen Weg gehen... Wenn ich wüsste wer ich bin und wenn ich wüsste welchen Weg ich gehen will, oder was mein Weg ist, dann hätte ich ein Ziel vor Augen. Zum jetzigen Zeitpunkt beschränken sich meine Ziele allerdings darauf, möglichst nicht enttäuscht zu werden und lästige Dinge hinter mich zu bringen. Ich sitze sozusagen mein Leben ab und versuche dabei möglichst ungeschoren davon zu kommen. Kein Risiko -> keine Verluste, keine Chance auf Gewinne -> nicht lebenswert!

Original von Lanellemir persönlich gehts auch manchmal so ähnlich wie dir jetzt...wenn nicht sogar genau so...ich weiß nicht, die Dinge auf die ich wert lege, oder meine Definition von Glück oder auch Ergeiz unterscheidet sich vllt zu stark von der meines Umfelds....ich kenne wenige Menschen die mich nachvollziehen können, oder die meine Probleme verstehen würden...für mich sind die meisten vllt auch oberflächlich oder irgendwie desinteressiert dingen die mich beschäftigen, sei es literatur oder etc:-) nicht das ich so furchtbar gebildet wäre...

jedenfalls fühle ich mich nicht verstanden und einsam auf meineweise und sinnlos...ich weiß dann nicht wofür das alles... das klingt jetzt alles leicht psychopatisch, und nein nich bin kein außenseiter :P ich fühl mich nur manchmal mißverstanden udn einsam das ist alles...
Das hätte ich 1:1 genauso schreiben können. bis auf das mit der literatur :D

Vielleicht stimmt es ja, dass ich momentan keine 'Lust' habe etwas zu ändern. Vielleicht fehlt mir auch die Motivation um zu 'leben', das klar definierte ZIEL. Mit Sprüchen wie 'Der Weg ist das Ziel' kann ich in diesem Moment ausnahmsweise nicht viel anfangen.

Mir fehlt etwas in meinem Leben für das ich mich begeistern kann.

Danke fürs Lesen!

Gute N8

#188
hey,

ich kenne das nur zu gut, unmotiviert zu sein, selbstdisziplin und die ganzen Punkte die die grade genannt hast... Jeder ehrgezige Mensch kennt sie.. Ohne dieses schlechte Gefühl in uns, das Wissen, dass wir unter unseren Maßstäben liegen, würden wir ja nicht voran kommen....

Ich mach Leistungssport. Da geht es um nichts als Motivation und Disziplin und kämpfen. (Ich mache Kampfsport ;) )

Und wenn ich versage, bin ich der unglücklichste Mensch der Welt.

Aber dann wird mir klar, das deswegen nicht ich ein schlechterer Mensch bin, sondern nur nicht alles ausgeschöpft habe, da wären wir wieder bei Motivation.. also das ist MEIN Problem, dass ich so oft denke ich wäre schlecht, nur weil es meine Ergebnisse sind, für die ich halt nicht genug getan hab...

Ein besserer Vergleich wöre vielleicht eine Deuschschulaufgabe...ich schreib nie Übungsaufsätze, weil ich denk, ich kann sowieso...dann fehlt mir wärend der arbeit Zeit und ich werd nicht fertig, weil die ÜBUNG fehlt... Dadurch, dass ich eben irgendwo Talent hab, denke ich oft es bedarf keine Arbeit mehr...Aber das ist falsch... ich weiß nicht, ob du das kennst :)

Jedenfalls glaube ich, dass du zumindest genauso enttäuscht vond ir bist, wie ichs so oft schon war...und was ich eigentlich sagen will, ist, dass ich, obwohl ich dich nicht wirklich kenne, ganz sicher bin, dass du sehr viel Talent hast, dass du klug bist und dir viele Gedanken machst, was eigentlich toll ist.. hörst du, du bist toll :)

was bei mir auch problematisch ist, ich denke zu viel und handle zu wenig...

ich zerbrech mir über alles den Kopf denk mri 1000 strategien aus, udn bin dann doch nie ind er stimmung das zu TUN (motivation....)

aber das ist vllt auch einfach menschlich...

Jetzt hab ich zimlich viel geschrieben, für das bisschen Inhalt...:-)

Und das ,,ohne Ziel sein'' kenn ich übrigens auch zu gut.. Das ergibt sich aber von selbst...hast du Interesse an Sport? Kunst? Büchern? Menschen? Wissenschaften? :)

dass du dir solche gedanken machst zeugt in jedem Fall von Intelligenz!

Und nochmal, ich glaube wir sind eigentlich alle enttäuscht von uns, das zeigt doch auch das Minimum an Größe des Menschen, sich einen Horizont zu setzen...

Vllt solltest dud ir wirklich mal als erstes klar machen, worauf du alels an dir stolz sein kannst

Liebe Grüße, Lanelle

#189
Der Weltraum

Das All

Besteht aus nichts

Und verbindet

Alles

Meine Gedanken

Mein Denken

Es ist nichts

Und formt

Mein Ich

Ich kreise

wie ein Planet im All

Nichts um mich herum

ALLEIN

Du kreist weit entfernt

wie ein Planet irgendwo im All

FREUDE

Uns verbindet nichts

Nichts verbindet uns

Zwischen uns ist nichts

Nichts ist zwischen uns

Uns trennt nichts

Nichts trennt uns

Wir sind wie zwei Sterne im All

Wie zwei Planeten, die verschiedene Sonnen umkreisen

Ich bin nicht traurig – denn nichts steht zwischen uns

#190
Liebe Lanelle,

viel Wahrheit steckt in deinen Worten. Sie nüchtern zu verdauen, konnte ich erst jetzt. Wahrscheinlich hast du schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass ich mich nochmal darauf melde :rolleyes:

die letzten Wochen habe ich nicht viel nachgedacht (für meine Verhältnisse wohlgemerkt). Ich hatte entweder nicht die Zeit - oder nicht die Kraft. Im Moment sieht es nicht viel anders aus. Mein Urlaub lässt noch bis nächste Woche auf sich warten.

Du meintest ich solle mir klarmachen worauf ich an mir stolz sein kann. Eine Frage, die ich nicht ohne weiteres beantworten kann. Ich bin auf der Suche nach mir selbst und bin sogar ein wenig fündig geworden. Schon einmal etwas von dem Enneagramm-Modell gehört? Wahrscheinlich nicht :D Ich kenne es seit 1 Woche und lerne fast täglich eine neue Seite an mir kennen. Ich übe mich in Selbstbeobachtung, versuche meine Verhaltensweisen zu erkennen und negative abzulegen. Aber nicht zu viel auf einmal. Ist eine größere Sammlung...

Das Modell kategorisiert Menschen in neun verschiedene Typen. Natürlich gibts viele Verzweigungen und man kann Eigenarten vieler TTypen in sich vereinen, der eigene Grundtyp ist aber auch immer auf einen Typ des Enneagramms zurückzuführen. Aber was erzähl ich hier vom Pferd?! Versteht man ja eh nicht wenn man sich nicht damit beschäftigt... Ich halte es für jeden empfehlenswert. Kannst ja mal reinschnuppern. Googlen machts möglich. By the way: Ich bin eine NEUN... ZWEI und VIER kann ich auch an mir wiedererkennen und ein bisschen SECHS ist auch dabei. Die Mischung machts. Wenn ich jetzt im Nachhinein meine Beiträge über Liebeskummer, Verzweiflung, Antriebslosigkeit durchlese, dann sehe ich nur noch meine Schema F, wie es sich durch jedes meiner Worte zieht. Fast erschreckend. Aber ich bin ganz optimistisch, dass es mir zumindest was die innere Krise angeht, weiterhelfen kann/wird.

LG Lunaris

#191
Aus schlaflos gelebtem Tagtraum erwacht,

So bin ich der Sehnsucht Opfer.

Aus kindgelebtem Vertrauen erwacht,

So klaffen heute meine Wunden.

Das Leben brennt mir von der Seele.

Die Sehnsucht erfüllt mir tapfer ihre Pflicht.

Halt mich - mein Leben - halt mich!

Solange sich die Zeit noch regt,

Die Zeiger sich noch drehen,

Solange drehe auch ich noch meine Runden.

Doch des Lebens süße Lust hat mich verlassen.

Das Leben brennt mir von der Seele.

Die Sehnsucht erfullt mir tapfer ihre Pflicht.

Halt mich - mein Leben - halt mich!

#192
hey, hab mir dein eneagramm nur flücktig angeschaut...

wirkte zunächst ein bisschen seltsam, is keine sekte oder so? ODER? :rolleyes:

Liest du viel? Sidharta von Hesse....das solltest du jetzt lesen. Da findet sich jemand selbst. Das Buch ist ohne hin Allgemeinbildung und warscheinlich kennst dus schon.

Du musst dich aber damit abfinden, das man sich selbst nicht vollkommen finden kann. Du denkst sehr viel nach, zu viel um ein glücklicher Mensch zu sein. das entscheidene ist aber das Handeln, das weißt oder.

Ich schreibe übrigens grade an einem Buch ;)

Ich melde mich wieder, wenn ich mri dein Enneagramm Modell genauer angeschaut habe. Bis dann...

worauf beziehst du das Gedicht über das All? Es gefällt mich sehr sehr gut...

ciao, liebe Grüße

Lanelle

#193
Nein, keine Sekte ;) Nur ein Modell, welches Grundverhaltensstrukturen von Menschen zeigt. Man lernt dadurch zu beobachten wie man warum handelt. Wenn man das gelernt hat, kann man aus seinem Verhaltensmuster ausbrechen. Alles Psychologie.

Das Gedicht handelt von der Liebe zweier Menschen, die augenscheinlich nicht füreinander bestimmt sind und von der Tatsache, dass es egal ist ob sie füreinander bestimmt sind (sie können trotzdem zusammen sein) und davon, dass es egal ist ob sie jemals zueinander finden.

Zugegebenermaßen eine sehr einfache Interpretation, aber besser kann ichs grad eigentlich nicht ausdrücken... Mir spendet das Gedicht einfach nur Trost und Hoffnung.

#194
lieber Lunaris,

mit deinem Psycho-Modell habe ich mich mittlerweile genauer befasst. Ich bin Nummer eins (Zorn, Herrscher)und nummer zwei(Stolz, göttliche Mutter oder so) zu gleichen Teilen. Gefährliche Mischung 8o :D

Aber ganz ehrlich, ich finde das alles nicht überzeugend. Man kann eine Persönlichkeit nicht auf so komplexer Ebene bestimmen. Ich glaube nicht daran, das ein Mensch sich auf eine, nein nicht mal zum größten Teil, auf eine dieser Erstrebungen festlegen kann.

Wer sich finden will, muss sich auflösen. Der Weg zu sich selbst, kann nur der Weg zu einem Glauben oder sowas sein. Dich selbst kannst du nicht deuten. Du vertraust in dieses Eneagramm. Vllt ist es ja eine Lösung für dich. Mir ist es zu unüberzeugend, zu seicht.

Eine Persönlichkeit ist etwas viel größeres, viel weitgefächerteres als diese 9 Typen. Gut, ich habe auch versucht einmal alles nicht mit den Augend es Zornes und des Stolzes zu sehn. Auf mich treffen diese beide und ihre Symthome nänlich sehr gut überein. Aber was bin ich dann noch? Und ist das übrhaupt möglich, ohne sich selbst etwas vorzumachen? und ist es richtig sich seklbst zu betrügen um die welt ein bisschen mehr zu sehen wie sie ist? Ist das der Weg zu sich selbst? Selbstvernichtung? In meinen Augen ist es das nicht. Aber vllt bin ich ja im Unrecht.

Es gibt in jedem Fall nur zwei Wege zum Glück. Ich weiß nicht ob du überhaupt Glück/wohlbefinden abstrebst?!

Der erste Weg ist das Loslassen von den eigenen Nöten, Bedürfnissen, (s:Buddha)

Das ist meiner Meinung nach auch das was dein Enneagramm will, nämlcih lsolassen vom Ich, oooom:-)

Aber der andere weg ist kein schlechterer. Akzeptieren, dass du unergründlich bist, wissen, dass du gut bist, deine Seele schätzen, dein Leben leben, deine Bedürfnisse auskosten,verflogen,Ziele setzten, Erfolg haben etc. Das ist ein leben mit höhen und Tiefen, aber es IST ein LEBEN. Das andere ist nur der Weg zum Ende, der genuss am Ende. Für jene die das Leben als Last empfinden.

Was meinst du dazu? Verstehst du was ich sagen will?

Was du brauchst ist Veränderung, Handlung, was du tust ist imemr nnoch nachdenken, nachdenken, einordnen, Schemen...aber sag mir, was ist jetzt besser? Bist du erleuchtet?

Liebe grüße, lanelle

#195
Liebe Lanelle,

was ich mir vom Enneagramm erhoffe ist nicht Selbstvernichtung oder totale Analyse meines Selbst. Es gibt da eine Verhaltensweise von mir, die ich versuchen will abzulegen. Eine Verhaltensweise, die mich nicht glücklich macht, die mich nicht weiterbringt, die mir im Endeffekt eher schadet. Wenn man vom Enneagramm ausginge, dann würde ich mich ja als eine NEUN einschätzen...

'ausgleichend, harmonisierend, friedfertig, vermeidet Ärger und das Spüren eigener Positionen, Wünsche, Gefühle. Verschmilzt mit den Interessen anderer, weiß häufig nicht, was er will oder nicht will. Andere ärgern sich leicht darüber, daß er nicht sagt was er will oder nicht will, aber dann nicht tut, was man von ihm will oder was er tun soll.'

Hierin erkenne ich mich zu 100% wieder. Ich agiere nicht, oder eben nur in den seltensten Fällen. Ich reagiere - und zwar so, wie ich es für angemessen halte. Ich handle so, dass ich möglichst jeden sich anbahnenden Konflikt vermeiden kann. Man könnte also behaupten, dass ich ein notorischer Ja-Sager bin. Ob ich es will oder nicht, ich stimme zu. Dadurch baut sich in mir Ärger auf, Ärger den ich nicht rauslasse, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Wenn ich 'ja' sage, obwohl ich 'nein' meine, dann bin ich also nicht ich selbst.

Das ist mal ganz vereinfacht das was ich ändern will. Durch den ganzen Enneagrammkram habe ich diese Verhaltensweise erst bei mir richtig bemerkt. Das man nicht alles und jeden in 9 Typen kategorisieren kann ist mir bewusst. Für mich erfüllt das Enneagramm auch nicht diesen Zweck. Es ist zu seicht, da gebe ich dir uneingeschränkt recht. Es kratzt an der Oberfläche. Es ist so, als würde man mit einem Stock Linien in den Sand malen. In den Sand, der ganz oben auf der äußeren Erdkruste lagert. Bis zum Kern wird man damit nicht vordringen. Aber man muss auch klein anfangen, oder? ;)

Ist es Selbstvernichtung, wenn ich eine (subjektiv schlechte) Angewohnheit von mir ändern will? Ich gebe eine Angewohnheit von mir auf, um sie durch etwas (subjektiv) besseres zu ersetzen. Das sehe ich als geistiges Wachstum. Du selbst bist ja auch der Meinung, dass man nach mehr streben sollte, dass gerade DAS den Menschen ausmacht. (Ich erinnere an deinen 3.-letzten Beitrag: "Ohne dieses schlechte Gefühl in uns, das Wissen, dass wir unter unseren Maßstäben liegen, würden wir ja nicht voran kommen")

Ich glaube, dass ich selbst wenn ich jetzt einen auf Sidharta Gautama mache und meditiere bis mein Kopf qualmt IMMER Höhen und Tiefen in meinem Leben erleben werde. Wenn ich von meinem Ich 'loslasse', dann verliere ich vielleicht einen Teil dieser immensen Angst, die mich in all meinen Taten beeinflusst, die mich daran hindert 'frei' zu sein. 'Für jene die das Leben als Last empfinden' - damit triffst du ziemlich genau das, was ich immer wieder fühle. Es gibt Momente, da kann ich mich an nichts erfreuen, empfinde das Leben als eine Last, ein Bürde von was weiß ich wem auferlegt. Das wirft mich zu Boden, es erteilt mir Rückschläge, aber es bricht nicht meinen Willen.

Du hast recht damit, dass ich viel nachdenke. Aber ist es wirklich zuviel? Woran wird das gemessen? Ist auch nicht das Nachdenken eine der großen Stärken unserer Spezies? Cogito ergo sum... Vielleicht ist nur noch das Nachdenken die Droge, die mich spüren lässt, dass ich bin. Vielleicht fehlt mir die Energie zu Handeln. Wahrscheinlich verschwende ich all meine Energie aufs Nachdenken und kann gerade deshalb nicht Handeln. Vielleicht ist das ja gerade deshalb so, weil ich zu große Angst davor habe, dass sich etwas verändert!?

Ja, ich verstehe was du mir sagen willst, aber vielleicht habe ich Angst davor, es zu verinnerlichen. Ob ich erleuchtet bin? Wahrscheinlich werde ich die Frage nie mit einem JA beantworten können. Vielleicht habe ich ja auch Angst davor erleuchtet zu sein, denn 'seelig sind die geistig Armen'...

Der Weg zu sich selbst, kann nur der Weg zu einem Glauben sein. Ich habe meinen Glauben. Ich bin nicht religiös, aber ich habe einen Glauben. Diesen Glauben kann ich nicht in Worte fassen, ich kann ihn nicht kategorisieren, ich kann ihn nicht analysieren. Darüber bin ich froh. Er gibt mir Kraft, auch wenn ich es meist nicht merke. "Oooommm" :)

LG Lunaris

#196
Lieber Lunaris, Man braucht kein Eneagramm, um zu merken was mit einem nicht stimmt, was einen belastet. In meinen Augen lenkt dieses Psychogramm dich, und verstärkt deine kritischen Ansichten dir selbst gegenüber. Was nicht okay ist, merkst du auch so, oder. Und dann muss man was tun, und nicht darüber nachdenken, denn da gibt es leider nicht sehr viel zu ergründen. Aber Andererseits, wenn es dir geholfen hat dein Schema F, das du los werden willst zu analysieren, ist es gar nicht sooooo schlecht

Woran man merkt das man zu viel nachdenkt? wenn man handlungsunfähig wird, ganz einfach.

Natürlich muss man sich selbst erweitern, ein Ziel anstreben, aber dazu gehört weniger denken als TUN. (jaja ich mit meinem Handeln :rolleyes: Aber ich weiß das aus eigener Erfahrung.)

Sag doch einfach NEIN, :] wenn es dir so wichtig ist, dass es dich krank macht ohne es zu sein, dann TUS

Mehr gibt es da doch nicht zu sagen, jeder weitere Gedanke lenkt nur ab, vllt Suche nach Erklärung, Suche nach Lösung, dabei Lösung so simpel, kommst du nicht voran.

Doch ich glaube sehr wohl, dass man vollkommene Zufriedenheit erlangen kann. Aber das können nur ganz wenige und es bedarf einem großen Willen (s. Sidharta :] )

Glück bedeutet erflüllung der Bedürfnisse, keine Bedürfnisse bedeutet vollkommenes Glück ;)

Mit Glauben meinte ich auch nichts religiöses, so ganz nebenbei! ^^

Ich finde Religion ist etwas für schwache. Jene die mit ihrer (Todes-) Angst nicht klarkommen. Aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Fazit: Wer zu viel drüber nachdenkt ist im Handeln eingeschränkt

wer nicht handelt kommt nicht voran. jeder Gedanke bleibt sinnlos, wenn du ihn nicht ausführst.

Ich finde man könnte unsere Gespräche ausdrucken und in die Buchhandlung stellen :super:

Liebe Grüße Lanelle

#197
...Ich jage von Baum zu Baum


Schlage Haken, hin und her



Es ist wie in einem Traum



Finde keinen Ausweg mehr






Durch die Wüste renne ich



Die Glieder schwer, das Gesicht aschfahl



Die Sonne, sie verbrennt mich



Werd’ ein leckres Krähenmahl






Ich schwimme auf dem großen Meer



Die Gischt spritzt mir in mein Gesicht



Ich schlucke Wasser, kann nicht mehr



Und noch immer ist kein Land in Sicht...


von SGP/Lunaris

Original von LanelleIch finde man könnte unsere Gespräche ausdrucken und in die Buchhandlung stellen :super:

Liebe Grüße Lanelle
...und ich meld mich einfach nicht mehr. Das tut mir Leid, Lanelle. Vielleicht haben mich die Worte in dem Moment zu hart getroffen, obwohl du nichts Falsches gesagt hast...

Kleines Update:

Zivi ist vorbei, hab mich fürs Studium an mehreren Unis beworben. Ich hoffe mal, dass ich irgendwo einen Platz bekomme. Allerdings bin ich da doch sehr skeptisch. Nein, das ist jetzt keine Schwarzmalerei, aber die Fächer für die ich mich beworben habe sind nunmal Zulassungsbeschränkt - und ich habe nicht gerade die Noten, um mich da sicher zu fühlen, ganz im Gegenteil. Sollte das alles nicht klappen, ja dann bleibt mir die Möglichkeit mir eine Praktikumsstelle zu suchen, bis ich dann dort oder woanders eine Ausbildung starten kann.

Hört sich alles ganz gut an sollte man meinen. Ich bin nicht zufrieden. Für mich fühlt sich das alles nur wie ein Aufschub an. Doch ein Aufschub wovor? Vor dem Arbeiten? Vor dem Erwachsensein? Vor der Verantwortung? Wahrscheinlich liegt überall ein Funken Wahrheit darin. Objektiv betrachtet habe ich wohl etwas gemacht. Ich habe einen Teil meines Lebens in die Hand genommen, doch irgendwie fühlt es sich nicht 'richtig' an. Als hätte ich nicht das gemacht, was ich will. Aber vielleicht ist das auch nur der Frust über die noch gar nicht eingetroffene Enttäuschung über eine Absage.

Kennt ihr das Gefühl, wenn alles an euch vorbeizuziehen scheint? Ihr rennt dem Stand der Dinge hinterher und hinterlasst ein ums andere mal ein Häufchen ungetaner Arbeit. Wenn ihr dann endlich das Tempo gefunden habt, dass euch abverlangt wird, habt ihr immernoch mit den Altlasten zu kämpfen, was euch daran hindert das neue, schnellere Tempo zu halten (Ich glaube das war es, was POWER! in meinem Thread 'Abschied' mit Scherbenhaufen meinte, bin mir aber nicht sicher). Diese Metapher kommt meinem Zustand wohl am nächsten, den ich gar nicht richtig in Worte fassen kann. Als mir der Gedanke vorhin gekommen ist, stiegen mir Tränen in die Augen. Aber weinen konnte ich nicht. Ich konnte es nicht rauslassen. Wie gerne hätte ich mich hineingesteigert, nur um den Druck abzulassen, um besser einschlafen zu können.

Meine Zukunft liegt in der Schwebe, kann momentan nur warten und hoffen. Aber nicht nur was meine 'berufliche Zukunft' angeht, fühle ich mich unsicher.

Emotional bin ich irgendwie auch auf der Kippe. Das Gedicht 'Hidden' (ein paar Posts weiter oben) habe ich vorhin mal wieder gelesen. Es trifft sehr gut auf meinen emotionalen Status zu - immernoch. Kein Gefühl von Liebe in mir. Ich bin aufgewühlt, fühle mich freischwebend im nichts. Da ist kein Gefühl, welches mir etwas Schwung verleiht. Nur Gefühle von Unsicherheit, Angst, ja fast schon Panik. Ich habe das Gefühl nichts gebacken zu bekommen. Minderwertigkeitsgefühle? Ich weiß nicht. Ich habe mich auch auf kreative Weise beschäftigt und dort auch oft Zuspruch bekommen. Ich kenne viele meiner Stärken, kann sie aber irgendwie nicht umsetzen. Da fehlt der Antrieb, der Motor, das Ziel vor Augen. Lohnenswerte Ziele... Vielleicht bin ich zu anspruchsvoll, zu verwöhnt?

Ich denke nach. Ich mache gerade nichts anderes. Ich habe lange nicht mehr so intensiv über etwas nachgedacht. Vielleicht war ich einfach abgestumpft. Vielleicht verfiel ich in Agonie. Wenn ich an die letzten Monate denke.... Habe ich da etwas falsch gemacht? Ich habe in den Tag hineingelebt, geschaut was der Tag so bringt. Er brachte mir nichts. Nichts bewegendes... Nichts von dem ich behaupten würde: Das war etwas besonderes! Das war wichtig!

Nichts! Nicht einmal die Bewerbung. Denn das ist nur ein weiterer Schritt in eine unbestimmte Richtung, ohne Ziel...

Sicher übertreibe ich in meiner Schreibweise - wenn man es objekiv betrachtet (und dazu fühle ich mich durchaus im Stande). Aber subjektiv gesehen, verliere ich mich in Dingen, die mir nichts bedeuten. Mir fehlt die Begeisterung. (So, jetzt rollt doch eine Träne mein Gesicht herab. War nicht leicht.) Da ist kein Wille etwas anzupacken. Ich weiß nicht einmal was ich weiter schreiben soll, ob ich die Nachricht abschicken soll, ob ich den Dialog mit euch suchen soll. Da ist das Bedürfnis mich mitzuteilen - neben der Angst mich dann wieder in endloser Selbstanalyse wiederzufinden. Die Angst nicht einmal mehr aus tiefstem Herzen weinen zu können, weil ich mir selbst nicht mehr am Herzen liege... Körperlich fühle ich mich so am Ende, dass man meinen könnte, es wäre zu spät noch etwas zu ändern.

Agonie (Letzte Instanz')





lief einsam leise meinen weg entlang



erwartete den sonnenuntergang



doch als die nacht erwachte kam die angst



dass ich den sonnenaufgang nicht mehr sehen kann






lider offen doch kein licht



erreicht die innerste der seelen



und ein nebel trübt die sicht



hinaus oder hinein ins leben



zeit gerinnt taucht langsam zäh



in den lebensnebel ein



der ende und beginn umweht



der ewig endlos scheint



bilder zieh'n an mir vorbei



gespinste nichts berührendes



schau hinterher denk nichts dabei



alles leer nichts fühlendes



ich hör den wind verstehe ihn



was im flüsterton er sagt



als er leis vorüberfliegt



und meine angst verjagt









nun lieg ich einsam auf der wartebank



erwart den letzten zug nach nimmerland



hab keine angst mehr dafür ist's zu spät



kann schon den lufthauch spüren der dem zug voran weht






leichtes lachen ohne klang



ruhe fast geborgenheit



bin in einem glück gefangen



aus dem niemand mich befreit...


entnommen aus dem Album 'Ins Licht' von der Band 'Letzte Instanz'

#198
den Mutigen gehört die Welt.

Zwei Gründe kann deine Verzweiflung haben.

Du weisst was du willst, kannst es dir aber nicht eingestehen, aus Angst es nicht ereichen zu können. Dann musst du ehrlich zu dir sein, dir überlegen was du willst, udn was es dich kostet, und ob es die Kraft wirklcihw ert ist,. und dann musst du eben kämpfen, und du darfst sicher sein, das man alles erreichen kann, wenn man es wirklich will, alles.

oder

du bist unterfordert, und kämpfst gegen dich selbst, weil alles andere dir nicht wesentlich, nicht wichtig, nicht gut genug erscheint. Du sichst die Herrausforderung, fidest keine und forderst dann dich selbst.

Hör auf damit, und nimm das Leben wie es ist. Wieso suchst du große Ziele, es kommt doch ohnehin immer alles anders als man denkt. Dus uchst ein Ziel, einen Traum, weil dud rid avin Halt versprichst, vielleicht weil du dich leer fühlst und die Gefühle, die Freude zurück willst.

Aber kein Erfolg wird jemals erfüllend sein. Du musst dich selbst ''füllen'' in dem du dich selbst achtest, liebst, und für dich kämpfst.

wann wirst du aufhören dich selbst zu jagen? Du bist so ein Talent, du bist echt was besonders, verbeug dich vor dir selbst und zoll dir den Respekt, den du verdienst, den du in der Welt suchst. Du wirst ihn niemals finden, solange du ihn dir selbst nicht lässt.

Alles andere kommt von alleine.

keine ahnung, ob dir das weiter hilft,

ich kann dir ja eigentlich nur meine eigenen Erfahrungen erzählen. Aber versuch da raus zu kommen, das Leben ist zu kurz.

LG Lanelle

#199
Du warst bei mir

War ich bei dir?

Tat nichts anderes

als deinen Körper zu liebkosen

Dachte nicht darüber nach

sondern bettete dich auf Rosen

Ich spürte, wie sehr du fühlst

spürte dein Begehr

war ganz ohne Gegenwehr

Spürte, wie sehr du

in meiner Seele wühlst

Nach so langer Zeit

hattest du dich in meinen Kopf geschlichen

Ich spürte deine Heiterkeit

und bin sofort zurückgewichen

Bin aufgewacht

aus diesem Traum

wieder einzuschlafen wagte ich

kaum

Du darfst mich nicht lieben

Habe dich doch längst

aus meinem Kopf vertrieben

Mein Herz wähnte ich

ebenso verlassen

Wollte mich nie mehr

damit befassen

Dass du darin

hattest Platz

Das ich dich einst hütete

wie einen Schatz

Folgst du mir oder ich dir?

Was macht es schon?

Bist ja nicht hier.

-

Willst du mich mit diesen Träumen jagen

Bis mein Herz einst vergißt zu schlagen?

Wollte doch mein Herz vor dir verschließen

aus dem noch immer Fontänen Blutes fließen.

Oh Einsamkeit, so sage mir:

Verfolgst du mich, oder...

folge ich dir?

by Lunaris/SGP

#200
schoen.

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