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Hilfe-Ruf - keine Lösung seit Jahren

308 Antworten15'540 AufrufeGestartet von Löwenherzchen ·

#221
Hi,

der Brief von ihm ist angekommen. Gut, daß ich nichts erwartet habe.

Er ist nämlich schon wieder weg. Ohne mich zu sehen. Findet er traurig, sagt er. Hat ein Weihnachtsgeschenk für mich, vielleicht bekomme ich das zu Ostern, sagt er auch.

Flachpfeife der - geht gar nicht.

Der Brief - ist so schlimm - fast unzitierbar. Keinen Gedanken aufgegriffen, nichts aufgearbeitet, nichts geteilt - zurück auf Feld 0 - nur Gejammer über den eigenen Stillstand. Ja, bei anderen tut sich so viel, aber bei mir nicht, jammer, jammer ... nicht mal nach mir gefragt.

Zwischenerkenntnis: er ist so weit entfernt von sich selbst, daß er derzeit nur an sich selbst denken kann. Andere sind Nebensache. Ich diene als personal Coach - *kicher*

Ja,ja ich gebe zu, ich bin enttäuscht,

ob ich das mein ganzes Leben lang wäre - neben ihm ???

Löwenherzchen

#222
Hi Löwenherzchen!

Schön, wieder von dir zu hören.

Gut, daß ich nichts erwartet habe....

Ja,ja ich gebe zu, ich bin enttäuscht,
:]

Hätte mich auch sehr gewundert, wenn du nicht enttäuscht gewesen wärst. Das mit dem Erwarten ist halt auch so eine Sache. Wenn man eigentlich sich etwas anderes erhofft, kann man ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. Aber ganz abstellen geht nicht ;)

Schade, dass du dich nicht bis zu ihm durchhämmern konntest :(

Die Weihnachtsfeiertage scheinen dir gut getan zu haben. Deine Beiträge klingen diesmal ziemlich ausgeglichen. Hoffentlich verschwindet das nicht schon wieder bald.

Zwischenerkenntnis: er ist so weit entfernt von sich selbst, daß er derzeit nur an sich selbst denken kann. Andere sind Nebensache.
Tja, die Schieflage bei euch scheint sich bei euch einfach nicht auflösen zu wollen. Du machst es ihm aber auch relativ einfach. Er weiß ja, dass du sozusagen erstmal auf Stand-by für ihn bist und er dich recht einfach abrufen könnte.

Zum Thema Entscheidungsfindung: Mir ist durchaus klar, dass das eine Entscheidung ist, von der man will, dass sie wohlüberlegt ist, damit es sich in Zukunft nicht als falsch herausstellt. Aber man hat keine klaren Anhaltspunkte über die Erfolgsaussichten und das Risiko dabei. Von daher ist es für mich bei ihm weniger die Unfähigkeit, sich zu entscheiden, sondern der mangelnde Druck.

Ich weiß nicht, wie du das beim Studium gemacht hast, aber da stehen auch ein paar eigentlich recht wichtige Entscheidungen an, die man gaaaaanz toll überdenken und bewußt treffen wollte. Dann ist man doch unentschlossen vor sich hingedümpelt und hat sich dann in letzter Sekunde entschieden, weil es nicht mehr anders ging. Dann hat man halt entweder gemerkt, dass es ein Fehler war oder man ist ganz gut mit gefahren. Aber keine Entscheidung zu treffen war automatisch mit Fehlschlag veknüpft. Man konnte einfach nicht hinausschieben, welche Vorlesungen man jetzt hören will.

Er kommt mit der Situation recht gut klar, weiß er dich doch in der Warteschleife. Von daher ist für ihn jetzt jede Entscheidung auch die falsche. Sagt er ja zu dir, riskiert er, dass die Sache in die Hose geht. Sagt er nein zu dir, verliert er dich, was er auch nicht will. Das Problem ist, dass er nicht sieht, was er dadurch verpaßt. Gefasel von biologischer Uhr hin oder her.

Von daher sehe ich nicht mehr, wie "mehr Zeit" die Lage bei ihm verbessern sollte. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er auf einmal morgens aufsteht und sagt: "Hey, stimmt eigentlich. X ist die Richtige für mich."

Die Lösung kann meiner Meinung nach nur sein, dass du ihm mal ein Ultimatum setzt und ihm klar machst, dass es das dann war. Er darf nicht denken: "Jaja, und nach 2 Monaten kommt sie eh wieder angekrochen"

Er muß raffen, dass er einfach ne Entscheidung treffen muß. Das mit dem "keine Entscheidung = Nein" hatten wir ja schon mal. Es darf einfach keine Alternative mehr für ihn geben.

So wenig du jemanden willst, der sich vielleicht überhastet für dich entschieden hat, so wenig willst du jemand der so viel an einer Zukunft mit dir zweifelt, dass er ewig braucht um sich für dich zu entscheiden.

Tja, damit sind wir wieder an diesem Punkt. Ob die Freundin, die er da angesprochen hat, ein Grund ist, die Sache noch mal aufzuschieben mußt du wissen.

Einen Guten Rutsch wünsche ich noch :schmatz: !

Liebe Grüße,

/g

#223
Gugucks,

ich seh das auch so wie Galahad.

Ich bin nicht so sehr der Mensch, der für's Druck ausüben ist..

Aber in Deinem Fall..

Hast Du ganz lieb ganz lang keinen Druck ausgeübt. Und was ist bei rausgekommen? Nichts. Gar nichts. Er hat ein Problem mit sich, und er lässt seine Umwelt darunter leiden. So sollte es im Idealfall eher nicht sein.

Hast Du immer noch keinen Ansatzpunkt, wo das Problem ist, um da einzuhaken, die Dinge beim Namen zu nennen und daran anknüpfend ein Ultimatum zu setzen?

Wenn er mit dir zusammenkommt, heißt das ja nicht gleich heiraten und Kinder bekommen. Es heißt zunächst nicht mehr als zusammen sein. Beziehung haben. Öfters kommunizieren. Mehr telefonieren. Den anderen nicht im Regen stehen zu lassen, wenn er einen braucht.

Es wäre doch ohnehin eine Fernbeziehung. Damit klemmt er sich nicht sein eigenes Leben ab. Und Dich schätze ich nicht als Klammeräffin ein.

Welche Beziehungen / Beziehungsformen hatte er denn bisher so? Wann ist er zu Hause raus? Gib doch mal ein paar Rahmendaten..

#224
Hallo und ein GLÜCKLICHES und ZUFRIEDENES 2005 für alle !!!!

ich bin einigermaßen ratlos. Galahad, Du hast recht mit vielen Dingen, die Du schreibst. Ich bin eben eigentlich nicht sehr gut in Taktik. Also ich weiß nicht so genau, wie das gehen soll, daß er nicht denkt, '"die kommt schon wieder". Tatsache ist, daß ich seine Gedanken gar nicht gut kenne, da er mir meist nur oberflächlich schreibt oder ich eben nicht gut verstehe, was er meint.

Du hast sehr schön beschrieben, daß er eigentlich in einer Komfortlage ist, die ihn zu keiner Entscheidung zwingt - das habe ich auch so gesehen. Auch, daß dies ein schlechter Punkt zum Einhaken ist.

So nun habe ich mir ja im Herbst ein Herz gefaßt und mich entschlossen, ihm ehrlich mitzuteilen, wie schlecht es mir mit der Situation geht. Ich dachte, vielleicht etwas naiv, wenn er mir liebt, wie er immer sagt, wird er nicht wollen, daß er mit seiner Nicht-Entscheidung der Grund dafür ist, daß es mir wirklich mies geht - und dann müßte er etwas ändern.

Das war weniger eine Mitleidsmasche als eine Frage an mich und ihn - ich dachte, wenn er heute in Kauf nimmt, daß er mich belastet, wird er es in Zukunft wahrscheinlich auch tun. Keine wirklich schöne Aussicht. Wahrscheinlich bin ich deswegen auch sehr enttäuscht.

Er sagt zwar ständig, daß es so nicht weitergehen kann, aber er läßt es genau so weitergehen. Bei fast jeder Kommunikation zwischen uns beiden, ist er und seine "schwere" Lebenslage Thema, nie WIR - nie ICH - immer ER - und er vermag das eben nicht zu ändern. Er schrieb mir im letzten Brief:

"Ich lebe im Status Quo und der ist einfach immer so da. Er verteidige ihn nicht und ich ändere ihn auch nicht. Um mich herum passieren so viele Änderungen, aber ich lebe im Stillstand. Ich dachte immer, ich hätte viel Zeit, aber die habe ich gar nicht mehr."

Das finde ich bedenklich und bedrückend - und gleichzeitig viel zu allgemein, um wirklich einzuhaken. Wie gesagt, ich bin sehr ratlos.

Liebe Grüße Lö

#225
Ach Djinny - Deine Fragen über ihn und die Antworten:

Eine Anker zum Einhaken habe ich noch nicht bzw. kommt es mir so vor, als ob ich alle schon einmal probiert habe. Es kommt einfach ganz wenig zurück, ich glaube, weil da momentan auch sehr wenig ist.

Er ist (tatsächlich) 37 und mit Anfang 20 von zu hause weg. Er ist das jüngste von drei Geschwistern und meiner Meinung nach eigentlich sehr behütet und umsorgt aufgewachsen. Was er wohl nicht viel hatte, war Freiheit und Loslassen aus Liebe - konkret eine unglaublich dominante Mutter, die ihre Kinder schlecht mit jemanden teilen kann und will, auch wenn es das beste für die Kinder wäre. Auf ihn übt das einerseits viel Druck aus - andererseits ist er doch sehr altruistisch und seinen Eltern sehr verbunden und dankbar. Wirklich freigemacht, hat er sich allerdings nicht.

Wirkliche Beziehungen hatte er meiner Meinung nach eine - seine erste - mit ca. 16. Wie bei den meisten ging das auseinander, sie hatte einen anderen und hat mit ihm Schluß gemacht. Das hat ihm damals ziemlich zugesetzt und er hat lange daran geknabbert. Selbst als er mir das Jahre später erzählt hat, konnte ich das noch merken. Alles, was danach kam, war etwas "herzlos" - bischen hier und etwas dort. Ich bin mir sicher, daß er sich dann erst wieder in mich mit fast 30 ernsthaft verliebt hat. Das war dann auch sozusagen der Hauptgewinn für uns beide. Nun glaubt er manchmal, er sei beziehungsunfähig bzw. ohnehin total unfähig - Einstellungen, die ich auch schon gesehen habe, als wir noch zusammen waren und die ihm schwer auszureden waren. Für mich klingt es aber oft sehr zurechtgelegt - quasi als vorauseilende Entschuldigung für eventuell zu Tage tretende Inkompetenz in Sachen Beziehung. Sein Selbstvertrauen ist total hinüber - manchmal kommt es noch durch. Er ist wohl der Mensch, der am weitesten von seiner Mitte entfernt ist. Er sucht sie auch nicht, sondern läßt sich so treiben, ist nicht in der Lage, etwas zu ändern. Eigentlich klassisch für eine Depression.

Allerdings ist er doch erstaunlicherweise immer wieder in der Lage, dem Leben sehr schöne Seiten abzugewinnen, er freut sich, auf Familie, Freunde und mich und hält diesen Kontakt für seine Verhältnisse schon sehr fest - er weiß, er braucht genau das. Er weiß auch, daß er mich braucht - aber er würde sich kein Ultimatum stellen lassen. Den Druck hält er nicht aus, da weicht er zurück - fürchte ich.

Klingt niederschmetternd, wenn ich das hier so lese - ist allerdings auch nicht mehr und nicht weniger als nur mein Bild von ihm.

Fällt Dir dazu etwas ein ?

Liebe Grüße Lö

#226
Fass es doch mal in einen Satz:

Er führt zumindest zu einem nicht unerheblichen kein eigenes Leben sondern ist immer noch in der Sohnesrolle.

Hm. Das hatte meiner doch auch.

Manchmal hat er noch so flash backs. Wir hatten da gestern sowas ganz erfreuliches.. ich sag zu seiner Oma errrm nee ich muss nix tun sondern ich muss eine rauchen.. sie ist militante Anti-Raucherin :-) Naja, Freund meinte "so wie das aussieht muss ich mich irgendwann zwischen Dir und meiner Familie entscheiden. Das will ich nicht." Und ich sagte "klar, das war doch von vornherein evident?" Ich hab mich allerdings geweigert mir den Schuh anziehen zu lassen, dass ich jetzt wegen Rauchen (das ist ein Witz.. ich bin fast 28! Keine 12/13/14!) alles kaputt mache. Er meinte halt "Jetzt denkt meine Oma dass Du nicht die richtige bist" .. scheisse.. "Na und?" hab ich gesagt "Ich heirate nicht Deine Familie". Es war nicht korrekt. Ich halt so oft meinen Mund wenn mir seine Eltern auf den Keks gehen und mache gute Miene zum bösen Spiel. Ich gehe Kompromisse ein und das wurde da völlig übersehen. Ich texte ihn nicht jeden Tag zu dass er endlich aus der Einliegerwohnung ausziehen soll. Ich geh mit zu den Familienevents, original mind. 1 von 2 WoE die ich ihn sehe. Ich toleriere diese kranken Familienstrukturen.

Ich seh das so: Entweder Familie oder Freundin als primärer Anknüpfungspunkt im Leben. Man kann sicher beides nebeneinander haben, aber der Bereich mit der Freundin/Lebenspartnerin muss der eigene sein. Das ist nach meinem Verständnis das, was einen Teil des Abnabelungsprozesses ausmacht. Wenn alles glatt läuft besteht ja kein Problem, in der Familie ein bisschen eingebunden zu bleiben. Aber nicht so krass in der Kindrolle ("Doch Du bleibst Kind so lange Du in unserer Einliegerwohnung lebst und wirst auch so behandelt").

Der gravierende Unterschied ist nebst dem Alter aber auch die Tatsache, dass es Deinem Freund GUT geht in dieser Rolle. Meinem ging es nicht gut. Gar nicht gut. Wenn wir zusammen unterwegs sind, sagen mir unterschiedliche Leute im Vertrauen dass es ihm so viel besser zu gehen scheint, seitdem wir wieder zusammen sind. Ich nehm das kommentarlos hin. Aus meiner Sicht liegt es weniger an mir, sondern mehr daran, dass er sich ein Stück mehr freigemacht hat von seinen Eltern.

Ich glaub nicht dass diese erste Beziehung noch so viel Relevanz hat.. wirklich nicht. Er kann sich nicht FÜR Dich entscheiden. Das scheint aber nicht daran zu liegen, dass er grundsätzlich nicht vertrauen kann. Sondern vielmehr daran, dass er Entscheidungen nicht treffen kann. Wenn er aber nicht aus dem mütterlichen Klammergriff raus ist, dann besteht für ihn kein Bedürfnis für eine Entscheidung. Mami ist immer da. Und Freundin kann er ja nebenher trotzdem haben.

Vielleicht ist das Nichtscheiden keine Entscheidung gegen Dich, sondern gegen ein emotional eigenständiges Leben.

Vielleicht bin ich auch bzgl. Dir auf dem Holzweg.

#227
Falls dem tatsächlich so wäre, hättest Du im übrigen Deinen Anknüpfungspunkt.

Meiner hat am Anfang gedacht ich bin nur eifersüchtig auf die Familie. War ich ja auch. Aber das war nur ein Teil. Er hat einfach alles für die Familie gemacht (unter welchem Druck wurde mir erst sehr viel später klar) und kaum etwas für mich.

Er hilft da heute noch aus, zieht aber inzwischen Grenzen.

Seine Mutter halt auch extrem dominant. Und bringt ihn in Vaterrolle irgendwo.. ich habs mehr als ein paar Mal gehört, dass sie ihn mit dem Namen ihres Ehemannes ansprach oder ihren Ehemann mit dem Namen ihres Sohnes. Sie heulte sich bei ihm aus über ihren Mann.. oder ließ ihren Frust an ihm ab den sie ..er dachte er muss für sie da sein weil der Vater sich halt immer entzogen hat .. etc. Parentifizierung und so.

Gibts wohl auch in ner positiveren Variante. Gesund ist es in keiner Variante.

#228
Hi Löwenherzchen!

Klar ist Druck blöd in so einer Situation, aber ohne kommt er auch nicht zu dir. Ich sehe also nicht die Alternative, wenn du die jetziges Situation als nicht akzeptabel siehst.

Wenn du es nicht gleich mit der großen Hammer probieren willst, dann zwing ihn zumindest mal mit dir darüber zu REDEN. Keine Briefe und so. Ruf ihn an, sprich mit ihm und lass ihm nicht so Ausfluchtmöglichkeiten. Du mußt ihn zwingen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Diesmal etwas kürzer, aber ich kann im Moment eh nicht so wirklich klar denken.

Liebe Grüße :schmatz:

/g

#229
Hi Djinny,

ich glaube tatsächlich, Du hast vieles erfaßt und bist gar nicht auf dem Holzweg. Nur das folgende ist nicht so. Es geht ihm damit auch nicht gut. Es kotzt ihn doch ziemlich an, daß er nicht eigenständig ist, daß er fremdbestimmt ist und nicht in der Lage, dies zu ändern. Diese Aussagen "ich wäre gut für ihn" hatten und haben wir massenhaft. Unsere Freunde schütteln da regelmäßig den Kopf, wenn sie seine Mutter auch nur sehen, es ist sogar schon ein running Gag geworden, daß sie so dominant ist (auch stimmlich). Er denkt auch, daß ich ihm gut tue, aber bremst mit der "Antwort" - ob er denn gut für mich wäre.

Original von DjinnyDer gravierende Unterschied ist nebst dem Alter aber auch die Tatsache, dass es Deinem Freund GUT geht in dieser Rolle. Meinem ging es nicht gut. Gar nicht gut. Wenn wir zusammen unterwegs sind, sagen mir unterschiedliche Leute im Vertrauen dass es ihm so viel besser zu gehen scheint, seitdem wir wieder zusammen sind.
Momentan habe ich keine große Kraft, irgendetwas in seine Richtung zu unternehmen und von ihm - Funkstille. Dieser letzte Brief und die Nichtachtung waren sehr verletzend für mich.

Liebe Grüße Lö

#230
Hi Galahad,

Original von GalahadWenn du es nicht gleich mit der großen Hammer probieren willst, dann zwing ihn zumindest mal mit dir darüber zu REDEN. Keine Briefe und so. Ruf ihn an, sprich mit ihm und lass ihm nicht so Ausfluchtmöglichkeiten. Du mußt ihn zwingen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Darüber habe ich nachgedacht. Eigentlich müßte ich aber doch an das nächste Gespräch ein kleines Druckmittel hängen, ehrlich gesagt, wüßte ich sonst gar nicht, was diese Gespräch soll. Nun überlege ich, wie ich sozusagen zwischen "großem Hammer" und "nur Reden" einen guten Weg finde. Momentan ist Ruhe von beiden Seiten.

Warum kannst Du derzeit nicht klar denken ???

Liebe Grüße Löwenherzchen

#231
Nochmal,

Original von DjinnyFalls dem tatsächlich so wäre, hättest Du im übrigen Deinen Anknüpfungspunkt.
Du meinst, ich soll das thematisieren und mit ihm darüber sprechen, daß es wohl Zusammenhänge gibt, zwischen seinem Nicht-Entscheidenkönnen und seiner familiären Übermacht ?

Lö

#232
Ja.

Davon red ich schon seit Anfang an - wunden Punkt finden und dafür nutzen irgendwohin zu kommen.

Da isser doch.

#233
Doch noch eine Überlegung,

Original von DjinnyMeiner hat am Anfang gedacht ich bin nur eifersüchtig auf die Familie. War ich ja auch. Aber das war nur ein Teil. Er hat einfach alles für die Familie gemacht (unter welchem Druck wurde mir erst sehr viel später klar) und kaum etwas für mich
Das kommt mir bekannt vor. Neulich sagte er mir wieder mal, daß er sich mit seinem Job und seiner Familie schon so überfordert fühlt, daß er nicht in der Lage sei, in Ruhe über uns nachzudenken. In erster Linie war ich mal sauer, weil ich das in letzter Konsequenz nicht verstehen kann. Aber das Thema "Druck" ist interessant und evtl. auch die Überlegung von ihm, daß ICH und SEINE Familie irgendwie nicht zusammengehen.

In der Vergangenheit war das nicht unbedingt so. Eher ist speziell seine Mutter so, daß außer ihren eigenen Kindern jemand anders nicht wirklich willkommen ist - erst recht kein potentieller "Kinder-Wegnehmer". Ich glaube, das hat sich in den letzten Jahren etwas verändert, auch sie hat wohl gesehen, daß ihre Kinder jemanden außer der Mutter brauchen.

Löwenherzchen

#234
lol.

Ersteres Argument KENNE ich.

Übrigens war das bei seinem Bruder so dass seine Mutter ein Jahr in der Gegend rumrannte und allen Leuten erzählte dass meine Quasi-Schwägerin ihr ihren Sohn weggenommen hätte, die Familie ihn "gekauft" hätte.

Bin gespannt was uns eines Tages blüht.

Und.. hehe.. das ist kein Prozess von heute auf morgen.

Warte.. das Ultimatum hat damals nichts gebracht. Aber das Ansprechen der einzelnen Punkte, der Unfähigkeit zu Entscheiden, der Unfähigkeit zu Agieren im Leben, immer nur Reagieren, keine Verantwortung übernehmen für sich selbst.. das hat ihn damals zum Nachdenken gebracht.

#235
Du und Familie gehen auch in gewisser hinsicht nicht zusammen. Es gibt aus meiner Sicht jedenfalls nur einen "primären" Anknüpfungspunkt. Und wenn das die Familie ist, dann gute Nacht für Partnerschaft.

Meiner meinte ja auch in einem Moment der Klarheit es würde darauf hinauslaufen, dass er sich zwischen mir und Familie entscheidet (ich = immer lieb zur Familie). Da hab ich gesagt klar, war von vornherein evident. Im obigen Sinne meine ich das auch. Wenn ich mir vorstelle, dass seine Eltern täglich Essen für uns zubereiten, bei uns au fder Matte stehen würden, so denn wir mal zusammenziehen würden.. Nein. Die Dinge müssen auch noch davor geklärt werden. Aber wenn es das Leben so will , werden wir noch geraume Zeit auseinander wohnen.

#236
Hm,

als wir noch zusammenwohnten, war Familie ja weit weg bzw. gab es ein Gleichgewicht zwischen meiner und seiner Familie - wir haben uns halt besucht, aber primär war wichtig, daß wir beide weiterkommen. Irgendwann fing das zu bröckeln an und er ist immer mehr in Richtung Familie und damit (Du hast so recht) weg von mir gegangen. Er hat häufiger seine beruflichen Probleme mit seinem Vater besprochen - zunehmend auch Dinge, die er mir nicht gesagt hat. Einmal ist er einfach die 400 km nach hause gefahren, ohne mir auch nur Bescheid zu sagen. Ich wußte nicht mal, wo er ist. Unser Freundeskreis meinte nur, daß ist typisch für ihn. Einmal waren wir zusammen ins Ausland verreist, seinen Eltern hat er davon nichts gesagt, er recht nicht, daß er mit mir zusammen weg ist. Das sieht alles nach viel Angst aus.

Ich war bis dahin, die einzige, die bei ihm zu hause vorgestellt und einigermaßen akzeptiert wurde - (ich auch immer tierirsch lieb zur Familie :) ). Danach kam nichts mehr. Er sagte immer, es liegt überhaupt nicht an mir, sondern generell an der Schwierigkeit "Fremde" in diese Familie zu integrieren.

#237
Okay, ich hatte den Punkt noch nicht greifbar gefunden, aber jetzt -

das ist wohl noch eine Chance wert:

Ich werde diesen Punkt ansprechen. Es ist sein soft spot. Er will Eigenständigkeit, er will gern der Entscheider und Macher sein, aber er schafft es nicht. Ein Grund ist sicherlich die Familie (er ist das jüngste Kind). Seine beiden Geschwister sind mittlerweile verheiratet - es konzentriert sich viel auf ihn.

Er wird es gern durchbrechen wollen. Mal sehen, ob ich in dieser Story überhaupt vorkomme. Bin ich der Grund für seine Abnabelung ?

Hm, hm ...

DANKE Djinny :schmatz:

#238
Ich glaube, dass Du Motiv dafür sein kannst, was er nach seiner Abnabelung machen will.

Ich glaub halt dass es in Deinem Fall n bissi schwieriger ist, die Notwendigkeiten zu sehen. Er lebt ja, er existiert ja. Er hat keine Stimmen von Eltern, die ihn rufen, im Kopf. Er lebt nicht zu Hause. Beruflich kommt er auch so durch. Das einzige, was in seinem Leben wohl nicht klappen will, sind Beziehungen. Auf objektiver Ebene isses also nich so ganz wüst.

Aber das ist ja nicht einfach nur ein Punkt unter vielen, das ist ein ganz wichtiger, in dem sich der restliche seelische Zustand auch widerspiegelt. Die Art und Weise, wie wir Beziehungen zu unseren Mitmenschen pflegen, sagt sehr viel über uns selbst aus.

Und..

irgendwie glaub ich nun an die Geschichte, dass daraus nochmal was werden kann. Hab gestern vorm Einschlafen dran gedacht. Alles wird gut :-)

*lächelnd Zukunft vorhersagt*

Wie alt bist Du eigentlich? Aus irgendwelchen Gründen hab ich immer geglaubt Du bist so alt wie ich. Aber wenn er schon 37 ... ?

Bin übrigens auch die einzige, mit der die Familie so einigermaßen klarkam. Aber.. es fängt schon an. Sie meinen, ich sei der Grund für sein "aufsässiges Verhalten". Ja, es fängt an. Und seine Mutter sagt auch inzwischen Dinge, die nicht stimmen, Kleinigkeiten, wie z.B. ich hätte sie nicht gegrüsst, obwohl ichs getan habe - und dabei fällt sie ganz in sich zusammen - aber nur hinter meinem Rücken, natürlich. Und ich werde von anderen darauf angesprochen wie ich denn nur könnte.. lol. Das ist der Lauf der Dinge. Ich hab sie nicht drauf angesprochen, ich hab geschluckt. Wie auch in anderen Dingen. Wenns mir zuviel wird schnapp ich mir den Hund und sag ich geh raus.. irgendwann bin nämlich auch ich mal genervt. Und wenn ich warte bis ich richtig genervt bin bevor ich Dinge äußere, wirds ungut.

Ja, er entfernt sich.. sie spüren das.. und zack, bin ich Unperson. Sie versuchen mich zu verpflichten durch Essenkochen und so.. sie wollen aber irgendwie dann doch keine Blumen als Dankeschön (ich zahl lieber als Verpflichtungen zu haben).

#239
Hi Löwenherzchen,

evtl. auch die Überlegung von ihm, daß ICH und SEINE Familie irgendwie nicht zusammengehen.
Das ist kein Argument. Meine Mutter versteht sich mit den Eltern meines Dads auch nicht sooo besonders. Aber wie oft sehen die sich denn? 3-4 Mal im Jahr vielleicht. Und du meintest ja auch, dass du schon mal einen guten Draht zu der Family von ihm hattest. Also solltest du ihm das ausreden können.

Aber es ist schon arg verwunderlich, dass er mit 37 sich noch so reinreden läßt.

Wieso kann er nicht der Entscheider sein, der er gerne sein will? Ich bespreche auch noch viele Sachen mit meinen Eltern. Aber die Entscheidungen muß man im Endeffekt selbst treffen. Bei vielen Dingen können einem die Eltern auch gar nicht die Entscheidung abnehmen, weil sie nicht so den direkten Bezug dazu haben. Wie verhalten seine Eltern sich denn ihm gegenüber? Gib doch mal ein Beispiel dafür, was er gerne entscheiden würde, aber das seine Eltern dann im Endeffekt tun.

Warum kannst Du derzeit nicht klar denken ???
Ich muß wieder sehr häufig an meinen Schwarm denken. Sie kann mich mit Kleinigkeiten unheimlich treffen, wie z.B. die Sache von der ich dir in der PN geschrieben hat. Das hat mir wieder einen Teil meiner Ruhe genommen. Da fällt es mir wieder schwerer mich richtig zu konzentrieren und das hat bei mir auch irgendwie einen Großteil meiner Empathie gekillt.

Liebe Grüße,

/g

#240
Hi Djinny,

hihi, nee bin schon älter - also 33 - und immer noch nicht schlauer, wa ?

Liebe Grüße zur Nacht

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