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Hilfe-Ruf - keine Lösung seit Jahren

308 Antworten15'540 AufrufeGestartet von Löwenherzchen ·

#301
Djinny, Galahad,

schön, daß Ihr Euch meldet :klatsch:

Also, ich habe in der Therapie nichts davon erzählt und sauber die Burnout-Geschichte abgeschlossen. Deswegen war ich dort und die Sache ist wieder in Ordnung, vorläufig.

Habe nun noch einen weitläufigen Termin, den kann ich absagen oder mich immer noch entscheiden, was ich tue. Der Therapeut ist gut für mich, er ist total sachlich und bringt Ordnung in meine emotionalen Äußerungen, zeigt mir andere Sichtweisen. Da ich Schiß und Vorurteile hatte, mich auf die Couch zu packen, ist das gerade richtig für mich. Das Mega-Vertrauen habe ich zu ihm noch nicht. Vielleicht habe ich deswegen das Privat-Thema noch nicht angesprochen.

ABER:

Klar, das Thema beschäftigt mich, der Traum vom gemeinsamen Leben oder wenigstens 'nem Teil davon ist noch nicht ganz kaputt, aber SINNLOS. Ich weiß das, darum beschäftigt es und er mich lange nicht so wie letztes Jahr zum Beispiel.

Aber es gibt so Momente, dann könnte ich ganz einfach losflennen, da ich so viele Bilder im Kopf habe, die wollen da immer noch nicht raus.

Egal, ... das kann ich nicht erzwingen.

Jetzt bin ich nun mit DEM ANDEREN zusammen, und ehrlich gesagt, vieles ist leichter und schöner. Ich versuche, keine Vergleiche zu ziehen, was mir meistens allerdings nicht gelingt. Trotzdem kann ich das alles genießen.

In meiner Empfindung ist es allerdings eine Beziehung ohne große Höhen und Tiefen. Er ist ein echter Caretaker, mein Glück ist ihm sehr wichtig. Das läßt er mich immer spüren und davon bin ich sehr berührt.

Nun frage ich mich, sollte nicht eigentlich so eine Beziehung aussehen ?

sine
#302
Original von LöwenherzchenIn meiner Empfindung ist es allerdings eine Beziehung ohne große Höhen und Tiefen. Er ist ein echter Caretaker, mein Glück ist ihm sehr wichtig. Das läßt er mich immer spüren und davon bin ich sehr berührt.

Nun frage ich mich, sollte nicht eigentlich so eine Beziehung aussehen ?
hallo lö

nein, eine beziehung sollte anders aussehen. ich glaube, du weißt ganz genau, wann du liebst und wann nicht. kämpfe für diese beziehung und auch für dein gefühl, lieben zu können. du bist sonst - sorry - eine lebende tote.

das ist eine zweckbeziehung, was du da beschreibst.

hm

das mit der therapie ist ja interessant: es ist also möglich, gegen das burn-out eine threapie zu machen, das sonstige seelenleben aber auszusparen? das hab ich ja noch nie gehört.

?( :rolleyes:

das wäre ja doll, wenn man beispielsweise als alkoholiker einfach zum doc sagen könnte: machen sie meine abhängigkeit weg, den rest von meinen problemen erzähle ich, wenn es mir passt.

weißt du, ich hab auch ne therapie gemacht. ohne den aufhänger, dass ich meine arbeitsleistung effiktivieren wollte und angst vor einem burn-out hatte, wäre ich wohl auch kaum zu einer psychotherapie gegangen. mein therapeut weiß genau, dass die menschen sich selbst am wenigsten ändern wollen. es ist einfach ÜBLICH, dass man sich am anfang nicht 100% öffnet. wer sich jedoch nicht öffnet, wird nichts von der therapie haben, glaube ich und mein therapeut hat das so formuliert: "es gibt menschen, die wollen gesund werden, und andere wollen es nicht. die einen werden gesund und die anderen verlassen die therapie wieder..."

ich will dir keine angst machen. vielleicht hast du eine verhaltenstherapie gemacht. die sollen ja mal ganz flockig greifen, vielleicht auch bei teilproblemen...

erzähl doch mal mehr.

aber worauf ich hinaus will, weißt du, oder?

gruß

sine

#303
Hi Sine,

ist mir schon klar, das alles. Momentan habe ich aber noch nicht so viel Kraft, alles gleichzeitig anzugehen.

Also Therapie gegen Burnout in 5 Sitzungen, das wäre rekordvrdächtig und der PT sollte Patent anmelden. Wahrscheinlich habe ich keine Therapie gebraucht, jedenfalls nicht deswegen.

Allerdings war es vor einiger Zeit so schlimm, daß ich streßbedingt keinen Griffel mehr halten konnte, von Konzentration ganz zu schweigen. Plötzlich war das Gefühl nicht mehr zu verdrängen, ICH KANN JETZT NICHT MEHR. *Zack* :evil:

Draußen, 4 Wochen krank, Tabletten zur Beruhigung und - eben Empfehlung zur Therapie - Burnout als Aufhänger quasi. Okay, die 4 Wochen haben geholfen, danach mußte ich auch wieder arbeiten, sonst hätte ich wohl nie wieder gearbeitet. Sogar die Verantwortung für andere wäre mir schnurz gewesen. Die Therapie habe ich eben gemacht, um damit anzufangen. Core problem was burnout - but there is some more to consider. Gut, an das MEHR bin ich eben noch nicht gekommen, Öffnung schwierig. Hab' ich deutlich gemerkt. Also gut, nun mache ich da nichts, womit ich mich nicht wohlfühle, keine Kraft dazu, wie gesagt.

In der Zeit habe ich nachgedacht, nur über mich. Nicht über Beziehung, nicht über den Verflossenen, nicht über Ambitionen in welche Richtung auch immer.

Ich habe mich einfach nur gefragt, WAS mache ich eigentlich und WIE bin ich da hingekommen. Das bringt zwar nur bedingt voran, aber voran wollte ich ohne Richtung auch gar nicht.

Da habe ich also jahrelang gekämpft mit ihm, um ihm, was weiß ich.

Ich habe mit mehr Enttäuschungen gelebt, als ich wirklich vertragen habe und konnte trotzdem nicht damit aufhören. Der Thread gibt etwas Einblick... Selbstüberschätzung war an der Tagesordnung, nach einigen Jahren habe ich angefangen mich zu schützen, etwas.

Ok, dann ging es nicht mehr, den Weg so zu gehen, hat zu viel Energie gekostet - ohne ein kleines Ergebnis (nach meinem Wunsch, versteht sich). Und dann gab es noch den Neuen, der sich um mich bemühte und auch berührte, nee, der is mir nich egal, überhaupt nicht. Es ist aber sehr ausgeglichen, für andere evtl. ein Traum, für mich unbefriedigend.

ABER, Dramen hatte ich auch genug, darum denke ich, vielleicht sollte eine belastbare Beziehung so aussehen. Vielleicht empfinde ich es auch als Luxus, daß er mich mehr liebt, als ich ihn. So genau weiß es es nicht momentan. Das eine ist nicht recht, da andere auch nicht. Geht eigentlich gar nichts für mich, oder wie ? Ich dachte, ich könnte Kompromiß, kann ich nun auch nicht. Au mann ...

sine
#304
Original von LöwenherzchenIch dachte, ich könnte Kompromiß, kann ich nun auch nicht. Au mann ...
hallo lö

tja aber dass man bei gefühlen keine kompromisse machen kann - zumindest meiner ansicht nach -, ist ja jetzt nichts, für das du dich zurechtweisen musst. im gegenteil würde ein blick auf deine gefühlswelt wohl glasklar zeigen, ob es nicht einen grund gibt, der über das rationale hinausreicht, dass du einen "caretaker" als freund hast und damit auch gut zurecht kommst.

zu der sache mit der therapie:

das tut mir wirklich leid, dass du so in stress geraten bist. ich finde es enorm, dass du die kurze zeit verwendet hast und es auch ganz gut funktioniert hat mit den 5 sitzungen beim pt.

das problem, dass man keine kraft hat, kenne ich. ich erinnere mich jetzt, wo du das sagst, sehr deutlich, dass einer der gründe, weshalb ich mich zur therapie geschleppt hatte, genau der war, dass ich angst hatte, beim nächsten down schaffe ich nicht mal mehr, mir helfen zu lassen.

;(

vermutlich bist du dann aber noch in deinem "down", wenn du es nicht schaffst. an deiner stelle würde ich HIER auch mal die ratio ankurbeln...

es gibt einen grundsatz, glaube ich. man fällt so lange auf die schnauze, bis man das ändert, woran es lag. ich bin selbst vor 1 1/2 jahren richtig mit allem was ich habe und allem, an was ich geglaubt habe, im dreck gelandet. gut, ich war vorher schon in therapie gewesen, aber erst DANN war der leidensdruck so hoch, dass ich mich ändern konnte.

ich weißt also schon ein bissle, dass gutgemeinte worte, dass ein pt gerade auch in deinem liebekummer-problem in deiner seele frieden stiften kann, verhallen können.

übrigens ist eine therapie ja oft irre anstrengend. ich weiß schon, dass ich dich nicht für's wellness-programm empfehle... ;)

wenn du so eine ernsthafte person bleibst, dann wirst du sicher nicht ganz vergessen, dass es eine möglichkeit gibt, dass du therapie machst. überleg doch mal zu weihnachten (fester termin!) nochmal, ob du dich dann vielleicht nochmal darum kümmern möchtest.

ansonsten toi toi toi.

dass diese unglückliche liebe so stresst, erscheint mir aber auch verständlich. es gibt menschen, denen ist das gefühl (bisher zumindest :) )) so wichtig, dass sie dafür "meilen" gehen. das habe ich doch auch mal getan lange jahre für meine sog. "große liebe".

so what

egal, welches prob man hat, man muss einfach den grund finden oder - wenn man den grund nicht richtig erkennen kann - probeweise immer wieder umstände ändern, bis es einem wieder gut geht.

das leben ist kurz. genieße es. flickwerk ist kein genuß.

gruß

sine

#305
Genau, Flickwerk ist gar nichts für mich ... wenn es mir einigermaßen gut geht. Da habe ich dann die Kraft festzustellen, daß mir emotional was fehlt.

Wenn es mir beschissen geht, bin ich froh, in die Arme von Mr. Care zu sinken, der tröstende Worte zu mir spricht.

Getrieben von den "schlechteren" Zeiten, meinte ich nun Care sei klasse und richtig, alles andere war dramatisch überhöhtes Liebesdrama.

Wie gesagt, diese Erkenntnis blieb so lange valide, bis es nun wieder eine Kehrtwendung in die "besseren" Zeiten gibt. Berufliche Probleme im Griff und zack arbeite ich wieder an der Beziehung. Wie ein Trüffelschwein auf der Suche nach Problemen.

Die eigentliche Erkenntnis ist aber, wie ich finde, nicht so doof. Es geht nicht mit Mr. Liebesdrama, er ist mir zwar innerlich total nah, aber unfähig, sein eigenes Leben zu gestalten. Im Klartext, voll der Klotz am Bein, ein lieber zwar, aber ich steh' nicht auf klotzig, sondern beweglich. Mr. Care, stolz auf seine "chice" *einbild* Freundin, tut alles, was er kann = Mühe, Ausdauer und Engagement = Höchstpunktzahl, aber, was er nicht kann, sich selbst öffnen. Er ist nach außen immer unverschämt ausgeglichen, was durch Verweigerung von Gefühlshöhen und -tiefen verstärkt wird.

Andere ...

Und nun ich, dem einen bringe ich Gefühle entgegen, dem anderen Dankbarkeit und Vertrauen - beides reicht für mich nicht zum Glück.

Es geht mir gut = ich lebe gar nicht.

Angeschlichen habe ich mich an die Therapiemöglichkeit, das ist ok. Nun habe ich noch nicht den Mut und die Kraft mit dem Liebesdrama rauszurücken, dafür aber einen langfristigen Termin im Dezember.

Ja, Sine, Dein Bescherungsvorschlag hinsichtlich Bestandsaufnahme im Dezember ist angenommen.

Aber zwischenzeitlich konnte ich nicht untätig bleiben, da ich sonst nervös werde. Also habe ich Mr. Drama (der mir telefonisch erklärte, nicht mit mir abgeschlossen zu haben, weil er die Zeit so schön fand) eine entsprechende Denkaufgabe gegeben und ihn nach unserem gemeinsamen Vorhaben gefragt (Lösungsmöglichkeiten gibt es viele ... ts, ts) und ihm gesagt, daß ich keine verspätete Beziehungs-Marketingphase brauche. Ich weiß und er weiß es auch, daß ich nur Klarheit von ihm brauche, sonst gar nichts. Unser Kontakt war aus diesem Grund auch bei nahezu Null.

Mr. Care hat die Ehrlichkeitspackung erhalten. Habe ihm gesagt, daß dieses Kümmern zwar sehr angenehm ist, aber keine echten Gefühle ersetzt. Das Problem auf meiner Seite habe ich geschildert und ihm gleichzeitig den Weg geebnet, selbst etwas mehr aus dem emotionalen Knick zu kommen, weil ich fast sicher bin, daß ich genau das voni ihm brauche. Er darf auch mal schwach sein, er darf auch mal schlecht drauf sein, er darf auch mal nur Mist erzählen und sich bei mir fallen lassen. Er hat das erst nicht verstanden, aber auch nicht abgewehrt. Fragt sich, ob er zu langweilig für mich ist. Hm...

Ich bin auf dem Beobachtungsposten...

#306
Unerfolgreiche Meldungen vom Beobachtungsposten:

Ich habs gar nicht im Griff und bin für meine Umgebung unerträglich. Nun, da der Job-Streß im Urlaubsloch ist und ich nicht der Typ, der die letzte Schublade ausräumt, tritt mir mein Privatleben gewaltig in den Hintern.

Grund bin ICH, emotional unausgeglichen und unglücklich. Shit.

Mit Mr. Care suche ich Streit, da ich ihn wohl aus der Reserve locken will, das geht nicht gut. Reden geht auch nicht gut, es sei denn, ich verpasse ihm den Totalhammer, der da wäre: Dich liebe ich gar nicht so wie Mr. Drama beispielsweise. Kann ich nicht. Ich versuche vielleicht noch etwas.

Und Mr. Drama ist natürlich der Auslöser dafür, daß meine unterdrückten Emotionen wieder hochkochen. Es ist evtl. dämlich von mir, aber ich weiß, er ist zur Hochzeit eines Freundes eingeladen, eine gute Freundin von mir ist auch da. Witzige Party das ganze, ich kenne die, da wäre ich auch gern gewesen. Tja, egal, alles geht eben nicht. Dann muß ich aber Photos sehen, von ihm und seiner Tussi (sorry, hier kann ich nicht über meinen Schatten ins objektive Feld springen), die von der er immer erzählt, daß er sie doof findet, die Zweckbeziehung, die Spießerin, die er nur selten sieht ... whatever else. Genau mit der schlendert er mit Hand in Hand auf diesem beschissenen Photo entgegen, und ich ...

... mir fällt nichts besseres ein, als unendlich traurig zu sein, loszuheulen und in ein Loch zu fallen. Das schlimmste ist, daß damit wieder zutage getreten ist, daß ich innerlich nach 5 Jahren immer noch nicht abgeschlossen habe und ehrlich, bei dieser Betrachtung sinkt meine Hoffnung, daß es das schaffe, so sehr ich das auch will. Damit leben, finde ich verdammt schwierig. Vielleicht sollte ich mir jeden Tag ein solches Photo reinziehen ?

Einziger kleiner weibischer Trost, die Alte ist nicht halb so chic wie ich :tongue:

#307
Eine Anmerkung noch: ich bin nur stinksauer auf mich selbst auf niemanden sonst.

sine
#308
hallo löwenherzchen

solche photos bilden natürlich nur einen teil der realität ab und menschen bestehen aus viel mehr als aus dieser einen momentaufnahme. auch gehören geschichten zu den menschen und wo weiterund so fort.

aber: sie BILDEN die realität ab und die realität lautet: du bist nicht auf der seite, an der seine partnerin ist.

für mich als aussenstehende ist dieses foto so schön kurz in der aussage und doch so treffend. kannst du das foto nicht zum anlass nehmen, um dich zu lösen von mr. drama?

gruß

sine

#309
Ach Sine,

klar, ich nehme alles zum Anlaß, um das Drama abzulegen. Mal gelingt es einigermaßen, aber meistens bin ich leider unfähig.

Das Bild der Realität traf mich eben unvorbereitet plötzlich, mit einigem Abstand betrachtet, ist mir das klarer. Trotzdem hilft es, die Realität zu begreifen, so weh das auch tut.

Mr.Drama kann das naütrlich verstehen, da es ihm ganz genauso geht. Das nützt aber auch gar nichts.

Liebe Grüße aus der harten Realität

Lö

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