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Internet, Bekanntschaft, Gefühle,Traurigkeit

86 Antworten4'932 AufrufeGestartet von miaflorentine ·

#21
seine liebevolle Art, seine aufmerksame, feinfühlige Art, seine schnelle Auffassungsgabe, seine Intelleigenz.
Oftmals sind es genau solche Menschen, die irgendwie auf Drogen kommen.

Nichtsdestotrotz sind das zwei paar Schuhe, was du kannst und was du machen solltest. Das weißt du auch. Denk an deine Familie.

Du rührst in einem Sumpf, der nie wieder klar werden wird.

#22
Ja, ich fürchte, dass Du recht hast. Aber auch solche Menschen brauchen Jemanden, der sich traut sie zu lieben, oder? Wenn er nun schwer krank wäre, was er ja irgendwo ist, dann würde man sich auch nicht abwenden, obwohl es schmerzhaft ist, richtig? Wenn ich mir nun von vorneherein bewusst machen kann, dass er es wohl nicht schaffen wird, dann könnte ich einen Weg finden, ihm beizustehen, ohne dass es mich zu viel Kraft kostet, oder nicht? =( Ich bin lächerlich, oder? Ich denke, dass ich mich bei N. in jedem Fall entschuldigen muss. Sonst wird er den nächsten Menschen, der es vielleicht Ernst meint abweisen, weil er glaubt Niemand könnte seine Nähe ertragen, oder?

#23
Mia, hör auf zu begründen oder zu entschuldigen. Warum bist du dafür, für ihn, zuständig? Warum?

Wenn er niemanden hat, Familie oder Freunde, die ihm beistehen, hat das auch einen Grund. Und du willst nicht, dass ihn den hier reinschreibe.

Entschuldigung, aber wir sprechen hier nicht von einem krebskranken Familienangehörigen, dem man den Hintern abwischt, weil er dank Chemo keine Kraft mehr dazu hat.

#24
Verzeihung, natürlich nicht. Ich muss darüber nachdenken. Ich danke Dir ganz herzlich für Deine Anteilnahme und werde mich Morgen wieder zu Wort melden, denn ich bin arg erkältet und sehr müde. Schlaft gut, alle Miltleser und vor allem Du, Tatzenschatz!

#25
Dito, schlaf besser!

Ich muss darüber nachdenken.
Ganz genau, Hausaufgabe für morgen: Gehirn wieder in Betrieb nehmen! =)
Gruß

Tatzenschatz

#26
Kriegt der davon was verschrieben oder besorgt der sich das alles so?

Weißt du, MIR ist das völlig egal, was du tust, du musst ihn also weder in Schutz nehmen, noch dich rechtfertigen.

Nur, das damit zu begründen, dass er dir nichts versprochen hat und ehrlich ist, ist etwas naiv.

Ich bin die Letzte, die einfach so dahin sagt "Hilf dem nicht.".

Ich habe aber versucht dir zu sagen, wo ich die Gefahren bei euch sehe, wahrscheinlich eben WEIL du so argumentierst.

Dachte, es hilft vielleicht, dir die Konsequenzen und Verhaltensweisen aufzuzeigen, die mir bekannt sind.

Wenn dann doch alles nicht so ist, wie zunächst gedacht und du ihm weiterhin zur Seite stehen willst:

Davon kann dich keiner abhalten, das musst du selbst wissen.

Aber tu dir und ihm den Gefallen, informiere dich vorher umfassend und setze die Dinge dann auch um.

Bringt doch nichts, sich mit "Der achtet aber auch auf mich..." oder "Ist kein Mitleid!" zu täuschen.

Dachte, du willst ihm helfen?

Dann sieh das nüchtern und realistisch, wie es ist!

Frage jemanden mit Ahnung, nach dem "Wie?" und achte auf euer Verhalten.

Viel Erfolg!

Grüße

Achso: Sind das nicht immer die "besten" (weil sensibelsten) , die an der Welt zerbrechen?

#27
Guten Tag Tatzenschatz.

Ich habe versucht über dass, was Du mir geschrieben hast halbwegs distanziert nachzudenken. Um es auf den Punkt zu bringen geht es darum, dass N. an seinem Zustand selbst Schuld ist (im Gegensatz zu einem Kranken im ob. Sinne).Und ja, vielleicht habe ich für ihn auch zuviel Verständnis. Aber ich möchte ja gerne für ihn da sein. Er hat natürlich auch Familie, bei denen er soweit ich weiß auch viel Zeit verbringt. Allerdings haben sie ihn aufgegeben und distanzieren sich verständlicherweise innerlich stark, um sich zu schützen. Sie haben ja auch schon unzählige Enttäuschungen verkraften müssen. Und laut N. konnten sie ihm ihre Liebe auch noch nie zeigen. Also könnte es doch von Vorteil sein, dass ich eben mehr Abstand habe, emotional wie räumlich und trotzdem etwas geben kann?

Ich weiß nicht, ob das registriert wurde, aber selbst die Ärzte räumen ihm kaum noch Chancen mehr ein. Wie sollte er da noch selbst daran glauben.

Liebe wiederich,

Er wird von einem Arzt betreut, der ihm einige Medikamente auf Rezept gibt. Das muss er auch, denn ohne würde N. sterben. Gerade die Benzos darf man auf keinen Fall einfach absetzen. Alles andere muss er sich wohl selbst beschaffen- aber darüber spricht er mit mir kaum.

Ja, ich denke schon, dass ich ihm weiter helfen möchte. Ich will nicht naiv sein. Natürlich muss ich mich zurück ziehen, wenn ich wirklich an den Punkt komme, dass mich seine Sucht zu sehr belastet. Aber ich glaube Vorgestern habe ich eher so reagiert, weil ich mich vor meinen Gefühlen erschrocken habe. Und weil ich das ganze nicht einordnen konnte, habe ich es für mich irgendwie damit erklärt und mir damit wohl etwas vorgemacht. Das klingt wahrscheinlich vollkommen irre =(

Es ist ja auch nicht leicht, sich immer Gedanken und Sorgen zu machen. Aber vielleicht ist es mir auch so wichtig ihm beizustehen, weil ich selbst in einer blöden Lage bin und es nicht richtig schaffe, mich daraus zu befreien. Man könnte auch sagen, dass ich meine Angsterkrankung selbst zu verantworten habe, aber deswegen habe ich sie noch lange nicht verdient. Weil jeder einfach auch das Ergebnis von sovielen Faktoren ist, die man nicht immer selbst beeinflussen kann.

Den Tip mich zu informieren, was den Umgang betrifft finde ich gut.

Allerdings sieht es derzeit ja so aus, als ob es zu keinem Kontakt mehr kommt.

Ausserdem muss ich mich auch noch einmal damit auseinander setzen, wie es um seine Gefühle steht, bzw. wie er zu dieser Freundschaft steht. Denn ihr habt recht, dass in dieser Hinsicht auch alles anders sein kann, als er sagt (habe ich ja auch selbst schon drüber nach gedacht). Denn wenn es ihm vielleicht alles gar nicht viel bedeutet, wie er sagt, dann erledigen sich meine Überlegungen sowieso. Denn dann haben wir keinen Nutzen voneineinander und eine Freundschaft macht keinen Sinn.

Ich werde auch noch einmal in mich gehen, was meine Gefühle betrifft =(

Vielen herzlichen Dank für Eure Antworten :)

#28
Liebe Miaflorentine!

Du magst ihm ggü sehr einfühlsam und verständnisvoll gewesen sein. Du magst ihn auch auf eine gewisse Art und Weise verstanden haben. Aber hast du seine Sucht verstanden? Denn du hast zwei Menschen vor dir: ihn und seine Sucht.

Hast du dich eigentlich schon mal mit Abhängigkeiten beschäftigt? Was da so im menschlichen Körper abläuft? Dann würdest du ihn nämlich besser verstehen. Auch seine Reaktionen.

Jetzt wirst du sicherlich sagen, dass du ihn doch verstanden hast. Ich denke nicht. Das Verstehen kommt in deinen Postings nicht so richtig rüber. Verständnis haben ist wieder etwas anderes. ;)

Dass du ihm für seine Abhängigkeit die Schuld gibst, kann ich nur zum Teil verstehen und zustimmen. Es gibt einen Punkt, an dem er ohne fremde Hilfe nicht mehr zurück kann. Wenn er den überschreitet, kann man nicht mehr von "Schuld" sprechen. Drogen (egal welche!) regieren den Körper - nicht umgekehrt!

Überleg auch mal, warum du ihm helfen willst. Hinterfrag es mal. Ob es wirklich nur um das Interesse an dem jungen Mann geht oder ob es nicht persönliche Gründe hat, die gar nichts mit ihm zu tun haben.

Sieh diese Zeilen bitte nicht als Kritik. Ich will dich nur mal zum Denken in eine andere Richtung anregen.

#29
Hallo Tylli :) Danke für Deine Antwort! Hast Du alle meine Einträge gelesen, oder speziell auf den Eingangspost geantwortet? Wenn nicht: interessant, dennich bin davon Ausgegangen, dass ich eher zuviel Verständnis habe, als zu wenig ?(

Jedenfalls wollte ich auf meinen Vergleich,mit einem schwer Kranken nur noch mal deutlich machen, dass ein Drogenkranker im Gegensatz dazu sein Schicksal natürlich irgendwann mal selbst gewählt hat. Aber ich stimme Dir vollkommen zu, einmal kommt der Punkt, an dem man alleine nicht mehr herauskommt- in seinem Fall nicht mal weiß, ob er da raus möchte. Denn er kennt gar kein nüchternes Leben. Nach seiner Kindheit spielten Drogen direkt eine große Rolle.

Ganz klares JA, ich habe mich viel mit dem Thema beschäftigt. Ich weiß, dass Drogen dieser Art ein Gefühl produzieren, dass man weder durch Sex,noch durch Bungee-jumping,oder sonst etwas auslösen kann. Damit ist ein Ende davon auch immer ein Abschied von diesem unvergleichbaren Gefühl. Bei N. gehts darum aber ja schon lange nur noch sekundär. Primär braucht er das Zeug um sich zu fühlen wie wir, ohne Drogen und um schlicht überleben zu können. Und ich war zB Raucher und hab erst geschafft aufzuhören, als es mir richtig dreckig ging, nach 12 Jahren. Der Vergleich hinkt natürlich... Ausserdem habe ich eine Angsterkrankung, mich dem normalem Leben zu stellen fällt mir schwer. Und obwohl ich gern ein anderes Leben hätte,merke ich manchmal, dass ich an diesem Zustand festhalte, um nicht meinen Schutz zu verlieren.

Fazit,meiner Meinung nach habe ich sehr großes Verständnis. Falls Du das anders siehst klär mich bitte auf, ja :]

Zu Deiner anderen Frage:Bitte erklär genauer, was Du meinst. Hast Du den Verdacht, dass ich diese Freundschaft aus egoistischen Gründen aufgebaut habe?

Vielen Dank sagt Mia

#30
Ich glaub, ich formulier heute meine Postings immer ein bissel zu allgemein. ;) Ich hab schon den ganzen Thread gelesen.

Fazit,meiner Meinung nach habe ich sehr großes Verständnis.
Meiner Meinung nach zu viel.

Der Vergleich hinkt natürlich...
Nö, rauchen ist auch ne Sucht. Nikotin macht abhängig.

in seinem Fall nicht mal weiß, ob er da raus möchte.
Kann man nicht so einfach sagen. Dazu steckt er zu tief drin. Er kifft ja nicht mal so ein bissel rum, sondern nimmt wirklich deftiges Zeug.

Ich weiß, dass Drogen dieser Art ein Gefühl produzieren, dass man weder durch Sex,noch durch Bungee-jumping,oder sonst etwas auslösen kann.
Kenn ich andere Theorien. ;) Kommt aber vielleicht auch darauf an, wie tief man in der Sucht steckt.

Hast Du den Verdacht, dass ich diese Freundschaft aus egoistischen Gründen aufgebaut habe?
Nein, das hat nix damit zu tun.

Dein Thread erinnert mich an eine Freundin von mir. Sie lebt in einer totalen heilen Welt: nette Familie, liebe Kinder, alles schön, alles fein. Vor einigen Jahren hatte sie einen Freund (halt so befreundet wie bei dir), der war stark alkoholabhängig. Als ich so mitbekam, was da so lief, konnte ich nur den Kopf schütteln. :eek: Sie spielte die absolute Samariterin für ihn. Ihr Verständnis und Mitgefühl erstickte ihn bald (hatte er mir mal gesagt ;) ). Aber sie wollte ihm unbedingt helfen und nach Möglichkeit auch noch von seiner Sucht wegbringen. (Okay, das trifft bei dir nicht zu) Das, was drei Entziehungskuren nicht geschafft hatten, wollte sie "mit ganz viel Liebe heilen" :rolleyes: . Bitte jetzt nicht die Liebe mit DER Liebe verwechseln!

Ich schreib dir nicht, wie es ausgegangen ist. Auf jeden Fall nicht schön und sie hat es nicht geschafft, irgendetwas zu erreichen. Vielleicht hatte sie mit ihrem Verhalten die Geschehnisse um ihm damals auch noch provoziert.

Ich seh dieses Samaritertum nicht unbedingt als verkehrt an. Manche Menschen können halt nicht anders. Es ist ein Wesenszug von ihnen, ihr Glück weitergeben zu wollen, helfen zu wollen. Manchmal richtet es aber auch Schaden an...

Und deine Story erinnert mich in großen Teilen daran.

Weißt du wirklich, was du mit zu viel Verständnis und Fürsorge erreichst? Bist du dir wirklich der Verantwortung bewusst, die du hast? Kannst du Geschehnisse verkraften, die passieren könnten? Kannst du es real abschätzen, wenn irgendwas passiert, dass es nicht mit dir zu tun hat? Oder könnte es vielleicht sein, dass dich die Geschehnisse um ihn mehr beschäftigen würden, als du es verkraftest? Dass du dir womöglich sogar die Schuld dafür geben würdest, obwohl du gar keine hast?

Mir fehlt irgendwie in deinen Postings das Selbstkritische. Das Hinterfragen, ob es wirklich gut ist, wenn du zu viel Verständnis hast. Oder warum überhaupt dieses Verständnis da ist. Da spielt eben auch die Frage mit rein, warum du es überhaupt machst. Stichwort: Samaritertum. ;)

bearbeitet #31
Au, au...

Naja, er wird das Ketamin und Diazepam vom Arzt kriegen, der wird dann wohl wissen, was er tut.

Zu deiner letzten Antwort auf mein Post:

Deine Krankheit, seine Sucht, ihnen ist nur gemein, dass sie Reaktionen auf eine Verletzung sind.

Versuche, mit einer Kränkung umzugehen, allerdings ganz verschiedene.

Broschüre: Co-Abhängigkeit (link per PN erhältlich)

Zu den Antworten auf Tillys Beiträge:

:nono: <--- Das würd schon reichen :D

Ne, ernsthaft: Rechtfertige nicht sein Verhalten, erkläre nicht deines.

Guck mal, nur aus einem Beitrag, wo du das tust:

1. möchte ihm weiter helfen

2. will nicht naiv sein

3. mich zurückziehen

4. Sucht belastet mich

5. Vor meinen Gefühlen erschrocken

6. konnte es nicht einordnen

7. hab mir was vorgemacht

8. ich klinge irre

9. mache mir Sorgen und Gedanken

10. will ihm beistehen

11. schaffe nicht, mich daraus zu befreien

12. Angsterkrankung

13. viele nicht beenflussbare Faktoren

14. Seine Gefühle?

15. Freundschaft?

16. bedeute ich ihm nicht viel?

Habe jetzt deine Angsterkrankung mit ein bezogen (weil es so gut passte).

Ich will dir daraus gar keinen Strick drehen, ich hoffe nur mal, dir fällt so etwas besser auf, dass deine Aussagen zu ihm nur

-aus deinen Wünschen (Helfen wollen wegen Mitleid)

- aus negativen Gedanken über dich selbst

und letztendlich (dann steht auch ein Ausrufezeichen dahinter, kein Fragezeichen mehr)

-der Gewissheit, nicht wichtiger als seine Sucht werden zu können

bestehen.

Und bevor du wirklich irre klingst... Noch gehts (aber könnte auch daran liegen, dass ich irre bin?!)

:

Er sucht jemanden, der ihn bemitleidet.

Er weiß, dass seine Sucht nicht richtig ist und er hat Schuldgefühle.

Wenn du ihm immer das Köpfchen kraulst und ihm sagst, wie gut du ihn verstehst, muss er nichts ändern.

Das wird dich frustrieren, weil du ja glaubst, er hat Einsicht gezeigt.

Hat er sogar. Aber das ändert nichts.

Sagst du ihm das, wird er sagen, du würdest ihn nicht verstehen (oder nicht mögen, oder dir keine Mühe geben, irgendwie sowas).

Spätestens HIER wirst du mit deiner derzeitigen Einstellung Probleme bekommen.

Wenn du ihn und dich weiterhin so siehst, wirst du den Fehler bei dir suchen. (siehe nochmal oben...)

Nach langem, anstrengendem Hin und Her ("Das MUSS doch aber gehen.." )

stellst du dann fest (siehe wieder oben, alles chronologisch aus DEINEM Beitrag rausgeschrieben... ) :

Du kannst nichts tun, er lässt dich für seine Drogen über die Wupper gehen und du wirst fürchterlich enttäuscht sein.

Achso: ich will es dir immer noch nicht ausreden.

Ich sage es dir jetzt mal so, wie ich es sehe, das klingt hart und böse im Ton, ist so nicht gemeint, soll nur verständlicher sein:

WENN du dich schon dazu berufen fühlst, einen anderen von seinem Leid "zu erlösen" , hast du die verdammte Pflicht, dich VORHER zu informieren, wie du das anstellst.

Außerdem MUSST du den Überblick behalten und kannst es dir überhaupt nicht leisten, durch dein eigenes Mitleid oder durch eingeredete Schuldgefühle da weich zu werden, wo du hättest hart bleiben müssen.

Der Junge ist kein Versuchsobjekt, du musst ausschließen können, dass du es nicht schlimmer für ihn machst, indem du dir deine Fehler schön redest.

#32
Guten Abend ihr beiden!

Ich weiß nicht, obs am Fieber liegt, oder dass ich zu tief in der Sache drin stecke und so traurig bin, aber ich kann euch teilweise überhaupt nicht folgen =(

Tylli: Ich habe hier von meinem Verständnis für ihn nur gesprochen, um zu erklären warum ich sein Freund sein möchte OBWOHL ich nicht zwangsweise davon ausgehe, dass er seine Sucht jemals in den Griff bekommt. Verständlicherweise wurde mir hier dem gesunden Menschenverstand folgend geraten, mich aus dieser Konstellation zurück zu ziehen, bspw. alles zu belassen, wie ich es in die Wege geleitet habe.

Ich neige zu schwarz/Weiß denken und hatte daraufhin das Bedürfnis zu erklären, warum ich nicht sage "er wird aus diesem Sumpf nicht rauskommen, also brech ich den Kontakt ab", sondern die Alternative bevorzuge TROTZDEM sein Freund zu sein. Einen Mittelweg gibt es ja auch nicht wirklich.

Das Verständnis IHM GEGENÜBER ist für mich aber eine völlig andere Sache. Ich will nur unbedingt zum Ausdruck bringen, dass ich seine Sucht klar sehe, ohne rosa Brille und DENNOCH für ihn da sein möchte. Alles andere wäre doch auch völlig daneben, denn ich habe ihn ja nicht so lieb weil er süchtig ist und ich das irgendwie spannend, oder faszinierend finde, sondern weil ich den Mensch mag, der dahinter steht, wenn auch unternnbar verwoben. Wenn ich diese Freundschaft unter der Voraussetzung führe, dass er irgendwann abspringt, dann erzeugt es doch nur Druck der keinen Sinn macht, BIS er sich entschlossen hat, sich ein nüchternes Leben zuzutrauen. Und DA möchte ich helfen. Zb indem ich ihm ein wenig die Augen öffne für das normale Leben, ein stetiger Anlaufpunkt bin, der ihm Halt gibt, ihm zuhöre (solange es NICHT um irgendwelche Drogenprobleme gibt, denn diese muss er unbedingt mit seinen Suchtberatern etc. klären, anstelle sich bei mir zu erleichtern) sein Selbstbewusstsein stärken und ihn einfach lieb haben.

Kein Druck der Welt kann doch erzeugen, dass er sich ein nüchternes Leben wünscht. Das muss von ihm kommen. Das alles heißt aber nicht, dass ich Verständnis dafür habe, wenn er sich mal wieder mehr rein pfeifft, als er braucht, Termine verpasst, nicht abdosiert wie vorgenommen,oder,oder, oder.

Tylli, ich war mir meiner Verantwortung nicht bewusst, denn sonst wäre ich nicht so mit ihm umgegangen. Ich schäme mich, weil ich leichtfertig den Kontakt abgebrochen habe und einen Grund vorgeschoben habe, den ich hätte nie missbrauchen dürfen.

Ich hoffe, dass ich die Gelegenheit bekomme, es wieder gut zu machen!

Ich weiß, dass ich fähig bin mir zu sagen: Ich habe mein bestes gegeben, selbst wenn etwas schief geht, zumindest schätze ich mich so ein. Alles andere kann ich natürlich nicht abschätzen, denn ich war noch nie in so einer Situation.

Warum bemühe ich mich so um einen Menschen, der weit weg wohnt, den ich noch nie gesehen habe und der stark abhängig ist? Weil er mein Herz berührt hat. Samariter? Ich bin Altenpflegerin, ich habe in der Sterbebegleitung gearbeitet, ich habe mich kange Zeit ehrenamtlich betätigt- ABER ich habe nie Züge des Helfersyndroms bei mir entdeckt, oder irgendwas dieser Art. Natürlich habe ich mich gefreut, wenn andere dankbar waren, aber ich habe das nie gebraucht um mich zu definieren. Genauso bin ich nach getaner Arbeit nach Hause und habe abgeschaltet. Ich suche mir ja auch nicht gezielt solche Menschen- im Gegenteil, soetwas habe ich noch nie getan.

Ich bin auch nicht vollkommen glücklich und will etwas von diesem Glück abgeben. Das schätzt er auch völlig falsch ein dieses "es passt nicht zusammen, weil du alles hast und ich nichts". Ich bin einsam, weil ich oft eingeschränkt bin, durch meine Angst. Ich kann derzeit nicht arbeiten und fühle mich wertlos (ja, darauf stürzt ihr euch bestimmt ;) ) ich fühle mich ihm verbunden, weil ich mich vom Leben da draussen genauso ausgeschlossen fühle wie er. ABER VORALLEM bin ich angetan von seiner Art, die er sich bewahrt hat. Diese Freundschaft kommt mir wie etwas besonderes vor und ich möchte sie wachsen sehen. Ich weiß doch auch nicht, wie ich es erklären soll.

Ich bin keine egoistische Pute, die gebraucht werden will und sich ein Opfer ausgepickt hat =( Nein, ich habe ihn einfach sehr, sehr lieb und ich will daran glauben, dass es manchmal im Leben auch gut läuft und Jemand sich um das Schicksal eines anderen kümmert. Das war mein Ursprungsgedanke. Wie oft habe ich hier gesessen und war verzweifelt und allein. Und wie hätte ich mich gefreut, wenn Jemand auf mich zu kommt, einfach weil ich ihn berührt habe und ehrliches Interesse hat und es gut mit mir meint. Und dann habe ich ihn eben etwas kennen gelernt und ich finde ihn einfach wunderbar.

Alles woran ich scheitere sind die Selbstzweifel und die Angst, dass er mir etwas vor macht. Nur deswegen kam es zu diesem blöden, blöden Kontaktabbruch. Ach ich wünschte, dass es der Grund wäre, dass ich nicht damit zu recht komme, dann verstünde mich jeder und ich wüßte, dass ich das richtige getan habe....

Liebe Widerich,

das meiste ist mit der Antwort an Tylli verwoben, siehe bitte oben.

Ich will ihn nicht erlösen, ich will es nur ein kleines bisschen besser machen. Und ich war schon bei einer Suchtberaterin und wir haben genau darüber gesprochen, was ich NICHT tun darf. Ich will ja wirklich alles richtig machen. Vielen Dank für Deine lange Antwort und das Du Dir soviel Mühe gibst!!!

#33
Update:

Ich habe ihm Gestern Nacht geschrieben- was mir wirklich schwer viel. Ich bitte um ein gnädiges Feedback.

Ich habe zum Ausdruck gebracht, dass ich in dieser Situation traurig bin. Und auch, dass ich kurz in Erwägung gezogen habe, dies alles fürmich zu behalten.

"Ich habe erwogen Dir diese Nachricht nie zu schicken und den Gedanken sofort verworfen. Ich habe in Betracht gezogen wenigstens noch einige Tage zu warten, um mich nicht lächerlich zu machen und mich anders entschieden, weil ich nicht ausschliessen kann, dass Du Dich wegen meiner Nachrichten vielleicht nicht gut fühlst.

Je mehr Leute mir bestätigt haben, dass mein Entschluss dir diese Nachricht zu schicken richtig war, desto genauer wusste ich, dass es falsch war. Vielleicht glaubst Du zu wissen, wie diese Nachricht weiter geht, aber so plump bin ich nicht....

Die Erkenntnis, dass Du mir niemals vorgemacht hast, dass Du Dein Leben ändern möchtest, hat mich schmerzhaft getroffen. Tatsächlich wird mir erst jetzt bewusst, dass Du mir immer ehrlich gesagt hast, dass Du nicht sicher bist, ob Du ein anderes Leben führen möchtest. Mein Gefühl, von Dir irgendwie um meinen Einsatz um Dich betrogen worden zu sein, war also falsch. Es muss irgendwie das nächstliegende Gefühl nach Hilflosigkeit sein, in Konstellationen dieser Art :-/ Und deswegen möchte ich Dich um Verzeihung bitten,selbst wenn wir uns nie wieder sehen, hören, voneinander lesen. Allein schon, damit Du nicht glaubst, dass es anderen Menschen nicht zumutbar sei, Dir in Deiner Situation nahe zu sein.

Jetzt werde ich Dich vermutlich wieder überraschen, falls Du bis hierhin gelesen hast und damit rechnechst, dass meine Erkenntnis sich auf obiges begrenzt. Im Gegenteil, der schlimmste Teil kommt noch- zumindest für mich. Klar, ich könnte folgendes für mich behalten, aber dazu war und ist mir unsere gemeinsame Zeit zu wichtig."

Ich habe ihm versucht zu erklären (obwohl es mir wahnsinnig unangenehm ist) dass ich eifersüchtig war und gleichzeitig richtig zu stellen, dass es dabei nicht um eifersüchtige Leidenschaft geht.

"Nein, ich beneide Deine Tanja einfach nur darum, dass sie Dich treffen kann. Nicht nur einmal, sondern so oft sie mag. Dich besuchen, Dich jeder Zeit unterstützen und in jeder Hinsicht für Dich da sein kann. Da konnte ich nicht mit halten =( Und dafür kann Niemand was und es sei Tanja gegönnt Dir nah sein zu dürfen und es sei Dir von Herzen gegönnt, eine richtige Freundin zu haben, oder sogar Partnerin.

Aber ich habe mich einfach nur furchtbar erschrocken, dass ich mich nicht für Dich freuen konnte. Was bin ich für eine Freundin, die sich nicht für einen Freund freuen kann =( Entschuldige bitte."

Dann habe ich noch gesagt, dass er sich nicht aus Höflichkeit melden muss, weil diese ganze Aktion MEIN riesiger Fehler war und ich ihn nicht bedrängen wollte.

Und auch, dass ich den Inhalt seiner sms verstanden habe und akzeptiere, denn der hatte ja seinen ganz eigenen Sinn. Nämlich, dass er niemanden möchte der sich unnöttig (öhm...) Sorgen macht und dass wir zu verschieden sind.

Und ich habe auch erklärt, dass alles noch von den Zweifeln gekrönt wurde, ob er es überhaupt ernst mit mir meint.

Aber er antwortet nicht. Gar nicht,nichts =(

Wenn das sein Ernst war wird er sich nie wieder melden, höchstens um sich aus Höflichkeit zu bedanken und noch einmal zu erklären, dass sich diese Sache nicht rückgängig machen lässt.

Und wenn all dass, was er mir geschrieben hat nicht wirklich sein Ernst war, dann habe ich mit dieser Aktion sowieso den Bonus restlos aufgebraucht und er wird es höchstens belächeln.

Ach, ich könnte heulen.

Andere Alternative könnte auch sein, dass er das Mädchen doch getroffen hat, grade auf Wolke sieben schwebt und mich überhaupt nicht mehr braucht. (da sind sie wieder, meine "ich-bin-16- Gedanken....)

#34
.. ich lese jedes mal zuerst: "Liebe Widerlich"

Auch nicht normal. :D

Mir sind noch zwei Sachen eingefallen, die dir vielleicht helfen könnten:

Du sagtest, dein Mann weiß darüber Bescheid, oder?

Erzähle ihm wirklich ALLES, involviere ihn komplett, zeige ihm auch unsere Diskussionen hier, damit er weiß, worum es geht. (Falls dann der ein oder andere Satz editiert werden muss, ich weiß ja nicht, wie es bei euch so läuft: Sei´s drum... ;) )

Er ist emotional nicht so beteiligt, dann hast du die Sicherheit, dass jemand den Überblick behält, Risiko gedeckelt.

Für das andere nehme ich jetzt mein Beispiel, damit du auch was zum draufstürzen (oder auch nicht, wie du halt meinst...) hast:

Hatte 10 jahre lang Depressionen. Mal mehr, mal weniger.

Die letzten zwei einhalb Jahre davon richtig schlimm, seit einem Jahr komplett weg.

Ich war auch stinkig, wenn man mir gesagt hat, ich solle doch einfach mal nicht traurig sein.

Oder: "Du hast so einen tollen Beruf, eigentlich könnte es dir doch so gut gehen..." (Kotz-Smilie gibt´s nicht?? :D )

Oder ich müsse was ändern, oder am besten: "Du willst ja gar nicht!" , wo ich das Gefühl hatte, nicht zu können.

Wenn du von ihm erwartest, dass er was tut an der Sucht, wäre das, als würde man dir sagen, du solltest "mal einfach" keine Angst haben und erwartet, dass du das auch machst, weil du doch sehen musst, dass da nichts zum Fürchten ist.

Ich hab auch immer gesagt: "Das verstehst du nicht!" Und im Schlimmsten Fall: "Ja, wenn du mir nur Vorwürfe machen willst, geh doch bitte einfach!"

Klar ist es alles etwas anderes.

Aber die Unmöglichkeit zur Veränderung durch bloße Anteilnahme eines anderen ist überall gleich.

So, Moralpredigt beendet, hoffe ich. Ist eigentlich auch nicht mein Ding, ich stifte lieber zum unvernünftigen an. :D

Schlaf gut

LG

#35
Aber er antwortet nicht. Gar nicht,nichts =(
Ja, ganz bestimmt sitzt der gerade ganz entspannt mit seiner neuen Flamme in einer schicken Bar und trinkt einen Cappuccino... :rolleyes:

Kommt schon noch was.

Anderes Zeitgefühl..

Youtube: Teufelsdroge Ketamin

#36
Erst einmal Danke für den Link. Obwohl ich die Gefahr der Co- Abhängigkeit aufgrund der Entfernung als nicht so groß einschätze, war es doch interessant und informativ die Broschüre zu lesen.

Die Videos waren schrecklich =( Ich denk zwar nicht, dass es bei einem Langzeitkonsumenten so abläuft, sondern eher, dass er nach der Einnahme relativ normal ist, aber erschreckend ist es trotzdem. Ich kann sowas auch gar nicht nachvollziehen, hätte vor soetwas viel zu große Angst.

Ja, mein Mann hat auch großes Interesse und viel Verständnis (für mich). Im Moment ist er beruflich so eingespannt, dass ich ihn mit der jüngsten Entwicklung nicht auf die Nerven gehen will, aber er weiß schon, was vorgefallen ist und auch von meinen Gefühlen. (Eifersucht zB)

Glaub mir, sowas würd ich nie sagen, ich weiß doch selbst am besten, wie sich soetwas anfühlt. Und Vorwürfe habe ich ihm auch noch NIE gemacht, höchstens mal vermehrt darauf gepocht, dass er irgendwas erledigt.

Naja, Cappuccino trinkend sitzt er mit ihr sicher nirgends, aber... Ach, ich muss aufhören so albern zu sein!

Er meldet sich nicht. Er meldet sich nicht. Er meldet sich nicht ;(

#37
Hm, wenn deine Laune nun aber davon abhängig ist, ob er sich meldet?

Warte nicht darauf.

Wie kommst du überhaupt darauf, SIE könnte sich das Drama anschauen?

Vielleicht kommt sie an und geht sofort wieder....

Würde dich das glücklicher machen? Wohl kaum..

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:mauer: Ich mag doch nicht mehr vernünftig sein! :heulen:

:party: :evil: :klatsch: <--- das entspricht mir jetzt eher

#38
Weil SIE auch abhängig ist (Laut ihm weit weniger als er) und er mir vor ein paar Tagen eröffnet hat, dass sie zusammen in der selben Klinik entziehen wollen und vorher zusammen entgiften. Und sowas beschliesst man ja nun nicht, wenn man sich nicht nahe steht. Daher war ich völlig irritiert, weil ich bislang noch nie etwas von ihr gehört hab und auf einmal an allem gezweifelt hab.

#39
Nur ein Gedanke: Aber vielleicht bist du emotional von ihm abhängig, weil seine krassen Problemen, dich von deinen eigenen Problemen abgelenkt haben? Weil du das Gefühl hattest, du kannst trotz allem einen Unterschied machen? Weil du gebraucht werden wolltest, statt zu brauchen?

#40
Roya, da ist etwas Wahres dran und dass weiß ich auch! Aber darüber hinaus geht es auch wirklich um ehrliche Gefühle!

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