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Vertrauen... Die Grundvoraussetzung

88 Antworten7'704 AufrufeGestartet von *Belleza* ·

bearbeitet #41
Hallo Belleza,

mir fällt sehr auf, dass du beschreibst was ER macht, wie er es macht etc.

Ich will nicht sagen, dass das "richtig" im Sinne von Moral ist, oder wie man das auch sonst nennen kann, aber ich glaube für dich wäre eine Reflektion deines Verhaltens viel angebrachter. Ich habe das Gefühl, dass du so sehr in der anderen Person bist, dass du selbst zunehmend verschwindest.

Ich will auch nich sagen "Zerfleische dich selbst". Ich denke nur, dass du mehr bei dir ankommen solltest. Passiv (gedanklich) und aktiv (im Handeln). Ich denke, dass du dich mehr um dich selber kümmern solltest. Im Bezug auf "Für sich selbst Sorgen" das sowohl passiv (Ich habe das Recht mich um mich zu kümmern) als auch aktiv (Heute nehme ich mir mal Frei und mich können alle am Arsch lecken).

Wie schon gesagt wurde, du versteifst dich auf die Opferrolle und um die los zu lassen solltest du dich hinterfragen. Das produktiv umzusetzen ist nicht ganz einfach, entweder der andere ist Schuld, oder die eigene Person ist Scheiße. Son Mittelmaß wäre aber ganz gut.

Zerfleisch dich nicht im negativen Denken über dich selbst, aber versuch auch mal kritisch konstruktiv dein Handeln zu hinterfragen.

Sicher ist sein Verhalten nicht richtig (wie oben erwähnt), aber dein Verhalten ist eben auch nicht angebracht, weil du so eben immer in Probleme kommst.

Ich hoffe, das das jetzt nicht so negativ rüberkommt. Ich denke nur, dass du aus genannten Gründen versuchen solltest ein wenig selbstkritisch zu sein, aber dabei auch nicht so sehr, dass du dich noch mehr fertig machst. Konstruktiv eben.

3× hilfreich
bearbeitet #42
Zieh dir den schuh nicht an, lösch alles von ihm, reagiere nicht mehr, anders wirst du den nicht los.
.... hat sie auch gesagt ;-).

Du willst das nicht richtig beenden, oder? Es liegt nicht daran, dass es nicht geht, oder dass du es nicht kannst.

Du willst (noch) nicht. Sicher ist das auch unterbewusst, aber nicht nur. Und das ist gut und dein Weg raus. Wir sind hier wieder bei dem Forums-beliebten Hamsterrad (siehe auch wellenreiterin oben). Wenn es noch nicht genug dolle und chaotisch war, dann muss noch ne Runde her. Die muss noch merh weh tun, bis du wirklich nicht mehr willst. auch nicht mehr unterbewusst. *

Oder,.... du machst dir ein großes Geschenk. Nimmst den Teil von dir, der Zuneigung und Annerkennung sucht selbst in den Arm und lässt das Leben mitreden. Altbekanntes Ufer loslassen und sich auch mal für kurze Zeit orientierungslos fühlen.

* Aber das würd ich mir mal gut überlegen, was nach nem wiedergeborenen Jesus, der gleichzeitig ein gefallener Engel ist (Luzifer ist das übrigens auch), zudem noch Botschafter in einer verschwörten Welt - noch kommen wird. :-D Ich hätte vor der Steigerung auch n Bisschen Angst ;-)

1× hilfreich
#43
@Crying Soul das kommt überhaupt nicht negativ rüber. Im Gegenteil. Deine Ansichten helfen mir wirklich sehr.

Du hast recht. Ich zerwüle das ganze zu sehr. Zerkaue quasi alles was ihn betrifft und vergesse mich. Ich habe natürlich da auch Verhaltensmuster, die mich überhaupt in solch eine Lage bringen.

Dieses übergehe dein schlechtes Gefühl, dieses keine Entscheidung treffen, dieses alles von ihm abhängig machen. Ich habe das Gefühl dass ich mich nicht trennen kann. Das ich Angst vor diesem Schritt habe. Dabei wird alles nur schlimmer und schlimmer. Und eigentlich will ich auch gar nicht mehr und bleibe trotzdem. Dann der zwang positiv aus der Sache raus zu kommen. Warum muss ich ihn bitte davon überzeugen dass ich ne gut bin. Das ist doch eigentlich egal, was er von mir hält. Wichtig ist doch was ich von mir halte. Warum will ich immer dass andere gut über mich denken? Da muss ich echt mal in mich gehen.

2× hilfreich
#44
Ich kenne das Problem genau andersrum - Ich zerpflücke mich teilweise ganz gerne selbst so kritisch, bis nichts mehr da ist.

Von daher ich weiß, dass ein Seiltanz ist, zwischen konstruktiver Selbskritik und "Oh Gott, ich bin so scheiße".

Ich bin deinen Schritt quasi schon gegangen und habe da gerne mal übertrieben mit. Da ich weiß wie instabil man in solchen Momenten ist, weiß ich eben auch, wie vorsichtig man sowas von außen anbringen muss, damit das alte Selbst quasi kontrolliert gesprengt wird und ein neues Selbst, wie Phönix aus der Asche empor schwebt. Sonst kommt sowas eher destruktiv an und das hilft dann auch nicht wirklich. Das wollte ich vermeiden.

#45
@Rosenkatze ich hab bereits alles gelöscht was ich von ihm bekommen habe. Und ich möchte mit der ganzen Sache nix mehr zu tun haben. In mein Leben lass ich ihn definitiv nicht mehr.

Und ich werde auch nciht mehr reagieren. An dem Punkt bin ich schon angekommen. Bei mir ist der Punkt erreicht, wenn ich mich öffne und meinen Freundinnen dsvon erzähle.

Komischer weise ist dass immer der Punkt an dem es für mich dsnn kein zurück mehr gibt. Sobald alles raus ist könnte ich nie wieder mit der Person auch nur ansatzweise etwas anfangen.

Wie gesagt, es ist mir egal was er macht. Das war jetzt definitiv genug. Ich sehe da aber dennoch erst Notwendigkeit jemanden zu blockieren wenn es Handlungsbedarf gibt.

Ich werde ihn nicht anschreiben, sollte was kommen, sage ich ihm er soll mich in ruhe lassen und wenn er dann nicht aufhört kann ich diesen Schritt gehen. Ich bin für mich damit bisher gut gefahren.

B52
#46
Also ich habe nicht den eindruck, dass du noch in Gefahr bist, damit weiter zu machen. Sobald man angst bekommt ist es vorbei. Da ist auch die positive Spannung weg und eher eine negative Anspannung da.

Beim blockieren besteht leider die Gefahr, dass er aus Ohnmacht wütend wird und bei dir auftaucht oder eben andere wege findet, finde ich auch nicht unbedingt nötig. Hauptsache du reagierst entsprechend, wenn er sich meldet. Bei mir war das noch ne weile ganz schön strange. Er wusste so viel von mir und hat diese Infos genutzt um mich zu provozieren. Ne weile bin ich da auch immer mal zumindest verbal drauf eingegangen, aber richtig gebracht hat dann nur, sich gar nicht mehr zu melden, nicht zu reagieren.

Und klar hat CS damit recht, dass man sich selbst bei sowas vergisst, aber mal ehrlich- wem würde das nicht so gehen, das ist schon auch ein krasser psychofall- sowas begegnet einem nicht jeden tag, ich hatte auch schon schöne Beziehungen :-)und du sicher auch...

Manchmal habe ich auch den eindruck, dass das mit den Psychos immer mehr wird.....gerade in so Beziehungskisten...

B.

1× hilfreich
bearbeitet #47
Ich denke, dass pathologische Zuschreibungen häufig sehr einseitig sind.
Pathologische Beziehungsmuster oder pathologische Verhaltensweisen können auch nur ausbrechen, wenn bei einem selbst die Möglichkeit besteht, dass sie überhaupt so etwas wie ein Schloss finden, wo sie sich ausprobieren können - bis das Schloss aufgeht, oder wo eben das von Anfang an aufgeht und trotzdem von vorne rein (meist) klar ist, dass Probleme entstehen werden.

B52: Das mag sein, das "pathologische Beziehungsdramen" immer häufer werden. Das heißt dann aber auch, dass alle möglichen Beteiligten gleichermaßen wachsen.

Ohne Alkoholabhängige keine Co-Abhängigen, ohne Co-Abhängige keine Alkoholiker 

oder allgemein

Ohne pathologische Gruppe xy, keine pathologische Gruppe yx

1× hilfreich
#48
Ich finde, du klingst in den letzten beiden Posts schon "viel besser", eher dem auf der Fährte, was deinem Verhalten zugrunde liegt.

Und nur, damit du dich vielleicht nicht so allein damit fühlst: Mir geht es ganz genau so wie dir! Für mich stellte sich dann irgendwann die Frage: Spüre ich das eigentlich nicht, das jemand nicht gut für mich ist? Ganz klar: doch, tue ich! Ich ignoriere es nur. Warum aber vertraue ich meinem Bauchgefühl da aber nicht, wenn es doch da ist (und oh, wie sehr das immer recht hat!)? Weil mich selbst ernst nehmen auch bedeutet, Verantwortung für sich zu übernehmen. Klingt erstmal positiv, ist aber auch anstrengend (man kann ja nicht mehr auf einen Anderen zeigen und sagen: "Der hat mich traurig gemacht!"), und bedeutet auch das Risiko einzugehen, dass der Gegenüber einen verlassen könnte. Das ist bei mir die zugrunde liegende Angst.

3× hilfreich
#49
@B52 Bin ich auch nicht mehr. Wenn ich erst mal raus bin, dann geh ich nicht mehr zurück, da ich dann klar denken kann. Ich denke auch es ist von außen immer leicht gesagt wie man in solcher Situation bestenfalls umgeht. Solche Problemmenschen sind auch Künstler in sich positiv darstellen. Als Außenstehender bin ich wirklich der beste Tippsgeber und für mich ist die Lage oftmalls klar und schnell zu lösen. Für den, der da aber drin steckt ist es alles andere als leicht. Das war nun für mich eine sehr außerordentlich extreme Situation. Sowas hatte ich bisher noch nicht.

In der Liebe gibt es kein Richtig oder Falsch. Das definiert jeder für sich selber und jeder hat sein eigenes Tempo. Wenn man nicht raus kommt, dann braucht man denke ich professionelle Hilfe.

Ohne Alkoholabhängige keine Co-Abhängigen, ohne Co-Abhängige keine Alkoholiker


Kannst du mir das nochmal genauer definieren? Ich glaube ich hab es nicht ganz verstanden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Co-Abhängiger jemanden in den Alkoholismus treibt.

Mein Alkoholkranker Ex Freund ist sehr wohl ohne einen Co-Abhängigen Menschen ausgekommen. Und ist allein in seiner Depression und Alkoholsucht verfallen. Er hat sich komplett von der Außenwelt (Famile,Freunde) abgekapselt.

@Wellenreiterin ja definitiv. Es ist jetzt endlich mal an der Zeit an mich und meine Bedürfnisse zu denken. Ich muss es nur mir selber Recht machen. Ich habe gestern gleich damit angefangen. Ich mache jetzt nur noch das worauf ich Lust habe, solange es natürlich in meinem Handlungsfeld ist und och muss mich dafür nichtmehr erklären.

Mich hat zb gestern jemand bei FB angeschrieben und mich gefragt, dass er mich kennenlernen möchte und ich habe es ohne schlechtem Gewissen abgelehnt. Früher hab ich mich immer blöd gefühlt. Er wollte dann auch noch ne erklärung haben. Ich muss mich doch nicht vor einem fremden Rechtfertigen. Und ich wäre gestern eig zum Streetdance, aber mir war nicht danach. Hatte lieber Lust meine Serie zu schauen und das hab ich gemacht und mir ging es damit sehr gut. Ist zwar nur ein kleiner Anfang aber immerhin.

Ich muss lernen, dass jemand der mir ein negatives Bauchgefühl gibt nicht der Richtige ist. Für die Liebe kann man nicht kämpfen. entweder Sie ist vorhanden oder eben nicht. Und ein Partner würde einen Niemals Grundlos ein schlechtes Gefühl geben

1× hilfreich
bearbeitet #50
Hallo Belleza,

es geht auch nicht nur darum, dass der / die Co-Abhängige den andern in die Sucht "treibt."

Beim Alkohol oder sonstigen Substanzabhängigkeiten kommt natürlich auch noch die Abhängigkeit durch nicht nur psychologische Prozesse. Der "restliche" Körper reagiert auch noch auf die Substanz.

Dazu kommt:

Das ganze ist auch in Hinblick auf die Muster zu untersuchen, die die Menschen in ihren Rollen verharren lassen. Fühle ich mich als CO-A (ich kürze mal ab) durch die Hilfe selbst aufgewertet, bekomme ich Lob fürs helfen? Welche Prozesse sind dafür verantwortlich, dass die Personen trotz großer Probleme in ihrem Weltbild verharrt?

Beispiel:

Eine unselbstbewusste CO-A wird sich durch Lob von außen und / oder durch das Gefühl von Macht / Stärke in ihrem helfenden Handeln bestärkt -> Sie wird nie aufhören zu helfen, wenn sie durch innere und / oder  äußere Prozesse selbst al davon abhängig ist, was sie macht.

Ein Co-Abhängiger wird nie wirklich wollen, dass der Alkoholiker trocken wird. Dann hätte er niemanden zum "bespaßen" mehr.

Das ganze "Beziehungsdrama" ist immer in einem komplizierten, wechselseitigen Gebilde verworben.

Zumindest kommet meist dann auch noch sowas dazu wie:

Konstrukte wie Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein werden auf andere verschoben. Müsste dann also eigentlich Fremdvertrauen und Fremdbewusstsein heißen, da die Wurzel nicht in einem Selbst ist.

"Ich fühle mich nur durch meine Hilfe selbstbewusst, wenn andere mich für meine Hilfe loben."

Das hat dann aber nichts mit SELBSTbewusst zu tun. Es kommt ja von außen.

Grundsätzlich ist es denke ich wichtig die eigene Rolle zu erkennen. Was wertet mich auf / ab? Womit werte ich andere auf / ab? Und was für eine Rolle hat das im Gesamtgebilde?

3× hilfreich
#51
Hey ihr lieben,

ich hab mal eine Frage an euch. Meint ihr ich schaff das alleine meine Probleme in den Griff zu bekommen oder sollte ich mir lieber Hilfe suchen?

Nach den Jahrelangen Erlebnissen bin ich mir da nicht so sicher. :/ Dass ich mich jetzt bewusst so in mein Unglück gestürzt habe macht mir doch schon etwas Sorge.

Ich bin immer noch im Kopf bei ihm und denke über die ganzen Geschehenisse nach. Was hat er falsch gemacht, was hat er schlimmes angerichtet, ER ER ER!!!

Ich bin nicht bei mir. Schieb ihm alle Schuld zu. Dabei bin ich doch selber für mich verantwortlich. Ich hätte ni8cht bei ihm bleiben müssen. Ich hab mich auch leider wieder dabei erwischt, dass ich mir Luftschlösser gebaut habe :/

@Crying Soul Danke für die ausführliche Erläuterung. Jetzt hab ich es verstanden. Ich weiß nicht ob ich Co- Abhängig war oder bin. Aber ich glaube eher nicht. Ich hab weder meinen Vater noch meinen Ex Freund in seiner Alkoholsucht unterstützt. Aber dieses Helfersyndrom habe ich wohl schon.

#52
Belleza, auch das ist eine Frage, die nur du dir selbst beantworten kannst: Wie hoch ist dein Leidensdruck? Hast du das Gefühl, es selber noch ändern zu können? Inwiefern könnte es helfen, Vergangenes (noch einmal?) aufzurollen?

Bei mir war und ist es definitiv sinnvoll, dass ich in therapeutischer Behandlung bin. Es ist aber auch ein langer, anstrengender Weg - der sich trotzdem lohnt. 

Wenn du Hilfe beim Suchen eines geeigneten Therapeuten brauchst, kannst du dich gerne per PN melden bei mir.

Und kurz zur Co-Abhängigkeit: Sie lässt sich nicht so einfach schwarz/weiß beurteilen - ist nicht nur ein: "Ich stelle dem Alkoholiker auf Entzug ein neues Glas Wein hin", sondern so ziemlich alles an tun und auch unterlassen, was das aufgebaute System zum Verstecken oder Zerreden oder sonst was weiter erhält. Da gehört auch dein Helfen dazu: Stetiges Verständnis, Ursachensuche, den Betroffenen vor Anderen, ihm und sich selbst entschuldigen, und noch etliches mehr. All das unterstützt den Abhängigen eben in seiner Abhängigkeit, das ist ein sehr komplexes Thema - für dich eines, das ich dir ans Herz legen würde.

1× hilfreich
#53
Das ganze ganze Spektrum erfasst definitiv nicht nur ein paar Zeilen langer Beitrag.

Ich habe dein Eindruck, dass dir eine Therapie helfen würde. Ein Therapeut kann dem Kind auch einen Namen geben. Ob du Co-Abhängig bist, weiß ich auch nicht. Von meinem Gefühl her ist das ein Jein.

Ich denke du bist aufjedenfall in deiner Persönlichkeit verlagert. Du denkst mehr daran, was er macht, denkt usw.

Wie ich bereits sagte: Das mag man alles moralisch, ethisch, gesundheitlich und so weiter verurteilen und nicht gut finden können, was er macht.  Ich habe aber den Eindruck, dass jede Stimme, die ihn verurteilt, dir hilft in deinem Muster zu verharren -> Er hat das Problem, nicht ich!

Nochmal zu den lieben Kerle und den Dominanten: Ich denke, dass du das Konzept von "Selbstbewusstsein" und "Selbstvertrauen" bei dir mal hinterfragen solltest.

Ich hab so den Eindruck du wertest bei denen das ab, was du selber meinst auch nicht zu haben und klammerst dich dann an die (die das meiner Meinung nach auch nicht haben), weil dein Konzept davon ist, wie es ist und du über Abwertung von lieben Kerlen und Aufwertung von dominanten Möchtegerns stabilisierst.

Ich denke, dass du dich Möchtegerns aufwertest, um deren "Selbstvertrauen" zu stärken, um sie für dich attraktiv zu machen "Sie haben etwas was ich nicht habe". Nur eben unter der falschen Prämisse, dass Selbstvertrauen etwas ist was von außen kommt.

Darüber ist sicher Stabilisierung erreichbar - ist nur die Frage ist es der Preis wert das weiterhin so zu betreiben?

#54
Klar kann ein Therapeut helfen. Da ist es aber wie ich finde auch so wie bei Büchern. Die einen fesseln Dich und treffen was in Dir, andere sind mühsam, schwer zu lesen und interessieren dich nicht wirklich. Ich hatte jetzt nen psychologisches Coaching, was mich sehr unterstützt hat. Zwar nicht in Liebesangelegenheiten, trägt aber sicher auch da Früchte.

Eins will ich gern mit euch teilen, es erstaunt mich, wie wirksam das ist: Direkt nach dem Aufwachen, bevor das Radio, der Fernseher usw. angeschaltet wird (am besten noch im bett) drei DinA4 Seiten vollschreiben mit allem was dir durch den Kopf geht. Auch das was man als Blödsinn oder unwichtig findet. Aber die 3 Seiten voll machen. Und dann weglegen und nicht nachlesen. Frühestes mal nach ein/zwei Monaten.

Selbst das Aufschreiben klärt schon sehr viel und ich fühle mich freier um in den Tag zu starten. Hat mir echt geholfen und mach ich weiterhin.

Ob Dir was guttut, spürst du schon. Es nur zu denken, reicht nicht aus. Wenn der Bauch nicht Ja sagt, das Herz nicht überzeugt ist, hält es nicht lang.

bearbeitet #55
Kurz mein Senf zur originalen Frage in diesem Thread:

Meiner Meinung nach braucht es, um vertrauen zu können, ein intaktes Selbstwertgefühl.

Ich selbst wurde betrogen, war Teil einer Affäre (ich als single, wohlgemerkt), aber ich habe keine Probleme damit, selbst vertrauen zu können. Nur das Wissen / die Erfahrung von Betrug hat IMHO nicht grundsätzlich direkten Einfluss darauf, ob jemand vertrauen kann oder nicht.

Auf der anderen Seite kenne ich einige Leute im nahen Umfeld, die wenig oder gar nicht vertrauen können. Allen gemeinsam ist, dass sie Mühe haben mit ihrem Selbstwertgefühl.

#56
Belleza,

wie ist es dir ergangen?

#57
Hallo Wellenreiterin,

danke das du fragst.

Ich war die letzten Tage auf einer Kreuzfaht und hab ein wenig abschalten können. Das war sehr schön und tat mir gut.

Ansonsten fühl ich mich momentan leer und hab keine Kraft. Egal was ich anfasse ich bin kraftlos und lustlos. Und lasse bis auf Arbeit momentan alles schleifen. Freunde, Sport, Tanzen.

Für mich alles anstrengend und am liebsten bin ich alleine. Ich hab auch Probleme mich wach zu halten. Liege meistens schon gegen 20:30 Uhr im Bett und hab da schon probleme wach zu bleiben.

Momentan fühl ich mich nicht gut. Komplett ausgelaugt, dick weil ich so viel fresse (Frustessen) und keinen Sport mache und irgendwie fehlt mir gerade der Sinn für mein dasein.

Ist echt ne blöde Phase zur Zeit. Habe das We Größtenteil im Bett verbracht. Hoffe das geht bald vorbei. Kraft mir Hilfe zu suchen hab ich auch nicht wirklich.

Ich seh mich einfach nicht bei einer Psycholigin. Ich weiß nicht ob mir solch eine Person wirklich helfen kann. Bisher bin ich aus so einer Tiefphase immer selbst rausgekommen.

Von ihm habe ich zwischenzeitlich auch nochmal gehört. Und noch mehr Dinge erfahren. Das was ich erfur finde ich schlimm. Und es raubt mir noch mehr die Kraft. Ich will mich nicht mehr mit Problemen von anderen belasten. Dafür habe ich selber keine Kraft mehr.

bearbeitet #58
@*Belleza* Nanu, was lese ich da!? :unsure:  

Diese Phase geht vorbei. Noch besser wenn Du alleine wieder rauskommst. Wichtig find' ich, dass Du ein Ziel vor Augen hast. Dass D von dir aus sagst, bis dahin und nicht weiter. Du wirst von Dir aus merken, wann Du genug von dieser Phase hast und wirst zu Dir sagen "So, jetzt Finger aus dem Po und los". Dieser Zeitpunkt wird kommen und falls er nicht kommt, solltest Du dir vielleicht doch besser Hilfe suchen.

Solche Tiefs gehören zum Leben. Wichtig ist aber, nicht ewig im Tief zu verharren sondern rechtzeitig die Notbremse zu ziehen. Und so wie ich Dich hier "kennengelernt" habe wirst Du das können Belleza.

Mach unbedingt weiter mit Sport, das hilft ungemein und gibt Kraft. Ich musste mich auch oft aufraffen und mich fast zum Sport zwingen, im Nachhinein war ich aber froh war ich da.

Kümmere Dich um Dich, schalt mal die Probleme anderer aus. Du stehst an 1. Stelle und musst wieder auf die Beine kommen. Das hat erste Priorität.

Tu was Dir gut tut, häng ein ganzes WE zuhause ab, zieh Dir nonstop deine Lieblingsserie rein, iss was du willst, gönn Dir ein Wellnessprogramm, was auch immer. Und dann steh wieder auf und nimm dein Leben in die Hand.. Du wirst merken wann der Zeitpunkt gekommen ist..

Und wenn nicht, kannst Du dich immer noch an jemanden wenden.

Alles Gute!

tobe

2× hilfreich
#59
Liebe @belleza

Ich bin keine Expertin, aber das klingt für mich schon so, als wärst Du gerade in einer Depression gelandet. Zumindest sicherlich in einer sehr depressiven Phase. Solltest Du nicht aus eigenen Stücken rauskommen, dann such Dir Hilfe bei einer Psychologin.

Ansonsten sehe ich es wie tobe: kümmer Dich jetzt um Dich. Stell Dich an erste Stelle. Du bist es Dir wert!

Alles Liebe

Minusch

bearbeitet #60
@*Belleza*  Das sind wirklich die Zeichen einer Depression, oder wenigstens einer depressiven Verstimmung.

Manchmal läuft man auch Gefahr, glaube ich, dass man noch lustloser wird und der Anschiss noch grösser wird, wenn man sieht, dass man nur noch rum sitzt (und sich die Arbeit häuft, oder man frust-frisst oder was auch immer). So eine Art Spirale.

Seit einem mittleren GAU letzten Oktober befinde ich mich in einer solchen Spirale. Und obwohl es meine Freunde, Kolleginnen gut mit mir meinen, sogar Beziehungstechnisch völlig unerwartetes passierte und ich sozusagen gar nicht mit meinem Glück umgehen kann, ich kam nicht aus dieser Spirale raus. Z.T. glaube ich, weil, in meinem Fall, die Berge an unerledigtem Mist einfach unüberwindbar hoch wurden. Auf Sport habe ich auch viel weniger Lust als sonst, beim Essen ist das bei mir umgekehrt: Ich leide dann an Appetitlosigkeit.

Auch bei der Arbeit konnte ich mich, obwohl sie mir Spass machen würde, nicht mehr motivieren.

Letzten Samstag habe ich beschlossen, das damit Schluss ist. Habe das ganze WE offene Dinge erledigt, und fühlte mich heute Morgen schon besser, einfach weil ich es schaffte, diesem Mist aktiv den Kampf anzusagen. Wie andere geschrieben haben, ist dieser Punkt vielleicht bei Dir noch nicht gekommen. Irgendwann hast Du genug, das wird kommen, und dann stehst Du auf und nimmst es in die Hand. Es wird sich gut anfühlen und Du wirst es durchziehen.

Wenn das nicht geht: Tobe hat es geschrieben: Nimm professionelle Hilfe in Anspruch. Dafür sind die ausgebildet, und heute schämt sich keiner mehr, einen Psychiater in Anspruch zu nehmen.

Tip1: Mach Sport mit einem Freund oder einer Freundin! Das macht viel mehr Spass!

Tip2: Reden reden reden (ich habe Kollegen verloren deswegen, aber janu :)  )  Es gab Zeiten, in denen ich keinen Weg mehr sah, den ich gehen konnte. Aus heutiger Sicht fast nicht zu glauben. Die Leute um mich herum haben mir grosse Teile der Hoffnungslosigkeit genommen, mein Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten gestärkt, und irgendwann glaubte ich es ihnen, dass es doch weitergehen wird.

Wichtig ist schon nur, dass Du Deine Situation einigermassen richtig einschätzt :super:

Das kommt wieder.

Kopf hoch!

P'nuts

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