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Gesammelte Werke - Lunaris' Gedichte

240 Antworten27'616 AufrufeGestartet von Lunaris85 ·

#121
Ich unterdrücke es

Es schmerzt

Es frisst sich tief in mein Herz

Hab es zu tief begraben

Es kann nicht mehr hinaus

Ich verzweifle dabei

Sterben, alles vergessen

Ich muss kämpfen, ich darf nicht aufgeben

Mir ist schwindlig

Kann nicht klar denken

Alles dreht sich im Kreis

Warum muss ich all den Schmerz ertragen?

Warum kann ich es nicht?

Wie machen es die anderen?

Will meinem Ärger Luft machen

Will alles rauslassen

Will es Dir ins Gesicht sagen

Was ich denke, was ich fühle

Es bleibt mir im Halse stecken

Ich ersticke beinahe

Wieder wird es mir schwindlig

Ich sinke zu Boden

Meine Muskeln verkrampfen sich vor Schmerz

Er will raus – ich unterdrücke es

Zwinge ein Lächeln auf mein Gesicht

Während mein Magen sich selbst zersetzt

Wahre den Schein

Um nicht noch mehr zu zerstören

Du lässt mich nicht in Ruhe

Obwohl ich Dich darum bitte

Stumme Schreie dringen an Dein Ohr

Doch Du hörst sie nicht

Beachtest sie nicht

Lebst naiv vor Dich hin

Hast für mein Leid keinen Sinn

Kein Verständnis

Kannst es nicht sehen

Wenn du es könntest, könntest Du es nicht lösen

Da wäre die Gewissheit dass Du bescheid weißt

Mein Innerstes läge entblößt vor dir

Und Du wüsstest nichts damit anzufangen

Unbeholfen würdest Du es verstümmeln

Es tut weh

Ich will hier raus

Will dass es ein Ende nimmt

Meine Hände zittern

Meine eigenen Gedanken ängstigen mich

Wage kaum ein weiteres Wort zu denken

Wieder wird mir schlecht

Ich hab zu tief gegraben

Alte Wunden wieder offen

Das Blut fließt

Es gerinnt nicht

Es fließt ohne Unterlass

Das Leben scheint aus meinem Körper zu entweichen

Gott so hilf mir doch

Du hast mich verlassen

Zurück bleibt nur

Schmerz

Verzweiflung

Angst

Einsamkeit

Leere

Tod

Enttäuschung

Mit all dem lässt Du mich zurück

Bin überfordert mit all der Last

Keiner kommt mir zu Hilfe

Niemand kann mir helfen

Nicht Gott, nicht Du und auch nicht ich

Auf ewig diese Pein

Tagein tagaus diesen Schmerz zu spüren

Es ist unmenschlich

Es lässt nicht nach

Wieder wird mir schlecht

Alles dreht sich

Es macht mich verrückt

Mir wird wieder schwindlig

Und es nimmt kein Ende

Dieses Gedicht entstand durch ein Brainstorming innerhalb von 5 Minuten

#122
Ich sitze einmal mehr die ganze Nacht alleine vor meinem Computer und einmal mehr bin ich erschöpft, müde, ausgebrannt. Nichts was mich aufheitert. Kein Lichtblick in dieser dunklen Nacht. Ich möchte zusammen mit dem Sonnenaufgang einschlafen und den folgenden Tag nicht erleben. Mein Herz ist erfüllt von nicht enden wollender Trauer. Nichts was mich belebt, mir Freude schenkt, mich hoffen lässt. Vor mir steht so viel Gutes und doch nichts. Vor mir steht nichts Schlechtes und doch so viel. Ich habe nicht die Kraft jetzt weiterzumachen. Selbst das Schreiben fällt mir schwer. Ich schaukle mich Stück für Stück weiter in eine tiefe Depression, ob ich es will oder nicht. Die Träume die ich habe lassen in mir ein Gefühl von Traurigkeit aufkeimen. Ein Mensch sollte nicht einsam sein. Dafür ist er nicht gemacht. Ich zweifle im Moment an allem. Ich zweifle an meinem Glauben. Ist das Leben wirklich eine Prüfung, die es zu bestehen gilt? Warum muss ich diese Prüfung machen? Warum will die Seele solch schmerzhafte Erfahrungen sammeln? Warum fügt sie sich selbst diesen Schmerz zu? Gibt es einen Gott? Ist das der Plan, den er sich für mich gedacht hat? Warum nur kann ich diesen Plan nicht verstehen? Ich zweifle an mir selbst. Kann ich das alles durchstehen? Bin ich stark genug für diese seelischen Schmerzen? Wenn nicht, warum füge ich sie mir selber zu? Warum kann mein Herz die Realität nicht akzeptieren? Warum kann ich nicht loslassen? Warum kann es mir nicht wie den Anderen so leicht fallen, alles zu verdrängen was ich erleben musste? Warum habe ich diese Nacht nicht geschlafen, obwohl es besser für ich wäre? Warum zwinge ich mich selbst zu etwas, was ich später bereue? Warum habe ich diesen selbstzerstörerischen Trieb in mir? Warum sieht es keiner? Warum hilft mir keiner, dagegen anzukämpfen? Warum kann ich mir selbst nicht Helfen? Wenn das Leben eine Prüfung ist, was ist dann, wenn man im Leben versagt? Was, wenn man am Leben zugrunde geht? Was wenn man nur traurig ist, einfach nur weil man ist? Welchen Sinn hat meine Existenz? Welchen Sinn hat die Existenz allen Seins? Sollte ich mir eine solche Frage überhaupt stellen? Ist das Vorgesehen? Oder ist dieser Gedankengang eine bösartige Mutation des Menschen, die ihn letztendlich zugrunde gehen lässt? Ich habe Angst darüber nachzudenken, doch kann ich nicht damit aufhören. Ich habe mich selbst nicht unter Kontrolle. Es begann alles mit ihr… Kann ich es ihr sagen? Schließt sich dann der Kreis? Kann ich dann endlich ein normales Leben führen? Ich kann es ihr nicht sagen. Würde sie es überhaupt verstehen? Wenn sie es versteht, würde sie daran zerbrechen? Würde sie an dieser Sache zugrunde gehen wie ich? Sie müsste alles erfahren. Ich müsste ihr alles geben, was ich in Bezug auf sie geschrieben habe. Sie müsste alles lesen. Den ganzen Schmerz den ich in Worte gebannt habe, um ihn ein bisschen besser ertragen zu können. Ich glaube nicht, dass sie es verstehen würde. Wenn sie allerdings auch nur eine leise Ahnung davon bekommt, wie es in mir aussieht wird sie darunter leiden. Egal, ob sie sich selbst Mitschuld gibt oder nicht. Es wird sie hart treffen.

Ich habe einmal gedacht, ich wollte die Begegnung mit dir nie missen. Wenn ich jetzt darüber nachdenke wäre es vielleicht besser für mich gewesen, dich nie getroffen zu haben, nie mit dir zusammen gekommen zu sein, nie den Laufpass von dir bekommen zu haben, dich nie wirklich geliebt zu haben. Heute verschwende ich die kostbare und knappe Zeit, die mir gegeben ist über dich nachzudenken. Ich verpasse Gelegenheiten und kümmere mich nicht um meine eigene Zukunft. Es gibt zu viele Dinge, die unerledigt sind. Das ist, was mein Leben kennzeichnet. Unvollständigkeit. Dinge die ich anfange werden nicht beendet. Es kommt nicht nennenswertes zu Stande. Ich leide unter dieser Tatsache und sehe mich nicht dazu im Stande etwas daran zu ändern. Mir fehlt der Antrieb, mir fehlt die Kraft etwas zu beenden. Der anfängliche Elan wird schnell durch Langeweile ersetzt. Die unvollendete Arbeit, die sich auf meinem Schreibtisch stapelt, mache ich sie für mich? Für wen sonst? Muss ich diese Arbeit machen? Wie sähe mein Leben sonst aus? Ich will es nicht wissen. Ich bekomme den Kopf nicht frei. Er ist voll von Gedanken, die sich nur um sie drehen.

ein erschöpfter Lunaris

(bitte nur per pn rückmeldung auf diesen text)

#123
Kalt und abgenutzt

Lieg ich in meinem Bett

Was gäb ich jetzt dafür

Wenn ich jemanden an meiner Seite hätt

Die Lider sind schwer

Die Augen fallen zu

Ich träum mich ins Vergessen

Finde nur in Träumen meine Ruh

Es ist wohlig warm

Dann ein Kuss von dir

Doch ich wache auf

Und die Hoffnung stirbt in mir

Die Realität so grausam und hart

Holt mich einmal mehr wieder ein

Träume verblassen zu einem zerbrechlichen Bild

Können meine Träume vielleicht Wirklichkeit werden?

Nein…

"Sie, die bei Tage träumen, haben Kenntnis von manchen Dingen, welche Denen entgehen, die nur bei Nacht zu träumen pflegen." (E.A.Poe)

#124
hey

da sind echt schöne dinge drunter

z.b. das brainstorming...

und "das labyrinth" entspricht so ziemlich meinem zustand... :rolleyes:

hier sollte ich öfters reinschauen

gruss molog, oder? :P

#125
Danke!

das brainstorming war ziemlich anstrengend... ich hab wirklich gezitter und mir wurde wirklich schlecht desto weiter ich in meinen gehirnwindungen gebohrt habe...

hier sollte ich öfters reinschauen
das hab ich mir bei 'ipissima verba' auch gedacht ;)

lg Lunaris, ja!

#126
Ich schau hier auch öfters rein, finde die meisten treffen auch auf mich zu. naja is ja klar warum :)

achja, alles super geschrieben :super: :super: :]

mfg

FreeZarD

#127
danke!

ach ja, ich hab mir über was gedanken gemacht.

egal wie dünn das eis ist. egal ob ich einbreche oder nicht: ich kann schwimmen! und das hab ich schon öfters unter beweis gestellt. :super:

lg lunaris

#128
Wie lange kannst du im eiswasser schwiimmen ohne unterzugehen?

mfg

FreeZarD

ps: tiefgründig

#129
nicht lange, aber wie gesagt: ich habe es schonmal unter beweis gestellt.

nur schade, dass das wasser nicht, entgegen allen physikalischen gesetzen, warm sein wird.

noch was: denkst du, das eis würde weniger durchbrechen, wenn ich mich drauflege und nicht versuche darauf zu stehen? schließlich wäre das gewicht ja auf eine größere oberfläche verteilt.

lg lunaris

PS: ich glaube ich buddel mal ein loch, damit es noch tiefgründiger werden kann ;)

#130
also den versuch aufgeben zu stehen? sich lieber den umständen anpassen, lieber liegen, als im stehen einzubrechen. hmm... vielleicht fällt man dann nicht so tief.

mfg

FreeZarD

ps: grab nur weiter, aber denk dran "wer andern eine grube gräbt" :) )

#131
ich dachte da eher an die treibsandmethode. langsam vorwärts 'robben/schwimmen' um vom fleck zu kommen und irgendwo ist bestimmt wieder festland, oder zumindest dickeres eis.

lg lunaris

PS::...hat ein grubengrabgerät! blablabla :) )

und sowas ist mein 400. beitrag :rolleyes:

#132
dazu sag ich nicht viel, außer: optimismus wird der untergang sein.

mfg

FreeZarD

ps: gratulation zum 400. post, 399 waren sinnvoll :D

pps: mein 100. post wird ne autobiographie

#133
optimusmus wird der untergang sein
das mag auf viele bereiche im leben zutreffen, da der optimismus einen blended und die waren tatsachen manchmal außer acht lässt. aber ein bisschen optimismus erhält auch die lebensfreude, erhält hoffnung weiterzumachen. warum sollte ich mich nicht einfach hinlegen, einschlafen und nie wieder aufwachen? immerhin geht ja eh immer alles den bach runter ;) du weißt wahrscheinlich, dass ich kein optimist bin. wie war das? pessimisten sind optimisten mit erfahrung? aber ein wenig optimismuss ich mir auch noch bewahren, um nicht ganz zu verzweifeln. so just :)

lg lunaris

PS: auf deine autobiographie bin ich aber mal gespannt.

#134
ich würde mcih auch als erfahrener optimist beschreiben :)

einfach liegen bleiben und einschlafen, keine schlechte vorstellung, liegen bleiben ohne konsequenzen. aus dem natürlichen kreislauf ausbrechen. allerdings gibts da ein problem, irgendwann wirds frühling und dann schmilzt das eis, man muss wieder schwimmen (mal vorausgesetzt man hat noch genügend optimismus für den lebenswillen).

Dann doch lieber die kuh vom eis holen, bevor es schmilzt.

mfg

FreeZarD

ps: ich editier besser nur ncoh meine posts, bis zum 100. is ja nich mehr weit 8o

#135
Original von FreeZarDDann doch lieber die kuh vom eis holen, bevor es schmilzt.
schöner hätt ichs auch nicht sagen können. wenn mir noch was dazu einfällt verlager ich das ganze wieder zu pn's. eigentlich ist der thread ja für gedichte gedacht. außerdem werden pn's nicht als beiträge gezählt. ein vorteil für dich ;)

lg lunaris

#136
heyho ihr beiden!

euch "zuzulesen" ist einfach geil! nein, wirklich, kompliment, macht richtig spass hier zu lesen... auch wenns natürlich tiefgründig ist.

echt spannend! :super: :]

#137
loch ohne boden(?)

lang fiel ich

ohne zu wissen was da kommen mochte

fiel so tief mit schmerzverzerrtem blick

mit dem gesicht voller tränen die keiner sah

plötzlich schien alles anders

ich fing mich ab

allein aus eigener kraft

denn keiner konnte mir sonst helfen

meter für meter kämpfte ich mich nach oben

nicht an die schwärze unter mir denkend

stück um stück

und ich sah licht

freude, wie ich sie nie zuvor erlebt

hoffnung die sich zurückmeldete von unbekannten orten

von unbekanntem ausmaß

meine tränen nun zu freudentränen geworden

machten mich blind

so blind den winzigen glitschigen stein nicht zu sehen

gesehen hab ich ihn nicht

weiß noch immer nicht wie er aussieht

kein halt - keine chance

und der fall beginnt von neuem

scheint schneller als zuvor

als ob tritte mich vorantrieben

und der fall scheint endlos...

was ist das?

etwas packt mich, verlangsamt den fall

du bist es, hältst mich fest

engelsgleich schlagen deine schwingen

doch tragen können sie uns beide nicht

lass mich los!

lass mich fallen!

allein kannst du's schaffen!

klammer dich nicht an mir fest

du bleibst da

eine träne läuft über dein gesicht

du legst deine flügel um mich

der fall wird wieder schneller.

doch ich habe keine angst mehr

wir fallen zu zweit

du bist bei mir geblieben

dafür liebe ich dich

liebe verleiht flügel

und so auch bei mir,

doch schlagen will ich sie

nicht...

...

alles nur ein traum

du warst bei mir

doch geblieben bist du nicht

legtest deine flügel nicht um mich

wir fielen zu zweit

und doch allein

verloren uns aus den augen

ein tiefer sturz in einsamkeit

ich schlage auf dem boden ein

(oder ist es eine illusion?)

nun lieg ich hier

doch sterben darf ich nicht

ich schaue nach oben

kein licht strahlt herab

meine beine gebrochen (oder ist es mein herz?)

ich kann hier nicht raus

wochenlang dort unten eingesperrt

meine kraft versiegt

doch meine beine heilen (heilt mein herz?)

ein stück hoffnung kehrt zurück

ich mach mich an den aufstieg (oder sind es meine flügel, die mich tragen?)

setze eine hand vor die andere

wäre es nicht leichter hier zubleiben?

wäre es nicht leichter auf das ende zu warten?

ich zwinge mich meter um meter nach oben.

es ist noch ein langer weg.

#138
hab das gedicht (loch ohne boden) mal in einen seperaten beitrag gestellt und auch ein wenig erweitert/bearbeitet.

hoffe ich habs nicht verschandelt ;)

lg lunaris

#139
Das aller letzte Gedicht efällt mir!

Es hat einen eigenen Gedankengang und eigene Vergleiche, auf die ich im Leben nie gekommen wäre! :super:

Auch die Idee mit den Klammern, mitten in einem Gedicht, ist mir neu von der Struktur her (aber bin nicht abgeneigt!!! :) ))

#140
danke vielmals!

das gedicht spiegelt mein liebesleben wieder. deshalb ist es wahrscheinlich so speziell. mein lieb/hass-ling sozusagen.

die idee mit den klammern entstand aus dem versuch, die widersprüchlichkeit mit dem titel etwas aufzulockern. dass dabei die unsicherheiten mit denen ich gerade zu kämpfen habe so 'gut' (man soll sich ja nicht selber loben) dargestellt werden hab ich erst im nachhinein bemerkt. das bringt mich dazu es jetzt auch nochmal zu editieren. nur ein zwei änderungen, um es noch 'genauer' zu machen. ;)

[edit sagt: doch nicht. ich lass es lieber so wie es ist]

mir ist es von der struktur her übrigens auch neu :) )

lg lunaris

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