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Beste Arbeitskollegin - meine (erste) Freundin?

1'257 Antworten123'286 AufrufeGestartet von Blue Boarder ·

#301
Hallo zusammen

Ich werde weiterhin versuchen Dinge zu finden, welche mich glücklich und zufriedener machen und diese auch tief in meinem Bewusstsein zu speichern. Es gibt sie durchaus. In den letzten knapp zwei Monaten erreichte ich schon einiges bei mir persönlich und ihr bestätigt dieses Empfinden. Endlich fand ich einen Weg auf dem ich weiter gehen muss. Ich merke immer wieder wie gut ich an meinem Arbeitsplatz ankomme. Habe mit meiner Modelleisenbahn ein tolles Hobby. Und ich weiss, dass ich eigentlich ein super toller, netter und freundlicher Kerl bin.

Doch meine Einsamkeit hat mich die letzten Jahre so stark geprägt, dass ich das Thema Freundschaft, beste Freundin und so wohl gar nie ganz aus den Gedanken verschwinden lassen kann. Es wird immer im Hinterkopf bleiben. Daher kommen wohl auch jeweils die schmerzhaften Rückschläge.

Es ist mir bewusst, dass mit einer Liebesbeziehung nicht plötzlich alles eitel Sonnenschein ist. Es gibt wieder neue Probleme. Aber genau deswegen wünsche ich mir vielleicht so sehr eine beste Freundin. Denn da hat man nicht diese "Bindung" wie in einer Beziehung. Natürlich wäre ich auch nicht abgeneigt wenn ich plötzlich eine Freundin haben sollte. Aber wie gesagt, schon eine sehr gute Freundin wäre eben schon toll. Weil ich noch beides nie hatte, ist mein Wunsch danach wahrscheinlich auch so gross. Ich weiss nicht wie es ist, ein Mädel als gute Kollegin/ Freundin zählen zu dürfen. Dieses Gefühl möchte ich gerne bald erleben dürfen!

Natürlich würde es mir auch gut tun, wenn ich einen oder mehrere neue Kollegen finden würde (hätte nichts dagegen). Aber bitte mal einer, welcher mich nicht ausnutzt und verschaukelt! Einer auf den man sich immer verlassen kann und nicht einfach nur von sich hören lässt wenn es ihm gerade passt.

Der Wunsch nach einer guten Freundin wird aber selbst in diesem Fall bleiben, denke ich. Bis jetzt waren meine Freunde so gut wie immer männlich. Darum möchte ich wohl so sehr auch mal einem Mädel beweisen, was für ein toller Mensch ich doch bin. :o Ich sage mir nicht mehr: "Ich möchte endlich eine beste Freundin, weil ich so unglücklich bin". Aber der Wunsch danach kann ich nicht leugnen. Ich werde einfach weiterhin versuchen noch besser mit mir klarzukommen und weiter auf mein Glück warten.

Es ist sehr schwierig, der Versuchung sich mit anderen zu vergleichen, zu entgehen. Man wird so oft mit den Freundinnen/ Freunden und Kollegen der anderen kontaktiert. Auch wenn es nur in den Erzählungen bleibt. Aber das reicht schon um sich zu fragen warum ich denn das nicht habe?

Ich habe Angst einem Verein beizutreten. Habe den Mut, das Selbstvertrauen und dadurch auch den Willen noch nicht.

Blue Boarder

#302
Heute war ein total schöner Abend. Das schon seit einigen Wochen geplante Abendessen mit drei Arbeitskollegen stand auf dem Programm. Dabei war die auch schon angesprochene Arbeitskollegin und der Arbeitskollege unserer "Truppe", das "Geburtstagskind" und ich. Wir gingen gleich nach Arbeitsschluss in ein Restaurant und verweilten einige Stunden dort. Ich sass neben meiner Arbeitskollegin und fühlte mich einfach wohl in dieser Runde. Es war wirklich toll und es geht mir auch gerade richtig gut. Ich durfte wieder erleben wie schön es ist, wenn man auf Freunde zählen kann. Vorallem bei IHR merkte ich wieder wie gut sie mich mag. Dieses Gefühl tat mir sehr gut und muntert mich auf. So darf es weitergehen... :)

Ja, das darf es wirklich!

#303
Warum holen mich meine Depressionen immer dann ein, wenn es gerade am schönsten ist, wenn es mir gerade sehr gut geht?! ;( Warum habe ich überhaupt noch welche?

Ich weiss, ihr könnt nicht mehr viel dazu sagen. Doch irgendwo muss ich es los werden können. Leider habe ich niemanden in Natura, welchem ich das ganze Leid erzählen könnte. Meiner besten Arbeitskollegin, welche meine Geschichte kennt, kann ich es nie erzählen da es schlichtweg nie eine Gelegenheit dazu gibt. Wir haben beide kein Einzelbüro. Kann von meinem Platz auch nicht einsehen wann sie mal alleine in ihrem Büro ist. Wir haben keine Pausen in der ich mit ihr reden könnte. Komme auch sonst nur schwierig von meinem Arbeitsplatz weg. Wenn es dann mal einen passenden Moment gibt, ist es sicher schon Tage später und auch zu spät. Ich bräuchte ja jemandem am stärksten dann, wenn es mir am schlechtesten geht.

Wünschte mir meine beste Arbeitskollegin würde ein wenig auf mich zukommen wenn es mir schlecht geht. So wie ich es bei ihr auch tue. Doch jemand hat hier mal gesagt, dass die anderen es ja gar nicht wissen können, wenn ich ihnen über meine Schmerzen nichts erzähle. Hat eben schon etwas Wahres daran. Allerdings merken meine Mitmenschen doch sicher ob es mir gut geht oder eben nicht!? Für mich ist es aber auch nicht einfach jemandem gerade über die eigene negative Gefühlslage zu erzählen. Momentan gibt es auch nur zwei Menschen, welchen ich über meine Depressionen erzählen würde. Das wären meine zwei besten Arbeitskolleginnen, aber nur meine beste kennt ja meine Geschichte. Die andere (mit der ich letzten Freitag beim Essen war) kennt meine Probleme leider gar nicht. Leider habe ich auch hier im Forum beinahe jeden Kontakt verloren, mit dem ich private Nachrichten geschrieben habe. Plötzlich erhielt ich keine Antwort mehr zurück, aber das bin ich mich ja schon von meinen ex-Kollegen gewohnt.

Ich hoffe ich komme mit dem Beginn der Advents- und Winterzeit nicht von meinem Weg ab und stürze immer wieder in Depressionen. Nein, bitte nicht!! Habe so genug von dieser Krankheit, ich will das nicht mehr...!!! Es tut jedesmal so weh. :heulen:

Habe das Gefühl, dass ich nicht mehr weiterkomme auf meinem positiven Lauf. Seit ziemlich genau zwei Monate ging es ja aufwärts. Doch jetzt stehe ich an einem Punkt, an dem ich keine Verbesserungen bei mir mehr sehe.

viele grüsse

blueboarder

#304
Hallo Blueborder, du weisst es ja selbst! Du fühlst dich gut, es läuft bestens und von einer Minute zur anderen sind alle positiven Gefühle weg. Es ist eine depressive Veranlagung. Ich kenne es von mir; in deinem Alter hatte ich genau das gleiche Problem und hatte nicht den Mut, psychologische Hilfe anzunehmen. Aber es gibt auch Alternativen, z.B. besuche einen Meditationskurs. Meditation hilft dir, in dich zu gehen, dich zu stärken. Sicher ist es gut, wenn du dich aussprechen kannst, aber es ist besser, wenn dieser Personenkreis nicht zu gross ist. Du hast eine beste Arbeitskollegin, mit der du sprechen kannst? Dann frage sie doch einfach, ob sie mal nach der Arbeit Zeit hätte, mit dir zu reden. Sag ihr, du würdest ihr vertrauen und wärst froh, wenn sie dir zuhören würde.

#305
Kann ich dieser depressiven Veranlagung nicht entgegen wirken? Ich halte es so nicht mehr aus. Diese scheiss Depressionen machen mich völlig kaputt. :heulen: Heute geht es leider immernoch nicht besser. Ich denke ich habe auch den Mut für einen solchen Kurs nicht. Da mich niemand dahin schiebt, werde ich es alleine nicht packen. Mir fehlt leider in vielen Belangen "jemand";(

Jetzt hat gerade das Wochenende begonnen und schon vermisse ich die Anwesenheit meiner ArbeitskollegInnen. Genau vor einer Woche ging es mir super und jetzt bin ich wieder total niedergeschlagen und traurig. Diese schmerzhaften Tiefs sollen endlich aufhören - für IMMER!

Bitte!!

#306
Blueboarder, man kann diesen Depressionen entgegen wirken! Aber je tiefer du drin steckst, umso schwieriger ist es, alleine daraus herauszukommen. Ich vermute, so wie ich das jetzt anhand deiner Geschichte beurteilen kann, befindest du dich noch in der Anfangsphase einer Depression, eher noch in einer depressiven Stimmung. Ich bin kein Psychologe, aber ich erkenne, dass es bei dir wohl noch gute Momente gibt und du dir noch selbst helfen kannst. Ich an deiner Stelle würde ich mich doch mal einem Psychologen (oder vielleicht in deinem Fall an eine Psychologin) wenden. Es ist nicht so, dass du dich dann krank fühlen musst, wenn du dort hingehst. Sie zeigen dir auch keine Wege, aber sie hören dir zu und du lernst, den eigenen Weg zu finden. Und dich an einen Meditationskurs anzumelden ist keine Hexerei: Kurs suchen, online anmelden und hingehen - egal was passiert! Es passiert nichts Schlimmes, eher im Gegenteil, du lernst neue Leute kennen. Dort erwartet man auch nichts von dir. Wenn du mir sagst, wo du ungefähr wohnst (schreib mir eine PN), dann kann ich dir ein paar Empfehlungen abgeben. Ich kenne mich schon in zwischen ein wenig damit aus ;-)

#307
Ich weiss ihr meint es so gut mit mir und ich danke euch auch dafür. Doch in meinem Innern sträube ich mich immer noch gegen einen Besuch bei einem Psychologen/ einer Psychologin oder bei einem Meditationskurs. Angst, Schüchternheit und Antriebslosigkeit(wenn es mir schlecht geht) sind sehr gross! Ich ging dort bis anhin nicht hin, nicht weil ich denke es würde mir nicht helfen sondern weil ich den Schritt dazu nicht wage. Es tut mir so leid. :(

Suche momentan Dinge um mich irgendwie abzulenken. Aber es ist nicht einfach. Für ein paar Stunden kann ich an meiner Modelleisenbahn rumwerkeln. Aber irgendwann bin ich erschöpft und dann kommen die depressiven Gefühle wieder. Da ich ja niemanden habe, mit dem ich irgendwo hingehen könnte, fällt diese Möglichkeit auch weg. Alleine weggehen nützt mir auch nicht sicher etwas. Weil dann sehe ich nur wieder Dinge, welche ich nicht habe und mir fehlen. Denke oft an meine Arbeitskollegen, welche mich mögen. Versuche so an die positiven Dinge zu denken. Doch es ist so schwer. Wenn ich schon alleine zuhause rumsitzen muss, hätte ich wenigsten gerne jemanden mit dem ich sms oder so schreiben könnte. Aber das geht auch nicht.

Viele Möglichkeiten mich abzulenken sind mir bis jetzt nicht eingefallen.

#308
Hallo Blueborder, wichtig ist, dass du allen Mut zusammennimmst und dich anmeldest. Was hast du zu verlieren? Ich habe dir eine PN geschickt.

#309
Naja... ich muss meine Gefühle wieder mal los werden können. Momentan geht es nicht aufwärts. Nehme mir jeden Tag vor, dass es mir heute gut geht und ich fröhlich und zufrieden bin. Doch spätestens am Mittag sitze ich schweigend am Esstisch neben den Arbeitskollegen und bin traurig und deprimiert. Fühle mich selbst unter diesen netten Personen alleine. Sehe in meinen Augen wie meine Mitmenschen ALLE "jemanden" haben, nur ich nicht. ;( Möchte gar nicht daran denken, aber es passiert gerade so oft. Verdammt, es tut so weh!!! Ich schaffe es leider nicht wieder so zu sein wie noch vor einigen Wochen, als es mir endlich mal gut ging. Lese auch immer wieder die vielen Tipps durch, welche ich in diesem Thread von vielen Personen erhalten habe. Rufe mir wieder in Erinnerung was ich für mich noch machen könnte, wo ich noch ansetzten könnte, soweit mir eben keine (für mich noch) unüberwindbare Hürde... im Wege steht. Doch mir gelingt die Umsetzung nicht. Irgend an einem Punkt ist Ende und ich falle wieder einen Schritt zurück. Dieser Punkt kommt momentan leider sehr schnell.

Arbeite jeden Tag wie blöd, ärgere mich viel und gehe traurig und alleine nach Hause. Das kanns doch nicht sein. Ich weiss nicht mehr wie ich es Mitte Sept. geschafft habe, dass es mir gut ging. Möchte aber diesen Weg unbedingt und dringendst wieder finden. Ich schaffte es einmal alleine aus diesem elenden Loch rauszukommen, da schaffe ich es doch auch noch ein zweites Mal. (nur wie??)

#310
Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Ich weiss noch genau was ich mir für 2009 vorgenommen habe. Zwölf Monate gekämpft und gehofft, doch das Ziel scheint immer noch in weiter Ferne. Ein wenig näher ran gerückt bin ich sicher, doch das Ziel ist noch so weit weg. Es darf nicht in diesem Tempo weitergehen. Ich möchte nicht nochmals ein Jahr ausharren, ich möchte gar nicht mehr warten müssen!!!

Wann endlich kann ich mich auf wahre Freunde verlassen? Mit jemanden fort gehen, nicht mehr alleine unterwegs sein müssen, ein Mädel in den Arm nehmen dürfen, nicht mehr vergebens auf den leeren Nachrichtendisplay schauen müssen, immer auf jemanden zählen können, meine Sorgen jemandem erzählen können, meiner Freundin meinen ersten Kuss geben dürfen, nie mehr an Langeweile verzweifeln, nicht mehr einsam und alleine fühlen? Wann darf ich erfahren was es heisst immer jemanden bei sich zu haben, in Gedanken oder in real?

#311
Hallo Blue Boarder

Wir haben alle Angst, alleine und unbeliebt zu sein, denke ich mal. Bei dir scheint es aber sehr, sehr ausgeprägt zu sein. Ich möchte dir einfach einige Dinge sagen, von denen ich glaube, dass sie so sind.

Ob jemand wahre Freunde hat oder nicht, findet man erst nach einer Weile, wenn nicht nach Jahren heraus. Wenn überhaupt. Vieles, was sich in der Gesellschaft abspielt, ist bloss Schein. Menschen, die extrovertierter sind, d.h. kommunikativer, machen nun mal den Eindruck, dass sie nie allein seien, was aber überhaupt nicht der Fall sein muss.

Ich denke, das grösste Hindernis, welches du zu bewältigen hast, sind deine Erwartungen. Du BIST ein schüchterner Mensch, und das ist okay so. Mach dich nicht selber fertig, weil du das Gefühl hast, den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden. Ein Merkmal von "wahren Freunden" ist sicherlich, dass sie dich nehmen und schätzen wie du bist. Du schreibst, deine Mitarbeiter sind nette Leute. Vertraue darauf, hab keine Angst, dich Stück für Stück zu äussern.

Du solltest wissen, du bist nicht allein mit diesem Problem. Viele leiden unter Einsamkeit und wenn sie noch so einen grossen Freundeskreis haben. Ehrlich gesagt habe ich im Moment auch das Gefühl, dass alles in meinem Umfeld "ihren" Platz in der Welt hat und nur ich nirgends dazu gehöre. Das scheint absurd, ich habe zur Zeit zwei sehr gute Freunde und einen überaus liebenswerten Freund - aber irgendwie stehe ich mir selbst im Weg, ich denke zu viel nach und muss alles hinterfragen. Wie gesagt, ich befinde mich gerade ebenfalls in einer (gefühlsmässig) sehr einsamen Phase.

Aber ja.. Meine Grundhaltung ist, dass wir alleine zur Welt kommen und auch alleine wieder gehen werden. Das ist zwar nicht immer einfach zu ertragen, doch damit müssen wir wohl oder übel leben. Wir können nicht verlangen, dass die Leute um uns für immer bleiben.

Was meinst du?

Liebe Grüsse

kalazzi

#312
@ kalazzi: Ich kann dir da nur zustimmen

#313
Hallo zusammen!

Jeder Mensch hat Angst alleine zu sein. Doch bei mir ist es nicht nur ein temporäres Gefühl sondern eine ständige Tatsache. Ich weiss zu 100% auch, dass ich keine wahren Freunde habe. Mit dem letzten Kollegen, welcher ich noch Kontakt hatte, habe ich dies nach und nach herausgefunden. Und sonst? Sonst ist niemand mehr da. Ich sage dies nicht um irgendwie Mitleid zu erregen, es ist schlichtwegs die Wahrheit. Wahrscheinlich ist dies für euch schwierig zu glauben oder zu verstehen. Doch leider ist es so, glaubt mir.

Ich behaupte Menschen welche sich trotz grossem Freundeskreis einsam fühlen, werden schneller wieder aufgefangen als Menschen ohne diese Möglichkeit. Auch wenn ich weiss, dass ich nie alleine mit diesem Problem bin, hilft mir dies nicht weiter. Ich denke das Gefühl, den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen kommt nach so langer erfolgsloser Zeit automatisch auf. Ich warte nun schon seit 3 Jahren(!!) auf den Zeitpunkt wo ich in die Siegerstrasse einbiegen darf. Eine sehr sehr lange Zeit...! Da kommen natürlich Zweifel an sich selber auf. Diese gilt es zu bekämpfen sonst rutscht man noch tiefer runter. Doch alles zusammen macht es einem schon sehr schwer. Keine Freunde, keine Freundin, einfach alleine, Erfolgslosigkeit, Schüchternheit, Depressionen... Bin ja nun schon seit Jahren so wie ich bin. Ich verstelle mich nicht, doch bis jetzt hat dies noch keinen wirklichen Erfolg gebracht. Wenn ich dann endlich mal einen Schritt vorwärts geschafft habe, wurde ich schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Ich habe drei ganz tolle ArbeitskollegInnen, bei denen ich sehr froh bin sie zu haben. Doch die schönen Dinge, welche ich mit ihnen erlebe, reichen bei weitem nicht aus. Ich benötige mehr. Möchte nicht nur am Arbeitsplatz sondern endlich auch privat beliebt sein und wahre Freunde finden.

Kalazzi, du hast einen liebenswerten Freund. Das ist doch wirklich ganz toll! Klammere dich doch noch mehr an diesen Gedanken, wenn du dich einsam fühlst.

lg blue boarder

#314
Lieber Blue Boarder

Entschuldige, ich wollte dein Problem auf keinen Fall herunterspielen. Ich schrieb, dass bei dir die Einsamkeit und die Angst davor besonders ausgeprägt zu sein scheint oder ist, also nicht etwas ist, was jeder mal hätte.

Du hast mal gemeint, dass du das Gefühl hättest, den Zug in Bezug auf Freundschaften verpasst zu haben. Nun, es ist ja eine Tatsache, dass man als Kind leichter eine Freundschaft eingeht. Weshalb? Weil sie es noch nicht kennen, enttäuscht zu werden und von daher keine Angst haben.

Ich wollte dir mit meinem Text einzig eine Anregung dazu geben, deine Wahrnehmung etwas zu relativieren, gleichzeitig glaube ich dir auch sofort, wie schwierig das ist, wenn man meint, keine Bestätigung zu bekommen. Trotzdem glaube ich, dass es leider keinen anderen Weg gibt - denn solange du verkrampft nach wahren Freunden suchst und die jetzigen Kontakte immer wieder in Vergleich zu deinen Idealen einer Freundschaft stellst, wirst du wahrscheinlich auch kein Erfolgserlebnis spüren.

Ich finde, dass du dich mit deinen Arbeitskollegen gut verstehst ist schon ein ganz wertvoller Hinweis darauf, dass du kein asozialer, abartiger Mensch bist, mit dem niemand etwas zu tun haben möchte. Zumindest das wäre doch schlimmer als deine Situation.

Was meine betrifft: Natürlich hast du recht. Ich bin auch sehr, sehr dankbar, dass er (zurzeit) in meinem Leben ist. Und trotzdem kann er auch jetzt nicht immer da sein, verstehst du was ich meine? Einige Dinge muss man mit sich selbst ausmachen, ein Freund ist leider kein Allerweltsmittel.

#315
Hallo Blue Border, du wirst erst dann beliebt, wenn du dich selbst liebst. Das ist das erste, was du erreichen musst. Das Ganze wird unterstützt, wenn du mehr unter die Leute gehst, und zwar im privaten Umfeld - natürlich nicht alleine!! sondern - wie ich es schon mehrmals betont habe, schliesse dich einem Verein oder Club an. Es geht nicht darum, dass du dort neue Freunde findest, aber du machst dich für alle anderen interessant, die dich bereits kennen oder noch kennenlernen werden. Überlege mal selbst, wie du reagieren würdest, wenn sich jemand für dich interessieren würde, aber selber nichts zu bieten hat, selbst nur an Allem klammert, was ihm in den Weg gestellt wird. Du würdest dir überlegen "Halt! Der wird unangenehm - eine Klette". Du musst anfangen, irgendetwas für dich zu tun, etwas zu suchen, was dir Spass macht, natürlich etwas, wodurch man auch andere Leute trifft. Aber du musst den Schritt wagen. Wenn du damit Mühe hast, lasse dir von einem Profi helfen. Oder berichte UNS von deinen Fortschritten, aber unternimm etwas. Aber Schüchternheit ist keine Ausrede, sondern ein Grund, es erst recht zu tun.

#316
Liebe Kalazzi

Du musst dich nicht entschuldigen. Ich glaube dir schon, dass du es nicht so gemeint hast, wie es für mich vielleicht im ersten Moment geklungen hat.

Ohne die Arbeitskollegen könnte es noch viel schlimmer sein, ich weiss. Doch der Mangel an so vielem ist bei mir trotzdem vorhanden. Ich weiss nicht wie ich mein verkrampftes Suchen ablegen kann? Zumindest hat es noch nie über längere Zeit geklappt. Wahrscheinlich geht es ja nur wenn ich mit mir selbst zufrieden und glücklich bin. Aber wie soll denn das auf längere Dauer hinhalten. Ich bin schon froh wenn ich ein paar aufeinanderfolgende Tage fröhlich und glücklich bin. Viel länger schaffe ich das nicht. Spätestens nach einer Woche kommt wieder die Traurigkeit an die Oberfläche. Weil mir so vieles fehlt. Wenn ich jetzt mit bald 23 Jahren keine Freunde suche, finde ich doch nie welche?

Was Kontakte und Freunde angeht, bin ich heute fast auf dem gleichen Stand wie vor einem Jahr - kein schöner Erfolg. :(

lg blue boarder

#317
Hey Blue Boarder

Verkrampftes Suchen legt man ab, wenn man loslässt. Du schreibst, bei dir hätte dies noch nie über längere Zeit geklappt. Zweifel kommen immer und immer wieder auf - dagegen kann und soll man nichts tun, sondern dies einfach akzeptieren, dass das so ist. Schliesslich sind wir Menschen und keine Roboter, die man auf Dauersmile schalten kann.

Wenn etwas nicht klappt, obwohl du so lange probierst, bedeutet es nicht, dass du grundsätzlich unfähig dazu bist, sondern dass die Art und Weise, wie du es bis jetzt versucht hast, nicht die richtige war.

Du verstellst dich nicht. Das finde ich ein ungeheuer bemerkenswerter Aspekt, den ich an Menschen sehr schätze; denn wie gesagt, in der Gesellschaft sonst herrscht eher eine Schein- als Seinwelt. Was jetzt aber für dich notwendig ist, dass du lernst dich zu akzeptieren wie du bist, unabhängig davon (was du denkst) was die anderen von dir denken. Wieder leichter gesagt als getan. Trotzdem. Besinne dich auf deine positiven Eigenschaften. Kannst du dich selbst nehmen wie du bist, bist du auch bereit, auf andere zu- und einzugehen und darauf zu vertrauen, dass sie dich akzeptieren.

Wie yertan sagt: Lieben kann man dich, wenn du dich selbst liebst. Sonst spürst du nicht viel von der Liebe anderer Menschen.

#318
Hallo ihr zwei

Da haben sich zwei Beiträge gekreuzt. Habe deine Antwort, yertan, gar nicht gesehen.

Schüchternheit ist keine Ausrede sondern eine Hürde, welche einem so vieles verwehrt bzw. unglaublich schwierig macht. :confused:

"Loslassen" heisst aber nicht, dass ich mich auch von meinen besten ArbeitskollegInnen zurückziehen soll, oder? Ich brauche diesen Kontakt, sie sind mein letzter Strohhalm momentan. Ich habe Angst, dass es noch ewigs dauern wird bis ich wirklich mich selbst lieben kann und dann endlich Freunde gefunden habe. Es geht einfach alles extrem zögerlich vorwärts bei mir. Alles braucht so extrem viel Zeit, jeder kleine Schritt. Mir vorzustellen es geht jetzt nochmals so lange wie ich schon gekämpft habe... Nein, das will ich nicht.

#319
Hallo Blueborder, was heisst, du willst nicht? Klar willst du! Sonst wärst du nicht hier. Du sollst dich nicht von deinen ArbeitskollegInnen zurückziehen, auf keinen Fall (das habe ich auch nicht geschrieben). Aber du brauchst Übung, d.h. noch mehr Kontakt! Du kommst nicht darum herum, aktiv zu werden. Gib dir einen Schubs, trete einem Verein bei, auch wenn's schwer fällt. Du wirst sehen, auf einmal geht alles leichter. Schüchternheit ist eine Hürde, das stimmt, und das weiss ich aus eigener Erfahrung. Aber glaube mir, man kann irgendwann damit umgehen.

#320
Guten Abend zusammen

Mit Loslassen meinte ich, deine Erwartungen an dich und deine Freundschaftsideale loszulassen. Es tönt komisch, aber nur so kannst du wieder Freude an etwas haben, das nicht perfekt ist; das ist dir meiner Meinung nach zurzeit gar nicht möglich. Am Beispiel deiner Arbeitskollegen. Sehe sie nicht als potentielle Freunde, wenn du nur deine Schüchternheit überwinden würdest - nein, sondern sehe sie als das, was sie sind: sympathische Mitarbeiter! Also konkret sollst du weder physisch noch psychisch an ihnen festkleben, ebenso wenig wie dich von ihnen zurückziehen. Geniesse ihre Anwesenheit, sei neugierig, stelle Fragen, versuche jeden Tag, etwas Neues über sie herauszufinden resp. an ihnen zu entdecken. Das kannst du auch auf alle anderen Menschen übertragen, die dir (bei einem evtl. Vereinsbeitritt, wie yertan vorschlägt:-)) über den Weg laufen, aber nur mit der Ruhe. Du hast Zeit. Und überlege dir bitte nicht: Und was werde ich davon zurückbekommen? Denn wie gesagt: Lass einfach los. Vergiss solche Gedanken, sie sind es nicht wert, dass du dich so quälst.

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