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Jetzt ist er weg...

1'611 Antworten69'287 AufrufeGestartet von sigma ·

#1461
das sollte so nicht sein, denn sie ist nunmal da. Ich sollte nur anstatt sie loszuwerden...versuchen, damit leben zu können...sie selbst als etwas annehmen, was nunmal da ist und was ich auch wahrscheinlich nicht so bald ändern kann.
Das finde ich ich persönlich einen sehr schönen Ansatz mit den Dingen ins Reine zu kommen:

Die Dinge so annehmen wie sie sind. Nicht ständig dem Wunsch hinterher laufen, dass es doch so nicht weiter gehen kann, dass sich doch nun endlich mal was ändern muss. Nein! Die Realität annehmen, wie sie ist. Die Realität zulassen! Sich sagen "Es ist, wie es ist. Ich akzeptiere, wie es ist. Ich gehe den nächsten Schritt."

Warum kämpft du so dagegen an? Du schreibst "...und was ich auch wahrscheinlich nicht so bald ändern kann!". Ja genau! Du kannst es momentan nicht ändern. Also akzeptiere es doch. Sich ärgern über Emotionen, führt nur zur Verstärkung dieser Emotionen. All deine Energie dreht sich die ganze Zeit und das "Problem". Das Hadern mit der Realität führt zur Blockierung der Enerige, die zur Lösung notwendig wäre. Das Annehmen der Realität für nicht zu "passivem Erdulden", sondern zur Aktivität und zum konstruktiven Gestalten der eigenen Situation.

Viel, viel Erfolg auf deinem weiteren Weg wünscht dir

DieSabine

#1462
Liebe sigma,

ja, ich denke zu wissen, wie du es meinst und auch wie es dir geht, und wenn es so ist, dass es deine unmittelbare Umgebung zu sehr belastet, dich leiden zu sehen, dann kannst du dir nur neutrale Zuhörer suchen, wie eben die Therapeutin oder wir hier.

Sicher ist ein Forum nicht das Gleiche, als wenn wir uns persönlich gegenübersitzen würden. Aber das kann auch ein Vorteil sein: denn zu schreiben ist doch oft viel eher möglich als zu sprechen, oder nicht?

Vieles, was ich schreibe, könnte ich so nie aussprechen – ohne sehr emotional zu werden.

Was mir ein bissl weh tut ist, zu lesen, dass du dich selbst so unter Druck setzt. Irgendwer scheint dir eingeredet zu haben, die Trauer muss schon vergangen sein – wer setzt hier die Maßstäbe?

Und dass du deine Liebe als negativ empfindest und am liebsten gar nicht fühlen würdest, finde ich sehr traurig. Denn die Liebe ist es nicht, die uns weh tut, es sind immer die Vorstellungen und Wünsche und Erwartungen, die damit verbunden werden. Soweit habe ich das schon für mich erkannt.

Lieben zu können ist ein sehr wertvolles Geschenk. Es zeigt Lebendigkeit und Freude, Mitgefühl und Herzenswärme. Es ist nicht selbstverständlich. Zu viele Menschen sind dazu gar nicht imstande.

Ich würde dir sehr wünschen, dass du diese Liebe als etwas Wunderbares annehmen kannst. Wenn er sie nicht spüren kann, dann ist das doch sein Problem. Was für ein armer Mensch, der nicht fähig ist, dieses sanfte und schönste Gefühl zu erwidern.

Man sollte doch Mitleid haben und niemals Zorn – das denke ich.

Wie die Traurigkeit überwunden werden kann?

Sie kann es nicht durch Beeinflussung von Gedanken und auch nicht von außen, sie kann sich nur verabschieden – so vermute ich – wenn du dir eines Tages ganz sicher bist, dass Liebe in deinem Herzen einen reichen Menschen aus dir macht, egal was andere davon halten.

Mich stört es selbst, wenn mein Wohlbefinden und meine gute Laune von den Stimmungen anderer abhängig sind, viel zu oft passiert es mir.

Doch zwischendurch ereignet sich immer wieder etwas Schönes, Wunderbares, das mich wieder aufbauen kann, es ist oft nur die Aufmerksamkeit für die kleinen Dinge, die mir zu fehlen scheint, dass sich diese schönen Erlebnisse nicht öfter einstellen.

Die besten Wünsche für dich :trost:

von

#1463
Original von sigmaMir persönlich geht es dabei aber auch gar nicht so sehr darum, dass ich mir von irgendwem DIE Lösung schlechthin erhoffe oder den ultimativen Ratschlag...sondern nur, dass ich noch loswerden kann, was bei mir vorgeht und ein wenig das Gefühl habe, damit nicht ganz alleine und völlig verständnislos dazu stehen. Da die Mögllichkeiten sich aber immer mehr eingrenzen unterdrücke ich es so gut es geht...auch für mich selbst...und so muss es dann zu meiner Thera getragen werden und da kommt dann eben alles raus, sofern die Zeit es erlaubt...aber auf jeden Fall das dringenste.
hallöchen!

thema "therapie", juhu! auch für mich eine gelegenheit, mich ein bissle auszutauschen mit dir über diese thema. denn tatsächlich ist meine eigene psychotherapie eine art begleitung für mich, ich erinnere mich häufig an situationen in meiner pt. wo ich stehe und gehe kommen mir manchmal sätze in den kopf, die ich meinem therapeuten zutrauen würde. heute habe ich gebloggt, dass ich mal eine rückschau über die vergangenen monate halten möchte - und sofort blinkte der gedanke auf, dass mein pt dazu sagen würde: "sehr gut, nicht mehr als 5 - 10 seiten, bitte nehmen sie sich dafür etwas zeit".

;)

naja ich hoffe, ich darf jetzt einfach mal ein paar sachen herauspicken, die ich gelesen habe, ohne die zitate aus den langen postings herauszusuchen... :rolleyes:

gleich mal vorweg: sigma!!!! 8o wirst du wohl aufhören, dich unter druck zu fühlen, nur weil jeder seine eigene erlebenswelt hat und nichts und niemand dir dein eigenes leben abnehmen kann...!?? -

will sagen: in deinen ganzen ängsten und in deinem frust, dass du dich niemandem mehr mitteilen kannst und wie das überhaupt ist, dass so viel zeit vergangen ist und bla, da steckt doch - meiner ansicht nach - nur schon wieder der nächste schlimme zuchtmeister hinter, den du dir vielleicht, wenn der gedanke deiner thera zutrifft, ja auch wirklich gerne suchst.

ich glaube nämlich schon daran, dass man dinge wiederholt. ich weiß auch, dass menschen sich situationen suchen, die ihnen schaden! und alles, was ich mir dazu überlegt habe, ist, dass wir in unseren gedanken nicht nur frei sind, sondern auch gefangen sind. das bedeutet, dass du so lange, wie du dich unter druck setzt, dich auch unter druck fühlst.

:nono:

deine abwehrhaltung gegen die therapie und überhaupt finde ich übrigens gar nicht so schlecht, aber richtig begründen kann ich das jetzt nicht, dass ich das "ganz gut" finde. ich habe halt immer die hoffnung, dass ziemlich viel "bumms" hinter diesem genervtsein steckt, den man doch sicher ganz nützlich verwenden könnte irgendwie!

und ich stimme dir zu, dass du grundsätzlich ja eher alles (!) laufen lässt und vielleicht doch eher selten mal muckelig bist. :) ich denke, es ist gar nicht übel, wenn du mal das gefühl hast, dass es nervt, aber woran das liegt, würde ich an deiner stelle noch eine weile genauer herauszufinden versuchen, denn manchmal bin ich persönlich auch nur genervt, weil ich angst habe vor einer veränderung, einem durchbruch.

dass meine angebliche kritik, dass alles nichts bringt und keine veränderung eintritt, letzten endes genau aus der gegenteiligen ecke herstammt: ich bin reif wie ein apfel, der vom baum fallen soll, aber in dem moment, wo ich einiges verstanden habe und nur noch zuzulassen brauche, dass es seinen fortgang nimmt, möchte ich nicht mehr apfel sein und zürne dem verdammten baum aus allen möglichen gründen, ich zürne mit mir selbst und vermutlich schrumpel ich dann entweder am ast fest oder ich falle und reg mich fürchterlich auf, wie dieses verdammte apfel-werden doch zu unglaublichen ergebnissen geführt hat, die ich "gar nicht gewollt" hatte.

will sagen: therapie macht erwachsen.

naja, das wort "erwachsen" ist missverständlich oder sogar falsch :rolleyes: , aber naja therapie nimmt den filter, der bisher die welt für mich in ein bestimmtes licht getaucht hat, weg, und es ist verrückt: einerseits mag ich nicht mehr zurück in die welt, in der ich war, bevor ich die therapie begonnen hatte. andererseits ist man nunmal nackt und bloß wie ein neugeborenes in dem neuen licht und da kommt mir die hölle, aus der ich stamme, fast kuschelig und heimelig im vergleich zu dem vor, was ich noch kennenlernen und annehmen und verstehen lernen muss.

naja

so und nun nochmal zu der therapie im einzelnen...:

weinen, bevor dein wertes popöchen den sitzplatz bei der therapeutin erreicht hat. den stoff nicht unterbringen, weil es sprudelt, sowohl wassertechnisch als auch worttechnisch, themenmäßig und gefühlsmäßig.

ich hatte das auch, also gut, mit dem heulen war's schwieirig, was aber auch eine kleine macke ist von mir: das ist nicht unbedingt so clever gewesen, dass ich ausgerechnet beim pt meine tränen nicht gerne gezeigt habe.

aber ich HABE auch geweint, und was ich noch stärker kenne: ja, ich habe auch meinen stoff nicht untergebracht in den 1 1/2 stunden, die ich dann jeweils therapie hatte.

am anfang freute sich mein pt nen ast, dass ich so offen war, aber am ende sieht man die augen des pt's dann etwas ermüdet und sich selbst in einem redefluss, der - in meinem fall - von mir (hatte fast den eindruck, der pt kam nicht mehr richtig an mich ran, weil er mich nicht unterbrechen wollte... also gab es keine unterbrechung es sei denn ich selbst unterbrach mich) teilweise nur von der hektischen frage unterbrochen wurde, ob das jetzt überhaupt wichtig sei?

mein pt hat IMMER genickt. immer, sigma.

dass ihm persönlich manche themen nicht gelegen haben, ist doch klar. so klar wie dass in jedem job sachen für den, der den job macht, nicht so prickelnd sind immer.

so lange deine thera dich nicht stoppt, ist alles paletti. davon darfst du fest ausgehen, mach dir keine gedanken.

tja

ich war nach einiger zeit immer so ein troztköpfle und habe GAR NICHTS gesagt in der therapie. also länger als eine 1/4 stunde ließ sich das nicht durchhalten meinerseits, aber die viertelstunde war schonmal für mich nicht uncool. dummerweise haben wir dann immer sachen gemacht, die ich auch nicht SO WICHTIG fand! erhofft hatte ich mir, dass mein pt mal "die zügel" in die hand nimmt, hat er auch gemacht, aber da merkt man erst, wie wenig der pt eben in der haut des patienten steckt. mein pt hat immer, wenn es nichts anderes zu besprechen gab, über meine kanzlei gelabert, teilweise sich sogar in diesen fragestellungen verloren und am ende lauter fragen zum mietrecht gestellt.

?( :schief:

da bin ich ja immer knauserig mit solchen themen, aber andererseits vielleicht auch mal ganz gut, wenn man sieht, der andere ist auch nur ein mensch!

jaja

so lange rede... hoffentlich kurzer sinn (aber immerhin SINN):

überleg halt, ob du eine pause möchtest. therapie ist fürchterlich anstrengend. aber bitte mach dir keine gedanken, ob du nervst.

deine fragen, wie es sich verträgt, dass du in der therapie so wegflennst und im alltag und bei freunden und mutter aber die maske aufziehst, sind richtig und wichtig. ich denke nämlich, dass man sich hin und wieder erden muss oder sollte, also ähm ich denke halt, man muss.

denn es ist doch so, dass die therapie nur ein teil unseres lebens bedeutet. es ist einfach komisch, wenn man wie auf knopfdruck die 1 1/2 stunden (oder wie lange dauert bei dir die therapiestunde, sigma? ) so ist und dann 24/7 - 1 1/2 *boah voll die mathematikerin in mir ausgebrochen seit meinem studium, glaub ich :D * anders.

ich glaube, das ist aber mindestens noch ein weiteres thema, vielleicht sind es sogar MEHRERE themen, die diese frage anschneidet (also die frage, warum therapie diese seite an einem hervorkehrt und andere lebenssituationen diese seite geradezu verdrängen).

ich will nur sagen, dass die therapie nunmal so ist. ich möchte dir auch sagen, dass du nach meiner erfahrung auf einem guten weg zu sein scheinst, sigma.

ich hab hier im forum mit einigen leutz gepostet, die pt machen, sogar auch einige von denen kennengelernt. gott ich habe KEINEN kennengelernt, der nicht irgendwann den "dreh" heraus hatte, wie er sich vor einem vorankommen bei seiner therapie "schützen" konnte. alle haben behauptet, es würde noch irgendwas nicht in ordnung sein oder es sei noch "so viel" zu verarbeiten. ich glaube, dass aber den allermeisten - ob nun in einer therapie oder nicht - zu eigen ist, in der millisekunde, in der es einem aus irgendeinem grunde besser zu gehen scheint, die motivation, mit sich selbst gut freund zu werden, flöten geht.

wir sind alle "herren" unserer entscheidungen, auch herren derjenigen entscheidungen, die uns unglücklich machen. manche dinge muss man einfach zulassen, sonst stagniert man eben in der entwicklung.

hm

vielleicht am allerbesten wäre es, wenn wir eine portion guten glauben geschenkt bekämen immer dann, wenn wir uns verändern sollen. immer dann, wenn es etwas dazuzulernen gibt.

meinen guten glauben habe ich mir hart erarbeiten müssen, der war nämlich mindestens genauso futsch wie bei @dg. ach ja, ich werd mir gleich mal ein blümchen besorgen, denn ich hab mir ja eine "blumenleiter" gebastelt, um zu vermeiden, dass ich mich in die hoffnungslosigkeit und mutlosigkeit zurückfallen lasse.

in diesem sinne: nimm es mit gelassenheit, eine gute portion gemütlichkeit...

*singt*

gruß

pupsup

#1464
Huhu Ihr Lieben!

@ Sabine

Hm....das mit dem Akzptieren ist auch wieder so ein Herz-Kopf-Ding. Mein Kopf weiss es, aber kann es nicht erfolgreich weiterleiten. Ich weiss, dass das ein sehr kontra produktives Verhalten ist aber auch da fühle ich mich in einer Position, in der ich meine nichts aktiv beeinflussen zu können...so baut irgendwie alles aufeinander auf.

Akzeptieren...damit wäre mir wirklich sehr geholfen. Ich kann mich auch nicht mehr dran erinnern, ob es immer schon so war, dass mir das schwer fällt...aber wahrscheinlich wird es so sein...meine Thera deutete so was auch bereits an.

Das macht mich im Moment allerdings ein wenig ratlos, weil es mir mal wieder nicht ganz einleuchtet, dass ich etwas, was mir kopfmässig so klar ist und von dem ich weiss, dass es momentan nicht änderbar ist, anders nicht verpacken kann. :rolleyes:

@ Lisabel

Du hast schon recht...im Grunde ist schreiben einfacher, als sprechen und es findet auch (komischerweise) ein wenig distanzierter statt. Eine Blockade bleibt aber dennoch aufrecht. Ich habe meine Gedanken und eine „sprachliche“ Ausdrucksweise für meine Gefühle immer sehr klar im Kopf...geht es aber daran sie auszufomulieren, klemmt es irgendwo. Wobei ich es auch ansich oft schwer zu erklären finde, was da eigentlich passiert mal abgesehen, von meinem Liebeskummer...das mir Dinge so wahnsinnig schwer fallen, die für andere Selbstverständlich sind. Zudem kommt immer noch, dass ich mir sehr (viel zu viele) Gedanken darüber mache, was andere wohl über das denken,, was so von mir gebe und fühle. Obwohl ich euch alle nicht kenne, verursacht es ein übles Gefühl bei mir, wenn ich mir vorstelle, jemand könnte etwas negatives denken...mich für doof halten oder sonst was. Die Hemmung zur Gefühlswelt liegt wohl darin, dass ich mir denke, es wird nur als übertriebenes Jammern gesehen von anderen und deswegen liegt es mir mehr, dass nicht zu sehr zu erwähnen. Auch wenn ich es manchmal schaffe zu erwähnen, dass es mir tatsächlich doch einiges schlechter geht, als ich es hier mitteile, so hab ich im Hinterkopf immer Stimmen die mir sagen „“Die stellt sich doch nur an“ „will sich wichtig machen“ usw....so was in der Art eben. Das ist keine Unterstellung...an niemanden hier...nur etwas, was sich in meinem Kopf abspielt...lauter kleine (oder auch schon ausgewachsene) Selbstzweifels, die einen Kanon anstimmen. Es geht wohl eher darum, dass meine eigenen Anforderungen an mich „so hoch“ sind und ich das auf andere umlege. :schief:

Das ich die Liebe nicht mehr fühlen möchte, habe ich wohl etwas falsch ausgedrückt (s.o. ). Ich empfinde sich als solches nicht als negativ und bin im Grunde sehr froh, dass ich dazu fähig bin, in einer Intensität, die ich mir immer gewünscht hatte. Trotzdem fällt es mir schwer sie anzunehmen, weil irgendetwas in mir (wohl aus einem Irrglauben oder Missverständnis heraus) schreit, dass sie nicht mehr da sein dürfte...nichtmehr in dem Masse und schon gar nicht mehr für diesen Menschen. Obwohl ich sehr wohl meine eigene Meinung habe und auch versuche, die so gut es geht zu vertreten, bin ich sehr leicht zu verunsichern und stelle (zumindest zeitweise) in Frage, ob das so richtig ist, wie ich das in meinem Kopf (und wohl auch in meinem Herzen) habe.

Ich glaube, dass auch bei mir die Sicht für die kleinen Dinge etwas verloren gegangen ist bzw. das mir ihre Bedeutung nicht mehr klar ist. Ich sehe sie, ja, aber sie lösen kaum noch etwas aus. Letzte Woche zum Beispiel, habe ich einen wunderschönen Regenbogen gesehen und bin auch ganz aufgeregt hin und her gelaufen... Fotoapparat gesucht...bis mir in all der „hektik“ auffiel, dass mir das im Grunde gar nichts bedeutet und meine Reaktion darauf, eigentlich nur eine Erinnerung gewesen ist, weil es früher immer so war. Und so geht es mir mit vielen Dingen...ich erkenne zwar ihre „Schönheit“, aber nichts dahinter. Das macht mir Angst, weil ich auf der einen Seite doch zu sehr intensiven Gefühlen fähig bin, aber irgendwie abstumpfe, wenn es darum geht auch in den kleinen Dingen, die einem das Leben so viel schöner machen können, einen Sinn zu sehen.

*hmpf* zum ersten mal ist meine Nachricht zu lang...also teil ich sie nun, wo es mir sinnvoll erscheint.......

#1465
@ pupsup

Naja...wo bei mir der Druck herkommt, habe ich ja schon versucht und Ich betone VERSUCHT zu erklären. Ich mach mit mir das, was vorher ein anderer mit mir gemacht hat...als Ersatz quasi. Ich habe Erwartungen an mich, die kaum erfüllbar sind, oder denen es in der Erfüllung beinahe gänzlich an Sinn fehlt. Das ist aber etwas, was ich schon kenne und ohne das ich scheinbar nicht gut auskomme. Egal was man macht, es ist niemals gut, niemals genug, niemals ohne neue Erwatungen. Ich könnte wohl Hunderte an Beispielen aufführen dafür, wann mir so was schon mal begegnet ist...meist Kleinigkeiten, aber immer präsent und so eingebrannt, dass es schwer ist ohne sie...wenn niemand da ist, der diese überflüsigen Erwartungen an mich hat, dann habe ich sie selber an mich oder projiziere sie eben auf andere. Die Rolle des Zuchtmeisters überlasse ich in der Tat lieber jemand anderem, aber wenn niemand da ist, dann übernehme ich sie lieber selbst, als ohne sie zu sein. Das war mir auch nie wirklich bewusst, obwohl es schon fast immer und verstärkt in der letzten zeit, so gewesen ist.

Ich finde meine Therapie sehr aufschlussreich und wie gesagt, klingt sehr vieles wirklich sinnig und stimmig. Bei manchem aber, weigere ich mich im Rückblick, es so anzunehmen. Ich sage ja, das ich leicht zu verunsichern bin...schnell denke, dass ich einfache eine falsche Meinung zu einer Sache habe...so auch bei meiner Thera...dort nicke ich oft brav, weil mir in dem Moment, wo sie es sagt, das wirklich alles so sinnig und gar nicht mehr anders mögllich erscheint. Bei genauerer Betrachtung aber, entdecke ich dann einige Hacken...das ich mich in meinem Denken doch noch etwas von dem absetze, was meine Thera sagt und sie ja immerhin auch nicht sonst ein höheres Wesen ist, dass sie eben einfach ALLES weiss und wenn sie dann immer und immer wieder auf einer These rumreitet, mit der ich aber so gar nicht übereinstimme, dann bin ich in der Tat genervt. Das liegt zum teil auch daran, dass ich mich ein wenig dagegen wehre, meine Gefühlslage so „logisch“ erklärt zu bekommen...das sie mir des öfteren sagt, das mein Ex als Person bei diesem Problem völlig ersetzbar ist....das sitzt mir irgendwie quer und das bekomm ich weder Verstandes- noch Gefühlsmässig ganz verinnerlicht. Das trifft wohl auf Deine Aussage zu, dass die Therapie einen Filter wegnimmt, der einen vorher alles auf eine bestimmte Weise hat sehen lassen.

Ich weiss jetzt nicht mehr genau, ob Du auch wöchentliche Sitzungen hattest...wenn ja, dass beneide ich Dich ein wenig, denn meine Sitzungen dauern 45 Minuten . Wobei auch damals, bei meiner ersten PT, die ich im 2-Wochen-Takt besucht habe, die Sitzungen auch nur 45 Minuten gedauert haben. Das war dann vorher schon zu wenig Zeit und jetzt, obwohl häufiger, ist es immer noch zu wenig für mich.

Meine PT ansich befindet auch alles wichtig, obwohl meist zu ende hin das Thema darauf kommt, dass es ja alles irgendwie mit meiner Vergangenheit verbunden ist und wir da mal genauer hinsehen sollten in Zukunft. Diese Zukunft dauert nun auch schon beinahe 7 Monate und in der Hinsicht ist noch nicht allzu viel geschehen...weil das „aktuelle“ noch sehr viel Platz einnimmt!

Gar nichts zu sagen bei meiner Thera ist für mich ein Zustand, den ich möglichst vermeiden will. Es war für mich anfangs sehr schwierig, dass man sich begrüsst, hinsetzt und dann die Thera nichts sagt, sondern wartet...diese Stille hat mich wahnsinnig gemacht, was hauptsächlich wieder auf meinen selbstauferlegten Druck zurückzuführen ist...nämlich, dass sie ERWARTET, dass ich nun etwas sage und ich dies deshalb auch tun MUSS. So hat es sich dann mit der Zeit ergeben, dass ich mir am Abend vorher (was mir manche schlaflose Nacht eingebracht hat), schon das Hirn zermatert und genau überlegt habe, was ich als Aufhänger oder Einleitung für die nächste Therastunde nehmen kann. Natürlich darf das Thema nicht zu nebensächlich oder gar allzu oft schon erwähnt sein (meine eigene Einschätzung). Ich mache mir also auch da sehr viele Gedanken, was mein gegenüber denken könnte und normal würde es dann dazu passen, dass ich so angespannt sein müsste, dass sich meine Schleusen eben nicht öffnen...ist aber dennoch so. Im Grunde, kommt eben MEIN Thema doch jedes mal zur Sprache.

Meine PT lässt sich auf andere Themen wie eben meine Probs nicht ein...ich habe mal versucht einen verlegeneheits Smalltalk mangels mich zufriedenstellender Themenüberlegung meiner seits, mit ihr zu führen. Dieser ist kläglich gescheitert...zwei Sätze und das Thema war gegessen...und diese erwartungsvolle Stille setzte erneut ein. Nun gut...zum Smalltalk ist sie ja auch nicht und wenn man mein Gejammer bezüglich der wenigen Zeit berücksichtigt, ist dies wohl auch ganz sinnvoll.

Ich habe bisher den Eindruck dass meine neue Thera mir mehr wird helfen können, als meine vorherige. Deren Arbeit bestand darauss Notizen zu machen (meine neue habe ich bis auf die „Kennenlernsitzung nicht einmal schreiben sehen) und dem Satz „In den Taten zeigt sich, wie ein Mensch zu einem steht...nicht in den Worten“. Dieser Satz hat sich allerdings enorm bei mir eingebrannt und den halte ich mir des öfteren vor Augen...ich bin noch nicht ganz sicher, ob man das pauschal wirklich so sagen kann, aber anwenden kann ich ihn doch des öfteren mal.

Die Angst davor, dass einen irgendwann tatsächlich geholfen wird und man „genesen“ ist, kann ich irgendwie nachvollziehen. Immerhin sind sowohl Sitzungen, wie auch das Problem selbst ein Punkt, an dem man sich festhalten kann. Wie eine Stütze...wenn auch im Fall des Problems keine positive im eigentlichen Sinn. Ich hoffe allerdings, das mir auch die Angst davor, durch die Therapie selbst ein Stück weit genommen wird...nicht nur als Arbeit der Thera, sondern das ich mich durch die neuen Sichtweisen vielleicht auch selbst ein wenig in diese Richtung stuppsen kann. Normal würde man jedem den Vogel zeigen, der verlauten lässt er habe Angst, dass es ihm wieder besser oder gar gut gehen könnte...tatsächlich aber, ist es ein wenig komplizierter und vielleicht muss ich auch in diese Richtung mal ein wenig mehr schauen.

Eine Portion guten Glauben nehme ich auch...aber wie du sagtest...so einfach ist das eben nicht

*leise die Melodie pfeif* :P

Alles liebe

S.

#1466
hallo

wie geht es dir heute, sigma?

:trost:

pupsup

#1467
Huhu Du und natürlich auch alle anderen ;)

Hm...wie immer, würde ich sagen...näher kann ich das irgendwie nicht definieren. :rolleyes:

Ich häng gedanklich (zusätzlich zu all dem anderen Käse) voll bei Donnerstag...da ist nämlich Geburtstag angesagt. Ich hab mir zwar schon genau überlegt, was für ne neutrale e-card mit was für einem neutralen (und recht kurzen) Text ich schicke...aber irgendwie ist es trotzdem komisch. Habe ich mir doch vorgenommen, danach nicht kontaktmässiges mehr zu machen...wüsste auch nicht was. Ich gehe davon irgendwie davon aus, dass nicht gross ne Reaktion dazu kommen wird, was irgendwie auch ok ist. Wär ja schon schön, wenn wenigstens einer von uns mittlerweile mal gerafft hätte, wie sinnlos diese Kontaktsache ist...bzw. nicht nur gerafft, sondern auch dementsprechend handelt.

Ich hatte vorhin ein gespräch mit einer Freundin (gerade die, die einmal zu mir sagte, sie würde nur ungerne noch etwas über mein thema hören), die mir nun erzählte (nicht das erste mal in der Zeit), dass sie nicht so wirklich weg kommt von ihrem Ex, von dem sie seit fast 10 Jahren getrennt ist...und wollte nun gerne einen Ratschlag von MIR ?(

Manchmal frag ich mich auch, ob die Leute mir überhaupt zuhören, wenn ich etwas sage. Naja...scheinbar zumindest ansatzweise, denn sie meinte, dass ich wohl eine der wenigen wäre, die sie verstehen können müsste. Super...kann ich wohl auch...nur woher soll ich mir nun nen Ratschlag zaubern? Sie hat mir nämlich schon zum Ende des Gespräches hin gesagt, dass sie sich so etwas doch irgendwie erhofft hatte. Hm...zum Ex vergessen bin ich in der tat die beste Ratgeberin :mauer:

Nungut...als ich dann (wie konnte ich nur) ansatzweise erwähnte, dass es mir SO gut ja nun auch noch nicht geht wegen besagtem Ex-Thema...kam dann ein verständnisloses "aber wie kann das denn sein?". Hm.... -ohne weitere Worte-

Nun musste ich mir auch noch übers WE verteilt so den ein oder anderen Vorwurf anhören, wieso ich meine Therapie torpedieren würde, indem ich meine Thera von ihrer eigentlichen Arbeit (wozu ICH das, was sie momentan macht aber auch zähle) abhalte indem ich meine Tränenströme und "Jammereien" dorthin vertage. Nungut...das es SO hilfreich auf dauer nicht ist, hatte ich ja selbst schon festgestellt...allerdings konnte mir die Frage, wem ich das alles denn sonst erzählen solle, auch nur mit einem mitleidigen und schuldbewussten Schulterzucken beantwortet werden. :super:

Im Moment fühle ich mich ein wenig gereizt und überfordert, weil zu dem Druck, den ich mir selbst ja irgendwie mache, auch noch der von anderen kommt, denn ich mir leider Gottes auch noch enorm zu Herzen nehme, weil ich nunmal so BIN. Vielleicht kommt auch hauptsächlich daher mein eigener Druck. Würde mir nicht dauernd jemand sagen, dass es falsch ist, dass es zu lange dauert, dass es nicht sein KANN eigentlich und so weiter und so weiter...dann würde ich zwar mit dem eigentlichen doch auch noch Probleme haben...aber nicht mehr den Zeitdruck, denn ich mir anziehe, weil andere eben anders sind als ich.

Ich meine...mir geht es auch nicht toll dabei die anderen anzulügen, weil sie alles andere heillos überfordert...aber das passiert dann ja zwangsläufig. Wenn sie es nicht wissen wollen, dann sollen sie nicht fragen. Hatte ich so auch schonmal mitzuteilen versucht und zu meiner eigenen Überraschung hat es auch vielleicht einen Monat lang geklappt...wohl genug Zeit für das gegenüüber anzunehmen, dass nun vielleicht genug Zeit vergangen sein könnte. Was sag ich also? Das alles ok ist, so überzeugend wie es eben geht...an ganz mutigen Tagen habe ich anfangs noch ein "wie immer" rausgebracht....das habe ich dann aber auch bald wieder gelassen, denn das scheint keine zufriedenstellende Antwort zu sein.

*bissl durchatme*

:evil:

Nunja...hier habe ich die Frage (nach der ich wohl ein ganz klein wenig abgeschweift bin =) ) auch mit einem "wie immer" beantwortet, aber ich denke, dass hier ein wenig besser mit der Bedeutung dessen umgegangen wird...und im Grunde ist es ja auch die Wahrheit :rolleyes:

Alles liebe :schmatz:

S.

#1468
Ich nochmal...

hm...

Ich bin eben gaaaanz zufällig ( ;) ) auf Die Tarotseite gestossen...

irgendwie ist die mir unheimlich 8o

Karte 1:

Kelch sieben: Ausschweifung, Verderbnis, Übersättigung, Unzufriedenheit

- Was Dich freute, hat einen schalen Beigeschmack bekommen. Der Glanz ging verloren, Du hast Dich vielleicht auch überfordert. Gibt es ein altes Problem, das Du kaschieren wolltest? Es wird Zeit hinzuschaun und es zu lösen, damit Du es loslassen kannst.

Karte 2:

Prinz der Schwerter: Lösung aus alten Abhängigkeiten, Intuition, Kreativität

- Beziehungen und Abhängigkeiten müssen gelöst werden, wenn sie dich in der Umsetzung deiner Kreativität behindern. Die Freiheit des Geistes erlaubt keine Fesseln. Und doch suche Menschen, die dir bei der Umsetzung deiner weitreichenden Pläne helfen und sie verstehen, denn dir fehlt oftmals die Erdung, um die Ziele alleine zu erreichen.

Karte 3:

Stab 8: Schnelligkeit, gute Kommunikation, Austausch:

Missverständnisse kannst Du ausräumen, wenn Du klar bist in Deinem Wollen udn das auch ausdrückst. Bleibe bei Dir, lass Dich nicht verunsichern.

Hmmmm....woher weiss das Ding das nur? 8o :P

Wünsch eine angenehme Nacht :schmatz:

S.

#1469
Liebe sigma,

wenn ich dich richtig verstehe – und das ist immer eine Aufforderung, doch bitte klarzustellen, zu relativieren, zu erklären – dann ist dein Problem genau hier:

dass du durch dein Erlebnis dich von anderen maßgeblich unterscheiden könntest, dass diese Ratschläge, dass dein Trauern aufhören und das Vergessen anfangen müssten, dich verunsichern, weil sie doch Fragen aufwerfen:

Warum ist es bei mir anders?

Und du dich in deine Individualität vll so wahrnimmst:

Wenn ich nun so anders bin, dann bin ich außenstehend, dann habe ich kein Verständnis, keine Unterstützung, keinen Rückhalt …

Kann es sein, sind solche Ängste ein Thema?

Gern würde ich dich beruhigen, dass das auf uns alle zutrifft:

Denn wir sind alle anders, und diese Anderartigkeit könnte uns aber wieder verbinden.

Doch die wenigsten möchten es sich eingestehen, es ist verständlich, diese Ängste sind sehr groß und so erschreckend.

Alles tut man so, als wäre man genauso wie es die anderen wollen.

*seufz* ich kenn das durchaus.

Doch eines darf ich hier verraten: der Mann, dem mein Herz gehört, den habe und werde ich NIE vergessen.

Es schmerzt heute nicht mehr und ich kann damit leben. Er ist heute eine zarte, sanfte, liebe Erinnerung.

Ihn zu kennen, war eines der wertvollsten Erlebnisse bisher. Es zu vergessen wäre der größte Verlust,

meint die

#1470
Huhu Du!

Ja...in gewisser Weise hast Du schon recht bei der Beschreibung des Problems. Sicherlich sind alle Menschen verschieden...aber wenn man dann von so vielen Seiten immer das Gleiche hört, gibt es mir doch ein wenig zu denken. Immerhin werden schon die Grenzen etwas gelockert teilweise, denn es „darf“ wohl so sein, dass ich noch nicht darüber hinweg bin...nur da auch noch zu trauern drüber sei nicht mehr ganz angebracht. Naja...da hilft mir nun auch nicht wirklich weiter.

Sicher spielen da bei mir diese Ängste eine sehr grosse Rolle...wie ich eben immer dem hinterher renn, dass möglichst alle zufrieden sind mit mir und ja keine negativen Gedanken aufkommen. Da haut natürlich nicht hin, aber in der Sache komme ich da eben manchmal in arge Bedrängnis. Dann ist es so eine Mischung aus dem Wunsch zu gefallen, der Unfähigkeit das umzusetzen und auch eine Spur Bockigkeit, dass ich ja überhaupt nicht zu tun habe, was irgendjemand anderes von mir erwartet.

Ich meine...ich habe schon 2,5 Jahre lang versucht jemanden zufrieden zu stellen...ohne Erfolg, wie man sieht. Davor schon mal 12 jahre, wenn man vom tag meiner Geburt an rechnet, obwohl das natürlich so ganz korrekt nicht ist...ebenfalls ohne massig Erfolg. So ist auch meine Beziehung zu den meisten Männern in meinem bisherigen Leben Arbeit gewesen, weil sie eigentlich nicht erfüllbare Ansprüche hatten und ich immer gefallen wollte und aus Angst verlassen oder nicht geliebt zu werden, eben WEIL ich sie nicht erfüllen konnte. :rolleyes:

Das klingt jetzt vielleicht auch krasser, als es wirklich ist, denn ich war ja kein meinungsloses Ding, das kommentarlos alles gemacht hat, was der „Meister“ verlangt. Jedoch wurden meine Aufmuckversuche meist als lästige Zickerei abgetan, die ich mir ja gerne mal schenken könnte. :schief:

Ich muss nun zu meiner Thera...mal schaun, was mir danach noch einfällt und ob ich sie vielleicht heute mal Ihre Arbeit tun lasse =)

Alles liebe :schmatz:

S.

#1471
So...

meine Thera und ich haben gerade (zumindest kurz) versucht zu beleuchten, wieso mein Herz und mein Hirn die Zusammenarbeit verweigern. Sie hat ein wenig geschmunzelt, als ich ihr sagte, wie wenig ich verstehen kann, wieso man das Wissen vom einen nicht auf die Gefühlslage des anderen übertragen kann, denn so einfach, sagte sie, ist das eben nicht. Ach *gg* Sie sagte, dass ich mir fernab der Realität ein perfektes Bild auf gebaut habe, was mein Verstand, gar nicht wahrnimmt, was unterschwellig mitläuft und obwohl mein Verstand weiss, dass ,obwohl diese letzte, als auch die Beziehung davor, um die es geht, alles andere als rosig und fair waren, das Herz diese "Phantasievorstellung", die es sich aufgebaut hat, nicht gehen lassen kann udn das es sich in keiner Weise auf der Erwachsenen Geistesebene des Verstandes abspielt.

Das ist jetzt nicht so die ganz brandneue Erkenntnis, aber immerhin fühlen mich danach immer nur noch halb so bescheuert, wenn ich mich frage, wieso da kein Einklang reinzubekommen ist und wieso ich etwas, was ich so genau weiss, so wenig umsetzen kann.

Jedenfalls lief es auch wieder auf mein Reizthema hinaus, dass es gar nicht um meinen Ex direkt geht, sondern um ein verhaltensmuster, was mir seit vielen Jahren zueigen ist. Auch meine Problematik mit dieser Aussage habe ich ein wenig versucht zu erläutern und sie sah keineswegs überrascht aus. Sie meinte, dass meiner Beziehung dadurch ja ein gewisser Status flöten geht udn das für mich noch nicht so sehr gut zu verpacken sei. Aber nungut...auch dies gehört zur Arbeit und ob ich etwas bestimmtes nun hören will oder nicht, spielt da nicht die grösste Rolle.

Ich bin immer ein wenig platt nach meinen termin... *jammer

Alles liebe :schmatz:

S.

#1472
Hallo liebe sigma,

gern möchte ich dir schreiben, was ich aus deinen letzten Postings herauslese – ich bin jetzt mal deine Zusammenfasserin. =)

Es geht also um Phantasievorstellungen:

Das perfekt gepuzzelte Bild, nach dem man strebt und zu leben versucht. Das kann die perfekte Beziehung sein, der perfekte Mann, wie auch immer.

Es geht also um Ängste, nicht genügend zu tun, um anerkannt zu sein:

Der Wunsch zu gefallen, akzeptiert zu werden und die daraus folgende Erfolglosigkeit, die frustrieren kann.

Und die Reaktion auf jede Erfolglosigkeit war ein noch größeres Anstrengen – ein noch größerer Misserfolg – und die Erkenntnis daraus, dass jeder dieser „Aufmuckversuche“ auch keinen Erfolg bringt.

Das heißt: wenn du dich angestrengt hattest, warst du nicht erfolgreich. Wenn du dich noch mehr angestrengt hast, hattest du noch keinen Erfolg. Was immer du zu tun bereit warst, es brachte dich nicht diesem Idealbild näher, dass du ev mit dir tragen könntest.

Hm …. :schief:

Und was passiert nun, wenn man es umgekehrt macht? Sich nicht anstrengt? Das Bild den Gegebenheiten anpasst, wenn die Realität sich nicht an das Bild anpassen lässt?

Was passiert, wenn du nicht mehr gefallen möchtest und dort aneckst, wo es dir gerade passt? – es wäre ja auch kein Erfolgrezept,

doch wo wäre für dich der Unterschied,

fragt

#1473
Huhu Du!

Ja...was Du sagst klingt in sich schon sinnig. Für mich liegt der Unterschied wohl darin, was für Gefühle es in mir auslöst und wie gut ich diese ertragen kann.

Ein kleines Beispiel:

Vor einigen Tag hatte sich eine Frau auf mein Handy verwählt. Sie wollte eine "Name" sprechen udn daraufhin sagte ich ihr, dass diese Person weder hier ist, noch ich diese überhaupt kennen würde. Daraufhin fragte sie mich dann, mit wem sie denn sprechen würde und im Affekt nannte ich ihr dann meinen Namen. Darüber habe ich mich nachher ziemlich geärgert, denn der ging sie ja nun nichts an und die Tatsache, dass ich ihr doch schon sagte, ich kenne die Person nicht, sollte wohl ausreichend gewesen sein. Nun sass ich da, ärgerte mich über mich selbst.

Nun hat sich gestern ein junger Mann ebenfalls auf mein Handy verwählt und sagte mir, er hätte zuvor mit einem herren gesprochen. Ich erklärte ihm also, dass er sich wohl verwählt hat, da an dieses Handy mit sicher heit kann Herr gehen würde. Daraufhin entschuldigte er sich kurz, fragte dann aber doch noch, mit wem er denn jetzt sprechen würde. Daraufhin sagte ich, dass ich ihm das jetzt nicht so gerne sagen würde und die Tatsache, dass hier in der Tat kein Herr hatte ans Handy gehenkönnen, wohl genügen müsste.

Nun gut...ich habe also anders gehandelt, als beim ersten mal. Das Ergebnis darauss ist nun aber, dass ich mich nicht gut fühle, sondern mir die ganze Zeit die Fragen im Kopf rumschwirren, was dieser Kerl wohl von mir gedacht haben wird...ob er meinen würde ich wär ne blöde Kuh, weil ich es ihm nicht sagen wollte...oder absolut unhöflich und noch so einiges mehr. Das wiederrum ist aber etwas, was ich in der Tat weniger gut aushalten kann, als mich ein wenig über mich selbst zu ärgern, denn das ich etwas mache, was meine eigenen Erwartungen enttäuscht, kann ich besser ab, als eventuell jemand anderen zu enttäuschen und in diesem fall geht es ja sogar um mir völlig Unbekannte Menschen und ich werde nie erfahren, ob sich dieser junge Mann danach überhaupt noch IRGENDWELCHE Gedanken darüber gemacht hat...nur mein Kopfkino sieht es nicht ein und auch nicht den Hinweis meiner Thera, dass es mir eben so gut auchschlicht egal sein könnte / sollte.

Das sagt sie, ist eben auch ein Verhaltensmuster von mir und eben weil ich dieses Gefühl, andere zu Enttäuschen (und das habe ich ja auch oft, wo es gar nicht der Fall ist), nicht gut aushalte, versuche ich alles, um es zu verhindern...was aber eben nicht klappt, doch das bringt mich nicht dazu den Versuch aufzugeben..das ich in dem Fall (mit dem Namen aber auch sonst) meine eigenen Bedürfnisse, wie das anonym bleiben, hinter das des anderen Stelle, der meinen Namen gerne wissen wollte. Das mag jetzt ein recht banales Beispiel sein, aber man kann es auf sehr viele Situationen in meinem leben übertragen. Und irgendwie wäre auch ein sträuben dagegen, nämlich den Versuch gar nicht erst zu starten, für mich eine Niederlage und eine Enttäuschng des anderen, weil ICH dann Kopfkinomässig denke, dass der Andere meint mir wären seine Wünsche, Bedürfnisse, Hinweise und Erwartungen schlicht egal.

Im Prinzip verstehe ich auch da irgendwie, was mit mir passiert, aber das Verstehen reicht dann nicht, wenn ich in so eine Situation gerate.

In dem Zusammenhang wundert es mich auch manchmal gar nicht, dass ich nicht mehr sagen kann, was ich will und mir wünsche, denn neben dem verlust des Partners und der Beziehung, ist mir auch jemand flöten gegangen, der mir gesagt hat was SEINER Meinung nach gut für mich ist. Ich habe dem zwar nicht immer zugestimmt, aber mich und meine Zweifel, da auch nicht wirklich ernst genommen. Meine Thera drückt es aus, dass ich anderen wenig bis keine Grenzen setzen kann, wenn es um mich geht, mir selbst aber permanent.

Ja...so...ist das irgendwie :schief:

Hoffe das konnte man einigermaßen verstehn ;)

Alles liebe :schmatz:

S.

#1474
Huhu, ich noch mal!

Und ich versteh dich sehr gut, sigma. Ich vermute, dass es den meisten Menschen so geht. Die meisten lernen einen (gesunden) Egoismus auch meist entweder durch sehr einschneidende Erlebnisse, die die Augen öffnen, oder aber in einer Therapie.

Woher das kommt, dazu müsste man wohl wirklich die Kindheit komplett aufrollen und analysieren. Wir sind doch alle meist – und Frauen im Besonderen – dazu erzogen worden, immer brav und angepasst zu sein, um zu gefallen.

Man nennt das dann lieber integrationsfähig und teamfähig, und wer möchte das denn nicht sein? In unserer Vorstellung ist das Gegenteil eben NICHT-integrationsfähig, querulantisch und unsympathisch, nicht überlebensfähig in einer Wettbewerbsgesellschaft, die auf (vermeintliche) Integration und Gruppenzwang aufbaut.

Dass diese Menschen freier und gesünder leben, wurde uns während der Erziehung nicht gesagt. Mir zumindest nicht. Dass diese Maßregelungen – siehe oben – jedes Selbstbewusstsein killen, wurde uns auch nicht gesagt.

Dein Beispiel finde ich sehr anschaulich. Und wenn er dich stört, dieser Zwang zum Rechtfertigen, dann solltest du genau da ansetzen. Ist es ein Hinweis, Recht haben zu wollen, sich zu verteidigen, sich zu erklären, sich zu integrieren – es ist alles vergleichbar. Viele tun das und ganz automatisch. Es ist in unserem Alltagsbewusstsein so verankert.

Interessant wird es dann, wenn man daran glaubt, dass man sich dem widersetzen kann. Das geht aber nur, wenn man imstande ist, es zu hinterfragen und sich vor allem zu fragen, wie es einem selbst dabei geht.

Dazu gehört es auch, ob es einem egal ist, was andere denken, ohne dass einem der Mensch egal ist. Dass man jedem Menschen soviel Freiheit lässt, zu denken und zu handeln, wie er es für richtig hält, ohne ihn beeinflussen zu wollen und dabei aber nicht den Respekt vor ihm zu verlieren.

Denn sich darüber, was der andere denkt, den Kopf zu zerbrechen, ist eigentlich sinnlos – und das weiß man ja – weil es kaum gelingt, die Gedanken anderer zu beeinflussen. Aber interessant ist doch die Frage: warum möchte ich gern die Gedanken der anderen beeinflussen können?

Was steckt dahinter?

*grübel*

#1475
hallöchen!

Original von sigmaMeine Thera drückt es aus, dass ich anderen wenig bis keine Grenzen setzen kann, wenn es um mich geht, mir selbst aber permanent.
das ist doch dann klar, dass du es KANNST! wenn du DIR grenzen setzen kannst, kannst du es auch eines tages bei anderen.

weißt du, sigma, ich bin auch oft jemand gewesen, der es anderen recht machen wollte. ehrlich gesagt, ist es mir auch heute noch lieb, wenn es jemandem gefällt, was ich mache, aber ich habe es vergessen UND aufgegeben (also aktiv und passiv sein lassen), mir über andere gedanken zu machen.

ich habe mal eine weile über meine mom gefachsimpelt (laienhaft natürlich nur... aber halt speziell, deshalb nennen ich es "fachsimpeln" ;) ) und kam übrigens auch an dem satz von ihr vorbei in meinen gedanken, dass sie gesagt hatte, ich könnte doch "auch mal" rücksicht "auf andere" nehmen.

ich habe das getan, sehr sogar, welche macken ich damit dann ausgelebt habe und ob meine mom mir nicht nur einen satz mit auf meinen lebensweg gegeben hat, um sich in einer stress-situation frei zu machen, keine ahnung.

jetzt ist es eben anders geworden: ich setze meine prioritäten ganz anders. die wichtigkeit (und damit die vorrangige priorität), die ich "den anderen" und ihren befindlichkeiten eingeräumt habe, war doch nur eine ausrede, um mich selbst nicht ernst nehmen zu müssen, um mich selbst vergessen zu dürfen und um das berüchtigte "alles richtig machen" - gefühl erhaschen zu können.

ich glaube wirklich, dass es kein solches gefühl mehr gibt - dieses gefühl, dass "alles richtig" ist - für erwachsene, sondern dass es nur noch einen ort gibt, an dem etwas im lot sein kann: in deinem herzen.

das bedeutete für mich, dass ich zwar nicht weiß, wie man glück empfinden bzw. produzieren kann, dass ich aber sicher sein kann, der einzige ort, wo es stattfinden kann, ist in meinem inneren.

es wird keinen menschen geben können, der mir klarmachen kann, dass etwas richtig ist, dazu bin ich zu erwachsen. es gibt auch keine garantien, ich kann es auch nicht abfotografieren und an die wand hängen oder sonst irgendwie bewahren, sondern glücklichsein und das gefühl, dass etwas "richtig" ist, kann es nur in der veränderung geben.

der wunsch, dass die zeit still steht, ist ein lebensverneinender wunsch.

ja ja es ist wahr, wir HABEN die zeit erlebt, in der dinge noch "richtig" waren (oder falsch). wer kann mir sagen, wie alt er war, als er dieses gefühl zuletzt hatte?

du sigma, und sicher auch ich lange jahre, haben das gefühl auch im erwachsenenalter erlebt. und ich fürchte, wir haben uns nur selbst was vorgespielt. es ist tatsächlich so, dass die person(en), die dieses theaterstück ermöglicht haben (oder zu haben scheinen), austauschbar sind. das ist für mich ein hochinteressanter gedanke, wenn ich an meine große liebe zurückdenke.

meine beziehung jetzt ist so, dass sie wächst, manchmal schrumpft sie auch, sie lebt halt. meine beziehung zu meiner "großen liebe" hingegen war ein zeitfenster, alle sorgen, alles interessen fielen von mir ab. ich war geborgen.

herrje

ich bin jetzt auch geborgen, aber ich sehe meinen freund nicht mit dankbarkeit an, weil ich "so ein gutes gefühl" in seiner gegenwart habe. in meinem leben ist voraussetzung geworden, dass ich ein gutes gefühl habe, andere leute fliegen einfach raus aus meinem leben, basta.

naja

ich könnte jetzt noch weiter dazu schreiben. aber irgendwie will ich mit alledem nur anzudeuten versuchen, dass die eigentliche kunst in meinen augen nicht das unterlassen von dingen ist. sondern das "sich-selbst-ernst-nehmen", also ich sag lieber "mit-sich-selbst-gut-freund-werden" ist halt wichtig.

wenn du das nämlich machst, dann ordnen sich die prioritäten von selbst neu.

du wirst niemandem mehr zu last fallen als jetzt, sigma. im gegenteil. es ist schon erstaunlich, wie viele menschen nichts (absolut nichts) anderes erwarten (oder sich wünschen), als dass du glücklich bist und dass du DEIN DING machst. selbst leute, die dich nicht kennen, haben etwas davon, denn du kannst nett zu ihnen sein, weil du einfach so viel geben kannst, ohne etwas zu verlieren.

also eine scham, wie du dich am telefon verhalten hast, wird es nicht mehr geben. echte fehler kannst du dann tatkräftig wiedergutmachen und bei anderen sachen erkennst du, dass immer zwei dazu gehören, dass etwas in den falschen hals gerät. und du weißt, wie du es gemeint hast.

ja bla

wie das geht mit dem "mit sich selbst gut freund sein", das hatte ich bestimmt schonmal geschrieben. das geht nämlich so: bei jedem anders.

=)

pupsup

#1476
hallo liebe sigma,

ich hatte es ja schon angedeutet das ich hier nicht mehr so ganz mitkomme.

ich denke das es den grund hat weil ich der meinung bin das nicht unbedingt dein ex der auslöser deines problems ist. verstehe mich da bitte jetzt nicht falsch aber ich bin schon in der lage den liebeskummer und alles was dazu gehört zu beschreiben doch zusammen genommen die letzten beiden jahre, also was deine entwicklung betrifft zu diesem thema habe ich die annahme das es noch sehr viel andere gründe dafür geben muss warum du dich noch heute so schlecht fühlst.

mein problem liegt darin das ich das nicht nachvollziehen kann.

ergo, kann ich nicht wirklich eine stellungnahme dazu abgeben weil ich in diesen dingen nicht bewandert bin.

ich stelle oftmals gerne einen vergleich. fast zeitnah hatten wir die trennung und ich versuche abzuschätzen wo ich heute bin und wo du bist.

sicher geht es mir nicht vom leder doch habe ich mich damit einfach abgefunden.

ja was bleibt denn auch übrig?

für mich garnichts.

du suchst heute noch nach gründen. das verstehe ich nicht und ehrlich gesagt habe ich da keine peilung.

keine peilung deswegen weil ich es einfach nicht verstehen kann warum dein gesamter fortlauf deines lebens davon abhängig sein kann.

verstehe ich nicht. ?(

natürlich möchte ich nicht sagen das es vorbei ist und wir alle sagen das war es dann und gut so.

aber

wie lange soll mann sich denn daran festhalten?

ist es denn für dich so schwer zu akzeptieren?

sicher ist das alles nicht einfach aber es kann doch nicht sein das ein mensch mein ganzes leben nicht mehr lebenswert macht.

nein, es ist nicht so das ich dir sagen möchte das du ab einen stichtag aufhören sollst darüber zu denken oder was auch immer.

nein,

ich möchte einfach in erinnerung bringen das du doch bitte dein leben weiter führen sollst.

lg :schmatz:

dg :rolleyes:

#1477
Huhu Ihr!

@ Lisabel

Ja...das mit dem Anerzogenen sagte meine Thera auch und das man sich als Kind eben bestimmte Verhaltensweisen aneignet, die man beibehält, weil man nicht wirklich eines besseren belehrt wurde und die einem dann auch später noch zum teil ganz normal vorkommen oder zumindest leichter anzuwenden sind, auch wenn einem eigentlich etwas anderes normal vorkommt.

Meine Kindheit aufzurollen, ist wohl das, was meine Thera vorhat mit mir und im Grunde weiss ich ja schon so ansatzweise, wo es herkommt...nur nicht so genau, wie es eigentlich dazu kam.

Mein Zwang mich zu rechtfertigen begleitet mich beinahe überall hin und auch manchmal in ganz und gar unsinnigen Situationen, wo mein Umfeld dann teils genervt, teils ein wenig verwirrt reagiert, wenn ich Dinge erkläre oder rechtfertige, die für sie ok oder längst abgehakt sind.

Im Moment ist es ja so, dass sowohl dass "Widersetzen", wie auch das nicht "Widersetzen", negative Gefühle in mir auslösen, die des nicht widersetzens, aber für mich besser auszuhalten sind. Nun gilt es also, dass irgendwie zu drehen, oder mich zumindest an das Gefühl des Anderen mehr zu gewöhnen und es dann noch in einem geregelten Maße einzusetzen.

Was das Kopfkino über die Gedanken anderen angeht...hm... ?( Denn wie Du sagtest kann man Gedanken anderer weder beeinflussen, noch überhaupt sicher kennen. Nur auszublenden, dass man sich zumindest vorstellt, was der andere denken KÖNNTE...gehört wohl auch mit zu Lernprozess. Sich so zu verhaten, wie man MEINT, dass der Andere es gerne hätte ist wohl eine Reaktion auf die Angst nicht geliebt zu werden. Das geliebt sein, in seiner eigentlichen Bedeutung, trifft natürlich nicht auf jeden zu...z.B. möchte ich natürlich von meinem Anrufer letztens nicht geliebt werden, aber das Verhaltensmuster spiegelt sich eben auch darin wieder und man ist irgendwie nicht in der Lage das rational zu trennen und reagiert bei jeder Gelegenheit so. Wieso aber traut man sich nicht, einfach man selbst zu sein? Wieso denkt man, dass man "falsch" sein könnte, so wie man ist? Bei mir gibt es dazu schon zumindest ansatzweise eine Erklärung...und mir ist es noch ein wenig unverständlich, wie etwas, was so lange zurückliegt und eher unbewusst geschehen ist, so einen Einfluss haben kann auf mein Leben. Es ist wohl so, wie Du sagtest...dass einem bestimmte Verhaltensweisen anerzogen werden oder man sie sich selbst aneignet, weil man nicht beigebracht bekommt, dass es nicht unbedingt die richtigen sind und vor allem obwohl sie nie wirklich zum erwünschten Erfolg geführt haben.

weiss auch nicht so wirklich ?(

:schmatz:

@ pupsup

dass sie gesagt hatte, ich könnte doch "auch mal" rücksicht "auf andere" nehmen.
Diesen Satz habe ich auch schon das Ein oder Andere mal gehört, wenn ich denn versucht hatte MICH durchzusetzen und das nur in sehr geringem Maße...also um sich dort etwas heranzutasten...um dann dadurch gleich wieder gebremst zu werden...das beklemmende Gefühl zu haben, dass ich etwas falsch und jemand anderen verletzt habe und es daraus folgend, wieder aufzugeben. Mein Ex nannte es immer zickigsein, andere nennen es rücksichtslos...wie auch immer man es nun betiteln will, es hat aus dem Mund anderer nie einen lobenden oder auch nur ansatzweise natürlichen Unterton gehabt. Vielleicht, weil andere dadurch auch auf ihre Fehler hingewiesen werden udn das ebenso wenig aushalten können, aber das sind nun wieder Spekulationen und eine Rechtfertigung für das Verhaltenen anderer :mauer: und genau davon gilt es doch wegzukommen.

war doch nur eine ausrede, um mich selbst nicht ernst nehmen zu müssen, um mich selbst vergessen zu dürfen und um das berüchtigte "alles richtig machen" - gefühl erhaschen zu können.
Ich denke das trifft es SEHR gut. Und so weniger es klappt, umso mehr versucht man es...was aber meist nicht auch zu mehr Erfolg führt. Eher dazu, dass auch andere einen nicht mehr ganz ernst nehmen oder man sich einfach ausnutzen lässt mit dem Hintergedanken, dass es schon ok ist, wenn der Andere einen dann wenigstens mag. Man gibt soviel von sich selbst auf, für die wenigen und kurzen Momente, in denen man dann tatsächlich mal gelobt wird und das Gefühl hat, man habe etwas richtig gemacht. Man selbst würde sich, wenn man dann das passende Verhältnis zu sich hat und seine Prioritäten mehr auf sich verlagert, wohl viel öfter dieses Gefühl spüren lassen, denn oft genug denkt man ja, man habe etwas richtig gemacht, bis es aus Sicht eines anderen doch nicht richtig oder nur minderwertig war.

dieses gefühl, dass "alles richtig" ist - für erwachsene
Das ist wohl auch so. Meine Thera hat versucht es mir so zu erklären, dass bei einem solchen Verhalten, das Erwachsenendasein, gar keine Rolle spielt, sondern das, was man als Kind so empfunden hat, unbewusst die Oberhand bekommt.

Es ist wohl ein lernprozess, wie so vieles, und Du scheinst ihn ja gut ganz gut durchlaufen zu haben.

es ist tatsächlich so, dass die person(en), die dieses theaterstück ermöglicht haben (oder zu haben scheinen), austauschbar sind. das ist für mich ein hochinteressanter gedanke, wenn ich an meine große liebe zurückdenke.
Genau das ist auch der Gedanke, an dem ich zu knabbern habe im Moment. Mich schmerzt es ein wenig, dass es auf der einen Seite so einfach und im Ganzen betrachtet auch wieder so kompliziert sein soll. Ich hab noch mein gefühlschaos, dass ich nicht annehmen kann, dass mein Ex tatsächlich austauschbar sein soll in diesem Moment und wieso, wenn es denn so ist, ich es dann nicht einfach auf jemand anderen übertrage, der DA sein könnte, denn so jemanden zu finden, sollte ja mit den feinsinnigen Spürnasen derer, die sich unbewusst, aber gezielt solche Menschen aussuchen, kein Problem darstellen. ?(

Das wäre natürlich nicht die eigentliche Lösung des Problems, aber das Trauerding könnte dann zumindest durch sein. :rolleyes:

Ich fühle mich momentan auch noch so heimisch in meinen Schuldgefühlen und dem Denken,d ass allein ich für das Scheitern der Beziehung verantwortlich bin, dass ich zwar weiss, dass der Andere auch Fehler und Probleme hat / hatte, ich diese aber nicht in der Gewichtigkeit zulasse, die vielleicht angebracht und sogar wahr wäre, sondern selbst das noch so auf mich umlege, dass ich seine Probleme einfach nicht oder erst zuspät erkannt und nicht richtig darauf reagiert habe und nicht so unterstützend gewesen bin, dass es etwas hätte retten können.

Vom Verstand her weiss ich, wie unnütz solche Gedanken sind und wie wenig mich alleine dort die Schuld trifft, nur dass, was sich so eingefressen hat in mir, ringt eben immer noch diese anderen Gedanken zu Tage.

Wenn ich nun also mit mir gut Freund werden könnte, wie Du sagtest...und abgesehen von meinem eigenen Balast, vielleicht mal den der Anderen, nicht mehr auf meinen Rücken laden würde...wieviel freier könnte ich mich dann fühlen!?! *seufz

Es ist alles irgendwie in Arbeit..........!

:schmatz:

#1478
@ dg

ich denke das es den grund hat weil ich der meinung bin das nicht unbedingt dein ex der auslöser deines problems ist
Das ist er auch definitiv nicht. Nur jemand, bei dem mein Problem irgendwie gut aufgehoben war und jemand, der sich zumindest eine gewisse Zeit, bestens damit ergänzt hat.

keine peilung deswegen weil ich es einfach nicht verstehen kann warum dein gesamter fortlauf deines lebens davon abhängig sein kann.
Das liegt wohl daran, dass ich ihn zu meinem Leben gemacht habe...das fast alles ausser ihm und durch ihn, an Bedeutung verloren hat und ich diese Bedeutung noch nicht wiederfinden konnte. Mein gesamtes Gefühls- und auch restliches Leben, war abhängig und stieg und fiel mit ihm. Was er wollte, dass wollte ich auch, manchmal aus diesem Grund aber oft auch, weil es einfach zu dem passte, was ich sowieso wollte...nur habe ich irgendwie verlent das zu trennen und somit auch die Fähigkeit, jetzt für mich alleine zu wissen, was ich will.

ist es denn für dich so schwer zu akzeptieren?
Ja, das ist es wohl. Und auch da habe ich mich lange genug damit fertig gemacht, dass ich zu doof oder zu naiv bin, um es zu kapieren...aber im Grunde habe ich es ja kapiert. Kopfmässig...und da liegt der "Haken". Ich habe meinem Kopf noch nie mehr zugetraut, als meinem Herzen und so kann er sich nun eben auch nicht wirklich durchsetzen, was das Endergebnis betrifft. Denn mein Herz liebt ihn noch, vermisst ihn noch UND, was wohl mit am verhängnisvollsten ist, hat noch Hoffnung...und das trotz all der offensichtlichen Tatsachen, die mein Kopf längst verstanden hat. Die beiden sind für mich irgendwie nicht auf einen Nenner zu bringen.

Ich glaube Dir, dass es schwer ist, dass zu verstehen, als jemand, der eben anders umgeht mit den Dingen...aber ich versuche auch so gut es geht zu erklären, wo das Problem im Problem liegt.

Mein Verstand ist nicht zu dumm und auch nicht zu naiv, wie ich lange dachte...er ist nur zu schwach irgendwie, weil meine Prioritäten immer schon beim Herzen lagen und ja, das kann in der Tat nicht akzeptieren, wie etwas richtig und endgültig sein soll, was so schmerzhaft ist und sich so falsch anfühlt.

Und so ist es, dass mein Herz ihn momentan so wahnsinnig vermisst und nur auf das kleinste Zeichen von ihm hofft...das er zumindest seine Geburtstags e-card abruft und da durch weiss, dass ich an ihn gedacht habe...und das, obwohl mein Kopf weiss, wie wenig mich das weiterbringt und wie unsinnig dieses Hoffen ist. ;(

:schmatz:

Euch alles liebe und verzeiht mir meine Mammutsätze :P

S.

#1479
huhu!

*wochenende* äh *verlängertes wochenende*

*flöt*

Original von sigma

Genau das ist auch der Gedanke, an dem ich zu knabbern habe im Moment. Mich schmerzt es ein wenig, dass es auf der einen Seite so einfach und im Ganzen betrachtet auch wieder so kompliziert sein soll. I[...]
o.k. ich habe auch so gedacht. ich bin nämlich in meinen gedanken wie ein hase: ich laufe manchmal mit voll-speed in eine richtung und dann schlage ich einen haken. und dann noch einen. am ende jedenfalls habe ich nicht nur meine (vermeintlichen) "verfolger" abgeschüttelt (alias "die trostlosigkeit", "das neue"), sondern auch mich!

:P :rolleyes:

ich weiß nicht, wie du es empfindest, aber die anstrengung, die solche gedanken bedeuten hattest du ja eigentlich schon geschildert... ich jedenfalls hatte das gefühl, nur begrenzt kraft zu besitzen. ich wußte genau, welche orte es gibt, an denen ich zeitweilig erleichterung finden konnte: doofheit, stumpfheit, alkohol, schokolade... vielleicht auch ablenkung im großen stil, k.a.

aber ich wollte das eigentlich mal verstehen, mein innerer schweinehund ist aber manchmal gut auf zack und so laufe ich gedanklich zickzack, nicht, weil ich so ein kritischer mensch bin (nicht alleine jedenfalls) und alles von möglichst vielen gedanklichen ebenen betrachten möchte, sondern vor allem auch, weil ich angst habe, etwas in die tat umzusetzen, WER WEISS WAS DANN IST.

:rolleyes: 8o

ch hab noch mein gefühlschaos, dass ich nicht annehmen kann, dass mein Ex tatsächlich austauschbar sein soll in diesem Moment und wieso, wenn es denn so ist, ich es dann nicht einfach auf jemand anderen übertrage, der DA sein könnte, denn so jemanden zu finden, sollte ja mit den feinsinnigen Spürnasen derer, die sich unbewusst, aber gezielt solche Menschen aussuchen, kein Problem darstellen.
*klapp klapp klapp* dafür gibt es ein kleines handeklatschen von mir und den eher halbherzigen rat, eine kolumne in einer frauenzeitschrift zu schreiben und irgendwo anzubieten, aber äh sigma: was hilft dir das?

du hast auch geschrieben, dass das eigentliche problem durch den austausch der personen, auf die du einerseits deine liebe oder zumindest deine sympathie stürzen kannst, andererseits aber (vor allem!) das abziehbild deiner seelenlandschaft kleben kannst, also dass das eigentliche "problem" durch einen neuen partner nicht gelöst würde.

ich sag dazu: ein problem kehrt solange wieder, bis du es gelöst hast. wenn du keinen neuen partner willst, dann bist du so weit, das problem zu lösen.

:) ;) :rolleyes:

*gg*

gruß

pupsup

#1480
Huhu Du!

Jaaa...verlängertes WE =) aber nun auch fast schon wieder vorbei :rolleyes:

Was das sagst über das hasenmässige Verhalten den vermeintlichen Verfolgern gegenüber...das kenne ich, ja und auch, das man dabei meist mehr abhängt, als nur sie.

Ich hab auch oft genug das Gefühl, dass mir die Kraft ausgeht für solche Überlegungen und auch das übertünchen dieser durch Alkohol oder sonstiges, habe ich schon vor einem Jahr durchgehabt, was aber, wie Du ja auch weisst, nicht wirklich die Lösung ist...eher gar nicht. Manchmal war es kurzfristig entlastent, mal betäubt zu sein und nicht so viel zu spüren, aber oft genug, hat es auch das, was man loswerden wollte, nur verstärkt.

Doofheit und Stumpfheit versuche ich mir jetzt noch ab und zu anzueignen, was auch teilweise gelingt, aber eben auch keine Lösung ist.

Nur der Schokolade kann ich absprechen, denn die mag ich nicht sonderliche gerne. :P

Naja...das Ding mit dem Übertragen, auf einen anderen "Partner", war eher ein Anflug verzweifelter Ironie. Ich will ja gar keinen neuen Oartner...keine Ahnung, ob das nun gut oder schlecht ist...wahrscheinlich gut, wenn ich auch den "Alten" nicht mehr wollen würde, aber dem ist ja nunmal nicht so. Eher so der Gedanke, ob es nicht einfacher wäre, wenn ich es einfach übertragen könnte udn dann das alte Problem weiter mit mir rumtrage (was mir ja zeitweise nicht mal als Problem erschien, obwohl es doch eins ist), aber dafür den Liebeskummer loswerde.

Ich versteh nur immer noch nicht ganz (und ja, das ist ja irgendwie immernoch das A und O, das Verstehen eben), wie einem etwas Angst machen kann, von dem man weiss, dass es eigentlich gut für einen ist nur, weil es "unbekannt" ist. Ja...WEIL es eben unbekannt ist :rolleyes:



Alles liebe

S.

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