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Jetzt ist er weg...

1'611 Antworten69'287 AufrufeGestartet von sigma ·

#1501
Huhu, ich mal wieder!

Original von sigmaMeine Gefühle habe ich glaube ich an dem Punkt angefangen für seltsam zu halten, als immer weniger Menschen sie verstanden haben und da ich eben durch so etwas leicht zu verunsichern bin, habe ich sie eben als seltsam und vielleicht auch unnormal deklariert.
Liebe sigma, hast du schon mal daran gedacht, dass vielleicht nicht du, sondern die Gesellschaft seltsam bis unnormal ist, in der du dich befindest?

Man neigt ja gern zu dem Gedanken, dass man gezwungen ist, sich unter den Menschen, die einem zwangsweise unter die Nase kommen, bedingungslos zu integrieren, egal wie unleidlich und verletzend und lieblos sie sind.

Aber könnte es auch umgekehrt sein: dass man sich eben in falscher - falsch für einem selbst - Gesellschaft befindet und daher das fehlende Wohlbefinden kommt?

Ich habe über deinen Ex nachgedacht. Was ein komischer Satz ist, wie kann man über jemanden nachdenken, den man nicht kennt?

Na, eigentlich habe ich darüber nachgedacht, wie es dir dabei geht, wenn du ihn vermisst und warum das nicht weniger wird, wenn ihr doch keinen Kontakt habt.

Und dabei - selbstverständlich - nur an mich gedacht: schließlich geht jeder von sich aus, das vermeintliche Einfühlungsvermögen ist immer nur die Frage "Was würde ich an ihrer Stelle tun?“ und dabei denkt jeder nur an seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen - woran auch sonst.

Dein Schreiben hätte ich daher so verstanden:

Diesen Mann, der dir fehlt und dem du nachtrauerst, beschreibst du als jemanden, der nicht nur deine Liebe nicht erwiderte, sondern auch in keiner Weise bereit war darauf einzugehen, dass es jemanden gibt, der ihn verehrt.

Nun kann man sich zwar wünschen, dass Liebe erwidert wird, verlangen kann man es ja nun nicht, was aber, so denke ich, durchaus zu erwarten wäre, ist:

dass dieser Mensch ein wenig darauf eingeht, wie sich ein anderer fühlt, der unerwidert liebt. Wie sehr Zurückweisungen schmerzen und wie wichtig und wertvoll jedes seiner Worte sind - wertvoller als alle anderen, und wie empfindsam man in diesem Zustand ist.

Das allerdings setzt wieder so viel Feingefühl voraus, das den anderen erst liebenswürdig macht, nicht?

Aber hatte er denn überhaupt Feingefühl? So wie du ihn schilderst, war er weit davon entfernt. Diese Äußerungen, dass er dir - wie du meinst - weder großartig viel zutraut noch eine hohe Meinung von deinen Leistungen hat, noch bereit ist, Kritik von dir anzunehmen, disqualifiziert ihn in meinen Augen als liebenswürdig.

Was genau vermisst du?

Als es mir so ging, dass der Mann, mit dem ich viele Jahre teilte, von einem Moment zum anderen verschwand, litt ich sehr. Ich vermisste ihn und verstand nicht, warum er mir das antat.

Doch war es bei uns ja so, dass uns der Alltag längst (mehrfach) eingeholt hatte und von Liebe kaum noch etwas da war. Eigentlich gar nichts, Liebe stirbt sehr schnell, wenn sie nicht gepflegt wird. Was also vermisste ich?

Irgendwann kam die Erkenntnis - und nur für mich und hier nur als anschauliches Beispiel - dass er weder liebevoll noch liebenswürdig gewesen war, dass ich ihn vermissen konnte.

Aber er hatte in meinem Leben eine ganz andere wichtige Funktion:

Er war es, der mir Fehlverhalten einredete, mir Schuldgefühle machte und mit seinen Launen die Manipulation beherrschte, wie kein zweiter. Und jetzt stand ich mit meinem Zweifel, mit meinem fehlenden Vertrauen und mit allen negativen Gefühlen ganz allein da. Es gab niemanden mehr, dem ich Schuld für mein Scheitern geben und für meine Ängste und Zweifel verantwortlich machen konnte.

Er hatte mir, als er sich mir entzog, auch meinen Reibebaum weggenommen, meinen Schuldzuweiser, mein personifiziertes Versagen. Jetzt plötzlich war ich für alles selbst verantwortlich, es war niemand mehr übrig, den ich mit in die Verantwortung nehmen konnte.

Diese Erkenntnis entsetze mich. Es war nicht möglich, mir vorzustellen, dass mit ihm auch alle Zweifel aus meinem Leben gegangen waren, viel zu unsicher schwamm ich auf und in diesem seelischen Aquaplaning war kein Ansatz für ein neues Leben zu finden.

Erst irgendwann später sah ich ein, dass es ein Geschenk war. Heute gibt es Momente, in denen ich dafür dankbar sein kann.

Liebe Grüße von

#1502
Huhu Du! :schmatz:

Aber könnte es auch umgekehrt sein: dass man sich eben in falscher - falsch für einem selbst - Gesellschaft befindet und daher das fehlende Wohlbefinden kommt?
Öhm...naja...hab ich bestimmt schonmal so als Gedanken durchhuschen gehabt. Nur...was soll man da machen? Zu versuchen sich anzupassen ist, für mich, sicherlich einfacher, als mit einer Meinung, die NIEMAND teilt, einsam gegen den Strom zu schwimmen. Das sollte man vielleicht so machen, aber das liegt mir ehrlich gesagt nicht sonderlich. Damit will ich nicht sagen,d ass ich nicht auch eine eigene Meinung hätte udn die bei weitem nicht immer auf Gegenliebe trifft...aber wenn von 20 Leuten mir 19 sagen, dass da irgendwas verkehrt läuft bei mir, dann fang ich das grosse grübeln an. Naja...manchmal reicht es auch schon, wenn es nur eine oder zwei Personen sind, die sowas durchklingen lassen, um meine Selbsteinschätzung mit Zweilfn zu behaften. Ich bin ja irgendwie dabei, dieses Verhalten zumindest langsam in einigen lebensbereichen auszumertzen...aber...gut Ding will Weile haben oder so :rolleyes:

"Witzig" finde ich ...

Er war es, der mir Fehlverhalten einredete, mir Schuldgefühle machte und mit seinen Launen die Manipulation beherrschte, wie kein zweiter.

...kommt mir fast vor. als würden wir über den gleichen Mann reden.

Das was danach folgt...also Deine Erkenntnis...ist genau mein wunder Punkt...genau das, was meine Thera ja auch anspricht und genau das, was ich nicht einsehen kann oder will. Ich kann es irgendwie nicht darauf reduzieren auch, wenn es vielleicht hilfreich wäre. Ich sage ja, dass es auch für mich mehr als logisch klingt, was diese Erkenntnis da zu besten gibt...ich die aber für mich trotz all der Logik als nicht zutreffend für mich empfinde. Ich sag ja, dass es wohl dieses bockige :evil: - Kind in mir sein mag, dass sich mit Händen und Füssen dagegen wehrt, dass auch nur in betracht zu ziehen und meilenweit davon entfernt ist, es als zutreffend zu befinden.

Ich will nichts kleinreden und sein Verhalten verschönen, aber es gab defintiv nicht nur schlechtes. Alle sagen immer, dass man das Schlechte nicht aus den Augen lassen darf, wenn man an die Beziehung zurückdenkt bzw. so darum trauert...aber ich seh es auch nicht ein, dann das Gute zu vergessen. Und Fakt ist eben, dass ich mich trotz dieses Verhaltens geliebt gefühlt habe...das ich nie glücklicher gewesen bin, als wenn wir zusammen waren....es bringt nicht viel, dass nun ins kleinste hier aufzuschreiben, aber es sind eben auch viele Dinge auf dieser Seite der Erinnerung.

Nochwas zu meiner Schule...ich hab am Donnerstag...zumindest mündlich geschätzt :rolleyes: gesagt bekommen, dass ich wohl Bafög bekomme :klatsch: Nicht den vollen Betrag wegen gesetzesregelungen, die ich verfluche :tongue: aber immerhin. Endgültig Bescheid bekomme ich aber erst im August... also doch noch bissl daumendrücken *gg*

Alles liebe

S.

#1503
Huhu nochmal!

Liebe sigma,

das mit der Ausbildung läuft ja prima, das ist eine große Freude und ein wird bestimmt ein ganz tolles Projekt :klatsch:

eines, bei dem man gestalten und modellieren und den Erfolg für sich verbuchen darf, der sehr zufrieden machen kann.

Das geht in der Liebe schon weniger, ganz klar.

Selbstverständlich verunsichert es sehr, wenn man Unkenrufe hört. Das geht bestimmt uns allen so und ist kein Zeichen von Schwäche. Wir sind alle darauf angewiesen, wie und wo wir in der Gesellschaft stehen, bzw. welchen Stellenwert uns eben diese Gesellschaft zubilligt.

Ich hab das für mich eben so gelöst, indem ich mir eine andere Umgebung gesucht habe. Ganz klar und auch brutal: ein cut zum alten Leben. Es wurde immer besser, sobald ich ihn beschlossen hatte.

Eines wollte ich dir gern noch schreiben, zu diesen "Erkenntnissen“:

Hmm, weiß nicht, ob dich deine Thera hier auf etwas hinweisen möchte oder ob sie das überhaupt sollte?

Aber ich denke mir, eine Erkenntnis hat nur dann ihren Zweck erfüllt, wenn sie ausschließlich und unmittelbar von dir selbst kommt. (Sagt ja schon das Wort). Wenn du eines Tages plötzlich Dinge erkennst, die für dich neu sind.

Vll nicht neu im Sinn des Wortes, wenn es andere schon vorher sagten, aber neu im Anfühlen, im Spüren und in der Umsetzung. Alle Erkenntnis kann dir nur helfen, wenn sie greifbar ist, sonst sind es nur leere Worte ohne Sinn.

Und dieser Tag wird kommen. Dass er bisher noch nicht gekommen ist, hat schon seinen Sinn. Es ist eben noch nicht soweit und das muss man akzeptieren: Geduld mit sich selbst haben ist schwer, aber dringend notwendig.

Mir gefällt dein Hinweis auf dieses störrische innere Kind sehr gut. Es hat seine Berechtigung da zu sein, viele hätten es bestimmt schon unterdrückt, gemaßregelt oder nehmen es nicht ernst.

Aber diese "Göre“ *gg* die dich da am Laufen hält, ist doch nichts anderes als dein personifizierter Selbstschutz, der dich hegt und pflegt, dich liebt und darauf schaut, dass du dir nicht zuviel zumutest und vor allem:

nicht zuviel an dich heranlässt

denn die Haut scheint bei dir schon sehr dünn und es kostet so viel Energie und Kraft, sich allen psychischen Wetterlagen jener auszusetzen, die seelisches Müllabladen ohne Rücksicht auf Verluste betreiben, in welcher Form auch immer.

Aber jetzt heißt es erstmal: Daumendrücken!

Alles Gute für dich! :trost:

#1504
kukuck,

das was ihr so angesprochen habt, diese schlechten dinge, das ist für mich genau der grund warum ich in vielen dingen versuche rational zu denken.

weil ich mir einfach sage das es nicht sein kann auf ewig so etwas nachzutrauern.

sicher sagst du sigma, dass du auch sehr viel schöne dinge mit ihm erlebt hast. das soll man und muss man ja auch nicht vergessen, doch was überwiegt denn in der summe?

vielleicht hat ja deine beurteilung auch den hintergrund das du noch nicht so arg viel erfahrungen gemacht hast und ich denke das sich das auch nicht so widerholen wird weil du das nächste mal vielleicht auch rationaler denkst weil du dann eben diese erfahrung schon gemacht hattest.

ich hatte auch über ein jahr zu tun. ja, vielleicht heute noch doch denke ich mehr darüber nach was sie mir angetan hat, ohne mich da jetzt völlig freisprechen zu wollen, doch hat sie mich sehr verletzt und ich kann nicht behaupten das mir das schon einmal passiert ist.

ich habe heute noch blockaden was eine neue bindung betreffen würde. ok, spielen ja noch andere faktoren eine rolle. ich hatte in den bisher zwei jahren wirklich viele affären doch zu einer bindung kam es nicht. wohl deswegen weil ich mit diesen frauen keine perspektiven gesehen habe und bevor ich mir wieder so eine scheiße reinziehe, da lass ich es eben lieber bei dieser affäre.

das ist das was ich daraus gelernt habe doch ist mir klar das ich die vergangenheit abstreifen muss um wieder glücklich zu werden.

deswegen das rationale denken.

wie gesagt ist es ja nicht sinn der sache zu sagen das wars und dann gut so. sicher nicht denn das kann ja auch nicht gehen. verarbeiten muss man immer doch die frage wie gehe ich damit um. also wie verarbeite ich das? bei dir war oder ist des öffteren auffällig das du nicht sehr viel freude am leben hast und eben das macht mich nachdenklich.

sicher muss man sich damit auseinandersetzen aber man muss auch gleichzeitig versuchen zu akzeptieren.

für dich war es ein lebensinhalt. eine erfahrung. eben das war und wird nicht zurückkommen aber das ist der stand der dinge. das kann schmerzhaft und äußerst brutal sein doch macht es keinen sinn sich ewig damit auseinanderzusetzen. hier und da. ja sicher, aber man sollte es nicht als ständigen lebensinhalt sehen.

ich habe das fast alles so gemacht wie du. vielleicht auch die gleichen gedanken doch ich habe es akzeptiert weil ich es akzeptieren muss.

alles liebe und weiterhin alles gute mit der in angriffnahme deines schulischen vorhabens.

lg :schmatz:

dg

#1505
Huhu nochmal! =)

das mit der Ausbildung läuft ja prima, das ist eine große Freude und ein wird bestimmt ein ganz tolles Projekt
Jaaa...das hoffe ich auch =) Ich hab mich zeitweise nochmal ein wenig entmutigen lassen, weil der Direktor doch zu mir gesagt hatte, dass von 75 Leuten, die sich ein Schuljahr gemeinsam beginnen, am Ende 30 ihr Abitur auch tatsächlich machen 8o Dann hab ich mir gedacht...na und? Dann gehörst Du halt zu den 30...is ja auch nicht schlimm :P

Für den Ernstfall hab ich aber auch noch herausgefunden, dass es meinen Studiengang auch an der FH gibt...das nimmt ein wenig Druck *g*

Ich hab das für mich eben so gelöst, indem ich mir eine andere Umgebung gesucht habe.
Ohje...ich glaube so einen krassen Schnitt könnte ich nicht machen. ich habe schon einen, wie ich es nenen würde, ausgewählten Freundeskreis, der auch nur aus wenigen Personen besteht, die mir alle sehr viel bedeuten und mit deren "Kritik" ich eogentlich auch gut umgehen kann. In diesem einen speziellen Punkt, komme ich bei den meisten zwar nciht mehr wirklich weiter, aber sind mir dennoch sehr wichtig. Ich "sortiere" aber dennoch von Zeit zu Zeit aus...was ich für mich aber eher zu meinen weniger guten Eigenschaften zähle, aber auch nicht bewusst beeinflussen kann. Es passiert eben, dass ich manchmal vom einen auf den anderen Tag mit einer Person nichts mehr anfangen kann...teilweise sogar extrem genervt bin...und meistens lässt sich dieses Gefühl auch nicht mehr abstellen, egal was die Person nun versucht oder nicht. Keine Ahnung, wie es überhaupt zustande kommt, denn meist kann ich den Auslöser nicht finden ?(

Ich habe aber mal irgendwo gelesen, dass der Mensch sich nur Personen aussucht und in sein näheres Umfeld lässt, die einem etwas geben. Ist es also irgendwie ein natürlicher Vorgang, wenn man dann aussortiert, sobald einem eben nichts mehr gegeben wird? Oder nur etwas, was man leicht vorschieben kann? ?(

Aber ich denke mir, eine Erkenntnis hat nur dann ihren Zweck erfüllt, wenn sie ausschließlich und unmittelbar von dir selbst kommt. (Sagt ja schon das Wort). Wenn du eines Tages plötzlich Dinge erkennst, die für dich neu sind.
Ja...da liegt irgendwie ein Knackpunkt. Ich denke nämlich, dass auf Grund der vorhandenen Logik die ich ja numal auch darin erkenne, diese "Erkenntnis" eben auch meine sein MÜSSTE...ist sie aber irgendwie nicht und fühlt sich auch, zumindest im Moment, noch nicht so an als könnte sie es werden. Also irgendwie Zwiespalt im Zwiespalt oder so 8)

Mein kindlein ist in der Tat eine Göre und erfüllt glaube ich zwei Aufgaben zugleich. Zum einen die, die du angesprochen hattest...und zum anderen auch die, die mir durch das nicht mehr vorhanden sein meines Ex oder wohl eher durch einen noch früheren Verlust, teilweise abhanden gekommen ist. Es streut Zweifel in mir und lässt mich Dinge zu schnell aufgeben oder erst gar nicht anfangen. Zum Beispiel grade im schulischen Bereich habe ich ein grosses Defizit. Ich habe ich, zumindest soweit ich zurückdenken kann, nie fertig gebracht für die Schule oder sonstwas zu lernen...und das ist etwas, was sehr wichtig ist für mich in naher Zukunft. Das klingt vielleicht etwas verrückt, aber ich hab da eben eine Stimme in mir, die sagt, wenn du zu doof bist es so zu raffen, was willst Du dich dann mit nem Buch dahinsetzen und lernen...das packst Du doch eh nicht, also kannst du es dann gleich lassen. Grade erst am vorletzten Wochenende erlebt, als ich für eine Klausur in meinem Englischkurs lernen wollte. Ich hab mich an die 20 mal hingehockt um nach 5 Minuten wieder aufzuhören bzw. aufzugeben. Diesmal hatte ich Glück, denn wie erwähnt, ist die Klausur ja dennoch gut ausgefallen...aber mit Glück komm ich nicht weit, dass weiss ich ja aus Erfahrung. Naja...viel Blabla, was ich sagen will ist, dass vielleicht zwei komische Gören in mir hausen *kopf kratz*

Meine neue Sitznachbarin hat heute wohl "zufällig" gesehen, dass ich hier geschrieben habe und mich gefragt, ob ich wohl Liebeskummer habe und, nachdem ich ihr gedanklich geantwortet habe, dass ich hier wahrscheinlich schreibe, weil ich mir n Zeh gebrochen hab, ein Gespräch darüber mit mir angefangen. Ich finde es irgendwie komisch, mit Fremden unaufgefordert über mein Privatleben zu sprechen udn mir deren PÜrobs zu dem thema auch noch anzuhören, aber da ich ja zu mauserig bin, um das zu sagen, hab ich mich eben auf das Gespräch eingelassen...mein Pech. Nunja...auf jeden Fall erzählte sie mir, dass sie vor "vielen Jahren" (naja...dehnbarer Begriff) eben von ihrer grossen bzw. ersten und dann wohl doch beides...verlassen wurde und seit dem (obwohl Trennung längst "verarbeitet", so sagte sie zumindest) nie wieder einen Mann hatte oder auch nur an einem näheres Interesse entwickelt hat. Und obwohl ich die "vielen Jahre" nur schätzen kann, so bin ich mir doch sicher, dass die gute Dame so ca. 20 Jahre älter ist als ich 8o Naja...man sollte das ja nicht unbedingt auf sich selbst beziehen, aber aufbauend war es dennoch nicht :rolleyes:

Und da fällt mir noch was ein, was mich am WE ziemlich ins Wanken gebracht hat. Da hab ich nämlich tatsächlich nochmal mit einer meiner Freundinnen über meinen Ex geredet. Und sie fragte mich dann, ob ich denn jemals wirklich versucht hätte ihn zurückzubekommen und ob ih ihm denn mal klar gesagt hätte, dass ich ihn noch will??? 8o Nunja...obwohl sie ja die komplette Geschichte kennt und eben alles, was so gewesen ist und obwohl ich mri sicher war, eben das gefragte getan zu haben, bin ich nun (deutlich zu spät) am überlegen, ob ich es wirklich getan habe und das macht es nicht wirklich leichter, dass eh schon vorhandene Gefühl im abermals schreiben zu wollen, zu unterdrücken. Naja...ich werde es NICHT tun, denn ich wüsste nichtmal was genau und davon abgesehen, brauch nicht zu mailen, wenn ich mit mir selbst kommunizoieren will, denn was anderes ist es ja nicht, wenn man nie oder eher gesagt sehr selten, ne Reaktion bekommt. Auf jeden Fall, hab ich seit diesem Gespräch ein sehr komisches Gefühl, das ich weder erklären, noch wegdenken kann und eben die Frage (mal das Kind ganz böse anguck), ob am Ende vielleicht doch ICH es versemmelt habe :rolleyes:

Naja...genug gelaber...mehr fällt mir im Moment zum Glück auch nicht mehr ein =)

Alles liebe :schmatz:

S.

#1506
Huhu dg!

Ja...ich verstehe schon was Du meinst und auch Deine Vorgehensweise, leuchtet mir ein, Obwohl ich meist froh bin, die Dinge eben auf meine Art zu händeln, wie ich es eben tue, wünsche ich mir ab und zu doch die Fähigkeit, Dinge etwas rationaler Anzupacken zumindest, wenn mir etwas so auswegslos erscheint, wie mein gefühlsdesaster in dieser Sache. Was mich wohl darin bremst ist eben die Angst, dass das Problem so eben nicht aus der Welt geschafft wird, sondern überdeckt und ich es dann ewig mit mir rumschleppe. Das ich zu kritisch werde anderen gegenüber und zu früh ausortiere, wo noch gar nichts auszusortieren wäre und mir dann von einer anderen seite im Weg stehe.

Ich weiss nicht...vielleicht kannst Du noch einmal etwas genauer sagen, ob Du denn das Gefühl hast, dass sich durch die Rationalität, das Problem auch in seinem Ursprung lösen lässt?

doch was überwiegt denn in der summe?
Hm...dazu muss ich wohl sagen, dass man das Verhalten innerhalb (von danach red ich jetzt mal gar nicht) zwar nicht durchweg als rein positiv beschreiben kann, mir das alles aber nicht wirklich schlimm vorkam udn auch im Nachhinein nicht vorkommt, denn immerhin, so schwer das zu verstehen sein mag, war es ja genau das , was ich mir ausgesucht hatte. Es hatte wohl seinen grund, das genau ER es war, dem ich mich geöffnet habe, obwohl es vorher schon Männer gab, für die ich gefühle hatte oder mit den ich auch kurzfristige Beziehungen geführt habe, die aber nach der Erkenntnis des "zu lieb seins" (ich nenne es jetzt mal so) aussortiert wurden. Objektiv gesehen, mag das Verhalten für Andere wohl zum Teil, nicht fair oder wirklich liebend gewesen sein...ich selbst hatte den Eindruck, abgesehen von wenigen Verletzungen (wo ich aber denke, dass es so etwas in jeder Beziehung mal gibt), aber nicht so. Ich hatte im vorherigen Beitrag schon geschrieben, dass man sich nur Menschen aussucht, die einem etwas geben und ob es nun allgemeingültig wirklich fördernd für mein Wesen war, er hat mich mehr glücklich als unglücklich gemacht.

Ich weiss, dass ich mich immernoch sehr an ihn klammer und ihn, obwohl schon lange nicht mehr da, immernoch zu meinem Hauptlebensinhalt mache. Ich suche auch nach MEINEM Weg raus aus der Sache, aber solange all mein logisches Denken und als das Wissen um die Situation, wie sie nunmal eben ist, mir meine Hoffnung nicht nimmt, weiss ich nicht, wie ich das schaffen kann.

*seufz*

Alles liebe :schmatz:

S.

#1507
Original von dummgelaufendas was ihr so angesprochen habt, diese schlechten dinge, das ist für mich genau der grund warum ich in vielen dingen versuche rational zu denken.

weil ich mir einfach sage das es nicht sein kann auf ewig so etwas nachzutrauern.
äh …tja … erstmal hallo @dg *winke*

es kann ja sein, dass ich mich täusche, aber darum ging es gar nicht. Es ging nicht darum: der Partner hat mich verletzt, ich such mir jetzt einen netteren, der mich besser behandelt.

Es ging, so glaube ich, eher darum: der Partner verletzt mich, ich weiß es, ich weiß, dass ich es nicht ändern kann, ich leide und dennoch liebe ich ihn.

Man liebt das, was einem verletzt. Man sehnt sich nach einem Menschen, der sich lieblos verhält. Das sollte man zu begründen suchen – denke ich.

Und dabei geht auch gar nicht um Summem, darum ob die Lieblosigkeit mit Momenten der Liebenswürdigkeit aufgewogen werden kann.

nein nein nein

Vll hab ich ja eine seltsame Einstellung zu diesen Dingen, aber ich finde es NICHT in Ordnung, wenn jemand verletzend ist, auch wenn das nur 20% seines Charakters ausmachen würde und die restlichen 80 wären die personifizierte Güte selbst.

Niemand hat das Recht andere zu verletzten. Weder durch Worte noch durch Taten. Es kann sein, dass etwas nicht absichtlich gesagt wurde – dann müsste man es dringend in einem Gespräch bereinigen, aber

ich bin mir sicher, man kann von einem Partner eine liebende Grundhaltung erwarten. Wie selten die ist und wie die Realität aussieht, weiß ich durchaus.

Doch geht es hier um @sigma

Original von sigmaIch habe aber mal irgendwo gelesen, dass der Mensch sich nur Personen aussucht und in sein näheres Umfeld lässt, die einem etwas geben. Ist es also irgendwie ein natürlicher Vorgang, wenn man dann aussortiert, sobald einem eben nichts mehr gegeben wird? Oder nur etwas, was man leicht vorschieben kann?
Ja, da sind wir nun angelangt: angenommen, man sucht sich jemanden aus – unbewusst und gar nicht rational – der einem etwas geben kann, doch was ist das? Doch etwas, das einem fehlt, nicht?

Wie ist es zu erklären, dass man jemanden aussucht, der einem schlecht behandelt? Fehlte einem das oder war man es nicht anders gewohnt? Woran liegt es, dass neue Partner tendenziell ähnliche Charaktereigenschaften haben wie die Ex-Partner? Sowas kommt durchaus vor, vor allem wenn man vorher alles vergessen und vergraben, das eigene Manko nicht erkannt hat. Wieso ist das so?

Solche Fragen stell ich gern, Antworten habe ich zwar auch keine allgemeingültigen, die hat jeder nur für sich.

Original von sigmaMein kindlein ist in der Tat eine Göre und erfüllt glaube ich zwei Aufgaben zugleich. Zum einen die, die du angesprochen hattest...und zum anderen auch die, die mir durch das nicht mehr vorhanden sein meines Ex oder wohl eher durch einen noch früheren Verlust, teilweise abhanden gekommen ist. Es streut Zweifel in mir und lässt mich Dinge zu schnell aufgeben oder erst gar nicht anfangen.
Und hier ist auch schon eine Antwort: Madam Widerspenstig ersetzt also die Stimme des Ex, was die Stimme deines Zweifels war?

An anderer Stelle las ich mal, dass es einerseits normal und andererseits sehr hilfreich ist, dem Zweifel Name und Gestalt zu geben, um sich mit ihm auseinanderzusetzen – denn los wird man ihn nie.

Hm, ich weiß nicht, bei dir sieht das nach einer handfesten Hemmung aus, ausgelöst in der Kindheit durch ein schulbedingtes Trauma?

Das ist sehr schade und wird ev noch ein ordentlicher Brocken für dich sein – denn gerade die Prägungen aus der Kindheit, die Ängste und Unsicherheit, speziell im Bereich Schule, sind sehr schwer aufzuheben und wegzubekommen, aber nicht unmöglich.

Spannend ist, dass du dieses Muster der Unsicherheiten in deine Partnerschaft getragen hast. Und eigentlich ist es auch nicht verwunderlich, nicht?

Man entwickelt Muster und wiederholt sie ständig und immer wieder. Man entwickelt Mechanismen und solange sie funktionieren, wird man sie doch nicht ändern.

Bis sie dann nicht mehr funktionieren.

Original von sigmaUnd da fällt mir noch was ein, was mich am WE ziemlich ins Wanken gebracht hat. Da hab ich nämlich tatsächlich nochmal mit einer meiner Freundinnen über meinen Ex geredet. ………. Auf jeden Fall, hab ich seit diesem Gespräch ein sehr komisches Gefühl, das ich weder erklären, noch wegdenken kann und eben die Frage (mal das Kind ganz böse anguck), ob am Ende vielleicht doch ICH es versemmelt habe
Nun käme ich in meiner Unwissenheit zu einer absolut laienhaften Conclusio wieder dorthin, wo wir schon waren: dass es das ist, was dir fehlt, deswegen vermisst du Hrn. Lieblos so sehr:

Du brauchst einen Zweifler in deinem Leben, er bestätigt dir, was dir andere immer schon gesagt haben. Dieses innere Kind ist nur ein schwacher Ersatz für den Mann, aber immerhin.

Die Theorie ist dir ja bekannt, aber Vertrauen in sich selbst kann man ja genauso wenig herbeireden wie die Zweifel wegdiskutieren. Vertrauen bekommst du aber nur – so denke ich – wenn du das Risiko des Scheiterns immer wieder eingehst und dabei siehst, zu was du dann alles imstande bist und was du alles kannst und welch erstaunliche Dinge doch passieren, wenn die Zweifler endlich mal mundtot sind.

Alles Beste für dich!

:trost:

#1508
Huhu Du!

Hm...dieses Thema ist in der Tat irgendwie ein Knackpunkt bei mir...und ich merke, wie ich immer mal wieder auf die Barrikaden gehen und ein wenig schmolle dabei, dass es tatsächlich so sein könnte.

Man liebt das, was einem verletzt. Man sehnt sich nach einem Menschen, der sich lieblos verhält
Ich bin mir nicht ganz sicher...reden wir noch über die Zeit, in der es eine Beziehung gab...über die danach...oder beides? ?(

Also mal auf die Beziehung bezogen...so stimmt esd zumindest teilweise. Ich war verletzt, ja, aber das schiebe ich nichtmal immer auf ein Fehlverhalten seiner seits und ich WEISS, dass ich in mancher Hinsicht auch einfach arg empfindlich reagiere und den Spielraum, in dem jemand etwas "richtig" machen kann, stark eingrenze. Das kann natürlich auch wieder einen etwas tieferlegenden Grund haben, denn wenn man oft zu hören bekommt "Stell Dich nicht so an", dann weiss man vielleicht nicht immer, ob man sich nun wirklich anstellt oder nicht. Naja...was ich eigentlich noch sagen wollte ist, dass er KEINESFALLS lieblos war.

Ich weiss nicht, ob es etwas automatisiertes ist, dass man meist eher das negative erzählt als das pöositive, aber es nagt grade etwas an mir, dass ich mich wohl insofern falsch ausgedrückt habe, dass er nun irgendwie in einem so schlechten Licht dasteht, was gar nicht wirklich auf ihn zu trifft.

Es war nicht immer alles toll...das würde ich auch nie behaupten...aber ich war glücklich und wenn ich das so, wie es gewesen ist doch war...wieso hätte ich dann was ändern sollen???

Aaaaaaaaaaah...nochmal auf Anfang...und diesmal halt ich der Göre den Mund zu :evil:

Also...Fakt ist...ich war glücklich. Fakt ist auch, dass es definitiv nicht immer einfach gewesen ist mit ihm und es mich seeeehr viel Kraft gekostet hat, dass ich ständig das Gefühl hatte, ich müsste mich beweisen und mir seine Liebe "verdienen". Es sit denke ich ein stückweit zumindest, normal, dass man seinem partner gefallen möchte...oder irre ich da? Bei mir zumindest ist es so. Nungut...wenn nun aber alles, was man versucht, zwar ok ist, aber im Grunde immer noch einen Verbesserungsvorschlag mit sich zieht (er hat mir nie gesagt, dass ich etwas nicht schaffen würde und er hat auch immer an mich geglaubt, wenn ich etwas gemacht habe...aber eben nach dem Schema "Das war gut, aber vielleicht solltest du mal...!), dann versucht und versucht und versucht man...aber es führt NIE zum gewünschten Erfolg. Dieses Gefühl, dass man immer kämpfen und etwas leisten muss, um geliebt zu werden...DAS ist etwas, was ich aus meiner Kindheit mitbegracht habe. Damals habe ich nämlich versucht meinen Vater, der unbedingt einen Jungen wollte und mich dies auch immer irgendwie hat spüren lassen(im Gegensatz zu meinem Ex tatsächlich mit den Worten "Das kannst Du sowieso nicht" und genau diese Worte hallen in mir wieder, wenn ich mein Schulbuch in die Hand nehme und DIESE Worte, lassen mich aufgeben), davon zu überzeugen, dass auch n Mädchen ganz net sein kann und das man auch ein Mädchen liebhaben kann. Nunja..es hat nicht geklappt...wie auch? Denn egal, was man da versucht hat...es hat keinen Jungen aus mir gemacht.

Und den Boden für eben dieses Hinterher rennen hinter etwas, was man im grunde gar nicht erreichen KANN...den hat mein Ex mir ein stückweit geebnet.

Nun bin ich ein Mensch, der eben ganz stark von Lob und Zuneigung Anderer lebt...diese aber eben auch schwer annehmen kann, wenn nicht ich selbst glaube, dass ich es verdient habe. Ich denke auch deshalb, habe ich mir grade ihn "ausgesucht". Hätte er mich einfach nur geliebt, ohne das ich das Gefühl habe, auch etwas dafür tun zu können, dann wäre er gekickt worden, wie alle Anderen vor ihm auch. Das ist nicht alles...natürlich nicht, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen Menschen liebt, nur weil er in einer Hinsicht das erfüllt, was man "sucht". Nein...da war schon einiges mehr...ich denke eher, dass man diese Tatsache höchsten als i-pünktchen bezeichnen kann und genau deshalb, weigere ich immer noch dagegen, dass ich ihn vermisse, weil mir genau diese Verhaltensweise im Moment verwehrt wird.

Ich glaub ich muss mir nochmal durch den Kopf gehen lassen, was ich eigentlich sagen will :rolleyes: =)

Ich liebe ihn doch *flüster* *seufz* :(

Alles liebe :schmatz:

S.

#1509
Liebe sigma,

bitte entschuldige, wenn ich da so sehr in den Wunden rühre! Ich sehe schon, dass dich das sehr beschäftigt und aufbringt und es war auch gar nicht meine Absicht, Hrn. Ex schlecht zu machen.

Er ist ein Mensch mit Schwächen und Fehler, wie wir alle. Und wenn er tatsächlich sagte: "Das war gut, aber vielleicht solltest du mal...! das kann er das durchaus auch als Ansporn gemeint haben und auf eine positive Reaktion gehofft haben.

*tätschelt heute Hrn. Ex den Hinterkopf*

AAABER was ich meinte, war:

Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was er meinte, sondern was er bei dir auslöste – und genau das war es, was du bei ihm gesucht hast, so meine Theorie.

Dass deine Unsicherheit die Eltern verbrochen haben, war mir schon klar. Die Kindheit, so kurz sie auch ist, ist nun mal das, was uns am meisten prägt. Sie hinter sich zu lassen, ist das schwierigste Projekt überhaupt.

Und so sieht es auch in Partnerschaften aus: wir suchen uns Männer aus, die uns an die Eltern erinnern, unbewusst und instinktiv, damit wir genauso leiden können, wie wir es als Kinder gewohnt waren. Das ist vertraut und daher vermeintlich in Ordnung. Es ändert sich erst (und die Partnerwahl ändert sich erst), wenn wir das für uns durchschaut haben und ändern können.

Wenn ich deine Beiträge noch einmal lese, ergibt sich für mich folgendes Bild (das natürlich keinen Anspruch auf "Richtigkeit“ hat, es ist ein subjektives, eben MEIN Bild):

Du sagst was über den Mann, den du liebst, was ihn nicht so gut wegkommen lässt –

dann nimmst du es zurück: nein, nein, er hatte keine schlechten Eigenschaften, ich liebe ihn doch (wobei das ja nicht unbedingt widersprüchlich sein müsste?) –

dann suchst du die Schuld bei dir

Weil du immer Schuld hattest, weil letztendlich immer alles nur deine Schuld war – so siehst du deine Welt.

Manchmal, wenn ich hier lese, hätte ich einfach nur das Bedürfnis, dich in den Arm zu nehmen und dir zu sagen: stell dich auf die Beine, @sigma stell dich hin und sag der ganzen Welt, wer du bist und dass du was zu sagen hast,

und wenn es denen nicht passt, sie dir auch mal den Buckel runter rutschen dürfen …

#1510
Huhu :schmatz:

Bitte rühr ruhig...es bringt ja nichts, wenn ich mich mit den Dingen nicht auseinandersetze. :]

Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was er meinte, sondern was er bei dir auslöste
Genau diesen Satz sagt meine Thera auch immer...weil ich mir manchmal auch in Bezug auf meinen Vater nicht sicher bin, ob die Dinge wirklich so waren wie ich sie empfunden habe und dann zu akzeptieren, dass es gar nicht so wichtig ist, wie die Dinge objektiv gesehen waren, sondern eben NUR, wie ich sie empfunden habe und welche Nachwirkungen sie nun haben, ist auch nicht einfach. Naja...akzeptieren ist ja auch eh nicht meine leichteste Übung :rolleyes:

Das ich es nicht gut aushalten kann, wenn ich ´"schlecht" über ihn rede oder ihn nicht so sehr positiv dastehen lasse, hat wohl auch viel mit meinem eigenen verqueren Gedankenpuzzle zu tun. Wobei Du recht hast und das eine das andere ja nicht ausschließt...das ich ihn ruhig lieben kann "obwohl" er Fehler hatte. Nur läuft es bei mir dann eher so ab, dass ich mich schuldig fühle, wenn ich eben solches sage und mich frage, womit ich es dann bitte verdient hätte, dass ich ihn wiederbekomme, wenn ich mich so äussere. Naja...das übliche Schema eben.

Und so sieht es auch in Partnerschaften aus: wir suchen uns Männer aus, die uns an die Eltern erinnern, unbewusst und instinktiv, damit wir genauso leiden können, wie wir es als Kinder gewohnt waren
Auch da gebe ich Dir recht und das sehe ich auch vollkommen ein und auch, dass es ein wichtiger Grund dafür ist, dass er bei mir bewirken konnte, was er nunmal eben bewirkt hat. Was ich nicht verstehe ist, wenn doch, wie meine Thera sagt, jeder Mensch ersetzbar ist, ich das nicht auf jemand anderen projiezieren kann. Ich mein...er wird wohl nicht der einzige Mann auf der Welt sein, der solche Eigentschaften hat. Aber nein...daran verschwende ich ja nichtmal einen Gedanken...ich will nur IHN. Und das macht mich teilweise rasend, weil ich es rational, eben nicht verstehe. Ich mein...prinzipiell wäre es doch besser, mein Muster mit einem anderen weiter zu verfolgen und damit zumindest so glücklich zu sein, wie ich es bisher eben als "Glück" kenne. Und wieso kann ich mein logischen Denken nicht zumindest ein wenig in Einklang bringen mit meiner Gefühlswelt? Man kennt es ja, dass man von Kopf- und von Bauchmenschen redet...nur dass das eine das Andere so enorm unterdrücken kann, dass merk ich erst jetzt.

und wenn es denen nicht passt, sie dir auch mal den Buckel runter rutschen dürfen …
Und da würde ich mir wahrscheinlich auch noch die Schuld geben, wenn einer runterfällt und sich was bricht =)

Weil du immer Schuld hattest, weil letztendlich immer alles nur deine Schuld war – so siehst du deine Welt.

Naja...das stimmt schon irgendwie...ich kann eben gut schuld auf mich nehmen auch, wenn ich mich im ersten Moment, wo etwas zustande kommt, was man als "schuld" bezeichnen kann, gar nicht schuldig fühle. Ich kann nur den Zustand von Unzufriedenheit, Streit oder was auch immer, nicht ertragen und bin daher immer die, die sich entschuldigt und dem anderen, der sich manchmal im Recht fühlt, manchmal vielleicht auch nicht, im Endeffekt glaubhaft machen kann, dass ich tatsächlich schuld hatte. Wenn damit das Problem aber erstmal aus der Welt geschafft ist, dann ist es zumindest etwas, was sich leichter aushalten lässt. Was für Probleme das aber im Nachhinein mit sich bringen kann, dafür bin ich in dem Moment völlig blind. Eine meiner Freundschaften zerbricht gerade daran, dass ich a) nicht mehr ernst genommen werde und es B) aber auch nicht mehr einsehe, mich permanent zu entschuldigen. Nun versuche ich also mein verhalten irgendwie zu ändern (wer weiss, ob auf die richtige weise, und mich eben nicht mehr permanent zu entschuldigen, sondern nur, wenn ich es wirklich als angebracht ansehe) und was kommt dabei raus... :rolleyes: Bei meinem Ex war es ähnlich...er hatte allerdings die, wie ich nun wirklich zugeben muss, etwas unangenehme Eigenschaft, wenn wir uns mal am Telefon gestritten haben (die Gefahr, dass es auch am tele passiert, war ja sehr hoch, weil wir täglich telefoniert uns aber nur 14-tägig gesehen haben) einen etwas längeren Monolog zu führen, mir danach noch einen schönen Tag/Abend oder was auch immer zu wünschen und dann einfach aufzulegen 8o Woraufhin ich, wie nicht anders zu erwarten, mich irgendwann entschuldigt habe und es ist tatsächlich so...wenn man sucht, dann findet man auch irgendwas, wie man es so drehen kann, dass man tatsächlich Schuld hatte. Klar war ich wütend und natürlich hab ich ihn ab und an verflucht für dieses Verhalten...aber er ist einfach ein mega Sturkopf und ich habe nunmal seinen empfindlichen Punkt getroffen, wenn ich irgendwas kritisiert habe und dann hab ich mich eben entschuldigt, bevor ich einen wirklichen Krach riskierte. was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist (wie bei meiner Freundin), dass wenn ich mich doch schon entschuldige für etwas, was ich nicht verbrochen oder zumindest nicht alleine herbeigeführt habe, ich dann bei meiner Entschuldigung auch noch Vorhaltungen bekomme. Vielleicht bin ich einfach zu überzeugend, was das angeht :rolleyes:

Hm...mag auch vielleicht viel damit zusammenhängen, dass ich diesen unglaublichen Drang habe, für alles eine Erklärung zu finden und wenn ich sie von aussen nicht bekomme, dann suche ich den Fehler eben so lange bei mir, bis ich ihn gefunden habe. Richtig mag das sicherlich nicht immer sein, aber, und darum geht es ja in dem Moment, es ist eben eine Erklärung. wie auch bei der Trennung, was wohl nicht alleine aber bestimmt zum Teil dazu beträgt, dass ich es nicht aufgeben kann. Ich bin irgendwann an dem Punkt angelangt, von dem an ich die Trennung auf mein Fehlverhalten zurückgeführt habe. Ich bin zwar da nicht wirklich in der Lage herauszufiltern was genau nun im enteffekt SO gravierend war, dass es dazu geführt hat...aber irgendwas werd ich schon falsch gemacht haben. Und so ist es auch für mich kein Wunder das mich die Frage vom Wochenende etwas aus der Bahn geworfen hat und ich mich nun frage, ob ich denn wirklich versucht habe, ihn zurück zu bekommen. :(

Inwiefern mich das weiterbringt? Keine Ahnung...wohl nur insofern, dass ich mir für noch etwas die Schuld geben kann...hurra :klatsch:

Was mir auch immernoch sehr nachhängt, ist eben diese sache, die da im Dezember bzw. im Januar passiert...als ich mal versucht habe zu sagen, dass ich sein verhalten daneben finde teilweise und dann auch noch erklärt habe, was in meiner Gefühlswelt so Sache ist, woraus ja resultierte, dass das grosse Schweigen eintrat. Klar kann man es, wie meine Thera zum Beispiel, so erklären, dass er einfach mit Dingen die eventuell für ihn belastend sind, nicht umgehen kann...das er sich auch Schuld gibt und sich nicht damit konfrontieren will...auf eine "Schwäche" seinerseits zurückführen. Andererseits kann man sich aber auch fragen, so wie ich es tue, ob das nun wirklich sein musste, dass ich das alles da hinknalle und damit genau das erreicht habe, was ich tunlichst vermeiden wollte. Naja...dazu fällt mir grad son Kinderlied ein...esklappert die Mühle am rauschenden Bach...klipp klapp *pfeif* In meinem Fall ist es wohl eine gedankliche Zwickmühle, die da munter rumklappert. :rolleyes:

So...nun stoppe ich mal meinen Redeschwall udn wünsche wie immer...

Alles liebe

S.

#1511
he sigma,kannst dich vielleicht nicht mehr erinnern,aber m geschichte scheint auch so endlos zu werden....leider.was mich tröstet ist das man ja wohl alles überlebt,und ich hoffe dir gehts irgendwann mal wieder so richtig gut......liebe grüsse erst mal

#1512
Huhu, ich nochmal (oder schon wieder)

Dein Thread lässt mich heute nicht los, liebe sigma, vll weil ich dich jetzt ein bisschen besser kenne, vll weil ich so einiges bei dir entdecke, dass sich mit mir vergleichen lässt.

Irgendwann vor Jahren habe ich erkannt, dass meine Mum ein seltsames Spiel mit allen Menschen spielte: sie war die Unschuldige, das Opfer, das Lämmchen … und die ganze Welt war Schuld an ihrem Elend. Sie beherrschte es, andere Menschen in ihrem Umfeld Schuldgefühle einzureden, am erfolgreichsten war sie selbstverständlich bei den eigenen Kindern, da hatte sie die längste Manipulationszeit.

Wirklich dahinter gekommen bin ich aber erst, als ich an dem Mann, mit dem ich 15 Jahre verheiratet war, die exakt gleichen Verhaltensweisen entdeckte. Und das wohlbemerkt erst nach 15 jähriger Ehe und nach mehrjähriger Aufarbeitung nach der Scheidung.

Die Muster waren so ident und ich bemerkte sie nicht (oder wollte sie nicht bemerken) mehrere Jahrzehnte lang! 8o

Verdrängung oder Harmoniesucht oder Hoffnung auf ein Leben in Ruhe und Ordnung – egal wie man es auch immer nennen will – ist immer bequemer als der Weg der Auseinandersetzung.

Man übersieht dabei aber nur eines, meine ich: dass Entwicklung so nicht stattfinden kann, das einzige, was sich entwickelt ist Frust.

Ich erzähl dir das, weil ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass es immer einen gibt, der gibt und einen der nimmt. Diesen Teufelskreis kann man erst durchbrechen, wenn man es endlich für sich erkannt hat und du bist – so denke ich – auf dem besten Weg dazu.

Original von sigmaWas ich nicht verstehe ist, wenn doch, wie meine Thera sagt, jeder Mensch ersetzbar ist, ich das nicht auf jemand anderen projiezieren kann. Ich mein...er wird wohl nicht der einzige Mann auf der Welt sein, der solche Eigentschaften hat. Aber nein...daran verschwende ich ja nichtmal einen Gedanken...ich will nur IHN. Und das macht mich teilweise rasend, weil ich es rational, eben nicht verstehe. Ich mein...prinzipiell wäre es doch besser, mein Muster mit einem anderen weiter zu verfolgen und damit zumindest so glücklich zu sein, wie ich es bisher eben als "Glück" kenne.
hmm … hmmm…. hmmm..

Wenn du diese Eigenschaften, die dein Ex hatte, auf jemand anderen projizieren könntest, um ähnlich glücklich zu werden, wie mit ihm, dann würde doch alles wieder von vorn losgehen, nicht? Die Beziehung würde sich ähnlich entwickeln – wäre sie nicht zum Scheitern verurteilt?

Ob das nun er ist oder jemand mit seinen Eigenschaften – ich bezweifle, dass ein harmonisches und unbefangenes Miteinander jetzt möglich wäre.

Du siehst es vll nicht, aber du hast dich seit der Trennung verändert. Diese Zeit der Reflexion und Aufarbeitung hinterlässt ihre Spuren. Vll würdest du heute gar nicht mehr so sehr auf diese Eigenschaften, die bei dir das auslösen, was du früher noch gesucht hast, achten.

Das beste Beispiel ist diese Freundschaft, die dir nicht mehr genügt und die sich mit permanenter Entschuldigung nicht halten lässt. Nichts ist auf Dauer und lässt sich am Leben halten, wenn es nicht ausgeglichen und partnerschaftlich funktioniert, davon bin ich überzeugt. Zwar halten beobachtungsgemäß Verbindungen, die ein Abhängigkeitsverhältnis widerspiegeln, länger, doch zu welchem Preis? Diese Einseitigkeit ist weder fair noch kann man mit ihr glücklich dauerhaft werden – Lisabels Theorie. :rolleyes:

Dass du immer nach Erklärungen suchst, kann ich gut nachvollziehen, mehr noch: ich finde, man kann erst mit etwas klarkommen und erst dann abschließen, wenn man es durchschaut hat, sonst hängt immer so ein Nebel der Unsicherheit darüber und ewig nagt der Zweifel, ob man nicht etwas anders machen hätte sollen.

Aber hast du schon mal versucht, Erklärungen ohne Schuldzuweisungen zu finden?

Stell dir vor: niemand ist Schuld. Er war eben so – und du warst so. Es gab viele Berührungspunkte und in manchen Bereichen wart ihr meilenweit getrennt.

Und wenn es um die wesentlichen, um die entscheidenden Punkte ging, die Grundvoraussetzung sind für ein gemeinsames Leben, dann habt ihr keinen gemeinsamen Nenner gefunden, ohne dass sich einer zu sehr verbiegen, zu sehr manipulieren hätte lassen müssen (und in dem Fall du, denn umgekehrt funktionierte das wohl weniger).

Das wäre eine rationale Erklärung: die Dinge sind wie sie sind. Sie ändert nichts daran, dass du ihn vermisst, und auch nicht, dass du ihn heute etwas glorifizierst. Aber sie hindert dich vll daran, dich von deinen eigenen Schuldgefühlen auffressen zu lassen.

Das wünsche ich dir sehr :trost:

#1513
hallo zusammen,

Ich weiss nicht...vielleicht kannst Du noch einmal etwas genauer sagen, ob Du denn das Gefühl hast, dass sich durch die Rationalität, das Problem auch in seinem Ursprung lösen lässt?
bestimmt nicht wirklich aber aus meiner sicht gibt es zwei möglichkeiten. entweder befasse ich mich ewig damit oder ich versuche es nach und nach so zu akzeptiren wie es ist bzw. war. wie gesagt soll das nicht so verstanden werden das ich alles verdränge und da muss man ja auch mit sich im klaren sein doch muss es halt irgendwann aufhören. ich rede nicht von vergessen sondern von akzeptieren um seinen seelenfrieden zu finden. lösen kann man das so glaube ich nie. es ist und wird alles geschehen. da können wir jahrelang den versuch unternehmen dieses aus der welt zu schaffen aber es ist nicht machbar weil es eben geschehen ist. deswegen rede ich von akzeptieren.

@lisabel,

es kann ja sein, dass ich mich täusche, aber darum ging es gar nicht.
bei mir auch nicht und wenn ich mich recht erinnere war auch nicht die rede davon zu vergessen und der nächste bitte. ICH bin einfach immer auf der suche nach einem weg wieder glücklich zu werden weil ich nicht einsehe mich mein leben lang damit auseinanderzusetzen wie und warum mich jemand verletzt hat. wie gesagt kann man da auch noch jahrelang darüber diskutieren aber das ist nicht mein programm. sie hat mich verletzt und damit muss ich leben und ich denke nicht das ich es nicht hätte ändern können sondern ich weiß heute das ich es ändern hätte müssen. man kann sich nur selber davor schützen indem man aus erfahrung lernt. deswegen auch ein widerspruch von mir das man das liebt das einem verletzt. du kannst davon ausgehen das mir das nicht mehr passieren wird.

ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen so einen menschen lieben zu können und denke gewiss das es einen anderen hintergrund hat den zumindest ich für mich herausgefunden habe.

obwohl ich auch innerhalb der beziehung nicht sehr viele schöne erlebnisse hatte so war für mich der schluss das ausschlaggebene und damit noch einmal zu @sigma.

(von danach red ich jetzt mal gar nicht)
warum eigentlich nicht? ich finde das gerade das wichtig ist und ich bin der meinung das du es verdrängst weil du die rosarote brille nicht absetzen möchtest. also es einfach nicht so akzeptieren möchtest wie es ist.

ich denke gerade in diesen momenten lernt man diesen menschen erst richtig kennen und deswegen war für mich die situation nach der trennng entscheidend.

ich hatte mich damit abgefunden. ich musste es. sie wollte mich nicht mehr und dann gut so. ich wusste es wird eine zeit dauern doch mit einer kleinen umstellung in meinem leben und hier und da eine erinnerung an die wenig schönen zeiten konnte ich mich über wasser halten. das ging eine zeitlang gut und dann ist mir genau das gleiche passiert wie bei dir. wir wurden wieder kontaktiert. das schlimmste was passieren konnte. antesten, anjucken oder was weiß ich wie man das nennt. egal wie die dinge verlaufen sind doch haben wollten sie uns nicht mehr.

also warum haben sie uns nicht verarbeiten lassen? warum haben sie unsere trauer nicht ausleben lassen? wir haben diese spielerei mit gemacht weil wir nicht in der lage waren zu sagen lass mich einfach in ruhe. nein, wir haben uns hoffnungen gemacht weil wir einfach hilflos waren gegenüber unseren gefühlen.

eben das wussten sie und haben es ausgenutzt. eben darin liegt die perversion und ich kann hier nicht feststellen das man rücksicht auf unsere gefühle genommen hat. rein aus egoistischen gründen hat man mit uns gespielt ohne rücksicht auf die gefühle und das hätten sie wissen müssen.

für mich ist das vorsätzlich und bedeutet für mich verachtung und deswegen sehe ich es nicht ein mein weiteres leben mit diesen gedanken wenn sie denn das hauptthema sein sollten zu blockieren oder zu zerstören.

deswegen solltest du auch die dinge nach dem ende der beziehung in betracht ziehen und nicht verdrängen.

ich hoffe ich konnte meine bedenken einigermaßen rüberbringen.

alles liebe.

lg :schmatz:

dg

#1514
Huhu, dgchen!

Erlaube mir nur einen kurzen Einwand, ehe dir @sigma antwortet.

Wir sind gar nicht so verschieden, wir haben nur einen anderen Zugang zu der Sache.

Original von dummgelaufenICH bin einfach immer auf der suche nach einem weg wieder glücklich zu werden weil ich nicht einsehe mich mein leben lang damit auseinanderzusetzen wie und warum mich jemand verletzt hat. wie gesagt kann man da auch noch jahrelang darüber diskutieren aber das ist nicht mein programm.
hm, genau das ist der Grund, WARUM man sich damit auseinandersetzen muss, so lange bis man das Gefühl hat, alles geklärt zu haben:

um eben wieder unbelastet zu sein und glücklich werden zu können.

Die These lautet: so lange ich nicht verstanden habe, warum ich mich selbst ins Unglück manövriert habe, kann ich es auch in Zukunft nicht verhindern.

Original von dummgelaufen... und deswegen sehe ich es nicht ein mein weiteres leben mit diesen gedanken wenn sie denn das hauptthema sein sollten zu blockieren oder zu zerstören.
Ich glaube zu verstehen, was du meinst: du denkst, wenn man sich mit den Dingen auseinandersetzt, dann ist das ein Festklammern, eine Stagnation, man lebt in der Vergangenheit, weil man nicht akzeptieren kann, dass sie vorbei ist?

Ich meine, es ist genau das Gegenteil: wenn man versucht, für sich selbst zu analysieren: warum habe ich mich so verhalten, was war der Auslöser, wie geht es mir dabei - dazu gehört auch zu ergründen, warum man jemanden vermisst, der einem doch eher schadet - dann lernt man viel über sich selbst, lernt mich sich umzugehen und sich zu schützen.

Das ist gar nicht so einfach und automatisch, wie man annehmen möchte.

Alle guten Wünsche von

#1515
Huhu!

@ sammyjo

Klar kann ich mich noch an Dich erinnern...schade aber, dass in Deiner Sache noch keine Besserung eingetreten ist. Überleben tut man es, ja...sonst würde es wohl eine ganze Menge weniger Menschen geben, denk ich. Ich hoffe auch für Dich, dass Du bald wieder glücklich sein kannst.

@ Lisabel

Ich denke schon, dass es teilweise auch viele jahre dauern kann, bis man die "masche" eines Anderen durchschaut oder, wie Du sagtest, hingucken und sie durchschauen WILL. Vielleicht dauert es auch so lange, bis man erkennen will, dass eben etwas nicht stimmt und, dass es gar nicht alles so eitel Sonnenschein nist, wie man es sich wünscht oder auch einredet, dass es so ist, wenn man nur großzügig genug über kleine "Fehlerchen" hinwegsieht. Ich weiss natürlich nicht wie es ist, wenn so etwas über Jahre passiert...aber in Hinblick dieser harmoniesucht etc. macht einen das Aufrechterhalten eben dieser, ja zuerst nicht unglücklich, oder? Sonst würde man es ja gar nicht erst anfangen ?(

Die Beziehung würde sich ähnlich entwickeln – wäre sie nicht zum Scheitern verurteilt?
Das kann ich nicht sagen, es würde zumindest zu meiner Weiterentwicklung raus aus diesem Muster nicht beitragen.,..das stimmt. Ich denke allerdings nicht, dass meine Beziehung aufgrund dessen Gescheitert ist...eigentlich glaube ich sogar, dass es nichts damit zu tun hatte. Mein Ex selbst hat Probleme, die ich leider erst zu spät erkannt habe und die, so erahne ich, waren der Auslöser, für die Trennung. Man kann es jetzt nun wieder als schönreden deuten oder was auch immer...ich mir dessen allerdings ziemlich sicher und wieso soll ich etwas, was sowieso schon schlecht ist, noch schlechter machen, wenn ich das nicht glaube?

Du siehst es vll nicht, aber du hast dich seit der Trennung verändert. Diese Zeit der Reflexion und Aufarbeitung hinterlässt ihre Spuren.
Doch...ich denke schon, dass ich mich ein stückweit verändert habe udn das eben diese Veränderung wohl auch mit ein Grund wäre, wieso es zwischen uns sowieso nicht nochmal klappen würde.

Aber hast du schon mal versucht, Erklärungen ohne Schuldzuweisungen zu finden?
Ja...das habe ich schon versucht, aber dann komme ich mir egoistisch vor und wie jemand, der sich seine Fehler nicht eingestehen kann.

dass du ihn heute etwas glorifizierst.
?(

Wieso empfinde ich das überhaupt nicht so?

Ich bin ein wenig träge heute und auch etwas empfindlich...ich merke, dass ich versuche den Gedanken an ihn ein wenig aus dem Weg zu gehen, um nicht im grossen Tränenmeer zu landen, denn das habe ich mir, wieso auch immer, verboten...ausser bei meiner Thera udn genau das fehlt vielleicht, denn diese Woche ist mein termin ausgefallen und da staut sich nun langsam die zweite zu der ersten Woche *seufz*

Sorry also, wenn das alles ein wenig undurchsichtig klingt :rolleyes:

@ dg

entweder befasse ich mich ewig damit oder ich versuche es nach und nach so zu akzeptiren wie es ist bzw. war. [...] sondern von akzeptieren um seinen seelenfrieden zu finden

Hmmmmmmmmm...wieso redest Du immer von ewig? Also ich zum Beispiel habe eigentlich nicht vor den Rest meines Lebens damit zu verbringen...ich muss aber den zeitpunkt abwarten, an dem ich mir selbst sagen kann, dass ich es zumindest versucht habe...und wer weiss...vielleicht kann ich es ja doch für mich lösen...vielleicht kommt doch irgendwann die Erleutung und es IST dann gelöst. Vielleicht auch nicht, das ist richtig...aber ich MUSS es eben versuchen. Ich glaube auch nicht, dass es für mich allein mit dem Akzeptieren getan wäre, denn ich habe nicht das Gefühl, dass das eine das Andere autzomatisch ausschliesst!?

(von danach red ich jetzt mal gar nicht)
#1516
Hallo liebe sigma :trost:

Es tut mir sehr Leid zu lesen, dass es dir heute nicht so gut geht. Ich will dich mit meinen Einträgen bestimmt nicht quälen und versuche mich tatsächlich kurz zu halten - eigentlich versuche ich das immer, es gelingt nur leider so selten ... =)

Es ist eine ganz seltsame Reaktion: je weniger ich mich bewegen kann - bei dieser lähmenden Hitze hier - desto schneller sind die Gedanken, so als ob hier eine Kompensation stattfinden müsste?

*wundert sich gerade über sich selbst*

Erlaube mir nur ein Zitat und eine Relativierung:

Original von sigma
Das kann ich nicht sagen, es würde zumindest zu meiner Weiterentwicklung raus aus diesem Muster nicht beitragen.,..das stimmt. Ich denke allerdings nicht, dass meine Beziehung aufgrund dessen Gescheitert ist...eigentlich glaube ich sogar, dass es nichts damit zu tun hatte...
Da habe ich mich schlecht ausgedrückt, gemeint war:

Wenn eine Beziehung, die gescheitert ist, unter den gleichen Bedingungen wieder eingegangen werden würde, wäre dann nicht auch das gleiche Ende zu erwarten?

Na, ob diese Erklärung jetzt besser ist, ist zu bezweifeln.

Liebe sigma, ich meine aber dennoch, ein wenig verstehen zu können - ein bisschen - wie deine Welt so aussieht:

Sollen andere ihre jeweiligen Ex, die sie verlassen haben, schlecht machen - das ist ja die übliche Reaktion und dir wird man vll auch dazu geraten haben - um die Schuld von sich zu weisen und nur ja nicht nachzudenken, was man selbst gemacht hat.

Du würdest das nicht machen, du fürchtest dich vor dieser "Vogel-Strauß-Politik" aus Angst, etwas am eigenen Verhalten zu übersehen und dazu kommt das schlechte Gewissen, dass es sein könnte, dass alles deine Schuld war.

Dich von diesen Schuldgefühlen befreien, das könnte eigentlich nur er. Da aber - wie ich annehme - kein Kontakt und keine Gesprächsbasis besteht, wird er das nicht tun. Auch weil sein Weltbild vll so ganz anders aussieht als deines und er die Notwendigkeit dieser Entschuldung erst gar nicht einsehen würde.

Du bist allein gelassen damit. Das war es, was ich als das Schlimmste empfunden habe: alleingelassen mit einem Brocken, den man allein aber nicht auflösen kann.

Eigentlich erzähle ich ja bei allem hier nur von mir. Darum bitte ich dich auch, nichts davon persönlich zu nehmen, sondern dir nur rauszupicken, was du brauchen kannst.

Auch mit dieser Glorifizierung, die ich erwähnte. Denn ich halte sie sogar ein Stück weit für notwendig. Es hat schon seinen Grund, dass auf längere Sicht den Menschen die glücklichen Stunden eher im Gedächtnis bleiben, wenn nicht unbedingt etwas sehr Schlimmes passiert ist.

Wenn man Leute von der guten alten Zeit sprechen hört und sich wundert, weil man weiß, dass diese Zeit alles andere als gut war, so vermute ich dahinter einen Schutzmechanismus, den wir uns zulegen, den wir brauchen um - wie es @dg formuliert hat - wieder glücklich zu werden und nicht ewig hinterhertrauern.

Will damit sagen:

Wie immer man auch reagiert: ob man den ehemaligen Partner verteufelt, verflucht, hasst oder traurig ist oder nur das Gute in ihm sehen will -

wirklich neutral, nüchtern und komplett realistisch kann man ihn erst sehen, wenn alles verarbeitet ist, alles andere kann nur Verdrängung sein.

Diese Verarbeitung hat Phasen, die manchmal länger, manchmal kürzer, stärker und schwächer sind. Sie auszuleben ist oft schwierig und manchmal hart, dennoch würde ich immer jeden raten, so intensiv wie möglich damit umzugehen.

Denn auch sie sind ein Zeichen von Lebendigkeit: auch der Schmerz zeigt dir, dass du ein Herz hast. Das ist besser, als wenn man gar nichts spürt, denkt zumindest die

#1517
Huhu Lisabel! :schmatz:

Aaaaaaaaaaaaaaaaalso...

...quäl mich ruhig =) und kurzhalten brauchst Du dich auch nicht =)

Wenn eine Beziehung, die gescheitert ist, unter den gleichen Bedingungen wieder eingegangen werden würde, wäre dann nicht auch das gleiche Ende zu erwarten?
Öhm...nu bin ich verwirrt *g* Meinst Du nun eine Beziehung zu ihm? Oder geht es noch um jemanden (wen auch immer) mit Ähnlichen Eigenschaften?

Dich von diesen Schuldgefühlen befreien, das könnte eigentlich nur er.
Naja...irgendwie hat er das ja schon versucht, mir zu sagen, dass die "Schuld" nicht bei mir liegt und er nichts wirklich bennen kann, was ich denn falsch gemacht hätte. Nur...solange er mir keinen anderen Grund nennt, glaube ich ihm nicht bzw, bezweifel ich, dass er meine Schuld in dieser Sache wirklich erkennen kann, denn ich denke nicht, dass er sich seines "Problems" wirklich bewusst ist. Nunja...er hat bis zum Schluss und auch danach noch gesagt, dass er mich liebt...und so verrückt oder unverständlich das nun klingen mag...ich glaube ihm. Nein...ich WEISS, dass es stimmte. Also gab es aber auch eine Phase, in der tatsächlich noch etwas zu retten war...aber wirklich gerettet habe ich nichts :rolleyes:

Was ich noch zu der Absichtssache sagen wollte. die @ dg erwähnt hat, so sehe ich (wie auch nicht anders zu erwarten) nicht ganz so krass. Ich habe auch schon Menschen verletzt, die mir viel bedeuten und auch welche, denen ich viel bedeute...manchmal unbewusst, manchmal beabsichtrigt, manchmal, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste und manchmal, weil ich meine Gefühle einfach nicht unter Kontrolle hatte. Sowas, denke ich, passiert jedem. Ich meine damit, dass man sich zwar ausrechnen kann, was einen Anderen verletzten und sich...manchmal vorher, manchmal erst nachher, dessen auch bewusst ist, aber wenn die Gefühle oder Bedürfnisse überwiegen, man vielleicht nicht immer nach seinem Kopf handelt. Vielleicht ist ein anschliessendes nicht mehr melden auch auf ein schlechtes Gewissen zurückzuführen, mit dem derjenige nicht umgehen kann? Ich verstehe, dass Du das alles nagtiv sehen mkagst udn ich meine auch zu verstehen, dass es Dir so leichter fällt die Dinge eben zu sehen wie sie sind. Nur frage ich mich...sind sie wirklich so?

Eigentlich erzähle ich ja bei allem hier nur von mir.
Naja...abgesehen davon, dass es mein Thread ikst, tue ich das ja auch. Ich meine...wenn ich Dinge verallgemeinernt schreibe, dann meine ich dennoch nur mich damit und wenn ich eine Meinung nicht teile, dann stelle ich sie nicht unbedingt in Frage, mit meiner Reaktion darauf, sondern versuche zu erklären, warum ich sie nicht so umsetzen kann. Mann muss doch von sich selbst sprechen...alles Andere macht ja wenig Sinn und ich bin ja auch froh darüber, denn es ist viel anregendes dabei udn auch viel, dem ich nicht zustimme, mich aber trotzdem Dinge nochmal überdenken lässt.

Ja...die Glorifizierung ist vielleicht auch ein Brocken, den ich nicht so ganz leicht schlucken kann. Wenn mit glorifiezierung aber gemeint sein sollte, dass ich mir der schlechten Dinge zwar bewusst bin und sie auch bei weitem nicht vergesse oder ausser acht lasse, bei meinen "Überlegungen", sie aber dennoch nicht also sooo schlimm empfinde...ja...dann kann ich Dir recht geben =)

Die Gedanken sausen bei mir übrigens auch herum...ob sie sich zu sinnvollen gebilden zusammenfinden, wage ich allerdings zu bezweifeln :P Und nun hab ich grad vergessen, was ich eigentlich in dem Zusammenhang sagen wollte...also lass ich es erstmal :]

Alles liebe

S.

#1518
Grüß dich, liebe sigma!

Wie geht’s dir heute?

Dieses Zitat ist – finde ich – so anschaulich:

Original von sigmaNunja...er hat bis zum Schluss und auch danach noch gesagt, dass er mich liebt...und so verrückt oder unverständlich das nun klingen mag...ich glaube ihm. Nein...ich WEISS, dass es stimmte. Also gab es aber auch eine Phase, in der tatsächlich noch etwas zu retten war...aber wirklich gerettet habe ich nichts
Jetzt sind wir genau dort: Liebe ist zwar eine Voraussetzung, aber nicht die Garantie, dass eine Beziehung funktioniert. Man kann auch jemanden über alles lieben und dennoch funktioniert das Zusammenleben nicht. Das gibt es, das kommt vor und gar nicht mal so selten.

Denn für eine Beziehung bedarf es so viel mehr und eigentlich ist es angesichts der Seltenheit, wie sehr man Übereinstimmung findet, ein Wunder, dass es doch so viele Beziehungen gibt – aber wie viele davon sind glücklich?

Bei einem harmonischen, liebevollen Miteinander muss man sich über die wesentlichen Dinge einfach einig werden können – Kompromisse ohne große Verrenkungen, ohne Selbstverleugnung und ohne den Neurosenwald noch mehr zu pflegen.

Sonst wird es zur Qual, für alle. Da kann auch Zuneigung, Liebe und ständiges Bemühen nichts ändern. Es ist nun mal, wie es ist, so einfach das klingt, so schwer ist das Akzeptieren,

:trost:

denkt heute die

#1519
Huhu Lisabel

Ja...was Du sagst stimmt schon...und ist ja auch nichts, was man selten hört. Eine Idealvorstellung, in der ich irgendwann mal gelebt habe...mit dem gedanken, dass Liebe alles ist und das nichts und niemand stärker sein kann. Naja...die Erfahrung (meine und die , die ich von Anderen mitbekommen habe) zeigt, dass es zwar schön klingt, aber nunmal nicht so ist.

Ich meine ja irgendwie zu wissen oder zumindest zu erahnen, wo das Problem lag bei mir...ihm...uns. Nach zwei Jahren nun etwas spät und / aber auch aus dem Abstand heraus denke ich, dass es nichts unlösbares war, wenn es denn nur rechtzeitig erkannt worden wäre.

Heute morgen habe ich vielleicht noch anders darüber gedacht und etwas später heute abend, denke ich vielleicht wieder anders um morgen oder übermorgen doch wieder bei dem Gedanken anzukommen. Das sind die Gedankenkreise, in denen ich mich eben bewege und ich weiss nicht ob, aber ich hoffe das, ich irgendwann den für mich passenden Gedanken annehmen kann.

Du hast mich gefragt wie es mir geht heute und was soll ich darauf antworten? Melancholie macht sich wieder breit...vielleicht, weil mirmal wieder die endgültigkeit meines oder in diesem Fall vielleicht sogar unseres Dilemmas klar wird. Ich habe seit fast einem Monat nichts mehr von ihmgehört und mir kommt es vor, als müsste es Ewigkeiten her sein. Die sind es nicht, das weiss ich und ich habe schon größere Zeiträume überstanden...aber diesmal eben mit dem Gefühl, dass nichts mehr folgen wird. Ich weiss, dass es keinen Sinn macht, mich bei ihm zu melden und genauso macht es wohl auch für ihn keinen Sinn, sich bei mir zu melden. Was mich zu diesem Endgültigkeitsgedanken bringt, ist vielleicht die Tatsache, dass es diesmal so ganz ohne Abschied passiert. Es läuft aus, ohne das es geplant wirkt...es passiert einfach. Nun bin ich gerade an dem Punkt, wo ich mich frage, ob es nicht besser gewesen wäre ihm meinen Gefühsdusel zu ersparen und zu versuchen, ihn zumindest als "Bekannten" in meinem Leben zu halten. Ich weiss, dass es mir nicht viel gebracht hätte, aber ich will ihn jetzt nicht gehen lassen...das tut so weh ;(

Ich klammer mich irgendwie an den Gedanken, dass es so das Beste ist und das dieser Punkt früher oder später sowieso gekommen wäre...eben unvermeidbar war und ich so mein Bedürfnis unterdrücken kann, doch noch einen Versuch zu starten, um den Kontakt wieder herzustellen, welches ich wie gesagt, aus Mangel an Sinn, bisher noch einigermassen gut unterdrücken kann.

Und wie geht es Dir, Lisabel?

Alles liebe :schmatz:

S.

#1520
Guten Morgen, liebe sigma,

du schreibst

Original von sigma… aber auch aus dem Abstand heraus denke ich, dass es nichts unlösbares war, wenn es denn nur rechtzeitig erkannt worden wäre.
mhm, das trifft auf so vieles zu: so manche Dinge wären doch so einfach gewesen, so klar, so einleuchtend, wenn man nur … ja wenn man nur das und das getan hätte und erkannt hätte und rechtzeitig das Richtige

zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Handlungen am richtigen Ort?

Man könnte sich bei so vielem in Selbstvorwürfen baden oder eben die Dinge annehmen, wie sie sind.

Ich weiß, was du meinst. Die Gegenwart ist nur akzeptabel, wenn sie sich richtig anfühlt, wenn für den Moment alles stimmt. Und wenn das Gefühl nicht stimmt, dann möchte man es gern ändern und nicht einmal wandern die Gedanken zurück zu verpassten Gelegenheiten, zu dem, was man hätte sagen und tun sollen, wenn nur …, ja wenn nur.

Es ist ein schwacher Trost, dass es jeden so geht.

An manchen Tagen gelingt es mir, die Gegenwart anzunehmen und mich zu freuen, dass es jetzt gerade so ist und ich mich wohl fühle. Dabei frage ich mich, wenn dieser Zustand öfter wäre, wüsste man ihn dann noch zu schätzen?

Liebe sigma :trost:

Das mit dem Melden und mit dem „doch wenigstens guter Bekannter“:

So wünschenswert das ist, so gefährlich ist es auch, weil es dich doch quält.

Ja, ich kenne es auch, man möchte nicht aufgeben. Jeder noch so kleine Kontakt scheint immer besser zu sein als gar nichts mehr von ihm zu hören, sich aus den Augen zu verlieren, die Möglichkeit etwas zu vergessen, alle Details nicht immer gegenwärtig im Kopf zu haben, beängstigt so sehr.

Und man könnte sich niemals vorstellen, ein Leben ohne Gedanken an ihn zu führen, nicht wahr?

Klar macht es keinen Sinn, aber darum geht es auch gar nicht – vermute ich. Ein völlig sinnloses „Hallo“ wäre plötzlich das liebste und schönste und hinreißendste Wort, weil es von ihm kommt – aber doch nur für den Moment!

Anschließend geht es dir noch schlechter und das Dilemma beginnt von vorn, die Sehnsucht, die sich nach Tagen aufschaukelt, die nach einer Woche groß ist und nach zwei Wochen unerträglich, usw

Alles beginnt dann wieder von vorn und immer wieder. Die Logik sagt dir, dass die Beziehung keinen Sinn macht, das Herz wünscht sich diesen sehnsüchtigen Rhythmus, um diesen kurzen Glücksmoment nicht missen zu müssen.

Dem Herz das Schweigen aufzuerlegen, ist möglich – mit Distanz und Logik. Mit dem Investitionsgedanken: 30 Sekunden Glücksgefühl steht nicht in Relation mit wochenlangem Leiden.

Die Frage ist aber: will man das wirklich? Möchte man nicht lieber leiden für diesen kurzen Glücksmoment? Nimmt man lieber jeden Schmerz auf sich um nur ja nicht zu vergessen?

Die Entscheidung liegt an deinem Durchhaltevermögen, an deiner Kraft und an deiner Härte. Der Liebesschmerz ist der stärkste und der mächtigste. Aus Liebe sind die furchtbarsten und auch die wunderbarsten Taten schon entstanden. Sie bringt uns dazu, alles zu geben – mehr als jede andere Motivation, sie ist ein Ausnahmezustand.

Die Frage ist jetzt: wie weit würdest du in diesem Zustand gehen und vor allem: wie weit meinst du zu wissen, es einschätzen zu können?

So gesehen, ist es nur verständlich, wenn man lieber aufgibt, den Kontakt abbricht, um sich selbst zu schützen. Wenn alles wieder zur Ruhe kommen, Normalität einziehen soll, dann scheint wieder alles zu stimmen und du kannst von vorn beginnen.

Das Vergessen ist für viele eine Erlösung – und die unerwiderte Liebe eine große psychische Belastung mit allen Konsequenzen.

Ein seufzender Gruß von

:schmatz:

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